Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 30. April 2011

Venezia 1: Una Mostra



Mostra in corso al Museo Ca' Pesaro di Venezia | Tutte le mostre in corso a Venezia, complete di commento critico, informazioni sugli orari e periodi di apertura e prezzi dei biglietti!

Mostra in corso dal 2 aprile al 8 maggio 2010 | "EULISSE. Macchina da tempo" | A più di quindici anni di distanza dalla sua prima personale (1994), Vincenzo Eulisse torna a Ca’ Pesaro, questa volta negli spazi al piano terra, con la sua “Macchina da tempo”, che comprende oltre una quarantina di pezzi - per lo più sculture, ma anche alcune tele - eseguiti negli ultimi anni, che vengono qui esposti per la prima volta.

Die Fremde hier

Das Gefühl, fremd zu sein im Land, ergibt sich leicht, wenn man Leser-Meinungen zum Tod eines Bergsteigers sieht. Der vor Jahren seines 1jährigen Kindes nicht ertragen konnte und das Kind zu Tode schüttelte. Eine solche Bezogenheit auf das eigene Ich bei den Menschen. 

Die neuesten Beiträge:
heute, 16:04 Uhr von markus_wienken: .
Es werden keine menschlichen Tragödien verurteilt sondern eine Kindstötung, dass Sie den Unterschied nicht erkennen können (oder wollen) spricht nicht für Sie.

heute, 16:01 Uhr von markus_wienken: .
Danke für Ihren Beiräge. Als liebnder Vater (der sein oft schreiendes Kind nimanls gschüttelt hat) sind, bzw- waren mir die "Gemütszustände" des Vaters auch egal. Er hat sein Kind getötet, DAS muss man sich mal vorstellen.

heute, 15:58 Uhr von digiti: Loretan
Um einige Dinge klarzustellen: Erhard Loretan hat NICHT gewusst, was er tut. Folgerichtig wurde er wegen fahrlässiger Tötung und nicht wegen Totschlags oder dergleichen verurteilt. Er hat der Veröffentlichung seines Namens

heute, 15:32 Uhr von cosomo: Erhard Loretan
Ich finde es nicht richtig, dass hier einige den Privatmann Loretan und den Bergsteiger Loretan über den selben Kamm scheren. "Am Berg hatte er Nerven wie aus Stahl, im Privaten hält er nicht mal das Geschrei seines Kindes aus..."

heute, 14:06 Uhr von Christofkehr: Superlativ
losse hübbe - lass sie springen, sagt man bei uns. Wenn einer so hoch hinauswill und einen Satisfaktionsgewinn daraus zieht, so wollen wir ihn ziehen lassen. Wenn er das vermarktet, dann sind wir die Blödmänner im TV-Sessel mit ...

TechnoExpert vs. Amazon

Bei technoExpert 1 HDMI-Kabel, Hama 11961, Euro 17,99. 1 Koaxialkabel Hama 00078720, Euro ??.
Bei Amazon, Lieferung eingerechnet, deutlich billiger. Erstaun- licherweise ist die BluRay Kill Bill 2 mit Euro 9,99 bei TechnoExpert am unteren Rand der Skala und billiger als bei Amazon.

Pippa again

"Für viele Fotografen und Kameraleute war Brautschwester Pippa Middleton (28) der Star des Tages. Vor allem wegen ihres Outfits."

UND PIPPA TANZT | Regie: Fritz Umgelter | Deutschland, 1961 | Regisseur Fritz Umgelter | Darsteller: Gustav Knuth

Montag, 25. April 2011

Emilio Salgari

Ein Kalenderblatt erinnert an

Emilio Salgari (* 21. August 1862 in Verona; † 25. April 1911 in Turin) war ein italienischer Schriftsteller, der Abenteuerromane und historische Romane verfasste.

Was für ein Leben, welch ein Tod!

Computer-Friedhöfe in Afrika (und anderswo)

Ostermontag. Ich halte fest:

"Computer-Friedhöfe in Afrika | Immer mehr Elektroschrott landet in Entwicklungsländern | Von Marc Engelhardt | Was gestern noch ein Rechner war, ist heute schlicht Elektroschrott. 50 Millionen Tonnen davon entstehen jährlich weltweit. Weil die vorgeschriebene fachgerechte Entsorgung teuer ist, umgehen findige Händler die Ausfuhrverbote in Länder des Südens: Sie deklarieren den Sondermüll als Handelsware. Allerdings ist nicht jeder Export von ausgedienten Computern schädlich. So werden ältere, aber funktionsfähige Rechner in Kenia im Schulunterricht eingesetzt."

Das läuft zusammen bei dem Satz: Wenn wir die wahren Kosten, also die unmittelbaren Kosten + die Folgekosten zu ethischen Mindeststandards = in den Entwicklungsländern wird Minimum 0,80 Euro / Stunde verdient, wenn wir also diese wahren Kosten berechnen würden, sähe die Welt der Wirtschaft ganz anders aus.

Sonntag, 24. April 2011

Dr. Bilal Philips - Noch eine Idee!

Also, diese Idee: Dr. Philips darf in Deutschland bleiben, wenn
  • er seine Dissertation selbst ins Deutsche übersetzt, veröffentlicht und an einem demnächst eingerichteten Fachbereich für Islamkunde einer deutschen Universität auf Plagiate hin überprüfen lässt (Letzteres ist ja mittlerweile in Deutschland endlich Standard.)
  • in den muslimischen Ländern christliche Missionare auf allen öffentlichen Plätzen für das Christentum werben dürfen (Aus Gründen der Gleichberechtigung der Religionen müssen wir, die Christen, schon auf dieser Bedingung bestehen.)

Oster-Begebenheiten

Ein Gottesdienst morgens. Um 5 Uhr früh. Noch gerade Nacht, und ein Osterfeuer vor der Kirche. Der Einzug mit: LUMEN CHRISTI. Alle haben - fast alle haben Kerzen dabei, die angezündet und in den Bänken aufgestellt werden. Wir haben keine Kerzen, weil wir um den Brauch nicht wussten. Die Kirche ist voll. Familien mit kleinen Kindern darunter. Feierlichkeit und Weihrauch. Der katholische Ritus eben.

Ja, so ist das, nicht erst seit heute: Polen versorgt Katholisch-Deutschland mit Priestern. Es scheint, dass das Oberbayerische und das Polnische des Pfarrers eine Bindung eingegangen sind: Der Gottesdienst dauert ziemlich genau 2 Stunden. Viele Lesungen. Eine Litanei, die weit über die offizielle Heiligenreihe des Gesangbuchs hinausgeht. "Seliger Rupert Mayer" -- "Bitte für uns!"

Die Lesungen, so steht es im Gesangbuch, müssen die Begebenheit vom Gang der Israeliten durch das Rote Meer enthalten.* Ich erinnere mich nicht daran, dass das immer so war. Jedenfalls, die Geschichte ist am Ostersonntag befremdlich: Die Ägypter ersaufen gottgewollt, als sie die Israeliten verfolgen. Wieder die alte Sache: das Alte Testament ist auch eine Gewalttaten-Sammlung. (Das Neue, so schön widersprüchlich, wie es wohl für jede Heilige Schrift, die der Religionsstiftung dienen soll, obligatorisch ist, damit Theologen was zum Deuten haben: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." -- "Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert!"

Und später, wieder zuhause, im Radio, bei der dritten Tasse Kaffee, spricht ein junger Mann, Physiker wohl, davon, dass man manches halt nicht wissenschaftlich erklären könne. So glaube er, ohne Erklärung, an ein Leben nach dem Tod. (Irgendwo hier.)


---

* Die Verse:

25Und er stieß die Räder von seinen Wagen und ließ es fahren mit Beschwerde. Und die Ägypter sprachen: Laßt uns vor Israel fliehen, denn Jahwe streitet für sie wider die Ägypter!
26Und Jahwe sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser über die Ägypter zurückkehren, über ihre Wagen und über ihre Reiter.
27Da streckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kehrte beim Anbruch des Morgens zu seiner Strömung zurück; und die Ägypter flohen ihm entgegen; und Jahwe stürzte die Ägypter mitten ins Meer.
28Und die Wasser kehrten zurück und bedeckten die Wagen und die Reiter der ganzen Heeresmacht des Pharao, die hinter ihnen her ins Meer gekommen waren; es blieb auch nicht einer von ihnen übrig.

Samstag, 23. April 2011

Berührung

Heute. Vor allem andern das:

"Beim Zuprosten [...] schlägt doch Glas an Glas. [...] Im umgangssprachlichen Sinne haben sich die beiden Gläser natürlich berührt - ganz ohne Zweifel. Doch wenn man den Vorgang im Detail betrachtet, dann ist die Sache nicht mehr ganz so klar. Alle Gegenstände, auch Weingläser, bestehen aus Atomen. An der Stelle, an der sich die beiden Weingläser "berühren", müssten sich also Atome berühren. Doch können sich Atome überhaupt berühren?"

