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Dienstag, 26. März 2019

EU-Urheberrechtsreform (Julia Reda)

Notizbuch

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Julia Reda. Sie hat schon gewonnen || Julia Reda ist die einzige Piratin im EU-Parlament. Sie hätte sich eine ruhige Zeit dort machen können. Stattdessen führt sie die Gegner der EU-Urheberrechtsreform an. | Von Lisa Hegemann, Berlin und Brüssel | 26. März 2019 | 323 Kommentare (zeit.de)

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Auch diese Reform zeigt wieder mal: Die Europäer, und die Deutschen zumal, waren und sind nicht fähig, sowas wie Google, Facebook, YouTube oder Amazon auf die Beine zu stellen.* Aber dann offiziell klagen und die Kreativität der Menschen zu Tode schützen, das können sie!


* Immer wieder mal die Frage, warum nicht Arcandor [Rechtsform Aktiengesellschaft in Liquidation, Gründung 1999] seinerzeit Amazon zuvorgekommen ist. Was hatten die für einen Vorsprung an deutschem Versandhaus-Know-how! Aber -- einfach zu wenig Phantasie.

___ SOEBEN GELESEN ___

http://m.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/artikel-13-eu-parlament-stimmt-urheberrechts-richtlinie-komplett-zu-a-1259677.html

Uploadfilter und Leistungsschutzrecht
EU-Parlament stimmt Urheberrechts-Richtlinie komplett zu

Mit deutlicher Mehrheit hat das Europaparlament für die EU-Urheberrechtsreform gestimmt - mitsamt der besonders umstrittenen Artikel 11 und 13.

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Montag, 26. November 2018

Pumuckls Rechtsanwälte

Ich finde, so humorlos-gravitätisch sollten die Verwalter der Pumuckl-Rechte wirklich nicht auftreten. Das grenzt ja an Intelligenzverweigerung, wenn man bedenkt, dass die Leute doch dankbar sein müssten, wenn sich jemand einer in Vergessenheit geratenen Kunstfigur annimmt. 


SZ heute, S. 8 (Panorama) 

Michael Fuchs, Heilbronn, Dart spielen, Urheberrecht

Samstag, 15. Juli 2017

"Ums Buch ist mir nicht bange..."

Eine Anmerkung zu etwas, was ich in der ZEIT zufällig gerade gesehen habe:

Indieschaf #3 — 21. September 2010
Was Gernhardt dazu sagte...

Jedes Mal, wenn ich wieder davon lese, dass das Buch bald abgeschafft werden soll, fällt mir dieses Gedicht von Robert Gernhardt ein - auch mit Verweis auf Kommentar Nr 2 :)

Ums Buch ist mir nicht bange.
Das Buch hält sich schon lange.
Man kann es bei sich tragen
und überall aufschlagen.
Sofort und ohne Warten,
kann man das Lesen starten.
Im Sitzen, Stehen, Knien,
ganz ohne Batterien.
Beim Fliegen, Fahren, Gehen.
Ein Buch bleibt niemals stehen.

[...]

© Robert Gernhardt

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir vollständige Gedichte aus urheberrechtlichen Gründen nicht verbreiten dürfen. Die Redaktion/sh

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BDLB #3.1 — vor 1 Sekunde
"... dass wir vollständige Gedichte aus urheberrechtlichen Gründen nicht verbreiten dürfen. Die Redaktion/sh"

Weil ich das per Suchen / Zufall gerade sehe: Es ist doch schön, wenn sich wenigstens die großen Betriebe an die Gesetze halten!

Auf der anderen Seite ist das auch rührend, und es erinnert mach immer an die alten Luftbild-Aufnahmen. Da brauchte es auch eine große staatliche Erlaubnis, und die klang dann sehr hoheitlich und gravitätisch. Und dann kam Google Earth, und alle Straßen, die "der Russe" im Falle eines militärischen Konflikts hätte nehmen können, waren auf einmal für alle Welt sichtbar.

Ich glaube, irgendwann wird das Urheberrecht einfach vor der Kraft des Internet-Faktischen einknicken. Wenn ein Recht aus technisch-prinzipiellen Gründen nicht durchzusetzen ist, ist es obsolet geworden. Eine Vermutung, mehr nicht.

