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Donnerstag, 31. Mai 2007

Darstellung der Wahrheit

Wieder so ein Zufallsfund, der es wert ist, notiert zu werden:

"Es genügt nicht, die Wahrheit zu zeigen, man muss sie auch liebenswert darstellen".

François de Fénelon (1651-1715)

Mittwoch, 30. Mai 2007

Moral und Politik

Eine Frage an das Fach Politische Theorie: Ist es so, dass man einem CSU-Politiker seine sexuellen Fehltritte -- als solche -- eher verzeiht als einem SPD-Politiker? Von wegen CSU-Barockmensch und so. Und SPD, von wegen: für das Proletariat, die Arbeiterklasse, die Werktätigen (heute auch schon: die Arbeiter bei VW und anderswo). Oder wäre das ganz ungefähr -- pardon: unfair?


BILD berichtete...

Sex-Affäre um den Bundestags-Abgeordneten Hans-Jürgen Uhl
Das Geständnis des Lügen-Politikers

Er ließ sich in der VW-Affäre schmieren +++ Er nahm an Sex-Partys mit Prostituierten teil +++ Monatelang stritt er alles ab +++ Jetzt trat er zurück und gab alles zu
Von OLIVER SANTEN

Hans-Jürgen Uhl war von 1990 bis 2006 Betriebsrat bei VW. Seit 2002 sitzt er für den Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg im Bundestag.

Dienstag, 29. Mai 2007

Walfang und Rechtschreibreform

Seit unsere Freundin K., Japanerin, den Hinweis, der japanische Walfang rotte vielleicht den Blauwal aus, mit einem Achselzucken konterte: "Na und?", ist das Thema eines, das mich an die deutsche Rechtschreibreform erinnert: Es ist extrem schwer und in manchen Fällen so gut wie unmöglich, kulturell gewachsene Gepflogenheiten zu ändern. (Womit ich nicht sagen will, dass die Rechtschreibreform so vernünftig ist wie das Walfang-Verbot. Oder umgekehrt. Nur um das mal klarzustellen. (Bitte nicht: ... mal klar zu stellen. Oder auch: ... um ge kehrt))

* Wer sich näher informieren möchte, liegt hier richtig.

Was sind das nur für Zeiten?

Die Tagesschau meldet es etwas vornehmer, aber hinreichend deutlich. Woanders wird Klartext geredet. Doch bevor jetzt eine Frau neidisch wird, sollte sie sich die beiden dicklichen Helden mal im Klarbild ansehen...


Frau ging mit Zwillingen ins Bett – wer ist jetzt der Papi?
VON DIERK SINDERMANN

22.05.2007 | 23:41:02

SIKESTON (USA) – Raymon und Richard Miller. Seit einer von ihnen Holly Marie Adams zur Mutter gemacht hat, sind sich die Zwillinge spinnefeind. Raymon und Richard Miller: Beide hatten ihren Spass, aber keiner will der Vater sein.

Alles fängt an, als Holly Marie Adams mit ein paar Freundinnen ein Rodeo besucht. Dort lernt sie die Zwillinge Raymon und Richard Miller kennen. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht landet Holly Marie mit Richard im Bett. Was dann passiert, gibt Holly Marie später vor Gericht so zu Protokoll: «Ich bin zu Raymon gegangen und hatte auch mit ihm Sex.»

Neun Monate später bringt Holly Marie eine Tochter zur Welt.
...»

Wer es genauer wissen will, lese halt in der Quelle nach.

Donnerstag, 24. Mai 2007

Mathematik und Leben

Die besten Stellen, an denen sich zeigt, dass sich Mathematik und Leben in bestimmten Fällen unversöhnlich gegenüberstehen? Nun ja, bestimmte Textaufgaben:

10.000 Arbeiter brauchen zum Bau einer großen Pyramide 50 Jahre. Wie lange brauchen 3 Arbeiter?

1 Frau bestickt ein Tischtuch in 7 1/2 Stunden. Wie lange brauchen 420 Frauen dazu?

Mittwoch, 23. Mai 2007

Überwindung des Nationalismus

Ich bin, ich habe es schon ein paar Mal gesagt, überhaupt kein Gegner des Wikipedia-Gedankens. Schullehrer, die, selbstgewiss wie sie nun mal sind, alles besser wissen, sollten dann auch eben den Oberlehrer-Blog aufmachen und das Bessere hinschreiben. Nein, nein, die Diskussion allein ist schon was wert!

Also hier zum Beispiel:

Die Rolle der Nationalstaaten ist bei diesem Thema nur oberflächlich betrachtet klar, wenn man den Nationalismus auf das 19./20. Jahrhundert beschränkt. Der Nationenbegriff selbst ist aber schon älter, und auch der Kolonialismus war meist eher eine nationale als eine dynastische Angelegenheit, wenn auch anfangs sogar die Rolle des Papstes nicht ganz unbedeutend ist. In so einem kurzen Statement kann man das alles nicht differenziert genug betrachten, und es könnte zu verkürzten Auffassungen führen.

Bei Lenin wärst du dann darauf gestoßen, wie er sich die Überwindung des Nationalismus vorstellt.

Da kann man dann mal kurz anmerken, dass man ja am Beispiel der Nachfolgegebiete der UdSSR und der DDR sieht, wie erfolgreich der Marx-Leninsche Gedanke des proletarischen Internationalismus war bzw. ist. Es ist halt eben doch die eine Sache, sich schöne, edle Dinge aszudenken, und die andere, das Volk dazu zu bringen, auch so edel zu sein, wie man denkt, dass es sein sollte.

Redewendungen-Sammlung

Wenn ich mal eine Redewendungen-Sammlung des Deutschen anfange -- keine Sammlung der Idiomatik, sowas gibt's ja zuhauf, sondern eine echte Sammlung von gebräuchlichen Floskeln -- dann werde ich diese Wendung garantiert wie ein Motto an die Spitze setzen:

"Jetzt auf meine alten Tage frage ich mich, ob..."

Und ich werde nicht vergessen zu fragen, von welchem Alter an diese Wendung angemessen ist. Heutzutage.

Und es ist ja so einfach und schön: de Google-Suche bringt immerhin

"ungefähr 20.300 für 'auf meine alten Tage'"

--

Geheimnisvoll: Heute, am 24. Mai 2007, um 16:40 Uhr auf einmal:

"ungefähr 20.100 für 'auf meine alten Tage'"

Dienstag, 22. Mai 2007

Anrede im Internet

Das kommt oft vor: Man trägt seinen Vornamen und seinen Namen in irgendeine Maske, und später wird man dann angeschrieben. Kaufen Sie das und das besonders günstig. Das wusste man vorher. Das hier ist kein Spam-Aufschrei. Sondern?

