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Mittwoch, 31. März 2010

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ausbuchstabiert:

"Die Hoffnung auf die gewinnmaximierende Kraft
der Verbraucherdummheit ist sehr, sehr groß!"

Davon zeugen Beispiele wie dieses:


Es soll die Gierpanik erzeugt werden: Hoffentlich komme ich bei diesem phantastischen Angebot nicht zu spät!

Dienstag, 30. März 2010

Automatische Mülltrennung wäre möglich

..., wenn da nicht ...!

[ Alles Posts zu diesem Thema ]

Ausgangspunkt ist eine Frage, die ich so alle zwei, drei Jahre immer wieder stelle. Siehe Betreffzeile. Diesmal am 20.03.2010 am späten Nachmittag gefragt. Antworten bei GuteFrage.net schon mal eine ganze Reihe von Antworten.

Ist schon lange her, dass ich in irgendeiner Fernsehsendung die Behauptung gehört habe: Es wäre möglich, den Müll vollautomatisch zu trennen. Ich glaube an der Uni in Paderborn hatte ein Professor eine Modellanlage entwickelt. Aber: die vorhandenen Müllbetriebe und insbesondere der Grüne Punkt mit seiner riesigen Organisation und Bürokratie würden die Einführung der automatischen Mülltrennung verhindern.
Weiß jemand was Näheres darüber?

Dann eine Mail a) an meine Gemeinde, b) an das Bundesland Bayern und c) an das Umweltministerium in Berlin.

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So, weiter geht's. Die Berliner waren mit der Antwort -- per Papierbrief - am schnellsten. Hier per Bild diese Antwort. (Per Klick vergrößerbar.)


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Was sagen wir vom kommunikationstheoretischen Standpunkt zu dieser Antwort? Positiv: Die Leute im Ministerium sind am Ball. Negativ: Auf das, was so im Fernsehen und in den Newsgroups gezeigt und gesagt wird, geht das Ministerium nicht ein. Erklärung: Aus Effizienzgründen werden vorgefertigte Formbriefe leicht angepasst und verschickt. Effizienz. Nun ja, an die Effizienzkritik schließt sich die Demokratietheorie und ihre Fragen an. Wenn übrigens von Modellversuchen die Rede ist, die Fernsehberichte usw. widerlegt haben, wüsste man schon gerne, welche Versuche das waren. Was lässt sich zu dem Bericht in BILD DER WISSENSCHAFT sagen? Oder zu der WDR-Sendung, die als Anlage meiner Frage angehängt war?

Sinnvoll wäre es wohl: Solche Nachfragen zur Auffrischung der eigenen Argumente zu verwenden. Kritische Fernsehberichte beispielsweise sollten im Übrigen auf der Homepage des Ministeriums kommentiert werden, sonst sieht alles -- selbst wenn wir mal von der merkwürdig kalten Bürokraten-Sprache aus dem Ministerium mal absehen -- nach einer rein formelhaften Reaktion aus dem Textbaustein-Kasten aus.

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Wann kommt die nächste Antwort?

Leichtes Ekelgefühl als Argument

Viele Menschen -- und nicht nur einfache Gemüter -- halten ihr persönliches Bauchgefühl schon für ein Argument. Manche halten ihr Bauchgefühl sogar für das entscheidende Argument. Und der Witz ist: Sie liegen damit gar nicht falsch! Argumente sind vom argumentativen Hintergrund vollständig abhängig, und das Tragische an der Aufklärung und an der Theorie des Rationalismus 1. Stufe ist es, das nicht erkannt oder jedenfalls nicht akzeptiert zu haben. Allerdings, es gibt Grenzen des Bauchgefühls. Grenzen, die allerdings anders verlaufen, als viele Rationalisten der 1. Stufe glauben.

Also, der technische Rationalismus ist mächtig, weil er auf drei unhintergebaren Fakten beruht: Wer mathematisch-technisch mehr weiß und kann baut a) die mächtigeren Waffen und ist b) bei der Produktion technischer, verkaufbarer Güter besser. Hinkommt c), dass der technische Rationalismus die Zukunft besser voraussagen kann. Jedenfalls in den nicht zu komplexen, den berechenbaren Gefilden. (Beim Wettervorhersagen ist die Sache schon ziemlich zäh, wie wir wissen.)

