Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. September 2022

Putin und die atomare Drohung

Im Internet gelesen: -- Die atomare Drohung hängt von einer Sache ab, die vorab entschieden werden muss und die kaum jemand ins Zentrum stellt: Handelt Putin jetzt und in Zukunft rational? Wenn er, worauf ja einiges hindeutet, gefangen in einem irrationalen Weltbild irrational handelt, was sollte ihn daran hindern, am Ende einen Atomkrieg ins Auge zu fassen? Die Mittel hat er. Nein, das Folgende ist eine Analogie, kein Vergleich. Das ist ein Unterschied! (Wer den Unterschied zwischen Analogie und Vergleich nicht kennt, muss sich informieren). Also -- hätte Adolf Hitler, wenn er Ende 1944 Atomwaffen gehabt hätte, gezögert, diese auch einzusetzen? Natürlich hätte er nicht gezögert. War Hitler verrückt? Nein. War er, gefangen in seinen Ideen, irrational? Natürlich. Frage also: Handelt Putin jetzt schon irrational, ja oder nein? Wird er irrational handeln, wenn er in der Ukraine nicht siegt? Ja oder Nein?

Freitag, 24. Juni 2022

»Sollen die Ukrainer die russischen Panzer umarmen?«

Emotionale Kriegsdebatte bei der Linken. »Sollen die Ukrainer die russischen Panzer umarmen?« »Frieden kommt nicht, wenn man die Leute sterben lässt«: Mit einer Wutrede hat Sofia Fellinger die Delegierten auf dem Linken-Parteitag aufgeschreckt. Hier legt die aus der Ukraine stammende  Nachwuchspolitikerin nach. -- Ein Interview von Timo Lehmann und Marc Röhlig, Erfurt -- DER SPIEGEL 24.06.2022

--

Mein Forumsbeitrag, den der SPIEGEL diesmal bringt:

Wenn doch endlich einmal die wichtigsten Punkte gelistet und miteinander in Beziehung gesetzt würden! Es sind ja nicht so viele.

1. Russland überfällt die Ukraine (Mit Argumenten, die in Russland offenbar viele, im Westen extrem wenige Menschen anerkennen. Ich kenne aber immer persönlich schon mal zwei, die das tun.)

2. Es kommt zu Sanktionen, die den Westen via Gegensanktionen wahrscheinlich mehr schaden als den Russen.

3. Putin droht mit einer Ausweitung des Kriegs bis zum Atom-Schlag bei weiterer "Einmischung" des Westens. Die Gefahr des Aufschaukelns dieses Konflikts ist sehr groß.

So, und was nützen in dieser Situation markige Worte? Sie nützen gar nichts. Das unter 3. Gesagte zeigt das Damoklesschwert, das über uns allen schwebt.


 

Donnerstag, 19. Mai 2022

Putin: Die Macht und wahrscheinlich auch sein Leben

US-Krisenforscher über den Ukrainekrieg. »Putin geht davon aus, dass er bei einer Niederlage sein Leben verliert«. -- Der Kremlchef kenne keine Hemmungen und könnte auch Atomwaffen einsetzen, sagt Harvard-Politologe Graham Allison. Wie man das Morden in der Ukraine stoppt? Indem man Putin ein Angebot mache. -- Ein Interview von Bernhard Zand, New York. 19.05.2022 (spiegel.de)

--

Mein SPIEGEL-Kommentar, bislang nicht gebracht:

Der klügste. weiterführendste Artikel, den ich bislang in Sachen Ukraine-Invasion gelesen habe!

"Ich glaube, er geht zu Recht davon aus, dass er im Fall einer eindeutigen Niederlage die Macht und wahrscheinlich auch sein Leben verlieren wird – ähnlich wie Zar Nikolaus II. im Jahr 1918."

Ich werde ihn heute Abend noch einmal lesen. Eine Idee, die ich hier noch vermisse -- aber man kann in so einem Interview natürlich auch nicht auf alles zu sprechen kommen: Das westlich-aufgeklärte Denken muss neu belebt werden, es müssen die Menschenrechte im westlichen Sinn als attraktiv herausgestellt werden. Und das in einer Zeit, in der in diesem Westen lebhaft diskutiert wird, ob Halbdiktaturen vom Schlage Chinas nicht doch viele Vorteile haben.

