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Sonntag, 8. Mai 2022

"Einzelding und logisches Subjekt" -- FEHLER

Ich besitze dieses Büchlein seit langem und habe es vor vielen Jahren gelesen. Für den Inhalt würde ich immer vier Sterne vergeben. Der eine fehlende Stern geht auf philosophische Interna zurück.

Jetzt, auf einer längeren Reise, wollte ich nachschauen, ob es dieses Reclam-Heft oder eine englische Ausgabe auch als E-Book gibt, und da habe ich gestaunt, erst mal über den Preis. Ein Reclam-Heft für ... ?

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Einzelding und logisches Subjekt (Reclams Universal-Bibliothek) Taschenbuch – 1. Januar 1995. -- von Peter F Strawson (Autor) ... Taschenbuch 67,18 € 5 Gebraucht ab 55,55 €.

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Dann über den - angeblichen - Inhalt:

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Eine repräsentative Auswahl von 852 Dreizeilern der klassischen japanischen Lyrikgattung, in einer bewährten, eng den Originalen folgenden Übersetzung. Vertreten sind die bedeutendsten Dichter Japans (und viele andere); inhaltlich gliedert sich der Band in die Themen: Neujahr, Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

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Da frage ich mich: Wer ist für diese Preisangabe und für diese Hinweis zum Inhalt eigentlich verantwortlich, der Verlag oder Amazon? Wer auch immer -- sowas sollte nicht passieren! Das sollte auch noch dem Website-Angestellten auffallen, der die Dinge auf den Server hochlädt.

Samstag, 5. März 2022

"Bürger vor Lügen schützen"

Mein Kommentar am Morgen, beim SPIEGEL, nicht gebracht.

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Es ist eine unbegreifliche Zeit, in der wir leben. Wenn es je um die "Umwertung aller Werte" gegangen ist, dann heute. Im Herumlesen stoße ich auf das:

"Alexander Geljewitsch Dugin hasst Amerika, den Westen, die moderne Welt, die für ihn immer mehr in Nihilismus und Dekadenz versinkt. Der 60-jährige Philosoph und Politologe träumt von einem wiedererstarkten Russland, das dem Siegeszug westlicher Werte Einhalt gebieten soll. Er beruft sich gern auf Martin Heidegger." (hoheluft-magazin.de)

Und in der FAZ:

"Der Duma-Vorsitzende, Wjatscheslaw Wolodin, sagte nun, das neue Gesetz sei nötig, damit die Bürger „objektive Informationen“ erhielten, und, um sie „vor Lügen zu schützen“, die vor allem über aus dem Ausland kontrollierte „Informationsressourcen“ verbreitet würden. Zu den in den vergangenen Tagen in Russland blockierten Websites kam am Freitag die  sozialen Netzwerke Facebook und Twitter hinzu. Zuvor waren bereits die Angebote der Deutschen Welle, der BBC, des russischen Diensts von Voice of America sowie des exilrussischen Newsportals Medusa gesperrt worden. Es entstand, nachdem die einst führende unabhängige russische Nachrichtenagentur Lenta.ru in der Anfangsphase des Ukrainekonflikts „auf Linie gebracht“ wurde. Die Machthaber gehen auch gegen immer mehr Anbieter von VPN vor, mit deren Diensten gesperrte Websites über „Umwege“ über ein Drittland erreichbar sind."

Ich sage es hin und wieder: Mit einem guten Glas Rotwein und einem guten Buch sich vor den Kamin setzen und alles vergessen, wird zur besten aller praktischen Möglichkeiten.

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Freitag, 21. Januar 2022

Die so genannte Bhagwan-Bewegung

Osho, Eigenbezeichnung von Chandra Mohan Jain (Hindi चन्द्र मोहन जैन; * 11. Dezember 1931 in Kuchwada, Madhya Pradesh, Indien; † 19. Januar 1990 in Pune (früher auch „Poonah“ geschrieben), Maharashtra, Indien), war ein indischer Philosoph und Begründer des Neo-Sannyas (der so genannten Bhagwan-Bewegung). (Wikipedia)