Wenn man Vornamen und Namen sortiert hat, kann man daraus ganz unterschiedliche Anreden basteln. Hans + Müller könnte also die schöne und korrekt-offizielle Anrede ergeben:

Sehr geehrter Herr Müller! oder locker-flockig: Hallo Herr Müller! (Heute gerne ohne Komma) Oder noch flockiger: Halle, Hans! Sie haben... Oder News-Group-Style: Hallo Hans, du hast sicher... Geht alles und alles ist recht. Warum aber wählen manche Firmen dann ausgerechnet die Variante aus, die garantiert nicht geht:

Sehr geehrter Herr Hans Müller, Sie haben ...

Es wäre doch so leicht zu ändern!

Sonntag, 20. Mai 2007

Robert Lansing

Geschichte ist ein schwieriges Fach. Wer versteht voll und ganz das Folgende:

"Im Jahre 1919 begannen die Siegermächte, Deutschland den Frieden zu diktieren. Es war dies der härteste, der je bis dahin einem modernen Staat auferlegt worden war. Hinter verschlossen Türen tagten mit dem amerikanischen Präsidenten die Ministerpräsidenten Clemenceau, Lloyd Georges und Orlando. Wilson wollte der Welt das Heil bringen, allein der Völkerbundsvertrag hatte für ihn Priorität. So erlag er der sarkastischen Schärfe des Franzosen [!] und der geistigen Beweglichkeit des Engländers [!]. Diese waren kühl rechnende Machtpolitiker und keine Träumer. Später wurde Wilson dann selbst im eigenen Lager kritisiert und kam zu Fall, als der amerikanische Kongress die Zustimmung zu seinem Friedenswerk verweigerte. Sogar Robert Lansing, der lange Zeit zu seinen engsten Vertrauten und Ratgebern gehörte, trennte sich von ihm.
Für das Deutsche Reich war die Basis der erhofften Verhandlung die 14-Punkte-Erklärung des amerikanischen Präsidenten Wilson gewesen. Ausdrücklich auf diese hatte man sich im Vorfeld berufen und die Waffen niedergelegt. Die Lansing-Note vom
5. November 1918 war ein Dokument, das nur von einer Beschränkung der 14 Punkte sprach. Es ging dabei um die Freiheit der Meere und um eine schärfere Auslegung in Bezug auf die geforderte Widerherstellung der verwüsteten Gebiete in Frankreich und Belgien. Dies muß als ein nachträgliches Zugeständnis Wilsons an seine europäischen Bündnispartner gewertet werden. Von großer Bedeutung ist jedoch, daß ein Ausschluß Deutschlands von der Friedenskonferenz nicht zur Debatte stand, eine solche Vorgehensweise des Präsidenten hätte ja auch schon im Vorfeld aus einem Verhandeln ein Diktieren gemacht und somit eine völlig andere Situation geschaffen. So wie seine Verbündeten mußte Deutschland also der Konferenz in Paris fernbleiben. Dort stellten die alliierten Mächte nun unter sich die Friedensbedingungen auf und legten sie dann den deutschen Vertretern zur Unterschrift vor."

Und wer weiß heute noch von Robert Lansing?

Provider ALICE

Ich glaube, Provider wie ALICE täten gut daran, die Newsgroup-Szene genau zu beoachten. Da wird wahrscheinlich viel mehr über den Geschäftserfolg entschieden, als manche Manager glauben. Man schaue sichnur mal das hier an...

Oder auch das:

Habe bei Alice angerufen. Auskunft über Software kostet 5,99€ pro Anruf. Antwort: Software für Vista nicht kompatibel. Die Internetverbindung und Telefonverbindung von Alice sind OK und ich kann weiterhin mit AOL9.0VR arbeiten.

Und auch das ist nicht uninteressant:

so, hab nun des rätsels lösung: viell. hilfts ja noch anderen usern... die vista-treiber von der netgear-hp sind mir bekannt. die sind aber nicht die besten. können massive probleme mit der hw verursachen. deswegen hab ich solange an den treibern rumgespielt, bis er nur noch "unknown device" - unbekanntes gerät in den device manager geschrieben hat. nun kann man ohne weiteres die xp (!!!) treiber der karte installieren. läuft seitdem wie geschmiert! ohne abbrüche und sehr schnell (500kB/s+).

Und schließlich -- "das Original"! Die Seite der ALICE-User, die sich gegenseitig helfen. Dort nach VISTA suchen...

Samstag, 19. Mai 2007

Wortbildung

Hat es einen tieferen Sinn, dass im Deutschen die Wörter belesen, beschränkt und betucht die gleiche Struktur haben?

Habseligkeiten im Streiflicht

Verwiesen sei auf das SZ-Streiflicht von gestern, Freitag den 18. Mai 2007. Es beginnt so:

"Was machen eigentlich die Habseligkeiten? Vor gut zweieinhalb Jahren wurden sie unter halb beifälligem, halb skeptischem Grummeln zum schönsten deutschen Wort gekürt. Doch wie es bei Misswahlen so geht: Hat sie die Beine hinreichend geschwungen, fällt die Schöne in die Banalität zurück. Einige Bierzeltauftritte, eine örtliche Dessous-Schau, und der Zauber ist dahin. Ähnlich erging es den Habseligkeiten. Nicht dass sie über Nacht hässlich geworden wären, aber Gewinn haben sie aus ihrem Wettbewerbssieg auch nicht ziehen können. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden sie nach wie vor vernachlässigt, und auch in der gehobenen Sprache haben sie nicht zugelegt, nicht einmal bei Dichtern wie Handke oder Grünbein, denen man eine Affinität zu dieser Sphäre zutrauen könnte."

Den kleinen Druckfehler haben wir (!), nicht ganz stillschweigend, korrigiert. Und dann? Lob und Preis wieder einmal! Was für eine Sprache, ein Sprachhgefühl, eine Aussage!

Freitag, 18. Mai 2007

Poesie und Einfluss

Dem Poeten wurde von einem Männchen mit Einfluss -- das dementsprechend nicht nur die Damen Müller und Meier kannte, sondern auch die Herren Hinz und Kunz zu seinen Freunden zählte -- mit einigem Hohn in der Stimme vorgehalten, von seinem letzten Gedichtband seien innerhalb von dreieinhalb Jahren sage und schreibe 373 Exemplare verkauft worden!

"Ja", sagte hierauf der Poet, "mein Herr: Ich schätze mich glücklich, dass diese Seiten Papier, die meine Gedichte tragen, vor Ihren und Ihrer Freunde Wurstfingern verschont geblieben sind."

Fundstücke zu: Dorothy

Aus der englischsprachigen Wikipedia:

"After the production of the film, co-star Dorothy Stratten was murdered by her estranged husband, who was upset over his wife's leaving him for Bogdanovich. Studios were reluctant to release the film due to the negative publicity following the murder. Bogdanovich bought back the negative with his own money so that the film would be seen by an audience; by a wide margin it was the most ambitious role Stratten had played, and likely her best movie as well. But the film was released to tepid reviews and minimal business. Bogdanovich lost millions of dollars and had to file for bankruptcy."