Donnerstag, 28. April 2022

Nolan's "James Bond chases Vladimir Puntin"?

The following news has been leaked to this blog: 

The director Christopher Nolan and his company Syncopy Films have applied for the rights to a script "James Bond chases Vladimir Puntin". Nolan reportedly wants to react to the Russian aggression in Ukraine in a fast-paced production.

--

В этот блог просочилось следующее сообщение: 

Режиссер Кристофер Нолан и его компания Syncopy Films подали заявку на получение прав на сценарий "Джеймс Бонд преследует Владимира Пунтина". Как сообщается, Нолан хочет отреагировать на российскую агрессию в Украине в быстром темпе.

--

本ブログに以下のようなニュースがリークされています。

クリストファー・ノーラン監督と彼の会社シンコピー・フィルムズは、「ジェームズ・ボンドがウラジミール・プンティンを追う」という脚本の権利を申請しています。ノーラン監督は、ウクライナにおけるロシアの侵略に、テンポの良い演出で対応したいと考えていると伝えられています。

Donnerstag, 24. März 2022

Legasthenie, Dyskalkulie usw.

--

... Im übrigen habe ich, das will ich zugeben, ein grundsätzliches Problem mit der staatlichen Anerkennung von systematischen Schwächen auf der Stufe "krankheitswertig-verzeihlich". Von einem egalitären Standpunkt aus betrachtet müssten wir ja alle "Schwächen" mit einem solchen Siegel versehen. Warum nur Legasthenie und Dyskalkulie? Es werden sich doch auch ein paar gelehrt klingende Termini kreieren lassen für die Unsportlichen, die, die keine Fremdsprachen lernen können, für die, die in Chemie und Physik arm dran sind. Und so weiter. Hilft es den Betreffenden, wenn man ihnen eine Schwäche großherzig als krankheitswertig attestiert?

--

Mittwoch, 9. März 2022

Auch so eine Prophetie: Russland - Ukraine

  • Netflix: Designated Survivor. Staffel 2: Folge 1 "Ein Jahr", 11:05 "... denn Russland wird das als Vorwand benutzen, um die Ukraine anzugreifen."
  • Der schwarze Reverend, der gegen einen Abbau und auch gegen die Versetzung eines Rassisten-Generals ist. Mit der Begründung, die ich auch immer nenne. (An den Sockel ein Code, mit dem man die Hintergründe dieses Lebens abrufen kann.) Staffel 2: Folge 3. "Ausbruch". 19:00

Samstag, 5. März 2022

Bei den sogenannten Antiimperialisten

 Und noch, bevor ich vom SPIEGEL Abschied nehme, ein nicht-gebrachter Kommentar:

--

"Ja, bei den sogenannten Antiimperialisten gibt es immer noch die Wahrnehmung, dass Russland keine Imperialmacht ist."

Wenn Muslime im Innersten gegen die USA und gegen den dekadenten Westen mit seinen Schwulen und Frauenrechten sind, glauben sie am Ende, Putin sei strenggläubiger Moslem und ihr Bruder. So funktioniert es eben, das einfache menschliche Gehirn.

Ach, und nebenbei, liebe junge SPIEGEL-Redakteure: "Er hat an der University of Sydney dissertiert." Er hat da promoviert, nicht "dissertiert". (zu spiegel.de)

--

"Bürger vor Lügen schützen"

Mein Kommentar am Morgen, beim SPIEGEL, nicht gebracht.

