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Montag, 29. August 2011

Verlust der Antonymie: Männer und Frauen

Das Ende der begrifflichen Klarheiten. Die Linguistik hatte immer das Beispiel für semantisch klare Fälle der Nicht-Steigerbarkeit und klaren Antonymie: lebend - tot, schwanger - nicht schwanger, und eben: männlich - weiblich. Nun gibt es eine umfängliche Meldung mit Mediziner-O-Tönen im Radio, Deutschlandfunk Kultur, dass es überhaupt nicht eindeutig sei, ob eine Person männlich oder weiblich ist. Das Ganze am Beispiel von Caster Semenya, Südafrika, vorexerziert. Nein, die Grenzen männlich - weiblich seien Interpretationssache, sagt einer der Experten. Und natürlich findet man den Fall dann auch online:

LEICHTATHLETIK | Semenya kämpft gegen Gerüchte und startet bei WM | Johannesburg (Südafrika) (SID) - 800-m-Weltmeisterin  will trotz erheblicher persönlicher Probleme ihren Titel bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) verteidigen. Die Südafrikanerin, die nach einer schier endlosen Diskussion um ihr Geschlecht weiterhin als Frau starten darf, hatte zuletzt mit Formschwäche, Verletzungen sowie Gerüchten über ihr Gewicht und ein Zerwürfnis mit Coach Michael Seme zu kämpfen.

Wir stehen wohl am Beginn eines neuen Realismus: Wenn man die Trennlinie der Antonymie mit den Mikroskop der wissenschaftlichen Experten betrachtet, dann erweist sich diese Trennlinie allemal als unscharf und vage aquarelliert. Dann müssen wir, wie Wittgenstein schon erkannt hat, Grenzen ziehen. Die Grenzen sind nicht einfach natürlich gegeben.

--

Eine Programmvorschau an dieser Stelle noch: 07:20 Uhr | Politisches Feuilleton | Die Welt als Wille zum Wahn. | Das zähe Leben von Verschwörungstheorien| Von Reinhard Mohr.

Sonntag, 28. August 2011

Positives Denken mit Gustav

Alias Eva Jantschitsch (oder umgekehrt)

Alles renkt sich wieder ein

Ich habe eine Sehnsucht,
nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden,
fällt dieses Unbehagen ab.

Der Zufall ließ uns weiter leben,
der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern
und hoffen für den nächsten Tag.

--

Text: Oder so ähnlich.

Es gibt ein YouTube-Video!

Dämon und Werk

Heilungsrituale

Er hatte immer geglaubt, dass er den Dämon, der ihn von seinem großen Werk abschnitt, eines Tages töten müsste. Sein Leben bestand aus der Suche nach dem geeigneten Tötungsinstrument. Aber dann, in durchaus fortgeschrittenem Alter, beobachtete er, dass der Dämon einfach abstarb, wie eine Pflanze, der man aufgehört hatte, Wasser zu geben. Dann zerfiel dieses Wesen schnell zu Staub. Zu einem Staub, den sein Geist verdaute und zu seinem ersten wirklich phantastischen Werk verwandelte.

Wandmalerei -- wie?

Technik und Farben 1
Fragen im Umkreis

Kate Moss

Woher kenne ich nur Kate Moss? Es ist kein Zweifel, ich kenne dieses Gesicht! Bin einer Frau mit einem solchen Gesicht begegnet.

Sahib Schäfer und die Tibeter, König Hitler -- wie es in Tibet Brauch ist.

Sprachliche Intuition

"Wenn Esoteriker reden, als ob sie über Wissenschaft reden / redeten, dann wird es lustig: ..."

Was ist richtig? Richtiger?

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Julius Desing und Ludwig II.

Wenn Esoteriker reden, als ob sie über Wissenschaft redeten, dann wird es lustig: "Ley-Linien führen in den Grenzbereich moderner Wissenschaft". Max Schulze, Ludwig II., Schlafzimmer, Thronsaal, sakraler Charakter, das Bett -- ein großer Steinblock.

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Schloss im Schlafrock | Mystík und Magie in Neuschwan- stein | "Wäre König Ludwig II. im Bett gestorben wie jeder vernünftige Mensch, dann wäre Schloss Neuschwanstein heute nicht das Spitzenprodukt der Romantik in Deutschland!" So formuliert es Julius Desing, der über 30 Jahre lang Schlossverwalter war und wie kein anderer das Märchenschloss und seinen Erbauer kennt. | Von Andrea Zinnecker | In einer Seance habe einst der Geist des Königs zu ihm gesprochen, sagt der ehemalige Schlossverwalter Julius Densing. Was der ihm verraten hat, das erzählt er nun erstmals der Öffentlichkeit. Wer Neuschwanstein aus esoterischer oder parapsychologischer Perspektive betrachtet, der stößt auf viele Rätsel.

Lateinische Reste

Auch so etwas findet man im Intenet:


Opes regum corda subditoriumDie Herzen der Untertanen sind die Schätze der Könige.
Opinio communisDie allgemeine Meinung
Ora et laboraWahlspruch der BenediktinerBete und arbeite!
Orbis terrarumDer Erdkreis
OremusLAuchasst uns beten
Otium cum dignitateCiceroMusse mit Würde: Wohlverdienter Ruhestand
Pacta sunt servandaVerträge müssen eingehalten werden.
Panem et circensesBrot und (Zirkus-) Spiele
Panis et vinumBrot und Wein
Patria est ubicunque beneDas Vaterland ist überall, wo es dir gut geht.
Pax est tranquillitas ordinisAugustinusFriede ist die Ruhe der Ordnung
Pax vobiscumu.a. Joh. 20,19Friede sei mit euch
Per crucem ad lucemDurch das Kreuz ans Licht
Per exemplumZum Beispiel
Per omnia saecula saeculorumSchlussformel  von GebetenVon Ewigkeit zu Ewigkeit
Periculum in moraGefahr liegt im Verzug!
Pessima tempora plurimae legesIn schlechtesten Zeiten gibt es die meisten Gesetze.
Philosophia non in verbis, sed in rebus estSenecaDie Philosophie lehrt tun, nicht reden.
Plenus venter non studet libenterEin voller Bauch studiert nicht gern
Poetis mentiri licetPliniusEs ist den Dichtern gestattet zu lügen.
Pons asiniEselsbrücke
Possum, sed noloMaria de MediciIch könnte, aber ich mag nicht
Post cenam stabis aut passus mille meabisNach dem essen sollst du ruhen, oder tausend Schritte tun.
Post Christum natumNach Christi Geburt (p.chr.n.)

