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Dienstag, 30. September 2008

Hypo Real Estate -- München?

"Gefeierte Tochter stürzte Hypo Real Estate ins Verhängnis" vermeldet der SPIEGEL.
Dass Bänker eben nicht Allseits-Geldexperten sind, zeigt sich in diesen Tagen. Manche sagen gleich: Das seien in der Mehrzahl arrogante Trottel, die rendite- und erfolgsgeil mit dem Geld anderer Leute, ohne eigenes Risiko zocken gehen.
Mag ja sein. Ein Aspekt wird aber kaum gesehen: Jene ver- hängnisvolle Sprachglobalisierung, die sich in solchen Wort-Monstren wie Hypo Real Estate austobt. Die HRE, das ist nicht etwa eine New Yorker Bank, sondern eine Münchener. Geht's denn noch blöder?

Sonntag, 28. September 2008

Rechtschreibung: zusammen gebaut

Eine Erweiterung schöner Beispiele, die zeigen, dass die Rechtschreibreform besonders bei der Getrenntschreibung der als Einheit gesprochenen Wörter einen Hirnriss nach dem anderen produziert.
"Also mit weiblicher Logik den Sensor zusammen gebaut und an der richtigen Stelle eingesetzt. Und siehe da: Es funktioniert!"
Keine Kritik an der Schreiberin dieser Zeilen. Höchstens, dass sie nicht auf ihr Aussprachegefühl, sondern auf eine autoritative Vorgabe von Pseudo-Experten sich verlässt. Wenn man beide Alternativen mal ruhig ausspricht, merkt man doch leicht, dass das zwei paar Stiefel sind: Wir haben das Haus zusammen gebaut. vs. Wir haben das Haus zusammengebaut. Der Sensor lag in Teilen da? Also wurde er zusammengebaut.

Samstag, 27. September 2008

To put Molfsee on the map!

Siehe dazu auch den Nachtrag hier.
Vor 30 Sekunden gefunden:

"Als erste Gemeinde wolle Molfsee bei Kiel (Kreis Rendsburg- Eckernförde) dem Internetportal Fotoaufnahmen auf ihren Straßen verbieten. Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung. Google brauche eine Sondernutzungserlaubnis für die kommerziellen Aufnahmen, so die Rechtsauffassung der Kommune."
Noch einmal: "Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung."
Ich staune. Bin ganz hin und weg. Und dann -- ich bekomme eine Kicheranfall. Echt!
Nehmen wir mal an, Sie stellen ein Model vor den Eiffelturm und fotografieren es da. Als Modeaufnahme, ganz einfach. Aber natürlich: ohne Zweifel eine kommerzielle Sache. Dann müssen Sie die Stadt Paris vorher und nachher um Erlaubnis bitten? Und wahrscheinlich jeden einzelnen Fußgänger, der zufälligerweise mit aufs Bild kommt?
Nun ja, werden Sie sagen: Die Stadt Paris und der Turm, das sind sozusagen Stadtpersönlichkeiten des öffentlichen Interesses. Die müssen das Fotografiertwerden dulden. Aber Molfsee und wahrscheinlich auch noch Kiel, sind sozusagen Privatstädte. Die haben ein Recht auf Schutz ihrer privaten Straßen.
Was mir dazu einfällt?
1. Früher musste man, wenn man irgendeine "Luftbildaufnahme" machen oder gar veröffentlichen wollte, eine hochamtlich-behördliche Erlaubnis einholen. Der Staat bzw. seine gespreizten Diener kontr0llieren halt gerne. Ja, was lieben sie es, dass man sie erst fragen muss, wenn man Luft holt. Und immer war da der Adenauersche Gedanke, die Soffjetunion könne über uns herfallen und dann dank Luftbildern von Fritz-Otto Schulze über gutes Kartenmaterial verfügen. Irgendwann wurde dieses Gebaren einfach lächerlich. Es gab halt Satelliten.
Jetzt möchte man in ähnlicher Weise wieder schützerisch tätig werden. Es ist zum ablachen! Öffentlliche Straßen mit unglaublich originellen Menschen, die sich dank der ständig herumfahrenden Google-Autos jetzt nur noch verschleiert aus dem Haus trauen. Google als Helfer zur Totaleinführung des Islam! *AUFSCHREI* Damit Herr Müller aus Erckenschwieg [nicht zu verwechseln mit 'Erkenschwick', siehe unten!] sich nicht in die Menschen und Straßen in Molfsee verguckt. Es ist noch einmal zum Kichern!
2. Eher kann man schon die geheimen Motive der Gemeinde Molfsee und ihrer gewählten Vertreter verstehen. Wer um alles in der Welt hätte diese Gemeinde je kennengelernt, wenn sie nun nicht datenschützerisch mutig vorgeprescht wäre? Jetzt hat sie es in die Nachrichtenseite von Google geschafft, dank Google-Widerstand. Yeah!
Es erinnert das alles an jene Zeitgenossen, die glauben, sie müssten sich ständig um ihre privaten Bilder sorgen. Denn jeder würde sie sonst jederzeit auf der Straße erkennen und um Autogramme bitten. Jetzt, nachdem Falco und Marylin nicht mehr unter uns sind. Aufgepluster und Wichtigtuerei. Dabei würden manche von ihnen nackt über den Stachus gehen, nur damit einer von ihm Notiz nimmt. Datenschutzgeschrei wegen Ego-Problemen ist das, mehr nicht.
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"Was interessiert die Meinung eines annonymen Bloggers, der noch nicht einmal Erkenschwick fehlerfrei schreiben kann? Das hier gibt den Sachstand besser wieder und da sieht es in der öffentlichen Meinung gar nicht gut aus für das Google-Projekt. --80.142.215.85 20:53, 28. Sep. 2008 (CEST) "
Meine Antwort:
Das hat mir gefallen! Ich erlaube mir anzumerken, natürlich mit einer Verbeugung vor der nicht-anonymen IP und einem großen DANKE. Jetzt weiß ich endlich wie Erken- äh - schwick geschrieben wird. Ich werde auch noch rausfinden, wie diese Stadt sich im Mund ihrer Einwohner und bei den anderen Deutschen ausspricht.
;-)
(Damit ging es mir aber darum, dass man in Ercken schwieg, als die Google-Autos durchfuhren. Aber -- na ja, zu kompliziert das.) Noch ein kleiner Nachtrag am Abend: Eine Google-Liste ist noch kein Argument. Und auch wenn ich flapsig formuliert habe, ein paar Argumente waren bei mir schon zu lesen, die nicht durch eine Suchliste außer Kraft gesetzt werden. Sach ich mal. Nur so. --Delabarquera 10:39, 30. Sep. 2008 (CEST)

