Dienstag, 24. April 2007

Politik und Terror - eine Verwandtschaft

In diesem Blog "Terror", Label "Terrorismus".

Es geht wieder um sie:

A

* Susanne Albrecht
* Brigitte Asdonk

B

* Andreas Baader
* Ingeborg Barz
* Verena Becker
* Henning Beer
* Wolfgang Beer
* Monika Berberich
* Peter-Jürgen Boock
...

S

* Angelika Speitel
* Ernst Volker Staub
* Sigrid Sternebeck
* Willi-Peter Stoll

T

* Lutz Taufer
* Johannes Thimme

V

* Inge Viett

W

* Christof Wackernagel
* Rolf Clemens Wagner
* Ulrich Wessel
* Stefan Wisniewski

Und im Wikipedia-Artikel über Siegfried Buback heißt es:

"Buback und Göbel starben noch am Tatort, Wurster erlag wenige Tage später seinen Verletzungen. Zu der Tat bekannte sich kurz darauf ein "Kommando Ulrike Meinhof" (Knut Folkerts, Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Günter Sonnenberg)."

Dem Generalbundesanwalt und sämtlichen Terroristen sind Artikel mit Lebensläufen gewidmet, dem "Personal", Wurster und Göbel und den anderen Personen-Kollateralschäden, natürlich nicht. Sage jeder, was er will, aber zumindest im Sinn des Herostratentums sind die Terroristen Berühmtheiten, und politische Größen sind sie auch. Welchem Gangster würde der SPIEGEL denn eine Titelgeschichte widmen? Damit aber bestätigt sich wieder einmal, dass die Politik auf Gewalt aufbaut, die gewalttätigen Gegner doch als einen Teil des Systems anerkennt, auch wenn sie das noch so sehr leugnet. Der politische Mord, wie idiotisch er auch sein mag, ist eine politische Tat.
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Nachtrag: Das Herostratentum, das sich als irre, verquere Ruhmsucht durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens zieht, durch Politik und Kunst vor allem. Und das Maß aller Dinge: die , ganz unspezifisch: Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit

Herostratos (altgriech.: Ἡρόστρατος, seltener Ἡροστράτης; lat. Herostratus, auch Herostrates) war ein antiker ionischer Hirte, der als Brandstifter Berühmtheit erlangte.

Montag, 23. April 2007

So funktioniert Aufklärung

Ich bekomme eine von diesen phantastischen Mails, die einen, zumindest im Hinblick auf Kauf und Geld, versprechen glücklich zu machen. TELEBID...

Dann schaue ich mal unter dem Stichwort "telebid erfahrungen" nach und finde das:

"... hab jetzt mal eine "Auktion" verfolgt - seit gestern abend. Die Details:

Artikel: zwei Tankgutscheine zu 50Euro -> Wert also exakt bestimmbar bei 100 Euro

Auktion läuft seit mindestens gestern abend - alle Minute oder kürzer wird der Preis um 10 cent erhöht. Zur Zeit liegt er bei 71,40. Als ich meine Beobachtung begonnen habe, lag der Preis bei 17 Euro. Das sind also 544 Gebote, für die Telebid jeweils 49 Cent verlangt. Sie haben also seit dem Beginn meiner Beobachtung schon über 270 Euro daran verdient. Da die Auktion sich immer verlängert (sie hat einen definierten Endpunkt morgen Vormittag), steigt der Gewinn weiter.
Gehen wir davon aus, daß die Auktion bei 10 Cent angefangen hat, und keiner mehr bietet wenn der Warenwert erreicht ist, also 100 Euro. Dann sind 999 Gebote a 49 Cent abgegeben worden - der Artikel hat Telebid also etwa 500 Euro eingebracht - bei Null Ersparnis für den Käufer.
Gehen wir davon aus, daß keiner mehr bietet, wenn das höchste Gebot bei 90 Euro liegt - das ist 10 Euro Ersparnis gegenüber dem Warenwert, was als plausibler Endpunkt des Interesses der Kunden liegt. Dann hat Telebid 450 Euro Erlös, der Kunde hat 10 Euro gespart - aber nur wenn er nicht mehrfach geboten hat. Zum dauernden Bieten fordert aber das blinkende "Jetzt bieten und gewinnen. Ende in wenigen Sekunden!" auf. Wer also 20 mal bietet, weil der den Artikel haben möchte, hat auch nichts mehr gespart.
Durch die "Verschleppung" des Auktionsendes (die man nicht überprüfen kann) ist das Ende einer Auktion völlig unberechenbar - und damit auch die Erfolgsaussicht eines Gebots. Wer dort mitbietet muß hirnamputiert sein!

