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Dienstag, 30. Dezember 2008

Marta "die Einzige"

Das auch noch. Unbeding! 

Lion Feuchtwangers München-Roman

"Ich war seine Heimat", sagt Marta Feuchtwanger von ihrem Mann, "mich konnte er mit sich nehmen". Sie war ihm, schuf ihm und bewahrte ihm ein Zuhause, wo immer er hinging und hinfloh. So wurde Marta Feuchtwanger, die er 1912 geheiratet hatte, trotz etlicher Nebenfrauen zur "Einzigen", zu der er immer wieder zurückkehrte.

Dazu auch noch eine Lesung von Percy Adlon. Vorgestellt von?

Lotto -- nicht mehr im Netz

Ja, ich habe manchmal -- wirklich eher selten -- Lotto im Netz gespielt. Lotto24.de oder so. Nun aber:
Spielteilnehmer, die bisher ihre Kreuze online gemacht haben, können den Angaben zufolge ihren Lottotipp in den bundesweit rund 23.700 Annahmestellen abgeben. Zudem könnten in den meisten Bundesländern die Spielteilnehmer weiterhin von Zuhause aus per Dauerspielauftrag das Spielangebot nutzen. Voraussetzung dafür sei ein einmaliger Auftrag in einer der Lotto-Annahmestellen. 

Na ja, dauernd spielen will ich nun auch wieder nicht. So süchtig bin ich nicht.

Montag, 29. Dezember 2008

Eine Kritik quantitativer Bestimmungen von 'Wissen'

Dass 'Wissen' zumindest in zwei grundsätzlich unterschiedenen Kategorien auftritt, hat Nassim Nicholas Taleb gezeigt. Taleb geht davon aus, dass das Wissen von Mediokristan und das von Extremistan -- zwei Modell-Länder, die Taleb zum Zweck der Veranschaulichung geschaffen hat -- sich dadurch unterscheidet, dass es eine Form von Wissen gibt, das quantifizierbar wächst (Mediokristan), während das andere Wissen kategorial herausragende und in diesem Sinn extreme 'Daten' enthalten kann (Extremistan). Die Aufstellung einer eine neue Form von Daten ermöglichenden Theorie wäre dem zufolge eine andere Art Wissen, als das Wissen um die Daten, die von der Theorie generiert werden.
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Nassim Nicholas Taleb, The Black Swan. New York 2007. Dt. Ausg.: ''Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse.'' München 2008. (Dt. Ausg. S. 55, 64 und passim).

Sonntag, 28. Dezember 2008

Geschäftsidee 3: IPod - negative emotions

Mixed Emotions zuerst, dann Denken, dann -- Ablehnung. Die Rede ist von Apples IPod, 8 GB, den mein Sohn, 12, zu Weihnachten wollte und bekommen hat. Zwangsweise habe ich mich wieder einmal mit ITunes usw. beschäftigt.

Vorab: Natürlich habe ich, wie so viele, Sympathien mit den Apple-Leuten. Halte sie auch in einem gewissen Umfang für geschäftlich genial. Wer kann schon sagen, dass er neben der Windows-Welt ein proprietäres -- nein, nicht Format, sondern Logo etablieren kann? Aber man kann es natürlich auch übertreiben mit der Genialität.

Zuerst einmal: Mein Sohn hätte beinahe seine gesamten Ersparnisse für Downloads von Liedern eingesetzt. Das erinnert an die geniale Marketingstrategie von Rauschgift-Dealern. Erst einmal kostenlos ein paar Proben. Und wenn sich dann die Sucht eingenistet hat, kostet das täglich und immer wieder. Ist so was legal. Im Kapitalismus natürlich schon.

Dann habe ich mir das Konzept von ITunes angesehen. Das soll was sein? Intuitiv vielleicht gar? Dass ich nicht lache!

Intuitiv wäre das Folgende: Es gibt
  • die eigene Festplatte
  • den angeschlossenen Player
Die Festplatte ist die Tankstelle, der Player das Auto. Sozusagen. Ich kann Alben und Einzeltitel auf den Player speichern und da auch löschen. Ganz einfach, indem ich kennzeichne, in Block setze, und sage, was ich tun will. Ja, wer angefixt ist, wird sagen: Genau so geht es doch! Aber eben nur für den Jünger der Firma Apple. Für die anderen: ein heilloes Getue mit Playlists und anderem Kram. Diese Listen wären schön, aber doch nur als Hilfsmittel! Wir haben es jedenfalls geschafft, die Titel drei Mal wieder vom Player zu löschen, ohne dass wir das wollten.

Aber noch einmal: das proprietäre Süchtig-Mach-Marketing, das sich da auftut, gehört verboten.

Samstag, 27. Dezember 2008

Pilot, betrunken

Manchmal macht es doch Spaß (!), Blogs zu lesen und Neues zu ent- decken. Zum Beispiel das mit dem betrunkenen Piloten, der zwar für die Inder flog, aber doch US-Amerikaner war.

Berichterstattung: das Naheliegende

In der Nähe von Oberau, Strecke Garmisch - München, sind zwei junge Männer kurz vor Heiligabend auf der Straße bei einem Unfall gestorben. Das übliche Herumgedruckse, was der Grund des unerklärlichen Unfalls gewesen sein könnte. 
Warum schließen die Zeitungen nicht das Naheliegende aus -- oder vermuten es einfac. Ich vermute es jedenfalls. Wird das Ergebnis der Untersuchungen noch medial nachgeliefert oder nicht?
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Mein Kommentar: "Ich vermute -- trotz aller Tragik des Geschehens --, dass der junge Fahrer sich ver- und überschätzt hat und überholen wollte. Wenn das nicht der Fall ist, hätten die bisherigen Berichte das ruhig ausschließen sollen."

E-Mail an Microsoft in .de

Hier also das vorläufige Ergebnis. Man hätte es sich ja denken können, dass MS mit .de nichts zu tun haben will. Ich versuche es jetzt, am Ende des Tages, mal mit .com. 

