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Sonntag, 30. Oktober 2016

Von E-Mails überschwemmt

Das erinnert doch stark an die Meinung des Frank Schirrmacher, der uns digital überfordert gesehen hat:

"Man wird von E-Mails überschwemmt, durch immer neue Tools überfordert – und die Organisation ist am Ende langsamer als zuvor. So hält Weyer das Wissensmanagement durch interne Wikis für durchaus sinnvoll, wenn es um reine Fakten und Daten geht – Prozesswissen aber, die Frage also, „wie man etwas macht“, könne nur von Angesicht zu Angesicht weitergegeben werden. Menschen lernen durch Imitation, Vertrauen und Übung, das sei nur analog möglich. Und auch die Kommunikation werde durch Chats und Webtools zwar vereinfacht, „aber diese Kommunikation ist formal, sie bietet keine Zwischentöne. Wie soll man da Probleme spüren, Konflikte lösen?“ Digital könne man vielleicht ein einzelnes Projekt schneller abschließen, sagt er, „aber wenn eine solche Organisation unter Stress gerät, bricht sie schnell auseinander, weil es kein gemeinsames Bewusstsein gibt“." (brandeins.de)

Eine insgesamt sehr interessante Überlegung. Allerdings -- die Vorteile des digitalen Terminkalenders lassen sich schlecht leugnen. Verschiedene Geräte. Einladungen automatisch. Usw.

Freitag, 28. Oktober 2016

"Pyrotechnik" im Stadion

Was ich immer schon mal fragen wollte:

"Union Berlin kritisiert Dortmunder Polizei scharf | Im Union-Fanblock wurde während der Pokal-Partie in Dortmund am 26. Oktober 2016 viel Pyrotechnik gezündet.: Im Union-Fanblock wurde während der Pokal-Partie in Dortmund am 26. Oktober 2016 viel Pyrotechnik gezündet."

Wenn da irgendwelche Ultras "Pyrotechnik" ins Stadion schleusen können, kann dann nicht einer, der es auf Schlimmeres abgesehen hat, Hexogen in gleicher Menge, aber ganz anderer Wirkung reinbringen? Stimmt da nicht was mit der Einlasskontrolle?

Eine andere Sache ist noch einmal: Die Union-Fans zündeln, der Verein soll zahlen und -- kritisiert die Dortmunder Polizei. Sollte Union nicht vielleicht bei Auswärtsspielen vor dem eigenen Block auch eigene Kontrollen etablieren?

Türkei vor einem Bürgerkrieg

Wo verläuft die Grenze zwischen Panikmache und rechtzeitiger Warnung? In der Papier-SZ heute morgen gelesen. Jetzt auch online gesehen:

Gastbeitrag von Yavuz Baydar | Die Türkei steht kurz vor einem Bürgerkrieg || Türkische Polizisten gehen gegen Protestierende vor, die gegen die Festnahme von zwei Bürgermeistern in der Stadt Diyarbakir demonstrieren. | Bereits kurz nach dem vereitelten Putsch wollten AKP-Funktionäre die Partei in bewaffnete Streitkräfte verwandeln -- diesen Plan scheinen sie nun umzusetzen. | Derzeit hilft es mir nicht, Geschichtsbücher zu lesen. Im Gegenteil: Es ist grauenhaft. Der türkische Präsident hat kürzlich den Mund noch voller genommen und die aktuellen Grenzen der Türkei sowie die Gültigkeit des Vertrags von Lausanne aus dem Jahr 1924 in Frage gestellt. Seitdem zeigen die türkischen Medien neue Landkarten, die Mosul und den Nordosten Griechenlands als Teil des türkischen Großreichs darstellen. | Parallelen zur deutschen Verbitterung über den Friedensvertrag von Versailles und zum Aufstieg eines aggressiven und kriegshungrigen Nationalismus drängen sich auf. Ich habe mit Entsetzen William Sheridan Allens Buch "Das haben wir nicht gewollt" gelesen, diese mikroskopische Studie über die Stadt Northeim und ihre nationalsozialistische Entwicklung bis zum Zweiten Weltkrieg. Für mich ist daran besonders erschreckend, wie schnell es damals ging, bis der Alptraum anfing. (Süddeutsche Zeitung)

Ich muss wieder daran denken, dass ich vor längerer Zeit den SPIEGEL als Panikmacher gesehen habe, weil der, in einer Zeit, als Tito noch lebte, einen Bürgerkrieg in Jugoslawien für möglich hielt. Und dann?

"Baum" -- "Geschlechtsverkehr"

Ein freier Geist, umherschweifend, flanierend sozusagen, kommt auf die Merkwürdigsten Assoziationen und Gedanken. Bei der Wikipedia:

"Die erste dieser drei Stellen ist Sure 24, 31. Sie betrifft Männer und Frauen und zielt auf Schicklichkeit. Frauen wird hierbei nahegelegt, eine Art Schal (himar) zu tragen, der ihren Schmuck verdeckt, bis auf das, was bei Wahrung der Keuschheit sichtbar sein darf."

Die normativen Ausnahmen, die dann ihrerseits interpretiert werden müssen, sind ja immer ein Problem: Was darf, "bei der Wahrungung der Keuschheit", dann sichtbar bleiben? Geht es um Schmuck, Haut oder um was? Es fällt mir auf einmal der alte blöde Witz ein:

Kommt ein Mann zum Psychiater und sagt, ein Freund habe ihm nahe gelegt, doch einmal einen Arzt aufzusuchen. Er solle, sagte der Freund, überprüfen lassen, ob er vielleicht sexsüchtig sei.

Sagt der Arzt: "Gut. Machen wir erst einmal einen einfachen projektiven Test. Welches Wort kommt Ihnen in den Sinn, wenn ich sage ... Baum."

Mann: "Geschlechtsverkehr".

Arzt: "Blumenkohl".

Mann: "Geschlechtsverkehr".

Arzt: "Sonntag".

Mann: "Geschlechtsverkehr".

Arzt: "Moment -- finden Sie das nicht ein wenig einseitig, wenn Ihnen immer nur Geschlechtsverkehr einfällt?"

Mann: "Was kann ich denn dafür? Wenn Sie mir lauter schweinische Wörter nennen?!"

Hemingway, 'The Od Man' -- Formal

Manchmal macht es Spaß, berühmte Bücher formal zu betrachten. Also Hemingway, The Od Man:
  • Words per Sentence: 14.3 | 35% have fewer | 65% have more
  • Number of Characters: 138,038 | 20% have fewer | 80% have more
  • Words: 27,315 | 23% have fewer | 77% have more
  • Sentences: 1,912 | 27% have fewer | 73% have more
Jetzt ist nur die Frage: Ist das korrekt? Sodann: Wie viele Wörter hat die deutsche Übersetzung?

Was die erste Frage angeht: "Die 26.500 Wörter umfassende Novelle erschien zuerst ungekürzt am 1. September 1952 im Life Magazin. [Diese Angabe bezieht sich auf die amerikanische Erstausgabe] (Wikipedia) Wurde denn da irgendwann zur Erstausgabe was dazugeschrieben?

Um die Antwort auf die zweite Frage bemühe ich mich. Dahinter steht die generelle Frage: Verhältnis / Wortanzahl: Originaltext : deutsche Übersetzung?

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Got Talent 2016 -- Auditions made Judges cry


Ja, es ist wie bei den Bildern, die gemalt werden, bei den Romanen, die geschrieben werden: der 'Markt' ist begrenzt und es gibt so viele große Talente, eine Zahl, die der Markt nicht verkraften kann. Es kommt nicht auf das Können allein an, sondern darauf, die Marktgesetze zu kennen und die einflussreichen Unbekannten, die sich in diesem Markt bewegen und die Strippen ziehen, für sich zu gewinnen. Für formale Logiker: Groß ist, was groß gemacht wird, und groß gemacht wird, was groß ist. Oder wieder einmal: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Wobei gilt: Erfolg hat in einem begrenzten Umfang mit Können zu tun.





Existentielle Fragen des Menschseins | Walter Ehrismann | «So grün war mein Tal», 1939 im englischen Original erschienen, war das Hauptwerk des walisischen Autors Richard Llewellyn (Pseudonym von Richard Dafydd Vivian Llewellyn Lloyd), ein Roman über das Leben in einer Bergbausiedlung im Süden von Wales, 1942 von John Ford mit Maureen O’Hara und Walter Pidgeon verfilmt unter dem Titel «How Green Was My Valley». Der Streifen wurde für zehn Oscars nominiert, mit fünf Oscars prämiert, und gilt als einer der besten Filmwerke aller Zeiten – später, 1975, nochmals verfilmt als sechsteilige Fernsehserie. 1990 wurde der Film von John Ford ins Verzeichnis der National Film Registry aufgenommen, seiner kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung wegen. Von Richard Llewellyn, 1906 in London geboren, ist dieser Roman das bekannteste seiner Werke. Der Schriftsteller verbrachte jedoch nur einen Teil seines Lebens in Wales. «Wie grün war mein Tal doch und das Tal jener, die nicht mehr sind» – so endet der Roman.

Vargas Llosa, Dylan, Nobel und el.tako

Der SPIEGEL berichtet das Folgende:

Literatur-Nobelpreisträger 2010 | Vargas Llosa findet Nobelpreis für Dylan frivol" || Die Kultur ist zu Unterhaltung geworden", klagt der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa. Ein Indiz dafür sieht der Nobelpreisträger für Literatur darin, dass auch Bob Dylan diesen Titel tragen soll. || Donnerstag, 27.10.2016   11:24 Uhr  || Der peruanische Autor Mario Vargas Llosa sieht die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an den US-Musiker Bob Dylan kritisch. "Bob Dylan ist ein guter Sänger, aber er ist längst kein großer Schriftsteller", sagte der Romancier der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview in Berlin.