Aber nun kommt's! Die technischen Rationalisten, die, wären sie politisch eine einheitliche Bruderschaft, die mächtigste Partei der Welt wären, diese Rationalisten lassen sich vor den Karren von Politikern und Unternehmern spannen, die in manchen Fällen nicht den geringsten Schimmer von den technischen Abläufen haben. Oder besser und anders herum: Das politische Vorzeichen in diesen Menschen + ihre politische Hilflosigkeit macht sie zu Werkzeugen ohne eigenen Willen. Hinzukommt gelegentlich die Hoffnung, anständig Geld zu verdienen. Wobei "anständig verdienen" bei vergleichsweise moderaten Beträgen beginnt.

Was beispielsweise versteht der Bauingenieur Mahmud Ahmadinedschad von Atomphysik? Und dass er ein wenig technisches Verständnis haben wird, ist vollkommen überflüssig für das Ziel, Atomwaffen für den Iran zu bekommen. (Sagen wir es mal so: Der Präsident könnte die formale Vorbildung von Joschka Fischer haben -- als Politiker, der weiß wie die Macht funktioniert, wäre es durchaus ausreichend für seinen Posten qualifiziert.)

Nun denn, conclusio: Rationalismus ist etwas, das man nur lehren kann, wie man gutes Benehmen, das Absehen vom hemmungslosen Durchsetzen von eigenen Interessen lehrt. Erst wenn der, der sich wie eine politisch-offene Hose benimmt, wie ein Depp in der Öffentlichkeit dasteht, erst dann ändert sich etwas. Wenn allerdings der Mächtige eine unmittelbare Umgebung findet, in der er nicht als Depp dasteht, kann er, als internationaler Depp, durchaus bis zu seinem Lebensende ein mächtiger Politiker in seinem Land bleiben. Schauen wir mal, nur so als Beispiel, auf das Leben von Robert Mugabe...

Montag, 29. März 2010

Der eigene Jet 1

Tja, es gibt Sätze in Interviews, da kann man eigentlich nur Kulturkritiker werden. Ganz spontan. Und -- na ja, lassen wir die Quelle mal weg.

P: Sie gelten als deutsche Paris Hilton. Ein Kompliment oder eine Beleidigung?

Kristin: Ein ganz großes Kompliment. Sie sieht gut aus und hat mit dem, was sie macht, Millionen verdient. Wenn ich so viel Geld bekommen würde, nur weil Menschen mich für doof halten – bitte!

P: Brauchen Sie die Millionen denn?

Kristin: Ich bräuchte sie nicht. Aber ich hätte schon gern meinen eigenen Jet und mein Apartment in New York.

Mittwoch, 24. März 2010

Internet-Verkaufsstrategen

Aus unserer Reihe: Die blödesten Maschen der Internet-Verkaufsstrategen.

Ein IQ-Test geht los, und nach der -- ich weiß nicht -- vierten Frage soll man dann erst mal ein Handy kaufen und gleich die Nummer eingeben. Oder nein -- die eigene Handy-Nummer eingeben. Dann bekommt man das Ergebnis. Man schüttelt sich. Brrrh!

Dienstag, 23. März 2010

Google, China und die Argumentationstheorie

Die chinesischen Behörden finden das Verhalten von Google unerhört. Keine Zensur? Ja wo kommen wir da denn hin! (Von Zensur wird natürlich nicht geredet, sondern von den Gesetzen des Landes.)

Der westliche Mensch findet die chinesische Zensur und die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten in China unerhört. Nun ja, mehr oder weniger. China ist weit weg. (Aber, wenn er spricht, dann er spricht von Zensur und Willkür und der Todesstrafe, der westliche Mensch.)

Halten wir fest: Bevor wir darüber reden, wer Recht hat, müssen wir lange festlegen, welche Hintergründe der Argumentation warum gelten oder nicht gelten. Freilich: Die Behauptung muss erst einmal entkräftet werden, dass es allgemein menschliche Standards gibt. Wenn eine Handlung klar beschrieben, Reden aufgenommen und gesendet, Videos gedreht und ausgestrahlt werden, dann gibt es über das Recht und das Unrecht des Dargestellten klare Mehrheiten, quer durch die Kulturen. ("quer durch die Kulturen"! -- Wohlgemerkt, nicht "quer durch die Länder oder Staaten"!)

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Fact or Fiction?: The Chinese Eat Dogs

LONDON, January 26 /PRNewswire/ --

New Book Highlights the Importance of Understanding the Chinese Culture

For hundreds of millions of Chinese around the world, Sunday will mark the beginning of the Year of the Dog, which is a fitting symbol for the cultural differences that have to be bridged between China and the rest of the world. Given China's historical attitudes toward dogs and the emerging Chinese interest in keeping pets, many Westerners have often pondered, "Do Chinese really eat dogs?"