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... 25 Sannyasins standen wegen der Straftaten [in Oregon] vor Gericht, 8 erhielten Freiheitsstrafen. Sheela wurde unter anderem wegen unerlaubten Abhörens und der Vergiftung von Lebensmitteln zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt, wegen guter Führung aber nach zwei Jahren und fünf Monaten vorzeitig entlassen. Sie wagte mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann, ebenfalls ein Sannyasin, einen Neuanfang in der Schweiz. Sheela neigt dazu, schnell müde zu werden, wenn ihr heute Fragen zu den Straftaten gestellt werden. Sie hat ihre eigene Wahrheit: „Ich habe unschuldig im Gefängnis gesessen.“ Nüchtern betrachtet war die Inderin Protagonistin eines Lehrstücks über Aufstieg und Fall sozialer Bewegungen, die von einem charismatischen Führer begründet werden. Ob es Jesus, der Mormone Joseph Smith, der Scientologe Ron Hubbard oder Bhagwan ist: Nach einer lebendigen Phase der Experimente mit Visionen vom neuen Menschen erstarren die Bewegungen zu einer Art Kirche mit einem schwer kontrollierbaren Eigenleben. Die »Veralltäglichung des Charisma« hat der Soziologe Max Weber diesen Prozess genannt. (magazin.spiegel.de)

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Jetzt überlege ich: Ist das, was damals in Oregon geschehen ist eine "Veralltäglichung von Charisma"? Und die Kreuzzüge, noch einmal ein anderes Kaliber, waren es dann auch? Alltag? 

Dienstag, 17. November 2020

Practical reasoning: Sprachbarrieren & Gewaltübergriffe

 Das lese ich also:

"Das Problem: Zehn Prozent der Notfallpatienten, die in Deutschland akute medizinische Hilfe brauchen, haben Sprachbarrieren. Ein Drittel aller Gewaltübergriffe in Kliniken gehen auf Verständigungsschwierigkeiten zurück. Koräbinian Fischer von Triaphon im Interview" (sz-magazin.sueddeutsche.de)

Extrem merkwürdig das! Da gibt es also "Sprachbarrieren". Heißt: ein Patient kann kein Deutsch. Und da muss der Patient natürlich mit "Gewaltübergriffen" reagieren?! Und wir sollen das gleich als normal verstehen? Manchmal fällt einem wirklich  nichts mehr ein angesichts der von Medien als selbstverständlich suggerierten neuen Normalitäten.

In der Analytischen Philosophie gibt es das practical reasoning. Irgendwo zwischen gesundem Menschenverstand und Handlungslogik. Was also sollen wir tun? Verständnis aufbringen dafür, dass einer die Hand beißt, die ihn zu füttern versucht?

Montag, 11. Mai 2020

Pandemie und Wahrheit

Schutzmaßnahmen seien grundsätzlich eine eigene Gefährdungsquelle, argumentiert Stephan K. Eine Pandemie könne daher zu einer "Multi-Gefahrenlage" führen. "Schutzmaßnahmen können nicht beliebig präventiv eingesetzt werden, weil auch sie das Potential in sich tragen, außergewöhnliche Schäden zu erzeugen", so der Beamte.

Aus der ZEIT

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Mein Kommentar

Dem kommt man wirklich nur bei, wenn man bei den analytischen Philosophen das Thema "Wahrheitstheorien" aufruft. Da müssen dann recht viele Größen eingebaut werden, um zu einem vernünftigen Modell zu kommen. Ich nenne einige, jeweils grob aufzuteilen nach dem Grad der Gegebenheit, 0-10:

- allgemeine Lebensklugheit
- Expertenstatus
- Experten > Gemeinsamkeiten
- Experten > Unterschiede 
- Daten > Selektive Wahl der Daten
- Fakten > Konstruktion der Fakten
- offizielle Beurteilungs- und Entscheidungsinstanzen
- ...

Von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, ist alles, was diese und andere Punkte nicht umfassend berücksichtigt: Gerede. Oder wie das jemand mal genannt hat: social noise. Und natürlich hat jeder große, mittlere und kleine Beamte - wie jeder Bürger - das Recht, solche Geräusche zu produzieren. Man muss das, was da tagtäglich so ans Ohr dringt, aber auch nicht allzu ernst nehmen.

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Mittwoch, 29. April 2020

Spinoza und Wittgenstein

Kannte Ludwig Wittgenstein diesen Tractatus von Spinoza? Auf welche Fragen man doch kommen kann!

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"Tractatus theologico-politicus" (1670).

Vgl. Markus Aenishänslin: Le Tractatus de Wittgenstein et l'Éthique de Spinoza. Étude de Comparaison Structurale. (Amazon)

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Und des schönen Nachdenkens ist kein Ende!