Freitag, 26. Dezember 2008

Microfsoft-Support -- zum Schreien!

Ich möchte die Firma Microsoft Folgendes fragen: Ich musste, nachdem die Festplatte eines HP Notebooks kaputtgegangen war, Windows XP neu, auf die neue Festplatte, installieren. Die Sache -- wir haben 3 PC laufen -- habe ich ein paar Wochen liegengelassen. Jetzt komme ich dazu. Die Weihnachtstage eben. Was ich vorfinde: Das Notebook. Die Original-XP-CD. Aber kein Product-Key, wie der so heißt, weit und breit. Der liegt irgendwo in Kisten nach einem Umzug. 
Fragen wollte ich also schlicht: Was soll ich tun? Bekomme ich, wenn ich die originale CD schicke, einen neuen Key? 
Jetzt versuchen Sie mal mit Microsoft Deutschland Kontakt aufzunehmen! Sie klicken sich durch einen Wahnsinnswust von Untermenues, erfahren zwischendurch irgendwo, dass ein Support-Anruf 72 (!) Euro an Grundgebühr kostet und dann 14 Cent pro Minute. Und wenn Sie dann eine E-Mail schreiben wollen, steht da ein Vertrag davor! Ein Vertrag, damit ich eine E-Mail schreiben darf! ES IST ZUM SCHREIEN! Kann ein solch reiches Unternehmen nicht ein paar Jobs schaffen, damit man an info@microsoft.de eine Mail schreiben kann, und die Mail wird dann von einem der Mitarbeiter dem Zuständigen zugeschickt. Ist das zuviel verlang?!

Mal sehen, was passiert, wenn ich es mit dieser Adresse da oben versuche!
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Ich trage nach: Meine kleine Tochter, 9, hat sich 5 Euro verdient -- von mir spontan als Belohnung ausgelobt. Sie hat entdeckt, dass auf dem Boden des Notebooks ein Aufkleber mit dem Key war. Und die Zeichenabfolge hat gestimmt.  Was noch nicht sagt, dass die Microsoft-Strategie nicht die Grenze zum --GESTRICHEN-- überschritten hat. 

Stil der Foren

Ich weiß, man kann sich der Sprachveränderung nicht in den Weg stellen. Dennoch zieht es mir die Zehennägel hoch, wenn ich den anbiedernden Stil der Foren lese, dem die scheinlockere Abkürzung + Pseudolockerheit ohne Komma-Setzung alles ist. Und auch wenn das Volk über mich herfällt, mit dem gängigen Wir-sind-das-Foren-Volk-Lebensgefühl, ich fühl mich elend, wenn ich so was lese: 
Hallo,
ich bin am verzweifeln. Ich hab mir vor ner Woche nen IBM X30 gekauft. Nen Subnotebook ohne CD-Rom/Disketten-LW. Hab mir gedacht, wenn ich nen LW brauche dann nur um nen OS zu installieren, und nen USB Stick hab ich ja auch noch...

Dienstag, 23. Dezember 2008

Frequenzen-Tabelle für das Radio

Manchmal ist der Alltag zum Haareraufen. Da gibt es offenbar bei dem Unternehmen Kabel Deutschland keine Frequenzen-Tabelle für das Radio. Ich habe eine neue Stereoanlage, will nachschauen -- nichts.

Die Privatinitiative ist gefragt. Eine Familie aus Freising liefert die Rohdaten. (Das ist erst mal rüberkopiert. Wenn ich die Münchener Werte gesammelt habe, ändere ich für München.)

 BR 2 OBB  87,50 MHz
 Ö 1  87,80 MHz
 Ö 2  88,20 MHz
 Ö 3  88,75 MHz
 ERF  89,20 MHz
 Radio Horeb  89,60 MHz
 2255 Gewinnradio  90,25 MHz
 Bayern 5  90,55 MHz
 Bayern 4  91,00 MHz
 Bayern 1 München  91,65 MHz
 Bayern 2 München  92,20 MHz
 Bayern 3  92,50 MHz
 Bayern 1 OBB  92,95 MHz
 FM 4  93,60 MHz
 Top FM 106,4  94,60 MHz
 M 94,5  94,90 MHz
 Hitwelle Freising  95,25 MHz
 Radio Galaxy  95,75 MHz
 Radio 2 day  96,20 MHz
 Feierwerk / Lora / Horeb  96,75 MHz
 Energy München  97,05 MHz



 Charivari München  97.80 MHz
 Gong 96,3 München  98,35 MHz
 Radio Arabella  98,75 MHz
 Rock Antenne  99,60 MHz
 Antenne Bayern  99,90 MHz
 Radio Melodie  100,55 MHz
 Deutschlandfunk  101,40 MHz
 DEF JAY  101,85 MHz
 SWR 3  102,15 MHz
 SWR 2  102,75 MHz
 SWR 1  103,45 MHz
 Deutschlandradio Kultur  103,85 MHz
 RTL Radio  104,45 MHz
 Radio Deluxe  105,15 MHz
 Fantasy Bayern  106,25 MHz
 JAM FM  106,65 MHz
 sunshine live  107,30 MHz
 Klassik Radio  107,60 MHz

Jetzt muss ich das aber noch für München anpassen. Ganz übertragbar ist die Tabelle nämlich nicht. Die Deutschland-Kabler schreien derweil auf ihrer Homepage weiter herum, um neue Kunden einzufangen.