Sprachliche Kreativität


Und es verschluckt auch nicht die erste Silbe, wie das frühere Geräte bspw. von Olympia taten, wo man immer erst eine Gedenksekunde einlegen musste, weil sonst garantiert der Anfang fehlte, was man dann aber im Eifer doch nur zu gern vergessen hattte. Leider ist das eingebaute Mikro wahnsinnig berührungs- anfällig, jede Tastenberührung überträgt sich als lautes Rascheln. Das ist zwar nicht kriegsentscheidend, nervt aber.

Es gibt eben sprachlich kreative Leute! Wo liegt der -- möglicherweise manchen Menschen auch missfallende -- Witz bei dieser Äußerung?

Radio-Reisen. Wow!

Im Radio ein Bericht über ein Berber-Dorf: Tilfidin? Dass es drei Haupt-Berbersprachen in Marokko gibt. Nachsehen in der Wikipedia. Anschließend: Baudelaire und der Orient, die Orient-Photos von Duchamp.

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radioReisen  || Unsere aktuellen Sendungen: | Sonntag, 28. August 2011 | Magische Welten | „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle" wusste schon Albert Einstein. Und so nähern wir uns heute mythischen Plätzen der Menschheit, magischen Orten, Brücken ins Reich vergangener Zeiten. | Wir besuchen Ithaka, die Heimat des Odysseus, beschäftigen uns mit der Kultur der Berber, und erleben in Papua-Neuguinea eine Zeit außerhalb der Zeit …

Wer war der, der die ersten Fotos von Mekka gemacht? Mohammed Sadiqu Bey.

Fotoausstellung in Sharja: "Focus Orient" | Eine fotografische Reise in die Vergangenheit | Im Emirat Sharja zeigt die Ausstellung "Focus Orient" erstmals über 200 historische Fotografien aus der gesamten islamischen Welt. Diese von Europäern angefertigten Fotografien zeigen sowohl Architektur als auch Alltagsszenen und Porträts im orientalistischen Stil. Georg Ossenbach war auf der Eröffnung der Ausstellung dabei.

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Papua-Time -- Zeitkreis. "Wenn ihr Körper es ihnen sagt". Nicht die Uhr. Cornelia Zetzsche. Die chinesischen Wirtschaftsbestrebungen. Große Macht in Papua-Neuguiena. Kriegsbemalungen. -- Leere Netze der einheimischen Fischer. Korruption. Prostitution. "Ich bin gleich in der ersten Nacht ausgeraubt worden." (Kein Eingehen der Moderatorin auf diese ruhige Feststellung.)

Was für ein Abenteuer nach dem Urlaub, diese Radio-Reisen!

Ungepflegte Websites

Man sagt, dass Websites "gepflegt" werden müssen. Woran erkennt man die "ungepflegte Erscheinung" bei Websites? Nehmen wir ein Beispiel:

"Sky Station ist ein u.a. vom früheren amerikanischen Aussenminister Alexander Haig gegründetes Unternehmen, welches unbemannte Telekommunikationsplattformen in eine 'geostationäre' Position in der Stratosphäre bringen will. Diese 'Plattformen' sind Luftschiffe, die auf eine Höhe von ca. 21 km aufsteigen sollen, und dort 5 bis 10 Jahre auf einer festen Position stehen bleiben. Die Luftschiffe haben einen Elektroantrieb und die notwendige Energie wird von Solarzellen geliefert. Vorerst ist geplant ein Netzwerk von 250 Plattformen weltweit zu installieren. Das erste Luftschiff soll im Jahr 2002 starten."

Alles mindestens 9 Jahre her? Oder hat sich da jemand einfach vertippt, und es muss 2012 heißen?

Samstag, 27. August 2011

Die Vorurteile über Vorurteile

Die bürgerliche Geisteswissenschaft hat die leicht dümmliche Behauptung zur Tatsache erhoben, dass man die Person des Autors vom Werk zu trennen habe. Jeder Student bekommt dies eingebläut, und dann denkt er, es sei unwissenschaftlich, Frau von Stein und den Faust in einem Atemzug zu nennen. Was spricht für diese These der notwendigen Trennung von Leben und Werk, wenn man einmal von der Angst der Bürgersmenschen vor dem Leben generell absieht? Es dürfen auch keine "persönlichen Dinge" im Offiziellen eine Rolle spielen. Der Künstler tritt in den Hintergrund, das Werk zählt. Wie könnte man einen solchen Quatsch jemals begründen! Behaupten ja, aber begründen?

Freitag, 12. August 2011

Wikipedia: Die Art und Kraft der Argumente 2

Das hier noch als Backup, für den Fall, das die WP-Diskussion mal verlorengeht. Augenfreundlicher nachzulesen hier.


