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Mittwoch, 29. Dezember 2021
Montag, 20. April 2015
"Schreiben fürs Fernsehen"
Ein zufälliger Fund bei Amazon:
Schreiben fürs Fernsehen. Drehbuch-Dramaturgie für TV-Film und TV-Serie. Taschenbuch – 14. Mai 2010 | von Vivien Bronner | Taschenbuch EUR 19,90.
Was da nicht so recht gesagt wird: Für´s Fernsehen schreiben, überhaupt
das möchten viele. Aber da gibt es eben Fernsehanstalten bzw. Verlage zwischen dem Autor und dem Zuschauer bzw. dem Leser. Und diese Zwischenhändler nehmen nicht jede und nicht jeden! Besser gesagt: Sie nehmen fast keinen außerhalb der Gruppe derer, die "ohnehin schon drin sind". (Und manchmal machen dann die, die schon drin sind im Betrieb, dass sie gleich doppelt drin sind. Dois Heinze war -- Achtung! freie, doch nicht unbegründete Unterstellung! -- wahrscheinlich doch nur ein Symptom für die Vetterleswirtschaft in den Fernsehanstalten.) Also, ihr lieben Käufer des Buches von Vivien Bronner: Lernt mal anständig für´s Fernsehen schreiben, aber glaubt um Himmels willen nicht, dass sich irgend jemand für das, was ihr da geschrieben habt, interessieren wird! Schreibt den Fernsehfilm, der die Welt vor dem Untergang rettet, und ihr werdet erfahren, dass da im Moment "leider keine Möglichkeit besteht, Ihr Drehbuch zu realisieren".
Schreiben
Veröffentlichen
Gekauft-und
Gelesen-oder-sonstwie-Wahrgenommen-werden
Geld-mit-dem-Schreiben-verdienen
das möchten viele. Aber da gibt es eben Fernsehanstalten bzw. Verlage zwischen dem Autor und dem Zuschauer bzw. dem Leser. Und diese Zwischenhändler nehmen nicht jede und nicht jeden! Besser gesagt: Sie nehmen fast keinen außerhalb der Gruppe derer, die "ohnehin schon drin sind". (Und manchmal machen dann die, die schon drin sind im Betrieb, dass sie gleich doppelt drin sind. Dois Heinze war -- Achtung! freie, doch nicht unbegründete Unterstellung! -- wahrscheinlich doch nur ein Symptom für die Vetterleswirtschaft in den Fernsehanstalten.) Also, ihr lieben Käufer des Buches von Vivien Bronner: Lernt mal anständig für´s Fernsehen schreiben, aber glaubt um Himmels willen nicht, dass sich irgend jemand für das, was ihr da geschrieben habt, interessieren wird! Schreibt den Fernsehfilm, der die Welt vor dem Untergang rettet, und ihr werdet erfahren, dass da im Moment "leider keine Möglichkeit besteht, Ihr Drehbuch zu realisieren".
Es gibt ja einen sehr schlichten empirischen Ansatz, um die Probleme des Drehbuch-Schreiben-Lehrens aufzuzeigen. Es geht um die Beantwortung dieser Frage:
- Wie viele von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entsprechender Seminare bzw. wie viele Leser dieses Buches haben schon ein Drehbuch an einen Fernsehsender verkauft und, was nicht ganz das Gleiche ist, wurden dann auch produziert und gesendet?
Dienstag, 13. Januar 2015
"Sie sind gerne Verleger?"
Noch einmal zurück zu Joachim Unseld. Der sagte in einem STERN-Interview von Arno Luik auf die obige Frage:
Ja, es ist Kunst, Handwerk und Geschäft - und Sie müssen ein bisschen abgedreht sein. Ich möchte mit meinen Büchern - ohne die Probleme der Welt lösen zu können - eingreifen in das Leben da draußen. Und ich will es ordentlich machen, in diesen zwanzig Jahren, die ich noch habe. Ernst Rowohlt ist mir nahe, der Verleger Kurt Wolff - in deren Tradition sehe ich mich. Und das Schönste ist: Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, ich gehöre 100 Prozent mir selbst.
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Da hat die TITANIC wieder mal recht...
Alle Jahre wieder kürst Du in einer von niemandem erbetenen »Initiative« das »Jugendwort des Jahres«. Und hätte Deine brave Jugendsprech-Jury das durch entspannte und gutgelaunte Online-Trolle auf uneinholbare 46 Prozent hochgepushte Internetvotum nicht noch ab- und zurechtgebogen, würde das Jahr 2014 mit »Fappieren (Selbstbefriedigung bei Jungs)« in die Geschichte eingehen.
