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Dienstag, 29. Juni 2010

Befreites Gemälde?

"Das Caravaggio-Mogadischu: GSG 9 befreit gestohlenes Gemälde in Berlin"

Hier sollte der zuständige Redakteur der WELT vielleicht doch noch mal über die semantischen Implikationen des Verbs befreien nachdenken. Und der kühne Vergleich, der ihn überhaupt erst auf befreien gebracht hat, wird den Leiden der Menschen in Mogadischu seinerzeit und dem Tod des Flugkapitäns Schumann nicht gerecht.

Montag, 28. Juni 2010

Politik und Sprache und Denken

Ein kleiner Auszug, in Sachen User-Sprache und User-Argumentation im Internet. Man sieht ziemlich rasch, dass von bestimmten Menschen der schöne Kampfruf "Wir sind das Volk!" auf eine interessante Weise interpretiert wird, nämlich als: "Ich und alle die so denken wie ich - wir sind das Volk!"

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[re:1]Tiger_Icecold am 28.06.10 13:59 Uhr (-3)
@consydar: Hab irgendwie nix anderes erwartet, von daher: WAYNE :(

[re:2]Kobold-HH am 28.06.10 14:17 Uhr (+2)
@consydar: Gut merken und bei der nächsten Wahl mal besser nachdenken und nicht immer aus Gewohnheit bei der selben Partei das Kreuz machen. Es wird Zeit was zu ändern! WIR SIND DEUTSCHLAND - Nicht die Regierung in Berlin!

[re:3]Link am 28.06.10 14:31 Uhr
@Kobold-HH: ... es sei denn, man hat es sich zur Gewohnheit gemacht die Piraten zu wählen.

[re:4]Hellbend am 28.06.10 14:36 Uhr
@Kobold-HH: Das deutsche Volk kann denken was es will nur wird nie was bewegen als red' kein Bullshit. Wahlen sind vorn A.r.sch. Gebündelter Unmut auf den Straßen wäre mal fällig aber da kann man in good ol' Germany ja lange drauf warten. WIR sind kein Deutschland - WIR SIND NUR WAHLVIEH.

[re:5]Golaucariwr am 28.06.10 14:48 Uhr (+1)
@Kobold-HH: tz ja wir sind deutschland aber die schmeißen sich gegenseitig die leine zu wer uns die nächsten 4 jahre gassi führen darf : /

[re:6]Potty am 28.06.10 15:04 Uhr
@Hellbend: Dann geh doch auf die Straße. Wenn es genug gibt, die das WIRKLICH ankotzt, werden sich die Leute schon dafür einsetzen. Hat doch vor 20 Jahren auch ganz gut geklappt.

[re:7]Hellbend am 28.06.10 15:21 Uhr (+1)
@Potty: Das klappt mit einer griechischen oder französischen Mentalität. Der Deutsche ansich möchte betrogen, übervorteilt und und hinter Licht geführt werden. Da ist es sinnlos die Beiträge hier zu lesen. Es ist widerlich aber man könnte meinen, der Deutsche möchte geführt werden, denn sonst würde er nicht in Foren, an der Tankstelle oder der Eckkneipe die Fressluke aufmachen, sondern handeln. Sämtliche Aufrufe der Gewerkschaften, der Verbände, der Bürger...alles lächerlich, weil nicht ernst gemeint. Wir sind ein Land der Hinnehmer geworden und insofern ist hier jeder zweite Post einfach nur noch billig zu lesen. Keinen Interessiert es und Alles geht seinen weiteren Lauf. Andauernd wirft man der Regierung vor Shice zu bauen aber niemand verwendet einen Blick auf die Regierten, die alles mit sich machen lassen. Sie nehmen sich mittlererweile NICHTS mehr.
Bearbeitet am 28.06.10 um 15:24 Uhr.yy

Anarchie ist machbar, Herr Nachbar!

Auf der Suche nach Noam-Chomsky-Kommentaren stoße ich doch tatsächlich auf eine Website zum guten alten Thema -- nein, von Vertretern des "Anarchismus". Und da lese ich dann unter anderem:

Bücher
Hier könnt Ihr gute Bücher zum Thema Anarchie und verwandte Themen online bestellen.

Im Forum kamen immer wieder Anfragen nach guten Büchern über Anarchismus und bervor die Tips im Forum versacken, gebt die doch lieber gleich hier ein.

Geil wärs wenn Ihr gleich die ISBN Nummer bei http://www.amazon.de raussuchen könntet. Aber nicht bei Amazon bestellen!

Unterstützt lieber nen kleinen linken Buchladen in Eurem Ort, wie bei mir die Basis-Buchhandlung http://www.basis-buch.de in München.

Bei Amazon nachschlagen und dann bei -- "geil wäre es" -- basis-buch.de bestellen. Ja, ja, es menschelt halt auch bei den Anarchisten.

BILD lässt den Bundespräsidenten wählen...

... von den BILD-ONLINE-Lesern. Und das war soeben das Ergebnis:

Thank you, Fußball-Gott! (c) The BILD-Zeitung

Die BILD-Zeitung jetzt also auch: philosophisch, metaphysisch, religiös. Wegen dieses unerhörten Ereignisses einer neuen Art von Bericht, bringe ich die Einschätzung des gestrigen Spiels hier im Volltext:

NACH 44 JAHREN IST WEMBLEY ENDLICH AUSGEGLICHEN

Thank you, Fußball-Gott!

JETZT WISSEN DIE ENGLÄNDER, WIE WIR UNS DIE GANZE ZEIT GEFÜHLT HABEN

27.06.2010 - 23:48

  • 30. Juli 1966. Die 101. Minute im WM-Finale im Londoner Wembleystadion. Englands Geoff Hurst hämmert den Ball an die Unterkante der Latte. Der Ball springt auf die Linie, die Kreide staubt auf. Dann geschieht das Unfassbare: Der sowjetische Linienrichter Tofik Bachramow zeigt an: TOR! 3:2 (Endstand 4:2), England ist Weltmeister. Deutschland weint.
  • 27. Juni 2010. Die 38. Minute im WM-Achtelfinale von Bloemfontein. Lampards 17-Meter-Schuss kracht an die Unterkante der Latte. Er prallt klar (geschätzte 40 Zentimeter) hinter der Linie auf den Rasen. Er springt zurück an die Latte. Torwart Neuer fängt ihn auf. TOR – so klar wie Wembley KEIN TOR war.
Es wäre das 2:2 gewesen. Und wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre. Doch der uruguayische Schiri-Assistent Mauritio Espinosa reagiert nicht, seine Fahne bleibt unten. Er hat kein Tor gesehen. Vermutlich als einziger Mensch auf diesem Planeten. Eine dramatische Fehlentscheidung! So wie 1966. Aber diesmal weint England.

THANK YOU, FUSSBALLGOTT!

Du hast dir viel Zeit gelassen, das Unrecht auszugleichen. Wir hatten schon nicht mehr daran geglaubt. Seit gestern ist Wembley wettgemacht. Liebe Engländer, jetzt wisst Ihr, wie wir uns 44 Jahre lang gefühlt haben. Wütend über soviel Ungerechtigkeit, bestohlen um den Titel.

Auch wenn viele Leser dieser Zeilen das Wembley-Tor nur aus Erzählungen kennen: Dieser verfluchte Fußball-Moment wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Nun ist er gebrochen.

Wir geben ohne Wenn und Aber zu: Das war gestern EIN TOR, ihr seid betrogen worden. Aber bitteschön, nun gesteht Ihr auch: Wembley war KEIN TOR.

Liebe Engländer, lasst uns gemeinsam den Schluss-Strich ziehen. Und uns auf künftige große Duelle zwischen unseren Teams freuen.

Und die SUN mault. Und betreibt dann doch Trauerarbeit. Auch das ein schöner Schritt. Und die Einsicht zwischendurch: "None are as blind as those who cannot see."

