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Dienstag, 19. Mai 2020

Blinky Palermo

Lesenswert!

20. Oktober 2015. Werk der Wahl. Kleine Zeichen der Rebellion. Rüdiger Maaß* wird von Blinky Palermos Gemälde "Flipper" an seine Jugend erinnert. (sueddeutsche.de)

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Mein Lieblingsort für Kunst in München ist der Palermo-Raum in der Pinakothek der Moderne. Und innerhalb dieses Raums ist es das Gemälde "Flipper" von 1965, das ich besonders mag, da es ein sehr gutes Beispiel dafür ist, worum es Palermo ging und wie er gearbeitet hat. Zudem hat es einen Bezug zu meiner eigenen Biografie. / [...] / Die Anregungen für seine Werke fand Palermo häufig in seinem persönlichen Umfeld. Beispiele hierfür sind das "Treppenhaus", das ein grafisches Abbild der olivgrünen Schutzbemalung des Treppenhauses in seinem damaligen Wohnhaus in Düsseldorf darstellte, oder eben der "Flipper", den Palermo 1970 auch in eine zweiteilige Lithografie umsetzte. / Das Motiv des "Flipper" ist eine fast originalgetreue Übertragung der Außenbemalung des Flipperapparates, einem 1964er "Happy Clown" der Firma Gottlieb, der damals im "Ratinger Hof" in Düsseldorf stand. Der Ratinger Hof, den die damalige Frau von Imi Knoebel betrieb und der Ende der 1970er-Jahre ein legendärer Ort der deutschen Musikszene wurde, war Palermos Stammkneipe. Hier auch der Bezug des "Flipper" zu meiner Biografie, da ich in den 1980er-Jahren in Düsseldorf aufgewachsen bin und den Ratinger Hof in seinen letzten Jahren noch ausgiebig erleben durfte. Interessanterweise gibt es übrigens in der Pinakothek ein Gemälde seines Kommilitonen Norbert Tadeusz, das Palermo beim Spielen an eben diesem Flipper zeigt.

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* Rüdiger Maaß ist Partner der Unternehmensberatung Codex Partners in München. Er beschäftigt sich seit seiner Jugend mit zeitgenössischer Kunst. Maaß ist seit Jahren unter anderem Mitglied im Vorstand des Kunstvereins München sowie im Auswahlgremium des Kunst-Förderpreises Ars Viva des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft.

Freitag, 31. Januar 2020

Leon Black


31. Januar 2020 Kunst. Ciao, meine Teuerste. Vor gut drei Jahren ging man in Deutschland noch davon aus, dass das Bild "nach Andrea Mantegna" gezeichnet ist - und nicht "von Andrea Mantegna". Vor ein paar Jahren kaufte ein Mann für wenige Hundert Euro eine Renaissance-Zeichnung. Nun ist das Bild als Werk des bedeutenden Künstlers Andrea Mantegna in New York versteigert worden - für zehn Millionen Dollar.

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Ein überaus lesenswerter Bericht, den ich mir, Abonnent, rauskopiert und neu habe. In diesem Bericht werde ich auf Leon B. aufmerksam gemacht, den ich bislang nicht kannte:

Leon Black – Wikipedia [von 88.70.27.17 (46 %), Kusskusskuss (41 %), Tnnnbm (5 %), M-B (3 %), ... , 16 weiteren Autoren (4 %)] ... Leon Black (* 1951) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Kunstsammler. Er ist auf Leveraged Buyouts und Private Equity spezialisiert. 1990 gründete er die Private Equity Firma Apollo Global Management. Black entstammt einer jüdischen Familie. Sein Vater war der US-amerikanische Investmenthändler Elihu Menashe Black (1921–1975) und seine Mutter war die Künstlerin Shirley Lubell. Black ist mit Debra Ressler verheiratet und hat vier Kinder. Debra ist eine Melanom-Überlebende. 2007 spendete das Paar 25 Millionen US-Dollar für die Gründung der neuen Melanoma Research Alliance.

