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Donnerstag, 25. Oktober 2007

Was haben Claudia Roth und Joschka Fischer ...

gemeinsam?

Dass ihnen den Willen zur Macht nicht sofort ansieht. Fischer, der jenseits der 40 immer einer war, der prächtig das Bäuerle von der Schwäb'sche Eisebahne hätte darstellen können, Roth, die vielleicht den Stricklieselclub Amelsbüren repräsentiert. Hätte man denken können. Statt dessem? Wackere Streiter für die Grüne Macht. Mal erfolgreicher, mal weniger.

Fazit: Begreife einer das politische Geschäft! Es ist bei diesem Geschäft wie bei den Aktienkursen: Man erkennt die Regeln nicht. Erkennte man sie, man würde ja vielleicht selbst gar auf den Gedanken kommen, nach der Macht zu streben. So aber -- dieses Instinktspiel, gesteuert von Trial and Error, das geht dem normalen Menschen doch ziemlich auf den Keks.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zeitmanagement

So, jetzt noch das, und dann ist es aus dem Kopf und es ist gut:

Zeitmanagement-Päpste empfehlen, man soll delegieren. Wenn ich das Geld oder die Untergebenen hätte, um zu delegieren -- ich wüsste ganz genau, wie das geht. Nur hab ich weder das eine noch das andere. Also ist dieser Rat in meinem Fall, der wahrschein der Fall der Mehrheit ist, der größte aller Quätsche.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Tanzen und Fechten

Ist das nicht schön, ja sogar revolutionär?

"Vor mehr als 2000 Jahren wollte bereits der griechische Philosoph Platon Grammatik und Mathematik aus dem Pflichtkanon der Jugend-Schule verbannen. Deren Hauptfächer sollten damals sein. Grammatik und Mathematik durften ernsthaft frühestens ab dem 20. Lebensjahr gelehrt werden." (Quelle)

Ich schlage -- Pardon, Platon! -- eine Modifikation vor, die ein wenig mehr der Entwicklungspsychologie entspricht: Wer als Kind schon Spaß an der Mathematik und der Grammatik hat, der darf so früh beginnen wie er will. Tanzen und Fechten muss er allerdings trotzdem lernen. Die anderen, die die keine Sonderbegabung haben, lernen ab dem 14. ebensjahr Grundzüge der Fächer, immer bezogen auf die praktische Anwendung und die Bereicherung des eigenen Weltbilds. Grundlage sind gute populärwissenschaftliche Bücher.
Was aber ist Realität? Die Bildungspolitiker sehen Platon als Pflichtlektüre. Im Groben. Aber seine kritischen Einlassungen kennen sie nicht. Oder wollen sie nicht wahrhaben.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

das geheimnis meines lebens

Woher stammt das? Und was bedeutet es?

Er führte ihn auf den Dachboden. Vor einer versperrten Tür blieb er stehen. Er zog den Schlüssel aus der Tasche und öffnete.

Sie traten in eine Kammer, in die durch eine Dachluke spärliches Licht fiel. Colbert wandte sich Modlizki zu. "Hier", sagte er. Er hatte Modlizki am Knopf seiner Jacke ergriffen. "Nun will ich es dir anvertrauen, mon cher: C'est le secret de ma vie! Es ist das Geheimnis meines Lebens!"

Er sprach ernst und feierlich.

Modlizki hatte den Kopf mit den kurzgeschnittenen schwarzen Haaren leicht geneigt.

"Ich weiß, daß du mir anhängst", sagte Colbert. "Ich habe dich als Sechsjährigen aus dem Waisenhaus des Klosters zu mir genommen und dich gehalten wie mein Kind. Mon enfant, du wirst mich nicht verraten!" Er kämpfte mit den Tränen.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die Globalisierung, oder: Externe Festplatte, zum Zweiten...