"In recent years the film has experienced a level of positive reappraisal, with the likes of Quentin Tarantino — whose taste is admittedly idiosyncratic — now praising the film. The movie was released to VHS on January 31, 1995; HBO Home Video released the film to DVD (as a 25th Anniversary Edition) on October 17, 2006."

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"Nach Abschluss des Films [They All Laughed] wurde einer der Hauptdarstellerinnen, Dorothy Stratten, von ihrem Ehemann, den sie verlassen hatte, ermordet. Die Studios waren wegen der auf den Mord folgenden negativen Publicity unsicher, ob sie den Film überhaupt herausbringen sollten. Bogdanovich kaufte hierauf die Negative des Films mit eigenem Geld zurück, damit der Film überhaupt ein Publikum fand. Der Film war enthielt die bedeutendste Rolle, die Stratten gespielt hat, und ist wohl ihr bester Film. Der Film bekam freilich durchaus mittelmäßige Kritiken und war geschäftlich gesehen ein Misserfolg. Bogdanovich verlor einige Millionen Dollar und musste Konkurs anmelden."

"In den letzten Jahren hat der Film eine Neubewertung erfahren; unter anderem wurde er von Quentin Tarantino -- dessen Geschmack zugegebenermaßen oftmals recht eigenartig ist -- sehr gelobt. Der Film kam 1995 als VHS-Cassette und 2006 als DVD heraus."

Donnerstag, 17. Mai 2007

Promidichte der Unterwelt: München

Was man doch nicht alles findet, wenn man nach Rex Gildo sucht! Im SPIEGEL das, ein wenig gekürzt und aus Münchener Sicht aufbereitet:

...


Auf der anderen Seite des Starnberger Sees lebte und starb Hans Albers. 1933 hatte der Hamburger in Garatshausen bei Tutzing eine barocke Villa mit einem 27.000 Quadratmeter großen Grundstück gekauft, direkt am See. ...


Doch die höchste Promidichte der Unterwelt hat München. Die Ruhestätten der einst Berühmten sind über die ganze Stadt verteilt. Auf dem idyllischen Bogenhausener Friedhof ist zum Beispiel Helmut Fischer beerdigt, der legendäre "Monaco Franze". Seine Geburtsstadt erfüllte dem Vorzeige-Münchner seinen letzten Wunsch. Nur dort, auf dem drittkleinsten Gottesacker Münchens, wollte der "ewige Stenz" begraben sein. Gleich neben Dichtern, die er liebte, wie Erich Kästner, oder verehrten Schauspielerkollegen wie Carl Wery.


Nur wenige Schritte weiter fand Walter Sedlmayr seinen Frieden, unter einem zierlichen Kreuz. Das Grab des Volksschauspielers ist das derzeit meistbesuchte auf dem Friedhof. Der alte, gerade mal 230 Gräber fassende Friedhof ist immer noch die bevorzugte Begräbnisstätte prominenter Künstler und Wallfahrtsstätte für ihre Anhänger. Hier liegen die Schriftsteller Annette Kolb und Oskar Maria Graf, der Dirigent Hans Knappertsbusch und die Schauspieler Siegfried Lowitz und Liesl Karlstadt. Oder etwa Rainer Werner Fassbinder - unter einem passend unbürgerlichen Grabstein, flach wie ein überdimensionaler Isar-Kiesel.


...


Rund 250.000 Gräber gibt es insgesamt in München; in einem auf dem Westfriedhof fand auch Kaiserin Soraya im Oktober 2001 ihre letzte Heimat.


...


Ganz anders die Trauerfeier für Rudolph Moshammer: 15.000 Menschen säumten den Trauerzug, begleitet von 17 Fernsehteams. ... In seiner Nachbarschaft liegen auch die Schauspieler Erni Singerl, Toni Berger, Barbara Valentin und Klaus Löwitsch, dessen Frau täglich Zwiesprache mit dem Schauspieler hält. Erst kürzlich feierte sie ihren 73. Geburtstag direkt am Grab ihres Mannes - mit Blumen und Torte auf einem Klappstuhl sitzend.


Schlagerstar Rex Gildo ruht ebenfalls auf dem Ostfriedhof. Auf dem weißen Marmor seines Grabsteins erinnert nichts an den stets gebräunten Sänger - nur an den Menschen Ludwig Alexander Hirtreiter, so sein dort eingravierter richtiger Name. Im Tod ist Gildo wieder mit dem vereint, der einst Regie über sein am Ende armseliges Leben führte: Fred Miekley, sein strenger Entdecker, Manager und väterlicher Freund, der 1988 starb. Mit ihm teilt er das Grab.


Auf dem Waldfriedhof, der wenige Kilometer entfernt ist, zieht Michael Endes Ruhestätte Aufmerksamkeit auf sich: Auf dem Grab des Schriftstellers liegt ein steinernes Buch aufgeschlagen, symbolisch für "Die unendliche Geschichte", die er 1979 schrieb. Im neuen Teil des Waldfriedhofs hat Leni Riefenstahl ihre Ruhe gefunden, unter einem auffallenden Stein in unschuldigem Weiß, ihr Name in Form ihrer Unterschrift.


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Hier gibt es, manchmal in kühnem Ausschnitt, die passenden Bilder! Anrührend!

Rex Gildo

Heute, auf der Fahrt zwischen Garmisch und München, auf einmal der Gedanke und eine Frage: Wie war das denn wirklich mit Rex Gildo? Klar ist: Kategorie, gemessen an den Weltstars: Sternschnuppen, die verglüht sind.

Zuhause schaue ich nach. Bei Wikipedia findet sich:

Rex Gildo (* 2. Juli 1939 in Straubing als Ludwig Alexander Hirtreiter; † 26. Oktober 1999 in München) war ein deutscher Schauspieler und Schlagersänger.
...
Am 23. Oktober 1999 beging Rex Gildo durch einen Sprung aus dem Fenster seiner Münchner Wohnung aus ungeklärten Gründen Suizid und erlag am 26. Oktober seinen Verletzungen. Drei Tage später wurde er unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Münchner Ostfriedhof an der Seite seines langjährigen Lebensgefährten Fred Miekley († 1988) bestattet (Grab Nr. 122-1-21).

Hossa! Tief durchatmen und versuchen zu verstehen, was das Spiel des Lebens ist.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Provider

Am Morgen ins Internet. Die Software von WINVista versucht sich via DSL einzuwählen. Ich klicke sie weg. Ich weiß schon: die Verbindung ist längst hergestellt. So ist das immer. Beim Einrichten des Notebooks habe ich Werte eingegeben. Ich weiß nicht mehr, wann es eigentlich geklapp hat. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich wirklich über meinen Provider oder über das Funknetzwerk des Nachbarn ins Netz gehe. Irgendwie ist das nicht herauszufinden. Na ja, kommt Zeit, kommt Rat. Und Antwort.