Dazu wenig später ein Kommentar:

"el.tako Heute, 12:15 3. Lhosa wer? Man kann nicht behaupten, dass die Schriften von Herrn Losha die Welt bewegten. Eine kurze Umfrage unter Kollegen zeigt, dass der Bekanntheitsgrad auch nicht besonders hoch ist. Im Gegensatz dazu hat das Werk von Herrn Dylan weltweite Aufmerksamkeit gefunden. Er schrieb Texte und Lieder die zu Hymnen der Bürgerbewegung, der Jungendkultur und der Veränderung der Welt in den 60ern wurden. Er hat die Welt nicht verändert, aber er hat mit seinen Liedern den Veränderungen seiner Zeit Ausdruck verliehen. DAS IST KULTUR! Bei Herrn Lohsa warten wir noch darauf."

Was für Fragen fallen mir da spontan ein?
  1. Wie misst man, ob und, wenn ja, in welchem Umfang die Werke eines Schriftstellers die Welt bewegt haben und noch bewegen? (Die alte Sucht, bei solch lockerflockigen Formulierungen nach einer operationalen Definition zu rufen. (Ausdruck operationale Definition unbekannt? Es geht um Definitionen, die eine Anleitung zur empirischen Überprüfung von Aussagen beinhalten, in denen der definierte Ausdruck vorkommt.))
  2. Wie ist der Zusammenhang zwischen der Welt und einzelnen Ländern? (VL kann ja beispielsweise in Peru und Spanien viel bewegt haben, in Italien und in Deutschland aber nicht.)
  3. Wer sind die Kollegen, die da gefragt wurden, und vor allem: wie viel zählen diese Kollegen 'im Kulturleben'? (Vgl. dazu auch Frage 1.)
  4. Wie stark haben diese Kollegen resp. ihre Werke bislang die Welt bewegt?
  5. Korreliert der Bekanntheitsgrad eines Schriftstellers vollständig / stark / ... / gar nicht mit seinem Welt-Bewegen? (Wir stellen mal J. K. Rowling neben A. I. Solschenizyn -- wie steht es da mit Bekanntheit und Weltbewegen? Wird da nicht sehr schnell klar, dass auch der Ausdruck Das Werk X des Schriftstellers Y hat die Welt im Grad Z bewegt so einigen Nachdenkens und Reformulierens bedarf, um sinnvoll verwendet werden zu können? )
  6. Kann man wirklich sagen, dass die Kultur-Definition gilt: Kultur = mit Liedern (oder meinetwegen auch mit Romanen) den Veränderungen in einer Zeit Ausdruck verleihen?
  7. Wer sind die, die unter den wartenden Wir zusammengefasst werden? (Ich und wahrscheinlich viele, viele andere gehören schon mal nicht zu dieser Gruppe! Uns haben 'die Schriften' von Vargas Llosa sehr bewegt, fast so sehr wie das Werk von Borges.)

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Hackerangriff. Erlitten?

Was erleidet man denn so alles, und was nicht?

"Italienische Sport-Ansagerin erlitt einen Hackerangriff: hier die fünf besten Fotos"

Erleidet man einen Hackerangriff? Oder wird man Opfer eines ~s? Man leider vielleicht, wenn ..., aber das ist ja noch mal was anderes. Mein Gott, ist die Abteilung Grammatik  & Semantik kompliziert!

"... ein wenig zu teuer ..."

Der Oscar-Wilde-Spruch mit dem Preis und dem Wert? Geschenkt.

Aber dass es immer noch billiger gehen soll? Eine Notiz eben, bei Amazon hinterlassen:

"'Die Weste ist meiner Meinung nach ein wenig zu teuer, ich denk mit 50,-€ wäre es auch getan.'

Früher gab es mal den Spruch: 'Zu dem Preis kann ich es nicht selbst machen.' Das gilt wohl auch hier. Bei wem soll gespart werden? Ich empfehle bei der ZEIT diesen Artikel ..."

Dienstag, 25. Oktober 2016

Anke E.

Ein bewegtes Leben, nach Wikipedia-Wissen.

1994 ~ heiratete Anke Engelke [im Alter von 29 Jahren] den Keyboarder Andreas Grimm, mit dem sie eine
1996 ~ geborene Tochter hat.
2005 Die Ehe wurde im Mai ~ geschieden.
2000 ~ war Engelke einige Monate mit dem Fernsehmoderator Niels Ruf,
2003 daneben bis März ~ vier Jahre lang mit Benjamin von Stuckrad-Barre liiert.
2005 Am 21. Dezember ~ – ihrem 40. Geburtstag – heiratete sie den Musiker Claus Fischer, der der Vater ihrer beiden 
2005 im Juli ~
2009 und im Januar ~ geborenen Söhne ist. [….]
2015 Im Mai ~ wurde die Trennung des Paares bekannt.

Da versteht man doch gleich die Skilehrerin viel besser!

    Sonntag, 23. Oktober 2016

    Die Wikipedia und der Friseur

    Eine Wikipedia-Diskussion herüberkopiert:


    "Al-Bakr übernachtete bei seinem Gastgeber und bekam die Haare geschnitten."


    Arg sinnfreier Satz hier. SPIEGEL von heute: Er wollte, dass ihm seine Landsleute die Haare ganz kurz schneiden, um sein Äußeres zu verändern. 14:56, 15. Okt. 2016

    Ist das eine Aussage al-Bakrs oder eine Interpretation des Spiegel? In der Online-Ausgabe zum heutigen Spiegel heißt es auf Seite 14: ''Albakr erkundigt sich bei ihnen nach einem Friseur. „Wie willst du deine Haare geschnitten haben?“, fragt Mohamed. „Möglichst kurz“, antwortet Albakr. Mohamed holt einen Rasierer aus dem Badezimmer.'' Von "ich will mein Aussehen verändern" steht da nichts. -- Benutzer:PM3 15:24, 15. Okt. 2016

    Doch noch mal, weil das auch für andere Artikel verallgemeinerbar ist: Es gibt in der Sprachwissenschaft, Abt. Theorie des sprachlichen Handelns, einen Ausdruck, der heißt Präsupposition. Etwas wird präsupponiert. Ungefähr: 'als etwas wird selbstverständlich mit angenommen, und man muss es nicht ausdrücklich sagen'. Es gilt sogar: Wenn man es ausdrücklich sagt, dann verändert sich der Sinn des Satzes. Die Standardbeispiele sind immer: "Der Kapitän war nicht betrunken" bzw. "Herr Meyer betrügt seine Frau nicht". Da wird mit den Sätzen gesagt: Es gab Leute, die angenommen / behauptet haben, dass der Kapitän betrunken war bzw. dass Herr Meyer seine Frau betrügt. -- Übertragen auf unseren Fall hier: Wenn jemand sagt, dass A-B bat, ihm die Haare zu schneiden (was übrigens nicht das gleiche ist wie: ''er bekam die Haare geschnitten''; so etwas würde man von einem Kind sagen, das so etwas einfach mit sich machen lässt), dann wird automatisch das 'Warum wollte er das?' aus unserem Weltwissen heraus ergänzt. Und da ist das Naheliegende und zu Ergänzende: Er wollte sein Aussehen verändern, um nicht so leicht erkannt werden zu können, und nicht: Er fand, dass er mal wieder zum Friseur gehen müsse, um ordentlich auszusehen, es war nur kein Friseur in der Nähe'. Das muss nicht extra hingeschrieben werden. Bzw., siehe oben, wenn es hingeschrieben würde, entspräche es nicht den normalen Kommunikationsgepflogenheiten. 12:01, 23. Okt. 2016

    NACHTRAG 25.10.2016, 11:54 

    Das ist vielleicht die Arbeitsweise im Journalismus, aber nicht in der Wikipedia. Eigene Schlussfolgerungen dürfen hier nicht wiedergegeben werden, auch wenn sie naheliegend sind. --PM3 15:39, 23. Okt. 2016

    Nun gut, ich habe versucht zu zeigen, dass diese Schlussfolgerung state of the art und also nicht frei, sondern normal und zwingend ist, weshalb sie nicht im Ergebnis extra genannt ist. Wenn das zu hoch oder nicht nachvollziehbar ist, auch gut; so wichtig ist mir dieser Friseurtermin nun auch wieder nicht. Wahrscheinlich muss man dann aber weiter fragen, ob, ohne eine solche Schlussfolgerung, die Haarschneide-Sache hier irgendeine Relevanz hat und nicht einfach weggelassen werden sollte. 11:51, 25. Okt. 2016

    Dienstag, 18. Oktober 2016

    spielbankendeutschland.com

    Gibt es etwas Dümmeres als gierige Spielcasino-Seiten? spielbankendeutschland.com ist so eine Seite. Ich suche, um der Information an sich willen, nicht um dort zu Spielen, ein Casino in der Nähe von Göttingen. Und was passiert? Es erscheint eine Anzeige, mitten auf der Seite, die man auch noch nicht mal wegklicken kann! Ja san die denn bleed woarn? Oder affirmativ und norddeutsch wieder mal: "Deutschland verblödet!"


    Dies ist eine Meinungsäußerung entsprechend Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz.

    Sonntag, 16. Oktober 2016

    Luxor Hotel, Frankfurt a. M.

