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Dienstag, 27. Oktober 2009

Ethischer Fehlschluss

Im Deutschlandfunk eine Sendung über die Probleme der "Menschwerdung", via Gesetzgebung geregelt: Es geht um das Embryonenschutzgesetz. Wann beginnt "der Mensch"?
  1. Verschmelzung Ei- und Samenzelle
  2. Einnistung
  3. [Weitere Zwischenstufen]
  4. Geburt
  5. Sprache
Ein Theologe wird gefragt. Ein Mediziner. Und jetzt der Fehlschluss: Dass diese Fachleute etwas Bessenderes zum Thema sagen können, mehr als der normale, nachdenkliche Mensch. Ethiker, die von Ethik etwas verstehen, so wie der Automechaniker mehr vom Auto versteht. Welch ein Fehlschluss!

Querulant oder Rebell?

Der Begriff des "Querulanten" schwebt zwischen

Beschwert sich überhaupt einmal <--> Beschwert sich oft <--> Beschwert sich, wenn irgend möglich

Hier habe ich per Zufall ein interessantes Beispiel gefunden. Ein Mann, der mit stilistisch ziemlich unsäglichen Mitteln ("ihr Sesselfurzer") um seine Kinder kämpft und auch bei Hartz IV nicht klein beigibt.

Zahlentheorie

Ich stelle bei wer-weiss-was.de eine einfach komplizierte Frage:

[In einem Roman in der Schublade] [...] kommt eine Gestalt, ein Mann namens H. vor, der ein hochbegabter Mathematiker ist, der das Fach aber nicht studiert hat, weil er Angst hatte, dass seine Psyche eine fortwährende Beschäftigung mit Zahlen "nicht aushält". Heißt: Er hat Angst, über Zahlen verrückt zu werden. Er hat statt Mathematik Literaturwissenschaft studiert. Dann kommt dieser Mensch aber doch in eine Krise und holt seine alte Idee aus der Schulzeit wieder hervor.

Worum geht es bei dieser Idee? H. möchte eine Zahlentheorie entwickeln, bei der jede Zahl ihre "Entstehungsgeschichte" in sich trägt. Zahlen ohne Geschichte sind nur NULL und EINS. (Wobei der Status der NULL im Formalismus natürlich gedeutet werden muss und Probleme macht.)

Es it also ein Formalismus nötig, bei dem beispielsweise jeder "3" anzusehen ist, ob sie als Geschichte hat:

0+3 --> 3 => 1+1+1 usw.
1+2 --> 1+1
1+1+1
usw.

oder: n = n[history]

Rechenoperationen werden bei jeder Zahl also mitgeführt und jede Zahl muss ihre Herkunft bis zu ihrem Urspung nachweisen. Ein wenig erinnert das an eine radikalisierte Zahlenzerlegungg à la Primzahlenzerlegung.

Jetzt meine Frage: Gibt es eine solche Zahlentheorie schon, und H. weiß es halt nicht, weil er nicht Mathematik studiert hat, oder gibt es diese Form eines "Zahlensystems mit formal-vollständiger Herkunftkontrolle" noch nicht. Was mir als Nicht-Mathematiker durchaus schwant: Hier einen konsistenten Formalismus aufzubauen, ist nicht ganz einfach, weil alle zulässigen Operationen und die Kombinationen aller zulässigen Operationen gelistet und mitgeführt werden müssen.

Selbstverständlich sind auch Hinweise + Begründungen, dass der Ansatz vollkommen verfehlt ist, willkommen. Ich möchte einfach meiner Gestalt ein wenig überlegen bleiben.

--

So, und jetzt bin ich mal gespannt.

Montag, 26. Oktober 2009

Hosenbandorden für Arbeitgeber-Dämlichkeit

Der STERN listet ein paar Fälle auf, in denen Arbeitnehmern wegen Kleinigkeiten gekündigt worden ist. Die Frage ist: Warum gibt es keinen Hosenbandorden für Arbeitgeber-Dämlichkeit, der an Arbeitgeber vergeben wird, die solche bescheuerten Kündigungen aussprechen?

Doch mal die Fälle, der der STERN da nennt:
  1. "Frikadellen-Klau". Zwei Sekretärinnen. Bauverband Westfalen in Dortmund.
  2. "Der Bäcker-Fall". Ein Bäcker. ? (Arbeitsgericht Dortmund)
  3. "Der Pfandbon-Fall". Barbara E. Arbeitgeber Kaiser's.
  4. "Der Maultaschenfall". 58-jährige Altenpflegerin. (Arbeitsgericht im baden-württembergischen Radolfzell)
  5. "Der Baumarkt-Fall". Klaus A. Obi-Baumarkt.
  6. "Der Bürostuhl-Fall". Ein Angestellter "eines renommierten Unternehmens".
  7. "Der Kinderwagen-Fall". Mehmet Güler. (Arbeitsgericht Mannheim)

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* Der Vorfall kam der Firma vermutlich gelegen, denn kurz zuvor wurden betriebsbedingte Kündigungen angekündigt. Klaus Müller-Knapp berichtet: "Meiner Erfahrung nach sind Arbeitgeber nur allzu gerne bereit auf solche verhaltensbedingten Kündigungen zurückzugreifen, um eben keine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen."

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Alternative ZDF-Liste (Nicht mehr online! Das Netz vergisst zwar nicht, aber es wird zum Vergessen gebracht. In diesem Fall: Schade!)


Freitag, 23. Oktober 2009

Peinlich? Ja.

Wie das so geht. Ich bilde mir ein, nicht prüde zu sein. Dennoch sind mir Meldungen wie diese -- nun ja, schlicht peinlich.

30.09.2009 | 10:20 Uhr
Sex und Training: Mel B verrät ihre Fitness-Geheimnisse

Hamburg (ots) - Das Ex- Spice-Girl Mel B zeigt auf Fotos gern ihr Sixpack. In Sachen Training setzt sie auf Abwechslung: "Hauptsache, mir wird nicht langweilig", verrät sie in der aktuellen Ausgabe der People-Zeitschrift GALA (EVT: 1. Oktober). Ihre Fitness tut auch ihrem Liebesleben gut: "Ich habe immer Spaß - und natürlich auch jede Menge heißen Sex." Weil ihr Mann Stephen Belafonte ein Fitness-Muffel ist, hat Mel B für ihn ein ganz besonderes Programm entworfen: "Ich sorge dafür, dass er im Bett so viele Kalorien wie möglich verbrennt..."