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Kunst, Geld und Macht, die drei bilden eine Einheit. Die Basis des Dreiecks: Kunst und Geld.

Montag, 13. Januar 2020

Erbschaftssteuer > Leistung - was ist das?

Die Schlaumeier, die mit der Leistung daherkommen! 

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 will den Nachlass neu besteuern: Umso höher, je älter das Vermögen ist. Ein Gespräch über Familie, Glück und die Fairness des Marktes.  Interview: Lars Weisbrod

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Erben sei also keine Leistung? Nur, ich würde behaupten: Von der Natur, den Eltern und dem Zufall ein Bill-Gates-Hirn & entsprechende zufällige Umstände mitbekommen zu haben, ist auch keine Leistung. Was zum Teufel ist im Leben schon Leistung! GLÜCK haben, darum geht es. Das Leben ist eine Lotterie!

Und außerdem, Achtung! Es gibt menschliche Instinkte! Das beginnt ja mit dem "Eigentum". Wohin haben die Eigentum-ist-Diebstahl-Versuche geführt? Ja, genau. Ins reine Elend haben sie geführt. Überall. Und zu den Instinkten gehört auch, Eigentum an Nachfahren oder an Menschen, die man selbst bestimmt hat, weitergeben zu dürfen.

Und wenn ich "Fairness des Marktes" lese, dann muss ich einfach spontan lachen. "Glück gehört dazu, das Getränk seiner Träu-me zu fin-den!" Getränk? Jawohl!

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Ok, das kommt natürlich auch.

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ZEIT: Die Wirtschaftswissenschaftler Milton und Rose Friedman haben ein anderes Argument gegen die Erbschaftsteuer ins Feld geführt: Warum macht es überhaupt einen Unterschied, ob ich ein Vermögen erbe oder ein Talent? Beides ist Glückssache. Wir würden nie auf die Idee kommen, die Talente von Musikern, Sportlern, Künstlern umzuverteilen. Warum also Vermögen?

Halliday: Die Friedmans tun so, als sei Talent etwas, das man einfach hat oder nicht. Aber das stimmt nicht: Jeder Sportler oder Künstler muss Arbeit aufbringen, um sein Talent auszubilden. Man muss Opfer bringen. Außerdem geben talentierte Menschen der Gesellschaft gewöhnlich etwas zurück, sie haben einen Output, der für uns in irgendeiner Form wertvoll ist. Menschen zahlen Geld, um einen talentierten Fußballer oder Pianisten spielen zu sehen. Für Erben gilt das nicht. Wer erbt, muss weder Arbeit in etwas hineinstecken noch erzeugt er einen Wert für die Gesellschaft. Erben ist keine Leistung. Erbschaften sind deswegen auch nicht Teil der Marktwirtschaft.

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Ich bleibe dabei: Auch die menschliche Fähigkeit, "Arbeit aufbringen" -- seltsame Übersetzung übrigens -- zu können, ist, neben vielem anderen, eine Sache des Glück-habens. Und wer sagt es denn: Macht Geld glücklich? Nein, sagt Arndt. Und der muss es schließlich wissen!

Ich sage: Lasst den Reichen ihr Geld! Sie haben ja nichts anderes!

Samstag, 20. Juli 2019

X vs. Dalí

Notizbuch 

Der Maler X beim Online-Verkauf singulart.com -- erinnert er nicht irgendwie an Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech? Wahrscheinlich ist er auch echter als das meiste, das heute Dalí so zugeschrieben wird. Aber X kann halt nicht den wirklichen Spitzenpreis erzielen. 
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Und wie sind die Preise für einen wirklich echten D. so? Also nicht für einen Druck, sondern für so ein richtig bekanntes Ölgemälde?