     Ich will wieder mal nach Frankfurt, Buchmesse. Hotel suchen, etwas spät. Aber was soll's. Und was muss ich feststellen?

    Die Welt ist grausam. Die Rationalität ist grausam. Das Internet ist grausam.

    Luxor Hotel | Allerheiligentor 2-4, Frankfurt Zentrum-Altstadt, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland


    - Dreckige Zimmer , dreckige Handtücher, dreckige bettwäsche , man hätte das Gefühl und man sah es auch, das Handtücher nicht für jeden Gast gewechselt wurden, erst nach Nachfrage wurden die Handtücher gewechselt, und die neuen waren genauso dreckig , wie das gesamte Personal und Hotel.


    + Garnichts , ich hatte zwei Tage gebucht, aber ich bin gleich wieder den nächsten Tag in ein anderes Hotel gewechselt. Ich bin am selben Tag in die Stadt gefahren und habe mir ein Kopfkissen gekauft weil ich mich so geekelt habe, auf dieser Bettwäsche zu schlafen . Es ist nur eine billige absteige für nutten , die dann die ganze Nacht über in anderen Zimmern stöhnen. Nie wieder dieses Hotel, und wenn booking Com daraus keine consequenzen zieht, obwohl schon so viele negative Bewertungen vorliegen, dann verlasse ich auch booking Com . Denn ich möchte mich in Zukunft von booking Com nicht mehr verarschen lassen , von wegen 3 Sterne, dieses runtergekommenen nuttenhaus verdient nicht mal mehr ein Stern.

    Dazu die passenden Fotos. Brhh. -- Oder:

    - Das Hotel ist in einem sehr desolaten Zustand. Sehr schmutzig und renovierungsbedürftig. Der Preis ist für so eine Klasse in Deutschland eine Frechheit.


    + Die Lage währe OK. Gute Verbindung.

    Die Beurteilung wäre noch besser, wenn da nicht das "währe" wäre. :-)

    Freitag, 14. Oktober 2016

    Politik-Foren: Klarnamen-Pflicht

    Ok, von heute an gehe ich es an!

    Anonym oder mit Klarnamen? | Das Netz will dich, wirklich || Zwischen Klarnamenpflicht und dem Recht, sich einen Diskursraum zu verschaffen – auf die Frage nach der wahren Online-Identität gibt es keine einfache Antwort. VON NIK AFANASJEW || Lustig war es auf dieser neuen Spielwiese, dem Internet, Mitte der neunziger Jahre. Ab in den Chat und losflunkern. Als „DirkDiggler27“ ließ sich „Jenny19“ geschmeidiger umwerben als unter dem eigenen Namen. Es ging nicht nur um Namen: Dirk Diggler fuhr Ferrari statt Fahrrad, schaute in seiner Freizeit seinem Bankkonto beim Wachsen zu und nicht dem Gras. Man hat etwas dicker aufgetragen, damals, einfach weil es möglich war. Und gehofft, dass sich hinter „Jenny19“ nicht der Gemüsehändler aus dem dritten Stockwerk verbirgt. (tagesspiegel.de)

    Schon in diesem Artikel gibt es ein eher schlichtes Durcheinanderbringen von Problemen.

    ... Dabei muss nicht erst das Beispiel des vernetzten Oppositionskämpfers aus Damaskus bemüht werden, um die Notwendigkeit von schützenden Netzidentitäten zu begründen. Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen, die im öffentlichen Diskurs höchstens als Streitgegenstand auftreten, können sich durch Verschleierung ihres wahren Ichs Diskursraum verschaffen. Die als „Lady Bitch Ray“ bekannt gewordene Sprachwissenschaftlerin Reyhan Sahin untersucht deshalb Onlineidentitäten von jungen Musliminnen in Deutschland. „Natürlich können sie im Netz Sachen sagen, die sie sonst nicht sagen würden“, sagt Sahin.

    Diese Form des AOK (Arguments ohne Kontextberüchtigigung) -- ich will nicht mehr von Whataboutism reden, das Wort klingt einfach blöd -- ist ein Teil der Internet-Schlichtheit.

    Also, um es klar zu sagen: Es geht um Foren in Deutschland, heute. Es geht nicht Syrer in Syrien , und nicht um Deutschland im Jahr 1936. Es geht darum, einen Standard beizubehalten, wie er in Zeitungen / Leserbriefe selbstverständlich war und ist. Ein Leserbrief, unterschrieben. Vorname Name, Ort. Anonymes kommt nicht rein. (Was ja nicht heißt, dass in geprüften Fällen da mal steht: Der Name ist der Redaktion bekannt. Nur ist das halt nicht die Regel.)

    Drei Ziele stehen hinter dieser Überlegung:
    • Die, die da schreiben, blödeln, beleidigen und pöbeln weniger und bemühen sich, das ganz nebenbei, um eine halbwegs vernünftige Rechtschreibung und Zeichensetzung. (Was nicht elitär verstanden werden soll. Es darf durchaus Patenschaften geben für die, die halt nicht ständig schreiben und das mit der Rechtschreibung nicht so drauf haben.)
    • Insgesamt werden viel ernsthafter Argumente ausgetauscht.
    • Wer es argumentativ nicht drauf hat, bleibt wahrscheinlich weg. (Wenn nicht, wird die Sache schnell klar. Der Hinweis auf argumentative Schwächen wird aber auch ohne Beleidigungen vorgetragen.)
    So, jetzt sammle ich noch ein wenig und dann -- tenn man tau, nech?

    Individual- und Kollektivpsychologie

    ...: Politik, Terrorismus ...

    Ist es erlaubt, ist es sinnvoll, individuelle mit kollektiven Sichtweisen zusammenzubringen? Versuchen sollte man es einmal, finde ich. Der junge Amokläufer in München wurde in der Schule gemobbt. Er hat darunter gelitten. So sehr, dass er am Ende vollkommen Unbeteiligte erschossen hat. (Die Aufgabenstellung der Amok-Forschung wäre da, herauszufinden: Warum hat er nicht konkret die erschossen, die ihn gemobbt haben? Sondern junge Leute, die "so ähnlich aussahen"?)

    Soweit die Einleitung.

    Dann: Kann es sein, dass sich manche Völker, Religionsgemeinschaften, Gruppen als Kollektiv gemobbt fühlen? Dass ihr Stolz es nicht verwinden kann, dass sie in der Gemeinschaft aller so wenig gelten und nicht zu denen dazugehören, zu denen sie dazugehören wollen? Zu den irgendwie Großen und Wichtigen. Und dann natürlich auch: Wäre es nicht besser, die, die sich da gedemütigt und ungerecht behandelt sehen, täten etwas dafür, dass sie mit Leistungen in Wissenschaft, Kunst, sozialer Ordnung und Demokratie anerkannt werden? Dass sie, um es mal auf den ökonomischen Punkt zu bringen, selbst dafür sorgen, dass sie in Ländern leben, in denen das 'Investitionsklima' gut bis sehr gut ist? Denn das Investitionsklima ist dort gut, wo Wohlstand und Frieden herrscht.

    Ja, ich weiß, die Idee ist nicht neu. Hans Magnus Enzensberger hat das, zugeschnitten auf den islamistischen Terrorismus, in der Zeitung und in einem Buch schon vor 10 Jahren gesagt. Aber es fehlt die Diskussion zu diesem Punkt!

    Mal ein kleines Bild, die ersten und die letzten 20. Manches überrascht auch hier. Warum Japan erst auf Platz 20? Wegen der sprachlich-kulturellen Abschottung?

    Und immer wieder laut: Alle Schuld auf die Globalisierung und die Kolonialzeit zu schieben, ist doch mit der Zeit nur noch schräg. In der Globalisierung muss man sich entweder zurechtfinden und sich durchkämpfen oder man muss sich konsequent abschotten. (Letzteres ist sehr schwierig, nicht wahr, Nordkorea? Die Zentrifugen für die Urananreicherung müssen schließlich irgendwo gekauft werden. Sie selbst zu entwickeln, wäre recht aufwendig (sic).) +

    Und auch das gleich: Was die Kolonialzeit angeht -- das ist lange her, und in 40 bis 70 Jahren hat ein Land doch verdammt noch mal Gelegenheit, sich von innen her zu verbessern. Und nur mal die Frage so am Rande, wenn es mal wieder um die "künstlichen Staatsgrenzen" geht, die von den Kolonialmächten gezogen worden sind: Wenn es den Kolonialismus nie gegeben hätte, was wäre -- ein ehrliches Gedankenexperiment, bitte! -- in den ehemaligen Kolonialländern heute wohl besser? Wäre Indien (in der Rangliste da unten auf Platz 130) wirklich ein Hort von Demokratie, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit, wenn die Engländer da nicht herrschaftlich gehaust hätten? Wäre Simbabwe wirklich ein gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher Staat? 

    -------
    Genauer hier!
    -------

    Norwegen 1
    Australien 2
    Schweiz 3
    Dänemark 4
    Niederlande 5
    Deutschland 6
    Irland 6
    Vereinigte Staaten 8
    Neuseeland 9
    Kanada 9
    Singapur 11
    Hongkong 12
    Liechtenstein 13
    Großbritannien 14
    Schweden 14
    Island 16
    Korea 17
    Israel 18
    Luxemburg 19
    Japan 20

    ...