* "In der Bundesrepublik Deutschland galt bis 1990 eine Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen. Nach Artikel 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes ist diese Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen entfallen. Allerdings dürfen nach § 109 g Abs. 2 des Strafgesetzbuches auch aus Luftfahrzeugen Wehrmittel sowie militärische Vorgänge, Einrichtungen und Anlagen nicht fotografiert werden, wenn dadurch „die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder die Schlagkraft der Truppe“ gefährdet wird." (Wikipedia)

Antwort auf #3 von Indieschaf

Donnerstag, 14. Juli 2016

Kunst vollenden!

Manchmal möchte ich absoluter Herrscher sein. Ludwig IVX, heute.

Eine 91 Jahre alte Frau hat im Neuen Museum in Nürnberg ein Kreuzworträtsel-Kunstwerk ausgefüllt. Die Rentnerin habe unerlaubt mit einem Kugelschreiber auf dem Bild von Arthur Köpcke einige noch offene Kästchen mit den Lösungswörtern versehen. Damit habe sie das Kunstwerk beschädigt, bestätigte eine Museumssprecherin entsprechende Medienberichte. Glücklicherweise lasse sich der Schaden wohl recht leicht beheben. | Die Seniorin erklärte der Museumsdirektorin ihr Verhalten mit der Aufforderung "Insert words" auf dem kollagenhaften Werk, das zur Kunstrichtung Fluxus zählt. Dies habe sie veranlasst, einige Buchstaben zu ergänzen, gab die mit einer Seniorengruppe in das Museum gekommene Frau an. "Wenn der das da reinschreibt, mache ich das", habe die Seniorin angegeben. (spiegel.de)

Ich als absoluter Herrscher von Deutschland würde diese alte Dame -- und alle vergleichbaren Künstler, die Putzfrauen die Badewannen schrubben, usw. -- sofort zu Mitbesitzern an den von ihnen vollendeten Kunstwerken machen. Jawoll!

Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Uefa und alle Elfmeter

Hat man in den letzten 12 Jahren schon mal was Dümmeres in Sachen Rechte-Piraterie gelesen?

Der Twitterer Kurt Prödel hatte aus dem Drama am Elfmeterpunkt ein Video montiert, in dem alle Schüsse gleichzeitig zu sehen sind. Der Clip würde schnell zum Hit im Internet. | Doch jetzt die kalte Dusche: Die Uefa verbietet den genialen Clip und wird so zum Spielverderber. Der ausrichtende Verband der EM 2016 wehrt sich gegen den Unmut vieler Fußballfans und begründet seine Entscheidung. | Die Sperrung sei ein Mittel gegen die "Rechte-Piraterie", teilte die Uefa mit. Mit dem Verbot wollen die Funktionäre die "Exklusivität der Sendepartner und ihre Investitionen in den europäischen Fußball" schützen. (msn.com)

Als ob es nicht eine Schöpfungshöhe gäbe, die das Material, an dem die Uefa die Rechte hält, um Meilen übersteigt. Ich warte, wenn ich demnächst ein Bild male, darauf, dass der Farbhersteller die Ausstellung und den Verkauf verbietet, weil er ein Recht auf die Originalfarben hat. Und meine alte Frage gleich hinterher: Als Warhol seine "Campbell's Soup Cans" schuf, hat er da die Erlaubnis des Suppenherstellers eingeholt?

Donnerstag, 21. Januar 2016

DVD mit Kopierschutz

Das eben gelesen:

"DVD mit Kopierschutz auf die Festplatte kopieren | Bei einer DVD, die mit einem Kopierschutz versehen ist, ist das Kopieren der Inhalte auf Ihre Festplatte nicht so einfach und verboten. | Genauere Informationen zum Überspielen kopiergeschützter DVDs auf Ihre Festplatte entnehmen Sie diesem Praxistipp" (chip.de)

So relativ sind Verbote: "Du weißt, dass das verboten ist. Wenn du es doch machst -- deine Verantwortung! Hier sind die Praxistipps dazu." Sympathisch, die chaotische Gesellschaft. Die die 'Blitzer' durchs Radio ansagt.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Due to copyright law restrictions ...

Ich möchte mehr über ein Bild von René Magritte wissen. L´art de la Conversation, aus dem Jahr 1950. Es liegt auf einer Postkarte vor mir. Auf Google entdecke ich eine Art 'Vorstudie', in der gezeigt ist, dass in dem Durcheinander des Originals die Buchstaben RENE versteckt sind. Das würde mich interessieren. Doch dann! 