According to Tom Doctoroff, author of Billions: Selling to the New Chinese Consumer, published this month by Palgrave Macmillan, the answer is, historically, a declarative "yes."

"True, there are some hot pot dog restaurants, particularly in the South, and one or two on the sparkling streets of Shanghai, but most educated folks wouldn't admit to having a dog sandwich for lunch," explains Doctoroff. "But globalization is everywhere, and with international standards of behavior and consumerism impacting China too, dog chowing is less and less popular."

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Klar ist auch, dass es doch grundsätzliche Probleme gibt: Überzeugte Vegetarier nehmen das Tierfleisch-Essen auf die gleiche Stufe wie das Hunde-Essen. Die grundsätzlichen Probeme müssen benannt und mit Beispielen illustriert werden. Konkret!

Sonntag, 21. März 2010

Schlagwörter

"Fordern und fördern!"
"Leistung muss ich wieder lohnen!"
"Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden!"
Usw.

Selbst die besten Ideen werden zu Asche, wenn sie, auf Schlagwörter verkürzt, von Bürokratencharakteren hirnlos wiederholt werden!

Handys, die Ingenieure und die Selbstverwirklichung

Die Verbindung zu einem Sony-Ericsson M600i funktioniert nicht. Jetzt ist die Frage, ob das vorhandene Kabel auch das wirklich richtige ist. Die naheliegende Idee: Die Firmen machen -- wenn sie sich schon nicht von ihren proprietären Lösungen verabschieden wollen -- eine Großaufnahme des individuellen Steckers, sodass man sehen kann, ob man das richtige Kabel hat. Die Idee ist wahrscheinlich zu klar und schlicht. Auch in der Wirtschaft müssen sich Leute selbstverwirklichen können bevor sie zur Sache kommen.


So, und jetzt leiste ich Dreiviertel-Abbitte: Wenn ich mich nach vorne beuge und die Pixel des Monitors anstarre -- genau das habe ich gerade getan --, dann meine ich erkennen zu können, dass -- ich das falsche Datenkabel habe. Das prüfe ich jetzt, für 2 Euro und 59, plus Porto. Nein, doch nicht! Ich nehme das reellere, für 4,19 Euro, ohne Porto.

Dienstag, 16. März 2010

Handy-Akku

Ich schreibe bei Amazon rein: "Sonst kann man sich auf die Rezensionen verlassen oder mindestens einen Anhaltspunkt bekommen. Warum ist das bei Handy-Akkus so schwer? Ich habe vor einiger Zeit einen Akku gekauft, bei dem das Handy nach dem zweiten Laden sagte, ich solle die Batterie austauschen. Ich würde gerne ein paar Euro mehr zahlen, wenn sicher wäre, dass das Teil eine gute Qualität hat."

So, und jetzt mache ich mich mal auf die Suche. Mal sehen, was die Experten sagen.

Montag, 15. März 2010

Falsche Fälschungen

Eine Meldung und ihre Geschichte...

F Ä L S C H U N G E N

Kujau-Museum vor dem Aus
Kölner Stadtanzeiger vom 20.04.2006 17:04

Pfullendorf/Dresden - Das Museum über den Fälscher der vermeintlichen Hitler-Tagebücher, Konrad Kujau, steht nach nicht einmal einem Jahr vor dem Aus. Die Betreiberin des Museums in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) soll mit gefälschten Bildern gehandelt haben, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mitteilte. Die 47 Jahre alte Dresdnerin habe im Internet mehr als 500 Ölbilder verkauft - angeblich alles Kujaus Fälschungen. Die Bilder seien tatsächlich in Fernost entstanden...Die jetzt gehandelten Bilder sind nach Ansicht der Ermittler nicht Kujaus Fälschungen, sondern "falsche Fälschungen"...Die Dresdnerin gibt sich als Nichte Kujaus aus. "Wir können aber nicht klären, ob sie wirklich eine Verwandte ist", sagte ein Sprecher der Polizei Dresden.

Thunderbird-Probleme

Manchmal staune ich noch, über bestimmte Computer-Probleme. Etwa über das Problem: Mozilla Thunderbird eröffnet die Möglichkeit für Filter. Die kann man also einrichten. Und irgendwann findet der Filter dann den Zielordner nicht mehr. Will ihn partout nicht finden, obwohl man ihn mit der Nase drauf stößt: "Hier ist der doch! Da hinein...!"

Dann will man einen Filter löschen. Das geht auch. Nur -- beim nächsten Mal ist der Filter wieder da. Einfach so. Es fällt auf, dass die entsprechende Maske keinen Button "Schließen" hat. Man kommt nur über das Kreuz oben rechts wieder raus. Das aber macht, dass das Programm das eben Getane wieder vergisst.