Donnerstag, 25. September 2008

Ottoversand-Mädchen, Lagerfeld und Co.

Eine Internet-Werbung mit einem Ottoversand-Mädchen rechts am Bildrand fällt mir auf.
Kurz davor in SPIEGEL-TV DIGITAL ein Bericht über eine Spezialklinik in Kanada. Mager- süchtige Mädchen. Zerfallende Welten. In der ZEIT ein paar Spalten mit Bildern drüber über alternde Modeschöpfer und eine Modeschöpferin. Dem Alter entkommen als Ziel.
Weltwahrnehmungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Wie man so sagt. Natürlich geht es unterschiedlicher. Ein Mann erschlägt seine Schrebergarten-Nachbarn. Ein Schüler erschießt seine Klassenkameraden, einen Lehrer auch. Norbert Blüm beklagt in einem SZ-Kommentar, dass 97 % der globalen Kapital- flüsse aus Spekulationsgeld besteht.* Nun denn, die Banken privatisieren Gewinne und sozialisieren Verluste. Wie man so sagt.
__
* Blüms Beitrag hat ein Zitat verdient: "97 Prozent des Finanzkapitals, das den Erdball umkreist, haben mit Wertschöpfung und realen Gütern nichts mehr zu tun. Es ist Spielgeld, das zum Zocken verwendet wird. Mit den Dollar-Billionen, welche die Erde in sechs Tagen umkreisen, kann das amerikanische Sozialprodukt eines Jahres aufgekauft werden. Das Handelsvolumen der Frankfurter Derivatenbörse Eurex war im Jahr 2006 genau 46-mal größer als das deutsche Bruttoinlandsprodukt desselben Zeitraums. Der Handel mit Zinsderivaten war 1600-mal höher als die Summe aller Investitionen im Inland. " (Süddeutsche Zeitung Nr. 224, Donnerstag, 25. September 2008, Seite 2 .)

Bayern Munich vs. Bremen - 2:5

Hab ich dieses wichtige Ereignis wirklich noch nicht vermerkt? Ich dachte, ich hätte gleich am nächsten Tag. Oder am gleichen Abend noch ...
Also, auch wir waren -- als Gruppe -- beim Klatsche-Spiel der Bayern gegen Bremen. Hätte es nicht ein anderes Spiel sein können? Oder waren wir dran schuld, dass die Bayern mit 2:5 eingegangen sind? Gestern, im Fernsehen, war es doch ganz unterhaltsam...
NACHTRAG: Und dann: Gestern = 27.09.2008 -- die Fortsetzung! Wie anders doch vor einem Jahr an gleicher Stelle.