Das kleine Bild ist noch zu sehen, eine Vergrößerung aber nicht. Wieso "in meinem Land" nicht zu sehen? In welchen anderen Ländern ist es warum zu sehen?! Und vor allem -- rechts und links von diesem schön eingehaltenen Verbot sind die Bilder natürlich via Google Bildersuche zu finden! Legalistischer Humbug allenthalben.



Es ist beim Bildrecht ein wenig so wie in der Zeit vor Google Earth. Da pochten Staaten mit einer vorgestrigen Rechtsauffassung darauf, dass Luftbilder von Ämtern freigegeben werden müssen. (Im Hintergrund immer: "Der Russe" könnte ja sonst genaue Deutschlandkarten anfertigen!) Dann kamen die Satelliten und dann kam Google, und diese herrschaftliche Rechtsauffassung war mit einem Schlag lächerlich und Schnee von gestern.

Nun, das Bild-Recht ist im Zeitalter des Internets aber auch sonst sehr, sehr daneben! Es macht den Zugang zu neuren Bildungsinhalten generell kostenpflichtig. Es muss ein Zitatrecht her, das für Bilder nur heißen kann: Bis zu einer Auflösung von, sagen wir: 1024 x 768 Pixel ist die Darstellung allgemein erlaubt. Das verhindert, das Bildbände frei hergestellt werden können, es macht aber die Bildinhalte für den Interessierten zugänglich.

Was sagen die Café-Besucher bei der Wikipedia dazu?

Dienstag, 24. März 2015

Die Falltiefe der Schöpfungshöhe

Verletzte der, der die Schlange mit der Frau für die SZ entworfen hat, das Recht von Helmut Newton, dem das mit dem Krokodil und der Frau eingefallen war? Verletzte Helmut Newton das Recht auf guten Geschmack auch hier? Verletze ich das Recht von beiden oder von irgendwem, indem ich meine Fragen bebildere und dazu noch das langweilige SW-Foto von Newton beschnitten und eingefärbt habe? Das Bild warholisiert habe, sozusagen. Verletze ich da auch noch Andys Rechte?






Fragen über Fragen, und die Juristen können sich nun mal wieder ein paar Tage lang Gedanken über die 'Schöpfungshöhe' machen. 

Schöpfungshöhe! Was für ein durchgeknallter Ausdruck! Und wenn ein juristischer Fall ein besonders langes und tiefes Nachdenken erforderlich macht, dann nennen wir diesen Aspekt die Falltiefe?

Montag, 8. September 2014

Nachrichten aus der Stadt ...

die es nicht gibt.

Ich finde dieses Bild mit den spärlich bekleideten Fußballmädchen, die Bielefeld zugeschrieben werden, weil ich nach Bildern mit Herostratos suche. Der Mann, der das gepostet hat, nennt sich so. Was auf einen gewissen intellektuellen Hintergrund schließen lässt. Anyway. Ich hoab scho wa weng schmunzeln müssa, gell...

Aber dann die Bemerkung weiter unten: 

"Hans Werner Herbert | 05.07.2012 um 12:30 | Vor allem gegen das Urhebergesetz verstoßen kommt immer gut an ;) Weiter so …"

Jetzt frage ich mich, wie das mit dem Urheberrecht so ist. Kann man mit solch einem Witzfoto gegen das Urheberrecht verstoßen. Ich meine: formaljuristisch sowieso. Gewohnheitsrechtlich? Eher nicht. Und es bleibt der schöne Grundsatz: "Wo kein Kläger, da kein Richter!"

Um den Gedanken zu einem Ende zu bringen: Nehmen wir mal an, ich möchte die Rechte an dem Soccer-Mädchen-Bild käuflich erwerben, an wen wende ich mich da? Google kennt ja sogar die Rubrik "Nutzungsrechte". Nur -- da gibt es keinen Hinweis.

Sonntag, 8. Juni 2014

Sven Regener (Redner)

Aus der Reihe "Begnadete Redner" erinnern wir heute an Sven Regeners Rundfunk-Emotionen-Ausbruch:



Wir reimen noch schnell im Stil der Neuen Frankfurter Schule:

Und Regener, so nebenbei,
Kein Freund der Piratie-Partei!