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Heise-Dossier über Killerspiele

Der Link bei der Wikepedia zum Heise-Online-Thema "Killerspiele" funktioniert wieder. Bemerkenswerte Inhalte.

Aus einem der Artikel des Dossiers:

Die leidenschaftlichen Computerspieler seien erstaunlich aufge- schlossen für die Untersuchung, sagte te Wildt. Viele fühlen sich von den Befürwortern eines generellen Verbots der Spiele als potenzielle Amokläufer verunglimpft. Sie gehen nicht davon aus, dass ihr Hobby sie in der realen Welt aggressiv oder gar gewalttätig machen könnte.

Erstaunlich aber ist für mich immer wieder, dass Statistik für die meisten Menschen so schwer -- nein, nicht zu durchschauen, sondern zu erfühlen ist. Es beginnt bei der Frage, ob Menschen noch ein Flugzeug besteigen würden, wenn jährlich so viele Tote pro Mensch-Kilometer bei Flugzeugen vorkämen wie bei Autos. Es geht weiter über das Ziegen-Problem. Und es endet noch lange nicht hier, bei den Blauäugigen.

Martin Henkel / Arno Schmidt (x-mal)

Der Wikipedia-User Venezianer hat eine bemerkenswerte Tat vollbracht: Er hat die WP-Auseinandersetzungen um Martin Henkels Polemik gegen Arno Schmidt summarisiert.

Jetzt ist die Frage, ob man Henkels Buch "Bluff" in der WP vorstellen sollte. Erster Eindruck: Warum denn nicht, es werden in der WP ja doch recht viele Sachbücher vorgestellt, und ein eindeutiges Relevanz-Kriterium ist nicht zu erkennen.

Beispiele:

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ganze elf Monate lang

"Ohne irgend ein medizinisches Vorwissen wurde er Oberarzt einer Abteilung für Kinderheilkunde an einem Krankenhaus in Georgia und behielt diese Position ganze elf Monate lang."


Fortsetzung vorausgehender Befunde 1, 2.

Killerspiele: Gesellschaftliche Auseinandersetzungen 2

Nun ist der Absatz, der die Killerspiel-Winnenden-Proteste behandelt hat, bei der Wikipedia also wieder rausgenommen worden*, und getreu meiner Ansage werde ich mich da nicht weiter verkämpfen. Interessant ist immerhin, dass meine Vermutung, dass hier Killerspiel-Liebhaber für ihre Spiele eintreten, unwidersprochen geblieben ist.

Siehe bei der Wikipedia hier:

Ich denke der kann wieder raus. Die Problematik der Computerspieler wird ohnehin in Begriffsproblematik aufgegriffen. --Bkmzde 09:41, 20. Okt. 2009 (CEST)

Der Abschnitt sollte definitiv draußenbleiben (ist wohl heute rausgeflogen). Gibt nur Ärger. --134.2.190.254 17:23, 20. Okt. 2009 (CEST)

--

* Die Löschung hat WP-User Bkmzde vorgenommen, der immerhin nicht nur ehrlich sagt, dass er "echter Mainzer" ist, sondern auch: "Meine Interessen sind Informatik, e-Sport, Radsport, Wandern, Politik und Gesellschaft."

Für alle, denen der Begriff e-Sport nicht so geläufig ist: Die Wikipedia gibt auch hier Auskunft.

Der Begriff E-Sport [ˈʔiːʃpɔʁt, ˈʔiːspɔʁt] (elektronischer Sport; weitere Schreibweisen im deutschsprachigen Raum sind eSport, e-Sport, E-Sports, eSports und e-Sports) bezeichnet den Wettkampf im Austragen von Computerspielen im Mehrspielermodus. Die Spielfelder und Regeln werden durch die Software des Wettkampfspiels und externe Wettkampfbestimmungen, wie dem Reglement der jeweiligen E-Sportliga, vorgegeben.
Die Anforderungen an die Spieler umfassen je nach Spiel verschiedene motorische und geistige Aspekte. Motorisch sind für den Spieler vor allem Hand-Augen-Koordination, Reaktions- geschwindigkeit und Durchhaltevermögen von Bedeutung. Räumliches Orientierungsvermögen, Spielübersicht, Spielverständnis, taktische Ausrichtung, vorausschauendes und laterales Denken zählen zu den geistigen Anforderungen. E-Sport wird in einigen Ländern (Brasilien, China) von den etablierten Sportverbänden als Sportart anerkannt. In Deutschland wird E-Sport vom Deutschen Olympischen Sportbund nicht als Sportart eingestuft.

Und dann, ein wenig weiter unten:

"Außerhalb Südkoreas wurde Counter-Strike zum wichtigsten E-Sporttitel." [Hervorhebung von mir. Delab.]

Bemerkenswert ist für mich das e-Sport-Bild, das bei der WP eingerückt ist:


Das relativiert doch meinen Sport-Begriff wieder ein wenig.

Rémi Gaillard, Selbsternannt und Selbstgeschaffen

Weiter in meiner Theorie des "Selbsternannten":

Gaillards Motto lautet: C'est en faisant n'importe quoi qu'on devient n'importe qui ! Auf Deutsch bedeutet diese Aussage etwa: „Indem man irgendetwas macht, wird man irgendwer!“ Dieses Motto findet man jedes Mal am Ende seiner Videos und ist zu seinem Markenzeichen schlechthin geworden. Seine Internetpräsenz nennt sich entsprechend nimportequi.com.


Also, Gaillard hat sich natürlich selbst ernannt!

Montag, 19. Oktober 2009

Killerspiele: Gesellschaftliche Auseinandersetzungen 1

Ich habe heute nach der SZ-Lektüre mal bei der Wikipedia eingefügt:

Nach dem Amoklauf von Winnenden wurde ein Elternbündnis[1] gegründet, das sich unter anderem auch gegen 'Killerspiele' wendet. Bei einer Demonstration der Vereinigung am 17. Oktober 2009 kam es zu einer Gegendemonstration von "Aktivisten des Spieler-Verbandes". Dabei mussten laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Plakate von Gegendemonstranten mit der Aufschrift Stoppt den Trauer-Terror "nach Beschwerden von Passanten [...] schnell verstaut" werden.[2]

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[1] Homepage des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden
[2] Counter-Strike in den Müll. Aktionsbündnis Winnenden vernichtet öffentlich Killerspiele". Süddeutsche Zeitung, 19.10.2009, S. 10

--

Das führt zu folgender Diskussion:

Absätze solcher Art arten erfahrungsgemäß zu allgemeinen Diskussionen im Artikel selbst aus, was dem Artikel schadet und in keiner Weise dienlich ist. Es ist unmöglich in so einem Absatz den neutralen Standpunkt zu bewahren. Zudem gibt es noch weitere Gründe den Absatz wieder raus zunehmen. Welchen Grund gibt es dies nicht zu tun? --Bkmzde 16:09, 19. Okt. 2009 (CEST)

Ich sehe auch keinen Mehrwert in dem neuen Absatz. Und er ist jetzt schon tendenziös, indem er fragwürdiges Verhalten von Pro-Computerspiel-Demonstranten erwähnt, aber die an die Bücherverbrennungen erinnernde öffentliche Vernichtung von Computerspielen (Aktion des Aktionsbündnisses Winnenden) verschweigt.--R. Nackas 16:51, 19. Okt. 2009 (CEST)

Ich habe so das Gefühl, dass die Parallelisierung zwischen -- jetzt sehr neutral formuliert -- "PC-Spiele im vorliegenden Zusammenhang verbrennen" und "Bücher durch die Nazis verbrennen" von den meisten Menschen als irgendwie, nun ja: peinlich daneben empfunden wird. Ich habe aber überhaupt nichts dagegen, wenn du in sachlichem Ton in den Absatz reinschreibst, dass die Gegen-Demonstranten diese Meinung vertreten haben. Dann kann sich jeder, der das liest, ein eigenes Urteil bilden. Den Absatz rausnehmen hielte ich für in höchstem Maße tendenziös.--Delabarquera 19:04, 19. Okt. 2009 (CEST)

Das zeigt wieder ganz gut, dass der ganze Absatz nur wieder kontroverse Diskussionen nach sich zieht. Wenn du findest, dass öffentliche Medienvernichtungen aus irgendeinem Grunde okay seien (Nazis dürfen es nicht, besorgte Eltern aber schon...? Weil Nazis böse sind, besorgte Eltern aber immer Recht haben?), dann kommen wir sowieso auf keinen gemeinsamen Nenner. Warum du aber ein Weglassen tendenziös findest, verstehe ich nicht. Inhaltlich kommt doch nichts wesentlich Neues zum Thema "was ist mit dem Begriff Killerspiel gemeint" hinzu.--R. Nackas 19:49, 19. Okt. 2009 (CEST)

Letzte Einlassung meinerseits. Das hier ist eigentlich nicht meine Baustelle. Ich finde halt gelegentlich, dass reale gesellschaftliche Abläufe in einen Artikel gehören. Nun also -- ich habe den klaren Eindruck, dass hier Killerspiele-Liebhaber ihr Spielzeug verteidigen. Dagegen vorgehen zu wollen, ist mir einfach zu blöd. Sayonara! --Delabarquera 21:11, 19. Okt. 2009 (CEST)

Katia Mann

Mal wieder und ein wenig weiter über die Manns nachgedacht. In diesem Fall: die Pringsheim-Lenbach-Katia.

Schon als Kind kannte Thomas Mann ein Lenbach-Bildnis der jungen Katia, in der Straßenbahn sollen sie sich dann zufällig begegnet sein - wenn da nicht auch etwas Kalkül im Spiel war! Denn Katia war eine sehr gute Partie und in vielerlei Hinsicht zur rechten Zeit am rechten Fleck: Eine Frau, mit der man Staat machen konnte, die seinem Leben einen bürgerlichen Rahmen gab. Seit 1905 hatte sie ein selbstbestimmtes Leben aufgegeben, sie war die starke Frau hinter einem sensiblen Mann. In ihrer Rolle als "Frau Thomas Mann" ging sie auf, war anscheinend auch glücklich, ja: sie genoss sie bisweilen. Sie brachte insgesamt sechs Kinder zur Welt: Erika (1905), Klaus (1906), Golo (1909), Monika (1910), Elisabeth (1918) und Michael (1919).

Im Alltag nahm ihr das Dienstpersonal eine Reihe von Haus- haltspflichten ab, während ihrer ausgedehnten Kuraufenthalte in Davos, Arosa und Meran musste die Villa Poschingerstraße 1 von fremden Hände geführt werden. Mit dem Personal kannte Katia Mann zeitlebens kein Erbarmen; sie war eine Hausdame mit genauen Vorstellungen von Stil, Etikette und Comment. Das bekamen auch die Kinder zu spüren, die der Mutter noch im Alter distanziert begegneten.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Protokoll eines Abends beim Wein

Das Problem, im Alter jenseits der 40 kein herausragender Mensch zu sein.

Wer möchte ich sein?
H: Melange Anselm Kiefer / Georg Baselitz
K: ? Rahel Varnhagen ( > Und in der Gegenwart?)
W: Melange Daniel Kehlmann / Patrick Süskind
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Ist Jörg Tadeusz der Sohn von Norbert Tadeusz? Antwort: Nein. Wie auch. Jörg T. schreibt sich ja auch "Thadeusz".
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Namen und Lektüren:
Norbert Scheuer, Überm Rauschen
Andy Goldworthy
Peter Fox, Haus am See
Orson Wells, Stanley Kubrick, Quentin Tarantino
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Zwei Depressionsgeschichten
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Frage: Wie viele der Thomas-Mann-Kinder haben Selbstmord begangen?
Antwort, erweitert auf Kinder und Geschwister, nachgetragen:
1927: 10. Mai: Selbstmord der Schwester Julia.
1949: 21. Mai: Selbstmord des Sohnes Klaus.
1977: 1. Januar Tod des Sohnes Michael (Todesumstände strittig)

"Michael Mann starb in der Neujahrsnacht 1977 an der Einnahme einer tödlichen Mischung von Alkohol und Barbituraten. Es ist nicht geklärt, wird aber vermutet, dass es sich um einen Freitod handelte und der Auslöser die Beschäftigung mit den ihm im Jahr 1975 zugänglich gewordenen Tagebüchern seines Vaters war. Aus dem Eintrag vom 28. September 1918 ging hervor, dass er ein unerwünschtes Kind gewesen war und auf ärztlichen Rat hin mit Rücksicht auf Katia Manns Gesundheitszustand abgetrieben werden sollte. Sein Sohn Frido berichtet in seiner Biografie Achterbahn von einem Besuch bei seiner Mutter nach dem Tod des Vaters, es habe nachmittags zwischen den Eltern einen Streit gegeben, sodass eine Silvestereinladung abgesagt wurde und Michael Mann früh ins Bett gegangen sei. Um 22 Uhr sei er noch ins Zimmer der Adoptivtochter Raju gegangen und habe zärtlich mit ihr geredet. Danach sei er in sein Zimmer zurückgekehrt. Frido Mann resümiert: „Man vermutet, dass er dann zum zweiten Mal dieselbe hohe Medikamentendosis eingenommen hat wie wenige Stunden zuvor.“ [...] Seine Geschwister beschlossen, den Tod ihres Sohnes vor der hochbetagten Mutter zu verheimlichen. [...] Michael Mann hatte als einziges Familienmitglied am Begräbnis seines Bruders Klaus in Cannes teilgenommen, der freiwillig aus dem Leben geschieden war."