Ein wunderbares Beispiel für die vielen Fälle, in denen sich die alltägliche -- und dann alltagssprachlich formulierte -- Sicht auf die Welt und die Dinge mit den Augen des Naturwissenschaftlers betrachtet plötzlich ganz anders darstellt. Neue, so grundsätzliche wie seltsam klingende Fragen tauchen auf. Dahinter, hinter dieser Doppelsicht, steckt aber noch etwas ganz anderes. Etwas Beunruhigendes. Gibt es, fragt der strenge Analogist, dort, wo es zwei Sichtweisen gibt, nicht auch eine dritte, vierte, fünfte ...? Warum sehen wir die nicht? Wo verstecken sie sich?

Gleich noch dazu: Es gibt komplexe Weltsichten, die für solche Fragen nicht oder, was zum Beispiel die katholische Kirche angeht, nicht mehr zuständig sind. (In der Scholastik hätten sich kirchliche Gelehrte selbstverständlich auf solche Finessen gestürzt.) Überhaupt die Religionen. Könnten wir einen Islam-Gelehrten für so etwas interessieren? Wohl kaum. Hingegen die magisch-symbolischen Weltbilder, die würden hier, einmal auf die Frage gestoßen, gerne zupacken. Wie würden sie es tun? Man müßte sie, besser: ihre Vertreter einmal danach fragen.

Die Macht der neuen Sicht, der Verfremdung durch Wissenschaft.

Wer neugierig geworden ist, kann weiterlesen (die Quelle oben):


"[...] Die Wechselwirkung der Elektronen mag ein kompliziertes Gewirr von Kräften sein, doch davon, dass sich hier Elektronen berühren, kann man sicherlich nicht sprechen. Und die Atomkerne, also die eigentliche Materie, berühren sich schon gar nicht."

Was macht eigentlich heute ...


"Dort trifft sie [Julia Görges] am Sonntag auf die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (Dänemark) oder Agnieszka Radwanska aus Polen. // Sollte Görges das Finbale gewinnen, kann sie sich über 111 000 US-Dollar und ein silberfarbener Edel-Sportwagen freuen. // Als letzte Deutsche hatte Anke Huber 1996 das Finale von Stuttgart gegen Martina Hingis aus der Schweiz erreicht - und in drei Sätzen verloren. Huber ist auch die letzte Gewinnerin des Turniers in der Schwabenmetropole: 1994 holte sie den Titel gegen Mary Pierce (Frankreich)."


---

Nachtrag: "In der am Montag erscheinenden Weltrangliste klettert Görges von Rang 32 auf 27. Auch erfreulich: Es war der 1. deutsche Erfolg in Stuttgart seit Anke Hubers Sieg 1996. Lang, lang ist's her..."

Etymologie und Verquastheit

Liebe Studierende und Gelehrte! Bevor ihr etwas zur Etymologie schreibt, lest das und hört auf meine Worte!

---

Die Etymologie ist wahrscheinlich die Disziplin in der Sprachwis- senschaft, die linguistische Laien am meisten fasziniert. "Das Wort X kommt nämlich von mittelhochdeutsch Y und althochdeutsch Z." Das hat was Gelehrtes! Oder das hier:

"Den Stuhlgang beschleunigend
Seinen Namen verdankt der Hallimasch übrigens dem Umstand, dass er roh verspeist den Stuhlgang beschleunigt, was sich offenbar schon die Römer nach opulenten Gelagen zunutze machten. Der deutsche Begriff nimmt diese (je nach Situation) segensreiche Wirkung auf, denn das Wort Hallimasch kommt etymologisch vom Ausdruck «Heil im Arsch»."


Um das wirklich darstellen zu können, braucht man bei Licht besehen eine belegte Wortreihe. Das ist bei den wenigsten Wörtern wirklich der Fall.
Außerdem das, beispielsweise, aus der Wikipedia zur Etymologie von Werbung:

"Etymologisch handelt es sich hierbei um die substantivierte Form des Verbs werben. Dieses steht in engem Zusammenhang mit Wirbeln. Die grundlegende Bedeutung kann daher auch soviel wie sich drehen meinen. Ebenfalls zu finden sind: hin und her gehen, sich umtun, bemühen, etwas betreiben, ausrichten, wenden oder wandeln.


Seit dem Altertum gab es in vielen Kulturen die Brautwerbung. Die historisch erste neuzeitliche Definition des Begriffs „Werbung“ bezog sich ausschließlich auf Soldatenanwerbung (Brockhaus 1848). Für das heutige Verständnis des Begriffes verwendete man demgegenüber in Deutschland noch bis in die 1930er Jahre den Begriff Reklame, {meiner Meinung nach: bis heute] vom französischen réclame (frz.: réclamer: ausrufen, anpreisen) abgeleitet."

Dass Werbung eine Substantivierung ist, hat mit der Etymologie so gut wie nichts zu tun. (Höchstens in dem Sinn, dass das Verb früher war als das Susbstantiv; aber das muss erst mal nachgewiesen werden. Und selbst wenn alle schriftlichen Belege das besagten: die Schriftdecke war seinerzeit sehr dünn, wie gesagt.)

Dann: die früheren Bedeutungen. Da wird immer eine kühne Vermutungs- und Erklärungsbrücke geschlagen. Wozu ist die gut? Sie besagt doch nur: Bedeutungsveränderungen gibt es, neue Bedeutungen entstehen. Basta. Dass dabei vorhandenes Wortmaterial genommen wird, dass dann mit einer neuen Bedeutung belegt wird? Was haben wir davon, wenn wir das nachvollziehen. Bei der Birne = Glühbirne ist die Sache via Form noch offensichtlich, wenn auch wenig spannend. Aber wenn der Reißwolf geschaffen wird -- Jesses, der arme graue Wolf frißt doch keine Papiere. Es ist halt ein Zufall. Ein vollkommen uninteressanter.

Unterm Strich: die Etymologie braucht ein wenig mehr Reflexion. Noch grundsätzlicher: die alten sprachwissenschaftlichen Annahmen und auch die terminologischen Gepflogenheiten gehören längst gegen die Strich gebürstet. Hier wird Traditionspflege als Wissenschaft ausgegeben, selbst wenn Voraussetzungen unter heutigen wissenschaftstheoeretischen Gesichtspunkten einfach spinnert sind.

---

Noch ein Fund zu später Stund': Requiemhaie: "Der jetzige deutsche Name stammt aus dem Amerikanischen, durch Volksetymologie vom französischen Wort requin für „Hai“."

Die US-Amerikaner sind da etwas vorsichtiger in der Formulierung: "The name may be related to the French word for shark, "requin", itself of disputed etymology ("chien de mer" or latin "requiem" ("Rest"), which would thereby create a cyclic etymology Requiem-Requin-Requiem."


Freier Veitstanz für freie Bürger?

[Zur Vorbereitung ansehen: Bodo Wartke feat. Sebastian Krämer - HipHop ]

-------

Kann eine Gesellschaft auf Dauer vernünftig existieren, wenn jeder Dödel und jede Dödelin sein / ihr eigenes Tänzchen zu jeder Zeit tanzen will? 

1.500 protestieren gegen Tanzverbot
Mit einer Polonaise protestierten "stille Tänzer" auf dem Römerberg gegen das Tanzverbot.
Das hessenweite Tanzverbot rund um Karfreitag sorgt vor allem in Frankfurt für Streit. Geschätzte 1.500 "stille Tänzer" protestierten am Nachmittag dagegen - bei einem "Smartmob" auf dem Römerberg.

Ich jedenfalls plädiere, als letzten, absolut unverzichtbaren Rest christlich-abendländischer Tradition, für stille Sonntage, möglichst mit Tanzverbot. An jedem einzelnen Sonntag wohlgemerkt! Und eine extrem stille Karwoche. O Gott, tut das gut, wenn mal nicht alle Dödel auf der Straße unterwegs sind, hin zu ihrer Stamm-Disco. Oder zum nächsten Koma-Saufen. Und jedem/r Einzelnen, der/die damit nicht einverstanden ist, dem/der sage ich? Ja, dem/der sage ich: Dann geh' halt rüber, Alter (Alte)!

Ok, ich weiß noch nicht, wo im Moment 'drüben' ist. Oder sein könnte. Aber da muss man halt suchen! Die, die sich betroffen fühlen, können da schon mal mithelfen beim Suchen. Vielleicht stellt Tschechien ja eine europaweit einmalige Tanzmeile mit wohlfeilen Hotels bereit? Die Landstraße 214 nach Cheb wäre so eine Adresse, an die man denken könnte. Wäre doch eine Marktlücke obendrauf, oder? Und wir wären die Veitstänzer endlich los.

