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Dienstag, 27. September 2022

Aki Brutscher: Ich glaube ...

Wie das manchmal so ist, ich entdecke im Internet einen Text. Und weil ich in der Nähe dieses Themas bin -- ein kleines Buch soll daraus werden -- kopiere ich den Text in die Textverarbeitung und mache, wie man so nennt, einen generellen Austausch.
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 Aki Brutscher

Ich glaube an sensible und freundliche Frauen.
Ich glaube an mystische Frauen, die an sich selbst glauben.
Ich glaube an Frauen, die Mäßigung und Frieden in sich selbst suchen.
Ich glaube an Frauen, die Poeten, Träumer, Magier, Schriftsteller, Alchemisten, Künstler, Lehrer und Engel sind.
Ich glaube an Frauen, die gerne tanzen und singen und das Leben zu einem Fest machen.
Ich glaube an Frauen, die ihr verwundetes inneres Kind umarmen, ihm zuhören und es wahrhaftig    umarmen.
Ich glaube an Frauen, die heilen und anderen helfen wollen, zu heilen. 
Ich glaube an Frauen, die sich weigern, Sklaven ihrer eigenen Wunde zu sein, und dass sie trotz des Schmerzes diese Wunde reinigen und geduldig, mit Liebe und Mut heilen.
Ich glaube an Frauen, die von den Sternen kommen und sich an die Kraft ihrer Flügel, die Kraft ihrer Hände und die Kraft ihres Herzens erinnern.
Ich glaube an Frauen, die die Intuition kennen und sie als ihren Kompass benutzen.
Ich glaube an Frauen, die die Freiheit teilen, weil sie frei sind und keine andere Art zu leben kennen.
...

--

Es geht noch eine ganze Weil so weiter. Wer ihn ganz lesen will, diesen Text, der wird ihn, schätze ich mal, leicht finden. Und der Austausch ist wohl leicht zu sehen. 

Zum Verfasser findet man ebenfalls leicht was im Netz.

Freitag, 17. Dezember 2021

"So long, Marianne!"

Das noch, und dann Schluss für heute! 

Schön ist es, wenn in der Wikipedia erkennbar der Deutschunterricht durchschlägt. So schreibt der wohlerzogene Oberstufenschüler, der das mit dem "lyrischen Ich" verinnerlicht hat! 

"Marianne und das Ich des Liedes sind in einer Beziehung, die beim Ich ein vordem unsteteres Leben abgelöst hat. Nun steht die Beziehung in Frage und es ist nicht klar, wie die Zukunft aussieht."

Ach Kinder, das Ich, das ist Leonard Cohen himself. Er hat es immer selbst gesagt, und Marianne Ihlen hat ihm im hohen Alter noch geschrieben.* Und er ihr. Quatscht doch nicht alles euren Lehrern nach!

--

Leonard Cohen penned an emotional final letter to Marianne Ihlen, the woman who inspired his “So Long, Marianne” and “Bird on the Wire,” just days before her July 29th death, Ihlen’s friend Jan Christian Mollestad revealed to the CBC. According to Mollestad, after he informed Cohen of Ihlen’s looming death from leukemia, the legendary singer-songwriter-poet responded two hours later with a “beautiful” letter, which Mollestad then read to Ihlen. “It said, ‘Well Marianne it’s come to this time when we are really so old and our bodies are falling apart and I think I will follow you very soon. Know that I am so close behind you that if you stretch out your hand, I think you can reach mine,” Mollestad told the CBC of Cohen’s letter."

Donnerstag, 27. Juni 2019

Sommer

SOMMER

Die Hitze am Mittag.

Was machen die Kinder, wenn sie
in 20 oder 30 Jahren
nicht mehr von Sommer
sprechen können,
sondern, wenn sie ehrlich sind, 
sagen müssen:

"Dieser Planet ringt mit dem Tod!"


Sonntag, 2. Juni 2019

"Autorenliste von A-Z"

Notizbuch

Diese Autoren-Liste mal in voller Länge? Nein, die kann man ja verlinken. Also der Anfang und das Ende der Liste.

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Anders, Marlena
Alexander, Marti
Bachmann, Tobias
Bahl, Lucas
Bauers, Lee
Baumgärtner, Sandra
Barz, Helmut
Beer, Anika
Bekker, Alfred
Bekker, Hendrik M.
    ...

    Winter, Tom C.
    Winterfeldt, Daniela
    Wolf, Heike
    Wolf, Romy
    Wolff, Carola
    Wood, Jenny
    Woolf, Marah
    Zeichnerin, Amalia
    Železný, Sabrina
    Ziebula, Thomas
    Zybell Jo

    --

    Es sind insgesamt 185 Namen. Dazu 16 "Nachwuchsmitglieder". Die schreiben. Alle! Und hoffen, dass sie einmal groß herauskommen.