Freitag, 25. Juni 2010

Die fatalen Seiten des Internet

Diese Momente, in denen wir auf eine ganz neutrale oder gar wissenschaftliche Website kommen und dann so etwas finden, die lassen -- nun jedenfalls bei mir, zuerst das Herz fast stillstehen und dann hüpfen. Wieder ein Befund für das "Museum des Menschen". Also, bitte, hier!

Das fand sich soeben im Online-Wörterbuch für Redensarten, oben links.

Erfinder

Was ist Radiohören toll! Heute also:

Wie kommt der Erfinder zu seinen Ideen? - Artur Fischer

von David Globig

Es gibt wohl kein Haus und keine Wohnung, wo er nicht in der Wand steckt: der Kunststoffdübel. Erfunden hat ihn Artur Fischer - vor über 50 Jahren. Die Idee kam ihm eines Morgens unter der Dusche. Nicht einmal einen Tag später hatte er den ersten Prototyp fertig. Der Kunststoffdübel dürfte Fischers bekanntester Geistesblitz sein. Doch der umtriebige Schwabe hat noch viele andere Erfindungen gemacht: vom Fotoblitz über den Dessous-Kleiderbügel bis zum Konstruktionsbaukasten. Artur Fischers Name steht heute auf mehreren hundert Patenten.
Zwar hat er sich längst aus der Leitung des von ihm gegründeten Unternehmens zurückgezogen, kreativ und erfinderisch ist er aber auch mit 90 Jahren noch.
radioWissen am Vormittag (9.30 Uhr)

Himmelsfahrten - Die Brüder Montgolfier und die Erfindung des Ballons
von Brigitte Kohn
Bildunterschrift:Heißluftballon
Im Jahre 1782 sitzt der Papierfabrikant Joseph Michel Montgolfier aus Avignon vor seinem Kamin und schaut ins Feuer. Über den Flammen tanzen winzige Partikel aus Holz und Asche. Joseph Michel gerät ins Träumen. Könnte man nicht auch von Menschen gemachte Objekte unter Einsatz erwärmter Luft steigen lassen? Man kann. Joseph Michel und sein Bruder Jacques Etienne entwickeln die ersten Heißluftballone, und bald darauf wird der Traum vom Fliegen zum ersten Mal in der Geschichte auch für Menschen Wirklichkeit. Europa gerät in einen Taumel der Begeisterung.

radioWissen am Freitag, 25. Juni 2010
Bildunterschrift:Prof. Harald Mieg
Studiogast: Prof. Harald Mieg, Metropolen- und Innovationsforscher, Humbold-Universität Berlin
Moderation: Leslie Rowe
Redaktion: Jeanne Turczynski
Wissenschaft und Bildung
Homepage Prof. Harald Mieg [Homepage Prof. Harald Mieg]

Rüttgers-Rücktritt, allgemeiner betrachtet

Dass es Modeerscheinungen gibt, ist klar. Dass aber auch der Rücktritt von Politikern zur Mode werden könnte, hätte ich bis vor kurzem nicht für möglich gehalten. Aber nun, fast schon in zeitlicher Progression:

  • Lafontaine (na gut, das war kein wirklicher Rücktritt, sonder nur ein Sidestep)
  • Köhler
  • Koch
  • Rüttgers

Um nur einige zu nennen. (Andere, dank SZ, hier.) Und ich staune noch mehr: Es gibt sogar schon das entsprechende Buch zum Thema!

Wow!

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Nordrhein-Westfalens Noch-Ministerpräsident sorgt inmitten der Hängepartie nach der Landtagswahl im Mai für einen Paukenschlag: Rüttgers wird auch den CDU-Landesvorsitz abgeben. Kanzlerin Angela Merkel verliert damit einen weiteren Stellvertreter.

Die Wikipedia und der Humor 1: Irrenhaus-Seite

Auch das muss einmal gesagt werden: Durch den Wikipedianer MittlerWeg bin ich auf die Wikipedia-Irrenhaus-Seite gestoßen. Der User sei für diesen Hinweis gepriesen!

Die Berettas und die Wikipedia

Meine Versuche, den Machtstrukturen und anderen Menscheleien in der Wikipedia nachzuspüren. Ein neuer Fall. Ich füge ein paar Mitteilungen in den WP-Artikel Beretta ein,die prompt gelöscht werden. Ich merke in der Diskussion an:

Ergänzungen
Ich habe eben, aus Versehen unangemeldet, eine Gliederung und zwei Ergänzungen unter "Trivia" eingefügt. Bitte prüfen. --Delabarquera 16:23, 23. Jun. 2010 (CEST)

@MittlererWeg "(Portalkonsens keine Trivia in Waffenartikeln. Trivia entfernt)" Finde ich eine eigenartige Beschlusslage. Wie und mit welchen Gründen ist dieser Konsens zustande gekommen? Ich hoffe nicht, indem zwei sich geeinigt haben. Im Übrigen glaube ich, dass es da verschiedene Arten von Trivia gibt. Was ich reingesetzt habe, waren ja keine vom Typ Waffennarr-Begeisterung. -- Kann man die Diskussion, die zu diesem 'Konsens' führte, irgendwo nachlesen? NACHTRAG, damit man nicht lange blättern muss. Ich hatte einegefügt: "Trivia -- Wie bei Faustfeuerwaffen üblich, werden einzelne Typen von Waffen durch ihre Rollen in Romanen und in Kriminalfällen bekannt. So hat Ian Fleming seinen Romanhelden James Bond mit einer Beretta 905B ausgestattet. Marianne Bachmeier, die 1980 im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschossen hat, benutzte für die Tat eine Beretta M1934." Ist das wirklich so schlimm und nicht-informativ, dass man es löschen muss? Oder schießt da wieder mal die Regelungswut von Leuten, die gerne regeln, ins Kraut, wenn so sehr allgemein festgelegt wird, dass es "keine Trivia in Waffenartikeln" geben soll? (Ich kann mir schon denken, was da für mögliche überflüssige Mitteilungen von Fans und Waffennarren stehen könnten; aber diese Anmerkungen gehören meiner Ansicht nach nicht zum Überflüssigen.) --Delabarquera 10:59, 24. Jun. 2010 (CEST)

Der ZEIT-Leser christygoe


20.05.2010 um 9:55 Uhr
christygoe

Mach uns den Jamie Oliver, ....
... Tim Mälzer, das hat uns noch gefehlt.

Neben all den Kochsendungen, die das Kochen im Alltag für viele Menschen mittlerweile überflüssig erscheinen lassen und Leuten wie Lichter und Mälzer, denen die Performance wichtiger zu sein scheint, als das Essen an sich, haben wir ja dann noch die Labertaschen, die Interviews beim Schaukochen führen, uns Landschaften zeigen, die die professionell auf Kultursendungen Kochreisen zeigen, die Nachmittagshäppchen- und Partykocher, die Morgensendungskocher und was war noch???

Merkt keiner, dass diese Schwemme nur noch langweilt und trotzdem viele Menschen nicht wissen, wie man einfachste Gerichte zubereitet - seltsam, diese Lifestyle-Geschichten.

Es sind zwei böse Vermutungen, die einem da, verallgemeinerbar, hochkommen: Zum einen, dass das Kommentieren dieser Art für die Kommentatoren zu etwas wird, womit man die Hoffnung verbindet, ein wenig in der Liga der Medienerfolgreichen mitwirken zu können. Der Online-Kommentator als der Flitzer auf dem Spielfeld des Medienspiels. Die provokante Formulierung als das Äquivalent der Nacktheit. (Nun ja, gut. Der Vergleich hinkt ziemlich; aber er regt vielleicht doch zum Denken an.) Und dann: Solche Kommentare fordern allesamt die Frage heraus: "Wie hätten Sie's denn gern?" Ich jedenfalls würde den Leser -- oder doch eine Leserin? -- Christygoe gerne bitten, mal die 100 wichtigeren Themen vorzuschlagen, gemeinsam mit Journalisten, die man zum Schreiben bitten könnte. Dass Mälzer, den ich im Übrigen sehr schätze, etwas zu Schulkantinen sagt, halte ich für nachgerade überfällig. Das Ätzende in den Kommentaren, das uns das schöne Verb ätzen beschert hat, ist eine Erscheinung vergleichbar dem, dass nur noch übersalzenes Essen schmeckt. (Wie komme ich nur wieder auf diesen Vergleich?!)