Dienstag, 23. September 2008

OpenOffice und der Rotwein

Das will ich mal wieder festhalten. Die Korrekturvorschläge von Open- Office 2.4 für das Wort "Rotwein- gläser".
'Wenn sich Herr Übel dieser Tage seine Aktien anschaut, dann weint er in seine Not in seine nun bereitstehenden Notweingläser bis die Brillengläser beschlagen.' So vielleicht...

Montag, 22. September 2008

Google meldet's um Neun...

Warten auf das Google-Handy.
Stern - vor 8 Stunden gefunden
Das erste Google-Handy wird von T-Mobile veröffentlicht.

Sind die Schreiber des Internets denn von allen guten Geistern verlassen? Seit wann wird ein Handy "veröffentlicht"?

Da war doch vor vielen Jahren mal ein HM-Enzensberger-Aufschrei in der Zeit. Er hatte die unsäglichen Produkte junger lyriker gesichtet. So ähnlich geht es mir heute im Internet

"Die Tagesschau meldet's um Neun. // Gefährlich knurrn die Wipfel. // Das wird ein arger Frieden sein. // In Bonn (heute: in Berlin) gibt's einen Gipfel."

So hieß es in einem der Gedichte damals. (Aus dem Gedächtnis zitiert.) Und Enzensberger hat gemeint, dass abgesehen von der falschen Sendezeit und dem holpernden Versmaß fast nichts auszusetzen sei an dem Gedicht. Vielleicht muss man so auch die Sprache des Internets erdulden.

Die Baader-Meinhof-BILD

Geschichte wird zur Anekdote. Wenn die Jahre ins Land gegangen sind, werden alle zur Anekdotenware, auch für BILD. Und egal wie diese Zeitung zu "denen" da stand. Das liest sich dann so:
"Am Donnerstag kommt der wichtigste deutsche Film des Jahres in die Kinos. „Der Baader-Meinhof-Komplex“ von Uli Edel beschäftigt sich mit einem der spannendsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem sinnlosen Terror der „Rote Armee Fraktion“ (RAF)."
Spannend ist die Sache jetzt. Und in Kapitel aufgeteilt.
"Ozapft is!" Und: "Ja so waorns, ja so waorns, die alten RAF-Leit!"

Donnerstag, 18. September 2008

Offener Brief an die Strato-AG


Sehr geehrte Firma Strato!
Nicht dass es Ihr Mitbewerber 1&1 etwa besser machte; aber als Neukunde hatte ich die Hoffnung, dass Sie es besser machen. Aber was sehe ich -- solche Dummbeuteleien! Warum machen Sie es nicht einfach so, dass Sie fair und direkt sagen, was geboten wird und was das pro Jahr wirklich kostet. Nicht mehr und nicht weniger. Jeder "mündige Kunde" wird doch verstehen, dass Sie von irgendwas leben und sogar ein wenig Gewinn machen müssen. So aber fühlt man sich für dumm verkauft. Wem gefällt das schon?

Das Leben der Rechner

Seltsam. Heute morgen, plötzlich, fällt mir zum ersten Mal auf, dass mein XP-Rechner mich mit

"Willkommen!"

begrüßt. Und daneben sind dann die Accounts gelistet. Ich mache also diese Maschine jeden Tag an, und immer erscheint dieses "Will- kommen!" Das ist, als wenn mich der Pförtner im Betrieb jeden Morgen mit diesem Gruß empfängt. Ich würde doch an seinem Geisteszustand zweifeln! Könnte der Rechner nicht einfach sagen: "Hallo! Wie geht's dir heute?" Und im nächsten Betriebssystem werden dann vielleicht verschiedene Nutzer-Typen automatisch erkannt. Ich zum Beispiel fände eine Routine gut, die erkennt, was so läuft und sagt: "Hi! Ein wenig spät, oder?" Und ich sage: "Halt die Klappe, Mann!" Antwort: "Da will man nett sein und dann sowas!" Am nächsten Tag: Eisernes Schweigen! So lange, bis ich endlich nachfrage: "Na, immer noch eingeschnappt?" Das wär doch was.

Montag, 15. September 2008

"Was wäre, wenn doch?"