FAZIT: Das ist übler Dummenfang!"

Ach ja, und das noch: Wenn TELEBID -- was keiner kontrollieren kann -- einen automatisierten Mitbieter eingebaut hat, dann erhöht der immer, bis der vorgegebene Wert erreicht ist. Da kann das Unternehmen dann sogar vorgeben, dass bei ca. jeder hundersten Auktion wirklich eine Laptop für 5 Euro vergeben wird. Um die Menschen bei Laune zu halten. Aber man spielt dann halt doch Lotto und glaubt, man würde einer Versteigerung folgen.

Sonntag, 22. April 2007

Rechtschreibreform - ad multos annos

Nicht so wichtig, ob ich hier als Kommentator willkommen bin. Die Sache versteht sich auch ohne den Kontext:

Von der Rechtschreibreform wird, in der Reihenfolge der Wichtigkeit, übrigbleiben [sic]:

-- Das Wissen darum, dass man nicht leichtfertig und mit allerhand Professorengelehrsamkeit in gewachsene kulturelle Regelhaftigkeiten eingreifen sollte.

-- Das "ss" nach kurzem Vokal und, aus Bequemlichkeit und weil der vernünftige Mensch ja auch mal Fünfe grad sein lassen kann, manches zur Großschreibung.

Nicht halten wird sich der Versuch, im Kommissionstran der durchdiskutierten Nächte eine neue Wortgruppenschreibung mit automatischer Aussprache-Veränderung à la "spazieren gehen" zu oktroyieren. Wer sollte sich an so einen Quatsch halten wollen?! Ach ja, und Schreibungen wie "aufwändig" für das Internet-Prekariat, als orthographische Gruppenkennzeichnung.

--

Im übrigen -- ach was! Im Übrigen verweise ich die nächste Reformergeneration auf den Kalauer von unten: "Was ist das Gegenteil von Reformhaus? - Reh hinterm Haus." Damit man schon mal sehen kann, was dabei heraus kommt -- ach was, herauskommt, wenn man gekonnt reformiert. Und darauf, dass jetzt alle SchülerInnen "vorrausschauend" schreiben. Hoch lebe die Reform!

Samstag, 21. April 2007

Administrator oder Demokrator?

Ein Samstag mit Zeit zu allem Möglichen, auch zu dem: Bei Google, unkonzentriert und noch ein wenig müde, eingeben:

ist es sinnvoll, im eingeschränkten modus zu surfen

Die Windows-Termini fallen mir am Samstag Morgen nicht ein.

Google-Wunder gibt es immer wieder. Ich komme auf eine Seite, in der jemand, nach ausführlichen Begründungen, so ungefähr sagt: Für den Privatnutzer, also außerhalb von Firmen mit IT-Spezialisten und Sachbearbeitern für die eigentliche Arbeit, ist die Aufteilung in Administrator und arbeitsames Fußvolk Quatsch. Ich bin geneigt, ihm heftig zuzustimmen. Denn mein Windows nervt mich langsam, weil es immer mehr auch das Normale verweigert. Wenn ich beispielsweise mit der rechten Maustaste auf "Suchen" gehen will, erscheint erst mal das:


Wenn ich zwei Mal ok drücke, dann erst darf ich suchen. (Abby FR 8 hatte ich mal als zeitlich eingeschränkten Versuch. Ich hab es dann gelöscht. Jetzt muss ich mich also auf die Suche begeben, so der Rest steckt, der das da verursacht.)

Ich gebe zu Protokoll: Heute werde ich, erst mal für 1 Woche, diesen Zugang mit Administratorenrechten ausstatten und mich zwingen, sorgfältig Backups anzulegen. Bericht folgt.

