Donnerstag, 26. Oktober 2006

Unglaubliches, Unglaubwürdiges

Ich sehe Wissenschaftssendungen gern, auch und besonders solche über Meeres- und Meereswellenforschung. Aber wie steht es um folgende Berichtsteile:

"Einige Jahre später spürte ein englisches Taucherteam in 9000 Metern Tiefe das Wrack der Derbyshire auf."

Genauer steht es woanders: "The second expedition was conducted in two phases during 1997 and 1998 using two underwater vehicles, one to obtain a broad view of the wreckage and the other for a more detailed inspection."

Erstens gibt es nicht viele Stellen, an denen das Meer 9000 Meter tief* ist, und zweitens kommt da kein "Taucherteam" hin. (Allerdings, südlich von Japan, wo das Schiff gesunken ist, kann das Meer verdammt tief sein.)

Oder: "Jeden Tag versinkt ein Schiff in den Weltmeeren." Ein Boot vielleicht, aber doch kein Schiff -- jeden Tag!** Oder ist das Schiffeversenken so gewöhnlich, daß einfach niemand drüber spricht. Kaum denkbar. Denn wenn eines sinkt, kommt es in der Tagesschau. Also, das sind Meldungen, die beeindrucken sollen. Warum so?

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* NACHTRAG: Das mit den 9.000 Metern hat mir doch keine Ruhe gelassen. Die folgende Feststellung aus einem Bericht über den Derbyshire-Untergang, scheint mir wesentlich plausibler: "The sea is about 4200 metres (2½ miles) deep at this point." Auch da taucht kein Taucher mehr hin. Eine Schlamperei mit der Maßeinheit 'Fuß' kann die Angabe wohl auch nicht sein, denn 9.000 feet wären, sehe ich es recht, knapp 2.750 Meter.

** Auch über die Zahl der Schiffsverluste macht der erwähnte Bericht Angaben: "In the 1980s about 17 ships like the Derbyshire were. being lost each year. The figures for the last ten years (1993-2002) is 108 ships."

Der Wert eines Linienrichters ...

... , bei Licht betrachtet.

Gestern wurde bekanntlich das Pokalspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC abgebrochen. Da läßt uns eine Meldung aufhochen, die den Wert eines Linienrichters in Relation zu dem eines Bundesliga-Profis oder überhaupt eines Spielers stellt:

"Auch Hertha-Coach Falko Götz war außer sich: 'Das ist sehr bedauerlich, was hier passiert ist. Man muss bedenken, dass so ein Geschoss auch einen Spieler hätte treffen können', meinte der Ex-Profi und wünschte Voss alles Gute."

Also, wenn das ein Profi gewesen wäre! Nicht auszudenken! So aber? Geht scho. Halb so schlimm!

Alles Gute dann, Herr Linienrichter! Auch von dieser Stelle aus.


Mittwoch, 25. Oktober 2006

Das MK-Land im Ausschnitt

Ja, auf was man so alles stößt im Multi-Kulti-Land! Ich weiß schon nicht mehr, über welche Holz-Link-Wege ich auf diesen taz-Journalisten-Blog gestoßen bin, aber erwähnt zu werden verdient er allemal. Der Beitrag des -- Eigenbezeichnung-- "Aushilfs- hausmeisters" Helmut Höge beginnt launig so:

"Heute hat mich doch glatt ein Praktikant gesiezt. Das ist eines der vielen Zeichen, dass es mit den alternativen Duz-Betrieben langsam zu Ende ..."