Der Bye-bye-Bush-Schuh

Ich habe keinen Anlass, George W. Bush zu verteidigen. (Wiewohl ich die medialen und individuellen Unisono-Negativ-Statements für eine wohlfeile, heißt: arg billige Allgemein-Selbststilisierung in political correctness halte.) Aber die Hysterie, die um den Schuhwerfer von Bagdad ausgebrochen ist, hat schon was leicht Dämliches an sich. Wie da die Völker der Hilflosen sich in einen symbolischen Triumph hineinsteigern, das kommt mir ziemlich lächerlich vor. 
Semiotisch noch gesehen: Im Deutschen gibt es ja das schöne Wort, dass der, der mit dem Finger auf andere zeigt, mit drei Fingern auf sich selbst zeigt. In Abwandlung auf den vorliegenden Fall: Wer einen Schuh -- arabisches Verachtungszeichen; seltsam genug! -- auf einen anderen wirft, der hat den Schuh und den Schmutz, der an demselben haftet, erst einmal selbst in der Hand. Und wenn wir bedenken, dass das Arabische das, was den Schutz der Füße ausmacht, verachtet, dann fragen wir uns doch wohl auch: Hat der gute Schuh das verdient?! Wäre es nicht besser, ihn zu achten? Sollten die Araber und die Türken nicht vielleicht einmal generell darüber nachdenken, was sie besser nicht verachten sollten?

Sklaven - damals und heute

Das ist ein historisches Forschungsprojekt, das es wert ist, gefördert zu werden: Der Begriff des 'Sklaven' in Ideologie und Praxis.
"Pro Woche ein Todesfall
Rund 200.000 ausländische Haushaltskräfte arbeiten derzeit im Libanon: Wegen ihres rechtlichen und sozialen Status werden sie von ihren Arbeitgebern meist wie Sklavinnen behandelt
Beirut - Ein äthiopisches Hausmädchen liegt schwer verletzt in einem städtischen Krankenhaus, nachdem sie vom 12. Stockwerk eines Beiruter Hochhauses gestürzt war. Sie behauptet, ihre libanesische Arbeitgeberin hätte sie von der Brüstung gestoßen."
Wo bleiben da die Eingriffe der UNO? Wo sind die Menschen- rechtsorganisationen?

Sonntag, 21. Dezember 2008

Ein Weihbischof und seine materiellen Wünsche

Ein Moderatoren-Wunsch im Radio: dass ein Weihbischof seine materiellen Wünsche für Weihnachten äußert. Ein neues Auto vielleicht? Sehr betont: es geht um das Materielle. 
Und der Bischof antwortet – völlig ideell! Bei den Franziskanern, da habe er sich wohlgefühlt, Predigt. »Wenn das stimmt, dass er Mensch geworden ist... Wenn das stimmt...!« Will er auf eine solche nicht antworten? Hat er sie falsch verstanden? Der Moderator setzt nicht nach.

Alexander Kluge. Nachrichten aus der ideologischen Antike

Ich habe den Schwingschleifer beiseite gelegt, um ein paar Bemerkungen zu Alexander Kluge festzuhalten. Weil gerade eine Sendung in Bayern 2 läuft. Erst einmal -- Frage: Wie kann es Kluge gelingen, bei Privatsendern solche Dinge wie DCTP unterzubringen? Antwort: Weil er zu den Verantwortlichen hingeht, sich keinesfalls abwimmeln lässt, und die Verantwortlichen wollen nur eines -- Kluge wieder aus der Tür gehen sehen. Sie halten seine regelstmäßig mit dem zustimmungsheischenden "... Ja?!" hingeschütteten, so zart behauchten Reden einfach nicht mehr aus. Und also sagen sie schnell: "Ja, in Ordnung! Prima!" Und verweisen auf den nächsten Termin.
Jetzt mal im Ernst: Ich kann tatsächlich Kluges Zustimmungs- heischegequasselrhetorik ganz schlecht aushalten. Aber auf der anderen Seite zwinge ich mich hin und wieder auf die Inhalte zu hören. Und die sind prima! Durchdacht. Tief. Belesen meistens auch noch. Also komme ich darauf, mich zu fragen, warum ich so oberflächlich bin, dass ich nur auf das Äußere höre und nicht auf das, was dahintersteckt. Es ist mein Problem. Ich weiß, und ich gebe es zu.
Ah ja, da war eine Sendung von Roderich Fabian im Radio, über die neue Suhrkamp Filmreihe, die wohl mit Kluge aufmacht. Mal drauf achten, auf diese Reihe. Die Sendung selbst finde ich im Netz so schnell nicht. Ist ja aber auch nicht wo wichtig.
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P. S. Auch das wird bei Kluge klar: Den Marxismus kann man nur aushalten, wenn man ihn in bürgerliche Salonrhetorik transformiert und ihn keinesfalls so ernst nimmt, dass man Gewehre kauft und die Revolution ausruft. Mit Revolution lebt es sich ganz schlecht. Aber mit einer milden, feuilletonisierten Liebe zu den sowjetischen Dingen, den guten natürlich, zu Eisenstein beispielsweise, da lässt es sich im Kapitalismus, vor allem in den Zeiten der Finanzkrise, prima aushalten.

Kriminalität und Sprache der Berichterstattung

Natürlich ist es eine professionelle Deformation, wenn einem am Inhalt der Meldung vorbei auffällt, dass es zwar 'das organisierte Verbrechen' als Formel gibt -- als Gegensatz zum Individual- verbrechen sozuagen --, dass man aber eine Einzeltat nicht als 'organisiertes Verbrechen' bezeichnen kann. Solche schmalen Blicke auf die Welt sind aber wahrscheinlich der Ursprung der Wissenschaft und des technischen Fortschritts.
"Seine 53-jährige Ehefrau war erschossen worden. Zahlreiche Spuren wurden am Tatort sichergestellt, die jedoch bisher keinen Erfolg brachten. Auch die Tatwaffen wurden nicht gefunden. Die Polizei geht von Raubmord aus, schließt aber auch ein organisiertes Verbrechen nicht aus."

Google again and again

To be further explained and posted in the fare future.

Understanding Google - The Meaning of Google
"Googol" is the mathematical term for a 1 followed by 100 zeros. The term was coined by Milton Sirotta, nephew of American mathematician Edward Kasner, and was popularized in the book, "Mathematics and the Imagination" by Kasner and James Newman. Google's play on the term reflects the company's mission to organize the immense amount of information available on the web.