    Dschibuti 168
    Südsudan 169
    Senegal 170
    Afghanistan 171
    Côte d´Ivoire 172
    Malawi 173
    Äthiopien 174
    Gambia 175
    Kongo 176
    Liberia 177
    Guinea-Bissau 178
    Mali 179
    Mosambik 180
    Sierra Leone 181
    Guinea 182
    Burkina Faso 183
    Burundi 184
    Tschad 185
    Eritrea 186
    Zentralafrikanische Republik 187
    Niger 188

    Donnerstag, 13. Oktober 2016

    Werbung, Gewicht und Verrücktheit

    Fortsetzung! Die Werbung für Mittelchen zur Gewichtsreduzierung wird immer wahnsinniger! Heute wird mir präsentiert:

    "Melanie Walther: 'Wie ich es in nur 31 Tagen von 89kg auf 54kg geschafft habe.' Jetzt will sie Anderen helfen"

    Ich, der Ernährungsexperte, sage: Nicht mal wenn sie sich 31 Tage lang nur von Mineralwasser ernährt hätte, hätte Melanie 35 Kilo abgenommen! Die Chancen, dass sie den 20. Tag dieser Diät nicht erlebt hätte, wären aber gut gewesen.

    Mittwoch, 12. Oktober 2016

    "Ich hatte Bauchfett, ..."

    Das war hier schon oft das Thema. Jetzt einmal etwas ziselierter gefragt: Wie kommt es, dass Geschäftsleute -- es geht ja ums Geldverdienen -- in ihren Werbemaßnahmen auf Schwachsinn setzen? Weil es immer noch jemanden gibt, der auf sowas hereinfällt, und weil der Bildungsgrad der Hereingelegten keine Rolle spielt, solange die Kasse klingelt?

    Nehmen wir das (hier gefunden, in der rechten Anzeigenspalte):


    Wieder der "ungewöhnliche Trick", neben dem "Ärzte konnten es nicht glauben, dass ..." und solcherlei, das beliebteste Mittel der idiotischen Werbung. Man braucht bloß den Namen des Mittels, der meist erst nach dem 12. bis 20. Klick auftaucht, mit dem Wort Erfahrungen bei der Google--Suche zu kombinieren und bekommt die deprimierenden Mitteilung im Haufen. Wer also fällt auf solcherlei Versprechen herein? Und schon die Formulierungen: Ich hatte Bauchfett ..., analog zu Ich hatte Hepatitis B ... Es ist zum laut Losschreien!

    Und die Sache noch im Klartext, um die Sache bei Google und Co. auffindbar werden zu lassen.

    ANZEIGE
    Ich hatte Bauchfett,
    bevor ich diesen
    ungewöhnlichen Trick
    entdeckte.

    Dienstag, 11. Oktober 2016

    Ferrari / VW

    Was hat Ferrari / Formel 1 mit VW / Diesel-Skandal zu tun?

    Ferraris ehemaliger Top-Ingenieur Luca Baldisserri hat das "Terrorklima" beim Traditionsrennstall für die enttäuschende Formel-1-Saison verantwortlich gemacht. "Ferrari ist kein Team mehr, sondern eine Gruppe ängstlicher Personen. Dort herrscht ein Terrorklima", sagte Baldisserri, der an der Seite von Michael Schumacher fünf WM-Titel feierte, der Tageszeitung Corriere dello Sport. | Wegen der schlechten Stimmung in Maranello leide die Scuderia um Ex-Weltmeister Sebastian Vettel unter einem Innovations-Stau. "Die Teammitglieder erfinden nichts Neues, sie fassen keine Beschlüsse - aus Angst, verjagt zu werden", sagte Baldisserri, der insgesamt 26 Jahre für Ferrari gearbeitet hatte. Verantwortlich für das Versagen sei das neue Management. | "Weder Ferrari-Präsident Sergio Marchionne noch Teamchef Maurizio Arrivabene haben Erfahrung mit der Formel 1", sagte Baldisserri. Auf die Frage, wann Ferrari wieder gewinnen werde, meinte er: "Wenn das Team eine effiziente Organisation und Stabilität erreicht. Wichtig sind gute Ideen und Piloten, die keine Fehler machen." | Bisher blieben Vettel und sein Teamkollege Kimi Räikkönen hinter den Erwartungen zurück, ihnen gelang 2016 noch kein Sieg. Vettel liegt sogar nur auf Rang sechs der WM-Wertung.

    Gemeinsamkeit: Die Verantwortlichen bei der Technik haben Angst, dass sie die Vorgaben der Geschäftsleitung nicht erfüllen können, und knicken ein, mit dummen und gefährlichen, zuweilen auch ruinösen Tricksereien. Bei Samsung wird es nicht anders gewesen sein. Und bei Nokia wahrscheinlich auch nicht.

    Frage: Hat denn nicht jede größere Firma eine kleine Gruppe von Menschen, Dep. LF = Licensed Fools genannt, die nur die Aufgabe haben, Skandale der Vergangenheit zu studieren und absolut offen Warnhinweise auszusprechen und den eigenen Hinweisen auch gleich selbst nachzugehen? Unter anderem in Gesprächen, für die vollständiger Informantenschutz zugesagt wird. Wenn nicht, dann würde ich diese Idee gerne unter haizara-x1/Licensed_Fools zum Patent anmelden. Wenn das nicht geht, dann eben Titelschutz beantragen, oder sowas ähnliches.

    Montag, 10. Oktober 2016

    "Da lache ich nur."

    Doch noch was aus dem Artikel von soeben:

    "... Einmal bin ich reingefallen: Da gab es eine Anfrage für ein Treffen mit wissenschaftlichem Hintergrund. Nur aufgrund eines Zufalls fand das nicht bei mir, sondern in einem öffentlichen Cafe statt. Es dauerte auch nicht lang. Der Tee stand gerade erst auf dem Tisch, da war es schon zu einem einseitigen Konflikt über meine Persönlichkeit eskaliert. Führende Vertreterinnen der mobbenden Gender'forschung' glauben, sie könnten mich einschüchtern, wenn sie von vielen Kollegen unterzeichnete Briefe an die FAZ schicken: Da lache ich nur. Aber nach diesem Erlebnis frage ich mich schon, was die betreffende Frau nachher gesagt und getan hätte, wenn wir uns bei mir daheim getroffen hätten. Im Cafe konnte jeder sehen, dass da ein Tisch zwischen uns war, und ich niemanden bedrohte, sondern nur etwas fassungslos einem lauter werdenden Monolog lauschte. Aber was garantiert einem, dass so eine Invasorin, von deren Sorte es wohl einen überspannten Haufen gibt, nach einem derartig verlaufenden Privattreffen ohne Zeugen nicht zur Polizei geht und dort einen Übergriff anzeigt, den sie – im Cafe zum Glück im Gegensatz zur sichtbaren Realität – empfunden haben will?"

    Ach ja, der Titel des Beitrags, der macht einiges klarer: "Lex Borderline-GinaLisa. (13. Juli 2016 von Don Alphonso | 314 Lesermeinungen (!) )

    Und habe ich nicht erstaunlicherweise drei führende Namen aus diesem Artikel ganz unabhängig von diesem Artikel hier auch schon mal genannt? Also -- von Ginalisa mal ganz abgesehen:
    Was?! Frau Stokowski nicht? Also ich hätte schwören können ...! Vielleicht liegt die Sache ja noch in den Entwürfen, und ich habe versehentlich nicht abgespeichert? Mal schauen ...

    Malewitsch und Kishon

    Dieses Bild, diese Idee! Eines der großen Ereignisse, in der sich -- nach Meinung von Kishon* und nach Meinung der einfachen Leute -- das Volk von der Kunst weggedrängt wurde. An die Macht kamen die Höflinge der nackten Kaiser. Natürlich gibt es viele, viele andere, die nach Meinung des Volkes da auch genannt werden müssen, nicht wahr, Mr Pollock? Und auch gleich Sie, Mr Serra!

    Kunst: Schwarzer Stoff || Kasimir Malewitsch, das »Schwarze Quadrat« und seine Folgen – eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. | Von Petra Kipphoff | 29. März 2007 / 1. April 2007 | DIE ZEIT, 29.03.2007 Nr. 14 Der Weg zu Kasimir Malewitsch, dem Gottvater des Schwarzen Quadrats, beginnt in der Hamburger Kunsthalle im Makart-Saal, einem Raum, der hält, was er verspricht. Auf einer abendfüllenden Leinwand drängeln sich leicht und schwer bekleidete Figuren rund um den gloriosen Einzug Kaiser Karls V. in Antwerpen, so, wie sich Hans Makart, der Malerfürst der Wiener Gründerzeit, das Geschehen von 1520 im Jahr 1878 ausmalte. An anderen Wänden, auf- und übereinander gereiht in der sogenannten Petersburger Hängung, Dokumente derselben großbürgerlichen Bilderseligkeit, Porträts bedeutender Männer oder wackerer Bauern, Szenen der nahen Idylle und fernen Exotik. Nur ein Grubenwagen mit angekokelten Holzscheiten von Jannis Kounellis löst eine leichte Irritation aus. Wer hier steht, der begreift auch ohne lange Einleitung, dass er ein Erdbeben der Kunst nacherlebt. Zwei Zitate von Malewitsch sieht er im Durchgang zum nächsten Raum, der Makart von Malewitsch trennt, dazu Claes Oldenburgs großen Lichtschalter aus schmuddligem, weißen Leinen (1963). Malewitsch, 1927: »Die Welt als Empfindung der Idee, unabhängig vom Bild – das ist der wesentliche Inhalt der Kunst. Das Quadrat ist nicht das Bild. So, wie der Schalter und der Stecker auch nicht der Strom sind.«

    »Die Welt als Empfindung der Idee ...« Das sind doch Sätze, die später von den nicht-geisteswissenschaftlichen Aufklärern leichthin und mit fester Stimme als Geschwurbel bezeichnet wurden. Zumindest, wenn nicht gleich klar war, dass die Sätze von einem Anerkannten stammten. Auf der anderen Seite war die Nackte-Kaiser-Verteidigung -- die Menschen, die solche Sätze als schwurbelig und vollkommen beliebig bezeichnen, das seien reaktionäre Kleinbürger ohne jedes Verständnis für moderne Kunst --, dieses Verteidigung war höchst wirkungsvoll. Wer will sich, auf dem Weg ins Bürgertum, so etwas schon gerne nachsagen lassen? Es ist extrem schädlich für das eigene bürgerliche Leben, wenn man im Ruf steht, ein Kunstbanause zu sein.