---

Und im Rest der Osterferien lesen wir mal: Michael Jürgs: "Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden." -- Textprobe hier! -- Und auch das gibt es: Der Autor liest online!

Freitag, 22. April 2011

Der Mai der Journalisten

Bei der Morgenlektüre der ZEIT, Abt. Wirtschaft, 14. April 2011, kam mir die Idee, den Monat Mai 2011 zum Monat des Journalisten zu machen. Nicht das Thema soll an erster Stelle stehen, sondern der Mensch, der den Artikel geschrieben hat.

Wie beginnt man eine große Sammlung? Man beginnt einfach.


Ok, es steht wirklich auf S. 25 unten Karin Finzenzeller. Ich habe gleich gestutzt. Finkenzeller war mir im Ohr und im Gedächtnis. So heißt die Frau denn auch, und wir haben es mit einem Druckfehler zu tun. Dieser Druckfehler wird auch getreulich von ZEIT Online überliefert.

Ersatzweise, weil ich den Artikel oben weder mit Finkenzeller noch mit Finzenzeller gefunden habe:


(Doch, jetzt habe ich den Artikel mit Finzenzeller! Aber als Ausgleich für die Namen-Falschschreibung soll der zweite auch stehenbleiben.)

---

Diese Journalisten bei der Wikipedia:

Georg Blume, Mark Schieritz (noch kein eigener Eintrag), Karin Finkenzeller (noch kein eigener Eintrag)

Donnerstag, 21. April 2011

GSV: So tickt Berlin (ausschnittweise)

Ich sehe mir eine Straße in Berlin bei Google Street View an. Ein Haus zu sehen, das daneben verpixelt. Ich will die andere Straßenseite betrachten. Wow! Ich bin im Pixeldschungel! Berlin, die Stadt der Berühmtheiten und Individualisten. Fallweise auch: die Stadt der Möchtegern-Berühmten und Datenschutz-Kollektivisten.


Und hinter dem Gepixel liegt die Zahnarzt-Praxis von Yalda Gerai. Die kann man sich von innen durchaus ansehen.

Stuttgart 21: Befragten-Check?

Sollte man den Raab nicht bitten, doch vor der Volksabstimmung mal einen Befragten-Check zu machen, nicht nur bei den Jungen, wie 2009, bei der Bundestagswahl?

"Ich wähle die Grünen. -- Warum? -- Weil Papa das gesagt hat." (Originalton)

Eine Familie gründen / begründen

Meine Anmerkung in einer WP-Diskussion:

"Hierher wäre ich nie gekommen, wenn nicht die WP-Titelseite heute auf die 'Sammlung Winkler' verweisen würde. Da lese ich dann gleich den schönen Satz:

"Gottfried Winckler war ein Spross der Wincklerschen Familie, die zum Beginn des 17. Jahrhunderts durch Georg Winckler in Leipzig begründet wurde..."

Man muss sich da mal Gedanken machen, warum ''eine Familie gründen'' und ''einen Orden gründen'' zwar sehr ähnlich klingt, aber doch Unterschiedliches meint. Und eine Familie begründen? Sollte man so jemals sagen? Wenn man darüber nachdenkt, dann bekommt man diese hier höchst merkwürdig klingende Formulierung vielleicht weg.

Der Sinn des Lebens




Fernreise, Verein, kulturelle Aktivitäten

Stuttgart 21 und die Volksbefragung

So lesen wir es heute in der SZ, und das erklärt frühere Feststellungen zu S21 noch ein wenig genauer:

"Um einen Volksentscheid zu gewinnen, ist in Baden-Württemberg die einfachen Mehrheit der Stimmen nötig. Zusätzlich muss diese noch mindestens einem Drittel aller Wahlberechtigten entsprechen - das wären mehr als 2,5 Millionen. Die Grünen machen keinen Hehl daraus, dass sie diese Hürde für unüberwindbar halten. Daher hatten sie bis zuletzt versucht, eine informelle Bürgerbefragung durchzusetzen. Die SPD wies solche Überlegungen zurück. Beide Parteien hatten im Wahlkampf eine Volksabstimmung versprochen. Nun kündigten Kretschmann und Schmid an, das Quorum noch vor der Abstimmung durch eine Verfassungsänderung senken oder gar abschaffen zu wollen. Dafür brauchen sie eine Zweidrittelmehrheit im Landtag, also die Stimmen der CDU. 'Wir werden mit allen Landtagsparteien Gespräche aufnehmen', sagte Kretschmann."

Süddeutsche Zeitung Nr. 93, Donnerstag, 21. April 2011, S. 1.

---

So viele Probleme, einschließlich der Notwendigkeit / Unmöglichkeit einer Verfassungsänderung! Mein Vorschlag: Man einigt sich zwischen SPD und Grünen auf eine "operationalisierbare Alternative". Unter Sichtung bekannter Demoskopie-Probleme werden säuberlich getrennt drei Umfragen in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben, sagen wir bei -- führenden Meinungsforschungsinstituten. Auf die man sich geeinigt hat. Dabei wird vorab ein Schlüssel festgelegt, der dann auf jeden Fall gilt. Und dann wird eben befragt. Käme doch allemal billiger als ein Volksentscheid. Und wäre repräsentativer, weil auch die Faulen und Missgelaunten ("Die da oben machen doch eh was sie wollen!") mit einbezogen wären.

Dr. Bilal Philips

Zunächst einmal: Für alle die, die gerne einen Doktortitel haben möchten! That's the way you'll get it, buddy!

"Dr. Bilal Philips, islamischer Theologe (Kanada) zur Frage,warum wir nicht alles essen duerfen."

Especially about pigs and flies. Highly remarkable!

Worüber man sich doch so seine Gedanken machen kann, um dann sehr, sehr ausführlich darüber zu predigen!

Konvertiten, Renegaten, Wechsler

Konvertit, das ist ein Wort, das eine religiöse Tradition hat. Es beinhaltet, im Gegensatz zum Renegaten, der aus der Sicht der im Alten Zurückbleibenden ein Abtrünniger und Verräter ist, eine positive Seite: Man blickt aus der Sicht der Ankunftsreligion auf den Wechsler und findet den Wechsel natürlich richtig. Nun wird, nach einer Meldung des SPIEGEL, der Konvertit Bilal Philips Deutschland verlassen muss. 

Und dann:

"Philips ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1947 in Jamaika geboren, in Kanada aufgewachsen und als 25-Jähriger zum Islam übergetreten, nachdem er zunächst Kommunist war."

Interessant, dass die Kommunisten nach 1989 so sehr in der Moderne angekommen sind, dass sie Philips zwar für unbegreiflich deppert halten werden, aber doch nicht als Renegaten bezeichnen würden. Wobei vor nicht allzu langer Zeit, das Wort Renegat durchaus zu den Kampfbegriffen eines -- nun ja: quasi-religiösen Kommunismus gehörte.

Hin oder her: Es wäre schon von Interesse für die Psychologie des Politischen, einmal die bekanntesten, sagen wir vorläufig neutral: die bekanntesten Wechsler einmal zu erfassen. Erstaunlich ist der Wechsel wahrscheinlich doch auch bei:

  • Saulus > Paulus :: Heide und Christenverfolger > Ur-Christ
  • Augustus > Augustus :: intellektueller Sucher; Bonvivant > Kirchenlehrer
  • Martin Luther > Martin Luther :: katholischer Theologe > anti-katholischer Reformator
  • ...
  • Cat Stevens > Yusuf Islam (was'n schöner Name!) :: amerikanischer Songwriter, Sänger > islamischer Songwriter, Sänger
  • Horst Mahler > Horst Mahler :: Linksextremist > Rechtsextremist*
--

* Bemerkenswert ist bei Mahler schon die Jugend: "Mahler studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Jura an der Freien Universität Berlin und war dort 1953/54 Mitglied der schlagenden Studentenverbindung Landsmannschaft Thuringia." -- Irgendwie passt das mit dem Stipendiaten und dem Extremisten. Typologie: Menschen mit Ehrgeiz, die immer mit vorne dabeisein und in den Schlagzeilen sein müssen. Mittel zur Zielerreichung: recht beliebig.


Mittwoch, 20. April 2011

Liebe Google-Programmierer!