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Wann war diese Ansprache wohl? Kleiner Selbsttest, ich hab es ja zufällig im Original gehört. 18.03.2012 ? -- Nachgesehen. Kein Fake! Schwör! "Debatte ums Urheberrecht | Herr Regener mischt auf || Eigentlich wollte Zündfunk-Autor Erich Renz von Sven Regener nur ein kurzes Statement zum Thema Urheberrecht. Daraus ist dann ein Instant-Pamphlet geworden, das ein extremes Echo im Netz wie in den traditionellen Medien gefunden hat. | Erich Renz / Valerie Trebeljahr | Stand: 22.03.2012"

Donnerstag, 27. Februar 2014

Herr Keuner, der Denkende

Heute morgen spontaneamente daran gedacht. An die Keuner-Geschichten. Gesucht. Und sieh da -- Brechts Keuner-Geschichten sind im Netz. Nur halt -- nicht sorgfältig redigiert.

Als Herr Keuner, der Denkende, hörte daß der bekannteste Verbrecher der Stadt New York Ein Spritschmuggler und Massenmörder wie ein Hund niedergeschossen und Sang- und klanglos begraben worden sei Äußerte er nichts als Befremden."Wie", sagte er, "ist es so weit Daß nicht einmal der Verbrecher seines Lebens sicher ist Und nicht einmal der zu allem bereit ist (?) Einigen Erfolg hat? Jeder weiß, daß die verloren sind Die auf ihre Menschenwürde bedacht sind.

So also sollte es wohl heißen. (Wobei man die daß- / dass-Frage natürlich nach Geschmack entscheiden muss, und das letzte Anführungszeichen kann auch ein Problem sein. Aber soll man wörtliche Rede über die Absatzgrenzen hinweg gehen lassen?).

Als Herr Keuner, der Denkende, hörte, dass der bekannteste Verbrecher der Stadt New York, ein Spritschmuggler und Massenmörder, wie ein Hund niedergeschossen und sang- und klanglos begraben worden sei, äußerte er nichts als Befremden. "Wie", sagte er, "ist es so weit, dass nicht einmal der Verbrecher seines Lebens sicher ist? Und nicht einmal der, der zu allem bereit ist, einigen Erfolg hat? Jeder weiß, dass die verloren sind, die auf ihre Menschenwürde bedacht sind."

Hat da jemand mit der Hand getippt und nicht mehr durchgelesen? Und die Frage ist dann natürlich auch, ob das Copyright auf die Texte Brechts schon erloschen ist. Der arme tote BB, 1898-1956. 1956+70 = 2026! Da sind es noch ein paar Jährchen hin.

Aber wer weiß, vielleicht ist das Urheberrecht tatsächlich längst obsolet geworden, und der arme Sven Regener schreit sich vergebens die Kehle wund.

Mittwoch, 12. September 2012

Die GEMA und ihre Geschichte

Da erläutert einer, mit Entrüstung in der Stimme, warum er etwas gegen die GEMA hat und wie die GEMA ein Fortwachs der STAGMA ist.



Wenn der Sprecher jetzt noch eine etwas sympathischere Stimmfärbung hätte und dieses mit der "schicken Tabelle", dem "Ne?!" und dem "Ja!" usw. in den Griff bekommt, dann ist der Inhalt durchaus bedenkenswert. Auch wenn es Leute gibt, die da anderer Meinung sind ...

Mittwoch, 9. Mai 2012

Urheberrecht

Noch einmal zu Sven Regener und dem Urheberrecht: Es zeigt sich da ein rechtsphilosophisches Problem erster Güte. Wenn eine Mehrheit oder eine große Minderheit in einem Punkt kein Unrechtsbewusstsein entwickelt, bleibt nur, von den Grundrechten mal abgesehen: Die Gesetze zu ändern. Recht wird von Volkes Meinung und Gefühl gemacht und verändert. Natürlich muss bezahlt werden, die Frage ist nur: wie?

Die Lösung kann nur sein:  Wie früher bei den Cassetten und heute noch bei Fotokopien -- die "Hardware" besteuern und die Einnahmen an die Kreativen ausschütten. PCs, Notebooks, Handys usw. 20 Euro oben drauf beim Kauf als Kreativensteuer. Oder eben: die Gebühren höher besteuern. Da zahlt dann auch der, der gar nichts illegal downloadet, etc. Aber das ist dann wie bei der Autosteuer, wenn auch die Fahrleistung nicht erhoben wird. (Wenn jemand das Äquivalent zum Benzin bei Songs und Videos weiß, muss er es halt sagen. Dann wird es etwas gerechter.)