    Und auf der anderen Seite? Ich habe mir dann irgendwann doch das Büchlein "Das kann ich auch" über Amazon gekauft. Nachdem ich es in Murnau im Museum noch liegengelassen hatte. Ich erwartete einen ironisch aufgeladenen Anti-Kishon. Und siehe da -- es war Kishon im Quadrat. Vielleicht sollte ich die Diskussion, ganz ruhig, ohne vorschnelle Parteinahme noch einmal aufrollen. Ob sich jemand dafür interessiert oder nicht ...

    --

    * Auf der Suche nach irgendeiner Besprechung von Kishons Büchern -- keine größere Zeitung hat offenbar seinerzeit etwas dazu gebracht -- stoße ich auf diese Stelle bei faz.net:

    "... Ich werde das Einschreiben trotzdem nicht abholen. Seit gut sechs Jahren ist der Briefkasten mein Feind. Der Briefkasten ist, zusammen mit meiner unschwer auffindbaren Adresse, das Einfallstor für Leute, die, unhöflich formuliert, schwer einen an der Waffel haben. Ich erwarte hier ansonsten keine Einschreiben, das ist nur mein Zweitwohnsitz, und die Hauptadresse steht nicht im Netz. Wenn hier Einschreiben oder dicke Briefe kommen, stammen sie meistens von Frauen. Frauen, denen die Abgeordneten des Bundestags ihr Treiben erleichtern, sollte jemand das Pech haben, mit ihnen mehr als das Ablehnen von Post zu tun zu haben. | Der klassische männliche Stalker in meinem Fall wünscht mich – der ich Atheist bin – zu meiner 'Kinderfickersekte nach Rom', ist linksextrem und belästigt mein FAZ-Blog mit einer IP-Adresse des Norddeutschen Rundfunks, oder bastelt mutmasslich zusammen mit seinem in München arbeitenden Kumpel Fakeprofile in meinem Namen, um andere anzupöbeln. Das ist der Normalzustand in der Migrationskrise, auch Martenstein und andere Kollegen sahen sich massiven Anfeindungen auf vielen Ebenen ausgesetzt. Der klassische männliche Feind im Netz lässt gern durchblicken, dass er meine Artikel für Folgen meines ungestillten sexuellen Verlangens hält, aber die Sache mit den Frauen begann 2010 an einem Samstag im Sommer, als meine Freundin bei mir war und wir zum Wochenmarkt gingen. Aus dem Briefkasten schaute ein dickes Couvert, ich zog es heraus, öffnete es und schaute hinein. ..."

    Na, wenn das nicht neugierig macht, dann weiß ich nicht.

    Sonntag, 9. Oktober 2016

    Antje Seeger

    Ich musste kurz überlegen, ob mir das Folgenden auf die Nerven geht. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Es gefällt mir!

    Düsseldorf. Von Antje Seeger hatten die Mitarbeiter der Kunstsammlung noch nie gehört - dabei stellt sie angeblich seit 2. Juli im K20 am Grabbeplatz aus. Das zumindest ist neuerdings auf der Fassade des Museums zu lesen, auf der die Kunstsammlung ihr Programm bewirbt. Gleich neben der Ausstellung von Kandinsky und Co. taucht dort in ebenso großen Lettern der Hinweis auf Seeger und ihr Projekt "Namedropping" auf. | Nach einer Internet-Recherche und einem Anruf ist das Museum inzwischen schlauer: Antje Seeger (32) ist Konzeptkünstlerin, kommt aus Dresden - und hat der Kunstsammlung sozusagen ein Kuckucksei ins Nest gelegt. In einer Undercover-Aktion hat sie die Inschrift angebracht. "Ich hab eine Stulle auf der Bank gegenüber gegessen und gedacht - das passt hier", erzählte sie Kunstsammlungs-Pressesprecher Gerd Korinthenberg. | Der fand die Künstlerin auf Anhieb sympathisch. "Sie hat auch immer wieder betont, dass sie nichts kaputtmachen wollte." Bereits seit 2008 ist es Seegers künstlerisches Konzept, Dinge in den öffentlichen Raum oder Museen einzufügen. Dass sie ihre angebliche Ausstellung in Düsseldorf "Namedropping" genannt hat, soll leise Kritik daran sein, dass in den Häusern der Kunstsammlung NRW so viele große Namen zu sehen sind - und nach ihrer Ansicht zu wenige junge Künstler. (rp-online.de)

    Natürlich läuft sich dieses Konzept irgendwann auch tot. Aber dann muss es halt eine andere oder ein anderer übernehmen. Der Hinweis auf das Name Dropping selbst ist richtig und sollte zu weiterem Nachdenken Anlass sein.

    Monica Lierhaus

    Über lange Zeit waren die Einträge hier über Monica Lierhaus die am häufigsten angeklickten -- bei weitem! (Heute ist das, höchst seltsam, der Eintrag "Spezifisches Gewicht von Granit".)

    Monica Lierhaus | Über Ex-Partner Rolf: „Er hat gesagt, er sei leer“ || Sie hat soviel durchgemacht: Moderatorin Monica Lierhaus musste sich nach ihrer missglückten Gehirn-OP von ganz unten wieder hochkämpfen. Dabei blieb die Liebe ihres Lebens auf der Strecke. Darunter leidet sie sehr, sagte sie jetzt in einem Interview. | Anja Reichelt | 04. Okt 2016 um 15:57 | von Anja Reichelt

    Jetzt lese ist per Zufall das da oben im Internet. Es ließe sich so viel sagen. Vor allem darüber, dass das Gehirn offenbar alles macht. Und darüber, dass das mit dem Gehirn vielleicht eine falsche Annahme ist, gespeist aus unserer unendlich verengten Weltsicht als Menschen. Vielleicht macht das unbegreifliche "Alles" das Gehirn?

    "... played Jesus in 'The Passion of the Christ'"

    Einfach so, ein Fund halt wieder:




    Veröffentlicht am 25.03.2016 | Amazing testimony and words of Jim Caviezel, the actor who played Jesus in The Passion of the Christ film, which is the highest grossing R-rated film in history (and rightly so) just like the Holy Bible is the world’s best-selling book (and rightly so). Jim Caviezel is being interviewed by Dave Cooper. | This interview is highly inspiring. He talks about how God's Providence allowed him to suffer several very painful injuries and illnesses when filming which allowed him to participate in and portray Christ's Passion in a deep and real way. He tells about the shocking fact that he was struck by lightning at one point in the production. He gives advice to all Catholics about the seriousness of living the Faith, not trying to "fit in" with our neo-pagan society, and the necessity, joy, and honor of suffering for Jesus Crucified for the salvation of souls. His testimony is amazing and real.

    ROMULUS

    Beim Starten von Windows heute das Zufallsbild, bei dem man gefragt wird, ob man es gut findet: das Forum Romanum. Es gefällt mir, das Bild. Weil ich das sage, werde ich weitergeleitet auf eine Seite mit Suchergebnissen. Ganz oben:

    Sparen Sie beim des Forum Romanum und des Palatin | Forum Romanum und Palatin || Vorteile der „OMNIA Vatikan & Rom“-Karte: Kostenloser* Fast-Track-Eintritt des Forum Romanum und des Palatin Regulärer Preis: 12,00 € *freier Eintritt in zwei der sechs bedeutendsten Attraktionen Roms ... Tempel des Romulus | Der im Forum Romanum befindliche Romulus-Tempel wurde von den Römern als Titulo bezeichnet und bietet dem Besucher einen unvergesslichen Anblick. Der Rundbau stellt ein atemberaubendes Meisterstück der Architektur dar und ist mit zwei großen Bronzetüren (aus dem Jahr 300 n. Chr.) dekoriert. Die Apsis wurde mit einem römisch-byzantinischen Mosaik verziert. Am neuen Eingang ist immer noch die ursprüngliche Straßenbepflasterung aus Marmor zu erkennen.

    "Sparen Sie beim des Forum Romanum ..."? Ich schaue noch einmal nach. Es heißt wirklich so auf dieser Seite. Das Wort Besuch ist irgendwie unter die Räder gekommen. Wie dem auch sei. ROMULUS ist schon ein wichtiges Stichwort ...

    Freitag, 7. Oktober 2016

    "Ein Kämpfer starb beim russischen Roulette"

    So viele so traurige Meldungen!