... Habe ich mal nur so gefragt, als am CERN das Ding, das -- na, Sie wissen schon das, na -- ja, also das Ding mit dem Schwarzen Loch losgelassen wurde. Das war am 10. September 2008, um 11 Uhr 50, wenn ich mich recht erinnere. Anneke Wolf hat die Sache dann um 14:04, am 10. Sep. 2008, an die richtige Stelle geschoben. Und es brach tatsächlich eine ziemliche Diskussion los. Die dann allerdings, wie das bei der WP so ist, auch rasch beerdigt -- ich meine archiviert wurde. Weshalb ich hier einen deutlich sichtbaren Gedenkstein setzen will. Aber erst mal das Problem:
Also ich fände es prima und sehr menschenfreundlich, wenn jemand aus der Riege der Fachleute mal mitteilte, wie sich denn die Mini-Löcher verhalten und dann bemerkbar machen würden, wenn Professor Rössler und nicht Professor Hawking Recht behält. Ist denn das bildliche Denken richtig, dass dann "Seine Winzigkeit", das gegen alle Wahrscheinlichkeiten überlebende Schwarze Mini-Loch, zum Erdmittelpunkt driftet, sich dort Materie einverleibt und wächst und wächst... Wann würden wir denn bemerken, dass Hawking Unrecht hatte? Und wie? Und wann wären wir dann alle perdu? Und in welcher Form ginge das, im Rahmen unserer normalen Wahrneh- mungsmöglichkeiten gesprochen, vor sich? Mit einem großen BLUBB?
Falls jemand weiterlesen möchte, hier müsste es bis auf Weiteres möglich sein. Ach ja, und der letzte Diskussionsbeitrag hat dann Entscheidendes geleistet. Es gibt ein solches Schwarzes Loch nämlich, wurde da mitgeteilt. Man kann es sogar kaufen! Unbedingt lesenswert!

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So, das hier nehme ich mal aus der Wikipedia-Diskussion heraus, weil es doch sehr eindringlich und genau ist:

Zurück zur anfänglichen Frage: Nehmen wir mal an, zwei Protonen treffen sich mit gleicher Energie perfekt frontal, netterweise mit entgegengesetztem Spin, im LHC. Es ensteht, da die Allg.Relativitätstheorie, die Quantenmechanik, die QCD und die QED bei diesem Ereignis nicht mehr hinreichend gute Beschreibungen der Wirklichkeit sind (Hypothese!), tatsächlich ein MiniMonster. Was passiert als nächstes? Nix! Lt. Annahme ruht das MiniMonster (zentraler Volltreffer mit exakt gegenläufigem Impuls), hat die gravitative Masse 2p, einen Durchmesser <

Hier bricht die Darstellung des Kopierten ab, wegen eines geheimnisvollen Sonderzeichens, dass die Software von blogger.com uminterpretiert. Oder ist das schon das Schwarze Loch?
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Freitag, 12. September 2008

DSL

Eben ein Kabel gelegt, auch wenn es WLAN gibt. An die Fritzbox angeklemmt. Es geht doch nichts über ein Kabel! Keine Passwörter und kein Gefummele mehr! Es lebe die Materie!

Leben im Web 2.0: ftp


So ist das Leben: Ich will wieder -- nach zwei Jahren ohne -- eine eigene Homepage aufbauen. Zwei beruflich genutzte Seiten sind immer noch da. Bei 1&1 zahle ich dafür viel zu viel. Bitte um Erklärung der Abbuchungen werden nicht so beantwortet, dass ich irgend etwas entnehmen kann. Ich vermute, es sind wohlklingende, aber inhaltslose Textbausteine. Ich mache also Nägel mit Köpfen. Wechsel zu Strato. Geht ganz schnell am Telefon.

Jetzt beginnen die normalen Probleme. Welches ftp-Programm. Wise ftp von Ipswitch ist ganz schön teuer geworden. Dafür gibt es Diskussionen zuhauf, z. B. hier. Und die Idee, dass auch der Windows-Explorer dienlich sein kann, mit Screenshots. Oder Filezilla. Filezilla hab ich schon mal installiert. Ging auch gut. Als ich aber nicht als Administrator mich verbinden will, taucht eine Meldung auf, die ich nicht sonderlich witzig finde. (Der Screeshot da oben. Wird durch Draufklicken lesbar.) Das klingt wieder nach Rumfummeln. Und dazu habe ich keine Zeit und keine Energie. Mit anderen Worten: keine Lust.
Jetzt stelle ich mal die Frage in meinen beiden zentralen Ratgeber-Organen, Wintotal-Forum und wer-weiss-was.de. Mal sehen, was dabei herauskommt. Gegliedert so: Soll ich ... ?
a) wise ftp kaufen (es ist immer noch das beste ftp-programm)
b) den Windows Explorer nehmen (siehe Screenshot-Site oben)
c) Filezilla doch einrichten (ist vielleicht nicht so schwer)
d) ein anderes Programm verwenden (ja, welches wäre das denn dann wohl)


Donnerstag, 11. September 2008

Lob des Journalisten (als Gattung)