Dienstag, 15. Mai 2007

Arno Schmidt bei ...

nein, nicht bei Ebay, sondern bei Wikipedia. Ich habe da selbst geschrieben, und ich finde, das gehört auch noch mal hierher:

Also irgendwo in meiner Bibliothek im Keller hab ich ein Büchlein, in dem einer behauptet -- den Namen des Verfassers hab ich vergessen --, A. S. sei von A-Z ein Hochstapler gewesen, der Zeugnisse gefälscht, die Kenntnis des kleinen 1x1 zu hohen Mathematik- Kenntnissen stilisiert habe, ein Angeber halt, auf den das Feuilleton reinfiel. Ich hab lange nicht mehr reingeschaut, aber seinerzeit herzlich gelacht. Kennt das Büchlein eigentlich keiner? Oder ist es von der Sorte: Was man besser verschweigen sollte - ? Oder hab ich was überlesen, und es steht doch da?

...

So will ich denn nachtragen, was ich nicht mehr im Kopf hatte:

Henkel, Martin: BLUFF auch mare ignorantiae oder: des king!s neue Kleider. Eine Studie zu Wesen, Werk und Wirkung Arno Schmidts. Hamburg: Verlag Kellner (1992)

Das Buch taucht im Artikel nicht auf. Es wäre aber schon gut zu wissen, wie es um die in Henkels Büchlein vertretenen Thesen steht. Ich als Nicht-Schmidtianer möchte mich da eigentlich nicht einmischen; aber wenn in ca. 150 Tagen dazu nichts im Artikel steht, würd ich doch ein paar Zeilen einrücken. Zur allfälligen Kritik und Stellungnahme des spezialisierten Publikums.

NACHTRAG: Diese Amazon-Rezension gibt schon mal einen Einblick in das Buch.

Schwarzenegger mischt sich nicht ein

Auch diese Meldung noch:

Am 5. Juni muss [Paris] Hilton eine 45-tägige Haftstrafe antreten und daran scheint kein Weg vorbeizuführen. Die Hotelerbin hatte den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger um Hilfe angefleht, doch er habe abgelehnt. Er sei zu beschäftigt, um sich mit Hilton zu befassen, hieß es den Angaben zufolge in der Begründung.

Anwälte hätten der 26-Jährigen nun geraten, ihr Leben umzustellen. Hilton habe Alkohol und Partys abgeschworen, und sei auch schon im züchtigen weißen Kleid in der Kirche beim Beten gesehen worden.

Nun bin ich seltsamerweise gestern über eine Weiterleitung auf das wohl längst bekannte Video "One Night in Paris Hilton" gestolpert. Ich wusste bis gestern tatsächlich nichts von dieser Geschichte. Und vielleicht will mich Google deshalb in seinen Alerts darauf aufmerksam machen, was PH jetzt droht.

Dabei kommt mir der Gedanke: Könnte es sein, dass die Wirkung, die PH in den Medien ganz zweifellos hat, damit zusammenhängt, dass sie mit ihrem ewigen blonden Lächeln wie eine Sex-Puppe wirkt, der eine Fee ein vorübergehendes Leben eingehaucht hat. Und so etwas wirkt doch!

Montag, 14. Mai 2007

Nolwenn

Wenn Talente, die über Superstar-Suchwettbewerbe gefunden wurden, sich am Ende doch nicht durchsetzen und weltberühmt werden -- liegt es dann daran, dass sie doch nicht, in irgendeinem abstrakten Sinn "absout gut" sind, oder bekommen sie nicht die Verträge mit den Labels, die die größte Werbemaschinerie bieten. Vielleicht, weil diese Gesellschaften nur das nehmen, was sich bei ihnen selbst und direkt durchgesetzt hat? Auf der anderen Seite -- wenn einer oder eine andere Menschen überzeugen kann, kann dann eine Firma wirklich verhindern, dass so jemand groß und weltberühmt wird?

Damals, in Frankreich: Nolwenn! Wo ist sie? Im Internet natürlich.

Rechtsgründe bei Google

Geheimnisvolle Meldungen aus dem Internet:

Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.

"Schmidt & Pocher"

Ja, da legst di nieder! Diese Meldung!

Der WDR hat sich federführend für die ARD mit der Produktionsfirma Kogel & Schmidt GmbH über die Produktion von "Schmidt & Pocher" geeinigt. WDR-Programmdirektorin Verena Kulenkampff erklärte: "Oliver Pocher steht für eine junge Zielgruppe und wird der Sendung neue Impulse geben können."

Also irgendwie hat mich schon bei HS und ThG fasziniert, wie man in diesem Land mit einer bestimmten Art von kamerafester Chuzpe berühmt und reich werden kann. Das gilt nun aber noch viel mehr im Fall des Oliver P. Ein grienendes Gequatsche -- pardon: lustiges Gerede --, nun auch für die "junge Zielgruppe"? That's life.

Sonntag, 13. Mai 2007

Dorothy

Malchjdael

Er ist der Engel des Willens.
Von Ihm kann man eine starke Willenskraft erbitten.

Samstag, 12. Mai 2007

Google-Spiel "engel des willens"

Wollen wir ein neues Google-Spiel kreieren?

Gut, es geht so:

  1. Mitspieler 1 sagt ein seltenes Wort oder "eine längere Wortfolge".

  2. Alle Mitspieler geben auf kleinen Zetteln ihren Tipp ab, wie oft das Wort bei Google vorkommt.

  3. Der Spielleiter legt die Zettel auf und notiert.

  4. Es wird bei Google nachgesehen.

  5. Wer am nächsten an der realen Vorkommenszahl dran ist, bekommt die höchste Punktzahl = Anzahl der Mitspieler +3, der Zweitplatzierte Punkte = Anzahl der Mitspieler, der Dritte Anzahl - 1, usw.

  6. Der, der ein Wort oder eine Phrase vorgeschlagen hat,

    1. die Null mal vorkommt, bekommt 5 Punkte abgezogen

    2. wer richtig geraten hat, dass Null die richtige Zahl ist, bekommt 3 Punkte

    3. wer nicht richtig auf Null getippt hat, bekommt Punkte abgezogen: 1-99 = 1, 100-999 = 2, 1000 und darüber 3

    4. Ein Vorschlag, der ... vorkommt, bekommt ... Punkte gutgeschrieben:

      1. 1-9 = 3

      2. 10-99 = 2

      3. 100-1000 = 1

  7. Der Vorschlagsrecht wechselt zu Mitspieler 2. Weiter unter 1.

Anmerkung: Regel 6 lässt sich wahrscheinlich nur durchhalten, wenn keine Ehrgeizlinge dabei sind, die sich zuhause vorbereiten.