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"Schon im Kindergarten habe ich Führungsaufgaben übernommen."
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Lebensläufe und Karrieren (Idee)
In jungen Jahren habe ich mich vom Autisten und Legastheniker zum Medientheoretiker entwickelt.
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K: Wird als Kind vom Beobachten des sich aufrichtenden Grashalms zum Klavierunterricht gerufen.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Aktien: Nokia

Die Nokia-Aktie ist dem Vernehmen nach heute nach Quartalsbericht und Verlusten um 8% abgestürzt.

Warum das?

Na, weil wir en famille zu Sony-Ericsson gegangen sind, nachdem Nokia mit aller Profitgier von Deutschland nach Rumänien gegangen ist. (Über den Unterschied zwischen Profitgier und Gewinnstreben reden wir dann ein andermal.)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Rechtschreibung

So kann's gehen. Das nennt man wohl Übergeneralisierung.

"Das ist meiner Meinung nach, ziemlich unter gegangen." Quelle

Und zwei Klicks weiter, schlüpfrig in jeder Hinsicht:

"Sie räumt mit Mühten über Sexstellungen und Vorspielmethoden auf ..." Quelle

Wirtschaftsteil 3: Die Dubai-Fonds des ACI

So, und mit dem Folgenden beenden wir unsere heutige Presseschau mit Themen aus der Wirtschaft. (Nicht ganz. Aber was dann kommt, gehört zu einer anderen Ecke.)

ACI-Juniorchef Robin Lohmann (34) musste, da er in Dubai auf Anordnung der dortigen Staatsanwaltschaft nicht verlassen darf (sein Pass wurde eingezogen), per Video in die Anlegerversammlung in der Gütersloher Stadthalle am 2. September 2009 zugeschaltet werden, die nicht von der ACI-Führung, sondern von den Vertrieben organisiert wurde. Anlegerschutzanwälte und Journalisten waren nicht zugelassen.

Wirtschaftsteil 2: Die Dubai-Fonds des ACI

Weiter informieren über Robin Lohmann? Wenn wir den zweiten Link mal anklicken -- eine Fehlermeldung. Symptomaisch, wie man so sagt.




"Am 25. Juli 2007 feierte die heute zahlungsunfähige Alternative Capital Invest (ACI) aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen die volle Transparenz in der Anlegerschutzauskunft, die Heinz Gerlach der ACI und ihrer V. Dubai Tower KG (Victory Bay Tower, Fondsvolumen 17,5 Millionen Euro, Gesamtinvestition des Turms 67 Millionen Euro) bescheinigte, so: "Die Alternative Capital Invest freut sich über die "Auszeichnung" für volle Transparenz und ein beanstandungsfreies IDW S4-Testat von Anlegerschützer Heinz Gerlach, veröffentlicht im Direkten Anlegerschutz. Gerlach bestätigt darin auch das Vorliegen einer vollständigen und positiven Leistungsbilanz und erkennt damit die bisherigen Leistungen der Fondsgesellschaften im Hinblick auf die Anforderungen der Anleger an."

Wirtschaft: Robin Lohmann (Dubai-Fonds)

Heute habe ich zum Frühstück mal den Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung gelesen. In Auszügen natürlich. Gleich zu Beginn: Verwirrung. ACI? Nein, nicht weil ich da an meinen alten Lateinlehrer Michael Feldbauer denke. Sondern weil ich da einerseits etwas aus der bunten Welt der Fondsmanager erfahre, und weil andererseits das Ganze -- ein alter Hut zu sein scheint.

Die bunte Welt, Abteilung Dubai:

[...] Unterschrieben hatte [Niki] Lauda - genau wie seine Sport-Kollegen Michael Schumacher und Boris Becker - einen Vertrag mit der deutschen Fondsgesellschaft ACI. Die wollte in Dubai einen Hochhauskomplex bauen und heuerte den früheren Formel-1-Weltmeister als Aushängeschild dafür an. Das war 2007.
Knapp zwei Jahre später ist dort, wo die "Niki Lauda Twin Towers" in den Himmel ragen sollten, ein metertiefes Loch - und sonst nichts. Es herrscht Baustopp in Dubai, und das gilt nicht nur für die Projekte von ACI: Etwa zwei Drittel aller Immobilienprojekte im Emirat werden derzeit nicht weiterverfolgt, schätzen Experten.
Süddeutsche Zeitung, 14. Oktober 2009 , Seite 28

Aber, wie gesagt: Das ist nicht ganz neu. Neu ist, wie es scheint, dass sich das Schönreden in Nebel auflöst. Aber wieso dann diese Überschrift -- "kratzt nur am Rande"?

14/07/2009 – 20:52
Die Suche nach den verschwundenen Geldern des deutschen Fondsanbieters Alternative Capital Investment (ACI) aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen geht weiter. Sind es in Deutschland und Österreich 8.000 Anleger, die um ihre eingezahlten mindestens 300 Millionen Euro bangen, streiten sich in Dubai zudem eine noch völlig unklare Anzahl vor Ort ansässiger Immobilienkäufer mit der ACI Real Estate LLC Dubai um – derzeit bekannt – 20 Millionen Euro (rund 100 Millionen Dirham). Die Dunkelziffer kann beim Vielfachen dessen liegen.
Aber gerade diese Immobilienkäufer – Engländer, Deutsche, Araber, Australier und so weiter, die allesamt in Dubai vor Ort als sogenannte „Expats“ leben -machen ACI-Chef Robin Lohmann (34) vor Ort richtig Feuer unterm Hintern. Ihnen kann Robin Lohmann die verwaisten Baugruben, Baufundamente oder hochgezogenen Aufzugsschächte für die Niki Lauda Twin Towers (seit November 2007), den Boris Becker Business Tower (seit Januar 2008) und die Michael Schumacher Business Avenue (seit Sommer 2008) nicht als nachhaltige Immobilienprojekte verkaufen. Die ACI scheint praktisch gar kein Sagen mehr über die Bauarbeiten zu haben und hat das Geld der Anleger wohl in einem komplizierten Spekulationssystem aufgerieben.