Freitag, 20. April 2007

Stretchlimousine

Bevor ich's vergesse. Der echte Witz. -- Gestern, so um 19 Uhr am Zirler Berg, oben. Zu sehen: Steht ein weißes Auto mit kaputtem, dampfspeigenden Kühler weit vorne rechts, am Straßenrand, während sich die Autoschlange hinter dem Bus die letzten Meter quält. Kommt man näher. Was ist es?

Eine weiße Stretchlimousine, um die der livrierte Chauffeur fassungslos herumgeht...

Man muss sich das also ungefähr so vorstellen:

Natürlich mit Rauch und Fahrer.

Kein Witz. Und doch ein Witz. Ein Witz in Echtzeit.

Demut

Meine Lieblingszeichnung von Sempé.


Ausschnitt:



Französischer Text:

" Je vous envie beaucoup. J'aurais tellement voulu faire comme vous, un livre. Avoir l'impression de sortir de la masse "

Freie Übersetzung:

"Wie ich Sie beneide! Wie gerne hätte ich, so wie Sie, ein Buch geschrieben. Dieses Gefühl zu haben, aus der Masse herauszuragen...!"

Montag, 16. April 2007

Liebesaus

Am Morgen, wieder an der Bushaltestelle: BILD verkündet, dass die Queen Angst gehabt habe, dass mit Kate, der Harry-Freundin, eine zweite Diana ins Haus steht. ("Nach dem Liebesaus mit seiner Kate" -- kann man denn so wirklich sagen, liebe BILD-Zeitung?)

Hätte die Queen nicht lieber argwöhnen sollen, dass da mit Harry ein zweiter Charles heranwächst?

Nightliner der Rechtschreibreform

Beschließen wir den Tag mit einem Blick auf die Rechtschreibreform, wie sie der STERN verwirklicht:

"Istanbul ist faßzinierend."

Sonntag, 15. April 2007

Messi

Viele der psychischen Leiden sind nicht hinreichend genau beschrieben, sagt H. Beispielsweise kenne man den Messi, aber man wisse nichts über die genauen Zusammenhänge. In welchem Umfang trägt die Gesellschaft zu der Vermüllung bei, wenn jeder Finanzberater endlose Verschickungsaktionen seiner Materialien macht. Und wie müsse man es denn anstellen, damit man die Nerven behält, wenn man Stapel von Papieren, die sich angehäuft haben, in irgendein System bringen soll.

Was soll ich ihr antworten?

Ich habe erst einmal mit einer Nachfrage geantwortet. Was macht sie -- ihrer Meinung nach -- falsch?

Hier die Antwort:

-- Ich produziere zu viele Ideen und gebe diesen Ideen auch Raum. Ich kann nicht anders.
-- Ich produziere zu viele Papiere oder lasse produzieren. Von meinen Schülern. Papierfluten, die ich nicht mehr bewältigen kann.
-- Ich kapituliere vor Papierbergen, die herumliegen. Sie führen dazu, dass ich glaube, mich übergeben zu müssen.

Ich antworte: Immerhin! Da haben wir doch schon einen Lösungsansatz. Und ich bitte um etwas Geduld.

Dann schicke ich ihm diesen Link.

Dienstag, 10. April 2007

Die schlechtesten Witze aller Zeiten

Alle folgenden Witze sind von SPIEGEL ONLINE. Diese Fassung hier hat den Vorteil, dass die Zwischentexte weggelassen sind:

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Was sitzt auf einem Baum und schreit "Aha"? - Ein Uhu mit Sprachfehler.

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Was sagt ein Krokodil, nachdem es einen Clown aufgefressen hat? - "Schmeckt irgendwie komisch."

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Geht ein Mann zur Bank und sagt: "Guten Tag, ich würde gern ein Gyros-Konto eröffnen." Antwortet das Fräulein am Schalter: "Tut mir leid, das ist bei uns nicht Ouzo."

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Mitten in der Nacht ruft der Arzt den Klempner wegen eines Wasserrohrbruchs an. Der Klempner weigert sich mit einem Verweis auf die Uhrzeit vorbeizukommen. Der Arzt entgegnet: "Aber wenn es Ihnen nachts schlecht geht, erwarten Sie von mir auch, dass ich Ihnen sofort helfe." Daraufhin gibt der Klempner nach und macht sich auf den Weg. Beim Arzt im Keller steht das Wasser schon einen halben Meter hoch. Der Klempner wirft zwei Dichtungsringe hinein und meint: "Wenn es bis morgen nicht besser wird, rufen Sie wieder an."

