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Donnerstag, 5. September 2019

RIB

Auf Ferdinand Piëchs Grabstein sollte stehen:

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RIB
Requiescat in Bugatti

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Weltrekord Fast 500 km/h! Bugatti Chiron durchbricht die 300-mph-Grenze Dienstag, 03.09.2019 Wie der Autobauer Bugatti mitteilte, hat ein seriennaher Prototyp des Bugatti Chiron erstmals die 300-mph-Grenze durchbrochen. Mit einer Geschwindigkeit von 304,773 mph (490 km/h) wurde ein Weltrekord aufgestellt. (focus.de)

Sonntag, 1. September 2019

Auf der Autobahn in Franken

Ein kleines Problem. Ist es stilistisch? Oder wie soll man so was nennen?

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Nur Minuten nach seiner Hochzeit ist ein junges Paar in Texas bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen. Der 19-Jährige und die 20-Jährige aus dem Orange County starben vor den Augen von Familienmitgliedern, wie der Lokalsender KFDM am Freitag berichtete. Bei der Ausfahrt aus der Straße vom Standesamt sei ein vorbeifahrender Geländewagen mit dem Auto der Frischvermählten zusammengestoßen.

Drama in den USA: Mutter muss tödlichen Unfall mitansehen

Die Mutter des Bräutigams habe im Auto dahinter gesessen und alles mitansehen müssen. Das Paar starb noch am Unfallort. Laut KFDM erklärte dieselbe Verwaltungsbeamte, die die jungen Leute wenige Minuten zuvor getraut hatte, das Paar für tot. Der Fahrer des Geländewagens wurde den Angaben zufolge nicht verletzt.


Auf der Autobahn in Franken hat sich ebenfalls ein schwerer Unfall ereignet: Die Autobahn wurde gesperrt. (infranken.de)

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Das in den USA ist wirklich besonders und besonders schrecklich. Diesen Unfall unmittelbar mit Franken in Beziehung zu setzen -- ja, was ist das?

Klingt ein wenig nach dem alten Kalauer, in leichter Abwandlung: Willy Brandt ist tot, Helmut Kohl ist tot - und mir ist auch schon schlecht. (Ok, auch unpassend, dieser Kalauer. In diesem Zusammenhang.)

Freitag, 28. Juni 2019

Wikipedia und die Quadratur des Kreises

Notizbuch

Dass es einen Notizblog gibt, finde ich schon mal schön. Einfach so. Und weil ich mich in diesen Tagen von der Wikipedia verabschiede, bin ich beim Herumsuchen auf diesen Eintrag aus dem Jahr 2009 gestoßen.

Was das Aufhören bei der Wikipedia angeht: Ich werde jetzt kein Lamento anstimmen und auch nicht die Zusammenhänge darstellen, die mich zum Aussteigen bewogen haben. Richtig ist ja auf jeden Fall: Das Zitierte stammt aus dem Jahr 2009 und die Wikipedia gibt es immer noch.

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Der Wikipedianer JD hat einmal angemerkt:

"Dummerweise ist Wikipedia [...] dem Tode geweiht. Schuld daran ist natürlich die große Relevanz-Hinterfragerei, zudem gibt's hier krass hierarchische Machtstrukturen. Schade, es war eine schöne Zeit."

Ich glaube, das war ironisch gemeint. So im Sinne des alten "Totgesagte leben länger!"

Wie dem auch sei -- kein böses Wort über die Wikipedia. Und ein sachlich-analytisches vielleicht später, mit einigem Abstand. Oder auch gar nicht.

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Pointers & Pointen

VERÖFFENTLICHT AM 20. OKTOBER 2009 VON TORSTEN

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So schreibt Pavel:

99% aller Deutschen sind irrelevant. Und werden es auch immer bleiben. Jedenfalls nach den Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia.