Montag, 13. Januar 2020

Erbschaftssteuer > Leistung - was ist das?

Die Schlaumeier, die mit der Leistung daherkommen! 

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 will den Nachlass neu besteuern: Umso höher, je älter das Vermögen ist. Ein Gespräch über Familie, Glück und die Fairness des Marktes.  Interview: Lars Weisbrod

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Erben sei also keine Leistung? Nur, ich würde behaupten: Von der Natur, den Eltern und dem Zufall ein Bill-Gates-Hirn & entsprechende zufällige Umstände mitbekommen zu haben, ist auch keine Leistung. Was zum Teufel ist im Leben schon Leistung! GLÜCK haben, darum geht es. Das Leben ist eine Lotterie!

Und außerdem, Achtung! Es gibt menschliche Instinkte! Das beginnt ja mit dem "Eigentum". Wohin haben die Eigentum-ist-Diebstahl-Versuche geführt? Ja, genau. Ins reine Elend haben sie geführt. Überall. Und zu den Instinkten gehört auch, Eigentum an Nachfahren oder an Menschen, die man selbst bestimmt hat, weitergeben zu dürfen.

Und wenn ich "Fairness des Marktes" lese, dann muss ich einfach spontan lachen. "Glück gehört dazu, das Getränk seiner Träu-me zu fin-den!" Getränk? Jawohl!

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Ok, das kommt natürlich auch.

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ZEIT: Die Wirtschaftswissenschaftler Milton und Rose Friedman haben ein anderes Argument gegen die Erbschaftsteuer ins Feld geführt: Warum macht es überhaupt einen Unterschied, ob ich ein Vermögen erbe oder ein Talent? Beides ist Glückssache. Wir würden nie auf die Idee kommen, die Talente von Musikern, Sportlern, Künstlern umzuverteilen. Warum also Vermögen?

Halliday: Die Friedmans tun so, als sei Talent etwas, das man einfach hat oder nicht. Aber das stimmt nicht: Jeder Sportler oder Künstler muss Arbeit aufbringen, um sein Talent auszubilden. Man muss Opfer bringen. Außerdem geben talentierte Menschen der Gesellschaft gewöhnlich etwas zurück, sie haben einen Output, der für uns in irgendeiner Form wertvoll ist. Menschen zahlen Geld, um einen talentierten Fußballer oder Pianisten spielen zu sehen. Für Erben gilt das nicht. Wer erbt, muss weder Arbeit in etwas hineinstecken noch erzeugt er einen Wert für die Gesellschaft. Erben ist keine Leistung. Erbschaften sind deswegen auch nicht Teil der Marktwirtschaft.

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Ich bleibe dabei: Auch die menschliche Fähigkeit, "Arbeit aufbringen" -- seltsame Übersetzung übrigens -- zu können, ist, neben vielem anderen, eine Sache des Glück-habens. Und wer sagt es denn: Macht Geld glücklich? Nein, sagt Arndt. Und der muss es schließlich wissen!

Ich sage: Lasst den Reichen ihr Geld! Sie haben ja nichts anderes!

Montag, 21. Oktober 2019

Schelling - "Magister-Dissertation" ?

Ich hatte mir doch vorgenommen, keine Zeit mehr in die Wikipedia zu stecken! Fällt wirklich schwer. Aber das Letzte jetzt, da unten, das steht eben nur hier!

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Wikipedia

"... zeigt sich bereits in seiner [Schellings] Magister-Dissertation 1792, einer Abhandlung über den Ursprung des Bösen."

Was ist bitte eine "Magister-Dissertation"? Da wir heute die ''Magisterarbeit'' (abgelöst inzwischen durch die ''Masterarbeit'') und die ''Dissertation'' kennen, ist der Begriff merkwürdig. Wenn das in Tübingen 1792 mit den Qualifikationsschriften anders geregelt war, sollte es in einer Anmerkung erläutert werden. - Nachtrag, und wenn ich schon dabei bin: Heißt die Arbeit "Abhandlung über den Ursprung des Bösen" oder "Über den Ursprung des Bösen" und wird als Abhandlung geführt? Ich hab die Antwort, weil ich den Text (noch) nicht habe, bisher nicht herausfinden können. - 11:08, 19. Okt. 2019

Nachtrag, der der Sache ein wenig näher kommt: "1792. Schelling promoviert mit einer lateinischen Abhandlung über den Ursprung des Bösen in der Menschenwelt »Antiquissimi de prima malorum origine philosophematis explicandi tentamen criticum«. (zeno.org) Das ist doch schon mal was! -- WorldCat. 14:53, 21. Okt. 2019

Ok, und da ist sie ja, sogar im Faksimile! Zum Durchblättern. (Na gut, anders als faksimiliert wäre es bei der Druckqualität wohl auch schwierig.) 21. Oktober 2019 18:48

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Besonders schön natürlich dieser Scan!