Ich wünsche mir von euch ein eigenes, außerhalb von Chrome laufendes Mail-Programm, das

a) alles kann, was Thunderbird kann,
b) vor allem, was das Suchen angeht
c) auch andere als googlemail-Provider zulässt
d) schnell und schnörkellos ist wie Chrome

Volkes Stimme

Man muss doch viel mehr auf ~ hören! -- Zu dieser tz-Meldung:


Kommentare

vor 28 Minuten meint girgl (anonym)
oh, das tut mir gar nicht leid :)

vor 27 Minuten meint .... (anonym)
naja auf dem münchner ring ist die geschwindigkeit schon oft ziemlich übertrieben beschränkt! wie zb in tunnels oder damals am mccraw graben wo ohne ende abgezockt wurde! allerdings wenn da 80 steht sollte man auch nicht mit 200 durch brettern..

vor 22 Minuten meint Grantlhuber (anonym)
Der gute sollte schleunigst zum Augenarzt gehen, wenn er nicht die 80-er Schilder sieht. Aber was will man auch von der heutigen Jugend schon großes erwarten. Kaum sans 18, müssens schon an Führerschein ham und a schnelles Auto. Man sollte der Jugend für die ersten 3 jahre ihres Führerscheins nur Autos gestatten, die max 130 km/h fahren können

vor 12 Minuten meint human (anonym)
ich finde 3 Monate Fahrverbot für solche Raser viel zu wenig. Außerdem sollten sie eine Nachschulung machen mit Sozialstunden im Krankenhaus, damir ihnen vor Augen gehalten wird, wie Menschen die so gerast sind oder auch die, die durch solch unvernünftigen Menschen schwer verletzt worden sind. Ich selber bin Krankenschwester von Beruf und mußte jahrelang diese Menschen versorgen!!

Wikiwatch -- weiter...

Noch einmal eine Anfrage in der Wikipedia-Diskussion Watchblog. Mal sehen...

War Wikiwatch-Löschung eine gute Idee?

Ich habe mich noch ein wenig weiter umgesehen. Das Meinungsbild, dass sich aus Online-Veröffentlichungen zu Wikiwatch ergibt, geht eindeutig in die Richtung: Hier soll mögliche Kritik an der WP als ganzer oder an einzelnen Phänomenen, Machern oder Artikeln unterdrückt werden. Die Frage ist, ob es eine gute Idee war, den Artikel zu löschen und sich damit in einem Automatismus diesem Verdacht auszusetzen. Die Vielzahl der Veröffentlichungen zu Wikiwatch stärken im Übrigen die Auffassung, dass ein socher Artikel, inzwischen jedenfalls, von hoher Relevanz ist.

"Was genau ist Wiki-Watch? Wikipedia könnte Auskunft geben. Doch die populäre Online-Enzyklopädie schweigt zu diesem Suchbegriff. Der fragliche Artikel wurde von den Wikipedia-Administratoren nach kurzer Debatte gelöscht. Begründung: Wiki-Watch sei zurzeit nicht relevant.
Den Machern auf die Finger schauen
Es ist nicht der erste Artikel, der den umstrittenen Relevanzkriterien des Online-Nachschlagewerks zum Opfer fällt. Was die Löschung von Wiki-Watch allerdings pikant macht: Die Gründer des Projekts Wiki-Watch sind angetreten, den Machern der deutschsprachigen Wikipedia auf die Finger zu schauen.
Wikipedia sei die wichtigste Wissensquelle weltweit, sagen die Portalgründer - der Berliner Medienrechtler Johannes Weberling und der Informationswissenschaftler Wolfgang Stock. 'Aber wir Nutzer wissen praktisch nichts über Wikipedia, nichts außer ein paar Mythen'. ..."

Plagiat Koch-Mehrin et al.

Und ich dachte schon, dass die Öffentlichkeit genug hat von Plagiatsmeldungen und Frau Koch-Mehrin im Schatten zu Guttenbergs davonkommt. Dem scheint aber nicht so zu sein.


Frankfurt/Main — Die Plagiatsvorwürfe gegen die FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europaparlaments, Silvana Koch-Mehrin, haben sich offenbar erhärtet. Nach Informationen der "Frankfurer Rundschau" belegt ein abschließender Prüfbericht, dass Koch-Mehrin "in erheblichem Ausmaß" in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hat, ohne die Quellen zu belegen. Koch-Mehrin hatte ihre Doktorarbeit mit dem Thema "Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik" an der Universität Heidelberg eingereicht.

Und auch der SPIEGEL meldet's...

Und dann auch das noch:

Die Tochter des bayerische Ministerpraesident Edmund Stoiber, Veronica Saß, soll es bei Ihrer Doktorarbeit mit den Quellen und Zitaten nicht ganz genau genommen haben, berichten eine Münchner Boulevardzeitung und das Internetportal VroniPlag. 2008 promovierte Saß an der Uni Konstanz. Dort wird derzeit eine Doktorarbeit überprüft.

In diesem Zusammenhang ist es gut, wenn man, für sich, das Meiste schon gesagt hat. So viele neuen Aspekte können da gar nicht mehr dazukommen.

Dienstag, 19. April 2011

Wikipedia und die Rechtschreibung

Der doofe alte Deutschlehrer in mir, der immer eine Beziehung zwischen Sorgfalt, Können und Denken und der Rechtschreibung herstellt. Womöglich -- ja, wahrscheinlich sogar: vollkommen zu Unrecht.

Aus der Wikipedia, bewusst ohne Quellenangabe:

"Vielleicht soll diese fünfte Regel bei den Engländern ausdrücken, daß Ausnahmen von den Grundsätzen möglich sind. Das ist in de.wp sowieso Standart und wird es auch lange bleiben."

Das Volk von Stuttgart (und um Stuttgart herum)

Es ist schon ein schönes Gefühl, eine so wichtige wie richtige Sache schon vor Tagen bedacht und formuliert zu haben. Auch wenn das heutige Streiflicht der SZ die Sache natürlich unendlich viel eleganter auf den Punkt bringt:

"Der Lenz liegt überm Land, und wie sich das Leben doch ändert. 'Ich träumte von bunten Blumen', heißt es im 'Frühlingstraum', 'so wie sie wohl blühen im Mai; ich träumte von grünen Wiesen, von lustigem Vogelgeschrei.' Doch da war es kalt und Winter, es schrien die Raben vom Dach. Jetzt aber fliehen die Vögel, denn Radler in wurstpellenartigen Bekleidungen brettern über die grünen Wiesen, der bunten Blumen nicht achtend. Und in Stuttgart ziehen mit frischen Kräften wieder Menschen durch die Stadt; doch so richtig lustig ist das Geschrei nicht, das aus den Lautsprechern krächzt und die Welt in 'wir' und 'die' teilt, dieses Lumpenpack von Politikern, diese Baumumsetzer, diese Bahnhofsschänder. Man kann den Zorn der Menschen sogar verstehen. Wochenlang haben sie gerufen 'Wir sind das Volk', jetzt wollen diese Sozialdemokraten, denn wer hat uns verraten!, in ihrer Perfidie das Volk tatsächlich entscheiden lassen über Stuttgart21. So war das natürlich nicht gemeint. Wir sind doch das Volk, nicht irgendwelche Leute, die vom Bahnhofsschützen gar keinen Schimmer haben und eine falsche, ganz unzulässige Meinung - und die Mehrheit sein werden."
"Streiflicht". Süddeutsche Zeitung, Nr. 91, Dienstag, 19. April 2011, Seite 1.

Die, zugegeben etwas rhetorische Frage, ob das denn Wikipedia-relevant sei (Antwort natürlich: Nein!), wird von einem User sehr schnell und in schönsten Verwaltungsdeutsch beantwortet:

Ich sehe keine enzyklopädische Relevanz. So lange die Glosse keine überragende Relevanz (vielfaches Zitat, elementare Bedeutung) entwickelt, ist sie für die Sachdarstellung im vorliegenden Artikel meines Erachtens bedeutungslos.

Wikipedia-Watchblog

Das halte ich jetzt hier fest, um es dem Versinken in die Wikipedia-Archivierung zu entreißen:

Wikipedia-Watchblog?

Gibt es eigentich einen unabhängigen WP-WB? Ich werde mich jetzt auf die Suche machen...
Ich komme auf die Frage, weil ich gerade das hier gelesen habe. Die fett hervorgehobenen Stellen erfüllen, finde ich, teilweise den Tatbestand der Ehrabschneiderei. Was es heißen soll, wenn befürwortet wird, dass "der Verursacher des Schrotts auch gleich dauerhaft entsorgt" wird, müsste man mal juristisch prüfen. Und dass da ein Anonymus gegen einen anderen wettert, macht die Sache nicht viel besser.

