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Mittwoch, 30. April 2008

Josef Fritzl und die Experten

Wenn so was geschieht, dann wird einerseits pflichtschuldigst berichtet. Kein "Medium" will zurückstehen. Die Leser, Hörer, Zuschauer wollen ja informiert werden. Haben ein Anrecht auf Information. Wo die Grenze zum Voyeurismus überschrtten wurde, lässt sich dann hinterher trefflich erörtern. Das wird immer so sein.

Was aber nervt, wenn schnell "Experten" herbeigezogen werden oder auch bereitwillig herbeihüpfen, um Statements von unsäglicher Allgemeingültigkeit von sich zu geben. Sätze, die jeder halbwegs sprachbewanderte Normalmensch auch von sich geben kann.

Das Beispiel, natürlich eher zufällig ausgewählt:

"Die Opfer von Josef Fritzl müssen nach Überzeugung des Psychologen Klaus Neumann seelische Schäden erlitten haben, die sonst nur bei Kindern in Kriegsgebieten bekannt sind. «Angst, Entbehrung und das fehlende Tageslicht in dem Keller-Verlies haben zwangsläufig tiefe Spuren hinterlassen», sagte der Kindeswohlbeauftragte des Psychologenverbands in München der Deutschen Presse-Agentur dpa."

Das hätte ich, glaub ich, der ich kein Psychologe bin, auch hinbekommen. Bei dem Vergleich mit den Kriegsgebieten hätte ich mich aber sehr zurückgehalten. Genauer: Auf diesen Vergleich wär ich erst gar nicht gekommen. Mir scheint ziemlich klar zu sein, dass es da um höchst unterschiedliche psychische Schäden geht. Aber das ist die Vermutung eines Laien.

Also, ihr Redakteure der unterschiedlichen Medien: Warum nicht einfach mal noch abwarten. Sich seinen Teil denken. Fragen, was, verallgemeinernd gesagt, da schief läuft. Und einen Verdacht darf man dann auch äußern: Eine Gesellschaft, in der Touristen in großem Stil nach Thailand gechartert werden,* wo ein gewisser Prozentsatz dieser Touristen sich an Kindern vergeht, eine Gesellschaft, die so etwas halbherzig "bekämpft", statt mal in sich zu gehen und zu fragen, ob sie als Gesellschaft nicht längst eine Linie überschritten hat, ohne es zu merken -- eine solche Gesellschaft sollte sich nicht wundern, dass es Extremfälle gibt, in denen ein bürgerlich auftretender Vater seine Tochter in der nun bekannten Weise missbraucht. Vom camouflierten Wahnsinn trennt uns halt oft nur die extreme Internalisierung von Verhaltensregeln in Kategorien von Anstand und Menschlichkeit. Dort wo diese Kategorien zur reinen Äußerlichkeit und Anstrichen der Fassade verkommen, ist viel Wahnsinniges möglich.

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* Diese Verbindung gilt übrigens auch im Hinblick auf das eherne Recht westlicher Bürger auf Touristenfernflüge in Zeiten des Klimawandels. Aber gut, das ist nun wirklich ein anderes Thema.

Dienstag, 29. April 2008

Ashley Alexandra Dupré

Ein nicht mehr existierender, der Löschung anheimgefallener Wikipedia-Eintrag – hier soll er erhalten bleiben:*
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Ashley Rae Maika DiPietro, als Ashley Youmans geboren am 30. April 1985 und bekannt unter dem 'Künsterlernamen' Ashley Alexandra Dupré, die als Call-girl auch den Namen 'Kristen' benutzte, hatte einem Beziehung zu dem Gouverneur von New York Eliot Spitzer, der wegen dieser Affäre zurückgetreten ist.
Dupré hat zuerst versucht, als Sängerin in New York Karriere zu machen. Als dies scheiterte, ließ sie sich von der Call-girl-Agentur Emperor's Club vermitteln. Wobei, wie die Süddeutsche Zeitung in einem Bericht anmerkt, ihr Honorar mit 1.000 Dollar pro Stunde eher im 'preislichen Mittelfeld' gelegen habe, weil für andere Frauen des Clubs bis zu 4.300 Dollar pro Stunde bezahlt worden seien.
Die Affäre Spitzer-Dupré verursachte in den USA erhebliches Aufsehen. In US-amerikanischen Websiten, wie etwa dem, wiederum von der SZ zitierten, Jeanette's Celebrity Corner wird Spitzer rhetorisch-direkt gefragt, ob es "diese 22-jährige Nutte wirklich wert" gewesen sei, dass er, Spitzer, "Schmerz und die Schande" über seine Familie gebracht habe.
In exemplarischer Weise zeigt Dupré, dass Prominenz, wie immer sie zustande gekommen ist, in Zeiten des Web 2.0 für bestimmte Karrieren entscheidend ist. Neuere Meldungen besagen, dass Dupré eine "plötzliche, steile Karriere" als Sängerin mache. Vordem unbekannte Titel von Dupré sollen sich via Internet inzwischen eine Million Mal verkauft haben. Die Anbieterin des Netzvertriebs wird mit den Worten zitiert: "Noch nie hat ein Song schneller den Höchstpreis erreicht." Der Titel "Move ya Body" kam beim Anbieter Amie Street rasch auf Platz 1 der Hitliste.
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Weblinks
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* Der betreffende WP-Admin hat dann doch schnell reagiert. Es sei ihm, bei allem Dissens in der Sache, dafür gedankt.

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Eine englische WP-Fassung gibt es immerhin! (02.02.2017)

Machtstrukturen in der Wikipedia

[Zu diesem Thema gibt es auch einen Hypothesen-Artikel innerhalb der Wikipedia selbst.]
Also, inzwischen habe ich diesen Artikel zurück bekommen und hierher gestellt. Immer noch bleibt es mir ein Bedürfnis, die Machtstrukturen in der Wikipedia besser zu verstehen. Ich werd schon ganz langsam dahinterkommen, wie diese Maschine tickt.
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(gelöscht) Bitte um "Rückgabe"
Hallo, Synchro -- pardon: syrcro, könnte ich meinen gelöschten Artikel zu "Ashley Alexandra Dupré (gelöscht)" als Kopie bekommen? Ich hab vergessen ihn rechtzeitig zu kopieren und möchte ihn auf meinem Blog erhalten. - Grüße! --Delabarquera 13:13, 26. Apr. 2008 (CEST)
NACHTRAG: Ich hab mir grad gedacht: Ich schreib jetzt erst mal den Namen in der Anrede richtig. Dann hab ich wahrscheinlich eine höhere Chance, einer Antwort gewürdigt zu werden. Mal sehen. --
Delabarquera 09:30, 29. Apr. 2008 (CEST)
Benutzer:Syrcro/Ashley Alexandra Dupré, sag Bescheid, wenn Du's kopiert hast. sугсго 09:50, 29. Apr. 2008 (CEST)
Gleich gemacht. Danke! - --
Delabarquera 10:02, 29. Apr. 2008 (CEST)
So soll es sein.
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Und das setze ich jetzt auch noch dazu. Auf eine entsprechende Anfrage von mir sagt Hans Koberger erst einmal:

Letztlich gehts IMO ums Thema Inklusionismus / Exklusionismus / Deletionismus. Je nachdem in welche Richtung der abarbeitende Admin tendiert, wird ein Artikel behalten oder gelöscht. Das hat zur Folge, dass ähnliche Artikel mal behalten und mal gelöscht werden. --Hans Koberger 18:59, 13. Apr. 2008 (CEST)
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Das trifft's genau auf den Punkt - deshalb wird auch immer wieder in den Löschdiskussionen darauf hingewiesen, dass man nicht innerhalb dieser über eine Behalt- oder Löschentscheidung eines ähnlichen Falls argumentieren soll. In dem Punkt frage ich mich dann, warum es sowas wie Relevanzkriterien und andere Mindeststandards gibt, wenn sie besonders in Grenzfällen mal so oder so ausgelegt werden, aber das ist ein leicht anderes Thema.
Es gibt hier Admins die ihre Entscheidung, egal wie sie entscheiden, sauber und ordentlich begründen, aber oft reicht es eben nur für ein "erledigt"/"gelöscht"/"behalten". Schade. --87.168.47.254 13:49, 14. Apr. 2008 (CEST)
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[Meine weiteren Fragen und Anmerkungen:]
  • Welcher Administrator ist für welche Themen / Themengruppen zuständig? Oder kann jeder Admin alles löschen bzw. die Löschung ablehnen?
    [...]
  • Natürlich habe ich schon Admin-Wahlen gesehen. Was da aber bei mir hängengeblieben ist, ist der Verdacht auf Seilschaften und Kölner Klüngel. Man kennt sich und dann: "He Martin [Name vollkommen zufällig], willst du dich nicht zur Wahl stellen?" - "Danke für die Anfrage. Ja, wenn ich gerufen werde..." Also, wo sind die Wahlen mal durchsichtig gemacht?
  • Wie waren die Verbindungsstrukturen zwischen Vorschlagenden und Vorgeschlagenen?
  • Wieviele WPner haben teilngenommen? Immer: absolut und in % der eingetragenen User.
  • Was ist generell über die internen Strukturen der tonangebenden, "herrschenden" WP-Macher bekannt? [Damit sind nicht nur die sog. Administratoren gemeint.]

Einige Hinweise ergeben sich vor allem aus dem Abschnitt zur meritokratisch-oligarchischen Elmenten in dem bereits oben angeführten WP-Artikel.]

--Delabarquera 12:46, 26. Apr. 2008 (CEST)

Google, Witzischkeit

Es gibt ja den etwas infantilen Witz:

Ein schottischer Adeliger stellt seinen 3jährigen Sohn auf den hohen Kaminsims und sagt: "Spring, mein Sohn!"
Sohn: "Nein, das ist zu hoch!"
Vater: "Spring, ich fang dich doch auf!"
Sohn springt und kracht auf den Boden. Rappelt sich auf und weint.
Vater: "Siehst du, mein Sohn: Traue keinem! Nicht einmal deinem Vater."

Wie ich darauf komme? Nun ja, weil die Fehlermeldung von Google nicht gestimmt hat. Der Beitrag über das Pishing steht ja doch da! Ein bisschen weiter zurück.

blogger.com auf Abwegen

Eigentlich sollte hier ein schöner Eintrag über Pishing-Meldungen bei Google stehen. Aber der Eintrag ist jetzt im Nirwana. Versuch des Hochladens, und alles ist ganz normal. Eine Sekunde später heißt es dann:
Wir konnten Ihre Anforderung leider nicht bearbeiten.
Beachten Sie Folgendes, wenn Sie diesen Fehler dem Blogger-Support oder der Blogger-Hilfegruppe melden:
Beschreiben Sie, was Sie getan haben, als dieser Fehler aufgetreten ist.
Geben Sie den folgenden Fehlercode und zusätzliche Informationen an.
bX-h59pth
Weitere Informationen

blogID: 30777300host: http://www.blogger.compost/
ID: 3444876230259799624uri: /post-edit.do
Anhand dieser Informationen können wir Ihr spezielles Problem ermitteln und beheben! Wir entschuldigen uns für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten.

Google Alerts meet Pishing

Verschickt Google Pishing-Mails? Eher nicht, glaube ich. Wenn das so ist, fragt man sich aber, wie Google sich selbst filtert? Unberbittlich, gnadenlos, ohne Ansehen der Person - will sagen: der Absender- angabe?


Sonntag, 27. April 2008

Abzocke: nachbarschaftpost.com

Eben ein Computerstimmen-Anruf. Ein Nachbar habe eine Nachricht für mich hinterlegt. Codenummer. Stutzig wird man, wenn man, obwohl man gerade angerufen worden ist, seine Telefonnummer angeben soll. Also erst mal nachgesehen. Und schnell fündig geworden.
Es würde mich ja zu sehr interessieren, wer da - Name, Nationalität und Geburtsdatum genügt -- da mal wieder dahintersteckt.
April 24. 2008
Langsam gehen mit diese Leute echt auf den Keks! Tagsüber klingelt das Telefon und eine Computerstimme teilte meiner Frau mit, dass ein Nachbar eine wichtige Nachricht auf
hinterlassen hätte. Dazu gibt es noch eine Codenummer mit der man die persönliche Nachricht abrufen kann. Das ganze (der Domainname "nachbarschaftspost.com" und die Codenummer) wird noch ein paar mal wiederholt und das war es dann.Zum Glück ist meine Frau pfiffig und kennt meine Blogbeiträge ...Auf der Webseite [...] trifft man dann auch gleich eine "alte Bekannte" wieder. Möchten Sie mal vergleichen?
NACHTRAG: Genaueres findet man hier!

Samstag, 26. April 2008

Steuerbetrug vs. Cleverness

Ich lese gerade einen Artikel über clevere Anlagenstrategien. Schiffsbeteiligungen seien gut. Wieder kommt mir die Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Cleverness und Steuerbetrug?Dieser ganze Heckmeck um's Geld ist doch was für Leute, die sonst nichts Denken können, oder?
Als ich ein Kind war, wurde die Börse medial im Bayerischen Rundfunk (Hörfunk) in einer langweiligen Viertelstunde abgehandelt, in der -- "bezahlt Brief", "bezahlt Geld" und die Zahlen -- eine Botschaft wie für Ost-Spione vorgelesen wurde. Und heute? Die Volksaktionäre bekommen eine Rundumversorgung mit Tanzschritt-Anleitung. Damit sie immer wissen, wie sie tagesaktuell ums Goldene Kalb tanzen müssen. Und dann jammern die Volksaktionäre über ihre Telekom-Anteile, die nichts mehr wert sind. Warum haben sie von dem Teufelszeug nicht ganz einfach die Finger gelassen?
Irgendwas läuft da falsch.