    ... Doch trotz des Erfolges war in Samman etwas kaputtgegangen. "Der Tod starrt uns allen ins Gesicht", schrieb er. "Wir müssen mit der Sucht leben, unserer eigenen und der Sucht anderer Menschen." Sammans Gedanken verdüsterten sich zusehends, er bekam Drogenprobleme, wie er in seinem Buch bekannte. Drogen waren nun wohl auch für seinen Tod verantwortlich. | Sammans Schicksal ist auch deswegen so bedrückend, weil mit Box-Weltmeister Tyson Fury soeben ein weiterer Kampfsportler von schweren Depressionen und Drogenmissbrauch berichtete. Speziell für die MMA-Szene war 2016 bislang ein Horrorjahr. Samman ist schon der siebte prominente Todesfall. Jordan Parsons und Ryan Jimmo wurden von einem Auto überfahren, Kevin Randleman und Kimbo Slice erlitten einen Herzstillstand, Joao Carvalho starb im Ring, und Ivan Cole jagte sich beim russischen Roulette eine Kugel in den Kopf. Was für eine furchtbare Bilanz.

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    Und was das Wrestling angeht, bei dem angeblich alles abgesprochen ist? Das kann auf jeden Fall nicht stimmen, siehe hier. (Pedro Aguayo Ramírez). Nicht wahr, Tim Wiese?

    07.10.2016 Der Termin steht fest: Am 3. November steigt Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese zum ersten Mal als Profi-Wrestler in den Ring. An der Seite der Star-Wrestler Cesaro und Sheamus kämpft der 34-Jährige in der Münchner Olympiahalle gegen das Tag-Team "The Shining Stars | "Ich habe hart für diesen Augenblick gearbeitet und kann es kaum erwarten, gemeinsam mit Cesaro und Sheamus in den Ring zu steigen", sagte Wiese. Im Trainingszentrum in Orlando der Vereinigung World Wrestling Entertainment (WWE) hatte sich Wiese in Form gebracht. Mittlerweile bringt er bei einer Körpergröße von 1,93 Metern 129 Kilo auf die Waage.

    Dass Wiese nun an der Seite von Cesaro steht, überrascht dann schon:

    Geht es nach Wrestling-Star Antonio Cesaro, ist Wiese von einer WWE-Karriere weit entfernt. "Viele Typen wirken groß und stark, können im Ring dann aber überhaupt nichts", sagte er jüngst im Interview mit "Sport1". Muskeln allein würden nicht genügen. "Man muss sich nur seinen schnellen, tiefen Fall als Torhüter anschauen. Die Karriere hat er ja voll durchgezogen." ... Geht es nach Wrestling-Star Antonio Cesaro, ist Wiese von einer WWE-Karriere weit entfernt. " ... Allerdings gab es auch darauf [Wiese sagte, dass er Cesaro 'umhauen' würde] eine Antwort des Spitzenwrestlers [Cesaro]: "Das sagen viele, das bin ich gewohnt. Und Tim Wiese wäre nicht der erste, der da falsch liegt. Ich sage nur: Wo meine Faust hinschlägt, wächst kein Gras mehr - und erst recht kein Wiese."

    "Resident Evil"

    Was hat es auf sich mit dem "wohligen Gruseln" und dem suspense in horror?

    Das Finale der Zombiesaga rückt näher: Ein neuer Teaser-Trailer zu "Resident Evil: The Final Chapter" bereitet auf ein düsteres Actionspektakel vor. Auf der New York Comic Con wird der Film am Wochenende präsentiert. | Der Titel ist Programm: "Resident Evil: The Final Chapter" soll der sechste und zugleich letzte Teil der "Resident Evil"-Reihe von Paul W. S. Anderson mit Milla Jovovich in der Hauptrolle sein. Ein neuer Trailer legt nahe: Zombiejägerin Alice bekommt es auch im Abschlusskapitel wieder mit Horden von Untoten zu tun.| Neue Szenen kombiniert der Clip in schnellen Schnitten mit Material aus den fünf Vorgängerfilmen. Abgesehen von einem Vorgeschmack auf akrobatische Actionszenen und spektakuläre Feuergefechte lässt er nur wenig Rückschlüsse auf die Handlung zu.

    Man kann natürlich weiter fragen: Warum kann kein ernsthafter Roman happy enden, jedenfalls nicht heute? Na gut, eigentlich: Noch nie! (Ausnahme: Der Nachsommer. Aber da ist der Schrecken nur auf den Autor ausgelagert.) Warum ist das Schöne und Gute in der Kunst Kitsch? Muss das auf ewig so weitergehen?


    Tim Burton

    Wann bekommt man schon mal so einen schnellen Überblick, besser als im Wikipedia-Artikel?

    Tim Burton hat lange keinen guten Film mehr gemacht. Jetzt kommt "Die Insel der besonderen Kinder" ins Kino. ... || Er ist wieder da. Den Göttern des schwarzen Humors sei es gedankt. Schließlich hat er eine Reihe von eher schwächelnden Filmen hinter sich: Stephen Sondheims mörderisches Musical "Sweeney Todd" als kaum fürs Kino geeignete Schlitzershow in einem arg künstlichen London; die an ihren Disney-Millionen im gepixelten Ausstattungszauber kreativ erstickte "Alice im Wunderland"-Neuadaption; seinen eigenen, jetzt opulent recycelten Stop-Motion-Stoff "Frankenweenie"; die zwischen retromodischen Vampiren, Werwölfen und einer Sardinenfabrik schlackernde TV-Serien-Wiederaufbereitung "Dark Shadows"; und schließlich "Big Eyes", die diesmal wahre, aber platte Geschichte der von ihrem Gatten um den Ruhm gebrachten Kulleraugenmalerin Margaret Keane. | Doch diesmal, bei "Die Insel der besonderen Kinder", hat Kultregisseur Tim Burton seine frühere Stärke aus Empathie und Überwitz wieder erreicht. Und das sogar ganz ohne die Mitwirkung seiner Musen Johnny Depp und Ehefrau Helena Bonham-Carter. Grund für den Erfolg ist also wohl vor allem die Vorlage.

    Ich sage mir: Jeder der schlechten TB-Filme ist noch besser als die besten deutschen Filme.

    Donnerstag, 6. Oktober 2016

    "...ein neues Peinlichkeitsniveau" ? -- Nun ja.

    Wenn jetzt die, die früher nicht zu Wort gekommen wären, dank Internet zu Wort kommen -- ach, ich weiß nicht. Es ist halt viel Besserwisserei und Häme dabei. Wem diese Gefühlszustände der Gipfel der Aufklärung sind, der muss diese Websites natürlich gutheißen. Die anderen? Ich? Eben. Ich weiß nicht so recht, ob die wohlfeile Kritikasterei wirklich gut ist. Ich fühle mich jedenfall nicht wohl bei Kritiken wie der folgenden:

    Vorurteil der Woche: Judith Rakers hat eine große Zweitkarriere als Gesellschaftsreporterin vor sich. || Wenn Sie demnächst in der Stadt unterwegs sind, schauen Sie sich ab und an mal um. Sollte Ihnen "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers mit einem NDR-Kamerateam folgen, läuft höchstwahrscheinlich etwas grundlegend falsch in Ihrem Leben. | Für ihre erste eigene Reportage-Reihe hat Rakers es sich nämlich zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Missstände anzuprangern, indem sie sich ihnen gemeinsam mit Betroffenen selbst aussetzt. Angesichts der Tatsache, dass das Genre der Ausprobier-Reportage seinen Zenith schon seit längerer Zeit überschritten hat, ist das ein gewagtes Unterfangen. Jeder Digitalkanal und fast jedes Dritte Programm kann bei Bedarf nachts um halb drei ein paar Nachwuchsjournalisten anrufen, die augenblicklich bereit wären, sich stunden-, tage- oder wochenweise in Situationen hineinversetzen, in denen sie sonst nicht wären, würde nicht eine Kamera dazu laufen. | Mit Rakers hebt der NDR die ausgelutschte Grundkonstellation aber noch mal auf ein neues Peinlichkeitsniveau. (dwdl.de Peer Schader 06.09.2014)

    Und wieviel Neid auf die erfolgreiche Judith Rakers in solchen Besprechungen steckt? Wer kann das schon sagen.

    "Klamauk von kosmischem Ausmaß"

    Menschen, vor allem wichtigtuerische und ernsthafte, reinzulegen, das macht Spass. Manchmal wird es auch als eine Sache der Rationalität und der Aufklärung beworben. Neuer Fall:

    In einem Exposé stellt Beutlich sein angeblich 842 Seiten langes Werk vor. Protagonist der Handlung ist ein Kevin-Lukas, der schon als Zwölfjähriger "4000 Bücher quer durch die Beete gelesen" habe. Der junge Mann verliebt sich in Susi, die Assistentin seines Chefs, und wird zusammen mit ihr gefeuert. Er hackt sich in den Zentralrechner der Nasa ein und schickt Hilferufe an Außerirdische. | Die All-Bewohner, so geht die Geschichte weiter, holen Kevin-Lukas samt Freundin auf den Planeten, wo "der dilettantische Professor für frühgalaktische Geschichte Blassschütter über ein Volk von vollbusigen Frauen" herrscht. Als Titel schlägt Beutlich, je nach Verlag, "All-Es" oder gar "Über-All" vor. | Klar, dass der Nonsens in Größe enden muss. Am Ende kehren Kevin-Lukas und Freundin auf die Erde zurück, um nicht weniger als die Weltherrschaft zu übernehmen. | Beutlich schickt neun Seiten des Manuskripts an die Deutsche Literaturgesellschaft in Berlin, den R.G. Fischer in Frankfurt am Main, den ebenfalls dort residierenden August von Goethe Literaturverlag, den Berliner Frieling-Verlag, den Wagner Verlag im hessischen Gelnhausen und den österreichischen Novum-Verlag.

    Und was ist daraus geworden? Ein SPIEGEL-Artikel immerhin! Das ist doch schon mal was. Demnächst verfilmt -- nein, nicht von Kevin-Lukas, sondern von George Lucas. Der damit die Frage zu beantworten versucht, ob Star Wars wirklich so viel besser und klarer ist als diese Geschichte.