--

Es ist eine unbegreifliche Zeit, in der wir leben. Wenn es je um die "Umwertung aller Werte" gegangen ist, dann heute. Im Herumlesen stoße ich auf das:

"Alexander Geljewitsch Dugin hasst Amerika, den Westen, die moderne Welt, die für ihn immer mehr in Nihilismus und Dekadenz versinkt. Der 60-jährige Philosoph und Politologe träumt von einem wiedererstarkten Russland, das dem Siegeszug westlicher Werte Einhalt gebieten soll. Er beruft sich gern auf Martin Heidegger." (hoheluft-magazin.de)

Und in der FAZ:

"Der Duma-Vorsitzende, Wjatscheslaw Wolodin, sagte nun, das neue Gesetz sei nötig, damit die Bürger „objektive Informationen“ erhielten, und, um sie „vor Lügen zu schützen“, die vor allem über aus dem Ausland kontrollierte „Informationsressourcen“ verbreitet würden. Zu den in den vergangenen Tagen in Russland blockierten Websites kam am Freitag die  sozialen Netzwerke Facebook und Twitter hinzu. Zuvor waren bereits die Angebote der Deutschen Welle, der BBC, des russischen Diensts von Voice of America sowie des exilrussischen Newsportals Medusa gesperrt worden. Es entstand, nachdem die einst führende unabhängige russische Nachrichtenagentur Lenta.ru in der Anfangsphase des Ukrainekonflikts „auf Linie gebracht“ wurde. Die Machthaber gehen auch gegen immer mehr Anbieter von VPN vor, mit deren Diensten gesperrte Websites über „Umwege“ über ein Drittland erreichbar sind."

Ich sage es hin und wieder: Mit einem guten Glas Rotwein und einem guten Buch sich vor den Kamin setzen und alles vergessen, wird zur besten aller praktischen Möglichkeiten.

--

Samstag, 26. Februar 2022

SPIEGEL – Berechnungen

Hier werden Vergleiche gezogen, die nicht hinken, sondern einbeinig sind.

Israel ist eine hoch gerüstete Regionalmacht, berechenbar, sich selbst im Zweifelsfall mit allen Mitteln schützend. 

Russland ist eine Großmacht, in Person von Putin unberechenbar und bei Ausweitung des Konflikts droht ein Atomkrieg. Im zweiten Fall soll man nicht klug herum reden und Kräftspielchen durchspielen, sondern überlegen, wie trotz allem ein Gespräch mit Russland zustande kommen kann. Der andere Weg wäre mindestens die Zerstörung Europas. 

Schlussbemerkung: Was mir immer noch fehlt, ist eine Einschätzung der internen Kräfteverhältnisse in Russland. Am Ende immer die Frage: Besteht eine reale Chance, Putin zu stürzen, auch wenn Nawalny im Gefängnis sitzt. Oder stehen zwei Drittel der Russen bedingungslos hinter Putin?

-- 

Russland ist eine Militärmacht mit Atombomben, aber ein ökonomischer Zwerg, und erfüllt damit die Kriterien für eine Großmacht nicht. Ein Wettrüsten könnte es sich nicht leisten und wäre dabei noch schneller abgeschlagen als seinerzeit die Sowjetunion. 

--

a) Ich glaube, dass die Russen immer noch -- im Zweifelsfall: verordnet -- leidensfähiger sind als "der Westen".  Es wird ihnen unter Putin auch nichts anderes übrigbleiben. b) Wie sehr wir, der Westen, unter den Auswirkungen der eigenen und der russischen Sanktionen zu leiden bereit sind, wird sich noch weisen müssen. Die Corona-Wimmerer werden, glaube ich, schnell umschulen. c) Bei sämtlichen Kräftespielen sehe ich immer noch die Gefahr der Eskalation. Ein Putin mit dem Rücken zur Wand, was wird er tun? Klein beigeben? Wirklich?

Donnerstag, 13. Januar 2022

SPIEGEL-Kommentar, nicht gebracht Aktivisten

Irgendwie geht die Sache seit ungefähr 10 Jahren doch so: Man nennt sich Aktivist oder lässt sich so nennen (kein geschützter Titel, kann jeder sein) und macht irgendwas mit Medien oder Kunst. Und dann, glauben die Betreffenden, haben sie Narrenfreiheit. Von wegen der Freiheit der Kunst. Ich warte auf den Tag, an dem derartige Aktivisten ein Haus anzünden und das zum Kunstwerk erklären.