Wikipedia: Eine Löschdiskussion, exemplarisch

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel zu "Ashley Alexandra Dupré" verfasst und ausgebaut. Den Artikel gibt es nicht mehr. Die sogenannte Löschdiskussion will ich hier, außerhalb der Wikipedia, mal dokumentieren. (Wenn der Link nicht mehr funktioniert, ist diese Diskussion in die Archive gewandert.)

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Ashley Alexandra Dupré (gelöscht)

Keine eigenständige Relevanz, bloß weil ihr Name in der Affaire eines Politikers auftaucht – Wladyslaw [Disk.] 19:59, 6. Apr. 2008 (CEST)

Zum diesem Löschvorschlag: a) Das war der bisher schnellste Löschvorschlag, den ich erlebt habe. Ca. 3 Sekunden nach Online-Stellung. Kann man so schnell überhaupt denken? b) Relevanz ist immer so eine Sache. Die Frau ist, ob man will oder nicht, eine Person des öffentlichen Lebens / der Zeitgeschichte geworden, wie seinerzeit Christine Keeler oder später Monika Lewinsky. Da beißt die Relevanz-Maus kein' Faden ab. c) Die US-WP hat den Artikel jedenfalls. Woll'n wir wieder mal eine deutsche Relevanz-Besserwisserei etablieren? --Delabarquera 20:07, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Natürlich will man. Wenn allerdings wenigstens der Informationsgehalt von en:Ashley Alexandra Dupré vorhanden wäre. So isses aber nur die, welche den Gouverneur gebumst hat. Vergleiche mit Chiara Ohoven hinken, über die wurde weder von Bloomberg, MTV oder der New York Times berichtet. Ich bin mir nicht ganz klar, ob ich die Zweideutigkeit in der Beurteilung des Rolling Stone ('Can we afford you?) richtig interpretiere, lt. Billboard wurde ihr Song 711.334 runtergeladen (zum Vergleich: Madonnas neuer Titel die letzte Woche: 220.000 mal), Billboard ist aber jedenfalls nicht amused. Die zeitweilig gelöschte MySpace-Seite wurde zwischendurchmal gelöscht, existiert aber nun wieder, mit inzwischen 10 Mio. Hits. Vermutlich behalten, sicherlich nicht für diese Leistung, aber der en:Eliot Spitzer prostitution scandal wird uns noch eine Zeit beschäftigen. --Matthiasb 20:26, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Ich finde deine Sprache (und dahinter das Übrige) ein bisschen aus dem Unterschichten-Fernsehen. So, denke ich, sollte man sich in der WP selbst in Löschdiskussionen nicht ausdrücken. Bei dieser Ausdrucksweise ist es für mich nicht mehr möglich anzunehmen, dass jemand ein ernsthafter Diskussionspartner ist. --Delabarquera 20:32, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Ich habe lediglich zitiert. --Matthiasb 20:34, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Da ist man für behalten und dann isses auch wieder nicht recht.
Hmmm, ich frage mich gerade, was die englischsprachige Wikipedia für Relevanzkriterien hat? Muß mich mal reinlesen. Aber ich behaupte mal, sie erfüllt die hier nicht, nicht mal als die Künstlerin, so wie man sie im englischen Wikipedia darstellt. Daher löschen, gerne auch schnell. --Qanat 20:34, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Einmal doch noch eine Überlegung. Macht ja auch Spaß, sich mit Geistesgrößen zu unterhalten. Also,es gibt da doch die schöne Aufstellung unter [Kategorie:Prostituierter]. Wodurch haben die anderen Leute, meist Frauen, da wohl eine höhere Relevanz. Von Keeler und Lewinsky habe ich ja schon -- nur so zum Beispiel -- gesprochen. Wenn mir jemand die Grenzziehung von Rosemarie Nitribitt u. a.zu Miss Dupré überzeugend erklären kann, dann bin ich ja zufrieden. -- Ach, und noch ein Nachtrag: Obszönes als Zitat zu überliefern, lässt die Unterschichten-Ausdruckweise nicht verschwinden. Ein Zitat, hinter dem man sich verstecken kann, findet man immer. --Delabarquera 20:45, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Jetzt hast du den Punkt herausgearbeitet: Es gibt im Prinzip keinen Unterschied zwischen Nitribitt, Keeler, Lewinsly und Dupré. Abgesehen davon, daß Dupré bislang weder ermordet wurde, noch mit einem blauen Kleid vor Kenneth Starr ausgesagt hat, noch von Lewis Morley fotografiert wurde. (Nur für den Fall, daß hier zufällig einer LA auf Ms. Keeler stellen wollte.) Und deswegen muß halt die Relevanz auf andere Weise herausgearbeitet werden, wie ich oben aufgezeigt habe. Wenn du das als Unterschichten-Ausdrucksweise bezeichnet, kann ich dir nicht helfen. --Matthiasb 20:56, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Und genau das ist der Unterschied: die Nitribitt wurde ermordet, es wurden bis jetzt einige Filme und Dokumentationen gedreht, es gibt über sie ein Musical. Es wurde damals gegen einige Berühmtheiten ermittelt: Krupp (Harald von Bohlen und Halbach), Harald Quandt und Gunter Sachs. Miss Dupré darf gerne wiederkommen, wenn sie derart berühmt wurde. Übrigens: es gibt noch nicht mal einen Artikel zu diesem Skandälchen hier auf den deutschen Seiten.
--Qanat 21:00, 6. Apr. 2008 (CEST)
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es gibt imho (zunmindest bislang) keinen einzigen Punkt, der die Erwähnung der sich prostituierenden Dame außerhalb des Artikels des betroffenen US-amerikanischen Politikers plausibel macht - aus dem Grund, dass es ihn auf Grund fehlender sonstiger "Leistungen" nicht geben kann und wird. (ich hoffe, ich habe mich deinem Niveau gemäß ausgedrückt, der du ja Beleidigungen in LDs ganz scharf auf deinen Benutzerseiten geißelst) --FamilienNamenBearbeiter 21:02, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Im Augenblick steht die Dame im Rampenlicht, weil ein amerikanischer Politiker der zweiten Reihe zurücktreten musste. Eine nachhaltige Wirkung wie bei der Nittribit (diverse Dokus, mindestens einen Fernsehfilm), der Keeler (der Skandal kann als Paradebeispiel eines politischen Skandals gelten) oder der Lewinsli (ausgewachsene politische Krise einer Supermacht) ist zumindest noch nicht erkennbar. Kann wiederkommen, wenn eine nachhaltige Wirkung nachweisbar ist.--Kriddl Disk... 21:08, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Ich denke schon, dass die Dame eigenständige Relevanz hat. Dies findet auch die seriöse internationale Presse und nicht nur die US-amerikanische. Die Relevanz geht aber aus diesem Stub bisher nicht hervor. Deshalb in diesem Zustand löschen oder deutlich ausbauen.--Escla ¿! 21:19, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Welche "seriöse internationale Presse"? --Qanat 21:42, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Süddeutsche, Die Welt, Spiegel, New York Times, El País (Spanien). Reicht das als Auswahl?--Escla ¿! 22:05, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Bis auf Spiegel Online ja. --Qanat 22:09, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Ok, dann hier der Artikel zu den Fotos ;-) --Escla ¿! 22:30, 6. Apr. 2008 (CEST)