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Gerhard Polt: "Mir hamma heuer mal so a Weltreise g'macht. Aber i sog's Eahna glei, wie's is: Da fahr'ma nimma hin."



Wer jetzt nicht genug hat, muss auf der Originalseite abstimmen. URL ganz oben.

* Der mit Tubbs
"Wie heißt eigentlich Tubbs aus 'Miami Vice' mit Vornamen?" - "Corega!" - "Ah. Nord-Corega oder Süd-Corega?"

* Der mit den Jägern
Treffen sich zwei Jäger. - Beide tot.
[Inhaltlich doch sehr nah dran am besten Witz aller Zeiten.]

* Der mit dem Monolog
Zwei Männer sitzen im Theater, sagt der eine: "Pass auf, jetzt kommt gleich der große Monolog." Darauf der andere: "Oh, hoffentlich setzt er sich nicht vor mich."

* Der mit den grünen Streifen
Was ist rot mit zwei grünen Streifen und fährt rauf und runter? - Zwei Tomaten mit Hosenträgern im Fahrstuhl.

* Der mit dem Terroristen
Ein Terrorist kommt am Münchner Flughafen an. Der Zöllner bittet ihn, seine Koffer aufzumachen. Der von der langen Reise übermüdete Terrorist lässt sich beim Öffnen seiner Koffer viel Zeit. Der Zöllner wird ungeduldig und fragt: "Jo, wos is jetzat? Hamas?" Antwortet der Terrorist: "Nein, Dschihad." Meint der Zöllner: "Gesundheit."

* Der mit dem Brot
Kommt 'ne schwangere Frau zum Bäcker: "Ich bekomm' ein Graubrot." Antwortet der Bäcker: "Na, da wird sich Ihr Mann aber wundern."

* Der mit den Yetis
Treffen sich zwei Yetis. Sagt der eine: "Du gestern hab ich Reinhold Messner gesehen." Darauf der andere: "Was, gibt's den wirklich?"

* Der mit der Wurst

In der Metzgerei: "Ich hätte gern Leberwurst - von der groben, fetten." - "Tut mir leid, die hat heute Berufschule."

* Der mit den Models
Was essen Supermodels, wenn's mal schnell gehen muss? - Ein Laufsteak

* Der mit den Kühen
Treffen sich zwei Kühe. Sagt die eine: "Muh." Sagt die andere: "Dasselbe wollte ich auch grad sagen."

* Der mit den Feministinnen
Frühstücken zwei Feministinnen, sagt die eine zur anderen: "Gib mir mal die Salzstreuerin."

* Der mit dem Maulwurf
Was ist klein und schwarz und dreht sich schnell auf der Wiese? - Ein Maulwurf beim Hammerwerfen.

* Der mit dem Reformhaus
Was ist das Gegenteil von Reformhaus? - Reh hinterm Haus.

* Der mit den Tomaten
Verlangt ein Mann auf dem Wochenmarkt "Zwei Pfund Tomaten". Erwidert der Händler: "Das heißt jetzt Kilo." Staunt der Mann: "Ach was, nicht mehr Tomaten?"

* Der mit der Stochastik
"Kennst Du schon den neuesten Statistikerwitz?" - "Wahrscheinlich..."

Wo war'n wir grade stehengeblieben? Ach, so. Ja. Hier.

* Der mit dem Simulanten
* Der mit den U-Booten
* Der mit den Zapfsäulen
* Der mit den Fischen

* Der mit den österreichischen Fußballfans
"Zwei alte Österreicher unterhalten sich über Fußball: 'Wer spielt denn heute?' - 'Österreich-Ungarn.' - 'So? Und gegen wen?'"

* Ich fand sie eigentlich alle ganz gut.

Kreativbüro

Heute, am Dienstag nach Ostern, beginnt mein Projekt "Kreativbüro".