Aber dann, gegen Ende des wahrhaft langen Beitrags mit allerlei weiteren Schmankerln aus der Welt der Journalisten-Halbwelt:

"[...] Ich kenne [...] eine ganze Frauenclique, die gleich sechs Nigerianer auf einen Schlag geheiratet hat. Sie treffen sich einmal im Monat, um im Rahmen einer kleinen Party gemeinsam die in der Zwischenzeit angefallene Papiermagie zu erledigen. Der Geschäftsführer vom Kaffee Burger heiratete eine Weißrussin - aber das zählt nicht, da er es völlig unpolitisch bloß aus Liebe tat. Mein Freund Murat aber: Er verheiratete seine bulgarische Freundin für 2.000 Euro mit einem deutschen Fixer. Und meine Freundin Noy, eine thailändische Ein-Frau-Schlepperbande - sie verheiratet laufend “ihre Mädchen” mit irgendwelchen dubiosen Geschäftsmännern (solche Ehen sind übrigens die “glücklichsten”, wie gerade die Untersuchung einer thailändischen Soziologin aus Kassel ergab)."

Ich sollte da vielleicht bei Gelegenheit mal genauer in die Szene spähen. Derweil, heute, Ruprecht Polenz, CDU, im Radio über Totekopf und heruntergelassene Hosen von deutschen Soldaten in Afghanistan parliert.

Dienstag, 17. Oktober 2006

"Marco" -- die sinnige, doch nicht-korrekte Frage

Die Süddeutsche von heute, 17. Oktober 20006, meldet in der Rubrik "München" daß ein Marco Z. seine Ex-Partnerin und auch gleich deren Freundin erstochen habe. Erkennbar wird der soziale und der familiäre Hintergrund von Marco Z. ausgeblendet, obwohl der Vater bei der Zerstückelung der Leichen mitgeholfen hat. (Dafür, für das Mit-Zerstückeln, kann der Vater nicht verurteilt werden. Das ist nur eine Ordnungswidrigkeit. Das wußte ich offen gestanden bis heute auch nicht.) Überhaupt: extrem bizarr. Nach der Tat geht Marco, die Leichen in der Wohnung zurücklassend, und macht die Theorie-Prüfung für den Motorrad-Führerschein. Besteht die Prüfung. Das mit dem politisch-korrekt ausgeblendeten Hintergrund finde ich ärgerlich und schaue im Internet mit den Such-Worten "marco münchen erstochen" nach.

Wieder erstaunlich: die erste Meldung betrifft nicht Marco Z. Das ist ein anderer, ein Marco R.

Chat-Partnerin erstochen: 33jähriger kommt in die Psychiatrie Nürnberg - Es war ein Flirt mit dem Tod: Im April 2002 verabredete sich die Köchin Giuseppina di L. (21) mit ihrem Chat-Partner Marco R. (33) zum Spaziergang in einem Nürnberger Park. Dort wurde der arbeitslose Schlosser zudringlich. Er zückte ein Messer, wollte mit der hübschen Italienerin schlafen - als sie sich jedoch weigerte, tötete er sie mit mindestens 83 Messerstichen.

Könnte es denn sein, daß die Menschen, die von ihren Eltern vor 30 bis 40 Jahren auf den Namen "Marco" getauft -- jedenfalls so eingetragen worden sind, ein erhöhtes Risiko für derartige Straftaten aufweisen? Wird so etwas jemals erforscht werden, die Regelmäßigkeiten in den Namen und Vornamen von Gewalt-Straftätern? Wahrscheinlich nicht. Warum eigentlich nicht?

Ein paar Klicks weiter dann ein Bericht mit einem Foto eines fremdländisch, doch gut aussehenden jungen Mannes. Und dazu der Kommentar der Leser:

Werner : Selber schuld wenn man sich mit solchen Typen einlässt. Die Mädels hätten sich ja gleich einen Ayatollah nehmen können, wie man sieht, sind die schnell dabei, die Hände abzutrennen, und wohl nicht nur das... (27.06.05 14:11)
Patrick Gruban : Ich finde er sieht besser aus als unsere Kanzlerkandidatin, aber das ist ja Geschmackssache... (27.06.05 14:45)
drsno : @Werner: Was für ein Glück dass man den Menschen das kriminelle Potential immer gleich ansieht, gell? mann mann mann ... wenigstens scheint das medial geprägte Weltbild zu funktionieren. (27.06.05 18:04)

Von einem solchen Mord kommt die Leserschaft darauf, daß der Mörder da besser aussieht als... Und darauf der aufgeklärte, medienkritische Mensch, der vermerkt, daß man dem Mörder sein Mörder-sein nicht ansieht. Auch nicht besser.