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Montag, 22. Juli 2019

Primzahlen

Wer hat das gesagt?

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"Primzahlen sind die schwarzen Löcher des Zahlenstrahls!"

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Donnerstag, 4. Juli 2019

Der Sinn des Lebens

Materialsammlung

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Zum Verhältnis von Glauben, Philosophie und Naturwissenschaft. 13. Juni 2018 | Von Stephan Schleim 2.358 Kommentare Ein Nachruf auf Christian Hoppes Blog WIRKLICHKEIT Christian Hoppes Entscheidung, nach mehr als zehn Jahren seinen Blog WIRKLICHKEIT einzustellen, ließ mich aufhorchen. Unsere Wege kreuzten sich immer wieder einmal in der Wissenschaft – ich forschte früher auch an den Bonner Universitätskliniken – und auch thematisch bei den SciLogs. Doch erst noch einmal einen Schritt zurück: In meiner universitären Lehre überraschte mich schon vor einigen Jahren das Interesse meiner Psychologiestudierenden. Wenn ich ihnen die Wahl ließ, ein Diskussionsthema selbst zu bestimmen, nannten sie regelmäßig das Verhältnis von Religion und Wissenschaft. (scilogs.spektrum.de)

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Donnerstag, 13. Juni 2019

Jürgen Habermas, der berühmte und weise

Das übernehmen wir mal aus den ZEIT-Kommentaren:

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Es steht in der aktuellen ZEIT auf der Titelseite und dann später im Feuilleton:

"Einige Epochen später feiert jetzt Jürgen Habermas, für manche der bedeutendste, mit Sicherheit der berühmteste Philosoph der Gegenwart, seinen 90. Geburtstag."

Nun sind solche Sätze an 90. Geburtstagen nicht auf die Goldwaage zu legen, schon klar. Aber dann doch -- wenn es um einen Philosophen geht?

Schnell, ich kann es nicht verhindern, wandert der Gedanke zu einem Begriff. Dem der "operationalen Definition". Natürlich auch da verschiedene Auslegungen. Mal eine Kurzfassung: Wir definieren ein Wort -- hier "berühmt / berühmteste" -- so, dass wir die Methode der Verifikation eines Satzes mit einfordern. Wie überprüft man, ob der Teilsatz "Habermas ist der berühmteste Philosoph der Gegenwart" wahr ist? Gar nicht? Weil Geburtstag ist und man kein Spielverderber sein will? Oder vielleicht, ansatzweise doch mal so (der Konkurrent ist mir schlicht als erster eingefallen), via Google:

International:
jürgen habermas philosophy > 1.520.000 Ergebnisse
thomas nagel philosophy > 2.190.000 Ergebnisse

Deutschland:
jürgen habermas philosoph > 114.000 Ergebnisse
thomas nagel philosoph > 159.000 Ergebnisse

Dem klugen Verfasser wird natürlich ein Grund einfallen, weshalb man so nicht vorgehen dürfe. Da fragen wir dann: Wie denn dann? Und warten auf seine Antwort. Wenn er sagt: Das habe er so -- gefühlt, das mit dem berühmtesten, dann ist der Unterschied zwischen analytischer und transzendentaler Philosophie klar.

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Teil zwei meiner Anmerkungen:

Warum hat Jürgen Habermas in der Linguistik nie wirklich Fuß fassen können? Wo er doch gleich zwei dicke Bände zur "Theorie des kommunikativen Handelns" geschrieben hat! (Natürlich wird er pflichtschuldigst pro einschlägiger Dissertation zwei- bis dreimal zitiert. Man muss ihn schon kennen. Aber darüber hinaus?)

Schlichtweg: Weil die Linguisten sich der realen Sprache und dem realen sprachlichen Handeln verpflichtet fühlen. Sie sehen sich um und müssen einräumen, dass sie nirgendwo einen "herrschaftsfreien Diskurs" sehen und auch nirgendwo einen halbwegs realistischen Weg hin zu diesem Diskurs. Und der "zwanglose Zwang des besseren Arguments"? Es ist und bleibt eine idealistische Schimäre.