Sonntag, 14. März 2010

Wertig

Wenn mich etwas in Rezensionen, Kritiken, Besprechungen nervt, dann das tönend-aufgesetzte Adjektiv "wertig"!

"Die Kamera macht eine wertigen Eindruck..."

Brrrh!

Wann hat dieses kreuzdämliche Wort eigentlich seinen Marsch in die Sprache der Möchtegern-Kenner angetreten?

Brother - Multifunktionsdrucker 1

Kaufgründe
Nun denn, ich habe diesen Drucker aus drei Gründen gekauft: Zum einen, weil mir die guten Einzugsscanner zu teuer sind und ich mit Einziehen scannen will, zum anderen, weil ich einen A3-Drucker brauchen kann. Schließlich zu dritten, weil ich bei Amazon, hier, gute Besprechungen gelesen habe.

Aufstellen und Installieren
Ich bin gerade dabei das Gerät aufzustellen. Es soll erst mal via USB mit dem PC verbunden werden. Das LAN-Kabel, mit dem es Netzwerk-Drucker werden könnte, ist für den PC. Ich überlege, ob ich mit dem PC drahtlos zum Router gehe und das Kabel für den Drucker nehme, aber ich verwerfe diese Idee gleich wieder.
Nun gut. Auspacken, hinstellen, anschauen. Links, seitlich: Stromanschluss, LAN-, Telefonanschluss. USB an der Front, unterhalb des Zahlenblocks für die Faxnummern. Ich suche ungefähr 5 Minten lang nach einem zweiten USB-Anschluss, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man von diesem Frontanschluss zum PC gehen soll. Langsam dämmert es mir: So ist es gedacht. Ich kann es nicht glauben. Ein Kabel, das ständig da vorne rumhängt, und dann hinter dem Schrank zum PC geführt wird... Im Handbuch wird, jedenfalls offiziell und im Inhaltsverzeichnis, von dieser Verbindung gar nicht gesprochen. Auch nicht bei der Software-Installation. Sehr, sehr seltsam! Mal sehen, wie es weiter geht.

Gibt es einen Ein-/Ausschalter?
Nun also, aufgestellt. USB-Kabel von der Frontseite her. Stromkabel eingesteckt -- und es bewegt sich nichts, es leuchtet nichts, es passiert rein gar nichts. Gibt es einen Einschalter, von dem im Handbuch nichts steht? Man kann das pdf-Handbuch ja mal durchsuchen... "...schalten...", da kommt "Fax einschalten". "Schalter". Nichts. Verflucht, die könnten doch mal freundlicherweise hinschreiben: "Es gibt keinen gesonderten Ein/Ausschalter. Das Gerät ist sofort betriebsbereit." Irgend sowas.
Leichte Verzweiflung. Muss man zuerst die Farbpatronen einsetzen, damit das Display aufleuchtet? Aber ich will nicht erst mal die Farbkartuschen öffnen, wenn ich das Teil anschließend zurückschicken muss! Hab ich wirklich ein neues, doch kaputtes Gerät bekommen?! So kaputt von Anfang an, dass nicht das geringste Fehlerlämpchen leuchtet, kein Ruckeln irgendwas anzeigt. Ich bedenke auch: Niemand hat von einem solchen Problem geschrieben. Im ganzen weltweiten Netz nicht. (Also gut, in Japan vielleicht.) Also, entweder bin ich heute besonders schräg drauf oder das Ding ist hin...

Mittwoch, 10. März 2010

Der lange Winter und der Golfstrom

Ich hab es aus zweiter Hand, jemand hat es im Fernsehen gesehen: Ein Meteorologe kommt mit der Idee daher, dieser lange, durchgehende Winter könne mit der Verlagerung oder dem zukünftigen Abreißen des Golfstroms zusammenhängen. Das ist doch ein Gedanke, der vor 10 Jahren oder länger im Gespräch war. (Na gut, die Wikipedia sagt vor 5 Jahren. Gefühlt waren es 10.) Warum muss ein solcher Winter her, um diese Möglichkeit in die Köpfe zurückzubringen?