Horst Janson, ohne Fortsetzung dort

Hi Grip99! Weil ich bei Janson tatsächlich nicht mehr weitermachen will, hier der Hinweis: Diese Diskussion hat mich dazu gebracht, einen kleinen Nachtrag auf meine Benutzerseite zu schreiben. Wenn du Interesse hast, schau doch mal hin. --Delabarquera 09:52, 8. Aug. 2011 (CEST)
Hallo Delabarquera, vielen Dank für Deine Komplimente. Ich muss Dich allerdings enttäuschen. Ich bin im Gegensatz zu Dir kein Anhänger der Bekanntgabe von Klarnamen oder sonstigen persönlichen Informationen in der Wikipedia im Allgemeinen und in meinem Fall im Besonderen und kann Deine Neugier daher nicht befriedigen. Auf meiner Benutzerseite steht bereits alles, was ich an Wikipedianer oder sonstige Leser dieser Seite über mich verraten möchte. Selbst an Wikipedianer, die ich per E-Mail etwas besser kenne, verrate ich so gut wie nichts.
Der eine Grund dafür ist, dass sich im Lauf der Jahre durch die lückenlose Beitragshistorie, die für jeden einsehbar ist, ein derart genaues Persönlichkeitsprofil erstellen lässt, dass man fast schon ohne zusätzliche Angaben eindeutig identifizierbar für Leute wird, die einen aus dem real life kennen und wissen, dass man einigermaßen aktiver Wikipedianer ist. Das möchte ich vermeiden.
Und der zweite, fast genauso wichtige Grund ist, dass man durch Angaben zum Lebenslauf, zu den persönlichen Vorlieben oder Einstellungen von vielen Benutzern bereits in eine Schublade einsortiert, mit deren Vorurteilen und mitunter auch Ad-personam-Argumenten konfrontiert wird. Ich möchte außerdem allein durch meine Argumente wirken, nicht durch irgendwelches Kuschen vor Titeln oder sonstigen Qualifikationen.
Meiner Meinung nach wäre es sogar besser, wenn jeder Benutzer in der Wikipedia in punkto Anonymität meinem Beispiel folgen würde, der Benutzername eine sechsstellige sinnlose Zahlen-Buchstaben-Kombination wäre und sich sein Ruf allein aus seinen Beiträgen hier ergeben würde. Übrigens hält es auch der m.E. unabhängigste und neutralste Admin hier ganz ähnlich und gibt im Gegensatz zu vielen anderen nahezu nichts über sich preis.
Noch eine Bemerkung zur Janson-Diskussion: Gerüchteweise soll Dadawah (der sich selten mit Brodkey so einig wie hier ist) sowieso eine Sockenpuppe von irgendwem sein, auch wenn ich nicht weiß, von wem. Vielleicht wird er ja in Bälde gesperrt. Das würde zwar das Grundproblem "Bullshit-Bingo zur Schönung von Biographien" nicht lösen, aber immerhin ein klitzekleines bisschen kleiner machen. --Grip99 03:00, 9. Aug. 2011 (CEST)
Hi! Dank für die ausführliche Antwort. Das mit der (Nicht-) Anonymität habe ich allerdings nur darauf bezogen, dass manche WP-Indianer sich mit Leistungen aus ihrem real life schmücken, die in der Anonymität nicht überprüft werden können. Und auch das mit dem 'dann doch bitte nicht anonym' ist nur als Vorschlag in Sachen Internet-Sitte gedacht. Damit mal drüber nachgedacht werde. --Delabarquera 09:17, 9. Aug. 2011 (CEST)
Du befindest Dich damit in etwa auf einer Linie mit dem Bundesinnenminister. Sowohl die Angabe von mehr privaten Details, Hobbies etc. als auch die Klarnamennennung hätten natürlich auch Vorteile, nur für mich persönlich überwiegen die Nachteile. Ich weiß auch von einem Wikipedianer, der früher mit Klarnamen aufgetreten ist und das hinterher bitter bereut hat, weil er hier übel diffamiert wurde und Rückwirkungen auf sein Berufsleben und sonstiges Leben außerhalb der Wikipedia befürchten musste. Für ein weiteres Beispiel siehe diese Anfrage aufgrund der Wikileaks-Turbulenzen in Verbindung mit dieser Benutzerseitenlöschung. Es können also anscheinend selbst dann negative Einflüsse auf das real life auftreten, wenn in der Wikipedia selber überhaupt nichts passiert. --Grip99 02:33, 10. Aug. 2011 (CEST)
Dass ich mit einer Auffassung oder einem Argument auf der Linie von XY, im Zweifelsfall: auf der Linie des Innenministers liege, hat mich noch nie sonderlich gestört. Denn ich bin der Überzeugung: es zählt die Sache bzw. das Argument an sich. Und da sollte man, wenn man sich als rational denkender und argumentierender Mensch versteht, vollkommen vorbehaltlos von der Sache und ihren Konsequenzen her prüfen. Manchmal ist es lehrreich, in einem Gedankenexperiment die Extreme anzusehen (und dabei zu wissen, dass die Extreme nicht immer als Analogie taugen). Also, nehmen wir mal an, dass es drei Arten von WWW gäbe: a) WWW1, das als Teilnahmebedingung nur Realnamen und Realpersonen kennt, streng und gültig geprüft vom Chaos-Computerclub, IP-Verschleierungen sind technisch verunmöglicht, und in diesem Netz gibt es keinen Spam, kein Pishing und keinen sonstigen Betrug, keine Kinderpornographie (und wenig sonstige Pornographie und politischen Extremismus), usw. b) WWW2 ist ein vollkommen und garantiert anonymes Netz, bei dem nirgendwo und unter keinen Umständen Realpersonen greifbar sind, mit allen Konsequenzen, die das wahrscheinlich hätte, und schließlich c) das WWW3, das dem heutigen WWW entspricht. Jeder darf -- weil nicht gelten darf: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! --, nur Mitglied in einem dieser drei Netze sein. Wo würden die Menschen wohl hingehen und Mitglied werden? -- So, und damit wir uns nicht missverstehen: Ich laufe hier auch mit einem Pseudonym herum. Wobei -- ich habe mal einem, der geschrieben hatte, man könne meine Identität schon herausfinden, wenn man nur wollte, geantwortet: Ich würde trotz Pseudonyms schon darauf achten, dass ich hinter allem, was ich im Netz von mir gebe, auch als Realperson stehen könnte. Zusammengefasst: Ich bewege mich in der Welt, nach den Gesetzen, die sich halt historisch herausgebildet haben. Allerdings versuche ich in jedem Fall, vorbehaltlos die Vor- und die Nachteile einer so gewordenen Lage zu sehen. Ich verstehe deine Argumente durchaus, ich glaube aber auch, dass ein großer Teil dieser Argumente eben nur gilt, weil wir in der Welt des WWW3 leben. --Delabarquera 12:24, 12. Aug. 2011 (CEST)