Andererseits: Wer würde sich ohne Deine peinlich anbiedernde Jugendarbeit noch an die coolen Gewinnerworte der vergangenen 100 Jahre erinnern? An »Den Kolben polieren« (1914), »1000 Schuß, dann ist Schluß!« (1945), »Fräulein Faust besuchen gehen« (1958), »Sich einen von der Palme wedeln« (1972), »Fünf gegen Willi spielen« (1989) oder »Den Joystick quälen« (2004), wenn es den Langenscheidt-Sprachverlag und seine Einhandsegler nicht gäbe? Gewichst wird schließlich immer! Sogar bei den Babos auf der: ---
Natürlich muss man auch sagen, dass sich die TITANIC vielleicht doch ein wenig zu wichtig nimmt. Initiativ werden darf man hierzulande gottseidank auch ohne einen Auftrag des Volkes, der Regierung und ohne eine Genehmigung der TITANIC. Und das ist auch gut so.
Natürlich muss man auch sagen, dass sich die TITANIC vielleicht doch ein wenig zu wichtig nimmt. Initiativ werden darf man hierzulande gottseidank auch ohne einen Auftrag des Volkes, der Regierung und ohne eine Genehmigung der TITANIC. Und das ist auch gut so.
Freitag, 10. Oktober 2014
Eine kindliche Liebe zur Mathematik
Ich suche nach der Quelle für Pikettys Diktum, die us-amerikanischen Ökonomie-Lehrer seien von einer "kindlichen Liebe zur Mathematik" getrieben. So ungefähr habe ich es gelesen. Aber wo? In der ZEIT, im SPIEGEL, in der SZ? Ich suche im Netz. Würde man erwarten, dass man das auf einer Seite findet, über der Schwarzer Halbmond steht? Da denke ich doch eher an die Kämpfer des Islamischen Staates. Nun gut, auf der Seite steht dann, schon eher aufschlussreich: press-abstrakt.com. Da steht es dann:
Der olle Marx Die Reichen werden reicher, und die Armen bleiben arm: Ein französischer Ökonom will die Volkswirtschaftslehre neu begründen und macht damit Weltkarriere FEUILLETON Thomas Piketty, Professor in Paris, 1971 in Clichy geboren, hatte kurz in den USA studiert, bevor er sich von den amerikanischen Wirtschaftswissenschaften abwandte: Sie hegten eine kindliche Liebe zur Mathematik, sagt er. Gefunden am Dienstag, 22. April 2014 in SZ, Seite 11.
Ok, länger her als ich dachte. Und da steht dann auch noch, auch nicht uninteressant:
17 blacktriangleright www.sz.de/kultur Grossartige Zukunft Das Oxford English Dictionary wird nur noch online erscheinen.
Jaja, die einst so stolzen Bücher und Verlage, die doch einst wähnten, dass sie der Nabel der gebildeten Welt sind und für ewig bleiben werden. Jetzt werden sie zu Dinos, die im Sturm des digitalen Zeitalters marginalisiert werdern.
--
Nachtrag: "10. Juli 2015, 08:31 | Piketty-Brief an Merkel | Wissenschaft beraubt sich ihrer stärksten Waffe || Thomas Piketty und Jeffrey Sachs haben Angela Merkel einen offenen Brief geschrieben, wegen Griechenland. Das ist legitim. Aber nicht sehr klug." (Süddeutsche Online)
Freitag, 26. September 2014
Calibre (E-Book-Software)
Normalerweise hört man über Calibre nur Gutes, und ich habe es selbst verwendet und fand es sehr gut. Nun habe ich gestern eine Ausnahme gefunden, eine Warnung:
"Warnen muss ich in diesem Zusammenhang vor der Konvertier-Software Calibre. Calibre scheint einfach, aber Sie glauben gar nicht, wieviele damit verhunzte eBook-Dateien ich schon reparieren durfte. Das Problem ist nicht die Software an sich. Profis können damit perfekte eBooks erzeugen. Doch Calibre ist einfach zu tolerant und macht auch aus fehlerhaften Eingabe-Dateien noch irgendwie eBooks. Das ist im Privatbereich praktisch und sogar erwünscht (Hauptsache, der Text ist lesbar), doch die eBook-Händler beschweren sich dann, wenn sie solche Ergebnisse hochladen." (Quelle)
Der Autor Matthias Matting bietet Lösungen an. Es lohnt, mal hinzuschauen:
"Um aus dem Manuskript ein eBook zu machen, sollten Sie ein gutes Werkzeug nutzen. Die oben erwähnten Papyrus Autor und Scrivener können eBook-Dateien im ePub-Format direkt exportieren. Wenn Sie mit Word oder OpenOffice gearbeitet haben, empfehle ich immer Jutoh. Das Programm ist relativ einfach nutzbar und gleichzeitig so mächtig, dass Sie auch später als erfahrener Self Publisher noch gern damit arbeiten werden. Wenn Sie sich den Umgang damit nicht zutrauen, fragen Sie am besten einen eBook-Dienstleister; der Service kostet unter 100 Euro."
Mittwoch, 24. September 2014
Wissenschaftsverlage > de Gruyter > ...
> ... Beutelschneiderei
Verlage gerieren sich gerne als Gralshüter. Hüter der Kultur. Dass sie auch Geschäfte machen -- geschenkt. Sagen sie. Gegen Amazon dann. Aber noch einmal: die Wissenschaftsverlage haben eine lange Beutelschneiderei-Tradition.