    Tracker

    Tracken? Ok, über das Internet orten. Das würde mir auch gefallen. Auf der Microsoft-Seite eine Anzeige, dass das Gerätchen jetzt bald ausverkauft sei. Aufruf der entsprechenden Seite. Das hatte ich schon vorher mal getan.

    Wie kannst du nur mit deinem Smartphone auf einfache Weise dein Auto tracken? | Zuletzt aktualisiert am 29. August 2016 || Mit dem neuen münzgroßen Gerät kannst du alles tracken und das für weniger als du denkst. | Jetzt brauchst du kein teures Gerät oder lästigen monatlichen Aboservice mehr um dein Auto im Blick zu behalten. Du kannst dein Auto überall auf der Welt tracken, ohne viel Geld auszugeben und es ist einfacher als je zuvor! ... Was ist es? | TrackR ist ein kleines und diskretes Gerät von der Größe einer Münze, welches die Art und Weise, wie Menschen Überblick über die für sie wichtigsten Dinge behalten, revolutioniert. Über 1,5 Millionen Menschen weltweit nutzen bereits täglich TrackR um ihre Schlüssel, Geldbörsen, Taschen, Rucksäcke, Autos oder sogar Haustiere zu finden.

    Und ich hatte auch schon vorher nachgelesen, was die Amazon-Käufer dazu sagen.

    Trackr kommt da bei 10 Beurteilungen auf nur 1 Stern von 5. Auszug:

    Nun zu den negativen Punkten: 1) In der Praxis kommt es permanent zu Fehlalarmen. Sogar wenn das Device am Schlüsselbund in der einen Hosentasche und das Smartphone in der anderen Hosentasche steckt. Das ist in der Öffentlichkeit mehr als unangenehm. Spätestens wenn ein Fehlalarm in einem Meeting losgeht vertraut man der ganzen Sachen nicht mehr. Für mich der Grund, warum ich das Device nicht mehr benutze. Es ist unzuverlässig. Ein Vibrationsalarm den es nicht gibt wäre da evtl. noch eine Option. Vermutlich liegt das Problem an der unzuverlässigen Bluetooth Verbindung - sofern das so ist, ist das Konzept jedoch schlichtweg wegen seiner technischen Grundlage ein Fail. 2) Naturgemäß muss die App immer im Hintergrund laufen. Nach einem Neustart des Smartphones bzw. falls mal der Akku lehr gewesen sein sollte, und man vergisst die App zu starten, ist der TrackR natürlich sinnlos 3) Das CrowdGPS Konzept ist aufgrund der mangelnden Verbreitung in Deutschland aktuell unbrauchbar - selbst in Großstädten 4) Zumindest meiner Erfahrung nach zieht die Smartphone App spürbar an Akkuleistung 5) Der Alarmton des Devices ist zu leise. In der eigenen Wohnung bei Ruhe mag die Lautstärke ausreichen wenn das Device offen irgendwo liegt, in der Öffentlichkeit besteht aber keine Chance das Device zu hören. Der "Alarmton" ist ein leises Fiepsen, das bereits bei geringen Umgebungsgeräuschen im Freien nicht mehr zu hören ist 6) Die Reichweite ist auf die technische Reichweite von Bluetooth beschränkt. D.h. in einer Wohnung kann die Verbindung schon bei 2 Trockenbauwänden zwischen Device und Smartphone abreißen.

    Man muss noch dazu sagen, dass es Tracker gibt, die besser beurteilt werden.

    "Do you have elections?"

    Ich habe etwas übrig für blöde, saublöde und leicht obszöne Witze. Also dann, gestern im Wikipedia-Café* das gelesen:

    Probleme mit Election haben viele Länder, aus China kommt deswegen „Bludelhilfe“: „Viagla fül Volksdemoklatien“. Sie kennen sich mit Wahlen bestens aus. -- Ilja

    Ja, die kennen sich aus, aber du musst ihn auch richtig erzählen! Da fragt der Amerikaner: "Do you have elections?" Da antwortet der Chinese: "Oh yes, evely molning." -- MannMaus

    Das ist schon ein paar Tage alt. Nun gut. Mann, was hab ich gekichert!

    --

    * Demnächst eh nur noch im Archiv des Cafés nachzulesen.

    Mittwoch, 5. Oktober 2016

    Strip in der Boxengasse

    Das hier hat jetzt rein gar nichts mit dem vorausgehenden Eintrag zu tun ...

    "Australische Fans von Daniel Ricciardo feiern den Sieg des Red-Bull-Piloten in Malaysia mit einem Strip in der Boxengasse. Streckenbetreiber fordern harte Strafen. ... Ein paar seiner Landsmänner ließen sich von ihrer Freude jedoch so übermannen, dass sie auf der Rennstrecke in Sepang über die Stränge schlugen und festgenommen wurden. Die Polizei verhaftete am Sonntag neun Australier, die nach Ricciardos Sieg in der Boxengasse einen filmreifen Strip hinlegten. Die siegestrunkenen Männer zwischen 25 und 29 Jahren zogen sich bis auf die Unterhose aus - die bei allen auch noch wie die malaysische Nationalflagge aussah."

    Ich meine -- warum holen sich die Malaysier sowas Allahlästerliches überhaupt ins Land? Die wissen doch von woanders her, wie knapp die Höschen der Mädchen bei der F1 sind.

    Und jetzt eine Frage an alle Dolmetscher und Übersetzer: Kann man diese Aufforderung überhaupt ins Muslimische übersetzen?

    "Jetzt habt euch bitte
    mal nicht so, ja!"

    "...um sich der Schweinezucht zu widmen"

    Ach, die Meldungen, die man im Vorbeigehen findet, sind einfach herzallerliebst! Zumindest für den Leser.

    Pletsch spielte zwischen 1999 und 2005 für Gladbach und absolvierte dabei 142 Liga-Spiele. 2011 beendete er seine Karriere, um sich der Schweinezucht zu widmen.

    Dienstag, 4. Oktober 2016

    Christoph Kuch



    Die österreichische Sprache

    Wie der mal so ein Fund! Haben die Österreicher eine gemeinsame Sprache "österreichisches Deutsch", über den zweifellos vorhandenen Dialekten? Rudolf Muhr sagt seit langem vernehmlich: "Ja, natürlich!" So auch hier im STANDARD. Und da gibt es dann natürlich auch zuweilen gehässige Kommentare. Beispielsweise den:

    Nitram Retniw | 8. November 2010 || jaja, tschüss... || tschüss heisst übrigens auf chinesisch 'geh sterben!'. seltsam, wie eifrig diese kommentare ihre sprache verleugnen wollen, und damit zeigen. frau harrer kennt, wie etwa auch barbara frischmuth, viele sprachen und regionen, wo die leute gottseidank recht anders reden. aber sind diese eher törichten kommentatoren hier representatief oder nicht, und wenn ja, wie tief? interessanterweise ist in einem solchen land wolf haas sehr populär, wie auch in anderen deutschsprachigen ländern. österreicherInnen und aussen haben halt eine besondere sprachbeziehung und erschaffen sich auch eigene sprachdenkmäler, wie jandl, dem der suhrkamp-unseld sagte, er sei ein dichter ohne eigene sprache, und jandl stimmte zu, denn deutsch gehoert allen usern, net?

    Tschüs oder Tschüss aus dem Chinesischen?! Na, ein Scherzbold halt, der Retniw! (Alias Martin Winter. Das war jetzt nicht schwer, oder?) Die Wikipedia weiß es anders und besser:

    Tschüs ist als Lehnwort aus dem romanischen Sprachraum übernommen worden (vgl. adieu, adiós, ade). Einen Hinweis auf die Abstammung des Wortes gibt die oben erwähnte, selten auch heute noch im Norden verwendete ältere Form atschüs (auch adjüs geschrieben, z. B. bei Fritz Reuter (19. Jh.), niederdeutsch), adjüst bei Gorch Fock (frühes 20. Jh., niederdeutsch), oder adjüüs im durch die Brüder Grimm aufgezeichneten niederdeutschen Märchen Vom Machandelbaum (1857).

    Montag, 3. Oktober 2016

    Gagen-Liste

    Über die Ungleichheit unter den Menschen. Und den Schauspielern.


    *alle Werte geschätzt, pro Folge und pro Person
    1. Til Schweiger 300.000€
    2. Maria Furtwängler 220.000€
    3. Jan Josef Liefers & Axel Prahl 120.000€
    4. Christian Ulmen & Nora Tschirner 90.00€
    5. Heike Makatsch 80.000€
    6. Axel Milberg 80.000€
    7. Wotan Wilke Möhring 70.000€
    8. Dietmar Bär & Klaus J. Behrendt 70.000€
    9. Richy Müller & Felix Klare 70.000€
    10. Ulrich Tukur 70.000€
    11. Sabine Postel & Oliver Mommsen 50.000€
    12. Eva Mattes & Sebastian Bezzel 50.000€
    13. Margarita Broich & Wolfram Koch 50.000€
    14. Miroslav Nemec & Udo Wachtveitl 50.000€
    15. Fabian Hinrichs & Dagmar Manzel 50.000€
    16. Devid Striesow & Elisabeth Brück 50.000€
    17. Ulrike Folkerts & Andreas Hoppe 50.000€
    18. Meret Becker & Mark Waschke 50.000€
    19. M. Brambach, K. Hanczewski & A. Höfels 50.000€
    20. Jörg Hartmann & Anna Schudt 50.000€
    21. Harald Krassnitzer & Adele Neuhauser 30.000€
    22. Stefan Gubser & Delia Mayer 30.000€
    Und dann kommen die armen Kerle und die armen Madeln, die an städtischen Bühnen hoffen, dass ihr Engagement verlängert wird oder dass der Intendant nicht weggeht und sie damit zum Abschuss freigibt.