    Ich erinnere mich: War es HME, der gesagt hat, dass mehr Lyrik geschrieben als gelesen wird?* Bei der Phantastik ist es wohl auch so. Und wer** setzt sich dann warum durch? Wegen ihrer literarischen Qualität setzen sich X und Y durch? Dass ich nicht lache!

    --

    | * Erschlossen aus: "Sollte es wirklich, wie Enzensberger suggeriert, am Ende mehr Verfasser als Leser von Gedichten geben?" (literaturkritik.de)

    | ** Gegendert: Brauchen wir eine Form w-er > w-ie? ... wer oder wie setzt sich dann durch?


    Sonntag, 3. März 2019

    Strindberg et al.

    Notizbuch

    Ich stelle gerade um. Über den Dichter, der die folgenden Zeilen geschrieben hat, hatte ich immer eine feste Meinung -- aus der Sekundärliteratur und aus ein paar wenigen Leseproben. Jetzt sehe ich -- das war ein ganz anderer Mensch, nicht der, den ich mir da zusammengereimt hatte. Modern, experimentell. Vielleicht -- nein, sogar wahrscheinlich: hat er sich auch oft verrannt. Wie das in Zeiten des Umbruchs leicht geschieht. Solche Ausführungen wie da unten in Verse zu fassen -- das konnte späterhin, als der Wind sich gedreht hatte, nicht gut gehen. Aber man kann sich auf eine neue, andere Weise damit beschäftigen ...

    --

    Strindberg, herrlichster der Hasser,
    Scheerbart, heiliges Riesenkänguruh,
    und vor Allen Du, mein blasser,
    vampyrblasser Stachu* du,

    der mit mir durch manche Hölle
    bis vor manchen Himmel kroch,
    Cancan tanzend auf der schwindelnden Schwelle –
    Przybyszewski, weißt du noch:

    wie wir, spielend mit der blöden
    Sucht nach unserm Seelenheile,
    aufgestachelt von der öden
    Wüstenluft der Langenweile

    und der Glut der Toddydünste,
    unser Meisterstück begingen
    in der schwierigsten der Künste:
    über unsern Schatten zu springen?!

    Wie wir jedes Weib verpönten,
    das nicht männlich mit uns tollte;
    wie wir selbst auf Nietzsche höhnten,
    der noch »Werte« predigen wollte!

    Denn auch wir, wir waren Jeder
    mehr als weiland Faust verschrien.
    Darum schrieb ich auf mein Dichterkatheder:
    Doctor sämtlicher Philosophieen!

    Und da sah ich endlich sie erscheinen,
    die noch niemals jemand sah,
    sie, die Schöpferin des All-Einen,
    sie, des Satans Großmama: ...

    --

    * Vgl. hier. -- Stanisław Przybyszewski (1868 - 1927).

    Donnerstag, 21. Februar 2019

    Ein Frühlingsgedicht (Versuch)

    Frühlingstag

    Herr, es ist Zeit.
    Der Winter war sehr groß.
    Wirf deine Helle auf die Sonnenuhren
    Und auf den Fluren
    Lass die Keime los.

    Befiehl den ersten Früchten zu gedeihn,
    Gib ihnen bald viel südlichere Tage.
    Dränge sie zur Entwicklung hin
    Und jage die erste Süße in den neuen Wein.

    Wer jetzt ein Haus hat,
    Baut sich keines mehr.
    Wer jetzt zu zweit ist,
    Wird es lange bleiben.
    Wird lachen, lesen,
    kurze E-Mails schreiben
    Und wird in den Alleen
    Lustvoll wandern,
    Wenn die Samen treiben.

    Rainer Maria Rilke

    (Jahreszeitlich (und auch sonst) angepasst.)

    Samstag, 26. Januar 2019

    Verkitschte Jugendstil-Pornografie?

    Notizbuch

    Ist es richtig, wenn man Rilkes Sieben Gedichte so nimmt? Verkitschte Jugendstil-Pornografie?

    --

    II.