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Ich schaue mal in der Diskussion der Wikipedia-Artikels Golfstrom nach und füge dort ein:

"Von meiner Seite eher eine Bemerkung zum allgemeinen WP-Stil und -Argumentieren, anhand dieses Beispiels: "2005 sorgte die Studie eines britischen Ozeanographen für Aufsehen, die eine starke Abschwächung des Golfstroms postulierte; diese gilt jedoch mittlerweile als widerlegt, da die durchgeführten Messungen nicht als repräsentativ betrachtet werden können." Ich glaube, Bemerkungen, dass eine Studie oder XY als widerlegt gilt, basta und Fußnote, lässt bei den meisten Menschen ein ungutes Gefühl zurück. Es sollte schon noch ein Satz, vielleicht zwei, drei Sätze über die "ungenauen Messungen" hinaus da stehen. Ich habe, um ein anders gelagertes Beispiel zu geben, mal vor Jahren in einer Kongressdiskussion auf die Two-Cultures-These von Charles Percy Snow hingwiesen, worauf ich von einem anderen Teilnehmer mit "das sei doch eine uralte Kamelle" niedergebügelt wurde. Er hat es jedenfalls erst mal versucht, das mit dem Niederbügeln. Solche hochnäsigen Einlassungen sind als Argumente immer extrem schwach. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier sollte hinter den Satz mit den "Messungen nicht als repräsentativ" noch ein wenig Erklärung und Erläuterung kommen. Und BTW: Dass man im Zusammenhang mit naturwissenschaftlichen Messungen von nicht repräsentativ spricht, mag zwar nach einigem Nachdenken durchaus sinnvoll erscheinen (weil die Messungen z. B. nicht zufällig genug verteilt waren und verborgene Variablen reinspielten); es klingt aber trotzdem komisch, weil das "nicht repräsentativ" eher an Meinungsumfragen erinnert, bei denen die Sache mit der Zufallsauswahl der Befragten nicht gestimmt hat."

Montag, 8. März 2010

Spritzgeräte: Erwartung und Realität

Ein Gerät zum Farbspritzen gekauft, um eine Tür weiß zu bekommen. Vorher: Holzfurnier mit altem Klarlack. Also, abgeschliffen. Das Sprühgerät fertiggemacht. Die Anleitung beachtet.

Erstes Problem: Die Farbkonsistenz herauszufinden ist schon mal nicht einfach. Ein Messbecherchen und die Abtropfgeschwindigkeit. Mal zu dünn, mal zu dick. Dann endlich.

Jetzt -- die große Enttäuschung! Ich hatte erwartet, dass man mit diesem Ding -- zugegeben nicht das teuerste -- flächig Farbe auftragen könne. Realität: Kleine Portionen, dazu zwischendurch hellere, dunklere Flächen. Wollte man das einigermaßen gut machen, bräuchte man dazu drei mal so lange wie mir relativ kleinen Pinsel und fünf mal so lange wie mit dem größeren Farbkissen.

Schlussfolgerung: Hände weg vom Spritzen von großen Flächen!

Samuel Beckett - Try again

Mein Frühstücksbrettchen. Schön, wenn man solche Geschenke bekommt, die einen am früen Morgen schon anschauen.

Sonntag, 7. März 2010

SZ-Magazin-Häme: Das Depressionen-Heft



Man kann ja alles im Internet nachvollziehen, was man auf Papier liest. Vielleicht nicht alles. Fast alles.

SZ-MAGAZIN, Fall 1: Johannes B. Kerner wird interviewt. Noch darf er seine Sicht der Dinge darstellen. Fall 2 (im Moment findet er sich hier): Jetzt rücken zwei SZ-MAGAZIN-Reporter bei ihm an, die ihn nur noch indirekt und zitatweise zu Wort kommen lassen. Dazwischen: solide, kühle Häme. JBK sei, so sagen es Kollegen, immer ein Streber gewesen. Einschaltquoten wie Schulnoten. Wenn ein Musterschüler von der 1 auf eine 5 abgerutscht. Vielleicht auch eine 4-. Ja, da gibt es was zu grinsen.

Ich war nie einer, der sich Kerners Sendungen angesehen hat. Weder beim ZDF noch bei SAT1. Aber so etwas kommt mir doch ziemlich gemein vor. Sagt Kerner jetzt: "Ja, so läuft das Spiel. Ich bin ein alter Hase. Das habe ich immer gewusst." Ein großes Fragezeichen. Oder ist er doch gekränkt und weiß, dass das das Letzte wäre, was er im Medien-Dschungel tun darf: sich gekränkt zu zeigen. Wieder: großes Fragezeichen.