Man glaubt, man ist im Wahnsinns- und Deppenland. Es ist zum Auswandern!

Sonntag, 15. Oktober 2006

"Völlig gaga!"

Klaus Kocks ist Professor. In zweiter Linie, sagen wir mal. In erster Linie ist er PR-Berater. Und als solcher gibt er der ZEIT ein durchaus lesenwertes Interview. Alles ist PR. Das Geschäft der Manipulation. ("Völlig gaga!" DIE ZEIT 42 / 12.10.2006, S. 69) Es wird launig und mit durchaus witzigen Formulierungen vorgeführt, was Siemens und der Chef von Siemens alles PR-mäßig falsch gemacht haben. Am Ende bleibt die Frage: Ist es wirklich so, daß alles eine Image-Frage ist?

Dienstag, 10. Oktober 2006

Grenzen der multi-kulturellen Gesellschaft?

So geht das: Vergangenen Samstag fahre ich in der Münchener U-Bahn. Lesend. Irgendwann frage ich mich, was heute hier eigenartiger ist als sonst. Ich schaue mich um. Der Wagen ist voll, nicht überfüllt. Leute unterhalten sich, diskutieren, relativ laut. Eine Gruppe ist zu hören, weil sonst alle schweigen. Vier Leute reden laut -- auf russisch. Daneben sind, ich schaue weiter, zwei Münchener Frauen mit Einkaufskörben. Der Rest der Anwesenden, daran und daran unzweifelhaft erkennbar -- es sind alles Menschen "mit Migrationshintergrund", wie das heute so heißt. Ich, der ich mich für nicht im mindesten für "xenophob" halte, habe ein seltsam flaues, schlecht zu benennendes Gefühl.

Ich hätte diese Situation und das Gefühl wahrscheinlich vergessen. Aber dann heute in der SZ ein Artikel von Petra Steinbrecher. Ein Bericht, der so beginnt:

Der Mensch ist eine Schildkröte. Er wünscht sich einen Panzer, unter den er sich zurückziehen kann, wenn es eth­nisch allzu bunt wird in der Nachbar­schaft. Denn der Mensch mag es nicht, wenn er Sprachen nicht versteht, fremde Riten erlebt, anderen Religionen ausge­setzt wird oder seltsame Sitten prakti­ziert sieht. Eine gewisse Menge an Fremd­heit kann er gerade noch ertragen. Zuviel davon und er verliert das Vertrauen – in seinen Nachbarn genauso wie in den Bür­germeister, den Gemüsehändler, in den Staat und in die Zeitung, die er liest.

Dies ist das Fazit einer alarmierenden Studie, die der in Harvard lehrende Poli­tikwissenschaftler Robert Putnam jetzt vorgelegt hat. „Wir verhalten uns wie Schildkröten", erläutert er, „angesichts von menschlicher Unterschiedlichkeit verstecken wir uns."

Da also entsteht die Frage, ob wir uns nicht, wenn wir nicht zukünftige harte soziale und am Ende rassistische Auseinandersetzungen durch Wegsehen, Weghören, Wegfühlen heraufbeschwören wollen, mit Putnam und unseren eigenen Gefühlen auseinandersetzen sollten. Wieviel Fremdheit vertragen wir, die Liberalen unter den Bürgern? Selbst wir. Und wie ist es erst dann mit denen, die keine Arbeit und wenig Selbstgewißheit haben?

Wer es genauer wissen möchte, kann mal hier beginnen ...

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Aus unserer Reihe ...


... Der leicht abwegige Internet-Fund: Da rezensiert ein Herr Möseneder im STANDARD über Minderjährigen-Prostitution in Wien, und drunter rückt der STANDARD ein - na ja. Halt was zu nackten Mächen und zu Unterwäsche für Mädchen. So funktioniert das automatisierte Marketing des WordWideWeb eben. Stichwort her - Werbung hin.