Verlage gerieren sich gerne als Gralshüter. Hüter der Kultur. Dass sie auch Geschäfte machen -- geschenkt. Sagen sie. Gegen Amazon dann. Aber noch einmal: die Wissenschaftsverlage haben eine lange Beutelschneiderei-Tradition.
Beispiel gefällig? De Gruyter hat inzwischen viele, viele ehemalige Einzelverlage unter sein Dach gebracht, so auch den Tübinger Niemeyer Verlag. Und nun? Ich möchte einen schmalen Aufsatz von 1976. Natürlich hat der Autor damals keinen Pfennig gesehen und sieht heute keinen Cent. Dafür hat er oder der Herausgeber bzw. dessen Sekretariat das, was da veröffentlicht werden sollte, höchstselbst getippt, damit der Verlag keine Satzkosten hatte.
Und nun?
Und nun?
Für 10 Seiten Vergilbtes möchte de Gruyter 30 Euro! Und der Autor sieht davon nix. Soweit zum Thema Geld. Und ein Lob darauf, dass E-Publishing heute solche Verlage kompett überflüssig macht.
Montag, 27. Januar 2014
Bücher / Luxbooks
Was aus dem guten alten "Buch als solchem" wird, ist schwer zu sagen. Ein 500 Jahre altes Kulturgut, für das Bibliotheksstrukturen für die Ewigkeit zu existieren schienen, wird durch Internet und neue Publikationsmöglichkeiten langsam zu einem Dino. Da werden dann die Tonfälle der verbliebenen Verlage rauher [sic]. Sobeben gefunden, die strengen erzieherischen Vorgaben des Luxbooks-Verlags für potentielle Autoren:
Manuskripte
Derzeit sichten wir nur in seltenen Ausnahmefällen unverlangt eingesandte Manuskripte. Sollten Sie uns ein Manuskript senden, beachten Sie bitte folgendes:
1. Kein Autor kommt aus dem Nichts. Die ersten Anlaufstationen für Autoren sind nicht Verlage, sondern Literaturzeitschriften, literarische Wettbewerbe u. ä. luxbooks kann keinen Text "aus dem Nichts" publizieren. Der Weg eines Autors führt über Einzelpublikationen in Zeitschriften und auf einschlägigen Plattformen, über Förderpreise und Stipendien in unser Programm.
2. Wir publizieren ausschließlich junge deutsche Literatur & zeitgenössische US-amerikanische Literatur. Wenn Sie nicht wissen, was darunter zu verstehen ist, senden Sie uns bitte kein Manuskript. Die Reihen latin und slavica werden ausschließlich von Herausgebern geplant, eine Einsendung von Manuskripten ist zwecklos.
3. Wenn Sie Ihren Text und Ihre Vita hinsichtlich dieser oben genannten Kriterien überprüft haben und zu der Überzeugung gekommen sind, dass dies alles zutrifft, dann bitte an uns senden.
4. Die Sichtung von Manuskripten erfordert Zeit. Bitte sehen Sie von Nachfragen ab. Sollten wir uns nicht innerhalb eines Monats gemeldet haben, passt Ihr Manuskript nicht in unser Programm. Wir antworten ausschließlich per Mail, denken Sie also daran, uns eine gültige Emailadresse mitzuteilen.
Wollte man in diesem Verlag ein Buch veröffentlichen? Nein, doch lieber nicht, denke ich. Und möchte ich ein Buch aus diesem Verlag kaufen? Nein, doch lieber nicht.
Dienstag, 10. Dezember 2013
Hans Wellmann (1936-2012)
Der erste Absatz bei der Wikipedia:
Hans Wellmann (Linguist) ... (* 3. Juni 1936 in Suttorf, Niedersachsen; † 1. März 2012 bei Augsburg) war ein deutscher Linguist und Germanist. Nach seinem Abitur am Max-Planck-Gymnasium Bielefeld studierte er von 1956-1958 Chemie in Würzburg, von 1958-1963 in Bonn Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Geographie. 1963-1964 war er Wissenschaftlicher Assistent für das Fach Geographie an der TH Aachen, bevor er bis 1967 als Assistent im Fach Germanistik in Bonn tätig wurde und in diesem Jahr das über Thema „Kollektiva und Sammelwörter im Deutschen“ promovierte.
Die Wikipedia verweist noch auf einen Nachruf auf Hans Wellmann beim Langenscheidt-Verlag. Dort aber:
Die gewünschte Seite wurde nicht gefunden. /autor/8/Hans_Wellmann Sie haben sich über einen Direktlink auf eine Seite begeben die nicht mehr existiert oder dessen Informationen sich nun auf einer anderen Seite befinden. Wir entschuldigen uns für diese Unannehmlichkeit. Alternativ können Sie einen der untenstehenden Links verwenden.*
Die Bücher, an denen W. bei Langescheidt mitgearbeitet hat, die sind natürlich da und lassen sich kaufen.
Ab heute nenne ich solche Listen: Bücherfriedhöfe. Im Gedenken an Hans Wellmann.