Wikipedia: Verbessern ist besser als Löschen
Das Prinzip „Verbessern ist besser als Löschen“ sollte hier auch mal in die Grundprinzipien aufgenommen werden, denn es ist leider auch immer wieder zu beobachten, daß es sich einige Leute anscheinend gerne sehr einfach machen. --Konrad – 17:11, 12. Mär. 2011 (CET)
Mag sein, dass der von Dir skizzierte Missstand besteht. Aber dieser Spruch ist angesichts der ständigen Konflikte zwischen In- und Exklusionisten vermutlich zu umstritten (oder je nach Auslegung dann zu banal), um als weitgehend anerkanntes Grundprinzip neu eingeführt zu werden. --Grip99 01:44, 13. Mär. 2011 (CET)
Was mittelfristig nicht zu verbessern ist, ist zu löschen. Besser nichts als Unfug. Sonst werden wir hier zu Schreibsklaven der Artikelwünscher. --Eingangskontrolle 23:31, 18. Apr. 2011 (CEST)
@Konrad: Geht's noch? Löschen ist eindeutig besser als Mieses aufzuarbeiten. Weniger Arbeit, potentielle Falschinformationen sind weg und mit Glück ist der Verursacher des Schrotts auch gleich dauerhaft entsorgt. Dass inkludistische Kampfpropaganda nix in den Grundprinzipien zu suchen hat, sollte ohnehin klar sein. Feindselige Grüße, —mnh·∇· 00:26, 19. Apr. 2011 (CEST)

Ok, der erste wichtige Fund: Der Wiki-Watch Blog der Viadrina. Und diverse Berichte über diese Site.

Wenn man -- was gar nicht so einfach ist, weil die interne Suche diese Stellen nicht findet -- mal Wiki-Watch aufsucht, dann beginnt die Liste hier:

  • Finde ich spannend. In der FAZ von gestern wurde ausgehend vom Edit-War zu Gorch-Fock über Wiki-Watch und dessen Einblicke in die Wikipedia berichtet. ...

    Montag, 18. April 2011

    Gezeitenkraftwerke

    Und was mag aus dem werden?

    Gezeitenkraftwerk und Pumpspeicherkraftwerk und ... 

    Also, erst das einmal: Hier spricht der Nicht-Ingenieur. Der aber wissen möchte, was nach der Atomkraft so alles möglich ist. Und dass wir Ingenieurskunst = Naturgesetze + Phantasie brauchen, scheint mir ausgemacht zu sein. In diesem Sinne: Mir ist nicht klar und durch den Artikel bin ich nicht klüger geworden in diesen Punkten, ob ...
    a) wirklich nur ganz bestimmte Buchten in Frage kommen für Gezeitenkraftwerke (Ich meine, große Batterien von kleineren Turbinen müssten doch selbst an der Nordseeküste jede Menge Strom erzeugen. Immerhin kommen die Gezeiten auf großer Wegstrecke und regelmäßig, auch nachts!)
    b) durch vorgeschaltete Sperren nicht verhindert werden kann, dass Fische und anderes Getier in die Turbinen geraten kann
    d) das Prinzip, dass wir bei Pumpspeicherkraftwerken haben, nicht "großflächig" übertragen werden könnte auf Gezeitenkraftwerke
    e) das "Heben großer Lasten" durch das Wasser, das dann in mechanische Energie umgewandelt wird, nicht auch eine Vorgehensweise wäre.
    Mag sein, dass das alles längst durchdacht und mit guten Gründen verworfen worden ist; aber es könnte doch immer in die Richtung "X geht schon mal mit der Begründung Y nicht!" mit angesprochen werden!

    Schützen Sie Ihre Persönlichkeit im Internet...

    Eine PC-Zeitschrift gekauft. Wie so oft: Programme werden vorgestellt und getestet, die "anonymes Surfen" möglich machen. Und wieder die Überlegung, mit Gänsehaut: Wer sind eigentlich diejenigen, die auf Anonymität im Netz so großen Wert legen? 

    Meine Typologie seit längerem: 

    a) Die, die einfach scheu und gschamig sind und denen die Vorstellung, jemand wüsste, dass Sie gestern bei Wikipedia nach Karl dem Großen und Heinrich IV. gesucht haben, die Schamröte ins Gesicht treibt. "Dann denken wieder gleich alle, ich kenne mich in Geschichte nicht aus und ich weiß alles nur von der Wikipedia!" Ich habe mir schon vor Jahren als Erklärung zurechtgelegt: Es gibt Menschen, denen ist die Vorstellung, ihr Surfen im Internet könnte beobachtet werden, so unangenehm ist wie anderen die Vorstellung, dass ihnen jemand ständig per Webcam zuschaut, wenn sie duschen. Wäre im Grunde unschuldig, das beim Duschen-Zuschauen, ist aber unangenehm, das Gefühl. Kann man schon verstehen. Aber ist Surfen = Duschen?!

    b) Die, die glauben, sie seien berühmt, und ständig wolle jemand was von ihnen, den Berühmtheiten. Wenn dann noch wer wüsste, was diese Berühmtheit, sie, für eine E-Mail-Adresse hat! Alle wollten dann sofort und ständig einladen, und für das Privatleben bliebe dann keine Zeit mehr. Denn ob man stark genug ist, die Einladung bei Dieter (Bohlen) und Franz (Beckenbauer) dann abzulehnen?! -- Dabei gilt doch: "Kein Schwein ruft dich an, keine Sau -- auch nicht Google -- interessiert sich für dich!" (Ok, Google will wissen, was du gerne kaufst. Aber Gott, ja, dann bekommst du halt die richtige Werbung. Immerhin besser, als wenn du, der Schäferhundzüchter, dauernd Werbung für Katzennahrung be- kommst.)

    Nun denn, die Gruppen a) und b) sind im Grunde genommen unwichtig. Wenn die anonym surfen wollen, sollen sie es halt tun. -- Aber es geht ja noch weiter:

    c) Leute, die illegal Filme und anderes Käufliche "gebührenfrei" runterladen wollen. Na gut, wollen wir mal nicht so sein. Aber so ganz koscher ist das natürlich schon mal nicht.

    Ich denke aber auch an bestimmte Dinge, und wenn ich an die denke, dann kann ich die Begeisterung der Zeitschriften für ihre Verschlüsselungsprogramme überhaupt nicht mehr verstehen. Mit Hilfe der Programme verschlüsseln ihre Internet-Beziehungen und ihre Mails vielleicht ja auch:

    d) Kriminelle und Betrüger, von der Mafia bis zu XY.
    e) Groß-Spammer
    f) Kinderpornografen
    g) Menschenhändler und Zuhälterringe
    h) Waffenhändler
    i) Terroristen

    Und ich -- ich kann halt nicht anders --, ich denke auch an d) -- i).

    Das Internet vergisst nichts?

    Die Links, die es einmal gegeben hat, schon. Warte zwei Jahre, und 50% der Links gelten nicht mehr. Manchmal -- in den Fällen, in denen es nicht um Tagesmeldungen geht -- wäre es gut, man hätte da tatsächlich auch noch ein Archiv, auf das die alten Links dann hinführen.

    Die Stufen der "Wikipedia-Nutzer"

    Ein Vorschlag, hier:

    Ich bin zufällig auf eine Seite gekommen, auf der "der Benutzer:Antichrist" ein Diskussionsthema war. Ich will doch wieder einmal auf eine Grundsätzlichkeit der Wikipedia zurückkommen. Es tummeln sich in der WP natürlich auch Menschen, die, unter ihrem Pseudonym, manches tun, weil sie es "witzig finden" u. ä. Solange sie es nicht innerhalb der Artikel tun, bin ich da auch sehr großzügig; ich bin ein großer Freund von Witz und Satire, versuche keine ''Heute-Show'' zu versäumen, aber eben -- alles an seinem Platz und zu seiner Zeit. Und die WP ist, finde ich, kein Ort, an dem wir unsere Nähe zum Witzigen ausleben sollten. Ich finde im Übrigen, dass es, nach Ernsthaftigkeitskriterien, drei Stufen von Wikipedianern geben sollte: Stufe 1: Klarnamen, mit ein paar Angaben zu Beruf und WP-Tätigkeit; Stufe 2: Pseudonyme, so wie heute in den meisten Fällen; Stufe 3: IPs. -- Vielleicht fange ich ja demnächst damit an, "mich selbst auf die Stufe 1 emporzuheben".

    Sonntag, 17. April 2011

    Zeitung und Grammatik

    Die sprachlichen Beispiele fragen nicht nach dem realen, vielleicht grausamen Hintergrund:

    "Nach außen hin schaffte er es, fast zwei Jahrzehnte lang, die Fassade des freundlichen, netten Biedermanns, der immer ein Lächeln auf den Lippen hatte, aufrecht zu erhalten. Das erweckte soviel Vertrauen, dass Eltern ihm sogar seine Kinder anvertrauten."

    Da stimmt halt was nicht, und ...