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Wer genauer nachschauen möchte: "Sex mit Minderjährigen ab 20 Euro. Ein Jahr nach der "Callgirl-Affäre": Minderjährige Prostituierte gibt es auch mitten in Wien, bestätigt eine neue Studie."

Samstag, 30. September 2006

Hass und Furcht

Die SZ bringt in ihrem Magazin 39 vom 29. September ein Titelbild: Idyllisches, ein wenig gestrig wirkendes Dorf im Ausschnitt. Fachwerkhäuser und Wäsche auf der Leine im Vorgarten. Dazu die Unterschrift: "Hier wohnt der Hass. Ostdeutschland ist schön. Für Weiße". Im Heft dann kleine Geschichten von alltäglicher Bepöbelung von Schwarzen und halt "Andersfarbigen" im Osten.

Zwei Anmerkungen. Zum einen wird es langsam Zeit, nicht um die Sache herumzureden. Insofern war die No-go-area-Diskussion zur Fußball-WM vernünftig. Nur ist sie wieder eingeschlafen. Nicht herumreden heißt:

a) Auch einzugestehen, daß es ein seltsames Gefühl auch für durchaus tolerant-liberale Deutsche gibt, wenn in öffentlichen Verkehrsmitteln der Anteil von "evident nicht-integrierten Ausländern", gleich welcher Hautfarbe, über ein bestimmtes Maß anwächst. Wodurch dieses Kennzeichen "nicht-intregriert" gemacht ist, muß bestimmt werden. In bestimmten Fällen besteht es einfach aus einer sehr großen Lautstärke des Redens mit anderen in einer sehr fremden Sprache. Es sollte politisch anerkannt sein, daß das Gefühl der Menschen, im eigenen Land -- nein, nicht fremd zu sein, sondern keine öffentliche Identität von Sprache, Sitten und Gebräuchen mehr zu finden, zu Aggression und Fremdenfeindlich führt. Wahrscheinlich eine anthropologische Konstante. Solche gibt es, ob man will oder nicht.

b) Es ist auf keinen, aber auch auf gar keinen Fall zulässig, daß Landesteile zu No-go-areas für Andersfarbige oder Irgendwie-anders-seiende werden. In offensichtlichen NGA müssen unkonventionelle Mittel her, für die auch die gesetzlichen Grundlagen da sein müssen. Eine solche Maßnahme wäre: Immer wieder einen Schwarzen durch ein solches Gebiet gehen zu lassen, auch nachts, und die Reaktionen der Passanten per Video zu dokumentieren und anschließend öffentlich zu zeigen. Im Fernsehen oder im Internet. Auch: Solche Menschen von einer Polizeigruppe in Zivil begleiten zu lassen, um an Ort und Stelle einzuschreiten, wenn etwas Gesetzwidriges passiert.

Denn: Die Situation wird kritisch, wenn das normale Bürgertum fremdenfeindliches Verhalten klammheimlich und tiefinnerlich gutheißt. Das hat natürlich auch mit dem unter a) Gesagten zu tun; aber es kann nicht toleriert werden, daß irgendwo Leute mit der in ihrem Hirn verankerten Behauptung leben: sie könnten sich nur wohlfühlen, wenn sie dumpf unter Ihresfarbigen und -denkenden dahinleben. Und wenn diese Leute dann entsprechend fremdenfeindlich handeln.

Ein Vorschlag an die Medienforscher

Das Problem würde sein, daß sich als erstes die BILD-Zeitung auf diese Unterschung stürzen und eine Serie daraus machen würde. Serientitel wahrscheinlich: Deutschlands wahnsinnige Verbrecher. Auf der anderen Seite: Kann ein vernünftiges Forschungsvorhaben nur deshalb unausgeführt bleiben, weil BILD daran Interesse hat?

Worum geht es?

Es geht um die bizarren Meldungen über Kriminalfälle und Gerichtsurteile zu diesen Fällen, die immer wieder in der Zeitung stehen. Beispiel, aus einem NZZ-Bericht: Eine Mutter tötet im Abstand von zwei Jahren zwei gerade geborene Kinder und bringt den Ehemann dazu, die kleinen Leichen im Keller in Beton zu versenken.