Es gibt natürlich jede Menge Vorabeiten. Eine dieser Vorarbeiten zeige ich hier. Zwei Bierdeckel, auf denen eine Idee Gestalt annimmt. Projektname: Der Geschichtspfad.




Näheres dazu -- hoffentlich -- später. Aber nur, wenn aus dieser Idee was geworden ist. Ob es gelingt, die Sache Realität werden zu lassen, muss sich erst noch zeigen. Aber so ist das ja immer mit Ideen ...

Montag, 9. April 2007

Schule der Rationalität

Mit der Frage "Was heißt eigentlich rational?" verhält es sich wie mit der Frage "Was heißt logisch?" und mit vielen anderen Fragen, die diese Struktur haben: Ein allgemein als positiv eingeschätztes Wort (eben: rational, logisch, Freiheit, Gerechtigkeit; usw.) wird gesetzt, und dann soll das Wort auf konkrete Fälle angewendet werden. Dabei kommen extrem viele Faktoren ins Spiel, einschließlich solcher, die wir, weil wir nicht weiter differenzieren können, als 'psychopolitische Emotionen' bezeichnen sollten. In der Argumentation wird dem, der nicht so empfindet wie der Urteilende selbst vorgeworfen: irrational, unlogisch zu sein oder zu argumentieren.

Wovon ist die Rede fragt eine Frau (oder ein Mann)?

Vorschlag: Lesen Sie mal mit kühlem, hochrationalen Herzen diese Einlassungen, und beobachten Sie anschließend, wie Ihre eigenen Emotionen wachsen. Befragen Sie sich jede Minute ein Mal: 'Woher kommen meine Emotionen, die sich gerade aufgebaut haben? Wohin würde ich bei konkreten Maßnahmen tendieren?'

Das ist dann aber nur der erste Schritt! Wohin? Zum Aufbau einer Schule der Rationalität.

Sonntag, 8. April 2007

Bushaltestelle

Die Speicherkarte der Kamera auf die Festplatte kopieren und dabei ein fast vergessenes Bild finden. Fotografiert an der Bushaltestelle. Das Mädchen von der C&A-Werbung. Dieser verführerische Blick! Man sollte diesen Blick, glaube ich, ohne den Preis für den BH überliefern.


Ein tiefer Ausschnitt. Sozusagen.

Montag, 26. März 2007

Karriere

Wohin man blickt: Karrieren!

"Mitscherlich fürchtete, es werde ihn seine Karriere kosten. Aber das wusste er zu vermeiden. Geschickt spielte er in den folgenden Jahren mit den Möglichkeiten, die er in Heidelberg hatte und die sich ihm in Frankfurt, zumal mit Blick auf Max Horkheimer eröffneten."

Quelle

Das deutsche Gedächtnis

Aly, Götz
Arendt, Hannah
Börne, Ludwig
Dehli, Martin
Filbinger, Hans
Friedländer, Saul
Glas, Uschi
Goethe, Johann Wolfgang
Goldhagen, Daniel
Grass, Günter
Habermas, Jürgen
Heine, Heinrich
Hirschfeld, Kurt
Hitler, Adolf
Jaspers, Karl
Jünger, Ernst
Kahler, Erich von
König, René
Marcuse, Herbert
Mitscherlich, Alexander
Niekisch, Ernst
Riefenstahl, Leni
Schiller, Friedrich
Schirrmacher, Frank
Schneider, Hans E.
Schwerte, Hans
Sontheimer, Kurt
Walser, Martin
Weizäcker, Viktor von
Wickert, Ulrich
Zilsel, Edgar

Wie mag diese List von Namen zustande gekommen sein?

Sonntag, 25. März 2007

Netzhass

Ist der Mensch gut?

Sprachkultur -- Woher kommt der Hass im Netz?
Das Internet könnte das Paradies sein, in dem Menschen klug und scharfsinnig debattieren. Stattdessen gehören Beleidigungen, Unterstellungen, Diffamierungen zum ganz normalen Umgangston. Der Stammtisch 2.0 unterliegt ganz eigenen Regeln.