Wer das nicht sieht, der muss nur mal einen Tag lang bei den ZEIT-Kommentaren und in den Wikipedia-Diskussionen mitlesen!

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The Death of Michel Foucault

"This put me in a quandary about how to handle the possibility that Foucault had embraced AIDS as a "limit-experience." Everything that I had learned, from Defert and others, persuaded me that it was highly unlikely that Foucault would (as the rumor depicted him) go around deliberately trying to infect—and hence, in effect, murder—innocent people. Evidently he had been uncertain, perhaps to the day he died, whether or not he actually had AIDS. Given the circumstances in San Francisco in the fall of 1983, as best I could reconstruct them, to have taken AIDS as a “limit-experience, ” it seemed to me, would have involved engaging in potentially suicidal acts of passion with consenting partners, most of them likely to be infected already; deliberately throwing caution to the wind, Foucault and these men were wagering their lives together; that, at least, is how I came to understand what may have happened." (James E. Miller: The Passion of Michel Foucault. 2000. S. 381)

"Dies brachte mich in die nicht einfache Situation, dass ich überlegen musste: Wie umgehen mit der Möglichkeit, dass Foucault AIDS vielleicht wirklich als 'Grenzerfahrung' genommen hat? Alles, was ich bei Defert und anderen gelesen hatte, ließ mich zu der Überzeugung kommen, dass es -- gegen vorhandene Gerüchte -- sehr unwahrscheinlich war, dass Foucault entsprechend gehandelt hat. Sollte er absichtlich herumflaniert sein mit der Absicht, unschuldige Männer zu infizieren - und damit letztendlich zu ermorden? Offensichtlich war er sich ja bis zu seinem Tod unsicher, ob er tatsächlich AIDS hatte oder nicht. Was den Herbst 1983 angeht -- so gut ich diese Zeit rekonstruieren konnte --, hat Foucault damals AIDS tatsächlich als 'Grenzerfahrung' verstanden und möglicherweise aus Leidenschaft mit einwilligenden Partnern selbstmörderisch gehandelt. Mit Partnern, von denen die meisten wahrscheinlich infiziert waren. Foucault und diese Männer ließen vorsätzlich alle Vorsichtsmaßnahmen beiseite und setzten gemeinsam ihr Leben aufs Spiel. So zumindest habe ich das verstanden, was damit wahrscheinlich geschehen ist."

Dienstag, 26. März 2019

Stephen William Hawking

Notizbuch

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Das hat er [Hawking] mit Galileo Galilei gemeinsam

Stephen William Hawking wurde im englischen Oxford am 8. Januar 1942 geboren, auf den Tag genau 300 Jahren nach dem Tod des berühmten Physikers und Astronomen Galileo. Während seiner Schulzeit bekam er von seinen Klassenkameraden den Spitznamen Einstein. Damals ahnte noch niemand, wie passend sich dieser Name später erweisen würde.

Nur um den Durchschnitt

Er war kein guter Schüler. Obwohl der junge Stephen als Teenager bereits einen Computer aus recycelten Teilen baute, war er als Schüler kein Überflieger. Er selbst sagte einmal, dass er erst mit acht Jahren richtig Lesen lernte und nur mittelmäßige Schulnoten hatte. Seine Schwester Philippa dagegen las, seit sie vier Jahre alt war, und Hawking dachte immer, sie sei viel schlauer als er. (stern.de)

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So taucht Hawking offenbar auch, allerdings ein wenig verklausuliert und ohne dass sein Name fällt, in dem (noch nicht veröffentlichten) Weltentstehungsepos ROMULUS von Heinrich Hölty auf!

Donnerstag, 14. März 2019

Diogenes auf dem Pflaumenbaum

Notizbuch

Sinn des Lebens

Lesenswert, das Ganze! Auch wenn das Stückchen die Qualität des Gesamttexts nicht zeigen kann.