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In der no: wird wenigstens etwas über ihre Karriere als Bluessängerin berichtet, aber die RKs für Sängerinnen erfüllt sie wohl noch nicht. --89.247.225.33 21:51, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Habe ich weiter oben schon geschrieben. --Qanat 22:09, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Ich sehe die Relevanz eigentlich gegeben und zu bekannten politischen Skandalen sollten Biographien aller wesentlichen Akteure vertreten sein. Unabhaengig von der Revelanz ist der Artikel selbst allerdings kaum in der jetzigen Form brauchbar. Daher behalten und ausbauen--Kmhkmh 22:05, 6. Apr. 2008 (CEST)
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Die Gute könnte fast als Musikerin relevant sein, ein Artikel ist das Vorliegende aber nicht. Code·is·poetry 09:26, 7. Apr. 2008 (CEST)
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@Kriddl: ein amerikanischer Politiker der zweiten Reihe – wie wäre das zu beurteilen, wenn wir, sagen wir, einen absolut vergleichbaren, deutschen Ministerpräsidenten in diesem Skandal verwickelt hätten? --Matthiasb 19:12, 7. Apr. 2008 (CEST)
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Das ist immer noch die deutschsprachige und damit natürlich auch deutschlastige Seite der Wikipedia. Außer dem Riesenrummel, der darum in den USA gemacht wird und der kruzfristig hier aufgegriffen wurde, gibt es keinen Grund einer Frau einen Artikel zu widmen außer man erklärt die USA und ihre Skandale zum Nonplusultra. Was kommt als nächstes? Irgendein südamerikanischer Politiker, der wegen außerehelichem Sex einen Skandal hinlegt? Und das wird dann nur abgelehnt, weil hier weniger spanisch als englisch gesprochen wird? Ich mag diesenn Anglozentrismus nicht, ganz ehrlich. Und in einer deutschsprachigen Enzyklopädie kann man so einen Skandal zwar einen Artikel widmen (erstaunlicherweise hat sich dazu keiner bisher die Mühe gemacht), aber doch nicht der Prostituierten. Das läuft bei mir unter "völlig absurd", damit macht man Wikipedia zur Titten-und-Ficken-Plattform (die ordinäre Ausdrucksweise ist Absicht). Und warum sollten Biographien aller Akteure eines Skandals wichtig sein? Wer schreibt also den Artikel zu Hugh Grants Blasehase Divine Brown, war ja auch ein Skandal?
--Qanat 20:39, 7. Apr. 2008 (CEST)
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Nimm doch einfach den hier. Existiert seit 2006. --Tröte Manha, manha? 09:38, 8. Apr. 2008 (CEST)
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Deutschsprachig muss nicht deutschlastig im negativen Sinne sein, man kann/sollte schon über den Tellerrand hinzuschauen. Was den südamerikanischen Fall betrifft, ich sehe da kein Problem einen ensprechenden Artikel in der Wikipedia zu haben. Das Kriterium sollte die Qualität und Faktizität des Artikels sein und nicht in welchem Land der Vorfall stattfand. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie sachliche Artikel zu Skandalen bzw. Biographien Wikipedia zu einer "Titten-und-Ficken-Plattform" machen. Und warum sind Biographien zu allen wichtigen Beteiligten sinnvoll - natürlich um sich bei Interesse umfassend informieren zu können. Benötigt man unbedingt Artikel zu allen Beteiligten eines Skandals - natürlich nicht, aber das ist dann eine andere Fragestellung. Nämlich anstatt "was darf nicht in wikipedia stehen" geht es dann um "was muss mindestens in Wikipedia stehen", bei einer Löschdiskussion geht es aber um das Erste.--Kmhkmh 01:34, 8. Apr. 2008 (CEST)
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Wir schreiben hier nicht für DACH, sondern sind der deutschsprachige Teil einer weltweiten Enzyklopädie. Demzufolge wird auch (theoretisch) die Relevanz unabhängig von ihrem Auftreten betrachtet. Und die hier genannt Dame ist Objekt der US-amerikanischen Schizophrenie, dass ein Politiker über ein Sex-Skandälchen stürzt, ein anderer aber ist für den Tod von mehr als 4000 US-Bürgern mitverantwortlich, aber noch immer in Amt und Würden. Aber wie schon gesagt, im derzeitigen Zustand ist der Artikel nix.--Escla ¿! 20:52, 7. Apr. 2008 (CEST)
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Ich sagte bereits: den Skandal kann man gerne aufnehmen, aber keine Lebensgeschichten von Frauen, deren einziger Verdienst im Breitmachen der Beine besteht (schon wieder arg ordinär, ich weiß, aber wie soll ich das höflicher sagen? ). Nehmt den Skandal an sich auf, aber nicht die Frau. Das ist das Pferd von hinten aufzäumen. --Qanat 21:02, 7. Apr. 2008 (CEST)
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Es geht nicht um "Verdienste" oder was du persoenlich als "verdienstvoll" ansiehst sondern um Relevanz. Allerdings stimme ich deinen Vorposter zu, die Relevanz des Lemmas ist zwar gegeben, aber der jetzige Inhalt/Zustand des Artikels enhaelt nichts, was man nicht im Artikel ueber den Skandal direkt unterbringen kann.--Kmhkmh 16:05, 8. Apr. 2008 (CEST)
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EIN VORSCHLAG ZUR GÜTE -- Nachdem ich der bin, der diese Diskussion angestoßen hat, will ich mich noch mal melden. Jetzt ganz ruhig und unerregt. Dazu gehört, erst einmal, dass ich mich bei allen entschuldige, denen ich da oben vielleicht zu nahe getreten bin.