Und wer Lust hat, kann jetzt sich jetzt stundenlang weiterbilden. Über das bunte Leben von Menschen wie Robin Lohmann. Wer ist eigentlich Robin Lohmann. Ein lachender, junger, sehr Erfolgreicher? Wie es scheint.

ACI Real Estate-Chef Robin Lohmann unter die "Top 100 CEOs" Arabiens gewähltErstmals ein Deutscher im Ranking des renommierten "Arabian Business"-Magazins

Gütersloh/Dubai (pts/18.12.2007/13:30) - Robin Lohmann, Geschäftsführer der ACI Real Estate, Dubai, ist als einer der 100 wichtigsten Manager auf der Arabischen Halbinsel gewählt worden - und der erste Deutsche überhaupt, dem diese Ehre zuteil wurde.
[...]
Über ACI:
Die Alternative Capital Invest konzipiert seit 2004 innovative Fondskonzepte, um die Chancen des dynamischen arabischen Marktes zu nutzen, und hat sich zum Marktführer von Dubai Fonds in Deutschland entwickelt. Inzwischen wurden fünf Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 350 Millionen Euro platziert - alle Ausschüttungen an die mehr als 5.000 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bislang wie prospektiert geleistet.
Bei allen Fonds stehen eine hohe Produktkompetenz und eine ausgeprägte Orientierung an den Bedürfnissen der Anleger im Vordergrund: Kurze Laufzeiten, hohe Renditen und eine reibungslose Abwicklung der Immobilienprojekte. Erreicht wird das vor allem über ein enges Netzwerk mit erstklassigen Partnern sowohl in Deutschland als auch in Dubai.

Tja, "... die Ehre zuteil wurde". So kann man das auch sehen. Und immer weiter lesen. Und weiterlesen. Zum Beispiel bei ACI selbst. Und?

Ach Gottle! wie der Schwabe sagt.

Und dann auch das noch! Ach du Heiliger Niki!

Müssen die Promis haften?Anwälte prüfen die Dubai-Fonds der Gütersloher Firma ACI
Gütersloh (ost). Die Millionen-Werbung für Wolkenkratzer in Dubai könnte für Boris Becker, Michael Schumacher und Niki Lauda noch teuer werden. Das berichtet der Finanz-Nachrichtendienst Goldman, Morgenstern & Partners.
Die drei Prominenten hatten ihren Namen hergegeben für drei neue Hochhäuser in Dubai. Finanziert werden diese Türme aus geschlossenen Immobilienfonds der Gütersloher Firma Alternative Capital Invest (ACI, Sitz an der Berliner Straße). Nachdem ACI nun aber die Ausschüttungstermine für die Anleger einiger Fonds nicht halten kann, der Staatsanwalt im arabischen Emirat zudem wegen Zweckentfremdung von Anlegergeldern ermittelt, gerät auch der Bau der erst rudimentär in die Höhe gezogenen Promi-Türme ins Wanken.

Und wieder gehen wir zur Abteilung deutsche Sprichwörter, um nach Erklärungen zu suchen: "Der Klügere gibt nach. (Deshalb sind überall die Deppen an der Macht.)"

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Nachtrag unter der Rubrik "Kein Wunder!":

ACI: Der Boss ist erst zehn Jahre altveröffentlicht 31.08.2009 16:10
Jungunternehmer Robin Lohmann (34) aus Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) wurde im eigenen Hause von einem zehnjährigen Jungen als jüngster Chef getoppt. Mohammad Ahmad Thani Obdaid Thani Al-Muhairi ist erst zehn Jahre alt und schon Boss zweier ACI-Firmen in Dubai: der ACI Real Estate LLC und des ACI Investment Project LLC. Robin Lohman ist dort sein Manager.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Weltanschauliches

xxx

Sonntag, 11. Oktober 2009

Abzocke

Suche nach einem alten Schlagertext. Es meldet sich eine Seite mysongtexte.de, auf der man das Geburtsdatum angeben muss. Untrügliches Zeichen, dass man bezahlen soll. Vulgo: eine Abzockseite. Bei Who-is erscheint der Betreiber: Villiam Adamca. Google findet dann die entsprechenden Berichte über "einstweilige Verfügungen" usw. Und das Programm von Computerbild, das ich extra installiert habe, hat nicht angeschlagen.

Samstag, 10. Oktober 2009

Rechtschreibung zum wiederholten Male 1

Alle Beiträge zur Rechtschreibreform in diesem Blog. ]

[ Empfohlen: Deutschlehrer, von Sebastian Krämer, bei Youtube. -- Zitat: "Deutschlehrer, ihr hättet die neue Rechtschreibung verhindern können! Wer, wenn nicht ihr!" Mit vielen schönen Beispielen! ]

Rechtschreibung: sich in jdn hinein versetzen? Immer wieder diese Beispiele, die einem beim Schreiben auffallen und beim Schreiben stören. Um in der Sprache der Jugend zu reden: Welche Dödel haben sich dieses bescheuerte Stammprinzip einfallen lassen, das auf Schritt und Tritt mit den Aussprachegepflogenheiten kollidiert?

Ein kleiner Fund aus der Welt der Sprachpflege bei der Gelegenheit. Das Beispiel zeigt, wer da zu Werke ging: Bürokraten, die so ausgetrocknet waren, dass das Streichholz eines gelungenen Witzes sie allesamt zum Verschwinden gebracht hätte. Warum hat denn seinerzeit keiner einen guten Rechtschreib-Witz erzählt?! Ich meine -- so einen richtig guten!

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"Zum ursprünglich vorgesehenen Thema "Fasse Dich kurz" verliest Herr Raab Kurztexte von Erich Kästner, Carl Arnold Kortum und Wilhelm Busch. Die Anwesenden sind allerdings wegen aktueller Ereignisse geneigt, dieses Thema noch einstweilen zu verschieben und sich der Rechtschreibreform zuzuwenden. Ausgangspunkt ist der Entschluß mehrerer Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, zur alten Schreibung zurückzukehren.

Herr Paulwitz referiert über die Vorgänge: Daß am 19. August bekannt wurde, was der Springer-Verlag, der Verlag des SPIEGEL und vielleicht auch der Verlag der Süddeutschen Zeitung vorhaben, geht auf eine gezielte Aufdeckung von Absprachen zurück, welche der "Stern" gebracht hatte. (Diese Zeitschrift setzt sich für die Neuschreibung ein.) Erst zierte die SZ sich, und Matthias Döpfner (Springer) wollte endlich handeln. Deswegen sprangen SPIEGEL (etwas schneller) und Süddeutsche (erst nach der Verkündung) noch auf.