Bei Ebay bestelle ich ein USB 2.0 Festplatten Gehäuse 2,5" HDD CASE Neu für -- 1 Euro 99. Aus Hongkong. Das wollte ich schon immer. Mal ausprobieren, was passiert, wenn man in China direkt bestellt. Versandkosten 4,99 unversichert, 5,99 versichert. Wenn da noch eine Nachversteuerung kommt, von der man manchmal im Netz liest, egal. Zu viel kann das nicht sein. Bei Amazon kostet so ein Gehäuse zwischen 25 und 35 Euro.
Nun, ich muss zwar 12 Tage warten, bis das kleine Packl da ist. Kann man sich ja denken. Aber es kommt. Das Kabel sieht ein wenig anders aus als auf dem Bild. Ein einfaches USB-Kabel. (Ich korrigiere. Es sieht aus wie auf dem Angebot. Das mit dem einfachen Stecker war von der anderen Festplatte. Siehe ... zum Ersten.) Aber dafür ist an dem Gehäuse auch ein normaler USB-Stecker, keine von den drei oder vier Varianten, für die man immer das rechte Kabel erst suchen muss, wenn Sache und Kabel einmal getrennt sind. Und -- rührend! Es liegt ein kleiner grüner Schraubenzieher bei, damit man die zierlichen Kreuzschlitz-Schräubchen leicht gleich einsetzen kann.
Nun denn, die vorhandene Platte rein. An das Notebook. Windows-Klingklang und -- nichts mehr. Enttäuschung? In Grenzen. Es war ja vorauszusehen. Für 2 Euro kann das doch nicht funktionieren!
Dann packt mich der Ehrgeiz. Wenn die Platte erkannt wird, muss da doch noch was sein. Ein paar Minuten später sehe ich -- es liegt an der Platte, nicht am Gehäuse. Die Platte ist nicht vorformatiert. Formatierung einschalten und Fußballspielen gehen. Bei Rückkehr habe ich eine Festplatte mehr.
Was bleibt? Erstaunen. Auch darüber, dass so etwas für das Geld gemacht werden kann. Ist es Ausbeutung? Gilt das alte Argument der Billigkäufer: Wenn ich nicht kaufe, haben die da drüben gar nichts davon. Außer dass sie arbeitslos sind. Forderung nach Mindestpreisen, analog zu den Löhnen? "Da lachen ja die ökonomischen Hühner!" grinst der Große Vorsitzende Mao in seinem Mausoleum.

Bayern 2 Radio: Ehe und Indianer

Am Morgen in BR2 zwei Sendungen nacheinander. Die eine, als ich einschalte: "Von der Endlichkeit der Ehe und der Unendlichkeit der Liebe". Nun gut. Bemerkenswert dabei: Ein hasserfülltes Liebesgedicht nach der Liebe, an die Verflossene. Von Brentano, glaube ich. Die andere Sendung: Über die Indianer. Wie gut die doch waren. Kein Tier haben sie getötet, das sie nicht zum Essen oder für die Fellkleidung brauchten. Das Reh haben sie um Entschuldigung gegeten, nachdem sie es erledigt hatten. Die edlen Wilden eben.
Was lässt sich sagen? Zwischen dem, was ist, und dem, was wir glauben und sagen, schieben sich die sinnerzeugenden Interpretationen. Amor omnia vincit auf der einen, Endlich bin ich dich los auf der anderen Seite. Die guten Indianer haben auch in einer unendlich grausamen Weise andere gemartert. Geblieben ist davon die witzige Annahme des Marterpfahls bei Bully Herbig und dem Schuh des Manitu. Dabei war das bei den Indianern doch die reine Bestialität, ob diese edlen Menschen nun die Rehlein, nachdem sie sie getötet hatten, um Entschuldigung gebeten haben oder nicht. Gesichert ist: die denkenden Menschen machen gerne glatte Geschichten, die keine Widersprüche haben. Aber die Geschichte ist ein einziger Widersprch in sich.

Freitag, 5. Oktober 2007

Externe Festplatte, zum Ersten...