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|* Nachtrag (25.09.2014): Über die Suche auf der Langenscheidt-Seite lässt sich der -- kurze -- Nachruf dann doch auch heute noch finden.
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|* Nachtrag (25.09.2014): Über die Suche auf der Langenscheidt-Seite lässt sich der -- kurze -- Nachruf dann doch auch heute noch finden.
Montag, 10. Juni 2013
PUS und seine (Ex-) Autoren
PUS = Post Unseld Suhrkamp.
Weil es sich grad so ergibt, für meine Notizen in Sachen Suhrkamp, aus dem Wikipedia-Artikel Suhrkamp:
Ende Februar 2004 erklärte mit Martin Walser einer der prominentesten lebenden deutschsprachigen Autoren, dass er von Suhrkamp zum Rowohlt Verlag wechsele.
...
Aufgrund von Missstimmigkeiten und wegen schlechter Honorierung kündigte im November 2008 der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki seinen Vertrag mit Suhrkamp und wählte für seine fünfteilige Anthologie deutscher Schriftsteller den Hamburger Verlag Hoffmann und Campe. Er setzte hinzu, dass er zu Siegfried Unseld immer Vertrauen gehabt habe, während seine Witwe ihn dagegen „betrogen“ habe.
Im Februar 2009 erklärte der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg nach 35 Jahren das Ende seiner Zusammenarbeit mit Suhrkamp und seinen Wechsel zum Münchener Verlag C. H. Beck. Muschg, der bis November 2008 als einziger Autor dem Stiftungsrat des Suhrkamp Verlags angehörte, begründete seine Entscheidung mit der Führungspolitik der Verlagschefin Unseld-Berkéwicz.
Während ja offenbar Handke und einige mit der neuen streitbaren Chefin gut können.
--
Ein kluger, klug ausgewogener Kolumne oder ein Blog-Eintrag in der taz (die heute gar nicht gefragt hat, ob ich diesen Artikel kaufen will) 07.05.2013: Wird Barlach gelyncht? Von lottmann.
Ihm [Unseld] geschah in seinen letzten Jahren, was vielen älteren Herren seiner Generation und Position geschieht, nämlich die freundlich-feindliche Übernahme durch eine junge, attraktive Frau: Ursula Schmidt, die sich mit dem Künstlernamen Ulla Berkewics anreden läßt. Sie ist 33 Jahre alt, als Unseld ihr zuliebe einen ‚Roman‘ aus ihrer Feder bei Suhrkamp veröffentlichen läßt. Später, schon im siebenten Lebensjahrzehnt stehend, heiratet er die verführerische, als leicht spinnert-esoterisch verschrieene Frau.
...
Sie gab in den folgenden Jahren die Klischee-Hexe in dem unappetitlichen Stück ‚Der Untergang des Hauses Suhrkamp‘. Wie einst die Mao-Witwe, nur viel erfolgreicher, riß sie die Macht nach Unselds Tod an sich. Wer bis dahin etwas zu sagen gehabt hatte im Verlag, wurde abgeräumt. Die besten Autoren wurden vergrault, „sogar der scheußliche Martin Walser“ (Rainald Goetz). Geschäftsführer und Leiter der Theaterabteilung Rainer Weiss, für viele der gefühlte Kronprinz des Patriarchen, der es auch von der Sache her gekonnt hätte, wurde ebenso weggemobbt wie Joachim Unseld, der keineswegs ungeniale Sohn des Alten. Damit begann aber das heutige Debakel: Dieser Sohn warf genervt seine Anteile am Verlag weg – und Hans Barlach in den Rachen. Daß dieser eine Heuschrecke war, hätte er wissen können. Barlach hatte sich sein ganzes Geschäftsleben lang mehr oder weniger darauf spezialisiert, Zeitungen und andere Medien zu ruinieren. Heute ist Joachim Unseld entsetzt über seine Tat. Aber er hatte den Krieg mit der zickigen Frau seines Vaters wohl einfach nicht länger ausgehalten.
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Ein kluger, klug ausgewogener Kolumne oder ein Blog-Eintrag in der taz (die heute gar nicht gefragt hat, ob ich diesen Artikel kaufen will) 07.05.2013: Wird Barlach gelyncht? Von lottmann.
Ihm [Unseld] geschah in seinen letzten Jahren, was vielen älteren Herren seiner Generation und Position geschieht, nämlich die freundlich-feindliche Übernahme durch eine junge, attraktive Frau: Ursula Schmidt, die sich mit dem Künstlernamen Ulla Berkewics anreden läßt. Sie ist 33 Jahre alt, als Unseld ihr zuliebe einen ‚Roman‘ aus ihrer Feder bei Suhrkamp veröffentlichen läßt. Später, schon im siebenten Lebensjahrzehnt stehend, heiratet er die verführerische, als leicht spinnert-esoterisch verschrieene Frau.
