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Mittwoch, 15. Februar 2012

Shakespeare und die Arztgattin

Ich lese gerade Bill Brysons Buch "Shakespeare. Wie ich ihn sehe". Erstaunlich, auch dieses Buch von Bryson.

Überlegung auf einmal: Wenn Shakespeare heute lebte, er würde sich nicht den Königen, den Mächtigen und den Geschichtsgeschichten zuwenden, sondern den menschlichen Dingen im 'normalen, doch extremen Potential'.


"Reinhardt R. (72), Vater des Opfers zu BILD: „Ich hätte gerne von ihr persönlich gehört, warum sie unseren Sohn getötet hat.“ | Besonders tragisch: Vor dem Gesetz sind die beiden nicht die Großeltern des Kindes. Das Sorgerecht hat der Ehemann der Killerin."

Es geht also noch einmal um die 'Arztgattin'. Im Kern liegt da diese Shakespearsche Geschichte: Was wird aus diesem Kind, wenn es so langsam bewusst und dann erwachsen wird?

Extreme:

Alles ist bekannt, das Kind wird völlig normal und flachst mit seinen Kumpels beim Fußball, dass er seine Mum, die inzwischen aus dem Gefängnis entlassen ist, und seinen Dad, den Pflegevater, einfach als Eltern akzeptiert hat. (Kein Shakespeare-Stoff)
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Alles wird dem Kleinen verheimlich bis er 11 ist. Dann sagen Klassenkameraden ihm -- nein, nicht die Wahrheit. Sie machen blöde Andeutungen. Den Rest findet er alleine raus. Er flüchtet dann in der Pubertät -- einziger Ausweg für ihn -- in Wahnideen. Glaubt am Ende -- was? Er sei der von wenigen noch gekannte, bei diesen aber legendäre Julian Assange? Der die Welt retten muss! (Einer von mehreren Shakespeare-Stoffen)

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Ein Shakespeare-Nachtrag: Die Wirklichkeit ist konkret und bringt konkrete Fragen hervor: Arbeitet der Ehemann, der Arzt, im Moment? Und wenn ja: Wer versorgt in dieser Zeit das Kind? Wenn er nicht arbeitet: Wie gestaltet sich sein Alltag? Und der des Kindes?

Sonntag, 24. Januar 2010

Tokyo Killer

Barry Eisler spricht japanisch. Tokyo Killer als der Film Rain Fall. Gibt es den Film hierzulande als DVD?

Dienstag, 27. Mai 2008

Lektüre: Philip Kerr, Der Tag X

Ein ganz normaler Thriller kann einen mit 1000 und 1 Frage konfrontieren: Woher hat dieser Kerr nur all die Informationen? Nein, nicht die über das Verschwörungstheoretische und das Innenleben seiner Figuren. Das muss Phantasie sein. Sondern die über Zeit-Produkte, Fernseher zum Beispiel. Waffen-Typen mit Einzelheiten. Wetterverhältnisse und Flugpläne des Jahres 1961. Sind diese Hintergründe größtenteils authentisch -- hat Kerr eine Arbeitsgruppe, die ihm da zuarbeitet? -- oder doch frei erfunden?
Dann die Übersetzung.* (Von Cornelia Holfelder-von der Tann. Schöner Name!) Eine Übersetzung, die einerseits gut, weil flüssig und spannend ist. Gelegentlich aber auch einbricht. Etwa wenn ein Menschentyp als Cracker eingeführt wird. Einmal einer, dessen Mundgeruch aus "Fisch, Maisgrütze und Stuss" besteht (S. 325). Dann aber wieder, gleich darauf, ganz andere Typen. Hat sich da der Übersetzer vor der Übersetzung des US-Slang-Ausdruck cracker, ganz allgemein für 'Weiße", gedrückt? Weil es im Deutschen keinen passenden Ersatz gibt? Nur, woher sollen wir das denn wissen?
Abgründig jedenfalls, unterm Strich, wie da der Kennedy-Historie ein zweiter Boden eingezogen wird. Das Doppelbödige ist dann sehr überzeugend und spannend. Was liegt zwischen den Böden? Nur die Phantasie? Wirklich?
Und wieder so ein Buch, bei dem man, noch während man die Übersetzung liest, sagt, dass jetzt die englisch Originalausgabe her muss.
Wenn einer sagt, dass das solide Thriller-Kost, aber kein Meisterwerk ist, wegen zu wenig Tempo, dann hat er nur die eigenen Thriller-Maßstäbe angelegt. Es gibt aber auch noch andere, verzweigtere und verzwicktere. Und da kann dieser Tag X etwas ganz anderes sein, jenseits der üblichen Maßstäbe.
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Links zum Buch und zum Thema: 1, 2 und 3.
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* Meine Ausgabe: 1. Aufl. Wunderlich Verlag 2001.