Nicht die Tat als solche ist das Wichtige, sondern die dada-kafkaeske Eigenartigkeit der umgebenden Umstände, mitten in der Normalität. Und weil Forschung ja keine Tabus kennen darf, wird auch gefragt werden dürfen, ob solche bizarren Taten im Osten des neuen großen Deutschland häufiger sind als im Westen. Wobei gleich darauf hingewiesen werden kann, daß jener idyllische Hof in Rotenburg im Westen der Republik liegt. Diese Tat würde ja auf einer Skala der Verrücktheiten wahrscheinlich doch an die erste Stelle rücken.

Freitag, 29. September 2006

Spice Girls, 2 male and 1 female

Immer noch mein Videofavorit: !


[ Hier gibt es auch andere Videos ]

--

22.02.2018 - 08:40 Uhr

Nanu?! 404 Not found - Warum?

Wenn ich schon mal einbette! Dann wird das Video garantiert gelöscht. Weil ein zölibatär liebender Priester es nicht leiden kann. (Ist nur so eine Vermutung.)

Donnerstag, 28. September 2006

Menschengesichter

Menschen haben so verschiedene Gesichter!

Ein Experiment: Welche Michelle Pfeiffer ist die, die Sie sehen wollen? Mal angenommen, Sie wollen Michelle Pfeifer sehen. Und welche Person wollen Sie nicht sehen, weil es nicht die ist, die Ihnen authentisch erscheint? Sind die authentischen Fotos -- die, die einen Menschen so abbilden, wie er normalerweise sich zeigt -- die besten Fotos? Natürlich nicht. Wie will jemand sich selbst sehen und gesehen werden. Ernst-nachdenklich? Überdreht-fröhlich? Ironisch-forschend? Hat das Einfluß auf unser Normalbild, wenn wir den Menschen nur von der Leinwand und vom Fernseher her kennen?

Hier gibt es eine gute Beispielsammlung, um, mit Beispielmaterial versehen, weiter nachzudenken:


One Word a Day

Hier und heute werbe ich mal für eine schöne Idee namens "One Word a Day". Jeden Tag ein seltenes englisches Wort, oft auch ein Ausdruck, per E-Mail zugeschickt von Paul Smith. Das Beispiel für heute:


Your choice was right!

listen to pronunciation

vixen

Definition:

b) an angry woman

German translation:

vixen = zänkisches Weib, Furie, Drachen, gehässige Frau, Giftnudel; die Füchsin

---
How important is this English word?
vixen: 8,780,000 Google Hits


Sample text:

Scarlett Johansson is only 19, but the talented young Hollywood actress' growing reputation as a VIXEN is becoming as sizzling as her professional acclaim as a hot actress.


(Chicago Sun Times, August 10, 2004)


Did you know?

vixen
noun

1. a shrewish ill-tempered woman
2. a female fox
3. a highly attractive woman

(Merriam-Webster Online Dictionary)

===

Doch noch ein kleiner Kommentar: Daß vixen auch 'Füchsin' heißt (fox - vixen), sollte bei den hier angeführten "Frauentypen" rausfallen, denn es ist ja die wörtliche Bedeutung -- sozusagen. Für das weibliche Tier. Schön auch, daß vixen sowohl steht für: 'Schreckschraube' oder 'Xantippe' wie auch für -- ja wer oder was? 'Femme fatale'? 'Sexbombe'? Anyway.

Und nicht vergessen wollen wir doch Russ Meyer mit 'Vixen' und, eins obendrauf: 'Super Vixens'.

Jobs

Hans-Friedrich sagt, daß er jetzt nicht mehr so viel Zeit hat zum Bloggen. Er hat einen neuen Job, den zweiten neben dem ersten. Da bleibe einfach zu wenig Zeit. Questo povero!