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Sie gab in den folgenden Jahren die Klischee-Hexe in dem unappetitlichen Stück ‚Der Untergang des Hauses Suhrkamp‘. Wie einst die Mao-Witwe, nur viel erfolgreicher, riß sie die Macht nach Unselds Tod an sich. Wer bis dahin etwas zu sagen gehabt hatte im Verlag, wurde abgeräumt. Die besten Autoren wurden vergrault, „sogar der scheußliche Martin Walser“ (Rainald Goetz). Geschäftsführer und Leiter der Theaterabteilung Rainer Weiss, für viele der gefühlte Kronprinz des Patriarchen, der es auch von der Sache her gekonnt hätte, wurde ebenso weggemobbt wie Joachim Unseld, der keineswegs ungeniale Sohn des Alten. Damit begann aber das heutige Debakel: Dieser Sohn warf genervt seine Anteile am Verlag weg – und Hans Barlach in den Rachen. Daß dieser eine Heuschrecke war, hätte er wissen können. Barlach hatte sich sein ganzes Geschäftsleben lang mehr oder weniger darauf spezialisiert, Zeitungen und andere Medien zu ruinieren. Heute ist Joachim Unseld entsetzt über seine Tat. Aber er hatte den Krieg mit der zickigen Frau seines Vaters wohl einfach nicht länger ausgehalten.
Dienstag, 28. Mai 2013
Suhrkamp und der Uli
Skurriles und Aufwühlendes aus der Kulturwelt: Suhrkamp mit der geplanten Insolvenz als Befreiungsschlag. "Herr Zett und der Pilznarr ..." (SZ heute, S. 11. Und Online.)
Eine Idee, ein Vorschlag: Uli Hoeneß wird zur Strafe für -- na, Sie wissen schon... --, jawohl: Chef von Suhrkamp! Dann geht es aufwärts mit dem Verlag. Garantiert! Die dann unvermeidliche Reihe "Fußball als Gegenkultur" verkraftet der Verlag dann leicht.
Dienstag, 7. Mai 2013
Gratismentalität
Youtube, bestimmte Kanäle, kosten vielleicht bald Geld, hört man. Was dagegen zu sagen? Nein. Ich plädiere sogar dafür, dass z. B. bestimmte Fußballspiele in akzeptabler Qualität gegen Direktbezahlung gestreamt werden. Das könnten dann aber auch ARD und ZDF anbieten. Besser als Sky, wo das Nicht-Interessierende mit gekauft werden muss. Dieses SKY-Modell wird sich einfach nicht durchsetzen lassen. Von wegen auch: die Zeit, die man hat, ist begrenzt. Und -- letzthin beim Spiel Dortmund : Malaga gesehen: unglaublich viel Werbung oben drauf!
Wie auch immer, wichtig ist das Stichwort "Gratismentalität". Der Versuch, einen Kampfbegriff zu kreieren. Was soll man dazu sagen? Nun ja, wo ein Überangebot herrscht, wird wenig, bei totalem Überangebot wird nichts bezahlt. Ich könnte heute jederzeit ohne papierene Zeitung leben. Warum tue ich es nicht? Die Macht der Gewohnheit. Morgens, das iPad neben der Kaffeetasse? Eher nicht. Aber wird das immer so sein? Who knows. Natürlich auch: das Unrechtbewusstsein ist ein anderes. Ob ich einen Film streame (ich persönlich via Lovefilm) oder ein Pfund Butter im Laden klaue -- nein, es ist nicht dasselbe! Noch nicht mal das gleiche.
Und was wird aus Zeitungen, Zeitungsverlagen, Buchverlagen?! Die Buchhandlungen wissen ohnehin, wovon die Rede ist. Die Betroffenen, aber auch die ganze Gesellschaft muss sich Gedanken machen. Wie soll es weitergehen mit dem Qualitätsjournalimus, den Lektoraten und den Verlagen? Die Fragen sind auf dem Tisch.
Montag, 1. April 2013
Kindle und e-Books allgemein
Man muss den e-Book-Markt im Auge behalten und die Veränderungen registieren. Eine "technische Kulturrevolution" zeichnet sich bereits deutlich ab. -- Zwei Auszüge:
"Amazon gab heute (14.03.2013) die offiziellen Verkaufszahlen und Umsätze fürs Jahr 2012 bekannt und verkündete gleich mal im ersten Satz, dass nicht nur Leser, sondern auch Autoren vom e-Reading Trend profitieren. 38 Autoren haben durch Verkäufe im Kindle Shop auf Amazon.de mehr als 25.000 Euro verdient; acht davon sogar über 100.000 Euro. Seit Einführung von KDP auf Amazon.de haben bereits 15 KDP-Autoren jeweils mehr als 50.000 Exemplare verkauft. || Klingt beeindruckend, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Über den Teil unter Wasser schweigt Amazon, wohl aus gutem Grund. Denn betrachtet man die Tausenden Autoren, die mittlerweile über KDP in Deutschland veröffentlichen, sind 38 Top-Verdiener schon nicht mehr ganz so imposant."
"18.04.2012 E-Book-Bestsellerlisten || ... Es werden nur Titel aufgenommen, die nicht nur über einen einzigen Anbieter verkauft werden. Alle Kindle-Only-Titel fallen somit raus. Warum?