Wie oft kommt z. B. "engel des willens" vor? (Diese Wortfolge ist mir gestern vormittag eingefallen, und ich hab sie auf einen Notizzettel geschrieben.) Na? Null?

1 - 9 von 9 für "engel des willens"

---

Eine andere Art des Spiels geht so:

  1. Einer sagt ein Wort,

  2. der nächste fügt ein Wort hinzu.

  3. Verloren hat der, bei dessen Wort zum ersten Mal Null Treffer erzielt werden.

  4. Die anderen bekommen in aufsteigender Zahl ihre Punkte.

  5. Damit das Spiel sich nicht endlos hinzieht, muss eine Grenze eingezogen werden, von der an es wieder weniger Punkte gibt. Oder es muss ein Anreiz geschaffen werden, z. B. durch Wortreihen in Anführungszeichen, in denen der Nachfolger zu einer Null-Antwort getrieben wird.

Wenn also beispielsweise der mit dem 5. Wort keinen Treffer hat, werden 1, 2, 3, 4 Punkte vergeben.

"Der Leuchtturm"

Die Tageschau meldet auf ihrer Website: "Al-Manar ("Der Leuchtturm") nennt sich die schärfste mediale Waffe der Palästinenserorganisation Hisbollah."

Jetzt nehmen wir mal an, dass diese Seite tatsächlich zu blindem Hass aufruft oder auch einfach nur gegen die Interessen des Westens gerichtet ist. Dann bleibt doch zu fragen: Haben die Araber denn eigene Raketen, eigene Technik, dass sie diese Satelliten- ausstrahlung möglich machen könnten? Oder findet sich nicht doch, gelockt durch die Petrodollars, immer ein westliches Unternehmen, das solche Verbindungen erst ermöglicht? Lässt sich dieses Unternehmen nicht ausfindig machen? Lässt sich nicht erreichen, dass das Unternehmen oder das Konsortium mal ernsthaft überlegt, womit und aufgrund welcher Voraussetzungen es eigentlich existiert und Geld verdient?

Das gilt auch und gerade angesichts der Weiterführung:

"Möglicher Ansatzpunkt sind die Besitzverhältnisse der Satel- litenunternehmen: So hält der ägyptische Staat über die Egyptian Radio and Television Union die Mehrheit der Anteile an Nilesat; das System Arabsat ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Staaten der Arabischen Liga. Deutschland könnte versuchen, seinen Einfluss geltend zu machen, damit Sender wie Al-Manar aus dem Programm- angebot der Satellitensysteme verschwinden. Der Ankündigung von Anfang des Jahres scheinen bislang keine Taten gefolgt zu sein, denn eine konkrete Initiative der Bundesregierung gibt es bislang nicht. Wie tagesschau.de aus Regierungskreisen erfuhr, soll das Thema aber auf dem Treffen der G8-Innen- und Justizminister in München zur Sprache kommen."

Wer hat den Satelliten gebaut, wer in den Orbit gebracht?

Literaturwissenschaft: eine andere Rezeptionsforschung

Für Michael K.

Nicht nur, weil gerade von Arno Schmidt die Rede war, hier eine Überleguung, die ich seit langem habe und die, knapp formuliert, so aussieht:

Schriftsteller und ihre Werke werden durch drei Elemente groß oder sehr groß (oder bleiben unbekannt): durch
  • KÖNNEN (Untersuchungsmethode: Wie wird ein Text, auf dem kein Name und kein Verlag steht, von a) normalen Lesern und b) Profis aus bb) Kritik und bb) Literaturwissenschaft beurteilt? Am besten es geht da um texutelle Doppelblind- versuche.)
  • MARKETING (bestehend aus Netzwerken von persönlichen Beziehungen zwischen Verlagsmenschen, Redakteuren, dann der echten Werbung der unterschiedlichen Art, usw.) und
  • faktischem ERFOLG (nach Verkaufszahlen, Medienpräsens, etc.) (Der Erfolg kommt natürlich in jeder Hinsicht nach den vorgenannten Punkten und ist von diesen Größen abhängig.)
Wer so was mag: Die KME-Formel. -- Wenn die Literaturwissenschaft, stärker als sie es aus ihren Traditionen ist und sein kann, eine empirische Wissenschaft wäre, hätte sie es sich nicht entgehen lassen, für diesen Zusammenhang Modelle zu entwerfen, die zeigen a) wie die Generalformel aussieht, also die Formel, die das langjährige Mittel für alle Gattungen zeigt, und wie Spezialformeln aussehen, die, zum Beispiel, für Lyriker, Dramatiker und Romanciers gelten. Oder eben auch: Formel, die darstellen, wie sich der Zusammenhang in den letzten fünfzig Jahren grundsätzlich oder in der Tendenz geändert hat.

So aber: Die Literaturwissenschaftler sind so gar keine empirischen Wissenschaftler.* Literaturwissenschaftler haben sogar eine echte Empirie-Phobie gegenüber Fragestellungen dieser Art, und sie wehren sich gegen solche Fragen mit großer Vehemenz und sehr wortreich. Das sei dem literarischen Text nicht angemessen, so zu denken. Natürlich eine reine Schutzbehauptung. Ob sie mit dieser Art der Selbstisolation auf Dauer ihrem Fach und sich selbst einen Gefallen tun, sei dahingestellt. Oder doch nicht ganz dahingestellt, denn ich meine: Nein!

Wie sieht der Durchschnittsliteraturwissenschaftler den Zusammen- hang? Nun, er bleibt ganz und gar dem Motto verhaftet: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Wie ein Roman zu einem Buch wird, das in der Literaturwissenschaft zur Kenntnis genommen wird, möge bitte ein Geheimnis bleiben. Erst was in den Buchhandlungen steht und in den Zeitungen steht, ist für uns relevant. Für derartige Fragen, nach Marketin-Anteil etwa, sind der Weltgeist und am Ende eben Gott zuständig, nicht die Literaturwissenschaft. Ja, die Literatur als solche, sie ist unmittelbar zu Gott!

Und natürlich sei da, nicht nur wegen hilfswissenschaftlicher Dienste, auf das Innsbrucker Zeitungarchiv verwiesen, wo die Macht des literaturkritischen Wortes gebündelt und wohlsortiert aufgehoben ist.

---

* Allein die, von heute aus besehen etwas arg schlichten, Forschungen von Fucks und Bense haben sie ja beinahe vollständig ausgegrenzt aus ihrem Denken. Man darf wahrscheinlich mit einem Recht sagen: vollständig ausgegrenzt. -- Was sind sie dann? Diskurswissenschaftler! Meine alte Unterscheidung zwischen axiomatischen Wissenschaften, empirischen Wissenschften und Diskurswissenschaften, sie greift auch hier. Nicht einmal die Spur eines Vorwurfs. So sind eben die Traditionen. Aber wenn man die Traditionen einmal durchbrechen würde, kämen vollkommen neue, wichtige Fragerichtungen in den Blick.