Das andere in diesem SZ-Heft, aus zwei Perspektiven: 1: Ein Mann hat zwei Kinder und findet heraus, dass beide nicht von ihm sind. 2: Eine Frau lebt mit einem Mann zusammen. Will ein Kind. Die Freundinnen raten zum geheimen Absetzen der Pille. Sie lehnt das ab. Sie will ehrlich sein. Dann bekommt der Mann von einer anderen ein Kind und sagt, dass er aber diese andere nicht liebt. Dann bekommt die andere ein zweites Kind von ihm. Und er geht zu der anderen und den Kindern. Bodenlosigkeitsgefühle in beiden Fällen. Von Psychologen, den Wirklichkeitserkärern unserer Zeit, sachlich kommentiert.

Das mit den Kindern ist so eine Sache. Spontanes Leser-Gefühl: Es muss doch nicht alles in die Zeitung und die Öffentlichkeit! Oder aber: Ist das ein Beitrag zur Aufklärung? So geht es bei uns zu. Und vielleicht sogar - vielleicht fühlen sich die beiden, die da alles offengelegt haben, besser. Immerhin haben sie es ihren Ex gezeigt. So habe ich mich gefühlt, du ...!

Samstag, 6. März 2010

Demokratie 2.0

Inzwischen wird ja alles gerankt. Das ist das Ergebnis von WELT und TALKSHOW. Was sagt uns das?

Fotos von nackten Schülern

Diese Monsterwelle -- sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen, Internaten und Schulen vor allem. Darf man da noch Korrektheit der Berichterstattung anmahnen? Doch, ja, darf man.

Also, liebe WELT, schiel nicht auf die herbeiredbare Sensation. Niemals. Ein halbnackter und ein nackter Schüler, dass sollte schon ein Unterschied sein. Zumal der halbnackte Schüler wahrscheinlich eine Badehose oder so was ähnliches anhatte und nicht -- aber lassen wir das.

"Die Hölle von Ettal"
Pater stellte Fotos von nackten Schülern ins Netz
Die "Hölle von Ettal" – so beschreiben Ex-Schüler ihre Zeit auf der bayerischen Klosterschule. Zu ihrem Alltag gehörten Prügel und Missbrauch. Es heißt zwar, diese Zeiten seien vorbei. Doch das stimmt so nicht: Ein inzwischen suspendierter Pater hat Fotos von halbnackten Schülern im Web veröffentlicht. (Quelle)

Freitag, 5. März 2010

Datenschutz - ein ewiges Dilemma

Das muss man sich in Sachen Datenschutz auch überlegen: Ich gebe ein Formular an -- sagen wir eine größere neue Arbeitsgruppe. Name, Vorname, Adresse usw. Ein paar Fragen sind ein wenig heikel: Telefonnummer? Ausdrücklich fakultativ: ein Bild der betreffenden Person. Heikel, ich weiß. Es gibt bei vielen Menschen ein gerüttelt Maß an Misstrauen: das eigene Passbild herausrücken?

Nun aber, man kann die Menschen auch danach klassifizieren: Gibt eine Information / gibt sie nicht. Das ist eine sehr, sehr wichtige Information. Gegeben ex negativo. Sozusagen.

Donnerstag, 4. März 2010

Martenstein und Hegemann

Heute in der ZEIT gelesen. Im Internet nachgeschaut: Schon da! Ein äußerst lesenwerte Kolumne, wieder mal. Etwas lässt stutzen: © Nicole Sturz. Wer ist Nicole Sturz? Die Agentin von Martenstein? Oder die, die den Text blitzschnell auf diese Website gebracht hat. Ich schaue nach. Bei Google, dann auf der Ursprungsseite. Seltsam, seltsam. Da kommt Nicole Sturz überhaupt nicht vor. Auf der Ursprungsseite, meine ich. Aber ich habe doch nur rüberkopiert? Ansonsten ist Nicole Sturz eine Fotografin mit einer sehr puristischen Website. Sie -- also Nicole -- fotografiert auch für die ZEIT. Nun denn. Lassen wir's gut sein.

Am besten ist es, die gelehrten Kommentare zu lesen, die es schon zu Martensteins Kolumne gibt. Fazit: Ich glaube, die deutschen LeserInnen sind zu gelehrt und verkopft. Was die dem guten Martenstein alles vor- und nachwerfen! Wahnsinn!

Hegemann und Airen im Textvergleich
Harald Martenstein wundert sich über den Literaturskandal um Helene Hegemann. Er findet, sie hat den Text des Bloggers Airen verbessert.

© Nicole Sturz

Ich habe mir die Textlandschaften von Helene Hegemann angeschaut. Ich habe sie mit den Textlandschaften von Blogger Airen verglichen.