Jetzt zum Eigentlichen. Ein paar Dinge aus dieser Diskussion sind nicht nur WP-intern interessant, aber da eben auch und vielleicht vor allem. Ich versuche mal eine Gliederung meiner Überlegungen:

a) Vorab: Ich könnte mich jetzt hinter dem Standpunkt, ich hätte aus übergeordneten Interessen (dazu gleich) nur den advocatus diaboli spielen wollen und darum recht aggressiv vom Leder gezogen. War aber nicht so. Ich habe mich tatsächlich erst einmal schlichtweg geärgert, dass im Sekundenabstand ein Löschantrag da war. (Ganz ernst, unerregt und unaggressiv: Ich finde es immer gut, wenn eine Nacht zwischen Online-Stellung und Löschantrag steht.)

b) Ich finde, dass die große Chance der WP darin besteht, dass sie breiter angelegt sein darf und muss als, sagen wir, der Buch-Brockhaus seligen Angedenkens. Eben weil sie schnell aktualisiert ist und weil kein Papier verschwendet wird. Aber auch einfach: weil das ein großer Vorteil gegenüber dem gedruckten Buch ist. Das bedeutet: das Relevanzkriterium muss anders gehandhabt werden als bei Papier-Enzyklopädien. Vor allem, so glaube ich, sollte die öffentlich eingeführte Unterscheidung zwischen A-, B- und C-Promis keine Rolle spielen. (In einem Diskussionsbeitrag von mir vom Sonntag, 8.4.2008, der gottseidank einem technischen Fehler zum Opfer gefallen ist -- abgeschickt, aber hier nie aufgetaucht und auch auf meinem PC nicht mehr vorhanden --, habe ich das einmal die Bunte-Illustrierte-Relevanzkriterien genannt.)

c) Was sind dann die Relevanzkriterien? Meiner Meinung nach ausschließlich: eine gewisse, und sei es auch nur vorübergehende öffentliche, will sagen: mediale Präsenz. Am einfachsten, so finde ich, wäre es, eine Google-Hürde festzulegen. Eine Anzahl von Nennungen, die gegeben sein müssen, damit ein Artikel aufgenommen wird. Möglicherweise muss dann noch was dazu kommen, weil beispielsweise "Madame Dubarry" 32.300 mal gefunden wird, "Ashley Alexandra Dupré" aber 1.670.000 mal. Da gibt es gewiss keine absoluten Zahlen, aber hilfreich ist die Sache mit der Google-Hürde schon. (Auf die Dubarry komme ich übrigens, weil ich nach der gesucht habe und über sie auf Dupré gekommen bin.)

d) Ich bin, wie andere, strikt für Internationalität. Einen deutschen Sonderweg, wie auch immer, halte ich nicht für sinnvoll. Dass es spezielle Schwerpunkte für den deutschen Sprachraum gibt, die andernorts nicht so interessieren, ist durchaus in Ordnung. Nur umgekehrt wird kein Schuh draus: Wenn jemand jemanden, der irgendwo in der Welt von hohem Interesse ist, in die deutsche WP stellt, darf das "Interessiert uns in Deutschland (Österreich, der Schweiz) nicht!" nicht zum Ausschluss-Argument werden. Einen solchen Ausschluss meine ich mit einem Sonderweg, der zum Isolationismus führt.

e) Mit den vorausgegangen Punkten eng zusammenhängend die Frage: Wer interessiert in der WP? Diese Frage hängt eng zusammen mit einer anderen: Wozu ist die WP da? Ich glaube nicht, um A- von B-Promis zu unterscheiden. Sondern um Informationen zu liefern, nicht nur was Personen angeht, sondern auch hinsichtlich von Srukturen, in denen Personen eine Rolle spielen. Etwas genauer und am Beispiel: Wenn in drei Jahren jemand eine politikwissenschaftliche Diplomarbeit über Politiker und ihre Sexskandale schreibt, dann soll er meiner Ansicht nach in der WP auch zurückliegende Fälle von C-Prominenten wie Ashley Alexandra Dupré finden können, um dann weiter zu recherchieren. Wer also, explizit oder implizit, mit dem ABC-Promi-Faktor argumentiert, der schließt diese Zielsetzung der WP aus, die ich für so sinnvoll wie unverzichtbar halte.

f) Ich gebe zu, dass ich mich nicht ganz frei machen kann von Vermutungen, dass es in der WP Löschantragskartelle gibt, besetzt mit Leuten, die gerne einfach löschen, weil sie das Gefühl haben, besser als andere zu wissen, was wichtig und nicht wichtig ist. Und gleich dabei, dass auch die WP ohne Machtstrukturen nicht existieren kann. Wobei diese Machtstrukturen dazu verleiten, zu versuchen, "etwas" in der WP zu werden. Damit soll jetzt um Himmels willen nichts Beleidigendes verbunden sein. Es ist -- noch einmal! -- nur eine Vermutung, die sich darauf stützt, dass manchmal innerhalb kürzester Zeit drei Unterstützungen da sind, bei denen mir vollkommen schleierhaft ist, wie unabhängig voneinander drei Menschen auf diese, meist entlegene, Sache kommen können. (Es gibt im Übrigen eine wunderbare Erzählung von Wolfgang Hildesheimer, in dem voller Hochachtung ein Mensch dieses Tpyus vorgestellt wird. Wer diese Geschichte nicht kennt: Die WP hat dieser Person Gottlieb Theodor Pilz einen eigenen, inzwischen wohl unumstrittenen Artikel gewidmet. Unbedingt lesen! Die Geschichte noch mehr als den Artikel.)

g) So, zum Schluss: Ich bekenne jetzt, dass ich einstens auf die WP gekommen bin, weil ich eine Diplomarbeit zum Thema "Auseinandersetzungen in der WP" vergeben und erst einmal selbst Erfahrungen sammeln wollte. Daraus ist eine kleine Passion geworden. Ich liebe das Chaos hier! Und auch die Aggressionen, die gelegentlich emporkochen. So ganz von der Idee einer Arbeit zum Streit in der WP bin ich immer noch nicht weg. Vielleicht mache ich nächstes Jahr selbst was draus. Mal sehen. Das sage ich deshalb: Wenn jemand an dem Thema WP-Aggressionen interssiert ist, bitte ich um eine Mail, wer mag direkt an delabarquera@aol.com. Mein Wunsch wäre dann: Mit Nennung des Klarnamens. Ich schreibe dann auch mit Klarnamen und allen übrigen Kontaktdaten zurück. (Ein Hinweis darauf, dass ich ein großer Verfechter der Klarnamen in der WP bin und dennoch nicht verkenne, dass die WP wohl nicht so groß geworden wäre, wenn dieses Prinzip von Anfang an gegolten hätte.)

Noch was: Ich bin der Meinung, dass man durchaus Stubs produzieren darf, weil wir ja gemeinsam an der WP schreiben. Ich hoffe immer, dass da einer kommt, der mehr weiß als ich, und weiterschreibt. Auch das halte ich für vernünftig.

So, das war's. --Delabarquera 17:08, 8. Apr. 2008 (CEST)
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gelöscht. sугсго.PEDIA 11:16, 13. Apr. 2008 (CEST)
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Dass sie nicht mal im Artikel ihres Verehres - zurecht - namentlich Erwähnung findet, sagt einiges über ihre Wichtigkeit.
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Ok, Ok, Ok. Wie und dass ich nicht als "Verehrer" [nicht. "Verehre", das nur wegen der Sorgfalt] auf den Namen gekommen bin, habe ich oben extrem deutlich gesagt. Natürlich ist schon die Frage, ob und wie gut da vom Administrator gelesen wird. Lassen wir's vorerst bei einem Lächeln. --Delabarquera 13:42, 13. Apr. 2008 (CEST)

Mittwoch, 16. April 2008

Torwand des ZDF

Gesucht. Gefunden hier!
Hier sind die Maße der Torwand:

Breite: 2,70 m
Höhe: 1,83 m

Die Löcher haben einen Durchmesser von 55 cm. Rechtes Loch unten ist 8 cm von der unteren und 20 cm von der rechten Kante entfernt. Linkes Loch oben ist 23,5 cm von der linken und 23,0 cm von der oberen Kante entfernt.