Was die Welt bewegt (Subjektiver Bericht)

Zeitunslektüre am Morgen des 4. Advent. Ich gewinne nach der Lektüre das Gefühl, dass es da eine geheime Botschaft gibt. Aber -- schweigen wir von was anderem. Drei Artikel nur, langsam gelesen. Wieder einmal das Gefühl, dass das Wesentliche seltsamerweise im Feuilleton der SZ abgehandelt wird. 

Aber zuerst doch der Wirtschaftsteil:
"Wer in den vergangenen Monaten mit führenden Managern des Konzerns [Hypo Real Estate] sprach, bekam den Eindruck, alle seien mit schuld an dem Beinahe-Kollaps gewesen - alle, nur nicht sie selbst. Abschreibungen? Schuld der Marktentwicklung. Beinahe-Kollaps? Wäre ohne Lehman-Insolvenz und sich verschärfender Finanzkrise so wohl nicht gekommen. Für jede Katastrophe gab es eine neue Erklärung. Seltsam: Ein Konzern steht am Abgrund, muss mit Milliarden gerettet werden - und keiner ist da, der sich verantwortlich fühlt."
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Thomas Fromm: Die Schuld der anderen. Bei der Hypo Real Estate beginnt die Suche nach den Verantwortlichen. SZ 20.12.2008, S. 23.

Dann: Jürgen Habermas entdeckt gegen Ende seines Lebens passenderweise die Religion und integriert sie in sein Ideengebäude. Zuerst aber mal: Wohl dem, der ein Mal nach München kommt und dann gleich drei Mal in der SZ erscheint:
1. Macht des Guten: Die großen Stifter In der internationalen Politik. 20.12.2008. Ausgabe: München - Politik
2. Trotz Weihnachten vor der Tür: Die himmlischen Heerscharen sind... 20.12.2008. Ausgabe: München - Feuilleton
3. Von Stephan Handel Erst stand der Jubilar auf, dann setzte er sich, dann... 20.12.2008. Ausgabe: München - München
Gelesen habe ich also ... 
"[...] Ein Programm, so scheint es, soll gefolgert werden aus einem Gedanken, den der Philosoph Jürgen Habermas seit einigen Jahren immer wieder formuliert: Der Verfassungsstaat soll zwar weiterhin religiös neutral bleiben; er soll sich aber nicht von möglichen Sinnpotenzialen der Religion abschneiden, sondern auch den religiös begründeten Argumentationen im demokratischen Prozess zuhören und dabei vielleicht etwas lernen. Dieses Etwas könnte, so Haber- mas, Ressourcen der Normativität auch für die weltliche Sphäre zur Verfügung stellen. Ja, diese Religions- "Übersetzung" könnte nach Meinung des Diskursethikers ein willkommenes Heilmittel sein gegen eine "entgleisende Modernisierung", womit Turbokapitalismus, verantwortungsloser Extremindividualismus und Ähnliches gemeint sind."
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Johan Schloemann: Aus Teufels Küche. Jürgen Habermas, die Staatsfrömmigkeit und ihre Gegner. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 296, Samstag, den 20. Dezember 2008, Seite 15
Damit beschäftige ich mich demnächst mal ein wenig ausführlicher. So was über's parodistische Knie zu brechen, verbietet sich.
Und schließlich ein Artikel über Island in der Finanzkrise:
"320 000 Menschen. Bis vor kurzem weltweiter Musterknabe. Vierthöchstes Prokopf-Einkommen, kaum Arbeitslose. Fruchtbar sind sie und kriegen vorbildlich früh ihre Kinder, selbst in der UniMensa stehen überall Tripptrapp-Stühle herum. Noch vier Wochen vor dem Kollaps kürte eine OECD-Studie Island zur "zukunftsfähigsten Region Europas," vor allem wegen seiner tollen Banken. Kurzum: Die Isländer galten gleichzeitig als die Tibeter und die Schweizer des Norden: friedfertig wackeres Völkchen, das nah am Urgrund des Seins lebt, rundum öko, mit der Natur auf du und du. Und dabei irgendwie steinreich. Perfekt floss all das zusammen in Olafur Eliassons glatt designter Wohlfühlkunst, die so hemmungslos mit den isländischen Klischees Wasser, Norden, Licht und Elfen spielt.
Jetzt waren sie plötzlich die Parias: Nach Haardes Rede bangten viele Europäer um ihre Ersparnisse, alleine 300 000 Briten hatten Einlagen bei der Landsbanki. Gordon Brown benutzte brutal die Antiterror- gesetzgebung, um alles Vermögen der isländischen Dependancen in England einzufrieren, die Landsbanki wurde auf eine Liste gesetzt, auf der Regimes oder Terrorgruppen aufgelistet werden, die von Großbritannien mit finanziellen Sanktionen belegt wurden: Al-Qaida, die Taliban, Iran, Nordkorea. . . Isländer mussten sich in Pariser Restaurants beschimpfen und in dänischen Geschäften verspotten lassen. Rentnern, die in London Geld wechseln wollten, wurde gesagt: "Wir bedienen keine Isländer." Der Sicherheitsdienst warf sie unter Applaus auf die Straße. Und das Symphonieorchester von Reykjavik, das gerade nach Japan fliegen wollte, bekam einen Brief aus Tokio, die Reise sei storniert, das Image der Isländer sei momentan so verheerend schlecht, dass keine Karten verkauft würden. Ein Journalist schrieb, er fühle sich, als hätte man ihn "morgens aus dem warmen Bett gezogen, in ein Fass gestopft und den Gullfoss hinuntergestürzt". Der Gullfoss, zu deutsch Goldfall, ist einer der größten Wasserfälle Islands."
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Axel Rühle: Im Eissturm "Gott schütze Island!" Die Finanzkrise bricht über die nordatlantische Insel herein wie eine Naturkatastrophe - nur dass Menschen sie verursacht haben. -- Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 296, Samstag, den 20. Dezember 2008, Seite 16.

Da halten wir doch gleich mal fest: 

Von Island 
geht eine neue Epoche 
der Weltgeschichte aus, 
und ihr könnt sagen, 
ihr seid dabei gewesen! 