Diese Titel werden von uns auch registriert, sie werden aber in den Charts nicht berücksichtigt. Damit ein Titeln in den Charts publiziert wird, muss er von mindestens zwei unterschiedlichen Händlern geliefert werden. || Self-Publishing-Autoren fragen sich, ob ihre Titel überhaupt eine Chance haben, in das Ranking zu kommen. Greift auch hier ein Filter, nach dem Motto: Nur Verlage, bitte! Wir berücksichtigen alle Verkäufe und verarbeiten sie nach definierten Chart-Regeln. Hierbei hat natürlich auch ein Self-Publishing-Autor die gleiche Chance. Einen Filter 'nur Verlage' gibt es nicht."
Samstag, 23. März 2013
Bücher verkaufen -- bei ...
Eine kleine empirische Untersuchung über den Wert von Büchern, heute.
Ankauf bei: momox.de
3-548-27511-7
Pablo Picasso. Eine Biographie. Buch von OBrian, Patrick. (Taschenbuch). Ullstein Taschenbuchvlg. April 1985.
Diesen Artikel können wir leider nicht ankaufen.
3-506-76981-2
Unterwegs zur Wahrheit. Konzise Einleitung in die theoretische Philosophie. Buch von Quine, Willard van Orman. (Broschiert). Januar 1995.
1 €
ISBN im Buch: 978-3-8297-1 ist falsch. Richtig ist: 3-8252-3897-0
Wortschatzanalyse. Buch von Hilke Elsen. (Taschenbuch, 1, 256 Seiten). UTB GmbH, Januar 2013.
5,36 €
Ankauf bei: momox.de
3-548-27511-7
Pablo Picasso. Eine Biographie. Buch von OBrian, Patrick. (Taschenbuch). Ullstein Taschenbuchvlg. April 1985.
Diesen Artikel können wir leider nicht ankaufen.
3-506-76981-2
Unterwegs zur Wahrheit. Konzise Einleitung in die theoretische Philosophie. Buch von Quine, Willard van Orman. (Broschiert). Januar 1995.
1 €
ISBN im Buch: 978-3-8297-1 ist falsch. Richtig ist: 3-8252-3897-0
Wortschatzanalyse. Buch von Hilke Elsen. (Taschenbuch, 1, 256 Seiten). UTB GmbH, Januar 2013.
5,36 €
Samstag, 10. November 2012
Hilmar Klute und das Burnout
Hilmar Klute hat, wie es in der Anzeige* heißt, einen 'blitzgescheiten Essay' geschrieben. Der heißt "Wir Ausgebrannten". Es ist dies, so die Anzeige für das Buch, eine "Polemik gegen die Burnout-Epedemie". Erschienen bei Diederichs ist diese "längst fällige Abrechnung". So weit so gut.
Erst einmal bin ich dankbar, dass da jemand polemisiert. Denn Burnout, da kann man sich sicher sein, ist eine Modekrankheit. Nicht bezweifelt werden soll, dass es Depressionen gibt, die durch eine multiple Überlastung entstanden sind: Arbeit, Scheidung, Streit über das Sorgerecht, pubertierend-bescheuerte Kinder ohne Maß und Ziel dazu, die klauen und motzen und einem das Leben zur Hölle machen. Solche Kombinationen halt. Solche Depressionen können am Ende lebensbedrohend sein und körperliche Probleme schwerster Art nach sich ziehen.
Nur eben: Vor diesem Gebiet der klaren Fälle gibt es ein weites freies Feld, auf dem jetzt leichter bis mäßiger Stress, Überarbeitung, schlechte Laune zu Burnout werden. Es ist, wie es das immer schon mal gegeben hat: Die Medizin und die Psychologie -- diese Fächerkombination ist für solcherlei immer gut -- kreieren ein Krankheitsbild, und die Menschen passen sich dem an und stellen sich rasch und gerne in das Bild. Solche Modekrankheiten verschwinden irgendwann auch wieder. Die Hysterie in der Zeit um 1900 ist ein schönes Beispiel.
So ungefähr hätte ich das gesagt. Und dann hätte ich, mit Material und Zitaten, vielleicht 20, wenn es hoch kommt 30 Seite geschrieben. Einen Essay in dieser Länge halt. Allerdings -- ich bin kein Fachmann.
Hilmar Klute hat ein ganzes Buch geschrieben, über diese doch recht schlichten Thesen. (Wobei ich zugebe: Er hat vielleicht vollkommen neue Aspekte gefunden, die ich nicht mal erahnen kann. Ich habe das Buch noch nicht gelesen.) Ein schmales Buch, 144 Seiten, 17 Euro. Aber ein Buch. Und jetzt frage ich: Was hat er, was ich nicht habe. Ich muss das Buch doch mal anschauen.
--
|* SZ, 10.11.2012, S. 13 unten.
Montag, 30. Juli 2012
Schwimmen im Strom der Zeit
Wenig schien verlässlicher, als dass Menschen Bücher schreiben und über mehr oder weniger renommierte Verlage in den Buchhandel bringen, wo interessierte Leser aus einem breiten "Sortiment" auswählen können. Doch es verändert sich alles.