Ähm – ist das ein Vorwurf? Natürlich sind die allermeisten Menschen für Wikipedia irrelevant. Wie kann man sich über Datenlücken bei StudiVZ aufregen, wenn man parallel in der Wikipedia eine Personendatei aufmacht, von der nicht mal Wolfgang Schäuble zu träumen wagt?

Ich persönlich bin ganz froh keinen Wikipedia-Artikel über mich zu haben, den ich ständig nach Vandalismen untersuchen müsste und in dem plötzlich ein Abschnitt „Kritik“ auftaucht, in dem ein Worst-Of der auffindbaren Äußerungen über mich gesammelt werden.
Arrogant oder notwendig?

Wikipedia will das Weltwissen sammeln, ein hehrer Anspruch. Man kann nun fragen, ob der Straßenkehrer Dominik Müller in Bad Salzdettfurt weniger wert ist als ein Mathe-Professor, der auch nur sein Tagewerk vollbringt? Gehört Dominik nicht auch zum Weltwissen? Woher kommt diese Arroganz?

Nun – schauen wir uns das Grundprinzip der Wikipedia an. Zunächst: Wikipedia will Weltwissen sammeln, nicht nur eine Sammlung von Behauptungen. Was trivial klingt, ist in Wahrheit die Quadratur des Kreises. Denn in Wikipedia kann quasi jeder schreiben, was ihm in den Sinn kommt. Man muss sich nicht mal anmelden. ...

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Donnerstag, 13. Juni 2019

The Death of Michel Foucault

"This put me in a quandary about how to handle the possibility that Foucault had embraced AIDS as a "limit-experience." Everything that I had learned, from Defert and others, persuaded me that it was highly unlikely that Foucault would (as the rumor depicted him) go around deliberately trying to infect—and hence, in effect, murder—innocent people. Evidently he had been uncertain, perhaps to the day he died, whether or not he actually had AIDS. Given the circumstances in San Francisco in the fall of 1983, as best I could reconstruct them, to have taken AIDS as a “limit-experience, ” it seemed to me, would have involved engaging in potentially suicidal acts of passion with consenting partners, most of them likely to be infected already; deliberately throwing caution to the wind, Foucault and these men were wagering their lives together; that, at least, is how I came to understand what may have happened." (James E. Miller: The Passion of Michel Foucault. 2000. S. 381)

"Dies brachte mich in die nicht einfache Situation, dass ich überlegen musste: Wie umgehen mit der Möglichkeit, dass Foucault AIDS vielleicht wirklich als 'Grenzerfahrung' genommen hat? Alles, was ich bei Defert und anderen gelesen hatte, ließ mich zu der Überzeugung kommen, dass es -- gegen vorhandene Gerüchte -- sehr unwahrscheinlich war, dass Foucault entsprechend gehandelt hat. Sollte er absichtlich herumflaniert sein mit der Absicht, unschuldige Männer zu infizieren - und damit letztendlich zu ermorden? Offensichtlich war er sich ja bis zu seinem Tod unsicher, ob er tatsächlich AIDS hatte oder nicht. Was den Herbst 1983 angeht -- so gut ich diese Zeit rekonstruieren konnte --, hat Foucault damals AIDS tatsächlich als 'Grenzerfahrung' verstanden und möglicherweise aus Leidenschaft mit einwilligenden Partnern selbstmörderisch gehandelt. Mit Partnern, von denen die meisten wahrscheinlich infiziert waren. Foucault und diese Männer ließen vorsätzlich alle Vorsichtsmaßnahmen beiseite und setzten gemeinsam ihr Leben aufs Spiel. So zumindest habe ich das verstanden, was damit wahrscheinlich geschehen ist."

Donnerstag, 6. Juni 2019

Noa Pothoven

Was steht hinter solchen Schicksalen? Ist mit Zeitungsberichten alles geklärt?