Bei der gleichen Auktion von Werken einer Privatsammlung wurde außerdem ein Bild von Salvador Dalí für rund 13,5 Millionen Pfund (15,9 Millionen Euro) an einen anonymen Käufer versteigert. Das surrealistische Porträt zeigt den französischen Dichter Paul Eluard. Nach Angaben von Sotheby's ist das 1929 von dem spanischen Künstler gemalte Bild damit sowohl der teuerste Verkauf einer surrealistischen Arbeit aller Zeiten als auch ein neuer Rekord für Werke von Dalí. Sotheby's hatte den Wert des Bildes auf 3,5 bis 5 Millionen Pfund geschätzt. (monopol-magazin.de)

Also nicht so ganz die Spitze der Bewegung, aber immerhin!

Mittwoch, 11. April 2018

Capital-Künstler-Ranking 2016

Sortiert man die ersten 25 Plätze der Capital-Künstler-Rankings 2016 nach dem, was da "Kunstform" genannt wird, dann ergibt sich folgendes Bild:

Fotografie
9
Installation
8
Skulptur
8
Malerei
7
Video
6
Performance/Happening
5
Druckgrafik
3
Film
3
Videoinstallation
2
Animation
1
Architektur
1
Collage
1
Design
1
Klangkunst
1
Konzeptkunst
1
Lichtskulptur
1
Zeichnungen
1

Es ergeben sich da eine Menge Fragen. Beispielsweise:
  1. Wie kommt es zum Spitzenplatz der Fotografie? Und ...
  2. Ist Fotografie überhaupt Kunst? (Zugegeben eine alte, offenbar schon entschiedene Frage.)
  3. Wann = wie überschreitet Architektur und anderes "Angewandte" die Schwelle vom Handwerk / der Technik zur Kunst?
  4. Wie kommt man mit "Druckgrafik", immerhin drei Künstler, in dieses Ranking rein?
  5. ...
Die Tabelle an und für sich:

Rang
Name
Nat.
Geb.
Kunstform
1
Bruce Nauman
US
1941
Malerei, Fotografie, Videoinstallation, Skulptur
2
Gerhard Richter
DE
1932
Malerei
3
Cindy Sherman
US
1954
Fotografie, Performance/Happening
4
John Baldessari
US
1931
Fotografie, Collage, Performance/Happening
5
Ed Ruscha
US
1937
Malerei, Druckgrafik
6
Lawrence Weiner
US
1942
Druckgrafik, Skulptur, Installation
7
Thomas Ruff
DE
1958
Fotografie
8
Georg Baselitz
DE
1938
Malerei, Skulptur
9
Rosemarie Trockel
DE
1952
Malerei, Druckgrafik
10
Francis Alys
BE
1959
Malerei, Fotografie
11
Erwin Wurm
AT
1954
Fotografie, Skulptur, Installation
12
William Kentridge
ZA
1955
Video, Zeichnungen, Animation
13
Ai Weiwei
CN
1957
Fotografie, Skulptur, Installation, Design, Architektur
14
Wolfgang Tillmans
DE
1968
Fotografie
15
Richard Serra
US
1939
Skulptur
16
Fischli & Weiss
CH
1946
Fotografie, Installation
17
Hans-Peter Feldmann
DE
1941
Konzeptkunst
18
Yayoi Kusama
JP
1929
Malerei, Installation, Performance/Happening
19
Marina Abramovic
RS
1946
Installation, Performance/Happening
20
Dan Graham
US
1942
Video, Video, Skulptur
21
Christian Marclay
CH, US
1955
Film, Video, Klangkunst
22
Douglas Gordon
UK
1966
Video, Film, Video, Videoinstallation
23
Olafur Eliasson
DK
1967
Installation, Lichtskulptur
24
Mona Hatoum
LB
1952
Installation, Performance/Happening
25
Carl Andre
US
1935
Skulptur

Dienstag, 11. April 2017

"Saulus Populi Romani"

"Ihr Leute, kommt zu Trödler Abraham!"