Personality!

Wieder einmal in der ZEIT, etwas Sprachkritisches. Das wohl bedacht sein will. Das Herstellen von Verdummung hat immer einen sprachlichen Reflex.


SPRACHE IN CASTING-SHOWS
Sorry, aber du hast leider keine Personality!
"Herausforderung", "abliefern", "professionell". Was die Sprache in "Germany's next Topmodel" bewirkt, erklärt Ann-Marlene Henning, die als Psychologin und Model arbeitet.

© Jörg Carstensen dpa/lnw

Ann-Marlene Henning: Modeln ist ein hartes Geschäft. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Es ist eine Ellenbogen- und Leistungsgesellschaft. Man steht vorne und lächelt, man muss seine Aufgaben meistern. Insofern passt diese Geschäftssprache absolut zum Berufsbild.

ZEIT ONLINE: In den ersten Staffeln von Germany's next Topmodel haben die Kandidatinnen noch relativ normal gesprochen, inzwischen scheinen sie das Casting-Vokabular verinnerlicht zu haben.

Henning: Mir ist in der letzten Staffel aufgefallen, dass die Kandidatinnen konditioniert wirkten, als ob man ihnen bestimmte Begriffe antrainiert hätte. Diese ganzen englischen Wörter wie "Live-Walk", "Challenge", "Deal", "Heute war meine Performance nicht so gut". So etwas sagt kein Mensch, es sei denn, er hört es ständig oder ihm wird gesagt, dass er so sprechen soll.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Das Meisterwerk

Ich jage seit langer Zeit hinter zwei Grillparzer-Sätzen her. Ich glaube -- nein, bin sicher, dass ich sie seinerzeit in Tübingen in den Tagebüchern Grillparzers gelesen habe. Aber die Tagebücher sind elektronisch vorhanden, und da ist nichts. Dann endlich mache ich, erst einmal online, einen Fund an entlegener Stelle, und mit einigem Aufwand bekomme ich über Springerlink den Aufsatz:

Grillparzer in psychopathologischer Beleuchtung. Von Dr. Florin Decurtins.

Da steht es dann, auf S. 32, in der Fußnote 3: "Grillparzer: 'Ich möchte eine Tragödie in Gedanken schreiben können. Es würde ein Meisterwerk werden!'"

Aber wieder eine Enttäuschung: Der Herr Sekundärzt Decurtins gibt da, im Jahr 1933, keine genaueren Angaben zum Text. Es steht da wirklich nur lapidar so da: Grillparzer: ... Ich tröste mich. Wenn der Anfang gemacht ist, ist der Rest leicht.

Soziale und politische Kultur

Die soziale und politische Kultur verhält es sich wie mit einem Haus: Es muss gepflegt und manchmal repariert werden, sonst verfällt das Haus in einem langsamen Prozess. So ist es auch im Politischen. Hier also muss was geschehen, damit die Risse nicht größer werden und wir nicht irgendwann vor einem Mob stehen, der glaubt, es sei aufrecht und tapfer, andere mit Steinen zu traktieren.


10:11|VOLKSVERHETZUNG

Bestürzung über antisemitischen Angriff in Hannover

Muslimische Kinder und Jugendliche sollen mit Steinen nach einer jüdischen Tanzgruppe geworfen und "Juden raus" gerufen haben.

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, sieht im Antisemitismus in Deutschland lebender Muslime eine neue gesellschaftliche Herausforderung
von R. Herzinger, M. Lutz, C. C. Malzahn, J. Wiedemann
Ein antisemitischer Angriff beschäftigt Niedersachsens Landes- hauptstadt Hannover: Eine Gruppe von überwiegend muslimischen Kindern und Jugendlichen libanesischer, palästinensischer und iranischer Herkunft soll am Samstag bei einem Fest im Stadtteil Sahlkamp eine Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde mit Steinen beworfen und „Juden raus!“ geschrien haben. Bisher konnte die Polizei als mutmaßliche Täter einen 14-jährigen Deutschen und einen 19-jährigen Nordafrikaner ermitteln. Nachdem eine Tänzerin leicht am Bein verletzt worden war, brach die Gruppe Chaverim (Freunde) ihren Auftritt ab.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Noch ein Ranking: Das sollen die größten Deutschen sein.

Also, zum Finden seien sie noch einmal aufgeschrieben: "Die ZDF-Hitparade der größten Deutschen":

Adenauer
Luther
Marx
Scholl (wahrscheinlich: Sophie)
Brandt
Bach
Goethe
Gutenberg
Bismarck
Einstein

Die zehn »Besten«

Und wie ist diese Liste zustande gekommen? Adenauer, ausgerechnet? Größer als die dahinter? Und es durften auch Frauen gewählt werden, oder? Also doch Sophie Scholl und nicht ihr Bruder? Oder, siehe Bild: pari passu?

Deutsche Titel-Übersetzungen

Ich sehe, nachdem Bayern 2 in seinem Kalenderblatt über Kinsey spricht, einmal in der Wikipedia nach und finde da auch das:

"Sein Leben ist Thema des biografischen Films Kinsey – Die Wahrheit über Sex (2004) und des Romans The Inner Circle (2004) von T. C. Boyle mit dem deutschen Titel Dr. Sex."

Das wift wieder einmal die Frage auf: Warum geben die deutschen Verlage usw. englischen Titeln immer solch hanebüchen-bescheuerte Übersetzungen? Könnten sie nicht halbwegs wörtlich bleiben?

Meine weiteren Beispiele, relativ beliebig:

Ein Mann sieht rot - Originaltitel: Death Wish
Tödliche Weihnachten (wohl zu Beginn auf Pro7 auch schon mal: Blutige Weihnacht) - Originaltitel: The Long Kiss Goodnight

Fußball-WM und Political Non-Correctness

Ja, ich liebe politisch Unkorrektes. Wenn es ins Satirische spielt. Also heute mal ein Lob für die Werbeagentur von Sixt!

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken!)



Und dieser Kommentar muss noch sein: Was muss es einem Land gut gehen, das neben der Fußball-WM noch Sixt und Mercedes sein eigen nennt!

(Frage: Sagen die Wikiped-Indianer unter political correctness wohl was dazu?)

Sprache und Sprachgefühl: Beispiele

Wie muss es denn nun heißen, o heiliger Sprachzweifelsfall?

"zu Beginn dieses Jahres": Ungefähr 196.000 Ergebnisse
"zu Beginn diesen Jahres": Ungefähr 28.000 Ergebnisse
Quotient: 7,00
Vgl. diese Seite: Richtig ist: ... Wirklich? Was bedeutet hier 'richtig'?


Wenn er begänne: Ungefähr 90.200 Ergebnisse (nur Wort gesucht)
Wenn er begönne: Ungefähr 14.800 Ergebnisse (nur Wort gesucht)
Quotient: 6,09

Sonntag, 20. Juni 2010

Mixa 2.0

Lassen wir doch einmal das einschlägige Fachblatt für Sittlichkeit, die sich -- hört, hört! -- auf die Sonntag-FAZ beruft, zu Wort kommen. Ja, ja, die katholische Kirche. Die Bigotterien und fatalen Unterdrückungen der 1950er und 1960er Jahre rächen sich jetzt bitter. Und Gott höchstselbst muss wohl dahinterstehen. Denn: "Mein ist die Rache, spricht der Herr!"