Heute meldet die SZ, dass die Uni-Buchhandlung Heinrich Frank in der Münchener Schellingstraße Insolvenz angemeldet hat. Auf der Homepäge der Buchhandlung ist, Stand heute, noch nichts zu lesen.
Der Verlag meines letzten Buches schreibt mir, dass er die Läger verschlanken muss. Ein Angebot, Exemplare sehr günstig selbst zu kaufen. Eine kleine Anzahl will der Verlag aber weiterhin vorrätig halten. Und, sehr freundlich: Ich bekomme die E-Book-Rechte geschenkt. Also wird es dieses Buch, so ich es hinbekomme, vom nächsten Jahr an als E-Book geben. Punktum.
Auf nichts ist Verlass in dieser Zeit. Schwimmen wir im Strom der Zeit mit und hoffen wir auf die Goldmedaille hier, die Biedermann in London nicht bekommen wird.
Donnerstag, 29. März 2012
Regener - Verlage - Kohle
"Verlag" -- was für ein schönes Wort! Also "Buchverlag" ist gemeint, nicht Bierverlag. Nur sind die Verlage, wie alle Vertreter "alter" Medien bedroht. Ja, vom Aussterben bedroht! -- Ich habe Sven Regener seltsamerweise wohl bei Ausstrahlung gehört. War elektrisiert.
'Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht,
ist nichts wert!'"
Und auch die Piratenpartei kriegt eins drüber. Und Regener legt dauernd dar: Hey, ich bin doch einer von den Coolen! Ich bin doch auf ewig modern! Erfolgreich!
Als ich die Rede gehört habe, war das so: Ende. Kurzes Aufstaunen von Moderator und Moderatorin. Ratloses kleines Lachen. Und dann: Ja, Gott, is ja ganz lustig. Der Regener kommt aus der älteren Generation. Hört man ja. Der kann nicht verstehen, wie die Welt heute so tickt. Schon seltsam, das mit den Alten! -- Und auf einmal war wieder klar, dass es keinen Urheberschutz und keine Bezahlung für Werke mehr gibt bei den jungen Hippen. Es ist ja nichts Materielles mehr. Keine CD, DVD, Buch. Alles Bits und Bytes. Daten + Gerät. Daten sind kostenlos. Geräte kosten im Moment noch was. Wird sich aber auch bald ändern. Du kannst für den Kindl 50 Euro bezahlen oder 50 Bücher kaufen und den Kindl bekommst du gratis dazu... Muss aber natürlich über einen Giganten wie Amazon laufen. Die Kleineren können so was nicht durchsetzen.
Die Piraten haben auch schon was dazu gesagt. Man hat das Gefühl: Das BlaBlaBla der Mächtigen, die herumschwadronieren und ihnen eh keiner kann. So spricht er dann zu dem "Herrn Regener"...
"Es muss sich einiges ändern auf dem Markt. Das ist spätestens seit 2000 klar. Es ist schade, dass wir dort noch nicht weiter gekommen sind. Aber es kann auch keine Lösung sein, das Internet zu beschneiden. Es kann keine Möglichkeit sein, Leute zu kriminalisieren, wenn sie ohne kommerzielles Interesse Wissen teilen. Wir sollten uns alle daran beteiligen eine Lösung für die Zukunft zu finden. Auch Herr Regener, denn der kennt ja die Perspektive von der anderen Seite des Tresens."
Christopher Lauer, kulturpolitischer Sprecher der Piratenpartei
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Die Piraten haben auch schon was dazu gesagt. Man hat das Gefühl: Das BlaBlaBla der Mächtigen, die herumschwadronieren und ihnen eh keiner kann. So spricht er dann zu dem "Herrn Regener"...
"Es muss sich einiges ändern auf dem Markt. Das ist spätestens seit 2000 klar. Es ist schade, dass wir dort noch nicht weiter gekommen sind. Aber es kann auch keine Lösung sein, das Internet zu beschneiden. Es kann keine Möglichkeit sein, Leute zu kriminalisieren, wenn sie ohne kommerzielles Interesse Wissen teilen. Wir sollten uns alle daran beteiligen eine Lösung für die Zukunft zu finden. Auch Herr Regener, denn der kennt ja die Perspektive von der anderen Seite des Tresens."
Christopher Lauer, kulturpolitischer Sprecher der Piratenpartei
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Was die Bucherlage angeht, es gibt sie noch, die Kette, und es gibt sie auch schon nicht mehr:
- Autor
- Verlag
- Lektor
- Setzer
- Hersteller
- Marketing-Mensch
- Buchhalter
- Buchhändler ?
- Käufer
- Leser
Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass es bald mehr Autoren als Leser gibt, nicht nur bei den Lyrikbänden. Also -- was nun? (Nur nebenbei, weil ich es vor kurzem gehört habe: Italo -- nein, nicht Calvino, sondern Suevo hat seine ersten drei Bücher auf eigene Kosten drucken lassen. Keiner wollte sie offenbar verlegen.)