    (Die Fortsetzung dieses Satzes, wenn ich sie am Morgen noch einmal lese, kommt mir dann doch arg besserwisserisch vor: "... einem Journalisten sollte das auch in der Hektik nicht unterlaufen." Nun denn, gestrichen und nur als weiteres Beispiel für psycho-sprachliche Fehler hier erhalten.)

    Freitag, 15. April 2011

    Eine politische Entscheidung

    ..., ist das immer eine irrationale Entscheidung, im Gegensatz zu einer technisch-rationalen Entscheidung?

    "Was ist eine rationale, was eine irrationale Entscheidung in den großen Bereichen der Politik? Geben Sie mir einmal drei Beispiele, jeweils für das eine und das andere. Dann reden wir weiter. Ach, und vergessen Sie nicht, die zeitliche Reichweite mit einzu- beziehen. Was ist, beispielsweise, was die Energiepolitik angeht, rational?"

    Uwe Barschels Dissertationen

    Auch das, auch wenn schon ein paar Tage alt, will ich noch aus der Wikipedia-Diskussion als Frage herübernehmen in den Blog:

    Dissertationen von anderen geschrieben?

    Aus dem Artikel:
    "1970 erfolgte seine Promotion zum Dr. iur. mit der Ar- beit Theoretische Möglichkeiten und Grenzen der Strafrechts- politik einer politischen Partei und 1971 die Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Die Stellung des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Lehre von der Gewaltenteilung."
    Ich meine mich zu erinnern, in der Zeit der Affäre in der ZEIT (oder war es doch im SPIEGEL?) gelesen zu haben, im Grunde genommen seien beide Dissertationen von Getreuen aus der Jungen Union geschrieben worden, die den agilen Jungpolitiker auf diese Weise unterstützen wollten. Im Zusammenhang mit zu Guttenberg wieder interessant. Eine schnelle Internet-Recherche hat nichts gebracht. Erinnert sich jemand mit Quellen an derartiges, oder ist es definitiv falsch und mein Gedächtnis dichtet?

    Gedächtnis - das funktionale Kontinuum

    Ich stelle in der entsprechenden Wikipedia-Diskussion eine Frage, die mich seit längerem umtreibt. Mal sehen, was daraus wird.
    ---
    Kurzzeitgedächtnis - Langzeitgedächtnis - Kontinuum?
    Oben in dieser Diskussion lese ich: "Leider ist das Mittelangzeitgedächtnis vergessen worden, ich bitte hiermit un Nacharbeit!" Im Artikel selbst habe ich nichts dergleichen gefunden.
    Das ist aber nur ein Teil meines Hinweises. Ich brauche als Nicht-Gedächtnisforscher für eine linguistische Arbeit eine plausible Einteilung von Gedächtnisleistungen nach Dauer. Nun kommt es mir vorwissenschaftlich sonnenklar vor, dass Kurzzeit- und Langzeit- gedächtnis nur die Extrema und, wie oft bei Extrema, die clear cases sind, die sich einprägen und die plausibel sind. Klar ist aber auch, dass die Dauer, für die ein Inhalt im Gedächtnis bleibt, stark funktional bestimmt ist und dass sich so Stufen nach Funktion bilden. Beispiele: Ich weiß am Abend, wohin ich das Auto im Parkhaus abgestellt habe. Dann verschwindet dieses Wissen. (Ausnahme von der Funktion: Ich kann eine Kontonummer für ein Konto, das ich jahrelang hatte, noch immer aufsagen. Weil ich sie halt oft aufgesagt habe. Heute, nach Einführung des Bankomats und des Internet-Banking, weiß ich meine gegenwärtige Kontonummer nicht mehr. -- Da scheint das Gedicht aus der Schulzeit, das man noch aufsagen kann, das Paradigma zu sein. Es bleibt, ob funktional oder nicht.)
    Also, diese Sachlage scheint mir so plausibel und einfach zu sein, dass es da einfach Forschungen und entsprechende Einteilungen zur 'funktional bestimmten Verweildauer' von Gedächtnisinhalten geben muss. Wer kennt die Forschungen und baut diese Inhalte in den Artikel ein? 

    --

    Nachtrag (12.05.2014): Es hat keiner geantwortet. Was immer das heißen mag.

    Friedensaktivist

    Ich erbitte eine Stellungnahme und einen Aufruf des Islamrats.

    15.04.2011 || Gaza-Streifen || Islamisten töten italienische Geisel || Entführter Italiener Vittorio A.: Der Friedensaktivist hatte sich für die Palästinenser eingesetzt Grausames Ende einer Entführung im Gaza-Streifen: Wenige Stunden, nachdem eine radikalislamische Gruppe einen Italiener verschleppt hatte, ist seine Leiche entdeckt worden. Der Mann hatte sich als Friedensaktivist für die Palästinenser engagiert.

    Ein Blog

    Ich lese nicht viele Blogs. Den hier in Zukunft immer mal wieder.

    Kamikaze || 18. März 2011 || 18. März 2011 || Mir gehen die Männer nicht aus dem Kopf, deren Leben wahrscheinlich kurz sein wird, weil sie zu lange um einen versagenden Atomreaktor in Japan kämpfen. Einige besonders originelle Kommentarschreiber in deutschen Blogs und bei facebook gefallen sich darin, sie als „Kernkraft-Kamikaze“ zu verspotten, begleitet von Seitenhieben auf Japaner (oder auch Chinesen, große Unterschiede sehen sie da nicht), die ja schon immer autoritäts- und technikgläubig gewesen seien. ...

    -------

    Später nachgeschaut: Da steckt Immo Sennewald dahinter. Über ihn bei der Wikipedia so einiges.

    Vorhaben und Ergebnis

    Disembarrassment One

    Donnerstag, 14. April 2011

    Handlungsbedarf beim Bildungssystem

    Der FOCUS meldet's um neun // gefährlich knurrn die Wipfel // ..., usw. Also, die Bürger geben mal wieder Noten. Sind unzufrieden. Sie sind ja im Moment meist sehr unzufrieden. Im vorliegenden Fall und in anderen Fällen auch darf man fragen: Mit welcher Ausbildung, mit welcher Qualifikation und also mit welchem Recht 'die Bürger' da urteilen?

    Umfrage || Bürger geben Bildungssystem schlechte Noten || Donnerstag 14.04.2011 || Einer großen Online-Umfrage zufolge sehen viele Bürger in Deutschland Handlungsbedarf beim Bildungssystem. Vor allem in deutsche Schulen müsse in den Augen der Befragten investiert werden, doch auch Kitas und Krippen hätten eine hohe Priorität. Die Bürger sprachen sich in der Umfrage insgesamt für eine bessere Vergleichbarkeit im Bildungssystem aus. || Das Bildungssystem kommt im Urteil der Bürger schlecht weg: Viele Deutsche sind unzufrieden mit der Situation in Kitas, Schulen und Unis und wollen einen echten Wandel. In einer Online-Umfrage mit 500 000 Teilnehmern, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, sprach sich die deutliche Mehrheit für eine Kita-Pflicht, längeres gemeinsames Lernen, mehr Ganztagsschulen und einheitliche Abschlussprüfungen in ganz Deutschland aus. Fast drei Viertel der Befragten würden für Verbesserungen im Bildungssystem auch höhere Steuern in Kauf nehmen.

    Ich meine, in Zeiten, in denen in Zeitungen Sätze wie der die Korrekturinstanzen offenbar anstandslos passieren: "Einer großen Online-Umfrage zufolge sehen viele Bürger in Deutschland Handlungsbedarf beim Bildungssystem.", in solchen Zeiten sollte man mal ein Generalmoratorium empfehlen. Einfach einmal Ruhe einkehren lassen. Die Bürger sollten sich mal vorübergehend abregen. ...die Bürger sehen Handlungsbedarf beim Bildungssystem... Ach du grüne Neune!

    Aber egal. Hier ist die Grundrichtung wieder einmal die: Unzulänglichkeit im Bereich XY. Hier also XY = Bildungssystem. (Was für ein Wort!) Geld her. Geld reinpumpen. Dann wird das schon. 

    Nur -- was soll denn da konkret geschehen? Mit all dem vielen Geld, das da dann vielleicht demnächst, so heißt da ja heute: in die Hand genommen wird. Ganztagsschulen liegen bei den Bürgern voll im Trend, heißt es. Und im Parallelprogramm stöhnen die Schüler: Stress! Nur noch Schule! Leistungsdruck! Es ist wie bei den erneuerbaren Energien. Ja, schon. Aber -- bloß kein Windrad und keine Stromleitung in der Nähe meines Hauses! Wieder: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Die neue Bürgerparole. Gültig für alles und jedes.