Dienstag, 26. September 2006

Die Wunderwelt von Ebay

Aus der Wunderwelt des weltgrößten Online-Versteigerers: Ein mp3-player, gute Nachahmung (= Fälschung?) des ipod-Designs. Nun gut. Aber jetzt kommt's!

Inkl. eine Apple iPod Nano Socks
ab einem Gebot von 89,- €.
Ein Highlight, der den Player sicher aufbewahrt.

Mal abgesehen davon, was man von der Aufbewahrung eines solchen Kleinteils in einem kleinen Socken hält -- ist es nicht vielleicht doch ein bißchen albern? --, ist ja doch die Frage, ob Apple aus seinem Überangebot der Socken einen Teil weiterverhökert, damit die fernöstlichen Nachahmungen darin untergebracht werden. Oder sind die Socken so echt Apple wie der Player?

So richtig spannend und echt aufreizend wird die Frage, wenn es heißt:

"inkl. original Apple iPod Nano Socks"


Also, ihr poetischen der kommerziellen Landstraße! Es ist eine Freude, hinter euch herzulesen!

Donnerstag, 21. September 2006

Die Welt des Geschäftlichen

Heute ist der Tag der wahnsinnigen Einblicke in die wahnsinnige Welt des Geschäftlichen!

Der T-Mobile-Computer, der mich bei meinem Anruf empfängt, will mit mir reden. Ich soll einfach sprechen. Ihn gerne auch unterbrechen, wenn ich möchte. Ich sage langsam und überbetont: "Mein Vertrag". Er antwortet: "Sie wollen günstige Verbindungen in die Türkei?" Ich wiederhole das mit dem Vertrag. Er will unbedingt, daß ich mit der Türkei telefoniere.

Und dann schaue ich noch am Abend bei Ebay nach einer Funk-Armbanduhr. Und ich finde? Dieses geschmackvolle Prunkstück im so exklusiven wie zeitgemäßen Stefan-Raab-Design! Und klicke erschrocken die Seite schnell wieder weg. (Um sie dann doch noch einmal herzuholen, weil ich sie hier zu verewigen will. So ist das halt.)


Mein Abendgebet, es lautet heute: "Herr, schmeiß Hirn und Gschmack roa!"

Web-Gier ...

... oder: Von Google lernen, heißt siegen lernen! -- Das folgende richtet sich an alle Webdesigner und Testseiten-Betreiber.

In einem Karstadt-Prospekt ist ein Tisch-Gefrierschrank BEKO FCN 1500 HCA für 199 Euro angeboten. So was suchen wir. Nur noch mal schnell nach einem Testbericht geschaut. Da geht es dann los.
  • Die STIFTUNG WARENTEST will auch die kleine Übersicht nur noch gegen Cash rausrücken. Jedenfalls hab ich die Übersicht, die ich früher immer als Anfangsinformation genommen habe, nicht gefunden. War diese Stiftung nicht mal mit öffentlichen Geldern unterstützt? Hat sich das geändert? Wenn nein: Sollte man da nicht ein Minumu wenigstens ohne -- die vor allem umständliche -- Bezahlung eines Online-Testberichts bekommen?!
  • Dann die unzähligen Testseiten: Die meisten greifen über Google das Stichwort "test" ab und sind dann "optimiert". Will heißen: Sie locken mich erst mal auf ihre Seite, wo es dann eine Wüste von Hinweisen gibt. Nur nicht das, was sich suche. Ich bin da schneller weg als ich vorher geklickt habe. Kann das -- auch im Interesse der Betreiber solcher Seiten -- sinnvoll sein? Wohl kaum.
Das mit Google. Adressiert an die Testseiten-Betreiber:

Warum wurde Google so erfolgreich? Natürlich wegen des internen Konzepts der Seitenbewertung und der schieren Menge der erfaßten Seiten. Aber eben doch auch wegen seiner Schnörkellosigkeit. Weiß. Klare Struktur. Ergebnis getrennt vom Kommerz.