Lehrerseite

Aus gegebenem Anlass denke ich, ich sollte eine Lehrerseite, einen Lehrer-Blog eröffnen. Ziel: zu zeigen, dass die Schule eine Institution ist, die, trotz aller Bemühungen, es nicht verhindern kann, dass Jugendliche zu denken lernen und eigenständige Menschen werden. Und dann erinnern sie sich an den blutleeren Latein-Unterricht, und immerhin: das ist noch da. Dass sie mit Hilfe von Google diesen Spruch zurückholen können, der ihnen in Bruchstücken im Gedächtnis geblieben ist:

Niemals bin ich weniger müßig als in meinen Mußestunden und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Cicero, De officiis

Und weil ihnen, zu ihrem eigenen Erstaunen, auf einmal das Wort numquam in den Sinn kommt, finden sie sogar die lateinische Fassung:

numquam minus otiosus eram, quam cum otiosus, nec minus solus, quam cum solus essem.

Und sie überlegen: eram? Die deutsche Übersetzung ist ja im Präsens gehalten, nicht im Imperfekt... Und die Form essem? Wie war das noch mal mit der?

Hans F. Tölke

"Ich liebe das Internet! Und wie ich es liebe!" sagt mein Freund Hans voller Inbrunst. Dann erzählt er die Schnurre, wie er zufällig, als er "Arno Schmidt" und "Hochstapler" bei Google eingibt, auf die Homepage eines gewissen Hans F. Tölke geraten ist, der eine feierliche Rede in sympathisch unspektaktulärem Äußeren, nämlich in der im Internet äußerst seltenen Schrift COURIER vorträgt. Ungefähr so sieht das also aus:

Liebe Leserin, lieber Leser, mit dem heutigen Tag, dem 5. Sept. 2004, beginnen die Vorbereitungen, den Text, den Sie hier gesucht haben, in einem photomechanisch vervielfältigten Typoskriptband auf den Markt zu bringen - mit zahlreichen, nicht unfeinen Ergänzungen, mit vier vom Autor selbstgeschnittenen Gesichtern im Anhang und einer angebundenen kleinen giftigen - oder giftigen kleinen - Literaturkritik. Das kostet - natürlich - einige Zeit! Wenn Sie also über den Gang der Dinge etwas wissen wollen, bitte ich Sie bis ungefähr März/April 2005 um Geduld. Herzlichen Dank für ihr Interesse, Ihr HANS-F. TÖLKE

Wie anders als im Internet habe er denn sonst von HFT etwas erfahren können, sagt Hans. Und er fügt hinzu, dass er sich sogar die Mühe gemacht habe, die URL zu kürzen, um auf die eigentliche Ausgangsseite http://www.hansftoelke.de zu gehen. Und diese Seite sei von einer geradezu bitteren Süße: in zwei Farben nur, rot und grün. Und mit einem einzigen Eintrag und Link. Nämlich auf diese Seite, die er, Hans, gefunden habe. Diesem Menschen Tölke, in all seiner Striktheit, fühle er sich durchaus verwandt. Sagt mein Freund Hans. Und es sei durchaus nicht, weil dieser Mann, wie er, Hans heiße.

*

Eine gewissen Form der Solidarität entstehe, wenn man feststellen könne, dass auch noch andere auf HFT aufmerksam geworden seien und ihn gehörig gewürdigt hätten. Trägt Hans in einer E-Mail nach.

Freitag, 11. Mai 2007

Lebensentwürfe

Eine wahrhaft bizarre Verschiebung finde ich bei Wikipedia:

Sein Schulfreund J. Diensbach äußerte sich nach 1945 über [...] mit den Worten: „Er wollte nicht einfach nur erfolgreich sein, sondern sich auch von der Masse abheben. Es war seine Leidenschaft, berühmt zu sein. Er erzählte mir einmal, daß ich eines Tages seinen Namen im Lexikon lesen würde.“

Wer hat das gesagt? Der KZ-Arzt Josef Mengele. Ja, er steht jetzt tatsächlich im Lexikon.

Die Verbindung zu den Einträgen über den menschlichen Ehrgeiz und das Herostratentum sollte ich bei Gelegenheit noch nachtragen.

Zitat-Belege

In einer Zeitschrift lese ich, überliefert durch einen Lehrer aus Hilpoltstein, dass Freud gesagt habe: "Derjenige, der zum ersten mal an Stelle eines Speer ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Ein schillerndes, schönes, sinnreiches Bonmot. Ich denke, dass ich mit Hilfe des Internets die Stelle leicht finde, wo dieser Satz bei Freud steht. Aber -- ich finde oft diesen Satz, aber keinen Beleg über das Werk, in dem es steht, geschweige über die Ausgabe und die Seite. Schade.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Quellen den Ruhms

Herta sagte gestern mit einer schnellen Geste auf ihren Mann hin: "Sein Erfolg kommt daher, dass er immer Ausflüchte gesucht und Schlechtes-Gewissen-Pausen gemacht hat. Er brauchte die Pausen, in denen er nicht seine eigentliche Arbeit tun musste. Und in diesen Pausen, nicht während seiner Arbeitszeit, entstand sein heute so anerkanntes, sein weltberühmtes Werk."

Über die Dialektik von Erfolg und Plattheit

Die Struktur von Erfolg und Plattheit ist die folgende: Ein – vorzugs- weise US-amerikanisches oder Bernd-Eichingersches – Erfolgsprodukt wird betrachtet und vom (intellektuell komplexen) Betrachter als platt und klischeehaft erkannt und dann wortreich als platt und klischeehaft dargestellt.

Was für eine Sprengkraft in diesem einfachen Zusammenhang doch enthalten ist! Fragen über Fragen ergeben sich. Muss der Massenerfolg nicht notwendig platt sein, weil der Begriff der Masse Plattheit inkludiert? Sind die, die vorgeblich oder tatsächlich platte Werke vorstellen und kritisieren, von Beruf Kritikaster? Liegt in dem Eklektizismus, der in jedem massenwirksamen Konzept drin steckt, eine schöne, leicht fassliche Anweisung zum Erfolgreichsein? Usw. Usf.

Ach ja, auf diesen Fass-Überlauf-Gedanken hat mich diese Seite gebracht. Wann's da mal bittschön hinschauen möchtn?

Mittwoch, 9. Mai 2007

Sprachkritik

Was halten wir denn von diesem Satz, den ein Verkäufer bei eBay formuliert?

"Durch die mitgelieferte Fernbedienung müssen auch komfortseitig keine Abstriche gemacht werden, im Gegensatz zum Betrieb von TV-Karten bleiben lästige PC-Lüftergeräusche bei spannenden Filmszenen außen vor."