Wikipedia: Die Art und Kraft der Argumente 1

Soll man nun Horst Jansons Finanzprobleme in dem WP-Artikel über H. J. mit aufnehmen oder nicht. Eine sich hinziehende Diskussion, bei der ich nach einiger Zeit, relativ gelassen, wie ich finde, nachfrage:

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Ich habe jetzt einfach mitgelesen. Als Dritte-Meinung-Fragesteller wollte ich mich da nicht einmischen. Die Frage ist: Wie steht's nun, argumentativ? Und was machen wir nun? --Delabarquera 10:04, 5. Aug. 2011
Eine leichte Tendenz scheint ja dahin zu gehen, den Boulevard-Kram aufzunehmen. Die Boulevard-Fraktion sollte sich dann halt mal an die Formulierung machen. Ich schlage vor, dass die Formulierung auf dieser Seite vorbereitet wird. Ich wünsche jetzt schon mal viel Spaß auf der Suche nach (für eine Enzyklopädie!!!) zitierfähigen und reputablen Quellen. BILD und BUNTE sind es nämlich sicher nicht. MfG, --Brodkey65 11:13, 5. Aug. 2011
Vorschläge: Süddeutsche ZeitungDie Welt und die oben schon erwähnte Fernsehsendung. -- P. S. @Brodkey65 BILD und BUNTE wurden hier immer nur von dir erwähnt. Warum eigentlich? --Delabarquera 01:20, 7. Aug. 2011
Du hast offensichtlich die Diskussion nicht durchgelesen. Weder Reiner Zenz noch Brodkey65 noch ich wollen dergleichen akzeptieren. Im übrigen in Übereinstimmung mit WP:B . Gruss --Dadawah 21:42, 7. Aug. 2011
OK, ich geb's auf. Irgendwann ist mir meine Zeit zu schade. Der Hinweis war: "Eine leichte Tendenz scheint ja dahin zu gehen, den Boulevard-Kram aufzunehmen." -- Wer mag, kann ja die oben erwähnte Fortsetzung des alten Sinnspruchs mal anschauen. --Delabarquera 23:12, 7. Aug. 2011
Warum? Wird da erklärt, wie man seine Beiträge einrückt? --Dadawah23:27, 7. Aug. 2011 (CEST) --
Nun denn, was lernen wir daraus: Wenn einer, mancher -- Dadawah argumentativ in der Ecke steht, dann versucht er es mit dem Irrational-Schwinger. Du hast nicht richtig eingerückt, ätsch! Also, dass ich nachts um 23 Uhr 12, kurz vor dem Zubettgehen, einen Doppelpunkt zu wenig setze, wird zum letzten Ausweg. Unter diesen Umständen kopiere ich mal diesen Sinnspruch im Klartext hierher:

"'Der Klügere gibt nach' - jap : 
deshalb regieren 
die Deppen die Welt *seufz*"

Sic transit gloria ...

Ein Google Alert. Monica Lierhaus. Ein Bild im Artikel. Und vorher ein anderes, das ich schnell heraussuche. So sah diese Frau einmal aus.


Und dann dieses Bild. Ja nun, unverkennbar das gleiche Gesicht. Aber eine andere -- Seele? Sagen wir: eine andere Person.


Auf der anderen Seite: Ohne den Erfolg, den M. L. hatte, wenn sie ihr Lebtag bei Tengelmann an der Kasse gesessen hätte, dann wäre das zweite Bild ein vollkommen normales Bild. Was die Frage aufwirft: Sind unsere Sklaven-Arbeitsstellen -- pardon, unsere normalen lohnabhängigen Arbeitsstellen nach einiger Zeit die Äquivalente zu einem Aneurysma?

Der Vergleich

Der Vergleich ist der König unter den rhetorischen Mitteln. (Die Metapher der Infant.) Nehmen wir dieses Beispiel aus dem SPIEGEL:

"Der Streit um die Erhöhung der Schuldengrenze hat das Land an den Rand einer finanziellen Katastrophe geführt, nun gibt es eine Lösung, doch sie wirkt wie ein buntes Pflaster auf einer offenen Halsschlagader. 2,4 Billionen Dollar sollen eingespart werden über ein Jahrzehnt, aber was ist das schon, bei einem Schuldenberg, der heute bereits bei kaum noch vorstellbaren 15 Billionen Dollar steht und in zehn Jahren wahrscheinlich bei über 20."  (DER SPIEGEL 32 / 2011, S. 67)

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Aus demselben SPIEGEL (Auswahl):

Dommermuth: Das sogenannte De-Mail ist auf einem guten Weg. Kürzlich wurde das notwendige Gesetz verabschiedet. Wird dieses System wie eine Rakete fliegen? Sicher nicht von allein. Unternehmen und Institutionen müssen Anreize schaffen, damit sich auch die Gewohnheiten der Nutzer ändern. (WEB „Unstillbarer Datenhunger“. Der Internetmilliardär Ralph Dommermuth attackiert die US-Riesen Google, Facebook, Apple und Co.)

Vielleicht, schreibt der Kolumnist Andrew Sullivan, hat Obama in der Schuldendebatte ja so etwas wie eine „Pyrrhusniederlage“ erlitten, eine Niederlage, die sich am Ende in einen Sieg verwandelt.

Die Anlage bei Natans, 250 Kilometer südlich von Teheran in der Wüste gelegen, ist geschützt wie eine Militärbasis. Die Zentrifugen in den Bunkern bestehen aus Aluminium, sie sind 1,80 Meter hoch und haben einen Durchmesser von zehn Zentimetern.


s. auch: Metapher, Metonoymie. Ironie, Synekdoche.

Donnerstag, 11. August 2011

"...können Sie auch downloaden, auf unserer Internet-Seite..."