Ist das so schwer zu kapieren, liebe Seitenbetreiber? Dafür, daß ihr mit allen Tricks versucht euch an die Spitze zu pushen, kann Google nur sehr bedingt was. Ihr versucht's ja mit Linkfarmen und allem Teufelszeug. Daß ich -- und sicherlich nicht nur ich -- euch nach dem ersten Klick schon für gierige ****** halte, die die schlichtesten Dinge nicht erkennen, könnt nur ihr selbst was. (Das gesternte Wort war mir beim Durchlesen zu beleidigend. Ich hab es gestrichen, und jeder darf das Wort, das ihm einfällt, einsetzen.)

In diesem Sinne...!

Ach ja, und für die, die es anschaulich mögen, hier nur zwei Beispiele. Denen in einem bestimmten Umfang Unrecht geschieht, weil es da auch 50 andere, gleich schlechte Seiten gibt.


Wer sich genauer mit der Sache befasssen möchte, kann bei Google mal

test "beko fcn 1500"

eingeben und klicken und schauen, was dann passiert.

Mittwoch, 20. September 2006

Pop-Formel

Gibt es sie wirklich -- die Pop-Formel? Der Autor plauderte kenntnisreich und entspannt eben im Deutschlandfunk.

Die Pop Formeln
Volkmar Kramarz
Preis: 19.95 Euro

Dienstag, 19. September 2006

Sprachgefühl für Software-Häuser

So was lesen wir ja immer und haben uns daran gewöhnt. Im Sinne des Sprachgefühls betrachten wir mal die folgenden Zeilen doch genauer:

"Der Autor dieses Programms haftet nicht für Schäden an Soft- oder Hardware oder Vermögensschäden, die durch das Benutzen des Programms entstehen, es sei denn diese beruhen auf einem grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Handeln des Autors, seiner Erfüllungsgehilfen oder seiner gesetzlichen Vertreter."

Was fällt auf? Na ja, gleich die Vermögensschäden! Da stellen wir uns doch vor: ein Netzwerk mit allen Firmendaten -- unersetzlich! Kein Backup weit und breit. Und dann das Progamm gestartet und -- DER CRASH DER ULTIMATIVE. Oder das Programm macht, daß der PC im Einfamilienhaus Feuer fängt und das ganze Haus...! Nicht auszudenken! Schließlich: die "Erfüllungsgehilfen". Wenn man da keiner an das schöne Wort "Helfershelfer" denkt. Gauner, Betrüger, Hehler, usw.

Wir sehen, auch beim Programmieren ist, wenn es an die Oberfläche geht, ein wenig Sprachgefühl nicht schlecht.

Mittwoch, 13. September 2006

Die Erotik der neuen deutsche Rechtschreibung

Oh du heiliges Institut für deutsche Sprache!

"Das Geräusch ließ sie {zuammen zucken / zusammenzucken}."

OpenOffice unterkringelt und schlägt tatsächlich die erste Variante vor. Ich weiß nach der xten Reformüberarbeitung nicht mehr, was im Moment vom Duden oder vom IdS oder der Staatlichen Kommission zum Rückbau der dritten Reformvariante (SKRDR) empfohlen wird. Es ist mir offengestanden* auch egal Ich würde jedenfalls diese erste Möglichkeit reservieren für den Satz: "Komm, Liebling, lass uns zusammen zucken." Und ich lasse offen, ob es sich da um eine verkappte Aufforderung zum Beischlaf handelt.

Dann ist da auch noch das, im selben Satz:

"heraus zu hören", meinetwegen. Verdächtige Geräusche aus dem Schlafzimmer. Ja, nun gut. Nichts Menschliches ist mir fremd. Fast jedenfalls, mit Blick auf die deutsche Sprache. Aber "heraus zuhören"? Das übertrifft die kühnsten erotischen Phantasien. Das gleitet ab ins Perverse! Da nähern wir uns der Sprach-Sodomie!

--

* Hier ohne weiteres auch: offen gestanden, weil das Sprachgefühl nach dieser Reform ja korumpiert ist. Kann man nix machen. So ist er eben, der Mensch. Gewöhnt sich auch noch an das Blödeste. Früher war offen gestanden ja mal was, was man über Tore und Türen sagte und nicht über geistige Haltungen. Aber bitte! Wir sind doch nicht kleinlich!