Capelia Borghese, Santa maria Maggiore, Rom

Bild ~ - die Lukasikone | Artikel wird nach Auftragseingang in Deutschland gefertigt. Lieferzeit voraussichtlich 10 – 14 Werktage. Zuzüglich 9,95 € Versandkosten pro Bestellung. | mit faksimilierter Handschrift von Papst Johannes XXIII | Material: Leinwand / Massivholzrahmung | Format: 34,5 x 41,5 cm | Preis: 498,00€ (sz-shop)

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Got Talent 2016 -- Auditions made Judges cry


Ja, es ist wie bei den Bildern, die gemalt werden, bei den Romanen, die geschrieben werden: der 'Markt' ist begrenzt und es gibt so viele große Talente, eine Zahl, die der Markt nicht verkraften kann. Es kommt nicht auf das Können allein an, sondern darauf, die Marktgesetze zu kennen und die einflussreichen Unbekannten, die sich in diesem Markt bewegen und die Strippen ziehen, für sich zu gewinnen. Für formale Logiker: Groß ist, was groß gemacht wird, und groß gemacht wird, was groß ist. Oder wieder einmal: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Wobei gilt: Erfolg hat in einem begrenzten Umfang mit Können zu tun.





Existentielle Fragen des Menschseins | Walter Ehrismann | «So grün war mein Tal», 1939 im englischen Original erschienen, war das Hauptwerk des walisischen Autors Richard Llewellyn (Pseudonym von Richard Dafydd Vivian Llewellyn Lloyd), ein Roman über das Leben in einer Bergbausiedlung im Süden von Wales, 1942 von John Ford mit Maureen O’Hara und Walter Pidgeon verfilmt unter dem Titel «How Green Was My Valley». Der Streifen wurde für zehn Oscars nominiert, mit fünf Oscars prämiert, und gilt als einer der besten Filmwerke aller Zeiten – später, 1975, nochmals verfilmt als sechsteilige Fernsehserie. 1990 wurde der Film von John Ford ins Verzeichnis der National Film Registry aufgenommen, seiner kulturellen, historischen und ästhetischen Bedeutung wegen. Von Richard Llewellyn, 1906 in London geboren, ist dieser Roman das bekannteste seiner Werke. Der Schriftsteller verbrachte jedoch nur einen Teil seines Lebens in Wales. «Wie grün war mein Tal doch und das Tal jener, die nicht mehr sind» – so endet der Roman.

Donnerstag, 11. August 2016

Martensteins Telefonliste?

Ist das jetzt ein weiterer Fall der Kategorie 'Martensteins Sparschwein' oder doch echt?

"Kann es sein, dass ein Berliner Luxushotel dem Druck arabischer Gäste nachgibt und Israel von der Liste der auf den Zimmern ausliegenden Ländervorwahlnummern streicht? Der französische Filmproduzent und Publizist Claude Lanzmann ("Shoa") hatte in der FAZ über einen Aufenthalt im Bristol Kempinski am Kurfürstendamm berichtet. Nachdem er auf der im Zimmer ausliegenden Ländervorwahlliste Israel vermisst hatte, habe ihm ein Mitarbeiter an der Rezeption erklärt, die Nummer sei auf Druck arabischer Kunden heraus genommen worden, es handele sich da um eine bewusste Entscheidung der Direktion der Kempinski-Hotels." (tagesspiegel.de)

Aber eben:

"Es sei allerdings ein unglücklicher Zufall, dass unter den 35 Vorwahlen, die aus 193 Ländern weltweit für die Liste ausgewählt wurden, Israel nicht mit dabei sei, räumte sie [Hoteldirektorin Birgitt Ullerich] ein. Dahinter stecke aber auf keinen Fall Absicht. 'Sollten wir mit dem Fehlen der israelischen Vorwahl die Gefühle von Herrn Lanzmann verletzt haben, so bitten wir aufrichtig, dies zu entschuldigen', fügte sie hinzu."