Die Vorwürfe betreffen eine Alkoholkrankheit des ehemaligen Bischofs sowie sexuelle Übergriffe auf junge Priester und Pries- teramtskandidaten.
Nach Angaben der Zeitung enthält die Akte Zeugenaussagen „aus dem engsten persönlichen Umfeld Mixas“ über dessen Lebenswandel. Die Unterlagen seien über die Apostolische Nuntiatur in Berlin nach Rom übermittelt worden.
In den Berichten wird Mixa als „Spiegeltrinker“+ bezeichnet, dessen Arbeits- und auch Wahrnehmungsfähigkeit massiv beeinträchtigt war.

--

+ Was ein Spiegeltrinker ist, musste ich mangels einschlägiger Kenntnisse auch erst einmal nachschlagen: "Der Gewohnheitstrinker (Spiegeltrinker, Delta-Trinker) trinkt kontinuierlich und erlebt dabei meist keine Rauschzustände mehr. Er ist körperlich abhängig: Denn fällt sein Blutalkoholspiegel ab, kommt es rasch zu Entzugs- erscheinungen."

Windows 7 und der Brother MFC CN-465-Druckertreiber

Schaun wir doch mal, was die Firma Brother Deutschland und die Firma Microsoft Deutschland zu diesem Problem sagt:

"Wie bringe ich Windows 7 / den Brother MFC CN-465-Druckertreiber dazu, korrekt zu drucken?"

Die Vorgeschichte: Der o. a. Brother-Drucker verrichtete seine Arbeit am Vista-Notebook meiner Frau ohne jedes Problem. Nun habe ich ihn an den neu angeschafften Desktop-PC mit Win 7 angeschlossen. Der Drucker wurde erkannt, der Druckertreiber wurde automatisch installiert.
Jetzt aber: Beim Ausdrucken gibt es immer dieses Ergebnis: Die erste Seite wird einige Zeilen gedruckt, also nicht vollständig, dann wird das Papier herausgeschoben. Dann beginnt das Ganze von vorn, also -- wieder mit der ersten Seite, wieder ein paar Zeilen. Und so weiter, und so fort.
Nun habe ich gestern nach Brother-Anleitung ein Dein- stallationsprogramm für den Druckertreiber heruntergeladen, installiert und ausgeführt. (Schon die Tatsache, dass ich dafür eine proprietäres Programm anwerfen muss, mit dem entsprechenden Zeitaufwand verbunden, hat mich ziemlich genervt.) Also -- den alten Treiber runter, den neuen installiert. Gedruckt, ein nicht ganz einfaches, zweispaltiges OpenOffice-Dokument. Einwandfrei. Das PC-übliche Na-also!-Gefühl.
Heute morgen dann - PC eingeschaltet. Drucken. Das bescheuerte Ergebnis von vordem: Ein paar Zeilen ... Siehe oben.

Wie gesagt: Mal sehen, was ich da herausbekomme.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die Intuition und die Ziegen

Mal wieder über die Intuition und das Ziegenproblem nachgedacht. Bei der Wikipedia herumgelesen und auf folgende Stelle gestoßen:

"Marilyn vos Savants Antwort, man solle zu Tür Nummer zwei überwechseln, da man dadurch die Gewinnchance von 1/3 auf 2/3 verdoppeln würde, fand breite öffentliche Resonanz. Sie erhielt ungefähr zehntausend Briefe, von denen mehrere hundert von Professoren und anderen Akademikern stammten. 65 % der Promovierten, die an vos Savant schrieben, wollten sie davon überzeugen, dass sie im Unrecht sei; von den restlichen Absendern waren 92 % derselben Ansicht. Nach Meinung jener Absender bliebe die Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn zu erlangen, für beide Türen gleich, also 1/2. Auf dieser Lösung beharrten unter anderem der stellvertretende Direktor des „Center for Defense Information“, ein Statistiker der „National Institutes of Health“ und der ungarische Mathematiker Paul Erdős. Letzterer ließ sich erst dann von vos Savants Lösung überzeugen, nachdem man durch Computersimulation einhundert Runden des Experimentes durchgespielt und dabei ein Wechsel der Tür häufiger zum Erlangen des Gewinnes geführt hatte."

Was ist da so merkwürdig wie tröstlich? Dass auch Mathematiker nicht in jedem Fall eine eingebuate statistische Intuition haben. Wenn schon Erdős ...!

Bleibt die Frage, ob die Analogie zulässig ist.

Fälscher

Ich beginne heute mal mit der Materialsammlung Meine-Fälscher-Favoriten. Aufhänger ist die folgende Meldung, die BR5 heute verbreitete:


Urteil im Mammutprozess

Vor dem Amtsgericht Rosenheim geht am Donnerstag ein Mammutprozess zu Ende. Ist eine Picasso-Zeichnung echt? Diese Frage hat das Rosenheimer Gericht und zahlreiche Kunst-Experten 16 Monate beschäftigt. Sogar eine Tochter Picassos wurde zurate gezogen.

Meine Favoriten also sind:


In dieser Reihenfolge.

Konrad Kujau? Nein, nicht so begabt. Eher ein großer Spaßvogel.

Außerdem suche ich noch den Mann, der unfreiwillig zum Fälscher wurde. Eine Fernsehsendung berichtete vor Jahren darüber: Er malte ein Bild im Stil eines alten Meisters. Ein paar Jahre später tauchte das Bild als echt in einem US-Museum auf. Der Mann, ein Restaurator, hat vorgemacht, wie er so etwas angeht. Das Bild war immerhin auf eine Holzplatte gemalt! Wie er die Farbe mit Honig und Zeitungspapier von der Leinwand abzog, ihr an der Tischkante Risse verpasste und dann auf die Platte klebte, das hatte was Geniales!

gutefrage.net - § 7 AGB - Datenschutz

Ich fand gutefrage.net eigentlich immer ganz gut und habe wegen der größeren Einfachheit und Durchsichtigkeit wer-weiss-was.de kaum noch benutzt. Jetzt leuchtet auf einmal, bevor ich auf der Seite bin Breitbandwerbung auf und werde ich einmal automatisch eingeloggt, soll meine Angaben noch einmal machen bzw. bestätigen und die AGB unterschreiben. Normalerweise denke ich da: Na ja, die anderen werden das schon kritisch beäugt und für ok befunden zu haben. Nun schaue ich aber doch einmal hin und lese das da unten. Wieder jemand, der versucht, durch den Verkauf von Kundendaten Geld machen will. Das übliche Internet-Geschäftsmodell, Abt. "kostenlose Angebote".

Damit es keine Missverständnisse gibt: Ich erkenne an, dass solche Dienste von irgendwas leben müssen. Aber dann doch bitte mit dezent und direkt geschalteter, passgenau auf meine Fragen zugeschnitten meinetwegen. Wie Google es eben praktiziert. Aber nicht durch am Ende nicht zu kontrollierender Datenweitergabe.


§ 7 Datenschutz
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Mittwoch, 16. Juni 2010

Missgeschicke des Alltags

Die Menschen lassen sich auf vielerlei Weise klassifizieren. Eine der dichotomischen Klassifizierungen ist ohne Zweifel: a) die, die die Schuhe geputzt im Schrank stehen haben - b) die, die die Schuhe nach Bedarf vor dem Anziehen und Weggehen putzen. Ich selbst gehöre zu meinem Leidwesen der Klasse b) an.

Am Morgen auf dem Weg ins Büro. Ich will noch schnell die Schuhe schwarz anmalen. Mit so einem Schnellputzzeug natürlich, das im Kasten mit den Schuhputz-Utensilien steht. Ich drehe die Kappe ab -- denke ich. Es dreht sich aber der gesamt Verschluss ab und die Brühe -- nein, es ist leider keine Creme drin, sondern schwarze Flüssigkeit -- schwappt heraus und ergießt sich großflächig über den Steinfußboden.