--

Leicht in der Formulierung geändert, noch ein Anlauf.

--

2. und letzter Versuch:

Irgendwie geht die Sache seit ungefähr 10 Jahren doch so: Man nennt sich Aktivist oder lässt sich so nennen (kein geschützter Titel; Aktivist kann jeder sein, der sein zentrales Anliegen gern und oft in die Welt schreit) und macht irgendwas mit Medien oder Kunst. Und dann, glauben die Aktivisten, haben sie Narrenfreiheit. Von wegen der Freiheit der Kunst. Ich warte auf den Tag, an dem derartige Aktivisten ein Haus anzünden und das zum Kunstwerk erklären.

--

Mittwoch, 12. Januar 2022

SPIEGEL-Kommentar, nicht gebracht

 "Nach vier Nächten im Park Hotel in der australischen Stadt Melbourne spazierte die Nummer eins der Tennisweltrangliste am Montag aus dem Abschiebehotel als freier Mann. Mehr als 30 Asylbewerber und Flüchtlinge warten noch immer darauf, es ihm gleichtun zu dürfen. Manche von ihnen seit mehr als einem Jahr."

--

Da sind wir mal wieder. Schick! Das Vergleichen des nicht Vergleichbaren, das aber doch einen gewissen Kick bei den Lesern hervorruft. Jedenfalls hervorrufen soll. Dabei sagt niemand, kein einziger SPIEGEL-Journalist, was denn gemacht wird, wenn alle, die nach Australien oder Europa kommen wollen, auch tatsächlich kommen und "hereingelassen werden". Man fühlt sich als SPIEGEL-Journalist offenbar einfach gut, wenn man mal so vor sich hin fordert. Man hat ja schließlich keine politische Verantwortung.

Freitag, 17. Dezember 2021

Was aus den Guten in Afrika wird ...

Aus der New York Times, die man günstig und gut in ihrer Online-Ausgabe abonnieren kann. Es zeigt sich, dass Außen- und Friedenspolitik dort, wo Autokraten und Diktatoren am Werk sind, immer extrem schwierig ist. In diesen Bereichen der Welt gibt es keine Friedensengel, denn jeder "gute" Politiker würde sofort von einem machtbewussten, aggressiven Politiker weggeputscht. Und dann: Äthiopien ist soweit von europäischen Interessen weg, dass nur die Profi-Diplomaten und die Politikwissenschaftler da überhaupt noch hinschauen. 

--

Abiy insists that war was foisted upon him. But new evidence shows he was planning a military campaign for months before the first shot was fired. Analysts say that Abiy’s journey from peacemaker to battlefield commander is a cautionary tale of how the West, desperate to find a new hero in Africa, got this leader spectacularly wrong.

Analysis: “The West needs to make up for its mistakes in Ethiopia,” said Alex Rondos, formerly the E.U.’s top diplomat in the Horn of Africa. “It misjudged Abiy. It empowered Isaias. Now the issue is whether a country of 110 million people can be prevented from unraveling.”

--

Abiy vertritt die Auffassung, dass ihm der Krieg aufgezwungen wurde. Neue Beweise zeigen aber, dass er bereits Monate, bevor der erste Schuss abgegeben wurde, eine Militäraktion plante. Analysten zufolge ist Abiys Weg vom Friedensstifter zum Befehlshaber auf dem Schlachtfeld ein abschreckendes Beispiel dafür, wie der Westen, der verzweifelt nach einem neuen Helden in Afrika suchte, einen Führer auf spektakuläre Weise falsch einschätzte.

Analyse: "Der Westen muss seine Fehler in Äthiopien wiedergutmachen", sagt Alex Rondos, ehemaliger EU-Spitzendiplomat am Horn von Afrika. "Er hat Abiy falsch eingeschätzt. Er hat Isaias unterstützt. Jetzt ist die Frage, ob verhindert werden kann, dass ein Land mit 110 Millionen Einwohnern einfach zerfällt."

Sonntag, 12. Dezember 2021

Den Arbeitern von Nord Stream 2 gewidmet!