Montag, 6. Juni 2016

20 RB pro Tag

Eine Britin kommt ins Krankenhaus, die Leber ist stark vergrößert. Alkoholikerin? Nein, sie ist Red-Bull-süchtig. 20 Dosen RB trank sie wohl jeden Tag. 

Das ist wohl nur die Spitze des Eisbergs. RB macht einfach sensationelles Marketing. Wie bringt man sonst Leute dazu, ein süßliches Zeug zu trinken, das drei mal soviel kostet wie die Produkte der Konkurrenz? In manchen Fällen führt dieses geniale Marketing dann eben auch zur Sucht.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Der Markt

"Der Markt" ist ein dunkler, unklarer Begriff. Angebot, Nachfrage -- alles das, was gehandelt wird, ist Markt. Flankiert von Raub und Schenkung. Deutschland liefert Waffen aus Bundeswehrbeständen an die Peschmerga, und am Zielort entsteht -- ein Waffenmarkt. Man muss die Meldung langsam und vollständig lesen.

Denn diese Meldung macht die Komplexität und Einfachheit des Marktes deutlich:

"Waffen finanzieren Flucht | Mustafa S. (Name geändert) kommt aus der kurdischen Autonomieregion im Irak. Er hat fast 30 Jahre lang für die Peschmerga gekämpft. Zweimal wurde er im Kampf gegen den IS verwundet. Vergangenes Jahr wurde er 40 Tage lang von der Bundeswehr im Nordirak ausgebildet - ein deutsches G36 kann er mit verbundenen Augen zerlegen, sagt er. | Doch vor vier Monaten hat sich Mustafa S. entschieden, den Krieg hinter sich zu lassen. Er ist mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Finanziert hat er dies mit dem Verkauf einer Waffe - in diesem Fall keinem deutschen Gewehr, sondern einer Kalaschnikow. 1800 US-Dollar habe er dafür bekommen. Sein Cousin habe jedoch sein G36 verkauft - für immerhin 4000 US-Dollar. Mittlerweile seien die Schwarzmarkt-Preise für die deutschen Sturmgewehre jedoch deutlich gefallen, auf unter 3000 US-Dollar, so Mustafa S. Das Angebot sei zu groß geworden. | Aufnahme auf einem Handy von Peschmerga-Kämpfern im Nordirak. galerieMustafa S. zeigt Aufnahmen aus dem Nordirak. Hier hat er für die Peschmerga und gegen den IS gekämpft. | Mustafa S. sagt, er kenne etwa 100 Peschmerga, die in den vergangenen Monaten ihre Waffen verkauft hätten, um zu fliehen. Die Situation sei für viele unerträglich geworden. Der niedrige Ölpreis, ausbleibende Zahlungen der irakischen Zentralregierung und der Kampf gegen den IS, der täglich etwa fünf Millionen Dollar verschlingt, haben die kurdische Autonomieregierung an den Rand des Bankrotts gebracht. Er selbst habe fünf Monate lang keinen Sold erhalten und wusste nicht, wie er Miete, Essen und Medikamente für seine behinderte Tochter bezahlen sollte. Jetzt lebt er mit seiner Frau und ihren sechs Kindern in einem Asylbewerberheim in Ostdeutschland." (tagesschau.de)

Donnerstag, 21. November 2013

Eine Theorie des Werts von Gemälden

Heute raffe ich mich auf und erstelle eine Skizze des Werts und der Wertzuschreibung von Kunstwerken. Ich gehe dabei aus von einem Bild des Malers Otto Griebel, wie es in der ZEIT von heute auf der Seite 53 wiedergegeben ist. Es ist dies eines der Bilder aus der Gurlitt-Sammlung, die in diesen Tagen rauf und runter durch die Presse geht.