Näheres über die Torwand: Die Torwand ist aus Holz. An der Rückwand ist ein Metallgestell befestigt, damit sie nicht kippen kann. Die Torwand ist auf Rollen, allerdings mit Feststeller, wegen der Stabilität.

Schussentfernung: 7 Meter

Gruß, Redaktion SPORTstudio

Lehrersprüche

Das hat mich doch schon immer mal interessiert: Lehrerzitat heute. Was soll ich sagen? Ich bin enttäuscht. Wenn das der spickmich.de-Durchschnitt ist? (Extra Mitglied werden, um mehr zu lesen, wollte ich dann doch nicht.)
Also nur mal aus meiner Zeit. Da wurde im Schüler-Kabarett der Lehrer R. zitiert, der, damals schon, die Werbesprache analysierte und die Übertreibungen in der Werbung geiselte.
"Ein ganz normales Spülmittel! Und dann heißt es gleich: 'Ein Spritzer ins Becken und die Hausfrau jubelt!"
Schon klar. Ist schwer zu toppen. Es gilt halt auch hier: Das waren noch Zeiten!

Lesarten

eine starke Frau
ein starker Mann
eine starke Brille
eine starke Taschenlampe
ein starkes Verb
die starke Wechselwirkung
eine starke Position
das starke Bier

Der Tod eines Universitätsprofessors

Der hochgeehrte, vielveröffentlichende, österreichische Universitäts- professor alten Schlags ist, 93jährig, gestorben. Bis zu seinem Ende hat er, Geisteswissenschaftler nicht nur dem Worte nach, gedacht, geforscht, geschrieben und sogar veröffentlicht.

"Den Tod begreifen wir nicht. Das ist uns nicht gegeben. Also denken und arbeiten wir bis zum Schluss und denken nicht an den Tod. Ja, man könnte sagen: wir verdrängen den Tod aus Notwendigkeit. Oder noch genauer: weil es sich so gehört."

Hat der Herr Professor das gesagt? Nein.

Hat er je gedacht -- bewusst gedacht? Nein.

Was dann?

Das ist die Devise, nach der er gelebt hat und nach der er gestorben ist.

Ist das eines Universitätsprofessors unwürdig?

Nein, keinesfalls. Im Gegenteil. Es entspricht seiner Würde.

Wäre er ein Künstler gewesen, der Herr Professor, dann -- ja, dann wäre es seiner unwürdig gewesen. Oder besser anders: Er hätte, ohne dies immer wieder bewusst zu denken, kein Künstler sein können.

On the road again ...

Südlich von München, auf der Salzburger Autobahn. Ich bin mit einem wirklichen Kleinwagen, der aber locker 160 fährt, unterwegs, und da gehe ich mit 150 km/h so ungefähr 100 Meter zu früh zum Überholen raus. Ein dunkler Audi mit geschätzten 185 schießt mit Zweimal-Lichthupe heran. Kann sich grad noch derfangen. Nicht dass er den Fuß nicht hätte vom Gas nehmen können, der Audi-Fahrer. Aber wieso sollte er. Ein Kleiwagen hat auf der Audi-BMW-Porsche-Spur doch gar nichts zu suchen! Ich gehe also brav wieder rein und lasse überholen. Dann erst wieder links raus. Eine Juristin war's wahrscheinlich.

Woraus schließe ich das?

Na ja, 800 Meter später wird die Geschwindigkeit verbotsschildmäßig auf 120 runtergeschraubt, und an selbigem Audi flammen die Bremsleuchten auf, und der Audi fährt schlagartig 120. Ich lasse ausrollen und muss zwangsläufig überholen. Dabei ein Blick nach rechts. Frau, ca. 45, wirres Haar, dürres, verbissenes Gesicht. Ich grinse beim langsamen Überholen rüber. Blick zurück von rechts weiterhin: böse, gehetzt und dauer-verärgert.

Letzteres und die schlagartigen 120 lassen mich das mit der Juristin vermuten. Richterin wahrscheinlich sogar. Könnte auch eine Kriminalhauptkommisarin in offizieller Mission sein. Aber nein, eine Kriminalhauptkommisarin würde nicht so verbiestert schauen.

Dann noch: Vor Innsbruck, ich rolle die vorgeschriebenen 100 und lege noch 10 drauf. Ein dunkler Golf kommt rasch näher. Natürlich kommt er aus Deutschland und da aus GT = Gütersloh. Junger Mann. Freude am Fahren. Wahrscheinlich auf dem Weg nach Italien. Was macht der bloß in Italien um diese Zeit? Viellleicht wartet eine Liebste oder ein Liebster und er hat es eilig. Geschenkt.

Keine Rowdys. Beide nicht. Das Stichwort setzte ich wegen Angrenzung drunter. Nein, das ganz normale Fahrvergnügen.

Dienstag, 15. April 2008

Roman Herzog, der Mindestlohn und die Dummheit

Eigentlich schätze ich Roman Herzog, und als seinerzeit seine Ruck-Antrittsrede allenthalben kritisiert wurde, habe ich unter Bekannten für ihn gesprochen. Aber manches ist halt auch nicht zu verstehen. Wie etwa das, was er da der BILD-Zeitung sagt:
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BILD: Aber selbst der nachweislich Jobs vernichtende Mindestlohn bekommt bis tief ins bürgerliche Lager Umfragemehrheiten von bis zu 70 Prozent.

Herzog: Es gibt auch ein Grundrecht auf Dummheit.
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Da gibt es drei ganz unterschiedliche Kritikansätze.
  • Wer so redet, sagt, dass der Andersdenkende und Andersargumentierende dumm ist. Das ist zumindest grob unhöflich.
  • Dies besagt implizit -- was übrigens bei vielen deutschen Argumenten der Fall ist (wie etwa denen gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen): Die anderen, die das haben oder eingeführt haben, sind dumm. Die Franzosen zum Beispiel, die ihren SMIG, den salaire minimum interprofessionnel garanti, seit 1950 haben und es sich kaum anders mehr denken können. Nicht nur bei den Gewerkschaften ist entsprechendes Argumentieren nachzu- lesen.
  • Das wirtschaftliche Argument. Ich kann der Rede gegen den Mindestlohn nichts anderes entnehmen als: Die Wirtschaft ist wie die Natur. "Es hat keinen Sinn, gegen die Naturgesetze vorgehen zu wollen." Nur eben -- Wirtschaftsgesetze sind keine Naturgesetze, sie sind von menschlichen Grundan- nahmen bestimmt, die verändert werden können! Einst war die Annahme, es müsse naturrechtlich Sklaven geben, auch eine akzeptierte Grundannahme. Abgekürzt gesprochen: Wenn ein Arbeiter für 4 Euro 50 die Stunde arbeitet, dann gibt es zwei Argumentationslinien. a) Seine Arbeit ist halt nicht mehr wert, und er soll gefälligst schauen, wo er bleibt und wovon er lebt. b) Die anderen = die Steuerzahler sollen ihm was zuzahlen und damit indirekt den Arbeitgeber, der so wenig zahlt, alimentieren. Das erste ist zynisch und das zweite dumm-sozialistisch.