Wann bemerken die Rundfunk- und Fernsehsender eigentlich, dass wir mittlerweile wissen: Ja, man kann im Internet so manchen genauer nachlesen und anderes herunterladen! Es ist doch zum Mäusemelken, wenn die Tagesschau -- nur ein Beispiel -- jeden Abend auf Neue meldet, dass man das und das nachlesen kann, "unter tagesschau.de".

Mittwoch, 10. August 2011

Skizze: Roche, Schoßgebete

Hans Dedecius hatte nur kurz nach dem Vergleich gesucht, dann wusste er: Das Ansteigen des Feuilletongrollens vor dem Erscheinen des Buches von Roche, es war ein anschwellender Bocksgesang. Ein Grummeln erst, dann ein Dröhnen und am Ende, am Erscheinungstag -- Epiphanie eines Pornos -- ein große Explosion des Feuilletonischen. Im Radio hörte Dedecius schon am Morgen, einmontiert in eine durchaus kritische, ja ablehnende Besprechung, die originale Stimme von Frau Charlotte Elisabeth Grace Roche, wie sie da blechern ihr Buch pries. Diese scheppernde Stimmung! Dedecius sah in die Zeitung und betrachtete das Bild der Autorin. Dieses verlegene Grinsen über dem allzu festen Kinn. Diese triefenden Haare! Hans Dedecius sagte sich erst einmal, dass er mit dieser Frau sicherlich niemals ein geschlechtliches Verhältnis hergestellt hätte, geschweige denn eingegangen wäre. Sie war ihm einfach nicht gutaussehend genug. Und was die Stimme anging, so war ihm diese von den unausgedrückten Emotionen dünnge- hämmerte, blecherne Stimme sehr unangenehm. Dabei war er, weder früher noch jetzt, in dieser Hinsicht wählerisch gewesen. Aber es gab eben auch hier Grenzen.

Dedecius las weiter. Thomas Steinfeld in der Süddeutschen brauchte zweieinhalb Spalten, ehe er die entscheidende Frage stellte, "warum sich, in einer weitgehend libertären Gesellschaft, immer noch so viele Energien auf die Sexualität werfen können".

Nun ja, sagte Dedecius. Weil es halt eine Täuschung ist, dass diese Gesellschaft ein vernünftiges Verhältnis zur Sexualität gefunden hat. Weil es ein solches vernünftiges Verhältnis nur bei Tieren geben kann. Es gibt tierische Wesen in Menschengestalt, die in dieser Hinsicht mit sich im Reinen sind. Nur sind das eben keine Menschen mehr. Ein kopulierendes Tier in Menschengestalt, im Film oder im Swingerclub, das ist auch nicht angenehm. Weil es hier -- Sex und Mensch -- also um etwas geht, was man eine Aporie nennen kann, darum gehen Verkaufszahlenberechnungen wie die von Frau Roche immer wieder, und auch heute: immer wieder, auf.

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Und das dazu:

JANE FONDA | „Sex hält mich jung und knackig…“ | Ihrem Motto „Beweg deinen Hintern“ war Jane Fonda ein Leben lang treu. Aber nur von gesunder Ernährung kommt ihr makelloser Look dann doch nicht: Sex hält sie jung! [Erfahren wir bei BILD Online]

Sex ist also Psychotherapie, SchriftstelellerInnen-Antrieb und Fitness-Programm. Erinnert an den alten Witz:

Mama zu Gaby (10): Gaby, was wünscht du dir denn zum Geburtstag?
Gaby: o. b.
Mama: Was?! Wie kommst denn da drauf?
Gaby: Ich hab die Werbung gesehen. Mit o. b. kann man schwimmen, reiten und Rad fahren.

In der Roche-Zeit wünscht sich Gaby also Sex. Denn damit kann man psychisch gesunden, Schriftstellerin werden und fit bleiben.

Dienstag, 9. August 2011

Die Idioten von der Pishing-Front

Eine Mail, die seltsam aussieht, aber auch eine Notiz von mir selbst sein könnte. Na ja , eigentlich nicht sein kann. Das Virenprogramm schlägt an wie ein Wachhund:

gevezbytto.com




Ok, ich werde es erst einmal mit Voodoo* versuchen und dann schwerere Geschütze auffahren. Ich will nicht gleich den Tod der Pisher herbeiführen. Sondern nur das, was sie real fürchten müssen: von der Polizei erwischt zu werden. In flagranti. Beim Cyber-Onanieren.

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* Wer noch nicht weiß, dass George Orwell da Pate steht, kann ja hier weiterlesen: "23.06.2003 | George Orwell | George Orwell , 1950 mit 46 Jahren gestorbener britischer Schriftsteller ("1984", "Die Farm der Tiere"), glaubte zeitlebens, er habe einen Schulkameraden in Eton mit Voodoo getötet. In einem Brief, den der 97-jährige gefeierte Mittelalter-Historiker Steven Runciman kurz vor seinem Tod (2000) schrieb, bekannte er, dass Orwell und er eine Wachsfigur, die einem gewissen Philip Yorke nachgebildet war, den sie als bedrohlichen und gewalttätigen Mitschüler fürchteten, nach den Ritualen der schwarzen Magie traktiert hätten. ..."

Montag, 8. August 2011

Sprachliche Zweifelsfälle 1

Von heute an trage ich hier einmal echte sprachliche Zweifelsfälle zusammen. Das habe ich zwar auch bisher gelegentlich getan; aber nun soll es systematisch werden.

Mein liebstes Beispiel: wie man sich am Herd zu schaffen macht.

Und weiter -- wie muss es heißen?

"Weder die Staatsbibliothek noch die Uni-Bibliothek München besitzen / besitzt ein Exemplar dieses Buches."

Sollen und BILD

Die beiden folgenden Punkte wollte ich schon lange einmal festhalten. Jetzt also ein SPIEGEL-Online-Artikel mit Doppel-Beispiel:

"Der 25-Jährige war nach der Tat am Donnerstag untergetaucht. Er soll im Stadtteil Wedding mehrere Kugeln aus einer Handfeuerwaffe auf ein vollbesetztes Auto abgegeben haben."