    Vielleicht sind -- nur mal so als Gedankenspiel -- die "vielen Bürger", die Elternhäuser, die Schüler, die Ministerien, die Bertelsmannstiftungen -- vielleicht sind all diese 'Bereiche' einfach inzwischen falsch konstruiert und gewickelt, und die Schulen sind eigentlich ganz gut. Nur mal angenommen. Was gibt denn den Bertelsmannstiftungen und den Bürgern die Sicherheit, dass sie es sind, die erkennen können, was an den Schulen nicht gut ist? 

    Wir könnten doch mal ganz klein anfangen. Beispielsweise mit der einfachen Frage: Was ist ein guter Lehrer? 

    a) Bitte einen Kurzvortrag, in dem die wichtigsten Kriterien aufgeführt werden. Die Kriterien bitte operationalisierbar formuliert. (Opererationalisierbar, das heißt, abgekürzt: Fünf Untersuchungsgruppen kommen vollkommen unabhängig voneinander bei der Beurteilung desselben Lehrers zu denselben Ergebnissen, was dessen Qualität als Lehrer angeht.) -- Und dann:

    b) Konkrete Beispiele müssen her, am besten auf Video. So macht das ein guter und so macht es ein schlechter Lehrer, bei dem Inhalt ..., im Fach ... Denn einen Unterschied zwischen einem guten Mathe-Lehrer und einem guten Deutschlehrer wird es ja wahrscheinlich geben.

    Solange wir keine an der Wirklichkeit geeichten Kriterien für den richtigen Unterricht, den guten Lehrer und die gute Schule haben, bleiben solche Diskussionen wie die über das Bildungssystem inhaltsleeres Gewäsch!

    Prantl zu Häberle: Einzelfragen 8

    Ein Zucken in der Schreibhand beim Lesen: Na! ist hingeschrieben.


    Von Jean Paul, dem geistigen Vorfahr des Peter Häberle, gibt es eine Schrift, die 'Auswahl aus des Teufels Papieren' heißt. Zu so einer Auswahl ist für den Rechtsgelehrten die Guttenbergsche Textcollage geworden. Der Ex-Doktorand hat dieser Collage, es ist wie ein frivoler Witz, das Motto 'E pluribus unum' vorangestellt - aus vielem eines. Das Motto steht auf der Dollarnote und auf allen US-Münzen und bezieht sich auf Amerika als Schmelztiegel. Eine Doktorarbeit als Schmelztiegel?

    Der Freiherr zu Guttenberg mag ja vieles sein. Liebling des Volkes*, Ex-Minister, Plagiator, Selbstdarsteller und noch viel mehr. Aber Teufel? Das geht ja nun nicht. (Was ist ein Ich nicht alles! Man beginne bei sich selbst. Aber Teufel?!) Ich meine: Wie das Motto einstens gemeint war, ist wohl jedem verständlich. Dass es heute anders gelesen werden kann -- so was gibt es häufiger. Also, weg mit dem Teufel! Und die Sprache und ihre Deutbarkeit in einem schönen Essay betrachtet. Das wär's.

    --

    * Da haben wir es wieder: das Volk. In einem nachgerade hyper-rationalistischen Sinn: Die Auswahl nach den kalten Maßstäben der Demoskopie. Wir müssen jetzt nur noch die berücksichtigen, die -- im konkreten Fall oder generell -- keine Umfragen mitmachen und also einen, wie das schön bei den Demoskopen heißt, 'Antwortausfall' produzieren.

    Pflichtwandelanleihe

    Dass die Finanzwelt uns beherrscht erkennt jeder, der das Wort Pflichtwandelanleihe nicht sogleich und gleichsam nebenbei definieren und dann ausführlicher erklären kann. Hier also, überliefert durch SPIEGEL Online:

    14.04.2011 || Milliardenplatzierung || Investoren reißen sich um Commerzbank-Papiere || Commerzbank-Turm in Frankfurt: Deutlich mehr eingenommen als geplant || Die Commerzbank hat einen großen Schritt gemacht, um sich aus der finanziellen Abhängigkeit vom Staat zu befreien: Das Geldhaus sammelte mit einer sogenannten Pflichtwandelanleihe mehr als vier Milliarden Euro ein - und kann damit schneller als gedacht seine Schulden abbauen.

    Nachtrag (18.04.2011) : So ganz nebenbei ... Ja, und da hatte ich vor zwei Tagen gehört, dass diese Ausgabe der Commerzbank in den vergangenen Tagen wahnsinnig abgestürzt sei. Aber die News melden nichts dergleichen. Habe ich da was falsch verstanden?

    Prantl zu Häberle: Einzelfragen 7

    [ Alle Einträge "Prantl zu Häberle" ]


    Eine ganz andere, eine ganz neue Dimension. 


    Häberle hat, es ist lange her und fast vergessen, einmal einen der konservativsten und elitärsten Zirkel aufgebrochen, den es in Deutschland gab: die Vereinigung der deutschen Staatsrechtslehrer. Professoren und Privatdozenten aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, die dort nicht zur Aufnahme vorgeschlagen oder trotz Vorschlags nicht aufgenommen werden, sind beruflich erledigt. Die Konservativen wollten Anfang der neunziger Jahre, also lang nach den Studentenunruhen von 1968, einen Professor erledigen, der seinerzeit als Jurastudent zum Vorlesungsboykott aufgerufen hatte. 'Unerträglich' sei es, jemanden aufzunehmen, der 'die Freiheit der wissenschaftlichen Lehre bekämpft' habe. Bei den nationalsozialistisch belasteten Professoren hatte man in den fünfziger Jahren solche Bedenken nicht gehabt. Mit Vehemenz und Erfolg setzte sich damals Häberle für den untadeligen Kandidaten ein.

    Was machen wir da? Was machen wir angesichts dieser eher nebenbei hingesetzten Bemerkung, der der Hintergrund anzumerken ist: 'Das ist ja hier nicht das Thema.' Wie kann die Aufarbeitung der ersten 20 Jahre Bundesrepublik Deutschland vonstatten gehen? Am besten mit einer Liste all derer, die wieder in Amt und Würden gelangt sind, obwohl sie vordem leitende NS-Funktionen übernommen hatten. Nur ist heute der Abstand so groß, dass es einem manchmal vorkommt, als machten sich da Historiker-Kommissionen daran, die Zeit des Neros und dann das Vierkaiserjahr zu untersuchen.

    Eine der großen Ungereimtheiten der Geschichte, dass die Eliten über den Machtwechsel hinaus Eliten bleiben. Eliten! Ja, auch in jedem System des Wahnsinns gibt es Eliten. Dinge müssen professionell verwaltet werden. Sei es die Restaurierung von Schlössern, sei es das millionenfache rassistische Morden von Menschen.

    Das Fragment, haben wir gelernt, ist die Lieblingsform der deutschen Romantik. Schreiben wir Fragmente über die Nazis nach 1945.

    Mittwoch, 13. April 2011

    Prantl zu Häberle: Einzelfragen 6

    Nun kommen wir zum "Summa cum laude".


    ... war da vielleicht auch die Bewunderung des Musikliebhabers Häberle für Guttenbergs Vater Enoch, den Dirigenten. Dies alles addierte sich zu einer Note, die Guttenberg auch ohne Plagiat für diese Arbeit nie hätte kriegen dürfen; es war eher die Note für Guttenbergs achtjährige Präsenz und für seine mündlichen Vorträge, die der Abgabe eines Machwerks vorausgegangen waren. Häberle hatte sich wohl die Arbeit Guttenbergs als Glanzpunkt am Ende seiner Laufbahn gewünscht; sie ist ein Schandfleck geworden.



    Da müsste man jetzt einmal weit, weit -- ganz weit ausholen. Wie kommen akademische Noten zustande? Blindbeurteilungen, wie in Frankreich vielfach üblich, sind hierzulande nicht eingeführt. (Doch, in Bayern, beim Staatsexamen. Erfährt man da, wie die Vornoten und die 'Blindnoten' übereinstimmen?) Ob solche Anonymisierungen gut sind? Von vorneherein sollte man da nicht Ja sagen. Die Sache ist eh sehr komplex.

    Die Beurteilungen von akademischen Prüfungen sind, sagen wir es doch offen, ein Amalgam aus Vorannahmen, persönlichen Vorlieben und persönlichen Maßstäben, nicht selten auch gepaart mit strategischen Überlegungen. 'Legst du meinem Assistenten keine Steine in den Karriereweg, lass ich deine Niete dann auch gewähren.' Es muss nicht immer der Musikliebhaber sein, der da dem Dirigenten-Vater aufsitzt. Viel häufiger sind irgendwelche Vorstandsposten, die Eindruck machen. Oder der Vater ist schon mal Professor. Gehört zur Kaste. Es gibt Studenten, die das mit dem Professoren-Vater so nebenhin durchaus anmerken.