Lautes Fluchen. Küchenpapier holen. Wischen. Gottseidank und an ein kleines Wunder grenzend: weder das weiße Hemd noch die Hose haben etwas abbekommen. Und zu meinem Erstaunen lässt sich die Flüssigkeit rückstandsfrei vom Fußboden abwischen. In der Küche dann, beim Entsorgen, fließt ein größerer Rest aus der Verschlusskappe noch auf den Boden. Auch das lässt sich wegwischen.

Soll ich jetzt einen Hassgesang auf den Hersteller des Produkts anstimmen, weil der seine Flaschen so konstruiert hat, dass sich der Gesamtverschluss leicht mit abdrehen lässt? Ach, lass gut sein, sage ich mir. Sei dankbar, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Mach ein Foto. Stell es zu deiner Sammlung: Missgeschicke des Alltags.

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Jetzt wollte ich also noch zwei Fotos zur Illustration dazustellen. Aber der PC erkennt den Cardreader von Hama, aber nicht die eingelegte SD-Karte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, sagt der Volksmund in seiner etwas eigenen Poetizität.


Dienstag, 15. Juni 2010

Müller-Hohenstein Reichsparteitag

Gehört habe ich diesen Sager auch. Zusammengezuckt bin ich auch. Gefragt habe ich mich, wie Katrin Müller-Hohenstein auf diesen Ausdruck gekommen ist. Von der Großmutter väterlicherseits? Und ist ihr das rausgerutscht, weil sie Oliver Kahn zu sehr angehimmelt hat?

Nein, einordnen konnte ich diese Wendung nicht. Sie war mir nicht geläufig. Wie gut, dass es Leute gibt, die das dann übernehmen:

"... Doch wie staunte ich erst, als ich am Montagmorgen die hämisch-hasserfüllten Kommentare zu Müller-Hohensteins Ausrutscher im Netz las. "Jawoll, mein Tabellenführer!" war noch das Witzigste unter unzähligen beckmesserhaften Belehrungen darüber, Müller-Hohenstein habe sich hier beim "Wörterbuch des Unmenschen" bedient. Was für ein Unsinn!
...
Hier geht es um sprachhistorische Feinheiten, deren Kenntnis man vielleicht von einer Sportjournalistin, die unter immensem Druck vor einem Millionenpublikum agiert, nicht erwarten kann. Umso mehr sollten diejenigen, die sich jetzt über sie erhaben dünken, vor Scham erröten, dass sie Distanz und Ironie, die im Ausdruck vom "inneren Reichparteitag" wohnen, glatt übersehen haben."

Erkenntnis- und Sprachtheorie theorie (Helen Keller)

In der Wikipedia lese ich den Artikel über Helen Keller nach. Meine Auffassung, dass die Möglichkeiten der Taubblinden viel mehr in die Erkenntnis- und in die Sprachtheorie einbezogen werden müssten. Die Grundlagen von Helen Keller sind wahrscheinlich tatsächlich durch Legenden zu stark verfremdet. Um wo wichtiger wäre es, heute genaueste Forschungen anzustellen. Oder gibt es die?

"Helen verbrachte viel Zeit am Perkins-Institut, dessen Leiter Michael Anagnos (Schwiegersohn von Samuel Gridley Howe, Laura Bridgmans Lehrer) sie und Anne Sullivan jahrelang protegierte und blumige, übertriebene Berichte über Helen und ihre Leistungen verfasste. Es kam jedoch zum Bruch mit Anagnos, als Helen ihm eine selbstverfasste Geschichte namens The Frost King schickte, die im Jahrbuch der Schule veröffentlicht wurde. Bald darauf stellte sich heraus, dass eine nahezu Wort für Wort gleichlautende Geschichte von Margaret Canby bereits 1880 erschienen war. Helen musste diese Geschichte einmal vorgelesen worden sein, ohne dass sie sich jedoch daran erinnern konnte. Margaret Canby, die Autorin des Originals, schrieb Helen einen verständnisvollen Brief und erklärte, Helens Version sei sogar besser als ihre eigene. Anagnos fühlte sich betrogen und zitierte die elfjährige Helen vor ein Untersuchungskomitee, bestehend aus acht Lehrern (vier blinden und vier sehenden). Im Anschluss an das zweistündige Verhör befanden vier Mitglieder Helen des vorsätzlichen Betruges für schuldig, vier hielten sie für unschuldig, Anagnos stimmte zu Helens Gunsten ab. Dennoch distanzierte er sich in der Folgezeit mehr und mehr von Helen und Anne Sullivan."

Montag, 14. Juni 2010

"Soll man Kinder wie Menschen behandeln?"

Das sollte man lesen!

...

Zitat:

Er ist der bekannteste holländische Biologe: schräg, klug, provokativ und ungeheuer unterhaltsam. In diesem Buch wendet er das zoologische Modell der Metamorphose als Denkmodell auf den Menschen an.


Midas Dekkers: Von Puppen und Larven. Soll man Kinder wie Menschen behandeln? Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm ISBN: 3-89667-222-3 Euro 22,00 Blessing Verlag, München, 2003.

LG 42 LH und Kabel Deutschland 2


Bei der Wikipedia findet sich in dem Artikel [ Common Interface ]

"Die entwickelte Spezifikation wird von Verbraucherschützern stark kritisiert, da die Inhalteanbieter durch ihn sehr viel Macht über die neuen Receiver erhalten. Häufig wird die CI+-Spezifikation als Bevormundung und Einschränkung der Zuschauer-Rechte verurteilt. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt potentiellen Käufern, derzeit keine HD-Sat-Receiver zu kaufen, um eine Fehlinvestition aufgrund des schnelllebigen Marktes zu vermeiden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt aufgrund der zuschauer-unfreundlichen Eigenschaften der CI+-Technik vor einer technischen Entmündigung und erheblichen Gängelung der Fernsehzuschauer."

Samstag, 12. Juni 2010

Argumentierensarten. Oder: Nachdenken über Kurt Beck

Nachdenken über Todesarten. Das gibt es schon. Denken wir nur an Ingeborg Bachmann. Aber Argumentierensarten? Nein. Darüber nachzudenken ist weitaus schwieriger. Gegen den Strich+ zu denken ist ein zentraler Teil dieses Nachdenkens. Und das Ergebnis des Nachdenkens dann auch noch formulieren! Das ist nicht einfach. Nein, bestimmt nicht. Man muss seinen eigenen Gedanken auflauern. Sozusagen.

Beispiel, heute morgen, beim Rasieren. Passenderweise. Ich muss an Kurt Beck denken. An einen Arbeitslosen, der es nicht zum Ministerpräsidenten gebracht hat und Becks fröhlich-populistische Einlassungen: "Waschen und rasieren, dann kriegen Sie auch einen Job!" Wir erinnern uns.

Jetzt die komplexe Argumentation:

Ich will hier nicht die Arbeitslosen in Schutz nehmen, die immer nur die anderen für ihre Lage verantwortlich machen. Vielleicht war dieser Mann einer. Kann alles sein.

Aber: Vor versammelter Mannschaft von einem, der es in die vorletzten Spitzen der Gesellschaft geschafft hat, geschurigelt zu werden, das ist nicht gerade angenehm. Und dieses Tun ist nicht gerade stilvoll.

Oder anders herum. (Ich weiß, dass das auch nicht stilvoll ist; aber es dient der Verdeutlichung.) Wenn ich vor Kurt Beck hinträte und sagte: "Jetzt rasieren Sie sich mal erst, nehmen Sie 20 Kilo ab, gehen Sie zum Muskelaufbautraining und gleichzeitig zum Rhetorikunterricht, um Ihren komischen Pfälzer Rest-Akzent wegzutrainieren. Dann werden Sie schon wieder SPD-Vorsitzender!"

Wäre das fein? Natürlich nicht. Natürlich ist das das typische argumentum ad hominem. Aber es wäre auch vergleichbar mit Becks eigener Sottise. Und unterm Strich und in Sachen Argumentationsarten: Die Grenze zwischen korrektem und nicht-mehr-korrektem Reden ist notorisch vage, und wir sollten gelegentlich mal darüber nachdenken, wo wir die Grenzpfähle einschlagen wollen.