Donnerstag, 29. März 2012

Regener - Verlage - Kohle

"Verlag" -- was für ein schönes Wort! Also "Buchverlag" ist gemeint, nicht Bierverlag. Nur sind die Verlage, wie alle Vertreter "alter" Medien bedroht. Ja, vom Aussterben bedroht! -- Ich habe Sven Regener seltsamerweise wohl bei Ausstrahlung gehört. War elektrisiert.

'Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, 
ist nichts wert!'"

Und auch die Piratenpartei kriegt eins drüber. Und Regener legt dauernd dar: Hey, ich bin doch einer von den Coolen! Ich bin doch auf ewig modern! Erfolgreich!

Als ich die Rede gehört habe, war das so: Ende. Kurzes Aufstaunen von Moderator und Moderatorin. Ratloses kleines Lachen. Und dann: Ja, Gott, is ja ganz lustig. Der Regener kommt aus der älteren Generation. Hört man ja. Der kann nicht verstehen, wie die Welt heute so tickt. Schon seltsam, das mit den Alten! -- Und auf einmal war wieder klar, dass es keinen Urheberschutz und keine Bezahlung für Werke mehr gibt bei den jungen Hippen. Es ist ja nichts Materielles mehr. Keine CD, DVD, Buch. Alles Bits und Bytes. Daten + Gerät. Daten sind kostenlos. Geräte kosten im Moment noch was. Wird sich aber auch bald ändern. Du kannst für den Kindl 50 Euro bezahlen oder 50 Bücher kaufen und den Kindl bekommst du gratis dazu... Muss aber natürlich über einen Giganten wie Amazon laufen. Die Kleineren können so was nicht durchsetzen.

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Die Piraten haben auch schon was dazu gesagt. Man hat das Gefühl: Das BlaBlaBla der Mächtigen, die herumschwadronieren und ihnen eh keiner kann. So spricht er dann zu dem "Herrn Regener"...

"Es muss sich einiges ändern auf dem Markt. Das ist spätestens seit 2000 klar. Es ist schade, dass wir dort noch nicht weiter gekommen sind. Aber es kann auch keine Lösung sein, das Internet zu beschneiden. Es kann keine Möglichkeit sein, Leute zu kriminalisieren, wenn sie ohne kommerzielles Interesse Wissen teilen. Wir sollten uns alle daran beteiligen eine Lösung für die Zukunft zu finden. Auch Herr Regener, denn der kennt ja die Perspektive von der anderen Seite des Tresens."
Christopher Lauer, kulturpolitischer Sprecher der Piratenpartei

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Was die Bucherlage angeht, es gibt sie noch, die Kette, und es gibt sie auch schon nicht mehr:
  • Autor 
  • Verlag
    • Lektor 
    • Setzer 
    • Hersteller 
    • Marketing-Mensch 
    • Buchhalter
  • Buchhändler ?
  • Käufer
  • Leser
Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass es bald mehr Autoren als Leser gibt, nicht nur bei den Lyrikbänden. Also -- was nun? (Nur nebenbei, weil ich es vor kurzem gehört habe: Italo -- nein, nicht Calvino, sondern Suevo hat seine ersten drei Bücher auf eigene Kosten drucken lassen. Keiner wollte sie offenbar verlegen.)

Ich denk' mal drüber nach. Es wird mir schon was einfallen.

Sonntag, 11. März 2012

Bilder und Urheberrecht

Wenn Juristen etwas anpacken, dann, um es zu regeln. Am Ausgangspunkt steht: der Gesetzgeber. Und es gibt da Konfliktlinien, einhergehend mit den gesellschaftlichen Entwicklungen. Es gab eine Zeit, da war das 3-Klassen-Wahlrecht angesagt. Und -- nicht vergessen -- für das gestufte Wahlrecht bis hin zur Meritokratie spricht viel. (Siehe Volker Pispers Kritik in seinen "Henri"! Und jede Menge Beispiele im Netz natürlich. Eines davon hier.)

Was das Urheberrecht angeht, wurden Linien festgelegt. Stichworte: Recht am eigenen Wort und Text. Zitatrecht. Bei Bildern ist die Sache problematischer. Sinnvoll wäre ein generelles Recht auf "Zitieren" eines Bildes und Bildausschnitts via dpi: 100 sollten generell zulässig sein. Damit macht man keine professionellen Druckerzeugnisse.