Black Jack und das Leben

Seit langer Zeit -- ich will gar nicht sagen wie lange die Zeit ist -- habe ich wieder einmal Black Jack gespielt. Mit Chips ohne Geld-Gegenwert. Also nur zum Spaß. Am Ende haben die, die noch was hatten, ihr ganzes Geld gesetzt. Ich war der letzte Überlebende gegen die Bank. Natürlich habe ich verloren. 
Ein paar Lebensregeln ließen sich aus dem Spiel ableiten. 
1. Die Bank auf ungerechte Weise im Vorteil. Sie kassiert beim Überschreiten der 21 sofort ein, wenn sie selbst überzieht, hat sie also schon vorher eingestrichen und verliert nur gegen die Verbliebenen.
2. Es gibt so viele Regelvarianten -- die in Wikipedia nur unvollkommen beschriebensind --, dass man nach einer einheitlichen Regel schreien möchte.
3. Das alles mag ein Wahrscheinlichkeitsspiel sein, nach mathematischen Regeln, wenn man in guter Näherung unendlich viele Spiele macht. Im endlichen Leben aber gibt es das nicht, und damit wird BJ zum Glücksspiel. Wer alles verloren hat, macht nicht weiter. Wer viel, viel gewonnen hat und es schafft aufzuhören, ist reich.
Und ich muss an den Mr Black denken, den Tod in einem Film, den ich vom reinen Plott her für ausgemachten Blödsinn gehalten hätte. Wenn ich den Film nicht gesehen hätte. Brad Pitt at its best.
"SKIP: Brad Pitt spielt einen irischen Zigeuner, der seinen Lebensunterhalt durch illegale Boxkämpfe verdient. Gibt es diese Szene in Großbritannien wirklich?
Guy Ritchie: Und wie. Diese illegalen Boxkämpfe, wo sich die Boxer mit nackten Fäusten bekämpfen, sind auf der britischen Insel ein Riesengeschäft. Ich habe da ordentliche Recherchen angestellt, als ich das Snatch-Drehbuch schrieb."

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Sache mit den Software-Geschenken

Das Spiel geht bekanntlich so: Gib eine Abspiel- oder Sichtbarkeitsmachungssoftware kostenlos ab, etabliere einen Quasi-Standard und verdiene dich dann dumm und dusslig an der "Erstellungssoftware", auf die du natürlich die Hand hältst. Wir kennen die Beispiele alle: PDF, Quicktime, Realplayer. 
Gut nur, dass es so etwas wie eine Software-Demokratie "von unten" gibt, die durch Können und Fleiß solche Produkte am Ende aushebeln kann. libavcodec und andere, sie sind eine Ermutigung.

Klickeritis zum zweiten...

Seit einiger Zeit weiß ich ja, dass die Klickeritis auf den Seiten ökonomische Gründe hat: Die Seitenbetreiber verdienen an jedem Klick, und darum wird eine Tabelle -- die viel einfacher zu überblicken wäre -- in viele kleine Einzelseiten aufgelöst. Natürlich braucht auch die SZ Geld, und darum gibt es da auch "Die meistgesuchten Personen Deutschlands", die man sich einzeln ansehen bzw. anklicken muss. Voilá. 

Merke: Geld regiert die Welt und der Knüppel (heißt: das Medium) die Menschen.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

BILD dir deine Sarah!

Was machten wir, wenn wir die BILD nicht hätten!? Wir wüssten überhaupt nicht über Sarah Connors Sexleben Bescheid. 
An der Rezeption ließ sich Sarah in Anwesenheit anderer Gäste sogar einen Zweitschlüssel für die Suite von Florian Fischer geben. Gegen 3 Uhr morgens verschwanden Sarah und Florian gemeinsam in der Suite.
Noch bestreiten Sarah Connor und Florian Fischer die Beziehung. Was nicht viel zu bedeuten hat: Als ihre Ehe längst kaputt war, hatte die Sängerin noch behauptet: „Unsere Ehe wird immer besser.“
Übrigens: Florian Fischer hat gerade einen Bericht des „Weser Report“ dementiert. Dort stand, dass Sarah Connor eine Affäre mit dem Fußballspieler Diego (23) haben soll. Fischer: „Da ist nichts dran, das sind nur Gerüchte.“ Er muss es ja wissen. 
Vielleicht sollte ich Sarah mal anrufen und fragen, was an den Gerüchten so dran ist.

Blutpfade

Ich weiß, ich weiß! Die Geschmäcker sind halt verschieden. Was dem einen sin Uul ist dem anderen sin Nachtigall. Jeder soll nach seiner Facon selig werden. Und so weiter. Übungen in Liberalität. Gutgut! 
Aber darf man dann wenigstens noch eine Meinung haben? Nämlich beispielsweise die, das manche dümmlichen Spiele für Dumm-Aggressive sind? 
Vor mir blitzt so ein Beispiel auf. Spiel mich! Ich hab es mal abfotografiert.


Wenn man sich die Sache vergrößert ansieht, dann entdeckt man pretiose Einlassungen wie: "Du absolvierst Blutpfade mit verschiedenen Handlungssträngen." Blutpfade!
"Deinen Charakter entwickelst du alleine oder in Stämmen. Übernimm die Rolle des Kriegers!"
Ich werde die Vermutung nicht los, dass die Aggressivität der Menschen, der Männer zumal, halt so ist: Über 50 Jahre kein Führer mehr, der in den Krieg befiehlt -- da geht der jungen Generation doch was ab. Also muss Ersatz her!
Ach ja, ich hab schon mal irgendwo angemerkt: Die, die da mit 'Entspannung' und 'einfach so' daherkommen  und das Blutzspritzen sei gar nicht wichtig... Warum spielen diese jungen Herren dann nicht Schach auf ihrem PC oder der Playstation? Oder irgendein Spiel, bei dem man rote Vierecke und gelbe Dreiecke "abschießen" muss?