Lob auch der Zeitung, die die Worte des Journalisten zu uns bringt! Als Abendlektüre in der ZEIT eine große Fülle von Gedanken und Informationen.
  • Tiere, die in Zoos getötet werden, weil sie nicht "reinrassig" sind. (Sollte nicht gerade der Begriff der Rasse aus dem Grundgesetz genommen werden? Es gibt gar keine Rassen! Also kann man auch nicht die Benachteiligung einer Rassen verbieten. Aber Tiere sind keine Menschen. Oder sind Menschen doch nur hohe Säugetiere? Wer weiß.)
  • Ein Schwede, Biologe, der gelassen ist und uns gelassen macht.
  • Aly und Wehler sind sich einig in der Ablehnung der 68er und im übrigen spinnefeind.*
  • Ach, und fast hätte ich es vergessen: Die bürgerliche Französin, die vor Jahren ihr obsessives Intimleben in einem Buch ausbreitete und jetzt den gefühlten Hintergrund nachreicht: das Protokoll ihrer Eifersuchtsattacken. Ja, Catherine Millet heißt diese Dame.

Berichte aus dem Menschenzoo eben, und sogar aus dem Tierezoo. Was will man mehr am Abend?

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* Und hat man erst den Anfang vom Faden, dem roten, dann findet man noch andernorts solche Pretiosen: ... Wehler: "Der Aly war ein Edelmarxist und gibt nicht gerne zu, dass er zu den Studenten gehörte, die den Politologen Alexander Schwan, den Mann von Gesine Schwan, im vierten Stock aus dem Fenster hielten und fragten, ob er mal fliegen lernen wolle. Das hat der Bursche alles gut verdrängt." Folgt noch der Hinweis auf Alys letztes großes Buch: "Und sein ,Volksstaat' war ja dann kalter Kaffee."

Mittwoch, 10. September 2008

Das also ist des Googles CERN!

Der Kasus macht mich lachen!

Mal aus dem Kopf niedergeschrieben.

Über das heutige Google-Logo*, das, nicht sonderlich durchsichtig, die Inbetriebnahme des Large Hadron Collider am CERN feiert, komme ich schnell auf die möglichen kleinen Schwarzen Löcher, die vielleicht die Erde verschlingen werden.** Und von dort zu einem der Vertreter dieses Gedankens, Professor Rössler aus Tübingen, und dann auf den Streit zwischen Rössler und der Universität Tübingen und dem Land Baden-Württenberg. Und dann auf einen Satz in einem SPIEGEL-Bericht: "Otto Rössler [...] verschanzte sich hinter der grundgesetzlich garantierten Freiheit von Forschung und Lehre, die er sehr weitgehend interpretiert." Und ich bin wieder bei meiner Sprachempfindlichkeit: weit interpretiert Rössler vielleicht die diese Form der Freiheit, aber nicht weitgehend. Warum das so ist -- die Regel muss ich noch finden. (Wenn Rössler die den Inhalt dieser Freiheit weitgehend interpretierte, dann fehtl da was. Es ginge etwa so: R. legt den Begriffsinhalt weitgehend durch eigene Interpreation, nicht durch eine semantische Analyse fest. So ungefähr.)

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* Weil diese Logos rasch wieder "verlorengehen, halte ich das heutige hier mal fest. Falls jemand was dagegenhat? Bitte bei mir melden. delabarquera[at]aol[punkt]com
** Der CERN einer Komödie nach Dürrenmatt liegt da! Stellen wir uns nur vor, Rössler behält doch recht. So ein kleines Schwarzes Loch -- erst mal ein schwarzeslöchlein sozusagen -- sinkt zum Mittelpunkt der Erde und beginnt die Erde von innen her aufzufressen. Das wird nach fünf Jahren festgestellt. Und die Fachleute vom CERN werden dazu verdonnert, das Ende der der Welt zu berechnen. (Wie würde das Schwarze Loch denn im Frühstadium des Fressens auffallen? Wann werden welche Veränderungen eintreten? Wann wird das Leben in der heutigen Form unmöglich werden? Wann ist vom gesamten Planeten nichts mehr da?)

Dienstag, 9. September 2008

Zahlenmystik

Hier und heute ein kleines Zahlen- rätsel, das für Ihre und meine Zukunft ganz ent- scheidend sein wird. Damit nie- mand sagen kann, ich hätte bei Nostradamus abgeschrieben, hier mal das Bild. Und das Datum dieses Hochladens wird ja auch festgehalten. Nun denn, Sie verstehen das doch auf den ersten Blick, oder? Was, erst auf den zweiten?! Nun denn. Auch nicht schlimm.