Erster Punkt:

Es ist ein Reflex geworden, dieses A soll XY getan haben auf jeden Fall zu verwenden, wenn jemand noch nicht rechtskräftig verurteilt ist. In allen Fällen, in denen jemand ohne allen erkennbaren Zweifel das getan hat, was ihm zur Last gelegt wird, wirkt dieses soll ziemlich daneben. Man spürt einfach die juristic correctness, die leerläuft und nur noch lächerlich ist. Wahrscheinlich ein Triumph des juristischen Denkens. Grundsatz: 'Der Kosmos existiert erst dann, wenn diese Tatsache gerichtlich festgestellt worden ist.'

Zweiter Punkt:

"Mehmet Y. hatte schon vor der Tat mehreren Menschen damit gedroht, sie umzubringen. Nach SPIEGEL-Informationen läuft daher ein Verfahren gegen den 25-Jährigen beim Amtsgericht Tiergarten. Ob es sich bei den Bedrohten um die Ehefrau und ihre Familienangehörigen handelt, ließ das Gericht offen. Laut 'Bild-Zeitung' hatte Mehmet Y. allerdings schon wenige Tage nach der Trennung zu seiner Frau Feride gesagt: 'Wenn du nicht zurückkommst, jage ich dir eine Kugel in den Kopf.'"

Manche Menschen verwenden die Wörter BILD und Bild-Zeitung, als ob sie vom Gottseibeiuns oder vom Ohne-allen-Zweifel-Bösen sprechen. Ich halte das für einen 68er-Reflex, der wie ein Echo über der publizistischen Landschaft liegt. Irgendwie ist mir diese axiomatische Verteufelung -- nun ja, einfach unangegenem. BILD ist Boulevard, ja sicher. BILD nimmt es mit der Korrektheit manchmal nicht so genau, vor allem nicht, wenn es der Auflagenmehrung dient. Ok, geschenkt. Aber das tun viele "Medien", ohne dass gleich die Reflexe Alarm schlagen. Und wenn jetzt sogar der SPIEGEL die BILD zitiert...! 

Ach, ja -- warum in Anführungzeichen? Ist das die Art, wie früher die Springer-Zeitungen die "DDR" verwendet  haben?

Sprachbeherrschung

Wenn es einmal eine Germanistikstudium-Aufnahmeprüfung geben sollte, dann schlage ich die folgende Frage vor:

Wer kennt die folgenden Wörter und kann sie einigermaßen zutreffend erläutern:

  • ehrpusselig
  • Beckmesser
  • desavouieren
  • antichambrieren
  • Kokolores

Copernic 1: Probleme

Eine Mail von Copernic, ob ich denn nicht die Profi-Version kaufen möchte. Doch, ja, eigentlich würde ich Copernic gerne verwenden und sogar kaufen -- wenn es denn funktionieren würde! Aber so?! Copernic zeigt, dass es Ergebnisse gibt, aber es zeigt die Suchergebnisse nicht an. Und wenn ich auf die Zahl bei Dokumente klicke,dann verschwindet die einfach.

Das schreibe ich als kurze Antwort auch an die firm. Mal sehen.


Sky und die Bundesliga

Nach diesem furiosen, wenn auch, was die Bayern angeht, frustrierenden Bundesliga-Wochenende war meine Frage an Google: "was kostet sky nur bundesliga 2011 wirklich?" Die erstplatzierte Antwort kommt von Sky selbst: 29,90 Euro

Wäre ich der Geschäftsführer von Sky, ich würde für die Hinrunde ein Probeabo ohne automatische Verlängerung von 9,90 Euro pro Monat anbieten. Dann Erhöhung auf 14,90 Euro für die Rückrunde. Dazu Werbung für diese Sache. Man muss die Grenzen der Verbraucher, hier: der Bundesliga-Enthusiasten erkennen. Das tut Sky im Moment noch nicht. Der finanzielle Ausgleich, sogar mit deutlicher Verbesserung käme, da bin ich sicher: über die Anzahl der Abos. 

Und auch das noch: Ein Verwandter berichtet auf einer Familienfeier, dass er Sky nicht brauche. Er sehe die Liga live über das Internet. Ich hab es gestern mal ausprobiert. Frustration extrem über diese aussetzenden Wackelbildchen.

Sonntag, 7. August 2011

Wikipedia-Diskussionen


...
Eine leichte Tendenz scheint ja dahin zu gehen, den Boulevard-Kram aufzunehmen. Die Boulevard-Fraktion sollte sich dann halt mal an die Formulierung machen. Ich schlage vor, dass die Formulierung auf dieser Seite vorbereitet wird. Ich wünsche jetzt schon mal viel Spaß auf der Suche nach (für eine Enzyklopädie!!!) zitierfähigen und reputablen Quellen. BILD und BUNTE sind es nämlich sicher nicht. MfG, --Brodkey65 11:13, 5. Aug. 2011
Vorschläge: Süddeutsche ZeitungDie Welt und die oben schon erwähnte Fernsehsendung. -- P. S. @Brodkey65 BILD und BUNTE wurden hier immer nur von dir erwähnt. Warum eigentlich? --Delabarquera 01:20, 7. Aug. 2011
Du hast offensichtlich die Diskussion nicht durchgelesen. Weder Reiner Zenz noch Brodkey65 noch ich wollen dergleichen akzeptieren. Im übrigen in Übereinstimmung mit WP:B . Gruss --Dadawah 21:42, 7. Aug. 2011
OK, ich geb's auf. Irgendwann ist mir meine Zeit zu schade. Der Hinweis war: "Eine leichte Tendenz scheint ja dahin zu gehen, den Boulevard-Kram aufzunehmen." -- Wer mag, kann ja die oben erwähnte Fortsetzung des alten Sinnspruchs mal anschauen. --Delabarquera 23:12, 7. Aug. 2011
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Nachtrag: Die Diskussion wurde noch in der Nacht fortgesetzt. Es gibt Menschen, die gehen noch später vom PC weg als ich! Dass dann, hin und her, meine falsche Einrückung das Thema wurde, ist noch einmal lustig. Man möchte rufen: "Hey, Leute, schaut auf die Uhrzeit! Es war Viertel nach elf! Warum habt ihr nicht einfach stillschweigend verbessert?! Ein Doppelpunkt dazu und basta."