Nicht ganz ein Spontankauf. Mediamarkt in Innsbruck. Eine Maxtor Onetouch III. 160 GB. 89 Euro. Angeschlossen. Ein ständiges envervierendes Klickern und ein gelbblinkendes Lämpchen. Es lässt sich abspeichern. Aber dieses Klickern. Dazu ein langes Doppelkabel, das zwei USB-Plätze belegt.

Kurz und gut: gleich zurückgebracht. Der Service-Mann weist streng darauf hin, dass er keinen Fehler feststellen könne. Die nächste würde auf jeden Fall eingeschickt. Na gut.

Ersatz ist eine WD Passport, ebenfalls 160 GB. 20 Euro Draufzahlen. Hier ist die Verpackung aus jenem Extremhartplastik, das wohl vor Diebstahl schützen soll. Man bekommt es mit einem sehr scharfen Messer und unter ständiger Selbstverletzungsgefahr auf, wenn man die Verpackung an der passenden Stelle mühevoll einsticht und aufschneidet. Das ist ungefähr so einfach wie einen gerade erlegten Hirsch aufzubrechen. Inliegend diesmal ein Kabelchen von ca. 35 cm Länge, das in dem Tresor nicht zu sehen war.

Na, dann wolln wir mal...
Ja, die Platte funktioniert. Formatiert ist sie auch. Warum sie so schief designet ist. bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Unerreichtes Vorbild an Schönheit: die kleine Schwarze von Trekstor.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Karl der Dick-Dünne

Haben wir es nicht geahnt? Dass einer, der so aussieht und so auftritt einen Sprung in der Schüssel hat? Aber -- um dem Sinne nach mit Borwin Bandelow zu sprechen: Wer heute wirklich berühmt werden will, der muss einen in früher Kindheit schon gesetzten Schuss haben, sonst klappt das nicht. Oder, um es mit Joseph Beus kontaminiert durch Wolf Wondrastschek zu sagen: "Zeige deine Schusswunde!"

Ach so. Worum es geht?
Es geht um unseren lieben Karl vom Feldlager, also Karl Lagerfeld. Da hat jetzt jemand geplaudert, geschrieben besser, und der SPIEGEL tratscht es weiter. (Danke, SPIEGEL!) Dass Arnaud Maillard, ein ehemaliger Mitarbeiter Lagerfelds was aufgeschrieben hat. Ein Enthüllungsbuch . Titel: "Merci Karl".
Der SPIEGEL:
"Maillard schreibt über den großen Hunger, den der große Lagerfeld vor seiner radikalen Diät hatte, wie er gnadenlos abspeckte und wie seine Eitelkeit parallel zu den purzelnden Pfunden nach oben schnellte. 'Sein Narzissmus wird peinlich', stellte er fest. 'Er redet mit uns, ohne uns anzuschauen, er antwortet und mustert sich dabei über unsere Schulter hinweg in einem Spiegel.'"
Ich meine, wie so oft geht es auf dem Umweg über das besondere Individuum um den Zustand der Gesellschaft. Wäre diese Gesellschaft rational und mit halbwegs geschmacksicherem Urteil ausgestattet, so hätten die Fernsehredakteure und die Zeitungsmacher in dieser Gesellschaft doch sagen müssen, als der dann dürre Lagerfeld in seinen eng anliegenden Hosen daherkam, in Hosen, die immerzu an den verblichenen Rudolf Nurejew in Dienstkleidung erinnerten: "Das ist so peinlich, dass man diesen Menschen KL nicht mehr bringen darf. Und wer sich so kleidet und so benimmt, der kann eigentlich auch keine Maßstäbe in Sachen Mode mehr setzen." Haben sie das gesagt? I wo. Berühmt bleibt berühmt, Quote bleibt Quote, und eitler Wahn bleibt schöner Wahn. Basta! Um es diesmal mit Gerhard Schröder zu sagen.