Sonntag, 13. April 2008

Casio Gebrauchsanleitung - Uhr

Ich will endlich eine Uhr auf Sommerzeit umstellen. Nur wie? Die Casio Telememo 30. Im Netz finde ich rasch einen Schicksals- genossen, der sich verzweifelt gibt. Ich könnte ihm die Antwort geben. Aber dafür extra Mitglied in einer weiteren Newsgroup werden? Also, hier wäre die Antwort. Die Gebrauchsanleitung bei Casio selbst, im pdf-Format. Prima.
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Wenn jetzt noch die Gebrauchsanweisung von einem Menschen mit Sprachgefühl und Sprachkenntnis überarbeitet würde, wäre alles in Butter. Nehmen wir mal ein Beispiel:

"Zeitnehmung", liebe Freunde von Casio, ist kein deutsches Wort. Zeitnehmer und Zeit nehmen steht für eine Messung mit der Stopp-Uhr. Das ist hier aber nicht gemeint. Es geht um Zeiteinstellung, manchmal auch um die angezeigte Zeit. Und so weiter.
Ja, und was die Uhr auch zum Ärgernis macht: die Überfrachtung in Verbindung mit einer nicht-intuitiven Einstellung. Letztere leuchtet sicher den Ingenieuren ein und denen, die Tag um Tag mit diesen Uhren zu tun haben. Aber der normale "Nutzer" kommt dabei ständig in Trudeln.

Schalke und Slomka

Ich bin kein Anhänger von Schalke und habe keine besondere Beziehung zu Mirko Slomka, der da heute "gefeuert" wurde. Vor dieser Tatsache:
Ich glaube (und vielleicht hoffe ich es innerlich wegen dieser Trainer-Entlassung), dass Schalke den Bach runtergeht. Ich glaube ganz sachte, dass Slomka aus einem dauerberauschten Gurken-Verein was halbwegs Ansehnliches gemacht hat. Statt mit diesem Trainer auch durch kleinere Rückschläge hindurchzugehen, wird dieser Club sofort wieder größenwahnsinnig und glaubt, er sei zu noch Größerem berufen.
Wollen wir mal sehen, ob sich Schalke, egal mit welchem Trainer, in der nächsten Saison nicht in den Abstiegsplätzen wiederfindet?
Wie sagte einst eine große Sportreporterin völlig zurecht -- und keiner hat's damals geahnt:
Schalke Null Fünf.

Donnerstag, 10. April 2008

blogger.com-Bearbeitungsfüller

Warum ist manchmal, obwohl man angemeldet ist, der blogger.com-Bearbeitungsfüller rechts unter den eigenen Beiträge nicht da? Geheimnis über Geheimnis, auch in der Blogger-Szene.

Hm, habe ich das nicht mit ein wenig anderen Worten schon einmal gefragt? Anyway...

Mittwoch, 9. April 2008

Todesfall Jeremiah Duggan


Wieso habe ich bis heute, bis zu diesem Netz-Zufallsfund, nie etwas davon in der Zeitung gelesen, im Radio gehört, im Fernsehen gesehen?


[...] Jeremiah hatte in der Nähe von Wiesbaden eine Tagung des 'Schiller-Instituts' besucht und soll sich dann mitten in der Nacht auf einer Schnellstraße vor ein Auto geworfen haben. Die deutschen Behörden haben den Fall trotz einiger Ungereimtheiten schnell als Selbstmord abgehakt und ließen sich weder durch einen Aufruf des renommierten Simon-Wiesenthal-Zentrums (Jeremiah war Jude) noch durch einen Appell von 96 britischen Abgeordneten zu einer Wiederaufnahme bewegen. Genaueres zum Fall Jeremiah Duggan entnehmen Sie bitte der 'taz', der 'Berliner Zeitung', 'Telepolis' oder dem 'Daily Telegraph', diesem Beitrag des Hessischen Rundfunks (von dem ich leider nicht weiß, wann und in welcher Sendung er gelaufen ist) und der Website 'Justice For Jeremiah'."

Da muss man doch einfach einmal genauer hinsehen!

Dieses Zitat entnehme ich dem Blog Coffee and TV. (Dort mit entsprechenden Links.)

Sonntag, 6. April 2008

Kriminellen-Lehrplan

Mathematik und IT in der Praxis. Eine Überlegung für die Überarbeitung der Lehrpläne? Wie schaffe ich es, eine EC-Karte zu knacken? Andere können das schon.

"Die Täter stammen alle aus dem kleinen rumänischen Dorf Bacao. Insgesamt kennt die Polizei Namen von 30 weiteren Tatverdächtigen von dort. 'Langsam haben wir das Gefühl, dass in dem Dorf im Matheunterricht nicht das Einmaleins, sondern das Kopieren von EC-Karten gelehrt wird', so [Ermittler] Halin."

Von Menschen und Haien

"Wenn man alle Panda-Bären der Welt tötet, wird unser gesamtes Ökosystem davon nicht bedroht. Wenn man aber die Haie ausrottet, gefährdet das das Gesamtsystem."

Der australische Tierfilmemacher Rob Stewart im Radio. Aus dem Gedächtnis ztiert. Eine Radiosendung über einen Hai-Film, in dem auch gezeigt wird, wie Hai-Fänger die Tiere an Bord ziehen, ihnen die Flossen abschneiden und sie dann, noch lebend, ins Wasser zurückwerfen.
Man kann einen Test entwickeln: Wer da keinen unmittelbaren Ekel gegenüber Teilen der Menschheit empfindet, muss uns ganz unmittelbar Angst machen.
Der Film: "Sharkwater": [ 1 ] [ 2 ] Gesamtsuche: [ 3 ].

Politische Kommunikation

Alles bildet. Und wirft immer mehr Fragen auf. Also bildet auch und vor allem: das Radiohören.

Bayern 5 Radio. Heute morgen: Über die Landesbank-Abschreibungen und das "Zocken". Über das G8 an den Gymnasien. Dann die Nachrichten.

Bei den Nachrichten: Jetzt kommt heraus, dass damals Bundeskanzler Schröder mit Muammar al-Gaddafi einen Deal gemacht hat: Aus- bildungshilfe für die lybische Polizei gegen Hilfe bei der Befreiung von deutschen Geiseln, der Familie Wallert auf den Philippinen. Alles komplex. Aber Punkt bleibt seltsam in der Kommunikationslandschaft der Politik stehen: Wird da, kaum dass eine Meldung in der Zeitung ist, ein Beamter aus der Schröder-Zeit hellhörig, greift zum Telefon und stellt ein paar Dinge schnell klar. Die dann in der Tagesschau bereit stehen. Dass da nicht Polizisten ihr Gehalt im Urlaub aufgebessert haben, indem sie so eben mal nach Lybien geflogen sind, um da Geld zu verdienen. Und ihre Erholungszeit zu Geld zu machen. Was sicherlich schon an und für sich nicht erlaubt ist. Warum also sind die Kommunikationsstrukturen nicht so? Weil alle erst mal abwarten müssen, was die "Führungsebene" so sagt? Was für eine grässliche Vorstellung um die Freiheit der Bürokraten in den Ministerien und im Bundeskanzleramt!