Ein Kommentar in der FAZ:

------- 

"Differenzen gibt es dagegen unter anderem bei Nord Stream 2."

Hat irgend jemand schon einmal diese Überlegung gelesen?

---

Nord Stream 2 wurde beschlossen und gebaut. Da haben Menschen, Ingenieure, vor allem aber Arbeiter, tausende von Stunden geschuftet. Dieses "Menschenmaterial" zählt im politischen Spiel offenbar nichts, aber auch gar nichts! Ich wäre dafür, die Politiker, die beschließen, was dann später zum leichten politischen Spielball wird, mit ihrem Privatvermögen haften zu lassen. Und dann den Arbeitern, wenn das Bauwerk politisch geopfert wird, einige Boni auszubezahlen, die den Politikern genommen worden sind.

---

"Wer baute das siebentorige Theben?

In den Büchern stehen die Namen von Königen.

Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?"

---

Wir aktualisieren:

---

"Wer baute Nord Stream 2?

In den Zeitungen stehen die Namen von Politikern.

Haben die Politiker die Rohre verlegt?"

-------

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Politik und Drama 2: Sebastian Kurz

Diese Geschichte gehört wohl eindeutig in den Bereich der Tragikkomödie. Dass, wie ich heute lese, der begabte Mr. Kurz sich ganz und gar aus der Politik zurückziehen will, erstaunt mich. Ich spüre ein leises Bedauern, trotz allem ... (Dieses "trotz allem" lasse ich mit Echo stehen.) Ich habe diesen so ernsthaft auftretenden Bubi-Politiker immer irgendwie gemocht. Kann ich nichts machen. 

Und auch das Menschliche fehlt nicht:

--

Eine entscheidende Rolle für seinen Rückzug aus der österreichischen Spitzenpolitik hat laut eigener Aussage die Geburt seines Sohnes am vergangenen Wochenende gespielt. „So ein Baby kann man stundenlang anschauen und ist froh und glücklich darüber“, sagte Kurz auf der Pressekonferenz. Er habe dabei gemerkt, „wie viel schönes und wichtiges es auch außerhalb der Politik gibt“. (faz.net)

--

"... wie viel Schönes und Wichtiges", sollte es heißen, liebe FAZ. Aber sei's drum.

In dem Bericht folgt nun freilich auch der Satz: "Er freue sich auf den Tag, an dem er vor Gericht beweisen könne, dass die Vorwürfe falsch seien."

Ich nehme an, wenn "seine Freunde" oder gar "das Land" Kurz in drei Jahren, nach der Baby-Pause, in der ganzen Verzweiflung, dass keiner so gut war wie er, um eine Rückkehr bitten, nun ja, dass der Sebastian sich dieser Bitte auf Dauer nicht wird entziehen können.

Politik und Drama 1: Sergei Kirow

Die Welt der Politik ist die Welt der Theaterstücke, mal aus dem Bereich Komödie, mal aus dem der Tragödie. Hier ein Beispiel, das ich zufällig in der WELT finde, natürlich Bereich Tragödie:

-- 

Manchmal kann ein Wahlerfolg schlimme Folgen für den Sieger haben. Ein berühmtes Beispiel liefert der Triumph von Sergei Kirow (1886–1934) auf dem XVII. Parteitag der KPdSU im Januar/Februar 1934. Bei den geheimen Wahlen zum Zentralkomitee erhielt er ganze drei Gegenstimmen, der fast allmächtige Generalsekretär Josef Stalin dagegen 270. Damit war klar, wem die Sympathie der Partei gehörte und dass sein Freund „Kiritsch“ zu einem ernsthaften Rivalen für den Partei-Chef und faktischen Diktator der Sowjetunion aufgestiegen war. 