Ich denk' mal drüber nach. Es wird mir schon was einfallen.
Dienstag, 3. Januar 2012
Hardcover plus E-Book
Heute darüber gehört, im DLF? Das Folgende zu diesem Thema ist jedenfalls aus der FAZ.
"Nur Buch, das gibt’s nicht mehr? | 05.12.2011 | Seltsame Idee: Die Verlage Haffmans & Tolkemitt sowie Rogner & Bernhard verkaufen künftig ihre Hardcover zusammen mit dem E-Book - zum herkömmlichen Preis. | Von FELICITAS VON LOVENBERG | Auch ein elektronisches Buch allein hat seinen Preis: Es soll um ein Viertel günstiger sein | Aus Amerika kennt man das Verkaufskonzept: „Buy one, get one free“, das sich längst überall dort etabliert hat, wo ein schwächelnder Absatz angekurbelt werden soll. Während nach den Vereinigten Staaten nun auch in Großbritannien im zu Ende gehenden Jahr erstmals mehr E-Books als gebundene Bücher verkauft wurden, haben die Berliner Verlage Haffmans & Tolkemitt sowie Rogner & Bernhard endlich die naheliegende Antwort auf diese Entwicklung in die Tat umgesetzt, frei nach dem Motto: „Buy one, get the other one for free.“"
Geht es Verlagen und Buchhandel, auch Amazon, buecher.de usw., bald wie der Plattenindustrie? Download, gratis, ist alles...
Das Mittel gegen diese Digitalisierung -- man lese halt mal wieder "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" -- wird 'Original' heißen: Original-Buch, vom Autor signiert. Der Chip oder das Papier. Und dann dann natürlich: der in der Zahl limitierte bibliophile Band! Gab es ja seinerzeit bei Greno schon mal. Durchnumerierte -- na gut, meinetwegen durchnumme- rierte 999 Exemplare. Zum Beispiel.
Das Mittel gegen diese Digitalisierung -- man lese halt mal wieder "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" -- wird 'Original' heißen: Original-Buch, vom Autor signiert. Der Chip oder das Papier. Und dann dann natürlich: der in der Zahl limitierte bibliophile Band! Gab es ja seinerzeit bei Greno schon mal. Durchnumerierte -- na gut, meinetwegen durchnumme- rierte 999 Exemplare. Zum Beispiel.
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Mittwoch, 23. März 2011
Google Books und das Gericht
Google hat, so SPIEGEL Online, vor Gericht eine Schlappe erlitten. In Sachen Google Books und Copyright und Autoren-Vergütung.
So ganz irgendwie ist es schön, wenn man dann einen Leserkommentar findet, der die eigene Meinung schon ziemlich gut wiedergibt:
Ich kann dieses Gejammere über Google nicht mehr hören. Es geht hier um Bücher, die nicht mehr erhältlich sind. Die Rechteinhaber verdienen ohne Google also genau 0 Euro mit diesen Büchern. Mit Google bekommen Sie jetzt ganz einfach die Möglichkeit etwas damit zu verdienen. Dafür müssen Sie sich nur melden und klar machen, dass Sie Ansprüche haben. Den Rest macht Google.
Wer das Geld nicht will, der braucht nichts machen und bekommt, genau die 0 Euro, die er vorher bekommen hat.
Außerdem werden Werke, deren Verwertung sich sonst nicht lohnen, würde wieder zugänglich. Was neben den Lesern, auch die Autoren freut, weil in der Regel schreibt man, weil man will, dass es gelesen wird.
Wenn Google nicht gepusht hätte, wären die Verlage nie in die Puschen gekommen. Die Verlage, die den Autoren nur einen winzigen Bruchteil der Einnahmen geben, sollen sich hier nicht als Schützer der Autoren aufspielen. Bei modernen online-Vertriebswegen ist es längst üblich, dass die Autoren um die 70% bekommen und nicht die jämmerlichen 5-10%, die die Verlage gnädigerweise abgeben.
Mittwoch, 23. Juni 2010
Deutsche Titel-Übersetzungen
Ich sehe, nachdem Bayern 2 in seinem Kalenderblatt über Kinsey spricht, einmal in der Wikipedia nach und finde da auch das:
"Sein Leben ist Thema des biografischen Films Kinsey – Die Wahrheit über Sex (2004) und des Romans The Inner Circle (2004) von T. C. Boyle mit dem deutschen Titel Dr. Sex."
Das wift wieder einmal die Frage auf: Warum geben die deutschen Verlage usw. englischen Titeln immer solch hanebüchen-bescheuerte Übersetzungen? Könnten sie nicht halbwegs wörtlich bleiben?
Meine weiteren Beispiele, relativ beliebig:
Ein Mann sieht rot - Originaltitel: Death Wish
Tödliche Weihnachten (wohl zu Beginn auf Pro7 auch schon mal: Blutige Weihnacht) - Originaltitel: The Long Kiss Goodnight
Tödliche Weihnachten (wohl zu Beginn auf Pro7 auch schon mal: Blutige Weihnacht) - Originaltitel: The Long Kiss Goodnight
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