Montag, 11. September 2006

Heute vor fünf Jahren

Heute vor fünf Jahren also. Und ausgerechnet die Süddeutsche Zeitung leistet sich eine veritable Geschmacklosigkeit. Hinter dem strahlenden, die Einschaltquoten-Erwartungen nicht ganz erfüllenden Papst-Besuch überschreibt Andrian Kreye seinen Artikel im Feuillleton mit "Tanz den Apokalypso" und erklärt im Untertitel: "[...] Seitdem berauscht sich Amerika am eigenen Untergang".

Wenn man die Formulierungen auch nur etwas genauer besieht, dann wird da erst einmal der Tod von 3.000 Menschen, bewußt herbeigeführt von durchgeknallten Fanatikern, zu einer Feuilleton-Formulierungs-Fingerübung. Was an sich schon daneben ist. Diese im Deutschen hoch gewagte Konstruktion des transitiven tanzen + Personenname, "Tanz den ...", wo kommt sie her? Wer hat sie erfunden?

"Geh in die Knie / und dreh dich nach rechts / und dreh dich nach links / klatsch in die Hände / und tanz den Adolf Hitler / und tanz den Mussolini / und jetzt den Jesus Christus ..."

Zeilen, die erdichtet wurden, um, inhaltlich sinnfrei, via Provokation auf dem großen Schwapp der Medienflut nach oben zu kommen. Es ist wie in der Werbung, wo auch oft Sloganschreiber sich an der eigenen Kreativität berauschen und nur die erste Ebene des Sinns, die des aufmerksamkeit-sichernden Gags, sehen, ohne die zweite und die folgenden Ebenen noch zu erkennen oder erkennen zu wollen. Hier also: Kalypso. Tanzen. Apokalypse. Tanz-den... Wow! Das ist es! Was für eine feine Überschrift. So feinsinnig passend, eingepaßt ins wohlfeile USA-bashing. So ungefähr müssen dem SZ-Menschen die Gedanken durch den Kopf geflutet sein, und er, der Journalist, er filtert nicht, er denkt nicht nach. Er schreibt hin.

Berauscht sich Amerika am eigenen Untergang? Das ist, von der Erkenntniskraft her gesehen, noch weit unter Feststellungen der Sorte: "Der Russe trinkt gerne Wodka." Der Satz mit Amerika trifft auf nichts zu, nicht einmal auf den Präsidenten der USA. Könnte denn nicht jemand kommen und sagen: "Die USA sind ein sehr differenziertes Land. Die politischen Hauptströmungen sind ..." Dann könnte man am Ende gar überlegen, wie es kommt, daß bestimmte europäischen Verallgemeinerungsborniertheiten die USA nicht erreichen und dort also nicht wahrgenommen werden.

Im übrigen, zum heutigen Tag: Zeitungsartikel und Radioberichte, die das individuelle Leid einer Witwe herausstellen, sind wertvoller, weil passender als das Analyse-Gelaber derer, die am Ende doch immer nur Beliebiges aus ihrer Zeitgeistkiste ausbreiten. Manchmal ist die Zeit des Gedenkens, nicht der Klügelei. Das hätte seinerzeit der Bundestagspräsident Jenninger wissen können und heute der Journalist Kreye.

--

NACHTRAG: Vielleicht bin ich einfach zu empfindlich. Das "Online-Spezial" des ZDF läßt mich an eine neue Biersorte beim Oktoberfest denken, nicht an eine Gedenksendung oder -seite. Einfach ein bräsiges Wort, dieses Online-Spezial.

Und dann davor und daneben: Die Alternativen an der Zapfsäule! Eine feinsinnige Anspielung darauf, daß es im Leben und also auch beim 11. September doch immer nur um das eine geht: um Öl?!

11. September
Ein Blick fünf Jahre zurück. Online-Spezial mit Ihren Erinnerungen und aktuelle Berichte.