Falls jemand in den letzten Monaten im Ausland war: Helene Hegemann ist achtzehn. Davor war sie siebzehn. Sie hat den Roman Axolotl Roadkill geschrieben. Dann kam heraus, dass sie Teile des Romans aus anderen Büchern und dem Internet abgeschrieben hat, vor allem bei Blogger Airen. Wie ich beweisen werde, ist dies aber überhaupt nicht der Fall.

Ausgelöst wurde die Affäre durch das Wort "Vaselintitten". Jemandem ist bei der Lektüre des Romans dieses Wort aufgefallen. Dann hat dieser Jemand "Vaselintitten" gegoogelt und ist bei Blogger Airen gelandet. Jetzt ist das Wort in der deutschen Sprache allgegenwärtig und voll dudentauglich. Sogar in der FAZ standen Sätze wie: "Es geht nicht nur um die Vaselintitten", oder: "Wem gehören die Vaselintitten?" Ich selbst schreibe Sätze wie: "Ohne Vaselintitten wäre die neuere deutsche Kulturgeschichte anders verlaufen."

Usw.

Aber noch einmal zum Marketing für diesen Roman. Wie muss man sich das vorstellen? Ein Verlag nimmt das Konvolut, bringt es heraus. Lässt seine Verbindungen spielen. Ziel: Wir machen einen Medienhype. Jugend, Rauschgift, Sex, Disco. Passende Sprache.

Der Verlag (wer genau?) ruft bei den Zeitungen an. Beim Fernsehen. Usw. Und dann läuft die Maschine an. Gut geölt, nennt man das in der modernen Welt. Wenn es der eine bringt, muss es auch die andere bringen. Ein Jungstar! Aufgepasst!! Nur eben -- da rufen sehr viele an, beim Fernsehen und beim Rundfunk. Warum schafft es Ullstein diesmal?

Mittwoch, 3. März 2010

Rechtschreibung: Rechtschreibduden

Man glaubt ja nicht, wie kreativ die Rechtschreibung von OpenOffice ist!



Flugangst

Das STREIFLICHT der SZ beginnt heute so:

"Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft" hat der tschechische Langstreckler Emil Zatopek einmal gesagt, und damit hat er im Großen und Ganzen recht gehabt. Wohl gibt es auch fliegende Fische, schwimmende Vögel sowie fliegende und schwimmende Menschen, aber immer handelt es sich um etwas Widernatürliches, namentlich im Falle des Menschen. Nicht nur, dass er nicht ohne Hilfsmittel zu fliegen imstande ist, er kriegt es in den Bäuchen der Flugzeuge, in denen er hockt wie Jonas im Wal, auch immer wieder mit der Angst zu tun. Wissenschaftler haben tausend Erklärungen für diese Angst. Aber letztlich ist es ganz einfach: Der Mensch braucht festen Boden unter seinen Füßen, Erdboden; es steckt ihm in den Genen, ist ihm von Anfang an überliefert, dass die Luft ihn nicht trägt, denn wenn sie ihn trüge, dann wär" er ja eindeutig ein Vogel. Man kann sagen: Je mehr Angst jemand in der Luft hat, umso näher ist er bei seinen Wurzeln. (Nachzulesen für E-Paper-Abonnenten hier)

Und später, beim Ausräumen der Spülmaschine ertönt es aus dem Kopfhörer via Haus-Funk-Anlage: Das Lied der Wise Guys (nein, da sind nicht die Prinzen!) deren Lied über die Flugangst.

Merke: Intertextualität und Zufall beherrschen die Welt!

Werbung und Internet

Du willst eine Seite im Internet sehen. Wie etwa die, die die Songtexte der Wise Guys zu präsentieren verspricht. Und da -- Zack! Werbung schwebt ein. Blitzschnell klickst du sie weg. Und ZackZack -- die nächste Werbetafel. Erst jetzt begreifst du, dass du ja schon begriffen hast: Die Werbung wird in einem neuen Fenster geschaltet, wenn du sie schließt. Du hättest das Fenster wechseln müssen.

Jetzt fragst du dich: Wie könnte eine nicht-nervende Werbung überhaupt aussehen?! Im Internet, im Fernsehen. Überhaupt.

Dienstag, 2. März 2010

Fußball, Macho und Macha?

"Er hat einen Hintern wie Apollo.
In seinen Hüften schwingt Elan.
Hat einen Charme wie Rene Kollo,
und einen Blick wie Dschingis Khan!

"Du bleibst dein Leben lang ein Dodel!"
hat ihn der Lehrer oft geneckt.
Heut ist er Unterhosen-Model,
ein Macho und ein Lustobjekt."