Nein, ausnahmsweise keine Quelle. Aber die Versicherung: Ich hab es nicht erfunden.

Montag, 7. Mai 2007

Windows Vista

Wem das zu klein ist: gesucht wurde unter ALICE das Stichwort Vista, und die Antwort lautet lapidar: Es wurden keine Suchergebnisse gefunden.

Denn Alice hat keine angepasste Vista-Software, und der Mann vom Callcenter, mit dem ich spreche, druckst herum.

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Zu einem Beitrag in einem CHIP-Forum:

"ZITAT

http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=21566
Hier ist doch ganz einfach beschrieben.

ZITAT-ENDE

Einfach beschrieben ist wieder mal nicht "einfach in der Sache". Wenn ich die Zeit hätte, würde ich das alles, was da geschrieben steht, machen und befolgen. Nur: Ich hab die Zeit nicht.

Darum hier vielleicht doch die Weitergabe der folgenden Empfehlung / Erfahrung:

Wer nicht ganz genau weiß, was er will und tut, sollte im Moment von Vista die Finger lassen und auch beim Neukauf auf XP gehen. Ich gebe zu: Ich bin anfällig von schöne Oberflächen; aber meine gute alte externe TV-Karte von Pinnacle funktioniert unter Vista halt einfach: nicht. Und so geht es mit vielen anderen vertrauten Programmen. Irgendwie bin ich schon erstaunt, dass MS so wenig Abwärtskompatibilität spendiert hat. Nun ja, vielleicht wollte man man einen wirklichen Neuanfang wagen."

Sonntag, 6. Mai 2007

Werbung

Eigentlich müsste die Werbeindustrie es doch wissen: Sie hat ein extrem schlechtes Image. Warum kleben sich Menschen reihenweise auf den Briefkasten: "Bitte keine Werbung!"

Im Internet: Ich will mir was ansehen und stehe vor einem riesigen Werbebanner, das ich erst einmal wegklicken muss. Ich verlassen die Seite sofort, fluchtartig, mit dem ZURÜCK-Button.

Also was? Wenn ich etwas kaufen will, suche ich gezielt. Wie wäre es, wenn sich die Firmen einem Codex unterwerfen, der besagt, dass auch der Normalspam unterbleibt? Das als Gütesiegel, und ich würde ein wichtiges Kaufkriterium mehr haben.

Kampf der Kulturen

Aus dem Irak werden wieder 40 Tote bei einem Autobomben-Anschlag gemeldet. Solche Nachrichten werden inzwischen mit gleichen Emotionslosigkeit weitergegeben wie der Wetterbericht. Kritische Menschen im Westen sehen in diesen Anschlägen einen Effekt der Besetzung durch die USA und ihre Alliierten.* Was irgendwie - aber eben auch nur irgendwie richtig ist. Wenn wir mal von der konkreten Bush-Regierung absehen, steht hinter dieser Auffassung ja ohne Frage eine Einstellung, die besagt: Es gibt eben Völker, die brauchen Diktatoren. Sonst drehen sie durch und es gibt Bürgerkrieg.

Was aber die Autobomben angeht, so ist es etwa so, als ob sich ein Mensch dauert selbst schwere Verwundungen zufügt und dann klagt, dass er nicht davon abgehalten worden ist. Wen besiegen die Iraker mit diesem Morden eigentlich, außer sich selbst?

Im Westen Unverständnis. Die Menschen in Ländern wie dem Irak ticken halt doch arg zurückgeblieben. (Sage keiner, weil das halt arg puc -- political uncorrect -- wäre. Und das will man im Westen ja auf jedenfall sein: politisch correct. Auch dort, wo man damit nichts bewirkt, außer dass das eigene Gewissen auf IMMERGUT gestellt wird.
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* Ein intellektueller Luxus, der, das nur nebenbei, zu den aufklärerischen Errungenschaften des Westens gehört: Die eigene Seite, den eigenen Kulturkreis kritisieren dürfen, ohne dass Todesschwadrone der Regierungen gewärtigt werden müssen.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Clubmitgliedschaft

Das wollte ich schon immr mal nachschauen. Auch hier also Wikipedia!

"Ich mag keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnimmt." - Groucho-Marx-Paradoxon; Telegramm an den Friars Club, in dem er seinen Austritt mitteilt. Zitiert in "The Groucho Letters", Hg. Arthur Sheekman.

Original engl.: "I don't care to belong to any club that will have me as a member."

Wissenschaftler-Lebenslauf

Beim Lesen eines Wissenschaftler-Lebenslaufs -- wieder mal --, habe ich auf einmal die These vor Augen:

"Der Wissenschaftler wird zwar, wie andere Menschen auch, geboren, beginnt aber als reales Wesen erst mit dem Abitur."

Mittwoch, 2. Mai 2007

Microsofts "Dynamisches Update"

Vom Zweit-PC kommt diese Botschaft. Ich rekonstruiere aus dem Gedächtnis, das in diesem Fall relativ zuverlässig ist.

1. Der PC, genauer: das Betriebssystem muckt seit geraumer Zeit. Nicht ganz schlimm, aber halt lästig. Beispielsweise muss immer erst ein Admin-Account in Gang gesetzt werden, um die WLAN-Verbindung aufzubauen. Auch wenn man das eigene Konto vorübergehend mit Admin-Rechten ausstattet. Das Windows-Hilfesystem funktioniert gar nicht. Usw.
2. Angefragt bei Experten von wer-weiss-was.de, ob denn eine Reparatur des Betriebssystem möglich ist, ohne alle Programme neu installieren zu müssen. Einhellige Auskunft: Nein. Einziger Weg: Daten-Backup. Neuinstalltion von Window und allen Programmen.
3. Ich hatte die Rediscovery-CD-ROM schon eingelegt, hatte schon brav die lange, lange Kennung eingegeben, die so lang ist, dass sie einem suggeriert, Microsoft wolle verhindern, dass versehentlich eine Atomrakete abgeschossen wird. Dann hatte ich die Installation abgebrochen und einfach weitergearbeitet. Es ging ja irgendwie.
4. Als sich der Rechner aufgehängt hat, hab ich ihm einen Neustart verordnet und bin gegangen, um die Küche aufzuräumen.
5. Als ich zurückkam, hatte die CD-ROM einfach damit begonnen, Windows neu zu installieren. Das hatte ich nicht gewollt – aber ich habe mich meinem Schicksal gefügt. Auch in der Hoffnung, dass hinterher ein sauberes System dabei herauskommt.
6. Dann aber – das „dynamische Update“ stockt. Ich schaue mir das Fußballspiel zwischen Chelsea und Liverpool an und anschließend, also nach 90+30 Minuten + 11-Meter-Schießen braucht der PC immer noch exakt 34 Minuten. Sagt er. Als ich es noch einmal versuche, genau dieses Bild: Beginn bei 39 Minuten, Ende bei 34 Minuten.
7. Ist es ein Trost, dass ich am Zweit-PC das Folgende im Internet finde?
„Ich habe jetzt als letzte mir bekannte Möglichkeit auch mal trotz allem die Windows-Reperaturinstallationskeule ausgepackt... und selbst die scheint Probleme zu haben. // Bei dem grafischen Teil der Installation mit den 5 Radio-Buttons (Sammeln von Informationen, Dynamisches Update, Vorbereiten der installation, Installation von Windows, Abschluss der Installation) hängt er jetzt seit gut einer halben Stunde beim Punkt Installation von Windows. // Die Installation bräuchte noch 34 Minuten (und das auch seit ner halben Stunde), der Ladebalken mit der Installationspunkt "Geräte- installation" darunter hängt auch seit dieser Zeitspanne fest. Das einzige was geht ist die xp-eigenwerbung rechts im bildschirm, was man alles tolles mit dem OS anstellen kann... die läuft fröhlich, sich immer wiederholend vor sich hin...“