Nicht wenige aus dem Führungskreis der Partei erinnerten sich daran, als am 1. Dezember 1934 die Nachricht von der Ermordung Kirows bekannt wurde. Am späten Nachmittag hatte der mächtige Parteichef von Leningrad (heute St. Petersburg) seinen Amtssitz betreten. Vor seinem Dienstzimmer kam ihm ein junger Mann entgegen, der zunächst auswich, ihm dann aber folgte. Plötzlich zog er einen Revolver aus der Tasche und schoss Kirow in den Hinterkopf. Der starb an Ort und Stelle. Der Attentäter wurde festgenommen. (welt.de)

--

Freitag, 2. Oktober 2020

Der präsidentielle Wahlkampf in den USA

Wie wird das wohl ausgehen?! Hickhack mit Erklärungen und Entschuldigungen anschließend 

New York (CNN Business)"Saturday Night Live" has found its Joe Biden. Jim Carrey will play the Democratic nominee and former vice president on this season of "SNL," NBC announced Wednesday. The variety series will return just in time to mock the 2020 presidential election when it debuts on October 3. The series will premiere with five consecutive episodes leading up to the election on November 3. Carrey is a surprising choice to play Biden considering that he's not a part of the cast and that former cast member Jason Sudeikis is known for playing Biden. However, "SNL" has been bringing outside talent to play characters more and more over the last four years. This includes Robert de Niro as Robert Mueller, Brad Pitt as Dr. Anthony Fauci and, of course, Alec Baldwin as President Donald Trump. 

 --  

Ein weiterer Verbündeter von Trump, Lindsey Graham, fordert auf Twitter ebenfalls von dem US-Präsidenten, dass er klarstellen soll, dass es sich bei den „Proud Boys“ um eine „rassistische Vereinigung“ handle. Trump hat sich mittlerweile in Schadensbegrenzung versucht. „Ich weiß nicht, wer die Proud Boys sind“, sagte Trump am Mittwoch im Garten des Weißen Hauses. „Wer auch immer sie sind, sie müssen sich zurückhalten und die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit machen lassen.“ 

Der Name der Proud Boys war bei der Debatte zunächst von Biden eingeworfen worden, Trump griff ihn auf. In der Frage des Moderators war es allgemein darum gegangen, ob Trump bereit wäre, explizit Gruppen und Milizen aus dem „White Supremacy“-Spektrum zu verurteilen, zu deren Ansichten die Überlegenheit der Weißen gehört. (handelsblatt.com)

Donnerstag, 24. September 2020

Die Visegrád-Länder und der "EU-Migrationspakt"

Ein Kommentar in der ZEIT, der vielleicht -- wieder einmal -- nicht gebracht wird. Mal sehen. 
 -- 

"Visegrád-Länder lehnen EU-Migrationspakt ab" 

1. Hier liegt, ganz formal, ein seltsamer Denkfehler vor! Wenn EU-Beschlüsse auf Einstimmigkeit angelegt sind, dann lehnen diese Länder nicht einen Migrationspakt der EU ab, sondern dieser Pakt ist, da sie ja dagegen sind, erst gar nicht zustande gekommen. Wenn man das nicht so haben will, muss man zunächst die EU-Beschlussgrundlagen ändern. Was, wie man ganz woanders, nämlich beim Brexit, sehen kann, kein einfacher Prozess ist. 

 2. Was ist eigentlich so falsch an dem Gedankengang, dass man das Hereinkommen in die EU an deren Außengrenzen regelt? Das ist doch das vollkommen normale Procedere: Ich möchte in ein fremdes Gebiet und werde an der Grenze kontrolliert und reingelassen. Oder, wenn ich Visa-Bedingungen u. ä. nicht korrekt erledigt habe, eben auch nicht. Nur weil es die EU nicht hinkriegt, ihre eigenen Schengen-Beschlüsse auch um- und durchzusetzen, sollen die einfach nicht gelten? 

3. Warum spricht jenseits der inzwischen leeren Allerweltsfloskel "die Fluchtursachen bekämpfen" kaum jemand davon, dass sich in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, etwas ändern muss und dass da ernst gemacht werden muss. Wenn ein Regime korrupt ist - Wir haben den Korruptionsindex von Transparency International! -, wenn eine Regierung ganz allgemein ihren Bürgern kein lebenswertes Leben ermöglicht, ja dann muss man halt ernst machen und nicht herumeiern wie einst bei Gaddafi, als der noch fest im Sattel saß. 