Zu einer Affäre gehören immer zwei. Und also lesen wir heute in der WELT dies:

"Bridge machte sich damals offenbar noch Hoffnungen auf eine Aussöhnung mit der Mutter seines Sohnes, der Französin Vanessa Perroncel, einem Unterwäsche-Mannequin. In Terrys Verhalten sieht er einen nicht wieder gut zu machenden Verrat und Freundschaftsbruch. Der Chelsea-Kapitän seinerseits fand bisher kein einziges Wort der Entschuldigung, dafür aber den nicht alltäglichen Betrag von kolportierten 800.000 Pfund (ca. eine Million Euro), mit dem er sich das Schweigen der Französin, seiner Geliebten, erkaufte."

Und so sieht es die SUN... Eine Love-Affair, die die WM bedroht.

Die heilige Sadistin

Wenn sich Herrscher, ob geistlich oder weltlich, mit der Religion treffen, dann ist das immer so eine Sache. Herrschaft gibt es in der und in Verbindung mit der Religion. Natürlich. Aber nun!


"Ein erster Versuch, ihre Alleinherrschaft zu zementieren, scheiterte, sie musste abdanken, kehrte aber [Jahr] als Mitregentin zurück. Um drohende Konkurrenz abzuwehren, ließ sie die Brüder ihres verstorbenen Mannes blenden und ihnen die Zunge abschneiden. Nachdem die Truppen [N.N.1] zum Alleinherrscher ausgerufen hatten, ließ [N.N.2] [Jahr] auch ihren Sohn blenden und konnte wieder alleine regieren. In den Auseinandersetzungen um die Kaiserkrönung [N.N.3] im Jahr [Jahr] versuchte sie noch einmal die Reichshälften zu einen, doch ihre Pläne scheiterten mit ihrem Sturz im Oktober [Jahr], als ein geglückter Putsch sie mit der Verbannung nach Lesbos [...]."


Grausamkeiten gehören zum Machtgeschäft. Klar. Nur --, dass man mit diesen Taten eine Heilige werden kann, das ist schon absonderlich. Wer war's und wann war's?

Auflösung tatsächlich im Heiligen-Lexikon!

Google Street View

Ja, GSV ist mal wieder in der Diskussion. Und ich halte mal wieder fest: Da wollen die einen mit beinahe allen Mittel berühmt werden, und andere wollen mit allen Mitteln anonym bleiben. Die Bandbreite des menschlichen Wollens eben...

„Google kann die Fotos von den Häusern, Straßen und Menschen mit anderen Informationen verknüpfen“, sagte Schaar dem „Tages- spiegel“ vom Dienstag. „Wie und wo man wohnt, kann Rückschlüsse auf die Einkommensverhältnisse zulassen.“ Das könne bei Kreditanfragen eine Rolle spielen oder bei der Suche nach einem Arbeitsplatz."

Je nun, denke ich mir. Werden die Banken und die Arbeitgeber nicht ohnehin nachforschen? Brauchen die dazu wirklich GSV?

Dörrie, Kirschblüten, mal grundsätzlich

Die Mittelschichtskünstler -- nein, eine bestimmte Art von Mittelschichtskünstlern möchte die einfachen Leute immer auf eine gewisse, eine erhöhte Weise sehen. Warum? Darüber muss man gesondert nachdenken. Dass gute, ehrendwerte, aber doch schlichte Bayern sich für Butoh interessieren ist ungefähr so wahrscheinlich, wie auf der Rückseite des Mondes eine gotische Kathedrale zu finden. Aber Doris Dörrie projiziert ihre Hoffnungen in die einfachen Leute, weil sie an ihresgleichen, an ihrer Schicht, verzweifelt. Vermute ich mal. Aber das, ja nun -- das geht schon kräftig in Richtung Gründe...

"Rudi versucht, Trudis versäumtes Leben nachzuholen. Da ihre heimliche Leidenschaft Japan und dem japanischen Ausdruckstanz Butoh galt, reist Rudi zu seinem Sohn nach Tokio. Dieser ist von der Situation bald überfordert und wünscht seinen Vater wieder fort. Da lernt Rudi in einem Park, der in der Kirschblüte steht, eine junge Japanerin namens Yu kennen, die ihm auffällt, weil sie dort täglich den Butoh tanzt. Yu lebt in einem Zelt, hat erst vor einem Jahr ihre Mutter verloren, kann Rudis Situation gut nachvollziehen und hilft ihm, sich in der Großstadt zurecht zu finden. Trotz ihrer sprachlichen Verständigungsprobleme und trotz der großen kulturellen Unterschiede verstehen sich die beiden bald sehr gut." (Wikipedia)

Montag, 1. März 2010

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