    P. S. Ich kann und kann nicht verstehen, warum der Schweiger Til mit seiner hohen, schrabbeligen Stimme an der Spitze steht. Aber eben -- versteh einer die Deutschen!

    Samstag, 1. Oktober 2016

    Hasskommentare

    Von Facebook war hier schon oft die Rede. Nun bin ich schon seit ein paar Wochen nicht mehr bei Facebook. Warum? Es wurde mir einfach zu viel. Diese dauernde Aufforderung dies und das zu tun, Auskunft zu geben und sie und ihn zu 'liken'. Diese soziale Aufgeregtheit und der Wettbewerb mit der Zahl der 'Follower'. Überhaupt diese abgeschliffenen englischen Begriff!

    Nein, ich habe eigentlich nichts gegen Facebook. Jeder wie er mag. Dachte ich! Bis heute. Ein Artikel im SPIEGEL. Heute. Ich hoffe, ich darf ausnahmsweise mal ein paar Zeilen mehr zitieren:

    Am 20. Fe­bru­ar stell­te die Ber­li­ner Schau­spie­le­rin Jen­ni­fer Ul­rich auf ih­rer Face­book-Sei­te ein Vi­deo ein, das die Vor­gän­ge im säch­si­schen Ort Claus­nitz do­ku­men­tier­te. ... | Zwei Tage nach dem Claus­nitz-Post mel­de­te sich ein Face­book-Nut­zer un­ter dem Pseud­onym Ma­rio We­ber auf der Sei­te der Schau­spie­le­rin und droh­te da­mit, ihr Le­ben zu be­en­den. „Man soll­te eine Ket­ten­sä­ge neh­men und dir dei­ne scheiß-häss­li­che Kack­fres­se ein­fach zer­häck­seln“, schrieb We­ber: „Ul­rich kre­pier un­wer­tes Le­ben ver­re­cke!!!“ Ein paar Mi­nu­ten spä­ter folg­te ein zwei­ter, nicht we­ni­ger ein­deu­ti­ger Post: „Der Tag der Ab­rech­nung wird noch kom­men, Links­dreck, und dann wer­de ich da sein um je­den ein­zel­nen von euch scheiß Dreck auf mög­lichst blu­ti­ge Wei­se hin­zu­met­zeln.“
    ...
    Zwei Tage nach­dem Ul­rich die An­kün­di­gung, ihr Ge­sicht mit ei­ner Ket­ten­sä­ge zu zer­klei­nern, an Face­book ge­mel­det hat­te, er­hielt sie die Ant­wort, man habe den Kom­men­tar ge­prüft. Der Check habe er­ge­ben, dass der Post „nicht ge­gen un­se­re Ge­mein­schafts­stan­dards“ ver­sto­ße. | Es gab kei­ne wei­te­re Er­klä­rung. Es war auch nicht er­sicht­lich, wer die Prü­fung durch­ge­führt oder ihr nach Ab­schluss ge­ant­wor­tet hat­te. Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Un­ter­neh­men ver­zich­tet Face­book beim Kun­den­kon­takt auf die An­ga­be von Na­men. Es gab, wie Ul­rich fest­stell­te, nicht ein­mal eine Te­le­fon­num­mer, un­ter der sie eine Nach­fra­ge hät­te hin­ter­las­sen kön­nen. | Nor­ma­ler­wei­se wür­de die Ge­schich­te hier en­den, so wie bei vie­len Nut­zern, die auf ih­ren Sei­ten Hass­kom­men­ta­re ent­de­cken. Aber weil Ul­rich ziem­lich stur sein kann, wenn sie sich är­gert, stell­te sie die Ant­wort von Face­book auf ihre Sei­te, zu­sam­men mit der Fra­ge, „was die­ser wahn­sin­nig freund­li­che, schein­bar rechts­ge­sinn­te User mir hät­te noch schrei­ben müs­sen, da­mit Face­book sei­ne Kom­men­ta­re als lö­schens­wert emp­fin­det“. | Dies­mal er­kann­te das Un­ter­neh­men ei­nen Ver­stoß ge­gen sei­ne Richt­li­ni­en. Ul­rich er­hielt von Face­book eine Mit­tei­lung, dass ihr Bei­trag ent­fernt wor­den sei, sie wur­de er­mahnt, sich mit den „Face­book-Ge­mein­schafts­stan­dards“ ver­traut zu ma­chen. Dann war ihre Sei­te ge­sperrt. „Dein Kon­to ist vor­über­ge­hend nicht ver­füg­bar“, stand auf dem Bild­schirm, als sie Freun­den eine Nach­richt schi­cken woll­te. Bei der Lö­schung habe es sich um ei­nen „Irr­tum“ ge­han­delt, er­klär­te das „Face­book-Team“ spä­ter. Ein paar Tage zu­vor hat­te sich der Schau­spie­ler­kol­le­ge Til Schwei­ger ein­ge­mischt und den Fall pu­blik ge­macht. Auch eine Ber­li­ner Bou­le­vard­zei­tung war auf­merk­sam ge­wor­den.

    Ich meine: schon klar! Das reiche Facebook hat nicht genügend Leute, um den Laden zu überblicken. Aber hier hätte ein des Deutschen Kundiger schon mal einschreiten müssen.

    BILD +

    BILD gibt den Kampf gegen meinen Werbeblocker auf. Aber nur halb. Es werden ein paar Inhalte gezeigt, und oft folgt dann:

    28.12.2014 - 23:59 Uhr | Gibt es sie wirklich, die wahre Liebe im Netz oder geht es bei Dating-Apps nur um die schnelle Nummer? BILD hat den großen Flirt- Test gemacht und einen Reporter quer durch die Republik geschickt. Sein Auftrag: jeden Tag ein Date! Lesen Sie ab heute seine unglaublichen Erlebnisse in 6 Teilen. || Weiterlesen mit Premiuminhalt-AboMonatlich kündbar | Jetzt für 0,99 €/Monat testen

    Man soll jetzt also BILD + abonnieren oder so. Das ist der neue Trend bei den Zeitungen, die ganz offenbar gegen das Internet kämpfen wie der vom Schiff gefallene Ertrinkende gegen die Wellen. Auch der SPIEGEL und viele andere Zeitungen versuchen es ja mit solchen "Zusatzangeboten". Konkret gesprochen: Wenn jemand den papierene SPIEGEL und dazu die Online-Ausgabe abonniert hat und dann aber noch für den nächsten Geldbringer-Einfall der Redaktion blechen soll, dann kann der Schuss nach hinten losgehen: Einige Leser fragen sich wahrscheinlich irgendwann, ob sie den SPIEGEL überhaupt noch brauchen.

    Und es gibt dann noch die Hardcore-Verzweifelten von jener taz, der es dem Vernehmen nach ja schon immer finanziell nicht gut ging. Die aber sicher ist, dass sie auf der rechten -- nun gut, auf der richtigen Seite steht und die darum gar nicht verstehen kann, dass sie so wenige zahlende Leser hat. Und sie versucht auch noch den Spagat: Die taz für alle, auch für die, die kein Geld haben! Sozialistisch-brüderlich. Das sollte gehen. Wenn viele, die Geld haben, zahlen. Eine schöne Idee eigentlich.

    Natürlich kostet taz.de Geld. Dennoch soll niemand dafür bezahlen, wenn er nicht kann. Denn wir sind der Überzeugung, dass Nachrichten und Informationen frei zugänglich bleiben sollen. Das sehen Sie auch so? || Dann seien Sie dabei: Ein regelmäßiger Beitrag zu taz.zahl ich sichert unsere Unabhängigkeit und den freien Online-Zugang zu unseren Inhalten. Für alle.

    Sehe ich das auch so? Nun -- vielleicht nicht so ganz! Aber was soll's? Die taz reflektiert immerhin klar die Lage, wenngleich vor allem bei den anderen, die in der gleichen Situation sind:

    Epochaler Umbruch || Das Geschäftsmodell der gedruckten Zeitung funktioniert nicht mehr, der digitale Verbreitungsweg von Journalismus hat wirtschaftlich noch kein Geschäftsmodell gefunden. In der deutschen Presselandschaft lässt sich der epochale Umbruch besonders gut am Beispiel des Axel Springer Verlages deutlich machen. Der Konzern hat im Jahr 2014 für fast eine Milliarde Euro seine regionalen Tageszeitungen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt, samt Anzeigenblättern und Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe (ehemals WAZ) verkauft. | Behalten hat Springer die Bild-Zeitung, obwohl das Boulevardblatt noch mehr als die Abonnement-Zeitungen an dem veränderten Mediennutzungsverhalten leidet. Die an den Kiosken verkaufte Auflage von Bild, Deutschlands größter Tageszeitung, hat sich in den zehn Jahren vom vierten Quartal 2004 bis zum vierten Quartal 2014 um immerhin 46,8 Prozent nahezu halbiert, von 3.694.641 auf 1.964.821 Exemplare täglich. Das Bild im öffentlichen Raum, in Cafés, Bussen und Bahnen wird heute von den mobilen digitalen Geräten dominiert und nicht mehr von der Zeitung. Der Pressehandel spürt das veränderte Leseverhalten unmittelbar in seinen Kassen.

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