Quelle: DIE WELT

Ach, und das Zitat auch noch:

"... Es war also, wie man so schön sagt, ein meinungsstarker Artikel. Das Echo ist bis heute nicht verhallt. „Prima Artikel“ lautete der erste Kommentar, doch dann nahm der Ton an Schärfe zu: Von einem „unter Drogeneinfluss stehendem Schreiberling“ war die Rede, der „sabbernd“ und kreischend“ „Müll“ und „Schwachsinn“ veröffentlicht. So klangen die Apple-Fans, die in ihrem Idol Steve Jobs einen Kämpfer für bedienerfreundliche Produkte (heißt wohl: für eine bessere Welt) sehen. Jobs Kritiker waren auch nicht zimperlich: Sie hätten genug von dem „Hast Du den Rülpser von Steve auch schon als Klingelton?-Gesabbel“, hieß es da."

Donnerstag, 22. März 2007

Löschdiskussion

Oder: Die Relevanz-Kriterien der Wikipedia

Bei Wikipedia gibt es ja rege Löschdiskussionen. Schon ein schönes Wort an sich - Löschdiskussion! Und oftmals mit mittlerem bis hohem Unterhaltungswert. Die folgenden beiden Kurzdiskussionen, die da untereinander stehen, sind beispielsweise bemerkenswert:

Faust des Nordwestens (bleibt)
Tracklist, darüber hinaus nichts, was nicht auch in Künstlerlemma steht. Siehe WP:MA. -- Polarlys 12:22, 11. Mär. 2007 (CET)

schließe mich an, bitte löschen. --Ricky59 16:22, 11. Mär. 2007 (CET)

Klemm mich heut abend nochmal dahinter, da geht bestimmt noch was. In diesem Zustand natürlich löschfähig. --Gripweed 00:30, 12. Mär. 2007 (CET)

Hoffe so ist das ganze erstmal behaltenswert.--Gripweed 21:02, 12. Mär. 2007 (CET)

im jetzigen Zustand - behalten --Minérve wie ein Licht in dunkler Nacht... 00:22, 14. Mär. 2007 (CET)

bleibt. --Elian Φ 00:25, 22. Mär. 2007 (CET)



Initiative für ein offenes arabisches Internet (gelöscht)
In der gescheiterten QS wurde die Relevanz bezweifelt. Auch für mich wird sie nicht deutlichKarsten11 12:36, 11. Mär. 2007 (CET)

Nicht löschen: Ich habe in er Süddeutschen Zeitung vor ein paar Tagen einen Artikel über diese Initiative gelesen. Wollte nachschauen. Der Artikel ist zu schmal, sollte meiner Meinung nach ausgebaut und mit anderen, die in die gleiche Richtung gehen -> Pressefreiheit verbunden werden. Dann hat er durchaus Berechtigung und Sinn. --Delabarquera 16:15, 11. Mär. 2007 (CET)

gelöscht, Werbung ohne Substanz. --Elian Φ 00:30, 22. Mär. 2007 (CET)

Schön auch der besondere administrative Zungenschlag, das Herrschaftlich-Knappe: "Bleibt." Oder: "Gelöscht" Und dazu noch das kraftvolle Verdikt eines Menschen, der offenbar an allem zweifelt, nur an sich selbst nicht: "Werbung ohne Substanz." Schön, oder? Doch, ja. Schon schön.

Aber ich -- ich will für das "Offene arabische Internet" wenigstens hier noch ein wenig Werbung machen. Und gleich nebenbei fragen, ob denn die "Lemmata" Amnesty International, Greenpeace und Transparency International weniger werblich formuliert sind. Wer mag, kann ja mal nachschaun.

===

Initiative für ein offenes arabisches Internet
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen. [Und inzwischen tatsächlich gelöscht. Siehe oben]

Begründung: In der gescheiterten QS wurde die Relevanz bezweifelt. Auch für mich wird sie nicht deutlich-- Karsten11 12:35, 11. Mär. 2007 (CET)

Die Initiative für ein offenes arabisches Internet ('Initiative For an Open Arab Internet') ist eine Initiative des "Arabic Network for Human Rights Information" mit Unterstützung vom "Norwegian Human Rights Fund".