    Wie kann Herr Prantl also sagen, dass die Guttenberg-Dissertation, auch ohne die Plagiatsstellen als Machwerk hätte gelten müssen? Ist ihm klar, dass er damit auch Häberle sagt, dass der ein klares Machwerk falsch beurteilt hat? Denn der Professor Häberle hat diesen Text gründlich gelesen. Das mit dem Machwerk ist ja kein geringer Vorwurf. Und selbst wenn Häberle heute selbst sagt, dass er da ein Machwerk nicht als solches erkannt hat -- das dann auch zu sagen ist nicht sonderlich höflich. Um Höflichkeit geht es immer. 

    Und vielleicht sollten wir doch mal wieder hinschauen, wie denn Noten zustande kommen. In den 1970er Jahren gab es Forschungen am Gymnasium, mit Deutschaufsätzen. Ein und derselbe Aufsatz wurde da bei anonymer Beurteilung in der Regel mit den Noten 2, 3, 4 und 5 benotet. In Einzelfällen gab es auch für ein und denselben Text eine 1 und eine 6. Warum sind diese Forschungen eingestellt worden? Ist es falsch zu vermuten, dass da die Gefahr bestand, dass Eltern, die keine Angst vor einem Gerichtsverfahren haben, Rechtsanwälte bevorzugt, die anonyme Beurteilung einklagen und dass dann öffentlich, vor Gericht ein Fiasko dem anderen folgt? Wäre es bei Dissertationen anders? Wohl kaum. Aber das ist erst mal eine Hypothese.

    Prantl zu Häberle: Einzelfragen 5

    Nehmen wir nur mal an, dass Herr zu Guttenberg keinerlei Rücksicht nehmen müsste. Am wenigsten auf sich selbst. Wenn er also sagen könnte -- so ehrlich, wie das nur geht -- wie es sich entsprechend seinem Gedächtnis verhält. Wie ist das gelaufen? Was war da los? (Und wir wissen ja, wie sich das Gedächtnis irren kann!)


    'Bis heute glaube ich', sagt Häberle, 'dass Guttenberg die Übersicht verloren hat in den Zitaten, Kopien und dem Selbstgeschriebenen'. Das sei furchtbar genug. Alles andere kann sich der Gelehrte nicht erklären, will er sich nicht erklären, ist für ihn unvorstellbar. Es ist ein ehrloser Bruch mit all dem, was er stets zu lehren versucht und in seinen 'Pädagogischen Briefen' geschrieben hat. // Er hätte es merken müssen! Er sagt das nur als Frage, immer wieder: 'Hätte ich es merken müssen?'

    Wie ist das mit dem Übersicht verlieren? Das geht eigentlich nur -- wenn wir mal von jedem Ghostwriter absehen --, wenn jemand nicht-wissenschaftliche Schreibkräfte beschäftigt. Also solche Schreibkräfte, für die  es nicht selbstverständlich ist, dass neben jeden "fremden Text", ob aus einem Buch oder von einer Fotokopie, die Herkunft mit Seitenangabe geschrieben werden muss. Es war da also eine Sekretärin, die um die Zusammenhänge nicht wusste, und der junge Herr sagt: 'Frau Müller, wenn Sie das dann bitte mal abschreiben!' Und die Frau schreibt, als Fließtext weiter und immer weiter. Was selbst formuliert und was zitiert ist, bleibt unklar. Diese Kategorien kennt Frau Müller halt nicht. 

    Nur so kann man 'die Übersicht' verlieren. Nur: Wenn dem so war, was lassen sich da für Schlussfolgerungen hinsichtlich der Führungsqualität ziehen?

    Kann man ja mal fragen. Nur lautet die Antwort: So gut wie gar keine! Denn in einem Ministerium ist die Verantwortung natürlich gestuft. Da überwacht unterhalb des Staatssekretärs der jeweilige Vorgesetzte alles, was "unter ihm dient" , und der Vorgesetzte (auch schon: die Vorgesetztin? ;-) muss büßen, wenn da etwas nicht geklappt hat. So ist das in der Wissenschaft ja nicht. Darum wahrscheinlich. So könnte es passiert sein.

    Jaja, die Linken

    ... und die durch sie ja doch im Grunde genommen auch vertretenen kleinen Leute, zum Beispiel die Hausmeister! Politik gesäß-sauer, was BILD da überliefert:


    Schöne Sch ..., das war wirklich ein Griff ins Klo, Herr Politiker! Frank-Michael John (24), Mitglied im Kreisvorstand der Linken in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), wurde im Rathaus beim Diebstahl von Klo-Rollen erwischt!

    Und wir sehen darüber hinaus: Beim Deutschen, nun -- bei einigen Deutschen ist doch ein Blockwart-Gen eingebaut:

    Hausmeister Oliver K. (45) glaubte nicht an akute Darmbeschwerden einzelner Politiker und legte sich Montagabend zur Fraktionssitzung der Linken in einer Kabine des Herrenklos auf die Lauer...

    Aber das mit mit dem Blockwart-Gen, das darf ein Linker natürlich nicht vorbringen. Da wär erst recht die K..., also, ehmm, ... der Teufel los.

    Wer oder was ist 'das Volk'?

    Diese Frage wird man gegenwärtig klar stellen und klar beantworten müssen, wenn Vernunft in politische Diskussionen einkehren soll. Drei Zitate aus einem Artikel in der heutigen SZ:

    Nach Maßgabe der Landesverfassung ist Stuttgart 21 in einer Volksabstimmung nur aufzuhalten, wenn ein Drittel der Stimm- berechtigten nein sagt. Das wären mehr als 2,5 Millionen Menschen. // 'Dieses Quorum ist nicht zu schaffen', sagt ein Spitzengrüner. Aber warum hat sich die Partei dann die Volksabstimmung überhaupt auf die Wahlplakate geschrieben? Für die SPD, heißt es. Und weil die Werbeagentur fand, das klinge so toll nach Bürgernähe.

    Das Volk solle entscheiden. Es ist einer dieser Kompromisse, die man besser nie testet.

    Bei einer Gerichtsverhandlung gegen einen Demonstranten waren vor ein paar Wochen viele Sympathisanten im Saal. Der Gerichtsdiener sagte, man möge sich erheben für das hohe Gericht. 'So weit kommt"s noch', sagte ein Demonstrant. Als die Richterin das Urteil im Namen des Volkes verkündete, sagte der Angeklagte, sie dürfe gern urteilen, aber sicher nicht im Namen des Volkes.

    Alle Zitate: Vorsicht, Sackbahnhof. Die alte Regierung in Baden-Württemberg ist weg - die Wut der Stuttgart-21-Gegner aber ist noch da. [...] Von Roman Deininger. Süddeutsche Zeitung Nr.86, Mittwoch, den 13. April 2011, Seite 3. 

    Ich wusste bis heute nicht, dass es diese Ein-Drittel-Regelung in der BW-Verfassung gibt. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Mehrheit der Abstimmenden für Ja oder Nein das Ausschlaggebende ist. Kommt die Verfassungsregelung nicht aus einer Zeit, in der man dem Volk, das Adolf Hitler zugejubelt hatte, zutiefst misstraute und also hohe Hürden aufbaute? Die Herren Honoratioren werden's schon richten! Aber Verfassungsänderungen sind immer extrem schwierig, dass wissen wir. Die gewählten Vertreter behandeln die Verfassung ja wie eine Geheime Offenbarung, an der man am besten nicht herumbastelt. Da sind alte, geheime Kräfte verborgen, denken die Abgeordneten. Kräfte, denen man sich ohne extreme Not nicht in den Weg stellt.

    ---

    Wer ist denn nun das Volk? Man muss sich langsam annähern, mit Assoziationen und Erinnerungen. Drei Assoziationen schon mal, für den Anfang:
    • "Wir sind das Volk!" (DDR-Protest am Ende)
    • "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Brecht)
    • "Das Volk besteht aus der Ansammlung derer, die meiner Meinung sind!" (Jener Stuttgart-21-Gegner, geschlussfolgert und von mir unterstellt. Siehe oben.)
    So, und jetzt können wir anfangen nachzudenken.

    ---

    Fortsetzung der Überlegungen: Wenn dann heute mittag die Dis- kussion im Rundfunk entbrennt, wo und ob überhaupt denn Windräder aufgebaut werden dürfen, dann sollte die Frage an alle, Experten und Betroffene, am Ende lauten:

    "Wie würden Sie denn die Energieversorgung im Jahr 2020 gestalten? Wenn Sie König von Deutschland wären? Ein absoluter König, so à la Ludwig XIV."

    Denn Kritisieren und Nicht-Wollen ist das eine. Eine Sache, die, so oder so, gestaltet werden muss, auch tatsächlich zu gestalten, die andere. Und leben kann man politisch nur mit "der anderen Sache".