Wenn das Mac-Book gestohlen wird...

On March 21, 2011, my MacBook was stolen from my apartment in Oakland, CA. I reported the crime to the police and even told them where it was, but they couldn't help me due to lack of resources. Meanwhile, I'm using the awesome app, Hidden, to capture these photos of this guy who has my MacBook.

Scotland Yard 2.0 – was “Gauner Ede” mit Social Media zu tun hat (oder “this guy has my macbook”).

Gerade im BR-Computermagazin davon gehört. Und was halten wir davon? Ich meine: a) bevor einem was Liebes geklaut worden ist und b) danach.

Alexander Dobrindt -- das Schwarze Sommerloch der CSU

Hab ich es schon mal gesagt? Ich bin FDP-Mitglied. Der kommunistischen Vorlieben unverdächtig. Was nicht heißt, dass ich das gegenwärtige soziale Auseinanderdriftens der deutschen Gesellschaft nicht für hochproblematisch finde. Und zur Freiheit, die ich meine, gehört auch, dass jemand den Kommunismus gut und erstrebenswert finden darf. Nur -- er muss, sollte er an die Macht kommen, nach 4 Jahren auch wieder abgewählt werden können. Nun aber höre ich heute rauf und runter von einer Idee von Herrn Dobrindt, CSU. Das gibt es auch schriftlich:


CSU und Linke | Sturm in der Sommerpause | VON KERSTIN MÜNSTERMANN, 07.08.11, 15:49h | 
Alexander Dobrindt hatte erklärt, Linksparteichefin Lötzsch schwärme über Wege zum Kommunismus und verkläre damit das sozialistische System. Daher müsse der Verfassungsschutz die Linke schärfer überwachen. |  | BERLIN/DAPD. Zwischen Politikern von CSU und Linkspartei ist ein scharfer Disput entbrannt. Auf die Ankündigung von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, ein Verbotsverfahren gegen die Partei die Linke zu prüfen, reagierte die Linke-Führung am Sonntag erbost und warf Dobrindt «Hetzparolen» und eine Mitverantwortung an Attacken auf Büros der Linkspartei vor.

Generalsekretäre müssen für "das Grobe" dasein, heißt es. Aber muss man denn gleich so grob losschwadronieren?

SYSTEMRELEVANT

Nach den systemrelevanten Banken, die nicht pleitegehen können, kommen jetzt die systemrelevanten Konzerne:

"Nach dem Beschluss zum Atomausstieg droht Deutschlands größtem Energiekonzern E.on ein drastischer Stellenabbau. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, wird bei E.on der Abbau von bis zu 10.000 Stellen weltweit erwägt. Damit würde E.on mehr als zehn Prozent seiner Belegschaft abbauen."

Ist an der alten These, dass "das Kapital" unsere Demokratie regiert, vielleicht am Ende doch was dran?

Mein alter Anagramm-Generator sagt:
ENTLARVE SYSTEM
RESTVERALTEN SYSTEM

Und an die Adresse von Uncle Sam:
SAM EVTL YEN

Samstag, 6. August 2011

Alte Sommer

Jesses, ist das jetzt schon wieder lange her? Wann war's?

"Scusi, Senorina, willst du auch nen Spliff?
Oder stehst du nur auf Männer mit Schlips?
Ich habe sonst mix, was ich dir geben kann,
aber blond bin ich, is das vielleicht nix?
Amaretto ist ein geiles Zeug - ich bin schon lull und lall,
hab keine Ahnung, ob du mich verstehst,
doch du lächelst und mein Herz tutn Knall.
Bella donna, ich lad dich jetzt zum Essen ein - mangiare, tu capito? (capisci?)
andiamo! Asti Spumante wird es nicht gerade sein,
aber dafür gibts schon wieder mal -


Spaghetti Carbonara - e una Coca Cola, 
Carbonara - e una Coca Cola,.."

Ja, ja -- 1982 war's! Das waren noch Zeiten!

Freitag, 5. August 2011

Was ist aus der katholischen Kirche geworden!

Lieber Gott und lieber Papst Benedikt, was ist aus Eurer Kirche geworden?! Was habt Ihr vor nicht allzu langer Zeit den Menschen für Angst vor Sex eingeredet. Und dann solcherlei!

Hildesheim/Lebenstedt –Das Gottvertrauen, das ihm die Eltern seiner Schützlinge entgegen brachten, nutzte er schändlich aus: Andreas L. (46), der katholische Priester aus Lebenstedt, gestand sexuellen Missbrauch von drei Kindern. Auf der Suche nach möglichen weiteren Opfern vernahm ihn die Soko „Sünde“ jetzt zum zweiten Mal. Im Verhör gab L. zu, dass er mit seinem jüngsten Opfer (13) sogar Urlaub geplant hatte: Zwei Wochen am Palmen-Strand von Bayahibe (Dominikanische Republik) für 2335 Euro – im „Superior“-Zimmer mit Meerblick...
Nach BILD-Informationen wollte der Pfarrer mit dem Kind am 29. Juli um 9.05 Uhr von Brüssel nach Punta Cana starten. Rückreise am 12. August. Gebucht hatte Andreas L. schon Mitte März, aber am 27. Juni stornierte er den Urlaub plötzlich, musste dafür 933 Euro Gebühr zahlen.

Und wir erfahren davon, dank BILD.

Schlank werden, schlank sein

Tausend Diäten und Berichte vom JoJo-Effekt. 244.000, um vage-exakt zu sein, heute. Dabei ist alles ganz einfach: ein paar Übungen, regelmäßig. Das Weniger-Essen kommt von alleine, wenn der geübte Körper den Stoffwechsel umstellt und seine Willensstruktur verändert.