Die eigentlichen Gesprächspartner waren nur ein kleiner Personenkreis, vier Personen. Der SPIEGEL wollte nicht gänzlich zur alten Schreibung zurück, aber die Vertreterin des Springer-Verlags setzte sich mit dem Argument durch, daß Kompromisse zu weiterem Herumbasteln und weiteren Kosten führten. Die SZ schloß sich dem nicht gänzlich an und wird wahrscheinlich eine Hausschreibung entwickeln.

Ein Vorbereitungstreffen für die Gründung eines deutschen Sprachrates war für 23. August nach Wien anberaumt worden. Herr Paulwitz hat sich bemüht, Bedingungen für eine Mitgliedschaft zu erfahren. Dr. Krimm vom Bayerischen Kultusministerium hat geraten, man solle sich unmittelbar an die Kultusministerkonferenz wenden; d.h. das Ministerium selbst hat wenig Einfluß. Man hätte überhaupt nur Chancen, wenn man eine Verbesserung der Reform wünschte. Von diesen Stellen aus erscheint die Rückkehr zur alten Schreibung unmöglich.

Dieser Einschätzung schließt sich Herr Dr. Jäger an: Noch nie habe eine staatliche Behörde ein Gesetz oder eine Vorschrift völlig zurückgenommen. Nur Nachbesserungen sind möglich.

Prof. Eisenberg von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung hat einen Kompromißvorschlag erarbeitet; dieser besteht allerdings nicht in einem Regelwerk, sondern lediglich in einer Wörterliste. Dabei fällt auf, daß er die neue Doppel-s-Regelung beibehält, jedoch ohne Zusammentreffen von drei "s"."

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Wer die akademische Szene von der Innenseite her kennt, muss sich fragen: Wie fühlen sich Menschen, wenn sie nach so langen, harten Kämpfen, nach Dissertation und Habilitation, endlich tatsäch- lich Professor geworden sind? Wahrscheinlich fühlen sie sich einfach: leer. Das Leben ist zu Ende. Was soll jetzt schon noch kommen? Und mitten in dieser Leere kamen einige dieser Menschen auf die Idee, noch einmal loszulegen und -- sich mit einer Rechtschreibreform wichtig zu machen.

Yes Sir! So war das!

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Nachtrag: Als Geisteswissenschaftler, ...

-- auch Frauen dabei? Ohne weitere Differenzierung ist das Verhältnis Männer : Frauen? 35 : 3. Vgl. unten.

Gut. Wo waren wir stehengeblieben. Ja. Als Geisteswissenschaftler (35) und Geisteswissenschaftlerinnen (4), die keiner außerhalb der eigenen, gesellschaftlich weitgehend unbeachteten Peer Group kennt, endlich einmal das Gefühl zu haben, sich wichtig machen zu können, in das Leben praktisch aller Menschen einmal eingreifen zu können, indem man deren alte, mühsam durch die Schulen oktroyierte Schreibgewohnheiten durcheinanderwirbelt und dabei noch, wie in einem Echo der großen Jahreszahl 1968, auf das große Positive verweisen kann -- Vereinfachung! dadurch Annäherung an dien Chancengerechtigkeit für die Bildungsrandständigen! --, das Gefühl also, als Geisteswissenschaftler*in, als Sprachwissenschaftler*in gar, endlich einmal etwas gesamtgesellschaftlich bewegt zu haben, das war ein starkes Movens der Rechtschreibreformbewegung im Rechtschreibreformhaus.

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Nachtrag, aus der Wikipedia, etwas umformatiert:

Die Kommission für Rechtschreibfragen des IDS hatte folgende Mitglieder:
  1. Gerhard Augst (seit 1979, ab 1990 Vorsitzender)
  2. Günther Drosdowski (seit 1977)
  3. Johannes Erben (1977–1979)
  4. Hans Glinz (seit 1977, 1980–1990 Vorsitzender)
  5. Paul Grebe (1977–1981)
  6. Gisela Harras (seit 1986)
  7. Klaus Heller (seit 1993)
  8. Johann Knobloch (seit 1977)
  9. Wolfgang Mentrup (seit 1977, schied aus der Kommission aus, weil er bei den vielen Abstrichen nicht mehr „mitmachen“ wollte)
  10. Hans Moser (1982–1989)
  11. Hugo Moser (1977–1982)
  12. Horst Haider Munske (seit 1987)
  13. Isolde Nortmeyer (1977–1982)
  14. Otto Nüssler (1977–1988)
  15. Heinz Rupp (1977–1980, während dieser Zeit auch Vorsitzender)
  16. Burkhard Schaeder (seit 1980)
  17. Horst Sitta (seit 1983)
  18. Hugo Steger (1977–1981)
  19. Bernhard Weisgerber (seit 1977; schied später aus Missmut über die vielen Abstriche am Reformpaket aus)
  20. Hermann Zabel (seit 1979)
Mitglieder

Der Kommission gehörten sechs Mitglieder aus Deutschland und je drei aus Österreich und der Schweiz an, die durch den jeweiligen Staat bestellt wurden. Fünf der deutschen Mitglieder konnten vom Institut für deutsche Sprache vorgeschlagen werden, eines von der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Ursprüngliche Mitglieder
  1. Gerhard Augst, Deutschland
  2. Karl Blüml, Österreich
  3. Peter Eisenberg, Deutschland (19. März 1998 ausgetreten)
  4. Peter Gallmann, Schweiz
  5. Werner Hauck, Schweiz
  6. Klaus Heller, Deutschland
  7. Rudolf Hoberg, Deutschland
  8. Horst Haider Munske, Deutschland (18. September 1997 ausgetreten)
  9. Dieter Nerius, Deutschland
  10. Richard Schrodt, Österreich
  11. Horst Sitta, Schweiz
  12. Viktor Spechtler, Österreich (ausgeschieden)

Nachgerückte Mitglieder


  1. Mechthild Dehn, Deutschland (seit Juni 1998)
  2. Dieter Herberg, Deutschland (seit Juni 1998)
  3. Ulrike Steiner, Österreich

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Die Schöne...

... mit den immer traurigen Augen.

Prügelnde Mädchen

Sozusagen. Und jetzt die Gleichberechtigung! Fortsetzung folgt?