Samstag, 6. September 2008

Kleiner Sprachtest

Im Deutschlandfunk heute, Sendung "Tacheless". FDP-Chef Westerwelle erstaunlich souverän und gut.

Das Folgende nichts inhaltlich und auch nicht politisch Kritisches. Nur eine Kleinigkeit für den Sprachempfindlichen:

"Deutschlandradio Kultur: Sie haben eben gesagt, dass die FDP durchaus erfolgreich ist, erfolgreicher als in den 90er Jahren. Aber wenn man sich das liberale Milieu beispielsweise in den Großstädten ansieht, wenn man sieht, wie die Volksparteien verlieren, dann gewinnt doch die FDP nicht so viel, wie sie sich eigentlich versprechen könnte.

Guido Westerwelle: Na ja, wenn wir bei der letzten Kommunalwahl - übrigens auch in den Großstädten - in Bayern das beste Ergebnis nach dem 2. Weltkrieg hatten, also, seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, dann kann man damit schwer unzufrieden sein."

schwer unzufrieden sein kann heißen: 'sehr unzufrieden sein' oder, so wie es natürlich gemeint ist, 'kaum / überhaupt nicht / schwerlich unzufrieden sein'. Wie schätzen Sie diese Stelle ein? Welcher Sprachverstoß liegt vor. Beurteilungsskala: 0 = überhaupt keiner ... 10 = ein extrem schwerer.

Freitag, 5. September 2008

Broders Law

Eine Meldung -- oder vielmehr die darin mitgeteilte politisch-logische Konstruktion, die gestern in der SZ zu finden war, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Also, Evelyn Hecht-Galinski, Tochter von Heinz Galinski, wird von Henryk M. Broder antisemitischer und antizionistischer Behauptungen geziehen. Evelyn Hecht-Galinski schaffte es bis zur einstweiligen Verfügung. Broder darf das nicht mehr behaupten. Broder legt Widerspruch vor einem Kölner Gericht ein. Usw.
Dann aber: "Entscheidend ist", so die SZ, "ein anderer Satz Broders: Dass es Evelyn Hecht-Galinski nicht zustehe, sich den Vorwurf, sie sei eine Antisemitin, zu verbitten, 'weil sonst Antisemiten entscheiden dürften, was Antisemitismus ist, als ob Pädophile entscheiden könnten, was echte Kinderliebe ist.' "
Die SZ nennt das erst einmal "eine moralische Keule der furchtbarsten Art". Nur -- das warum diese Aussage falsch ist, ist damit noch nicht gesagt. Wohlgemerkt: Es geht mir hier nicht darum, wer Recht hat. Es geht darum, dass gesagt wird: "Ein Mitglied der Gruppe A kann nicht darüber urteilen, ob ein Mitglied der Gruppe A, erst selbst oder jemand anders aus der Gruppe A, die zentrale Eigenschaft A* hat -- die zentrale Eigenschaft, die Menschen zu Mitgliedern von A macht.
Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass ich irgendwo in Frankreich einmal auf eine Internet-Seite von boy lovern gestoßen bin, die etwas weinerlich sich gegenseitig vorbeteuerten, wie schön und gut ihre tiefen Gefühle für Knaben seien. Das Sexuelle war sozusagen nur das Ergebnis schöner Gefühle. Wie also?
Wenn man gegen Broder etwas einführen muss, dann das: dass die Sprachgemeinschaft, diese nebelhafte Gesamtrunde, in der Diskussion bestimmt, was antisemitisch ist und was nicht, nicht ein Einzelner. Denn es gilt eben auch: Auch der Philosemit kann nicht bestimmen, wer Antisemit ist. Es muss die Sprachgemeinschaft sein, die frei diskutiert.