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Dabei belässt er es allerdings nicht, sondern will als Beispiel wirken. Also sitzt der modern gewandete Diogenes nun im Geäst eines Pflaumenbaumes und provoziert die Mitschüler auf ihrem Schulweg mit seinen Sentenzen über die Sinnlosigkeit allen menschlichen Strebens. Die freilich wollen sich zunächst nicht aufschrecken lassen. Aber Pierres Nihilismus entfaltet doch seine subversive Wirkung, und die Mitschüler beginnen sich dagegen zu wehren. Erst mit Gewalt, mit gezielten Steinwürfen, soll der Rebell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Am nächsten Tag sitzt er wieder in seinem Baum. (faz.net)

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Donnerstag, 21. Februar 2019

Ein Frühlingsgedicht (Versuch)

Frühlingstag

Herr, es ist Zeit.
Der Winter war sehr groß.
Wirf deine Helle auf die Sonnenuhren
Und auf den Fluren
Lass die Keime los.

Befiehl den ersten Früchten zu gedeihn,
Gib ihnen bald viel südlichere Tage.
Dränge sie zur Entwicklung hin
Und jage die erste Süße in den neuen Wein.

Wer jetzt ein Haus hat,
Baut sich keines mehr.
Wer jetzt zu zweit ist,
Wird es lange bleiben.
Wird lachen, lesen,
kurze E-Mails schreiben
Und wird in den Alleen
Lustvoll wandern,
Wenn die Samen treiben.

Rainer Maria Rilke

(Jahreszeitlich (und auch sonst) angepasst.)

Samstag, 19. Januar 2019

"Wurzeln der Aufklärung"

Schönes Thema, schöner Vortrag!

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Weil ich nach Philosophen in Göttingen gesucht habe.

Prof. Dr. Bernd Ludwig, Universität Göttingen: "Wurzeln der Aufklärung". Vortrag im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung "Aufklärung 2.0" an der Universität Göttingen, gehalten am 25. Oktober 2016 in der Aula am Wilhelmsplatz.

Montag, 14. Januar 2019

Wikipedia: "Nur so"

Ach, und das setze ich, von der Wikipedia her, doch noch in diesen Blog:

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Hallo Delabarquera,

ab und zu schau' ich noch mal bei WP vorbei (wie eben jetzt). Was hier hinter den Kulissen an Kungelei, Rechthaberei und Strippenzieherei läuft schreckt mich aber dermaßen ab, dass mir aufwändigeres Mitarbeiten mittlerweile sinnlos erscheint.

Aber vielleicht wird ja 2019 alles besser - das wünsch' ich dir zumindest ;-)

--von der Grün ¿? 1. Jan. 2019

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Danke für die guten Wünsche, von der Grün! Was mich noch interessieren würde: An welcher Stelle hast du da an mich gedacht, als du was gelesen hast? -- Ansonsten gilt für mich: "Wo Menschen sind, menschelt's!" Aber es wäre schon schön, wenn es einen deutschsprachigen WP-Rat der Weisen gäbe, der Rechthaber- und Kungel-Auswüchse ein wenig einhegt. Auf eine kontrastive Untersuchung mit anderen WP-Sprachen warte ich noch. Mir scheint, dass sich da schon ein paar Eigenheiten im deutschsprachigen Raum zeigen, die es woanders nicht so gibt. 2. Jan. 2019

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Bleibe bei uns;-) --Caramellus 2. Jan. 2019

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"Bleibe ..." :-))

In letzter Zeit habe ich immer mal wieder darüber nachdenken müssen: Die WP ist doch das Beispiel für Habermas' herrschaftsfreien Diskurs. Alles phantastisch vorbereitet: Jeder macht mit wie er mag, anonym = keine und keiner verliert ihr bzw. sein Gesicht, usw. Das bessere Argument möge zählen! -- Und also kann man die WP auch als Beispiel nehmen, warum das mit dem herrschaftsfreien Diskurs Kokolores ist. In einer idealisierten Phantasiewelt mag es angehen mit diesem Diskurs, in der Realität aber nicht. Denn: "Wo Menschen sind, menschelt's!" 14. Jan. 2019

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Montag, 3. Dezember 2018

Jordan Peterson

Notizbuch

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Durch den SPIEGEL-Artikel vom Samstag den kanadischen Psychologie-Professor Jordan Peterson entdeckt. Über Peterson weiter gelesen. Erstaunliches tritt zutage ...

Peterson, zwischen Lebenshilfe-Star und Guru-Philosoph. Doch mir sehr sympathisch. (Was ja was heißen will.)