Nun aber ein Blick in den urheberrechtlichen Marianengraben: Ich habe heute morgen ein Bild gefertigt. Im wahrsten Sinn des Wortes "auf der Grundlage" eines anderen Bildes. Das SZ-Magazin hatte da ein Titelbild, ein Foto, das seinerseits schon mit Pinselstrichen verschönt war. Aber das wurde natürlich intern geregelt. Wie sich da Fotograf und Pinsler geeinigt haben, bleibe außen vor.

Nun aber! Ich habe da überaus, ja, äußerst wichtige Notizen draufgeschrieben!


Wie ist es nun? Habe ich damit eine ganz neue Schöpfungshöhe erreicht, und die SZ, wollte sie mein Bild etwa wieder abdrucken, müsste mir Lizenzgebühren zahlen? Oder wie?



[ Weitere schöne Beispiele über das Label URHEBERRECHT, da unten. ]

Samstag, 26. März 2011

"Bildzitat"

Nnn, das hier hätte ich gerne ein wenig genauer. Mal sehen, ob das bei der Wikipedia klappt.

Das Bildzitat nach § 51 UrhG

Ebenso wie bei Textzitaten besteht die Möglichkeit, auch ein urheberrechtlich geschütztes Bild als Bildzitat nach § 51 UrhG zu verwenden, „sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist“. Zu der Voraussetzung zählt unter anderen, dass das Bild nicht verändert wird und eine korrekte Quellenangabe erfolgt.
Das Bildzitat wird meist als „Großzitat“ angesehen, da das gesamte Bild wiedergeben wird. Das Filmzitat hingegen wird in der Regel als „Kleinzitat“ betrachtet, weil nur ein Filmausschnitt wiedergeben wird.

Dienstag, 18. Januar 2011

Zwiebelmett

So, das noch und dann -- Schluss für heute!

"Interessant bleibt aber, dass m.W. die Autoren bzw. der Musikverlag des Songs die Tonträger-Veröffentlichung einer Coverversion mit verändertem Text erlauben müssen. Deshalb durften auch die göttlichen Norbert & die Feiglinge ihren Song “Zwiebelmett” zur Melodie von “Dancing Queen” nicht aufnehmen, weil die ollen Abbas da keinen Spaß verstanden."

Sonntag, 21. Juni 2009

Piratenpartei

Manchmal poste ich wirklich an unerwarteten Stellen. Weil ich neugierig bin, wie die Menschen mit ganz unterschiedlichen Interssen zu Fragen, die mich interessieren, Stellung nehmen. Hier war es im Forum von COMPUTERBILD, eine Frage zum Thema Urheberrecht, Raubkopieren, Piratenpartei. -- Das Ausgangsposting:

Mich würde interessieren, wie die CB-Leser zum Thema "unrechtmäßiges Kopieren von allem und jedem" stehen.
Ich selbst bin der Meinung: Wo gilt "kein Unrechtsbewusstsein der Normalmenschen + technische Möglichkeiten", führt das zur Situation, dass das "Raubkopieren", wie das früher mal hieß, nicht mit normalen juristischen Mitteln zu bekämpfen ist. Im vagen Sinn dieser Formulierung. Weil aber die "Urheber" natürlich Rechte und berechtigte finanzielle Interessen haben, sollten auf die unmittelbare betroffene Hardware (Brenner, CDs, DVDs, Kopierprogramme, usw.) eine (niedrige) Steuer erhoben werden, die dann entsprechend den, dann ja legalen, Downloadzahlen unter die Rechteinhaber verteilt werden.
Was meint ihr?

Es folgen eine ganze Reihe von Stellungnahmen, die ich nicht hierher kopiere, weil ich das Urheberrecht der Schreiber achten will. ;-) Solange CB die Seite erhält, dann es jeder nachlesen. (s. URL oben)

Gestern habe ich ein Resümee gezogen, heute ergänzt um den Hinweis auf den hochinteressanten Artikel in der ZEIT. (s. unten)