Mädchengang verprügelt Streitschlichter in U-Bahn
8. Oktober 2009, 14:49 Uhr
Er wollte Zivilcourage beweisen und landete im Krankenhaus: Ein 51-Jähriger mischte sich in einen handfesten Streit unter drei jungen Frauen in einer U-Bahn ein und wollte zu Hilfe eilen. Die Situation eskalierte: Als der 51-Jährige zu Boden ging, trat ihm eine 17-Jährige auf den Kopf.

Herta -- wer? Oder: Die spinnen, die Schweden!

Reich-Ranicki will nicht über Herta Müller reden
8. Oktober 2009, 14:17 Uhr
Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat jeden Kommentar zum Literaturnobelpreis für Herta Müller abgelehnt. "Ich will nicht über sie reden", sagte er. Glückwünsche gab es dagegen von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD): "Es macht uns alle stolz". Auch die deutsche Buchbranche ist glücklich.

Aus der WELT von grade eben.

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Nicht ernstzunehmen, diese Überschrift. Ich muss die Frau Müller erst mal lesen, ja -- überhaupt erst mal kennenlernen.

HIV, Gesellschaft und Gericht

Wieder mal eine Meldung aus der WELT, die so einiges über den Zustand der Gesellschaft aussagt. Und wenn ich mich auch überhaupt nicht für prüde halte -- dass da einem die Strafe Gottes einfällt, scheint mir nicht zu weit hergeholt. Eine Gesellschaft, in der sich Frauen, Männer, Paare übers Internet zum Geschlechtsverkehr verabreden, hat für mich schon was Bizarres.

"Nach den bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte in den vergangenen Monaten intensiv über Internetforen wie "lablue.de" und "poppen.de" Kontakte zu Frauen und Paaren geknüpft. Er benutzte bei den Kontaktanbahnungsversuchen zahlreiche sogenannte Nicknamen. Dabei handelte es sich nach den Erkenntnissen der Ermittler unter anderen um "ostsee63@live.de", "bandit2504@hotmail.de" und "volkerbiker@hotmail.de".
In den in der Zwischenzeit bekannt gewordenen Fällen soll der 47-jährige Verdächtige den Angaben zufolge dann bei anschließenden Treffen auch bei entsprechender Nachfrage seine Infektion verschwiegen und mehrfach ungeschützten Geschlechtsverkehr mit drei Frauen gehabt haben.

Bei zwei dieser Frauen wurde mehrere Wochen nach dem ersten Kontakt mit dem Beschuldigten ebenfalls das HI-Virus diagnostiziert. Beide Frauen erstatteten Strafanzeigen. Folglich bestehe der Verdacht der vollendeten beziehungsweise der versuchten gefähr- lichen Körperverletzung, sagte Wick."

OpenOffice Rechtschreibkorrektur

Noch ein kleiner, schöner Nachtrag, oben hin gesetzt: die Regalbretter:


Ich mag, ja ich liebe OpenOffice. Als Idee und als Mittel der Schreib- praxis. Gerade darum habe ich wohl das Recht, mich manchmal über Teile lustig zu machen. Inzwischen, nach vielen Verbesserungen, bleibt immer mehr nur ein Kritikpunkt übrig: Das Rechtschreibpro- gramm. Das, im Verein mit den Rechtschreibreformern, die abenteuerlichsten Vorschläge macht. Hier wieder ein Beispiel: Was "Außensehende" und "Außenstechende" sind, ist nicht klar. "Außen stehende"? Wenn, dann doch "außen Stehende". Na ja, und die anderen Vorschläge sind außerhalb der Sinnreichweite. So to say. [1]
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Mittwoch, 7. Oktober 2009

Google-Wörter

18.200.000 für Bank Geld
362.000 für Ast Baum
573.000 für Teppich Zimmer

6.320.000 für Gott Kirche
498.000 für Treue Ehe
7.590 für radebrechen sprache

41.500 für googeln suchmaschine
238.000 für sauer stimmung
12.400.000 für groß Mann

12.700.000 für groß frau
9.990.000 für klein mann
9.170.000 für klein frau

Mariah Carey

Erste Begegnungen via Medien.

Vor Jahren. Das erste Mal Mariah Carey sehen, in einem Clip, den MTV rauf und runter spielte. Sofort der Eindruck: eine Studentin mit einem schlicht-lächelnden Gesichtsausdruck. Aber dann: diese Gestalt in engen schwarzen Hosen. Diese Bewegungen. Das elektrisierte.

Koestler (Nachtrag)

Ohne Kommentar.

Zwölf Jahre nach seinem Tod wurde Koestler von Michael Foot in der Financial Times einer versuchten Vergewaltigung seiner Ehefrau Jill Craigie beschuldigt. Die Anschuldigungen wurden von David Cesarani in seiner Koestler-Biografie von 1998 erhärtet, was dazu führte, dass eine in der University of Edinburgh aufgestellte Koestler-Büste entfernt wurde.

Aus der Wikipedia.

Paradoxien

Ist die Formel "Ohne Kommentar" bereits ein Kommentar?

Koestler

Ohne Kommentar.

"Koestler war dreimal verheiratet: von 1935 bis 1950 mit Dorothy Asher, von 1950 bis 1952 mit Mamaine Paget und von 1963 bis zu seinem Tod mit Cynthia Jefferies. Parallel hatte er auch eine kurze Liaison mit der französischen Philosophin Simone de Beauvoir, die möglicherweise die auf Gegenseitigkeit beruhende Abneigung zwischen Koestler und Jean-Paul Sartre, dem Lebensgefährten Beauvoirs, erklärt."

Aus der Wikipedia.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Körpereigene Morphine

Woran erinnert uns das Folgende? Ja, richtig! An den guten alten Kalauer:

REALITÄT IST EIN ZUSTAND,
DER DURCH ALKOHOLMANGEL
HERVORGERUFEN WIRD.

Denn ich leseheute dies:

ÄRZTLICHE PRAXIS / Jahr: 2004 / Ausgabe: 80+81 / Seite: 11
...
Körpereigene Morphine nachgewiesen

WASHINGTON (dpa/me) - Offenbar kann der menschliche Organismus nicht nur Endorphine herstellen, sondern auch Morphine. Dies berichtet Prof. Meinhart Zenk von der Uni Halle-Wittenberg in der Online-Ausgabe des US-Magazins "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Ein Team um Zenk untersucht derzeit, ob die in menschlichen Geweben gefundenen Morphium-Moleküle an Opiatrezeptoren binden. Warum manche Menschen keine Schmerzen verspüren, wenn ihnen die Beine abgerissen werden, ist bislang nicht bekannt. Zenk: "Es könnte sein, dass unter Schock das körpereigene Morphin solchen Schmerz völlig überdeckt."