Dieses ist ein typisches Bild, das den Kunst-Laien sagen lässt: "Das kann ich auch!" Was bedeutet das? Der Laie meint, dass Bild ist kindlich-naiv und ohne jedes malerische Können erstellt. Der Unterschied ist, dass ein Bild, das der Laie oder eines seiner Kinder erstellt, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf dem Kunstmarkt landet. Die Frage ist: Warum nicht? An dieser Stelle erstelle ich mal eine Skizze auf, um besser sichtbar zu machen, wo und wohin ich mich mit meiner Argumentation jeweils bewege.



Der Laie glaubt, dass ein Bild seinen Wert im Wesentlichen durch das Können des Malers bestimmt ist. Findige Leute, wie etwa Walter Benjamin, haben da noch eines dazugesetzt: Das Werk bestehe aus dem physisch-materialen Gegenstand, also dem Maluntergrund und der in spezifisch verteilten Farbe darauf, + X. (Erstaunlicherweise hat jemand bei culture.hu-berlin.de ein entsprechendes Suhrkamp-Aura-Buch einfach ins Netz gestellt.) Das X ist nicht pysisch oder sonstwie fassbar, und das eröffnet den Angriffspunkt für einen nachgerade wunderbaren Zirkel. Dazu gleich.

Nun also ist die soziale Komponente entscheidend wichtig: Der Maler hat sich dafür entschieden Maler zu sein, er ist Profi. Während Schriftsteller am Anfang oft einen Brotberuf und dann schriftstellern, ist das bei Malern seltener. Jedenfalls bei denen, die sich durchsetzen. Der Maler tritt in einer soziale Interaktion ein, die kurz und einfach oder langwierig und kompliziert sein kann.  Er ist Maler von Beruf und geht ein entsprechendes Risiko, in diesem Beruf zu scheitern. Das gehör dazu. Die Kunstwelt will und fordert, dass einer Risiko geht! 

Die soziale Interaktion, einfache Form: Der Maler macht, allein oder mit Freunden, eine kleine, selbst organisierte Ausstellung, und es kommt ein namhafter Galerist und sagt: "Ich würde mich freuen, wenn Sie demnächst einmal bei mir eine Ausstellung machen würden!" Kompliziert: Der Maler macht das mit dem Selbst-Ausstellen eins ums andere Mal, und es interessiert sich niemand dafür. Bis dann eines Tages ... Oder eben auch nicht. Wichtig ist nur, dass in der Interaktion Leute mitmischen, die als Kunsthändler oder Sonstwie-Experten im Rat Rang und Namen haben.

Es kommt das Kunstfremde, aber doch Entscheidende: Das Bild hat auf einmal einen Preis. Sei es, dass der Maler direkt verkauft, dass er über einen Galeristen verkauft oder das es -- meist von Jetzt-Besitzer und Dann-Besitzer -- eine Versteigerung des Bildes gibt. Wenn dieser soziale Prozess sehr erfolgreich verlaufen ist, kommt das Bild vielleicht sogar in ein Museum. Damit wird der Maler zusammen mit seinen Bild in das Who's-who der Kunstwelt eingetragen. Der Maler wird berühmt, und es beginnt, wenn alles gut geht, der Kreislauf aus Ruhmsteigerung und Preissteigerung. Mit der Unterscheidung von Preis und Wert soll auf schlichte Weise übernommen werden, dass ein Bild für einen bestimmten Menschen einen extrem hohen Wert haben kann, während es draußen in der Welt des Kunsthandels keinerlei Preis erzielen kann. (Eigenartigerweise machen die, die den Preis aushandeln, oft von dem entsprechenden Oscar-Wilde-Bonmot Gebrauch.)