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+ A rebours. Das wunderbar bescheuerte Buch von Joris-Karl Huysmans aus dem Jahr 1884 sollte ich wieder mal lesen. Auf Englisch gibt es das auch noch im Internet. Against the Grain. Erstaunlich.

Freitag, 11. Juni 2010

LG 42 LH und Kabel Deutschland 1

Eine Amazon-Rezension von mir, zu: Kabel Deutschland. Der Kauf eines LG 42 LH 2000 und die Folgen

LG 42 LH 2000 106,7 cm (42 Zoll) 16:9
HD-Ready LCD-Fernseher
mit integriertem DVB-T Tuner schwarz

Also, was die Bildqualität usw. angeht -- da kann ich mich dem Lob, das schon hier steht, nur anschließen und ich hätte hier gar nicht in die Tastatur gegriffen. Es bleibt allerdings

*** ein Problem für Kabel-Deutschland-Kunden ***

und möglicherweise auch für andere Kabel-Nutzer. Die Sache stellt sich, allgemein gesagt, so dar:

Wir haben eine Thomson-Box mit einer Kabel-Deutschland-Karte drin. Es brauchte einige Anrufe bei LG wie bei Kabel Deutschland, um diese Box überhaupt soweit zu bringen, dass sie DTV, also digitale Signale, und HDTV-Signale an den Fernseher schickte. Für den Fall, dass jemand in WM-Zeiten ähnliche Probleme hat, hier einmal die LG-Anleitung, die etwas über das Handbuch hinausgeht:

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Gehen Sie bitte wie folgt vor um den digitalen Kabelreceiver zu nutzen: Den Laendercode des TV auf "--" einstellen [AUF "--" TATSÄCHLICH, ALSO NICHT AUF DEUTSCHLAND], die Menuesprache kann deutsch eingestellt werden. Die Startfrequenz bitte auf 113,000 stellen. Softwarestand muss > 3.24 sein. Um beim aut. Sendersuchlauf digitale Signale zu empfangen waehlen Sie im Menue des TV bitte die Funktion "S-Kan" ein.

Menü -> Option -> Land -> "--" -> Sendersuchlauf wird angezeigt.

S-Kanal -> im oberen Auswahlfeld umstellen auf voll - -> Haken bei Automatische Nummerierung entfernen -> Start.
Nun sollten alle frei empfangbaren digitalen Kabelsender gefunden und auch sortiert werden koennen.

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Ja, das klappt dann. Aber entscheidend ist: "alle frei empfangbaren digitalen Kabelsender" bedeutet im Klartext: die öffentlich-rechtlichen = ARD, ZDF, 3. Programme, Arte, 3sat. Alle _deutschen_ Privaten wie RTL, SAT1 usw. können nur analog empfangen werden. (Wenn man einmal digital geschaut hat, mag man diese Bilder in der 42-Zoll-Größe eigentlich nicht mehr sehen.) Und: Die vielen sonstigen Sender -- Ausland, Spartensender wie History Channel, usw. -- gehen gar nicht. Dazu braucht man ein CI-Modul, das der Fernseher auch immer wieder auf's Neue verlangt.

So, und nun kommt's erst! Kabel Deutschland verwendet ein CI+-Modul, das aber der Fernseher nicht verarbeiten kann. Der kann wiederum nur CI-Modul einfach. (Das sei halt kein neues Modell, sagt LG. Die neuen könnten das.)

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Man hängt mit dem Gerät bei Kabel Deutschland also zwischen Baum und Borke, wird von LG zu Kabel Deutschland und von dieser Hotline wieder zurück geschickt.

Ich werde es jetzt so machen, dass ich Kabel Deutschland das Problem schildere. Wenn nichts geht, bleibt mir nur: Da zu kündigen, die Satelliten-Schüssel aufs Dach zu setzen und mir eine "freie Entschlüsselung" zuzulegen. Im Übrigen bleibt bei diesen Erfahrungen nur die dringende Bitte an die Kabelanbieter und TV-Hersteller: Hockt's euch doch bitte mal zum Bier zusammen und redet miteinander!

Ottfried Fischers Wikipedia-Artikel

Wie komme ich nur dazu, bei der Wikipedia über Otfried Fischer nachzulesen? Ich weiß es offen gestanden schon nicht mehr. Aber dann fällt mir in der Diskussion doch etwas auf, das ich kommentiere. Die Sache geht also so:

Privat

War da mal nicht vor ein paar Jahren (2005) ein Skandal mit Nutten?--Regentropfen2 22:08, 22. Jun. 2008 (CEST)

Gähn: http://www.bild.de/BTO/leute/aktuell/2006/06/22/ottfried-fischer-bordell-gestaendnis/fischer-bordell-gestaendnis.html -- Gmhofmann 10:41, 3. Aug. 2008 (CEST)

und als Auszeichnung Fehlt noch das hier Preis der beleidigten Zuschauer!!wen schon den schon und nicht nur die schön sachen rein schreiben!! (nicht signierter Beitrag von Bombenjaeger(Diskussion | Beiträge) 14:44, 2. Jun. 2009 (CEST))

So war das mit den Huren--bennsenson 11:06, 17. Okt. 2009 (CEST)

... und jetzt das noch :-/ --217.189.238.160 13:40, 18. Okt. 2009 (CEST)

Eine (fast) filmreife Geschichte, die Ottfried Fischer den Medien und sein Anwalt den Mühlen der Gerichtsbarkeit zuführen. Eine Darstellung, die einen echten Fan von Mama Berghammers Riesenbaby allenfalls tief durchatmen lässt – von der Tölzer Kripo und Pfarrer Braun nichts gelernt? Nur eine Episode aus dem Leben eines Mimen, den Eros’ trügerische Dienerinnen auf die eine und andere Weise erleichtert und schließlich – dann irgendwie bindenden und schwächenden Zuständen sei Undank – zur fatalen Unaufmerksamkeit, zu einem gar tatpotenziell bedachten Nickerchen (BILD) geführt haben sollen. Doch vor hämisch grinsenden Moralkritikern am scheinweltlich populären, darin so auffallend wenig naiven Repräsentanten aus all jenen urbairisch-menschlichen und gottesfürchtigen Grundwerten darf gewarnt werden: Wer schläft, der sündigt nicht – Mensch Mühlich! -- Tympanus 15:21, 21. Okt. 2009 (CEST)

Also ich glaube, dass hier wieder mal eine besonders besondere interessante Spielart der political, besser: social correctness obwaltet. Hinter einem scheinbar gelangweilten Gähnen etwas mühsam versteckt. Nur nichts Anrüchiges über geliebte Prominente! Ist ja auch zu peinlich, dass es so was im Bereich der conditio humana gibt! Dabei ist das Anrüchige und Halbseidene ein Teil des Prominenten-Lebens. (Was hab ich gestern über den Fritz Wepper gelesen?) Wer die Werbeaktivitäten von O. F. und sein 60-Fan-Sein für erwähnenswert hält, seine am Ende doch recht, na, sagen wir: burlesken Geschichten aber nicht -- mit Lügen und anschließendem Videobeweis der Freudendamen --, der hat schon eigenartige Selektionsmechanismen im Kopf. Aber auch diese, zu einem erheblichen Teil natürlich national eingefärbten, Mechanismen sind ein Teil der Wikipedia-Kultur. -- Wozu diese Einlassungen? Nun, ich finde, der Skandal von damals müsste, knapp belegt, hier rein. --Delabarquera 08:03, 11. Jun. 2010

Fußballer

Gestern, unpassend zum heutigen WM-Beginn, ein Bayern-Alpha-Special über Spitzensportler, Fußballer zumal, anders gesehen: stressgebeutelt, depressiv, verletzlich, selbstmordgefährdet. Natürlich Enke und Deissler im Bild. Dazu aber ein Camp mit arbeitslosen Profi-Fußballern, die sich fithalten wollen. Seltsam. Ein Fachmann vom Kölner Sportinstitut: dass die oberen 10 % der Leistung bei Spitzensportlern mental, also psychisch erklärbar seien.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Daniel Everett und das Pirahã


"Cultural anthropologist and linguist Daniel Everett of Illinois State University has proposed that the language of the Pirahã people of the northwestern rainforest of Brazil resists Chomsky's theories of generative grammar. Everett asserts that the Pirahã language does not have any evidence of recursion, one of the properties that makes generative grammar possible. If true, this would also seem to contradict Chomsky's hypothesis that recursion is the defining feature of the human mind. However, Everett's claims have themselves been criticized. David Pesetsky of MIT, Andrew Nevins of Harvard, and Cilene Rodrigues of the Universidade Estadual de Campinas in Brazil have argued in a joint paper that all of Everett's major claims contain serious deficiencies. Chomsky himself has commented that "The reports are interesting, but do not bear on the work of mine (along with many others). No one has proposed that languages must have subordinate clauses, number words, etc. Many structures of our language (and presumably that of the Piraha) are rarely if ever used in ordinary speech because of extrinsic constraints." The dispute continues."