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Und ich erinnere mich auch, dass ich das mal gelesen habe und finde es sofort im Netz:

14.08.2007

Japan
Motorradfahrer verliert Bein und fährt weiter

Dieser Unfall ist ebenso spektakulär wie unglaublich: Ein japanischer Motorradfahrer hat sich an einer Leitplanke den Unterschenkel abgetrennt und ist dennoch einfach weitergefahren. Erst nach zwei Kilometern bemerkte er seine Verletzung.

Samstag, 3. Oktober 2009

Härtling, Peter

Ich höre Peter Härtling beim Erinnern zu. Unmittelbare Sprache. Warum hat nicht Härtling den Nobelpreis bekommen? Weil er zu einfach, ehrlich, unpolitisch ist? Nein, weil er zufällig nicht an die richtigen Extrem-Groß-Propagandisten seiner Sprache gekommen ist.

Mehrwegflaschen

Die Lust, am Tag der Deutschen Einheit etwas Trivial-Sinnvolles zu tun. Eine Mail an die Firma Voelkel, die Bio-Säfte herstellt:

"Eine kleine Rückmeldung aus der Welt der Verbraucher: Ich wollte gestern eine Flasche ihrer Karotte-Mango bei Tengelmann, Unterhaching zurückgeben. Die Flasche wurde vom Automaen nicht akzeptiert. "Führen wir nicht!" die Auskunft des Verkäufers. Obwohl ich immer dachte, seit geraumer Zeit gäbe es eine vereinheitlichte Rücknahmepflicht der Läden gäbe. Umgekehrt: Wir trinken in der Familie Ihre Produkte gerne, aber eine Flasche, die zum spezialisierten Laden gebracht werden muss, steht gegen einen Kauf."

Freitag, 2. Oktober 2009

Das Schwarze Löchlein des LHC

Youtube hat das Video am vorausgehenden Platz gelöscht, aber es steht dann doch noch irgendwo. Ist es, wenn man die Angst vom Weltuntergang nicht mehr verdrängen kann, nicht großartig?! Und es gibt dann gleich drunter auch noch gewichtige Erklärungen zum Schema Schwarze Löcher. Wunderbar!

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P. S. Liebe Verschwörungstheorie-Erfinder! Wie wär's damit? Dass der LHC in Genf -- beachtet den Genfer See auf dem Video! -- nicht angelaufen ist, damals, am 1. September 2008, das hängt damit zusammen, dass die LHC-Wissenschaftler in neuen Berechnungen erkannt haben, dass die Sache mit den Schwarzen Löchern doch nicht ohne ist. Wollt ihr's erklären? Das ist so mit mit den Reiskörnern beim chinesischen Kaiser [1] [2]: Das kleine Loch wird exponentiell größer! Es saugt Materie an, wird mächtiger, saugt mehr Materie an, wird noch einmal größer... Usw. Rasend schnell. Betrachtet nur das Video!




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Aus dem SPIEGEL:

* 31.03.2008

Schwarze Löcher in Genf
Angst vor Weltuntergang - Amerikaner klagt gegen Teilchenbeschleuniger

Von Felix Knoke

Walter Wagner hat Angst. Er fürchtet, dass Schwarze Löcher entstehen könnten, wenn im Herbst der Teilchenbeschleuniger LHC in Genf die Arbeit aufnimmt - und dass dies das Ende der Welt bedeutet. Das will der Amerikaner gerichtlich verhindern.

Arno Schmidt

Edit-War? Ach wo!

Nach wirklich langer Zeit habe ich wieder mal hierher geschaut. Weil ihm Radio zufällig der Name Arno Schmidt fiel. Ich find jetzt, dass das hier, oberhalb, an vielen Stellen belustigen, an anderen zum Nachdenken über das Thema "Wahrheitsfindung" dienen kann. In diesem Sinn ist es, so oder so, von Bedeutung. Was ich immer wieder besonders belustigend finde, ist der stereotype Bezug auf Quellen und Wissenschaft. Was nicht alles gedruckt mit den niederen und mittleren und hohen akademischen Weihen gedruckt wird! Ich hab mein Erwachsenenleben "in der Geisteswissenschaft" zugebracht, und was es da für Edit-wars und Gockeleien der erstaunlichsten und dümmlichsten Sorte gibt, das lässt einen entweder schaudern oder lachen. (Ich hab immer versucht zu lachen.) Wenn man dieses Leben aus der Nähe kennt, dann relativert sich dieses Quellen-Getue. -- Aber noch mal zu AS. Klar ist wohl das: Über einen wie AS schreiben erst mal die, die ihn gut und wichtig finden. Dass die dann ihren "Gegenstand" mit allem Mitteln verteidigen, ist bei AS verständlicher als bei anderen Schriftstellern. Wenn dann aber Deutungshoheiten daraus entstehen, die Kritiken mit dem alten Bürokratenrtrick des Verweisens auf tief ein dicken Aktenbergen ruhenden Beschlusslagen abwürgen, ist das eine Sache, die alle 10 Jahre mal auf einer Wikipedia-Grundsatzdiskussion zum Thema gemacht werden sollte. Und um noch einmal und wirklich ein letztes Mal auf AS und Henkel zu sprechen zu kommen: Wenn man die beiden in Sachen Eitelkeit, Selbstbespiegelung und Wahrhaftigkeit ansieht, dann ist meinem Gefühl nach allemal -- und ich hab gar nichts gegen Schmidt, aber ich hab halt ihn und Henkel gelesen+ -- der kleine Henkel weit weniger eitel als AS. Denn ob jemand seinen Lebenslauf ins Wichtige hinein gefälscht hat, das ist keine Frage der germanistischen Rezeption, sondern eine des Nachsehens in Dokumenten. Aber, wie auch immer: Ich lasse die AS-Verehrergemeinde, die Hinweise auf kritische Stimmen weiterhin herausredigiert, mal unter sich.

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+ Alles eine Frage der Maßstäbe. Natürlich: Ich habe immer gefunden, dass jemand, hier also: AS, der einen anderen übersetzt und der Übersetzung dann seine eigenen Stil-Manierismen oktroyiert (der arme Poe und die berühmten & und so), irgendwie nicht richtig gestrickt sein kann. Bei Übersetzungen sollte der Übersetzte und seine Sprache im Mittelpunkt stehen, nicht das Ego des Übersetzers. Aber wie gesagt: Alles seine Frage der Maßstäbe. Schon klar.

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