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Peterson hat eine Autoimmunerkrankung. Sein Leben lang habe er unter Depressionen gelitten, unter Angstzuständen, volatilen Launen, Schuppenflechte, Zahnfleischentzündungen, Taubheit in den Beinen, fortwährend schrie sein Körper nach Schlaf. Die Medizin kannte nur dürftige Antworten. Er begann irgendwann, auf Kohlehydrate zu verzichten, bald auf dieses und auf jenes, bis am Ende nur noch Rindfleisch übrig blieb. Nun seien die Symptome verschwunden, sogar die Antidepressiva habe er abgesetzt, wenngleich die volatilen Launen immer noch ein Thema sind.

Jeder, wirklich jeder Ernährungswissenschaftler hält diese Diät für kompletten Irrsinn. Eigentlich müsste Peterson längst unter massiven Mangelerscheinungen leiden. Dafür sieht er ziemlich straff und gesund aus. "Carnivore Diet" nennt sich das, Fleischfresserdiät. Es gibt auch – Vorsicht, Veganer, Makroaggression – fleischfressende Pflanzen, aber meistens sind es Raubtiere, die sich von Fleisch ernähren. Berichtet Peterson anderen von seiner Krankheit und dem Verschwinden ihrer Symptome, bekommt er diesen Blick als Antwort: logisch, Mann, alles klar.

...

Seine Fleischdiät ist genau das: radikaler Individualismus. Im Prinzip ist sie sogar postmodern, es gibt keinen Grund, warum die Diät heilend wirkt, es gibt nur eines: die empfundene Wahrheit eines Individuums. Man könnte Peterson auch einen postmodernen Konservativen nennen. (spiegel.de - Ev. nur für Abonnenten)

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Dienstag, 27. November 2018

Romananfänge: Der Projektkünstler

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Jonas M. Koslowski war ein -- das Adjektiv ist wahrhaftig angebracht -- begnadeter Mann. Ja, so muss man sagen. Koslowski verstand es, aus dem Chaos seines Alltags Kunst zu machen. Mehr als das: Er verstand es schon in jungen Jahren, sein gewöhnliches häusliches Chaos als sein Markenzeichen, als seinen ureigensten Stil in die Trade-Mark-Bücher des Kunstmarkts einzutragen. Er war, sieht man es so, als junger, unbekannter Künstler mit sich zufrieden, weil er etwas hatte, in dem sich sein Ich überlieferte. Er war ein wahrer, ein richtiger Künstler, denn er hatte seinen eigenen Stil gefunden. Wenig später wurden aus dieser einfachen Uridee jährliche Einnahmen, von denen es sich gut leben ließ. Und wieder 10 Jahre später war Koslowski reich, denn seine Chaos-Werke verkauften sich auf wundersame Weise überall in der Welt und ihr Verkaufspreis stieg von Jahr zu Jahr. Koslowski hatte da schon zwei Angestellte, die sein Haus und sein Atelier perfekt in Ordnung hielten. Denn der Chaos-Künstler JMK, wie er von seiner Galerie in New York genannt wurde, er hatte eine tiefe Sehnsucht nach Reinlichkeit und Ordentlichkeit in sich, eine Sehnsucht, die in einem sehr merkwürdigen Kontrast zu seinem Werk stand. 

So war es also gekommen, dass zwei große Zimmer des Hauses, das Koslowski alleine bewohnte, vorsätzlich in einem chaotischen Zustand gehalten wurden. Hier müssen wir einfügen: Koslowskis Atelierhaus, das als Wohnhaus vollständig ausgestattet war, war das eine. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich ein zweites Haus, in dem des Künstlers wirklich sehr schöne Frau mit den drei gemeinsamen Kindern lebte. Ob er am Abend die paar Schritte nach Hause ging oder in dem Atelierhaus übernachtete, hing ganz von seiner Laune ab. Von der Laune, die seinen schöpferischen Impuls zu nennen, er sich angewöhnt hatte.