Nun, lieber Das-kann-ich-auch-Laie: Die Aura des Bildes wird dadurch geschaffen, dass Maler und Werk diesen sozialen Durchlauf bestanden haben. Es ist nicht das handwerkliche Können des Malers, das entscheidend ist, sondern die Tatsache, dass er das soziale Auswahlverfahren "Kunsthandel" erfolgreich absolviert hat. Aura ist, wenn sie meßbar werden soll, und hier schließt sich der Kreis: die Summe aus Bild, Maler-Ruhm und Kunsthandelspreis. Glaube keiner an Aura-Wolken, die man nicht sehen und nicht messen kann. Wer das tut, muss sich mit Recht einen Kunst-Esoteriker nennen lassen.

Montag, 17. Mai 2010

Casio EXILIM EX-FC100 BK

Die Kamera kostet bei Ebay zwischen 166 und 198 Euro, inkl. Lieferung. Bei Amazon kostet sie -- nun, original so:

Unverb. Preisempf.: EUR 299,00
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20 neu ab EUR 134,89 1 gebraucht ab EUR 160,00

Alles schöne, seltsame Marktwirtschaft. Bei Ebay teuerer als bei Amazon, gebraucht teurer als neu.

Donnerstag, 4. März 2010

Martenstein und Hegemann

Heute in der ZEIT gelesen. Im Internet nachgeschaut: Schon da! Ein äußerst lesenwerte Kolumne, wieder mal. Etwas lässt stutzen: © Nicole Sturz. Wer ist Nicole Sturz? Die Agentin von Martenstein? Oder die, die den Text blitzschnell auf diese Website gebracht hat. Ich schaue nach. Bei Google, dann auf der Ursprungsseite. Seltsam, seltsam. Da kommt Nicole Sturz überhaupt nicht vor. Auf der Ursprungsseite, meine ich. Aber ich habe doch nur rüberkopiert? Ansonsten ist Nicole Sturz eine Fotografin mit einer sehr puristischen Website. Sie -- also Nicole -- fotografiert auch für die ZEIT. Nun denn. Lassen wir's gut sein.

Am besten ist es, die gelehrten Kommentare zu lesen, die es schon zu Martensteins Kolumne gibt. Fazit: Ich glaube, die deutschen LeserInnen sind zu gelehrt und verkopft. Was die dem guten Martenstein alles vor- und nachwerfen! Wahnsinn!

Hegemann und Airen im Textvergleich
Harald Martenstein wundert sich über den Literaturskandal um Helene Hegemann. Er findet, sie hat den Text des Bloggers Airen verbessert.

© Nicole Sturz

Ich habe mir die Textlandschaften von Helene Hegemann angeschaut. Ich habe sie mit den Textlandschaften von Blogger Airen verglichen.

Falls jemand in den letzten Monaten im Ausland war: Helene Hegemann ist achtzehn. Davor war sie siebzehn. Sie hat den Roman Axolotl Roadkill geschrieben. Dann kam heraus, dass sie Teile des Romans aus anderen Büchern und dem Internet abgeschrieben hat, vor allem bei Blogger Airen. Wie ich beweisen werde, ist dies aber überhaupt nicht der Fall.

Ausgelöst wurde die Affäre durch das Wort "Vaselintitten". Jemandem ist bei der Lektüre des Romans dieses Wort aufgefallen. Dann hat dieser Jemand "Vaselintitten" gegoogelt und ist bei Blogger Airen gelandet. Jetzt ist das Wort in der deutschen Sprache allgegenwärtig und voll dudentauglich. Sogar in der FAZ standen Sätze wie: "Es geht nicht nur um die Vaselintitten", oder: "Wem gehören die Vaselintitten?" Ich selbst schreibe Sätze wie: "Ohne Vaselintitten wäre die neuere deutsche Kulturgeschichte anders verlaufen."

Usw.

Aber noch einmal zum Marketing für diesen Roman. Wie muss man sich das vorstellen? Ein Verlag nimmt das Konvolut, bringt es heraus. Lässt seine Verbindungen spielen. Ziel: Wir machen einen Medienhype. Jugend, Rauschgift, Sex, Disco. Passende Sprache.