--

Montag, 27. Juli 2020

Donald Trump mit (!) Menstruationsblut

Fund:

--

Politisches posten die Media-Partisans-Seiten fast nie - obwohl Schilling weiß, dass sich etwa mit Themen zur Flüchtlingskrise viel Aufmerksamkeit erregen ließe. "Einige Wettbewerber haben in den Social-Media-Charts sehr aufgeholt, nur weil sie auf dieser Welle geritten sind", sagt er. "Was wir definitiv nicht machen, ist irgendwelche Flüchtlingshetze den Klicks zuliebe."

Mitunter überrascht es, welche Großthemen etwa "Heftig" auslässt. Wer "Donald Trump" ins Suchfeld der Website eingibt, bekommt nur zwei Ergebnisse. Eins davon: "Künstlerin malt Donald Trump aus Menstruationsblut." (spiegel.de)

--

Wie lässt sich Aufmerksamkeit ziehen? Man muss eben nur mal draufkommen!

Freitag, 8. Mai 2020

Die Wahrnehmung des Symbolischen ...

Ein ZEIT-Kommentar, aus der Laune heraus.

--

In diesen Corona-Zeiten dreht die Wahrnehmung des Symbolischen im Verbund mit dem eigenen politischen Denken schon mal durch. 

Dies vorausgeschickt:

Ein Thüringer MP mit rot-grünem Banditen-Halstuch, behandschuhter Hand und statt Colt einen Spargel, der ja nun nur als Symbol für ... gesehen werden kann! Was aber besagt die hellblaue Krawatte?!

Ach, ich lass es lieber. Ich schreibe mich sonst um Kopf und Kragen.

--

Samstag, 28. März 2020

AfD / "kognitive Fähigkeiten"

Mal wieder ein längerer Kommentar von mir in der ZEIT. Artikel:

AfD. "Leute mit unterdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten". Der emeritierte Hamburger Wirtschaftsprofessor Jörn Kruse war Gründungsmitglied der AfD. Er zweifelt an der Auflösung des rechtsradikalen Flügels um Björn Höcke. Interview: Frank Drieschner, Hamburg 27. März 2020.

--

Oben unter #1 tobt gleich der Kampf um "Rechtsradikales hätte man gleich zu Beginn, der AfD-Gründung, voraussehen müssen" / "hat man ... nicht voraussehen können".

Ausnahmsweise erscheint mir diese Causa AfD relativ durchsichtig und klar zu gliedern:

1. Gründung / Lucke etc.: Gegen Euro und Euro-Ausgleichszahlungen, gemäßigte Kritik Zuwanderung

2. Feindliche Übernahme Frauke Petry: Zuwanderung extremer kritisiert, Richtung Kulturkampf, Euro im Hintergrund

3. Resignation Petry, Übernahme  Gauland / Weidel / Höcke: Rechtsextremisierung, Kulturkampf Islam, Verharmlosung bzw. lose Anknüpfung NS-Zeit, in Teilen antisemitisch / judenfeindlich; repräsentative Demokratie wird als System infrage gestellt.

1. ist auf keinen Fall 3. und nur Oberschlaue haben unter 1. schon 3. gesehen. (Gesehen hat es natürlich die unklar definierte "linke Truppe", die hinter allem, was nicht in ihrem Sinn links ist, schon das Rechtsradikale sieht.)

Unterm Strich: Politisch anders Empfindende für geistig minderbemittelt zu erklären, ist zwar ein sehr beliebtes Mittel der politischen Polemik, es hilft aber im Verstehen und Einordnen der Probleme nicht die Bohne. Wenn Politik wissenschaftlich gesehen und erklärt werden soll, ist es am besten, die Akteure wie Schachfiguren in einem komplexen Spiel zu analysieren. Nach welchen Regeln agieren sie? -- Diese analytische Sicht können die wenigsten einnehmen. Warum nicht? Weil sie selbst Figuren im Spiel sind und sich mental davon nicht abkoppeln können.

--