Zurück zu dem überaus ordentlich angelegten Atelierhaus mit den Chaos-Zimmern. Ein oder zwei Mal im Monat ging der Künstler Jonas M. Koslowski in diese beiden Zimmer. Er hatte dann stets seine teure Kamera dabei, und er machte einige Aufnahmen, aus denen er, wenn die Räume wieder verschlossen waren, in einem sich hinziehenden Prozess eine einzige Aufnahme auswählte. Dieses Foto wurde zur Grundlage seines nächsten Werks, eines Drucks in kleiner Auflage oder eines mit Acrylfarben gemalten Bildes. Es gab da Zwischenschritte, die Koslowski, als dies endlich möglich war, mit dem Computer erledigte. Was früher zwei, drei Tage gedauert hatte, ließ sich jetzt in einer Stunde ruhigen Arbeitens erledigen: Das ausgewählte Foto wurde in zwei, drei, manchmal aber auch in sieben Farben zerlegt. Es waren nie mehr als sieben Farben, die Koslowski verwendete. Bei den Drucken entstand eine Vorlage in der Originalgröße, und den Rest erledigte eine spezialisierte Druckerei in Frankfurt, seine Hausmanufaktur, wie Koslowski diese Druckerei nannte. Wenn er in seinem Atelier malte verwendete er normale Acrylfarben, die einer seiner Gehilfen ihm von Zeit zu Zeit in einem Baumarkt kaufte. Es stellte sich später heraus, dass diese Baumarktfarben den teuren Künstler-Acrylfarben, was die Farbechtheit anging, in jeder Hinsicht überlegen waren. Die gemalten Bilder versah Koslowski, das sollte man noch erwähnen, mit einem Rahmen, denn er war der Auffassung, dass Bildinhalt und Rahmen eine untrennbare Einheit bildeten, sodass man es nicht dem schlechten Geschmack eines Kunden überlassen durfte, einen vielleicht vollkommen unpassenden Rahmen um ein Bild zu spannen.

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Wer wäre jetzt neugierig, die Geschichte von Jonas M. Koslowski ganz zu lesen? Wahrscheinlich niemand. So ist also diese Skizze vollkommen ausreichend. Denn es gilt ja: Die skizzierten, die unvollendeten Romane sind es, die dem Leben den Herzschlag vorgeben. 

Montag, 20. August 2018

Angeber-Wessi

Die kannte ich bis heute nicht, diese Zeitungsüberschrift!

„Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen – Ganz Bernau ist glücklich, daß er tot ist“ vom 3. Mai 1991 verlieh er Super! bereits am zweiten Erscheinungstag das Image eines Revolverblattes."


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Fußnote:

Der naheliegende Einwand, daß die Massenmedien doch nur Informationen vermitteln, daß die sich wandelnden Kriegsbilder also auf je neue Geschehnisse zurückgingen, lassen die Theoretiker dieses „radikalen Konstruktivismus“ nicht gelten: Die Massenmedien seien keine „Sender“, die Benutzer der Medien keine „Empfänger“, wie man früher glaubte. Richtig sei vielmehr, daß wir mit Hilfe der Medien täglich aufs neue Wirklichkeiten konstruieren zum Zweck der Selbstvergewisserung: damit unsere nicht zuletzt von den Medien erzeugten Erwartungen in Erfüllung gehen.

Einen eindrücklichen Beleg für diese konstruktivistische Funktionsweise liefert der Erfolg der von Burda und Murdoch (News Burda Verlag GmbH, Berlin Alexanderplatz) seit dem 2. Mai produzierten Billig-Boulevardzeitung Super! Sie simuliert als Presseerzeugnis die Wirklichkeitskonstruktion der Bildschirmmedien, indem sie nicht informieren, sondern Vorurteilsbestätigung – man müßte korrekterweise sagen: Erwartungserfüllung – betreibt. In der Super!-Redaktion texten westdeutsche Journalisten,* als Ostdeutsche getarnt, täglich neue Schlagzeilen über die Wut, die Tränen und den Haß der Ossis auf die angeblich verlogen-arroganten Wessis („Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen... Ganz Bernau ist glücklich, daß er tot ist“). Der Informationswert liegt einzig in der Botschaft, die auf Stimmungen rekurriert, die sie selbst erzeugt. „Zeitungmachen ist eine Droge“, umschreibt Chefredakteur Franz-Josef Wagner das Konstruieren dieser Art von Wirklichkeit.

Auf diese Medien passen die Theoreme des radikalen Konstruktivismus, der die Existenz einer objektiven Realität bestreitet und darum den Wahrheitsanspruch der Journalisten bestenfalls für naiv hält: Nicht unumstößliche Tatsachen, sondern Stimmungen, Ansichten und Erwartungen würden von den Medien thematisiert – Thesen, die alles auf den Kopf stellen, was wir Journalisten über den Sinn und Zweck der Massenkommunikation gelernt haben. (zeit.de)

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* Wahrscheinlich gescannt und mit OCR rekonstruiert. An der originalen Stelle steht: "In der SaperZ-Redaktion exten westdeutsche Journalisten ..."