    Du hast mir, Sommer, der du plötzlich bist,
    zum jähen Baum den Samen aufgezogen.
    (Innen Geräumige, fühl in dir den Bogen
    der Nacht, in der er mündig ist.)
    Nun hob er sich und wächst zum Firmament,
    ein Spiegelbild das neben Bäumen steht.
    O stürz ihn, dass er, umgedreht
    in deinen Schoß, den Gegen-Himmel kennt,
    in den er wirklich bäumt und wirklich ragt.
    Gewagte Landschaft, wie sie Seherinnen
    in Kugeln schauen. Jenes Innen
    in das das Draußensein der Sterne jagt.
    [Dort tagt der Tod, der draußen nächtig scheint.
    Und dort sind alle, welche waren,
    mit allen Künftigen vereint
    und Scharen scharen sich um Scharen
    wie es der Engel meint.]

    --

    Dienstag, 19. September 2017

    Sonette ...

    Wenn es so etwas wie eine
    contradictio in poema gibt,
    dann hat der Gernhardt selig mal wieder
    den Vogel abgeschossen!

    Plumps. Und da liegt er nun.
    (Der Vogel. Nicht der Gernhardt.)
    Und wartet darauf,
    ausgestopft zu werden.

    Ich mache mich ans Werk und präsentiere -- voilà:

    --

    Sonette find ich sowas von beschissen,
    so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
    es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
    daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut

    hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
    allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
    kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
    Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

    darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
    mich mittels seiner Wichserein blockiert,
    schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

    Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
    Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
    Ich find Sonette unheimlich beschissen.

    Robert Gernhardt

    Donnerstag, 20. April 2017

    Bürgers Schwabenmädel

    Ach, das Internet! Es gräbt die schönsten alten Dinge aus:

    "Bürgers Neugierde und Erwiderung des Gedichtes. 281

    Obgleich Bürger in einem Briefe an Boie sagt, die Verse des anonymen Gedichtes seien leider nicht viel wert, hatten sie tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Seine Phantasie wurde durch den poetischen Heiratsantrag mächtig erregt, seine Gedanken gehörten fortan nur seiner unbekannten Verehrerin. „Ist die ganze Geschichte nicht drollig? Es ist doch wenigstens eine artige Anekdote in der Geschichte der deutschen Litteratur," meinte der arglose Dichter, der von dem Ausgange dieses Abenteuers keine Ahnung haben konnte, da er sonst vor der poetischen Ehewerberin schleunigst die Flucht ergriffen hätte. Der Bedauernswerte dachte sogar mit Vorliebe daran, ob nicht doch vielleicht daraus Ernst werden könnte; dieses kühne Schwabenmädchen wäre vielleicht imstande, ihm die unvergessliche Molly zu ersetzen. Er sah ein, „dass das Weib, welches das Bild der Einzigund Höchstgeliebten unvergesslichen gänzlich in Schatten zurückzudrängen vermöchte, ein wahres Meister- und Schöpferwerk an ihm verrichten würde", aber warum sollte es dieser feurigen Emanzipierten nicht gelingen? Gewiss eher ihr, als einer anderen! Längst hatte er geglaubt, dass ihm ein solches Glück an seines Lebens „Nachmittag" nicht mehr beschieden sei -- was er jedoch dafür hielt, war nur ein Unglück, das seinen Lebensabend noch verkürzte."  (Wurzbach)

    Montag, 27. März 2017

    Wolf Wondratschek

    Aus der Wikipedia-Diskussionsseite zu Wolf Wondratschek, über den hier, unter Vermischtes, schon mal gesprochen wurde.

    "Geldfragen || Bei diesem wie bei vergleichbaren Schriftsteller-Artikeln stelle ich mir immer die Frage: Wovon lebt der Mann / die Frau eigentlich? Vom Verkauf der Bücher doch sicher nicht. Die Honorare von Büchern, Hörspielen, Vorträgen können auf keinen Fall ausreichen, um halbwegs über die Runden zu kommen. -- Ist das eine ungebührliche Frage? Ich meine nein. Wir sind hier ja nicht beim städtischen Kulturausschuss, der solcherlei Fragen zu persönlich und für indiskret hält."

    Typus: 'Das wird man doch wohl noch fragen dürfen!' Die Antwort auch gleich: Der Herr W. lebt von gelegentlichen Verkäufen, Honoraren und der Künstlersozialversicherung. Üppig ist der Betrag, den er da ausgeben kann, nicht; aber W. war und ist ja auch ein eher bescheidener Typ. Damit erkauft er sich seine künstlerische Freiheit. Hoch soll er leben!

    Freitag, 27. Januar 2017

    Was für Leben es doch gibt!

    Ich suche nach einem Zitat, das wahrscheinlich von Ezra Pound stammt, und dabei stoße ich auf den Wikipedia-Artikel über Pound. Was für ein Leben! Und es zeigt sich wieder: Literatur ist wie Politik und Politik ist wie Religion. Großartig und verrückt.

    Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Pound als Privatsekretär seines Vorbildes William Butler Yeats in Irland. 1914 heiratete er die Künstlerin Dorothy Shakespear. In dieser Zeit suchte die Witwe des Ostasien-Kenners Ernest Fenollosa jemanden, der den Nachlass ihres Mannes herausgeben könnte. Sie fand ihn in Pound, der sich dann mit ostasiatischer Lyrik beschäftigte und Fenollosas Text zum japanischen Nō-Theater herausgab. 1915 begann er sein Hauptwerk, die Cantos (Gesänge), an denen er bis zu seinem Tod arbeitete. | Von 1920 bis 1924 lebte er in Paris. In dieser Zeit lernte er die Geigerin Olga Rudge kennen, mit der er und seine Ehefrau bis zu seinem Tode in einer Dreiecksbeziehung lebten. 1922 redigierte er T. S. Eliots Gedicht Das wüste Land, das neben seinen eigenen Cantos zu den bedeutendsten lyrischen Werken der englischsprachigen Moderne zählt. | 1924 kehrte Pound Paris den Rücken und ließ sich im italienischen Rapallo nieder. Dort wurde er bald zum Fürsprecher Mussolinis. Pound blieb auch nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Italien und verbreitete über Radio Rom, publizistisch und in seinen Dichtungen (Cantos 72–73) antiamerikanische, rassistische und antisemitische Propagandareden. Pound macht die Juden für die Herrschaft des Wuchers, lateinisch usura, verantwortlich. „Der Jude“, der internationale und amerikanische Kapitalismus, hatte nach seiner Meinung auch den Zweiten Weltkrieg verursacht. | | Ezra Pound kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangener | Pound wurde 1945 nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen festgenommen. Es wird berichtet, dass er sich selbst stellte. Er war einige Zeit in Pisa in einem eigens angefertigten Käfig inhaftiert und „ausgestellt“.[1] | In dieser Zeit entstand der berühmteste Teil seiner Cantos, die „Pisaner Cantos“, für die er 1949 den renommierten Bollingen Prize erhielt. Wegen Landesverrats wurde er am 26. Juli 1943 in den USA zusammen mit Frederick W. Kaltenbach, Robert Best, Jane Anderson, Douglas Chandler, Edward Leo Delaney, Constance Drexel, und Max Otto Koischwitz angeklagt. Einer Nachkriegs-Verurteilung und möglichen Todesstrafe entging er nur, weil er von einem Gutachter für geisteskrank erklärt wurde. Die nächsten zwölf Jahre verbrachte er im St. Elizabeth's-Krankenhaus, einer staatlichen Heilanstalt in Washington, D.C.

    Donnerstag, 18. August 2016

    Erfolgsrezept

    "Wie komme ich an den Erfolg?"
    So fragte einstens der Herr Molch.
    Das sei nicht schwer, sagte Herr Klaus,
    "Sei immer deiner Zeit voraus!"

    Dienstag, 8. September 2015

    "... das Ende einer Nabelschnur"

    Das, was ich eben in die Wikipedia-Diskussion bei Artur Schnabel geschrieben habe, ist es wert, auch hier festgehalten zu werden:
    Axel Hacke sagt in seiner SZ-Magazin-Kolumne vom 5. September 2015:

    "[...] Ich muss zum Beispiel, höre ich das Wart 'knacken', stets an den einst berühmten Pianisten Artur Schnabel und seine Vorliebe für Schüttelreime denken, die ihn Verse dichten ließ wie diesen:
    'Am Anfang war auch Schnabel nur,
    das Ende einer Nabelschnur.'"
    Wenn das so stimmt: Der Vers ist genial! Zur allfälligen Verwendung! -- Gibt es mehr davon? Und wenn ja: wo? (Ok, hab selbst mal etwas nachgeforscht: Scheint zu stimmen!) -- Nachtrag: Und Axel H. scheint sich hier bei Eike Christian Hirsch bedient zu haben.

    Freitag, 6. März 2015

    Neubeginn

    Ich fang´ es jetzt noch einmal an,
    Das Leben und das Streben.
    In meinem Alter ist man Manns
    genug, dem Alter Zeit zu geben.

    MONDAY, MARCH 08, 2010

    Deutscher Pokal

    (Im süddeutschen Tonfall vorzutragen!)

    Es ham die Bayern, die aus München,
    gegn Schalke wieder mal gesiegt!
    Und morgen wern die Robben lynchen,
    die Schalker, weil - ihr Südpol glüht!