Ich schau mal wieder vorbei. Dank für die Meinungsäußerungen erst einmal.
Wenn ich alles unterm Strich zusammenzähle, bleiben für mich folgende Argumente:

a) Ich will nicht für anderer Leute Kopiererei bezahlen.
Meine Meinung: Es geht um sehr geringe Beträge, und da alles genau aufzurechnen ist wie bei jeder Bürokratie: Pauschalbeträge machen die Sache einfacher. Die GEZ mag, zum Beispiel, schlimm sein, und die Öffentlich-Rechtlichen vergeuden vielleicht zu viel Geld; aber diese Pauschalgebühr, bei der ja auch nicht nach Einschaltzeiten und gesehenen Sendungen abgerechnet wird, ermöglicht immerhin eine gute, unabhängige Berichterstattung ohne Werbepausen.
b) Bei Cassetten ging es auch, mit den Abgaben.
MM: Natürlich ist eine zunehmend verrauschte Cassettenkopie was anderes als eine immer Bit-originale digitale Kopie.
c) Die Industrie ist gierig, usw.
MM: Je nun, alle wollen möglichst viel verdienen. Eine nicht-kapitalistische bessere Welt kriegen wir nicht hin. Und ohne die Industrie gäbe es die Stars und die Mega-Produktionen, auf die viele ja doch so sehr abfahren, einfach nicht. (Wer raubkopiert schon die Heimaufnahme aus dem Garagenstudio von Daniel Mustermann?)
Unterm Strich bleiben die Probleme: Es gibt ein Urheberrecht, und das ist eine Errungenschaft. Es gibt keinerlei Unrechtsbewusstsein, zumindest nicht bei 98% der Kleinkopierer. Über kurz muss sich da was ändern.
Immer wieder die Frage: Wie könnte eine Lösung, die nicht über Pauschalgebühren läuft, auf lange Sicht denn aussehen?
Auch exotische Ideen sollten beachtet werden. Beispiel: Die Künstler usw. organisieren sich über Fanclubs, bei denen man einen Mitgliedsbeitrag zahlt, richtige Vorteile, auch des freien Kopierens, hat, und die Urheber ziehen eine eigene Infrastruktur, jenseits der heutigen CD-Industrie auf. Natürlich immer die Frage, ob solche Clubs eine Filmproduktion wie TITANIC hinbekämen. ;-)
Exotisch ist auch: Der Markt wird's schon richten. Möglich, dass es nur so geht, mit allen Prozessen, Strafen, Kopierschutz-Ausheblern usw.

Nachtrag: In der ZEIT, 18. Juni 2009, WIRTSCHAFT, S. 26, gibt es einen interessanten Überblickartikel zu diesem Thema. Kerstin Bund: "Pauschal genießen". -- Wie ich eben gesehen habe, wurde der Artikel auch von der ZEIT ins Netz gesetellt.

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Ach ja, und das, was ich vor einiger Zeit mal in einer Wikipedia-Diskussion zu Bildrechten geschrieben habe, finde ich zusammen mit der nachgeschalteten Diskussion nach wie vor interessant.

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Noch ein Nachtrag: Musikindustrie. Schwerindustrie. Hat sich schon mal jemand über die Semantik dieses Begriffs Musikindustrie Gedanken gemacht? Musikverlage, ok. Aber -industrie! Warum kommen mir da Schwerlaster in den Sinn. So eine Art Betonmischer, die durchs Land fahren und Musik ausliefern, damit diese wie Beton in die Köpfe der Leute gegossen werden kann? Die Kunst, mit Abtötung des Denkens Geld zu verdienen.

Sonntag, 29. März 2009

Urheberrecht 3

Das habe ich irgendwo schon einmal gefragt, aber ich weiß nicht mehr wo:

Hat eigentlich Andy Warhol an Campbell's Soup Tantiemen gezahlt. Oder hat Campbell's Warhole was gezahlt, damit er ihre Dosen siebdruckt?

Wie ist es, wenn ich eine Müller-Milch-Packung als Siebdruck vervielfältige?
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Und diese Überlegungen, weil ich heute was zu einer Wikipedia-Diskussion beitragen wollte.

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Nachtrag: Und Helnwein, hat er für die Vorlage des James-Dean-Bildes Abgaben abgeführt?