Der Verlag (wer genau?) ruft bei den Zeitungen an. Beim Fernsehen. Usw. Und dann läuft die Maschine an. Gut geölt, nennt man das in der modernen Welt. Wenn es der eine bringt, muss es auch die andere bringen. Ein Jungstar! Aufgepasst!! Nur eben -- da rufen sehr viele an, beim Fernsehen und beim Rundfunk. Warum schafft es Ullstein diesmal?

Samstag, 1. August 2009

Ein Trost für die Schreibenden?

Was schließen wir daraus?

"Nachdem Grisham im Gericht von Dessoto County der Zeugen- aussage eines minderjährigen Vergewaltigungsopfers beigewohnt hatte, begann er, einen Roman darüber zu schreiben, was passiert wäre, wenn der Vater des Mädchens ihre Angreifer ermordet hätte. Grisham stand jeden Tag um 2 Uhr auf, um mehrere Stunden zu schreiben, bevor er zur Arbeit ging. So brauchte er drei Jahre, um 1987 Die Jury (A Time to Kill) fertig zu stellen. Sein Manuskript, zunächst von mehr als zwei Dutzend Verlagen abgewiesen, wurde schließlich von Wynwood press gekauft und erschien im Juni 1988 in einer bescheidenen Auflage von 5.000 Exemplaren."

a) Man muss Glück haben.
b) Man muss einen langen Atem haben.
c) Man muss Glück ein- und nicht wieder ausatmen.

Und bitte schaun Sie doch auch mal hier und hier. Oder, zusammenfassend, hier!

Dienstag, 9. Juni 2009

Marketing

Dass Marketing die höchste Kunst ist und das Produkt als solches weit in den Schatten stellt, war mir eigentlich klar. Aber es ist trotzdem was Besonderes, wenn man mal wieder ein Beispiel vor die Nase gesetzt bekommt: Der iPod meine Sohne kann seine Dateien nicht auf die Festplatte zurückspielen. Das ist bei dem Genie- und Jugend-Kultobjekt iPod "vom System her" nicht vorgesehen.
Der Fall: Mein PC ist kaputt. Darauf die gekauften Songs meines Sohnes. Die auch auf seinem iPod sind. Dafür entwickeln Fans dann iDump. Damit das Zurückspielen geht. Und einen solche hochkarätigen Käse kaufen die Kids. Weil der Käse ai-in ist.
Marketing eben! Das interpretieren wir mit: Die dritte Wurzel aus Hirnriss mal Erfolg im Quadrat.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Sarah Thornton im Kunstbetrieb

OK, dieses Buch hätte ich auch gerne geschrieben. Aber es gilt natürlich für jeden Vernünftigen: Wenn ein anderer - eine andere dein Buch geschrieben hat, dann sei froh, denn dann brauchst du es nicht mehr zu schreiben. Also Sarah Thornton hat so ein Buch geschrieben und es ist dieses Buch auch schon ins Deutsche übersetzt worden. Der Verlag wirbt so: 
"Was Robert Altmans Film "Prêt-à-Porter" für die Modewelt war, ist Sarah Thorntons Buch für die Welt des riesigen, boomenden Marktes der Gegenwartskunst: Nach welchen Regeln funktioniert sie? Wer entscheidet, welcher Künstler einer der ganz großen (und ganz teuren) wird? Was treibt die Sammler, die Galeristen – und was bedeutet all das für die Kunst und die Künstler selbst?"
Dass Sarah da auch bemerkenswerte Interviews geführt hat -- wunderbar! Lesen!

Dienstag, 27. Mai 2008

Marketing-Theorie

Wenn jeder Zausel die CD von seinem Oberzausel kauft, dann wird der Oberzausel erfolgreich und Millionär. Egal wie seine Zeugnisse in der Schule so waren. Und - MERKE: Erfolg ist, was zählt! Egal welcher Erfolg.