    WEDNESDAY, MARCH 24, 2010

    Widerstand gegen das Unvermeidliche

    "Man kann´s nicht zwingen, dass sich´s reimt!"
    sprach einst der Dichter-Gott.
    Da fühlte ich mich sehr geleimt.
    und wollte nur noch fott.

    WEDNESDAY, APRIL 21, 2010

    Donnerstag, 8. Januar 2015

    3 Gigaparsec

    Das sichtbare Universum
    hat eine Ausdehnung von ca. 3 Gigaparsec.
    Radius. Okey, Radius.
    Er könnte auch 30 Gigaparsec umfassen,
    der reale Radius.
    Kann aber auch 12tausend mal größer sein, oder so.
    Man weiß es nicht. Man weiß es nicht!
    Keine Messung möglich.

    In Paris
    töten zwei Männer
    zwölf Menschen.
    Im Namen des Weltschöpfers
    und seines Propheten.

    Für einen winzigen, nicht messbaren Moment,
    schrumpft das Universum auf die Größe
    einer Gewehrkugel.

    Dann -- schscht! -- dehnt es sich wieder aus.


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    Dienstag, 6. Januar 2015

    Borges' Bürger

    Lange danach gesucht. Ich besitze das Buch mit diesem Gedicht nicht. Endlich habe ich es hier gefunden!


    G. A. Bürger

    por Jorge Luis Borges

    No acabo de entender
    por qué me afectan de este modo las cosas
    que le sucedieron a Bürger
    (sus dos fechas están en la enciclopedia)
    en una de las ciudades de la llanura,
    junto al río que tiene una sola margen
    en la que crece la palmera, no el pino.
    Al igual de todos los hombres,
    dijo y oyó mentiras,
    fue traicionado y fue traidor,
    agonizó de amor muchas veces
    y, tras la noche del insomnio,
    vio los cristales grises del alba,
    pero mereció la gran voz de Shakespeare
    (en la que están las otras)
    y la de Angelus Silesius de Breslau
    y con falso descuido limó algún verso,
    en el estilo de su época.
    Sabía que el presente no es otra cosa
    que una partícula fugaz del pasado
    que estamos hechos de olvido:
    sabiduría tan inútil
    como los corolarios de Spinoza
    o las magias del miedo.
    En la ciudad junto al río inmóvil,
    unos dos mil años después de la muerte de un dios
    (la historia que refiero es antigua),
    Bürger está solo y ahora,
    precisamente ahora, lima unos versos.

    --

    G. A. Bürger


    Ich kann nicht begreifen,

    warum mich die Dinge so sehr berühren,

    die Bürger widerfuhren

    (seine beiden Daten stehen in der Enzyklopädie)

    in einer der Städte des Flachlands,

    beim Fluß der nur ein Ufer hat

    auf dem die Palme wächst, nicht die Fichte.

    Wie alle Menschen

    sagte und hörte er Lügen,

    war verraten und Verräter,

    litt oft die Agonie der Liebe,

    und nach der Nacht der Schlaflosigkeit

    sah er die grauen Scheiben des Morgens,

    aber er verdiente Shakespeares große Stimme

    (in der die anderen sind)

    und die des Angelus Silesius aus Breslau,

    und scheinbar achtlos feilte er irgendeinen Vers

    im Stil seiner Zeit.

    Er wußte, daß die Gegenwart nichts anderes ist

    als ein flüchtiges Partikel der Vergangenheit,

    und daß wir aus Vergessen gemacht sind:

    Weisheit so nutzlos

    wie die Korollarien Spinozas

    oder die Magien der Angst.

    In der Stadt am unbewegten Fluß

    an die zweitausend Jahre nach dem Tod eines Gottes

    (die Geschichte, die ich erzähle, ist alt)

    ist Bürger allein und jetzt,

    genau jetzt, feilt er einige Verse.

    Freitag, 19. September 2014

    Bildungsbürgerlich ausstaffiertes Abendlied (Kühne Form)

    Es ist am Ende doch vorbei.
    (Das Leben.) Nun ist es Abend.
    Der Welten Laute schweigen stille.
    Nur hinten im Gehirne eine Rille,
    die läuft verzagend
    hin zu Edvards Schrei.


    First posted at | 23.01.08 11:38 | Pacific Daylight Time

    Komm schöner Mai

    Komm schöner Mai und räche
    das Reh am Jäger jetzt.
    Dass eben dann der freche
    Waidmann sich selbst verletzt.

    Sein Schuss, er geh' nach hinten
    und treffe ihn dann fein,
    damit Reh unter den Linden
    mit Wolf ein Paar darf sein.

    First posted at | 13.05.10 04:03 | Pacific Daylight Time