Heute peinlich: das SZ-Magazin

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung, Nummer 36 vom 5. September 2008, wird in die Geschichte der journalistischen Peinlichkeiten eingehen. In der Kategorie des Peinlichen ganz und gar unterschiedlich, sollte es doch in einem absoluten Ranking gleich nach den Kujau-Hitler-Tagebüchern des STERN zu stehen kommen.
Worum geht es?
Der Titel klingt unverfänglich: "Das neue Amerika. Ein Modeheft."
Das Titelbild ist alles andere als unverfänglich. Um Copyright-Problemen aus dem Weg zu gehen, hier nur eine Beschreibung:* Vier hochgewachsene, sehr dünne webliche Models in Jeans, barfüßig und natürlich ab Gürtellinie nach oben hin nackt. Die rechten drei voluminös lang-dunkelhaarig, das rechts stehende Mächen kurze, hochgewuschelte Haare, blond. Alle vier Mächen von der Seite aufgenommen, den Blick in die Kamera gewendet. Affektiert posierend, dümmlich wirkende Mode-Hochnäsigkeit zelebrierend. Alle vier: kleine bis sehr kleine Brüste. Mädchen Eins hält sich lässig an der Gürtelschnalle -- nein, keine Gürtel --, an der Gürtelschlaufe von Zwei fest, Zwei steckt die Hand nach hinten aus, in die Gesäßtasche des Rücken-an-Rücken-stehenden Mädchens Drei. Räumliche Trennung zwischen Drei und Vier. Ins Bild, zwischen Mädchen Drei und Vier, geschrieben: "Yes, We can!"
Was können die Vier? Sich die Bluse und den BH ausziehen? Erstaunlich!
Ein Sinnbild einer neuen Vanitas sein? Yes, they can!
Das Innere des Hefts. Die Dümmlich- und Geschmacklosigkeiten sind gar nicht aufzuzählen! Drei Highlights nur: "We (der übliche Herz-Kringel) NY". Eine Journalistin, abgebildet. "Szene-Kennerin Plum Skykes", deren Look Langhaar-auf-Auge an die gute alte Emma Peel erinnert: "Bei uns im Vogue-Büro ..." Dann viele Kästchen, seltsam bebildert. Textprobe: "Der Place to be. Im Restaurant 'The Waverly Inn' essen Liv Tyler, Kate Hudson und die Olsen-Zwillinge. Das 'Mercer' hingegen ist nicht mehr so angesagt, die Modeseszene geht jetzt lieber in die Sushibar '15-East' -- fantastisches Essen!"
Später dann, aber immer noch dieser Artikel aus dem Vogue-Büro, auf Seite 44f., über eine Party der Vogue-Chefin Anna Wintour -- Nachname verpflichtet, möchte man sagen: "Socialities reagieren nervös, wenn sie nicht eingeladen werden!" Sie sind nicht beleidigt oder verschnupft, die Socialities, nein, sie reagieren nervös! Modisch und auch sonst Upperclass eben! Selbst wenn die Vogue-Chefin sie nicht einlädt.
In den nächsten beiden Kästchen kommen sie ebenfalls vor, die Socialities. Was muss das für eine Truppe sein! Und wie sollte man das Wort denn übersetzen? Man versteht es ja auf Anhieb. Wohlwollende Übersetzung: die wichtigen Leute. Weniger wohlwollend: die trendsetterischen Wichtigtuer.**
Die Vogue-Chefin ist übrigens abgebildet. Mit dem kopfgeneigten Lächeln eines späten Mädchens, das sie Princess Diana, Gott hab sie selig, abgeschaut hat. Dazu trägt sie ein langes, silbernes, vielfältig gerüscht-gerafftes Kleid mit voluminöser Kurzschleppe und -- Gipfel des Erstaunlichen! --, über den Knien beginnend und im Schoßbereich endend, zwei missgebildet-eingerollte Steinbock-Hörner an den Seiten. Symbole des sich zurückziehend Phallischen wahrscheinlich, mit Gedanken an die in der NY-Szene vormals sicherlich schwer angesagte Doppelpenetration, die aber inzwischen eben schon wieder out ist. (Gab es da nicht mal ein Buch mit dem Titel "Suche impotenten Mann fürs Leben"? In diesem Sinne.)
Haben wir damit den Gipfel der Geschmacklosigkeit erreicht? I wo! Es gibt noch die vier Titelmädchen, denen wir auf S. 70 wieder begegnen, jetzt frontal zu sehen und natürlich nackt bis auf die Männerunterhosen der stilbildenden Firmen Calvin Klein und Konsorten.
Und jetzt aber, drittens! "Rühmen, das ist's!" Da wollen wir mal kräftig Wind machen! Damit derlei journalistische Glanzleistung nicht in Vergessenheit gerät.
Fett gedruckte Bibelzitate garniert mit Modemarken-Angaben. Gipfel der Geschmacklosigkeit: Zwei Models in dunklen Kirchenbänken. "Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch! (1. Brief des Petrus, Kapitel 5,7"). Gemeint ist damit wahrscheinlich die Legitimität des Reichtums der Socialities, hergeleitet aus der Bibel. Darunter: "Top mit Voland und Rock von Prada" Und dann, Achtung! "Rosenkranz von Lulu Frost".
Dass eine Seite später ein Mädchen als Schein-Tote in Blumen und vor einem Altar mit Kreuz und Kerzen aufgebahrt ist, von den Füßen her aufgenommen, "Kleid von Dior, Seidenblumen von Dulken & Derrick", kann einen da, japsend wie man so dasitzt, schon nicht mehr wirklich erschüttern.
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* Wer sich das Bild dann auch noch ansehen will, kann das bis auf Weiteres hier tun. Dort auch einige andere Bilder aus dem Heft.
** Ein Querverweis auf einer Website, auf der ich nachschlage, führt zu einem Britannica-Artikel Social Insect. Das wäre eine prima Übersetzung für Socialities: 'soziale In-Sekten'.