Exakt so sieht es bei mir aus. MS hat also irgendwo diese 34 Minuten fest eingebaut. Als Hängemarke, von der aus nichts mehr geht. Die Frage, wie immer: "Warum nur? Warum? - Bitte gib, mir die Antwort: Warum nur? Warum?"

Dienstag, 1. Mai 2007

Caponised

Das halten wir heute noch fest: Ein Anagramm von engl. 'caponised' (kastriert) ist 'ponce aids' (Zuhälter / Schwuler hilft oder Zuhälter- bzw. Schwulen-Aids). Schon erstaunlich, diese verqueren Weisheiten in den Sprachen.

Handel und Sprache

Aus einem Ebay-Angebot:

"Sie bieten auf ein gebrauchtes Notebook, was 1 Jahr im Betrieb war. Notebook wurde über die Firma gekauft in der ich arbeite, daher keine Rechnung, aber die Garantie ist 2 Jahre von Hersteller und die dazu gehörige Papiere, sowie Original Schachtel. TOP Zustand mit leichten gebrauchsspuren. Die rechte Bildschirmhalterungungsab- deckung (Verbindung zwischen unterem Notebook Element und Bildschirm) hat ein Riss in der Abdeckung der geklebt ist und nicht weiter Beeinträchitigt oder großatik sichtbar ist. Dieser kleine Schaden ist durch das öfftere Auf- und Zuklappen des Bildschirm paasiert. An der Halterung ist nicht nur an der Blende darum."

Welche von den folgenden Möglichkeiten ist zutreffend:

Die sprachlichen Mängel dieses Angebots

a) ... beeiträchtigen den Verkauf. Mögliche Käufer bieten entweder gar nicht oder gehen mit ihren Angeboten nicht so weit, wie sie gehen würden, wenn die Sache perfekt formuliert wäre.

b) ... bringen zusätzliche Interessenten, weil viele mögliche Käufer entweder sagen: ba) so hätt ich das auch gesagt oder bb) gar nicht erst sehen, dass da einiges nicht in Ordnung ist.

Fritz-Albert Popp, Biophysiker

In den Naturwissenschaften, glaubt man gerne, ist alles gesichert und sachlich. Und dann das.

Solche Menschen haben mein ungeteiltes Interesse: Popp, der Wissenschaftler, der hofft den Nobelpreis zu bekommen und doch von den Fachkollegen angefeindet wird.

Der Artikel, der mir das zur Kenntnis bringt: "Leben leuchtet". In: Technology. Das M.I.T.Magazin für Innovation 8 / 2005, S. 50ff. Und wie fast immer: Informationen bei Wikipedia.

Und natürlich immer a bissel dabei: das gute alte New Age.

Extreme Kleingärtner und Kleintierzüchter

Ich bin heute passiv-kreativ. Das heißt: Ich finde Dinge, zufällig, die wahrscheinlich doch kaum einer weiß oder kennt. Beispielsweise das

"Verzeichnis der wichtigsten extremistischen oder extremistisch beeinflußten Organisationen und Massenorganisationen
(Bekanntmachung des Bayer. Staatsministeriums des Inneren vom 06.04.1995 mit späteren Änderungen)"

Das Verzeichnis an sich ist nicht das Bemerkenswerte, sondern manche der Eintragungen muss man sich im Gehirn zergehen lassen:

Burschenschaft „Danubia“ München-Aktivitas (rechtsextrem)

Volksfront gegen Reaktion, Faschismus und Krieg (VOLKSFRONT) (linksextrem)

Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e. V. (ADÜTDF) (Ausländerextremismus)

Dann aber kommt's noch härter! Verboten ist auch eine Mitgliedschaft im

Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) (Massenorganisation)

Man könnte ins Grübeln kommen...! Nicht nur, dass die Kleingärtner usw. Extremisten sind, erstaunt, sondern auch, dass neben rechts-, links- und den klassifiktionstechnisch ohnehin schon abweichend: Ausländerextremisten, dann auch noch Massenorganisationen als Klassifiktionskriterium aufscheinen. Die Bürokratie macht eben logisch-linguistisch gesehen, was sie will und für richtig hält. Warum CDU und CSU und SPD usw. nicht auch als 'Massenorganisationen' aufscheinen, wenn das mit der "Masse" ein Gesichtspunkt ist, muss sich der mündige Bürger mal einfach dazudenken. So unter dem Motto: "Ist doch klar, eihj!"

Otto von Bismarck

Manchmal ist es doch schön, einfach auf einen Blog zu stoßen, bei dem man sich sofort zu Hause fühlt. Hier ist wieder mal so einer: bei Pete wird vieles überliefert, unter anderem das schöne saying von Otto von Bismarck:

"Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie."

Das ist, wenn man an die sogenannten "Fleischskandale" denkt, die ja immer auch "Wurstskandale" sind, ein sehr wichtiger Satz.

1789er Revolution

Heute morgen, nach der Lektüre eines SPIEGEL-Artikels zur französischen Wahl und der dort mal wieder verlautbarten Meinung, die 1789er Revolution sei noch immer das wichtigste Iden- titätsmerkmal für die Franzosen: die alte Verwunderung bei mir. Wie kann ein Ereignis, das so vielen Menschen im Wortsinn den Kopf gekostet hat und an dessen Ende dann die Supermonarchie eines Napoleon stand, zum großen, positiven Ereignis umgedeutet werden? Die Rechte und Freiheiten der Menschen sind doch nicht durch die Revolution erkämpft worden, sondern nur die Argumente und Abstimmungen. Und weil die Menschen des Blutsaufens einiger Super-Revolutionäre müde wurden.

Ich halte das hier fest, damit ich es nicht immer liegenlasse und damit ich vielleicht bei Gelegenheit mal in die Einzelheiten gehe.