Kühne These. Ich werde es ausprobieren. Beginnend mit einer ehrlichen Messung des Faktischen. Und dann sehen wir weiter.

Donnerstag, 4. August 2011

Der Start der 1. Bundesliga ...

... steht bevor, und Mario Basler, BILDs Super-Mario, tippt die Endtabelle der Saison 2011 / 12.

Die Leserstimmen dazu:

matse1983schrieb: 04.08.2011, 14:58 Uhr
Flop Mario dachte auch, dass Schalke 04 letzte Saison Meister wird. Das dürfte die lächerlichen Tipps nun klarstellen.

XstefanXschrieb: 04.08.2011, 14:58 Uhr
das man erfolg nicht mit geld kaufen kann, hat wolfsburg eindrucksvoll bewiesen, genauso wird es den bayern gehen(und zwar nicht nur in der bundesliga). 1.bvb 2.bayer 3.bayern; wie letzte saison! weniger...

Bouba18schrieb: 04.08.2011, 14:53 Uhr
Basler, geh bitte in Rente... geistig bist du ja anscheinend schon auf dem Niveau eines 100 Jährigen.

Tja, wie BILD es gerne sagt: Knallhart geht es dazu, auch bei den Leser-Stimmen. Und vielleicht sagt Super-Mario ja: "Wie kommen Sie eigentlich dazu, mich zu duzen?!"

Mittwoch, 3. August 2011

Die nackte Haut der sozialen Gerechtigkeit

Gibt es Auswüchse, was das Geld angeht? Bräuchten wir vielleicht doch so etwas wie eine Welt-Ethik, die mal die elementarsten Grundsätze hinterfragt und neue Grundsätze erstellt?

GISELE BÜNDCHEN WIRBT FÜR „HOPE" | 03. August 2012 | CUP DER GUTEN HOFFNUNG | Gisele Bündchen (31) posiert für die Unter- wäschemarke „Hope" (dt.: Hoffnung). Mit diesen Fotos liefert sie den Beweis, dass sie mit 45 Millionen Dollar Jahreseinkommen zu recht an der Spitze der bestverdienenden Models der Welt steht.



Zugegeben, das sind eine Menge Hübschheiten, wenn ich das mal so formulieren will Aber "45 Millionen Dollar Jahreseinkommen" für das Gesicht und diese Kurven?! Keine Abkürzungen mehr:

45.000.000 Dollar.

Aus diesem Kind würde vielleicht auch ein schöner Mensch. Wenn die Eltern denn

4.500 Dollar 

Jahreseinkommen hätten, oder?


Man wird da ja mal fragen dürfen...

Montag, 1. August 2011

Martenstein mal wieder

Ich möchte auch so eine Kolumne haben wie der Martenstein. Jede Woche in der ZEIT oder in dren Magazin. Das wär's. Denn merke: Was der Lyriker unter den Literaten, das ist der Kolumnist unter den Journalisten. Was Edleres halt. Wobei, unter Lohnschreiber-Gesichtspunkten und sozusagen in Euro / Wort gesprochen: da hat es der Kolumnist natürlich besser als der Lyriker, der finanziell gesehen allemal eine arme Sau ist. Ich glaube, fast auch, wenn er Enzensberger heißt. Ich meine, was die Lyrik-Erlöse angeht, nicht das sonstige Intellektuellen-Salär. Das wird bei dem Enzensberger schon prächtig sein. Kein noch so kleiner Vortrag unter 15.000 Euro, wie man so hört.

Also loben wir mal wieder Martenstein mit einem Zitat:

MARTENSTEIN
"Die Grillen rackerten sich echt ab für mich. Allein, ich kannte ihr Lied"
Harald Martenstein über den Verlust des Südens

Sehr geehrte Frau N., danke für Ihren Brief. Sie bringen mich doch glatt dazu, zum zweiten Mal eine Kolumne über einen Bob-Dylan-Song zu schreiben. Übrigens habe ich fast auf den Tag genau vor acht Jahren die erste dieser Kolumnen verfasst. Als ich so alt war, acht Jahre, fuhren meine Eltern zum ersten Mal mit mir ans Mittelmeer, nach Italien. Oder waren es überhaupt nicht meine Eltern? Sie ließen sich scheiden, etwa zu dieser Zeit. Von da an lebte ich abwechselnd bei den Großeltern und meiner Mutter und fuhr zweimal im Jahr mit meinem Vater in den Urlaub. Diese Urlaube fand ich schön, vor allem die ersten Tage. In der zweiten Woche hatte mein Vater meistens eine neue Freundin. Waren meine Eltern noch zusammen, als ich zum ersten Mal in Italien war, oder bin ich nur mit meinem Vater und seinen Freundinnen dort gewesen? An andere Details dieser Reise kann ich mich viel deutlicher erinnern als an die familiäre Konstellation, an das Zirpen der Grillen, den Duft der Bäume, deren Namen ich erst später lernte, an den Geschmack des Essens.

In den folgenden Jahren fuhr ich oft in den Süden. ... Weiter hier.

Tatum O’Neal

Manchmal muss man einfach BILD lesen, um das Leben in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen.

"1984 lernt Tatum den Tennisprofi John McEnroe (52) kennen. Er rettet sie aus dem Drogensumpf. Sie heiraten, kriegen drei Kinder. 1992 wird die Ehe geschieden. Tatum rutscht immer weiter ab. 1996 macht sie eine Entzugstherapie, doch das Sorgerecht für ihre Kinder wird ihr dennoch aberkannt. Die Folge: Depressionen und Drogenrückfälle. 2008 wird sie beim Kauf von Rauschgift verhaftet.
Als sie 2009 bei der Beerdigung von Farrah Fawcett nach Jahren wieder ihrem Vater begegnet, erkennt er sie nicht, baggert sie sogar an. „Daddy, ich bin’s! Deine Tochter“, schreit sie ihn an.
Tatum hat sich fest vorgenommen, sich wieder mit ihrem Vater zu versöhnen. „Er ist die Liebe meines Lebens“, schreibt sie in ihrem Buch.
Hollywood kann so traurig sein."