PC-Frust (Fortsetzung)

Liebe Mitarbeiter von Irfan,

ich dank euch für das schöne Programm. Ich benutze es so gerne! Nun speichert das Programm meine Bilder und Scans mal wieder grundsätzlich in Graustufen. Das hatte ich schon mal, und ich hab seinerzeit auch die Einstellung gefunden, die das bewirkte. Ein Häkchen zu viel, sozusagen. Aber jetzt weiß ich nicht mehr, wo dieses Häkchen war, und alles Suchen in der Hilfe und im ganzen Internet bringt mich nicht weiter. Die Häkchen-Seiten sind inzwischen ja auch komplex geworden. Könntet Ihr das nicht in die FAQ aufnehmen. speichert immer in Graustufen / saves always in grey scales oder so?


--

Nachtrag:

Speichert er direkt ab, ohne einen Dialog anzuzeigen? Dann gehe im Menü bei Optionen - Einstellungen und setze bei "Andere 1" ein Häkchen bei "Speichern-Dialog anzeigen". Beim Speichern kommt dann zuerst der Dialog. Setz hier unten ein Häkchen bei "Optionen anzeigen". Im Optionsfenster gibt es dann die Option "Als Graustufen-JPG speichern", wenn du als JPG speichern willst. Hier einfach das Häkchen entfernen.

Acronis True Image und Co.

So ein freier Vormittag -- gewiss, es gäbe genug zu tun. Aber was könnte wichtiger sein, als die PC-Psychotherapie, die mich von den Schlacken und dem Frust der PC-Arbeit befreit?!

Nun denn: Die Schilderung des gegenwärtigen Problems geht schnell ...

Ein USB-Stick ist hin. Auf einmal. Irgendwie. Es sind die Dateien verschwunden. Es lohnt nicht, denke ich, sich da aufzuhalten. Es sind ja nur Kopien von 2 PCs drauf. Zuhause und Büro. Unwahrscheinlich, dass beide PCs zugleich schlapp machen. Also formatieren, die Dateien vom Büro-PC drauf.

Dann sind da Dateien verschwunden. Sie sind weder auf dem Büro- noch auf dem Zuhause-PC. Könnte das damit zusammenhängen, dass ich ein Synchronisierungsprogramm laufen lasse? Hat das Programm die Dateien auf den neusten Stand synchronisiert und dabei die auf dem USB-Stick nicht mehr vorhandenen Dateien auch in den anderen Unterverzeichnissen gelöscht. Die Dateien, um die es geht, nennen wir sie bestandslisten_01 bis bestandslisten_07, bleiben unauffindbar. Und dass, obwohl ich auch eine 1-TB-Platte auf dem PC zuhause stehen habe, auf den Acronis True Image, das Vielgelobte, seinen Dienst tut.

Ich hatte das seinerzeit, 2009, gekauft. So richtig gekauft und installiert. Weil es so gelobt wurde. Ich bin allerdings mit diesem Programm nie warm geworden, und als ich das einmal forumsöffentlich gemacht habe, wurde ich doch sehr gescholten. "Nun ja, du hast dich halt nicht genug mit ACT beschäftigt!" habe ich mir gesagt. Aber, ein solches Tool -- sage ich mir heute. Ich will mich mit meinen Seminaren, Büchern und meiner Familie beschäftigen, aber nicht mit einem Sicherungstool. Das soll verdammt noch mal einfach funktionieren! Es soll die einfachen Erwartungen erfüllen. Wenn eine Datei neu angelegt oder verändert wird, dann soll das Tool diese Datei auf der zweiten Festplatte zusätzlich ablegen. Ist das zuviel verlangt?!

Ach, eine Assoziation: Habe ich bei OpenOffice nicht die Archivierungsfunktion eingeschaltet? War ich mal wieder so blöd, das zu vergessen?! -- Nachsehen. Sie ist eingeschaltet! Nur -- da ist nichts!
Zusätzlich ärgerlich: die Vista-Suchfunktion findet gar nichts. Ich mag es nicht glauben und suche nach einer Datei, die vor meinen Augen steht: protokoll... In einem popeligen Verzeichnis werden diese Dateien nicht gefunden! Nein, nein, ich weiß schon: OpenOffice kann nach Inhalten nicht durchsucht werden, wegen des anderen Dateiformats odt usw. Aber protokoll war ein Teil des Dateinamens!

Auch die Google Desktop-Suche bleibt ohne Ergebnis! Genauer: protokoll wird gefunden, aber nicht bestandslisten.

Ergebnis: Irgend etwas läuft da falsch! Also gut, dass ich selbst ein Chaot bin, zugegeben. Aber muss dann auch noch der PC mit allen Sicherungs- und Suchprogrammen ein Chaot sein?

Ich werde Acronis von der Platte schmeißen. Jawoll! Ich brauche ein neues Sicherungskonzept! Das Einfachste ist gerade einfach genug. Es soll einfach meinen einfachen Ansprüchen genügen. Warum nicht dieses schlichte Windows-eigene Synchronisierungscenter. Vielleicht weiß man da wirklich, was man hat. Und vielleicht Puresync eine Chance geben? Mal sehen.

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Und weil ich schon dabei bin, Dampf abzulassen: Liebe Firma Brother Deutschland! Könntet ihr nicht jemand -- einen Deutschlehrer vielleicht, der von Computern wenig versteht -- anstellen, der gelegentlich darauf hinweist, wie die normalen Leute vor den PCs ticken? Und dass "man" also da unten rechts nicht ein Bereit lesen möchte. Die meisten Leute wollen doch wahrscheinlich erst einmal wissen, was sich hinter diesem kryptischen Zeichen, das ja in der Realität viel, viel, viel kleiner ist, verbirgt. Ich vermute, es ist mal wieder so, dass sich die hoch spezialisierten Gestalter nicht vorstellen können, dass irgend einer die Logos und Zeichen ihres weltweit doch so bedeutenden Unternehmens nicht kennen bzw. nicht ständig präsent haben könnte.


Mittwoch, 9. Juni 2010

Kostenlos drauf los

Die "User" des Internets und ihre Sprache. Wieder mal ein Fund:

SMS kostenlos versenden??? - StandardSMS kostenlos versenden???

Hi.
Ich bon neu hier, und wollte wissen ob es möglich ist SMS anonym übers Internet zu senden.
Ich habe schon bei Google nachgeschaut, aber da gibt es nur dreck wo man sich anmelden muss.
Ich wollte nun wissen ob es möglich ist einfach kostenlos drauf los zu senden.
Danke im Vorraus!

Stichworte: bon neu - anonym - Dreck - kostenlos - drauf los

Ich glaube, dieser User und ich, wir würden keine Freunde werden. Und mir ist auch klar, dass dieser User keinen Wert auf meine Freundschaft legen würde. Es gibt ja genug seinesgleichen, bei denen er sich gut aufgehoben fühlen wird.