Dienstag, 16. Dezember 2008

Nach dem sogenannten Ehrenmord

Die Meldung heute lautet so:

Hamburg (dpa/lno) - Rund sieben Monate nach dem sogenannten Ehrenmord an der 16 Jahre alten Deutsch-Afghanin Morsal aus Hamburg beginnt heute um 9.00 Uhr der Prozess gegen ihren Bruder. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen vor, seine Schwester am 15. Mai aus Ärger über deren Lebenswandel mit 23 Messerstichen auf einem Parkplatz im Stadtteil St. Georg getötet zu haben. Er habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor Beginn des Mord-Prozesses am Landgericht. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine Diskussion um die Integration von Einwanderern ausgelöst.

Ich erinnere mich: Vor ein paar Jahren habe ich mit einer Studentin aus dem Nahen Osten ein Interview und eine Fragebogen-Aktion gemacht. Unter anderem sollte sie in einem Fragebogen auf einer Skala ankreuze, was sie "im Westen" -- sie lebte nicht in Deutschland -- besser oder schlechter als in ihrem Herkunftsland findet. Zu meiner Überraschung fand die junge Frau die Lage in Ihrem Herkunftsland in beinahe allen Punkten deutlich besser als "hier". Allerdings, sie drang am Ende darauf: Ich musste ihre Person so stark anonymisieren, dass ich weder ihr Herkunftsland noch irgend eine Angabe zu ihr bei der Veröffentlichung aufnehmen konnte. Dass diese Angst vor dem persönlichen Bekenntnis ein Teil einer extremen Unfreiheit war, konnte sie offenbar nicht erkennen.
Wenn man sehr, aber nicht über Gebühr vereinfacht, kommt man auf die schöne deutsche Redewendung: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Viele Immigranten in westlich geprägten Ländern möchten die gewohnten Verhältnisse ihrer Herkunftsländer im Westen erhalten, aber gleichzeitig die positiven Eigenschaften ihres neuen Landes in Anspruch nehmen. Dass in vielen, wenn auch nicht in allen Fällen beide Situationen unverträglich sind, können sie nicht begreifen. Es wäre an uns, die Art und den Umfang dieser Unvereinbarkeiten in Fallstudien klar zu machen. Unseren Neubürgern und auch uns selbst.
Ein Leben mit traditionellen afghanischen Ehrenvorstellungen -- die Brüder wachen über die "Sittsamkeit" der Schwester und sprechen, wenn notwendig, die Todesstrafe aus --, so etwas kann hier nicht gelebt werden. Nicht einmal im Ansatz, wenn also nicht gemordet wird. Eine 16jährige darf anziehen was sie will, und wenn sie mit einem jungen Mann schlafen will, ist das hierzulande kein Verbrechen. Wir müssen es klar machen.

Montag, 15. Dezember 2008

Klickeritis und Werbegelder

Gestern im Radio, Bayern5, Computermagazin: Dass die Internet-Firmen, Zeitungsportale zumal, ihr Werbe-Geld nach einer Klick-Statistik bekommen. So erklärt sich, warum Reihungen nicht in einer Tabelle, sondern in kleinen Nacheinander-Häppchen gereicht werden.
Heute schaue ich auf ein Beispiel -- die schönsten unverständlichen Stellen in Pop-Songs -- und verlasse die Seite dann umgehend.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Web-Zecken 7: I-Quallen (I-Jellyfishes)

Es gibt eine Klasse von Internetseiten -- da wünscht man sich den Index der katholischen Kirche für Websites zurück. Diese Seiten nisten sich in jede Anfrage ein, stellen sich vorne hin, machen Hoffnung, und kaum klickt man sie an -- erscheint Werbliches in der Gestalt von I-Quallen, ist man gefangen, sodass kein Zurück-Button mehr funktioniert.

Ich suche gebrauchsanweisung "tevion mdvd". Bei Google erscheint:

bedienungsanleitung tevion mdvd 2007 bei auctionmap.de ... - 17:26
Suchen und finden Sie lokale und regionale Auktionen und Angebote bei eBay rund um das Thema bedienungsanleitung tevion mdvd 2007 auf einer Google Maps ...
www.auctionmap.de/bedienungsanleitung+tevion+mdvd+2007.html - 25k

Wo soll ich denn eine Gebrauchsanweisung bei Google Maps finden?! Und dann ist man -- wie gesagt: gefangen. Grässlich!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Chrome als Standardbrowser

Ich habe mal gesucht, wie ich Googles Chrome zu meinem Standardbrowser machen kann. Das war vergleichsweise schwierig.
Da gibt es jetzt zwei Dinge zu vermelden: 
1. Da kommen sofort die Warnungen vor Chrome, dem Datenfresser und -klauer. Ich habe intuitiv mehr Furcht vor denen, die da warnen, als vor Google. Das Rechthaberisch-Wissende in derartigen Einlas- sungen macht mir Angst. 
2. Ich habe lange gebraucht, bis ich dann in der Sache fündig wurde. Heißt, ich bin überhaupt auf keine Seite gestoßen, wo kurz und klar erläutert wurde, wie es geht. Darum hier: Bei Chrome ist ganz oben rechts ist ein Schraubenschlüssel. Draufklicken. Dann sieht man unten, eine Möglichkeit, Chrome mit einem Klick zum Standard zu machen. Das war's.

Dienstag, 9. Dezember 2008

PISA - SA - P - PI --- Usw.