Sie wendet sich gegen die Auffassung in vielen arabischen Ländern, dass die Meinungsfreiheit eine westliche, für den arabischen Raum nicht gültige Doktrin sei. Die 'Initiative' sieht im Internet ein wichtiges Mittel, um eine echte Meinungsfreiheit auch im arabischen Raum zu etablieren. Von der 'Initiative' wird darauf verwiesen, dass die Anzahl der Internet-Nutzer in den arabischen Ländern von 14 Millionen im Jahr 2004 auf 26 Millionen im Jahr 2006 gestiegen ist, was für die Zukunft eine breite Basis für offene Diskussionen erwarten lasse.

Weblinks

Ex-Jugoslawien

Jemand sagt, er wolle nach Slowenien fahren, und ich bemerke, dass ich die Staaten auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien nicht vor mir sehe. Beim Nachschauen, bei Wikipedia: Da gibt es eine Karte, die alles sinnfällig werden lässt, was in den vergangenen 20 Jahren auf dem Balkan so geschehen ist.

"Hätten Sie's gewusst?" Das war ja mal eine beliebte Frage in einem Quiz.



Die Animation funktioniert hier beim Schreiben jedenfalls nicht. Vielleicht muss man doch das Original haben? Dann einfach auf die Karte tippen ...

Nachtrag:
Und sie bewegt sich doch!

Mittwoch, 14. März 2007

Haizara-X: Furtw�ngler und Grass

http://haizara-x.blogspot.com/2006/08/grass-gnter.html

Fassbinder: Eine analytische Beurteilung

Das ist ein Ausschnitt aus einer Anzeige in der heutigen Süddeutschen.

Bei dieser Gelegenheit doch einmal die Frage: Fassbinder -- ist er ein großer deutscher Regisseur? Für manche wird die Frage ungefähr den selben Sinn haben wie die, ob Goethe ein großer deutscher Dichter ist.

Von einer Warte aber, die nicht die Tradition des Antwortens als alleinigen Maßstab nimmt, muss man die Frage in zwei Fragen aufteilen:

a) Ist F. in den Augen der Meinungsträger und des Feuilletons und des dann angeschlossenen kunstsinnigen Publikums ein großer Regisseur? Antwort, trivial: Ja, natürlich.

b) Ist F., ohne die traditionellen Festschreibungen und Feuilletonstein gewordenen Sicherheiten besehen, ein großer Regisseur? Antwort: Nein. Hinzugefügt werden muss dann: Aber er hatte etwas, das nennen wir mal GLÜMA (Glück+Charisma), das ihn in den Augen der Filmwelt zu einen großen Regisseur werden ließ. Und die GLÜMA ist immer entscheidend. Ohne GLÜMA ist F. ein rauschgiftsüchtiger Hallodri, ewig pickeliger Pubertierender, ein moderat Durchgeknallter, der auch schon mal, weil noch betrunken, nicht am Set erschien, worauf die Crew alleine drehte, worauf er das Produkt des Tages am Ende absegnete und verwendete. So konnte man es jüngst lesen, in einem Bericht von Menschen, die dabei gewesen sind. F., dessen leibeigene Schauspieler des Beginns wie der Meister selbst notorisch laienhaft agierten, mit staksigem Gehen und hölzern gesprochen Dialogen, und die das Hölzerne dann GLÜMATISCH zu einem Markenzeichen ausbauten. F., der auch schon mal einen Film vollkommen unterbelichtet abgab, was ihm von der da schon festgelegten Kritik nicht gleich, aber wenig später als Stilwille nachgesehen wurde. GLÜMA also überall und aufs Ganze gesehen.

Wenn man die Beurteilungen von Künstlern kühl und analytisch sieht, sollte diese Differenzierung in zwei Sichtweisen das Muster abgeben.

Ein Schuh wird draus, wenn man die Gesellschaft als Individuum nimmt, das seine Borderline-Symptome in konkrete Personen, Zellen aus ihrem Körper, projiziert, um auf diese Weise halbwegs normal weiterleben zu können. So gesehen ist die Frage, ob F. ein großer Regisseur ist, noch einmal anders zu verstehen. Er wurde als eine Art OpferlammSündenbock eingesetzt und ist als solcher anerkannt von denen, die ihre Neurosen mit ihre guten und normalen Karriere vereinbaren wollen.