Mittwoch, 3. September 2008

Weil alles erneut sich begibt

Endlich im Netz gefunden. Lange gesucht. Lange her, dass ich das Gedicht in der Schule mal auswendig gelernt habe. In einer Zeit, als in den Lesebüchern noch Bergengruens Gedichte standen.
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Werner Bergengruen

Weil alles erneut sich begibt

Aus dem Dunkel, das lind dich umschließt,
aus dem Naß, das dich nährend umfließt,
mach dich auf, tritt hinaus aus dem Schoß.
Dann das Licht ist so süß und so groß.

Wenn die Wölbung des Schlafes zerbricht,
tritt hinaus in das östliche Licht,
in den Tau, der die Sohlen dir kühlt,
in die Luft, die so blau dicht umspült.

Und du fühlst, wie der Atem beglückt.
Die Wiese ist rötlich geschmückt.
Und ein silberner Mittag beglänzt
den Hang, der mit Reife sich kränzt.

Doch bevor noch ein Strahl dich versengt,
hat kühl sich der Schatten verlängt,
und grünlich verfärbt sich der West,
da der Tag seine Gäste entlässt.

Was dich schreckte und scheuchte, vergiss.
Denn die Erde ist treu und gewiß.
Und du weißt dich vom Dunkel geliebt,
weil alles erneut sich begibt.

Und so trittst du vertrauend hinein
in die Nacht, in den Tod, in den Stein.
In den Sand, in den Schiefer, den Ton,
in den Wein, in das Öl, in den Mohn.

Google Chrome - Anonym surfen

Es gibt jetzt Google Chrome. Beta. So ist es überall zu lesen. Ich habe der Versuchung wider- standen, es gleich zu installieren. Aber was anderes. Man kann damit anonym surfen. Solcherlei bieten ja allerlei Dienste und Programme an. Ich finde das immer eine prima Idee. Fände! Wenn ich da nicht irgendwo anders die Meldung lesen würde, dass sich Kinderpornographen, organisierte Kriminelle und Terroristen im Netz zusammenfinden. Wie soll ich jetzt zum Anonymen stehen? Vielleicht: Na ja, das BKA und die untergeordneten Stellen hebeln, wenn notwendig, das Anonyme schon aus. Oder: Das mit den Kinderpornographen usw. ist ein Preis der Freiheit. Den muss man bezahlen. Da kann man nichts machen. Oder noch was anderes? Es bleibt ein mulmiges Gefühl.

Frau Mustermann, Rechtsanwaltsgattin

Ich habe vergessen eine Rechnung zu bezahlen. Ich dachte es würde abgebucht. Da kam denn auch schon Post vom Rechtsanwalt. Irgendwas vor der Pfändung. Ich rufe also beim Rechtsanwalt Mustermann an, nach Vornamen ein Mann. Eine harte Frauenstimme, die mir mit langsamen - abgehackten Sätzen erklärt, was ich zu tun habe. "Sie - überweisen - auf das - Konto, das - rechts unten - angegeben ist." Ich versuche nicht zu lachen. Am Schluss frage ich, halbwegs elaboriert: "Dürfte ich Sie freundlicherweise bitten, mir noch einmal Ihren Namen zu nennen? Ich habe vorhin nicht aufgepasst." Die Antwort kommt im gleichen Sprechstil: "Ich - bin - Frau - Mustermann."
Meine Überlegung: Bezahlen vielleicht in 99 Prozent der Fälle die Leute die Rechnungen nicht, mit denen die Frau so sprechen muss, um sich verständlich zu machen? Und dann natürlich gleich anschließend der bange Gedanke: Jesses, in welche Gesellschaft komme ich, wenn ich mich mal bis an die Grenze mahnen lasse?!

Montag, 1. September 2008

Werbung im Internet

Hat eigentlich schon mal jemand die Frage untersucht, in welchem Umfang ungefragt eingeblendete Pop-ups das Image einer Firma ruinieren? Der Firme, die doch eigentlich für sich werben will? Als ich gerade den Browser besichtige, stehen unter der Oberfläche drei dieser Einblendungen, die ich schnell wegklicke. Das Bild der Firma Quelle bleibt im Gedächtnis. Nie -- wirklich niemals werde ich etwas bei Quelle bestellen!