Datenschutz, Lockimage und Ähnliches


Ich würde alle Privatisierungs-, Anonymisierungs- und Verschlüs- selungsprogramme durchaus in Ordnung finden. Ohne sie zu benutzen, weil ich mich nicht so wichtig nehme, dass ich Mitleser befürchte, und weil ich, wenn doch einer mitliest, nichts weiter Interessantes und Verbergenswürdiges rumschicke.

Aber wenn ich Programme zum Verbergen und Verschlüsseln sehe, die alle meine ach so schützenswerte Privatheit schützen wollen, dann denke ich, dass da, geschützt von den Datenschutz-Sensiblen, halt nicht nur schützenswerte technische Zeichnungen durch das Internet flitzen, sondern auch: alles das, was Polizei und Richter nicht sehen sollen, einschließlich kinderpornographischer Bilder.

Wikipedia, technisch

Noch ist die Technik nicht da. Man kann nicht von nicht ausgereift sprechen. So sieht der Wikipedia-Artikel über Sanskrit auf dem Bildschirm aus. (Wie immer: Klick auf das Bild wird das Bild vergrößert und lesbar.)



Und so sieht die Sache aus, wenn man den Artikel als pdf runterlädt.


Und das macht Omnipage daraus, wenn man das pdf-'Dokuemnt umwandeln lässt.


Man kann auch als OpenOffice-Dokument direkt runterladen. Vor und Nachteile. Aber ohne gründliche Nachbearbeitung kaum zu gebrauchen.

Montag, 7. Juni 2010

01803224430

Ja, diese BAN (= Blitzschnell-Aufleg-Nummer) kenne ich jetzt, seit heute morgen, auch!

Erhalten seit Tagen Anrufe dieser Tel.nr. 01803224430. Wenn wir den Hörer abheben, wird sofort aufgelegt. Wir vermuten, dass auf einen Rückruf gewartet wird. Habe einmal zurückgerufen und Großraumbürogeräusche gehört. Ich sollte dann an einen freiwerdenden Mitarbeiter verbunden werden. Habe sofort aufgelegt. Weiß nicht, wie wir die Anrufe wieder abstellen können.

Moritz Schlick

"[Am 22. Juni] 1936 wurde Schlick im Gebäude der Wiener Universität von einem ehemaligen Studenten, Hans Nelböck, erschossen."

Es nervt, dieses Searchsettings 1.2.2!


(Zum Vergrößern auf Bild klicken!)



Probleme Search settings 1.2 [Résolu/Fermé]
bloodangel78 - 9 jun 2008 à 09:58
Dernière réponse le 25 sep 2009 à 23:59 Destrio5

Bonjour,
Bon voila j'ai un logiciel qui s'est installé je ne sais comment
Il s'agit de search Settings 1.2
Le truc énervant, c'est qu'il essaye de s'installer a chaque fois que j'ouvre un dossier
Et impossible de le désinstaller

Ekkehard Friebe

Diese Seite sollten wir auf keinen Fall aus dem Augen verlieren: Dipl.-Ing. Ekkehard Friebe Regierungsdirektor i.R. des Deutschen Patentamtes. Und dann lesen wir einmal das da! Oder das über die Wissenschaftsmafia. Lichtgeschwindigkeit! Ich bekomme Lust, den Links zu folgen. Das geht nur händisch. Aber es ist, als ob man durch einen Dschungel mit der Machete geht. Und manchmal erstaunlich schöne Orch-Ideen findet.

Wobei -- bleiben wir ehrlich! Es ist hier wie so oft. Es ist, als ob die, die nicht den Nobelpreis bekommen haben, gegen dessen Vergabepraxis wettern. Auf der anderen Seite: Das spricht natürlich noch nicht grundsätzlich gegen ihre Kritik.

Sich eine Meinung bilden? Es geht nur über das Sammeln! 1, 2, 3 ...

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Ein schöner Fund sei als Zitat nachgetragen:

Ekki, mir platzt jetzt echt die Hutschnur!
Verpiß Dich in Dein Scheiß WumV-Forum und nimm diese idiotische Spinntante gleich mit. Endgültig bitte. Ehrlich, die Welt funktioniert auch ohne Idioten wie Euch! Viel besser sogar.

(Ob man den verehrten Schreiber in aller Ruhe daran erinnern darf, dass einem der Kragen platzt und etwas über die Hutschnur geht. Beides nicht sonderlich logisch; aber so heißt es nun mal. Aber, nun ja -- seien wir nicht päpstlicher als Papst oder so. Vielleicht gilt ja hier tatsächlich: Das schlägt ja denn doch dem Fass -- die Krone ins Gesicht! Oder so.)

Das Geheimnis der USA

Eine dünne, sehr dünne Oberschicht bringt Talente hervor. Und ernährt damit das ganze Volk. Gibt dem Volk die Illusion, dass es herrscht. Und wählt. Es wählt ja auch. Aber aus der Oligarchie der Scheinbaren.

Alles als große Camouflage: Bill Gates, der scheinbar Schüchterne. Patrick Swayze, der scheinbar Ruhige. Google, das scheinbar Einfache, Ruhige.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Springende Gedanken: Reich-Ranicki als Anreger

Ich lese in der SZ einen Artikel über RR 90 und überlege auf einmal, wie es um den Buchmarkt und das Theater bestellt wäre, wenn es keine Subventionierung gäbe. Und wie wichtig ist der Bereich Literatur für die 20- - 50-jährigen überhaupt noch? Wer von den Mitgliedern dieser Altersgruppe hat in den vergangenen 2 Jahren mindestens einen = 1 Roman gelesen? Oder ein Mal das Theater besucht? Und was bedeutet eine mögliche Antwort "Kaum einer!" Dass das Volk abgestimmt hat und wir es lassen sollten mit der Hohen Literatur? Oder das wir das dämliche Volk gefälligst mal wieder zu Lesen anhalten sollten?

Ich steigere mich blitzschnell in diese Fragen rein und rücke bei der Wikipedia, Abt. Subvention, ein:


Aus dem Subventionsbericht der Bundesregierung, in dürren Worten und Werten:

54 Befreiung kultureller Einrichtungen, insbesondere Theater, Orchester, Chöre, Museen, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien sowie Volkshochschulen || 64 33 64 33 64 33 64 33 a. Befreiung aus kulturellen Gründen, die weitgehend aus altem Recht übernommen wurde || b. § 4 Nrn. 20 und 22 UStG || unbefristet

Was mich interessieren würde: Wie wirkt sich nach Auffassung derer, die was davon verstehen, die Subvention auf die Existenz der einzelnen kulturellen Institutionen und Einheiten aus? Schon wenn ich ein wenig darüber nachdenke, komme ich zu der Auffassung, dass man, beispielsweise, sicher nicht sagen kann: Wenn es die Subventionen für Theater nicht mehr gäbe, dann würden 60& der großen Bühnen schließen müssen. (Oder würden sie verkleinert weiterexistieren? Was würden die großen Männer (+ ein paar Frauen) machen, die heute relativ fürstlich als Intendanten da leben? Würden sie aus Idealismus für 1/6 des bisherigen Gehalts weitermachen (idealistische Variante) oder würden sie zur Deutschen Bank, Abt. Communikations, usw., abwandern (utilaristisch-realistische Variante)? Wie viel bekommen einzelne Theater, Orchester überhaupt, relativ zu ihren Einnahmen? Wird Erfolg subventioniert oder relativer Misserfolg?
Das sei nur gefragt, um zu zeigen, dass es bei den Subventionen wie beim Wetter ist: Es geht um sehr komplexe Wechselwirkungen mit vielen Imponderabilien. Wenn da jemand Untersuchungen kennt, die geeignet sind, etwas Kerzenlicht ins große Dunkel zu bringen, dann: rein in den Artikel!