Urheberrecht 2

Urheberrecht - Ergänzung
Über eine wer-weiss-was.de-Nachfrage habe ich ausführliche Hinweise eines Urheberrechtsexperten namens Bjørn Jagnow, Leitender Redakteur der Zeitschrift Federwelt und Verfasser eines kostenlosen Skripts “Urheber-und Medienrecht für Autoren”, bekommen, die ich hier – mit Erlaufbnis des Verfassers und mit einigen Fettdruck-Hervorhebungen von mir – wiedergebe.
Ich habe gerade mal einen Blick in Ihr Weblog geworfen. Ihre Kritik an der juristischen Sicht ist sicher nicht verkehrt, allerdings wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus.
Das Urheberrecht ist in erster Linie nicht dazu gedacht, Autoren, Künstler etc. zu beglücken. Das ist lediglich der zweite Teil. Der erste Teil des Urheberrecht dient dem Schutz der Privatsphäre – das – weiß nur kaum noch jemand.
Konkretes Beispiel: Sie schreiben jemanden einen Brief oder eine E-Mail. Auf dem Weg von Ihnen zum Empfänger ist der Brief oder die E-Mail durch das Postgeheimnis geschützt. Der Empfänger dürfte mit dem Inhalt allerdings alles machen, worauf er Lust hat, wenn es das Urheberrecht nicht gäbe. Zum Beispiel dürfte man ohne Urheberrecht die Liebesbriefe der Exfreundin veröffentlichen, was diese vermutlich nicht will. Das Postgeheimnis schützt nämlich nur bis zur Zustellung – was der Empfänger damit macht, ist wiederum eine Frage des Urheberrechts.
Nächstes Beispiel: Ein Verlag bekommt eine Kurzgeschichte, die er sehr gut findet und veröffentlichen will. Leider passt das Ende nicht ins politische Selbstverständnis des Verlags und wird daher einfach mal geändert. Ohne Urheberrecht wäre es erlaubt, auch diese neue Version dem ursprünglichen Autor zuzuschreiben.
Diese beiden Beispiele skizzieren den ersten Teil des Urheberrechts – das Urheberpersönlichkeitsrecht. Der Rest zur wirtschaftlichen Nutzung (Verwertung) ist bloß bekannter.
Für das Kommentieren gibt es ein völlig ausreichenden Zitatrecht. Danach darf man im Extremfall sogar ganze Kapitel zitieren, wenn es für den gebotenen Zweck in einem eigenen Werk unersetzlich ist.*
"Willkür der Streithansel" und "Klagen als schadensersatzwürdiges Vorgehen" kann ich im Kern verstehen, denn eine gerichtliche Auseinandersetzung ist immer mit Kosten verbunden. Andererseits würde es die Rechtsstaatlichkeit auf den Kopf stellen, wenn jemand in der festen Überzeugung im Recht zu sein, klagt und dennoch verliert und anschließend bestraft wird. Das Klagerecht als "Akt des Angriffs" zu missbrauchen, will ich damit auch nicht gutheißen. Es ist eine schwierige Gratwanderung und würde daher ein potenzielles Gesetz, "das eine Urheberrechtsklage, die zu keinem Erfolg führt, selbst als schadensersatzwürdiges Vorgehen einstuft" für Nicht-Juristen wieder unüberschaubar machen, weil es nicht pauschal gelten kann.
Ich persönlich finde auch die Idee interessant die Verwertungsrechte des Urheberrechts abzuschaffen, sofern die Künstler und Autoren anderweitig finanziert werden. Aber das ist eine andere Geschichte. 

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* Dazu hatte der Verfasser vorher bereits, was Bilder angeht, Folgendes gesagt: "Es gibt ein Zitatrecht für Bilder und Texte, das relativ ähnlich ist. Sie dürfen nämlich in beiden Fällen nur so viel Bild oder Text zitieren, wie für den gewünschten Zweck unbedingt erforderlich ist und sofern die Wiedergabe nicht das ganze Werk (Bild oder Text) oder doch wesentliche Teile umfasst.Diese Einschränkungen gelten übrigens auch für Weblogs, d.h. Sie hätten die Bilder wohl auch dort nicht verwenden dürfen." -- Was meine Verwendung von -- meist verlinkt eingefügten -- Bildern angeht, so liefe meine Argumentation genau in diese Richtung: Ein Bild kann man nicht kommentieren, wenn man es nicht 'zitiert', d. h. als Bild wiedergibt. Im Regelfall als Ganzes, manchmal in Ausschnitten. Entscheidend ist: Es wird kein Geld mit dem Bild verdient und der Urheber bzw. die Quelle wird genannt. Was ich höchstens aus Schusseligkeit mal vergesse. Heißt: Ich schmücke mich nicht mit fremden Federn und tu als nicht so, als sei eine fremde Sache, ob Bild, Text, Ton oder sonstwas, von mir.