G8 und Bank. Ach Gott, später vielleicht mal.

Donnerstag, 3. April 2008

Das Web und die deutsche Geschichte


Befremdlich: Ich probiere http://www.deutsche-gesschichte.de/ aus und bekomme das da zu sehen. (Kannn klickend vergrößert werden.) Die Seite hat offenbar keine weiterführenden Links und spielt sich im Wortsinn wie wahnsinnig auf.

Narrenanstalt JURA

Es liest sich wie ein Bericht von einem Drama, das drei Insassen einer Narrenanstalt, geschrieben haben, was Christiane Kohl da in der Süddeutschen* berichtet. Dürfen wir von den Juristen-Vereinigungen verlangen, dass sie Forschungen auf den Weg bringen, ob Juristen besonders durch Durchgeknalltheit gefährdet sind?
Weiter-heiter gefragt: Ist es Zufall, dass das Stück in Sachsen spielt? Könnte es auch, sagen wir: in Hessen spielen? Lassen wir das dahingestellt. "Tollhaus" kommt im Titel des SZ-Artikels vor. Aber das ist ein metaphorisiertes Wort, das die Sache längst nicht mehr trifft.

Die Berichtssituation:

"[...] Am Küchentisch [..] sitzt zitternd eine hübsche junge Frau, während sie über jene Monate im Winter 1992/93 erzählt, als sie zusammen mit einer Handvoll anderer Mädchen in einem illegalen Bordell an der Merseburger Straße in Leipzig zur Prostitution gezwungen wurde: "Es war eine immer wiederkehrende Vergewaltigung", sagt sie."
Merseburger Zaubersprüche der neuen deutschen Art.

"Insgesamt mehr als 30 Ermittlungs- und Prüfverfahren hat die Staatsanwaltschaft schon eröffnet. Freilich ist auch sie nicht von Kritik verschont: Zeugen klagen über rüde Verhörmethoden, Anwälte werfen den Ermittlern vor, sie würden Willkür bei der Akteneinsicht walten lassen und manchen Beschuldigten großzügig Einblick gewähren, anderen hingegen weniger. 'Das ist', sagt ein sächsischer Jurist 'wie ein Stück aus dem Tollhaus.'"
Da ist es, das Tollhaus. Akten außerdem, das ist auch so ein Zauberwort. Waren da nicht nach der Regierungszeit von Helmut Kohl Akten einfach verschwunden? In welcher bananenrepublik leben wir? Oder ist es soweit, dass dieser Vergleich unstatthaft ist und wir die Bananenproduzierenden Staaten um Verzeichung bitten müssen, wenn uns das Wort wieder mal herausrutscht?

"Auch Manuela ist in den letzten Wochen zweimal schon stundenlang von den Staatsanwälten vernommen worden, stets ging es um die Frage, wer der Freier namens Ingo gewesen sein könnte: ein städtischer Immobilien-Manager in Leipzig, ein ehemaliger Richter am Landgericht der Messestadt oder vielleicht doch nur ein unbekannter Geschäftsmann aus Hamburg?"

Was heißt hier 'nur'? Ist so was bei Hamburger Geschäftsleuten üblich und statthaft?

"'Die Kundschaft war zum Teil sehr zahlungskräftig', gab der Zuhälter Micha später zu Protokoll. Auch die Mädchen erinnerten sich im Polizeiverhör an 'Nadelstreifenhosen, Aktenkofferträger, Schlips- typen'. Der Zuhälter hatte vorgesorgt und einen Ordnungshüter in die Geschäfte mit einbezogen. Der führte dem Etablissement eine 15-jährige Ausreißerin zu, mit der er zuvor im Polizeigewahrsam intim geworden war. Raue Sitten, doch im Prozess, der im Januar 1994 stattfand, gab es milde Strafen: Der Polizist bekam eine Bewährungsstrafe, der Zuhälter erhielt vier Jahre, obwohl man ihm in einem Fall sogar Menschenhandel nachweisen konnte. Noch besser erging es den Freiern - sie wurden gar nicht erst ermittelt."
Tja. Stell dir vor es gibt milde Strafen. Und keiner schaut hin.

"'Hello, are you there?', haucht eine katzenhaft samtig klingende Frauenstimme in den Raum - es ist das Handy des Amtsgerichtspräsidenten, das sich meldet. Der Mann sitzt im eleganten Karojackett an seinem Schreibtisch hoch über der Innenstadt von Chemnitz, am Finger trägt er einen stattlichen Brillantring. Einst war er als Leipziger Staatsanwalt federführend für die Ermittlungen gegen die Immobilienhändler gewesen. Dass dabei, wie die Prüfer vom Innenministerium heute feststellen, etwas schiefgegangen sein könnte, weist er von sich. Selbstverständlich, sagt der Gerichtspräsident, habe er die Dinge auch 'nie in eine Richtung gelenkt'."
Selbstverständlich. Basta.
"'Damals habe ich auf einem der Fotos den Richter erkannt', sagt sie, daraufhin seien die Polizisten 'total erschrocken' gewesen. In den heute verfügbaren Akten aber findet sich davon keine Spur: Dem Vernehmungsprotokoll zufolge hatte Manuela vielmehr den LWB-Manager als 'Ingo' identifiziert."
Jaja, die Akten von den Nackten. (Unziemlicher und sinnloser Reim. Fällt einem halt so ein, wenn man sich durch so was hindurchliest.)

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Wir können auch noch die Berichte über den Ex-Richter Gnadenlos Ronald Schill dazunehmen, der jetzt koksend gefilmt wurde. BILD hält uns auf dem Laufenden.

Es passt auch noch die Meldung, die heute auch in der Zeitung steht: Die Verurteilung eines Jura-Professors aus Hannover.

Die Artikel werfen wie nebenbei die Frage auf, wann eigentlich "datenschutzmäßig" ein Gesicht gezeigt, ein Name genannt werden darf. Der Professor jedenfalls ist jedesmal unkenntlich, sein Name nicht zu lesen. Beim Ex-Staatsananwalt ebenso.

Am Besten ist der Herr Professor noch auf einem Bild der BILD zu sehen. Die Augenpartie gerastert sitzt der Mann da, grinsend wie ein Ackermann aus Böhmen. Nein, natürlich: der Schweiz. Weshalb aus der BILD-Zeitung zitiert sei:

"Gute Noten gegen Sex, Doktortitel gegen Bares – so besserte ein Jura-Professor aus Hannover seine Kasse und sein Liebesleben auf. Für Bestechlichkeit in 68 Fällen wandert er nun ins Gefängnis."

Das Narrenhaus maskiert sich. Können Journalisten die Demaskierung ins Werk setzen?
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* Süddeutsche Zeitung, Nr.77, Mittwoch, den 02. April 2008, Seite 3