Das muss ich einfach schnell festhalten. Obwohl ich ganz was anderes zu tun habe. 
Der Lese-Unterricht und die Lese-Fähigkeit der Kleinen ist getestet worden. Nicht durch PISA. Aber es ist ja inzwischen alles PISA -- oder was? 
Ein Experte sagt im Deutschlandfunk nun allen Ernstes, dass die und die Bundesländer -- die Schlusslichter -- durchaus auf dem Niveau der anderen EU-Länder lägen. Diese verdammte Liebe zum scheinbar Numerischen [sic!], es lässt mich spontan auflachen.  Keiner fragt, wie das Numerische zustande gekommen ist.
Es fehlt eine unglaublich naheliegende Sache wieder mal gänzlich: Es fehlen BEISPIELE! Und gleich dahinter: dass unterschiedliche Experten die identen Gruppen -- wie der Österreicher sagt -- für sich nach ihren Maßstäben beurteilen. Vollkommen unabhängig voneinander.Im Doppeltblindversuch bitte. Kommen sie zu gleichen Ergebnissen, diese Expertengruppen? Das möchte ich sehen! 
Was die Beispiele angeht: Natürlich werden sich die sehr guten kleinen LeserInnen von den sehr schlechten evident unterscheiden. Aber die, die nach Schulnotenskala 2, 3 und 4 bekommen, sind wir uns da einig, wenn wir sie auf einer Videoaufnahme "vorlesen sehen"? 
Ach nein. Ganz falsch! Es ging nicht etwa ums Vorlesen. Es ging um das Verständnis des Gelesenen.  Können wir Verstehensfähigkeit beim Lesen wirklich mit Lesefähigkeit gleichsetzen? Was lassen wir uns denn da wieder medial unterjubeln?!
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Heute war es ein Bericht von Jacqueline Boysen im Deutschlandfunk, mittags.
Und hier geht es weiter:
Beim Lesen stehen die Jungen im Schatten der Mädchen - Die IGLU-Studie im Bundesländervergleich wird heute vorgestellt - Gespräch mit Renate Valtin, emerit. Prof. für Grundschulpädagogik an der Humboldt Universität Berlin
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Schaun wir bei Gelegenheit auch mal hier nach!

Bradbury und die Astronomie

Es gibt schon feine Sachen im Internet. Beispielsweise wer-weiss-was.de. Man ist selber für irgendwas Experte, der Fragen beantwortet, und dafür darf man andere Experten fragen. Das unten Folgende. Mal sehen, welche Antworten da kommen werden.
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Betreff: wer-weiss-was: astronomie

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
das ist sicherlich eine _sehr_ spezielle Frage zum Thema "Astronomie", Abteilung "Wissenschaftsgeschichte". Aber -- ich versuch's mal. 
Ich lese gerade, wieder, den "Illustrierten Mann" von Ray Bradbury. Dabei wird beispielsweise in "Die andere Haut" eine Geschich- te erzählt, in der der Mars von ausgewanderten amerikanischen Schwarzen besiedelt worden ist. Dann kommt nach einem Atom-Krieg auf der Erde ein weißer Emissär und bittet um Hilfe und Asyl für die verbliebenen Erd-Menschen auf dem Mars.
Jetzt die Frage: Bradburys "Der illustrierte Mann" ist 1951 erschienen. Hat damals die Fachwissenschaft Astronomie wirklich noch geglaubt, dass der Mars absolut erdähnlich ist, so dass auf dem Mars Häuschen gebaut werden können, und dass Autos herumfahren? Oder hat Bradbury den populären Wissensstand seiner Zeit einfach ignoriert? Heute stört diese Ignoranz beim Lesen sehr, jedenfalls mich. 

Freitag, 5. Dezember 2008

Traumfrauen

Helg Sgarbi: „Wie man uns Frauen richtig anspricht, verliebt macht und erobert- So verlieren Sie Ihre Angst vor unseren Reaktionen und werden für uns interessant & attraktiv”. Na ja, vielleicht doch nicht. Aber der könnte doch über dieses Thema so Einiges erzählen, oder?
Statt dessen ist das vom "Team Traumfrauen-erfolgreich-ansprechen. Aber -- Moment mal! Vielleicht ist der Helg der Chef von dem Team?!

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Die Mundharmonika

03.12.2008 - 13:42 Uhr
Sjan sagt: "Ein totes Instrument ist erst dann tot, wenn es keine Leute mehr gibt wie Michaell Hirte, die es wiederbeleben."*

Das lassen wir mal -- wirklich gerührt -- so stehen.

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* Leicht überarbeitetes Original-Zitat.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Amazon und die Hasstiraden

Dass es bei Amazon, Abteilung "Kritiken", Probleme geben kann, muss man nicht betonen. Dieser Bericht betrifft etwas, das über das Normale hinausgeht.


Hasstiraden
Die Autorin Patricia Sin, über deren Erfolg mit dem Erotikbestseller „Schmetterlinge am Venushügel“ ich vor kurzem berichtete, wurde unlängst in einen Streit unter Mitgliedern eines Forums verwickelt, aus dem sie anschließend auch austrat. Danach häuften sich übelste Verrisse bei Amazon sprunghaft. Und mit übel meine ich dies: Hätte man mit gleicher Wortwahl nicht das Buch, sondern eine andere Nation diffamiert, wäre der Generalbundesanwalt tätig geworden. Es bedurfte erst zahlreicher E-Mails, um diese Entgleisungen aus Amazon zu entfernen.

Rechtschreibung - übereifrig

Eine der größten Fehler bei der an Fehlern ja reichen Rechtschreibreform war das Auseinandernehmen von Verben nach irgeneinem "Getrenntprinzip". Das war so wenig durchdacht, dass es schnell aufgefallen ist: "krank feiern". 
Inzwischen beobachtet man in Schulen und anderswo, dass sich eine Art Auseinanderschreiberitis ausbildet. 
Ein Beispiel:
"Habe mir die Tasche gekauft, um meine Nikon D40x nebst den im Kit enthaltenen Objektiven (18-55 & 55-200 mm) unter zu bringen."
Das geht möglicherweise sogar nach Duden. Aber Blödsinn bleibt es allemal. (Duden: alle mal?)

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Doch ein Blick in den Duden? Könnte unter der Rubrik "Humor" stehen:

Crashkurs: 25 Schritte zur neuen Rechtschreibung
Die Getrennt- und Zusammenschreibung
Einleitung
Regel 7: spazieren gehen statt spazierengehen
Regel 8: Rad fahren statt radfahren
Regel 9: dabei sein statt dabeisein
Regel 10: irgendjemand statt irgend jemand
Regel 11: mit Hilfe / mithilfe statt mit Hilfe
Verbindungen von einem Verb (Zeitwort) im Infinitiv (in der Grundform) mit einem zweiten Verb (Zeitwort) werden in der Regel getrennt geschrieben.
Das klingt zunächst ziemlich kompliziert. Werfen Sie doch mal einen Blick auf die folgende Gegenüberstellung:
bisherige Schreibung neue Schreibung
flötengehen („verloren gehen”) flöten gehen
spazierenfahren spazieren fahren
Doch wie heißt es so schön: Keine Regel ohne Ausnahme! Verbindungen mit bleiben und lassen können Sie jetzt zusammen- oder getrennt schreiben, wenn die Verbindung in übertragener Bedeutung verwendet wird: liegen bleiben oderliegenbleiben, stehen lassen oder stehenlassen. Dasselbe gilt für kennen lernen/kennenlernen.

Sexiest Women

Im Vorbeischauen bleibt der Blick hängen...
Die WELT, das war doch einst eine konservative Zeitung. Und Konservative standen doch in dem Ruf, was Sex angeht, zwar mitunter barock-lebensfrohe Praktiker zu sein -- ich sage nur: Franz-Josef Strauß, Gott hab ihn selig. (Schließlich galt auch der selige Vorsitzende nicht als Kostverächter. Franz Josef Strauß ließ es krachen - und die Presse schrieb nicht darüber. Nur nachdem sich der oberste Christsoziale von zwei New Yorker Prostituierten den Geldbeutel stibitzen ließ, breiteten Hamburger Magazine genüsslich den Vorfall aus.) Was wollte ich sagen? Ach so, ja. Die WELT hätten wir doch nie mit den Sankt-Pauli-Nachrichten verwechselt. Die hielt doch da auf DD - Distanz und Diskretion. Und dann schaue ich, reib mir die Augen. Das ist auf der Webseit der Welt zu sehen. Zwischen BRAVO, BUNTE und den erwähnten NACHRICHTEN.


Gut, das müssen Sie vergrößern, wenn sie es verstehen wollen. Einfach mal draufklicken!



Und dann -- Lohn der Neugierde -- eine große Überraschung! Wer um Himmels willen ist diese Dame, dass sie unter die sexiest women gekommen ist? Sie sieht doch aus wie eine ZDF-Reporterin in Berlin, an der Rückseite des Auswärtigen Amtes. Ich muss bei Gelegenheit herausfinden, was es mit der Frau auf sich hat.

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Nachtrag: Ich schwöre, ich kannte die Frau nicht. Richtig getippt einfach.
The political journalist has been stirring up the male population with ever increasing short skirts; Apparantly Gloria likes to annoy her neighbours with her exploits on the Karaoke machine, which is unlike her colleague Kate Garraway who annoys her neighbours by erecting buildings without adequate planning permission and also like Fiona Phillips who annoys her neighbours by just living where she does.

Behördensprache und Internet

Ich würde gerne eine Forschungsstelle über die "Menschen- freundlichkeit von Behörden im Internet" gründen. Eine der Punkte: die mnemotechnische Gestaltung von Internet-Adressen, vulgo: URLs. Dazu zwei Beispiele:
1. www.bayern.de ist sehr leicht zu merken, aber nichtssagend. Verbirgt sich dahinter ein Touristenverband, die Landesregierung oder ein Fanclub des 1. FC Bayern München?
2. www.bybn.de ist das andere Extrem. Für den, der zu dieser Stelle gehört, hat die Adresse gewiss etwas Heimatliches, ja Heimeliges an sich. Es ist so wie mit allen kryptischen Abkürzungen der Amtssprache:
Kenntnis weist den Kenner aus! 
Der Beamte und die Angestellte sind stolz, dass sie da ihr Fachwissen, das immer zugleich Herrschaftswissen ist, unter Beweis stellen können. Nur für den Bürger oder den, der nicht alle Tage mit dieser Stelle zu tun hat, ist www.bybn.de eine URL mit sieben Siegeln.
Wie könnte man in beiden Fällen etwas verbessern? Nun, das wäre ja die Aufgabe der Forschungsstelle i. G. (Ach so, ja: i. G. heißt "in Gründung". Auch so eine amtliche Redeweise. Eine Stelle, die auf dem Weg zur eigenständigen Existenz ist, die es aber offizielle, mit Briefkopf und Siegel sozusagen, noch nicht gibt.)
Hinzu käme die Sprache von Mitteilungen der Behörden und der jeweils untergeordneten Stellen. 
Übungsaufgabe für potentielle Mitarbeiter der Forschungsstelle: 
"Verbessern Sie bitte die nachfolgenden Sätze, sodass er verständlich(er) werden!"
[...] dieses Informationsblatt soll Ihnen einige Hinweise geben, die Ihnen vielleicht bisher noch nicht bekannt waren oder denen Sie noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das Informations- blatt kann auf den Seiten des Landesamtes für Finanzen im Bayer. Behördennetz (www.bybn.de/lff) bzw. im Internet (www.bayern.de/lff), Punkt „Information“, Unterpunkt "Mittei- lungen", abgerufen werden.
Man merkt diesen Sätzen übrigens sogleich an, dass sich da jemand um Verständlichkeit und Bürgernähe redlich bemüht hat; aber halt, leider-leider, haut die Sache noch nicht hin. Schon allein, dass mit 'Hinweise, die Ihnen ... nicht bekannt waren' ist in sich schief. Es geht ja nicht um die Hinweise. Die waren mit Sicherheit dem Lesenden noch nicht bekannt. Die werden -- die Hinweise -- ja gerade hoch individuell und kreativ erstellt. Nein, es geht um Inhalte, auf die nun hingewiesen werden soll. Die kennt der Leser oder die Leserin vielleicht noch nicht. Diese Feinheit müsste also jetzt, neben so einigem anderen, in die neuen Sätze eingehen. Wie macht man das?