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Noa war elf Jahre alt, als sie zum ersten Mal Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde – auf einer Schulparty. Ein Jahr später folgte der zweite Übergriff. "Es war das zweite Mal, dass mich ein Mann gegen meinen Willen an intimen Orten berührte", schreibt sie in ihrer Biografie "Gewinnen oder Lernen", die 2018 erschien. Mit 14 sei sie schließlich von zwei Männern vergewaltigt worden. Zu Hause habe sie nie darüber sprechen können, "aus Angst und Scham". Gegenüber "De Gelderlander" erzählt sie: "Ich erlebe die Angst und den Schmerz jeden Tag aufs Neue. Ich bin immer ängstlich und auf der Hut. Und mein Körper fühlt sich bis heute schmutzig an. Mein Haus, mein Körper wurde aufgebrochen – und das kann nie wieder rückgängig gemacht werden." (stern.de)

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Schreibt ein junger Mensch, der wirklich sterben will, erst mal noch ein Buch über die Unerträglichkeit seines Lebens und seines Zustands?

Samstag, 20. April 2019

Am Ende ...

... eines Karfreitags, der es in sich hatte. Wie man so sagt. Kann man mehr sagen? Nein.


Wer kann das schon verstehen.

Sonntag, 7. April 2019

"... neigt die Intellektuelle zur Selbstzerstörung"

Kaum fängt man an herumzulesen, wird eine Sache uferlos. Hier: Susan Sontag:

"Ich will mit vielen Leuten schlafen" Als Studentin neigt die Intellektuelle zur Selbstzerstörung. Die Mittel ihrer Wahl: Eine Hochzeit und ein Masterstudium Von Oskar Piegsa 16. April 2013 ... ZEIT Campus Nr. 3/2013 6 Kommentare || Die Sängerin auf der Bühne des Mona’s ist sehr groß, sehr blond und wunderschön. Im Abendkleid und mit nackten Schultern steht sie im Scheinwerferlicht. Und ihre Stimme! So tief und stark, Susan ist beeindruckt. Sie ist zum ersten Mal in dieser Bar bei den Piers von San Francisco, Harriet hat sie mitgenommen, die beiden kennen sich aus der Uni-Bibliothek in Berkeley. Harriet ist 21, Susan erst 16, sie dürfte noch gar nicht hier sein und sich von älteren Frauen zu Drinks einladen lassen. Doch im Mona’s gelten andere Gesetze als in der Welt da draußen. Während Susan noch über die Sängerin staunt, lächelt Harriet und verrät ihr ein Geheimnis: Da vorn auf der Bühne, das ist ein Mann in Frauenkleidern. Kurz darauf beginnt Susan eine Vokabelliste in ihrem Tagebuch. "Gay slang", schreibt sie und darunter: "drag", "be in drag", "a drag party". "Box" bedeutet Muschi, "to have a box" Oralsex. Dann notiert sie einen Satz, den sie vielleicht im Mona’s aufgeschnappt hat: "When you gonna let me have some of that box, honey?" [...] Zwei Tage später erhält Susan einen Brief: Die Uni in Chicago gewährt ihr ein Stipendium. Was dann und in den nächsten Jahren folgt, widerspricht allem, was sie eben noch beschlossen hatte. Sie wechselt von Berkeley nach Chicago. Dort geht sie in eine Vorlesung des zehn Jahre älteren Soziologen Philip Rieff. Der sucht einen Hiwi, jemanden, der Recherchen für sein Forschungsprojekt übernimmt. Sontag bekommt den Job. Das ist im November 1950. Im Dezember sind Rieff und Sontag verlobt. Am 3. Januar 1951 notiert sie in ihrem Tagebuch: "Ich heirate Philip im vollen + beklemmenden Bewusstsein meines Drangs zur Selbstzerstörung."" (zeit.de)

Mittwoch, 3. April 2019

Holzlose Verwesung

Notizbuch

Ja, die Probleme der multikulturellen Gesellschaft beginnen im Kleinen und im Konkreten!

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Die CSU hält ein Ende der Sargpflicht auch per Änderung der Bestattungs-Verordnung für möglich, die Freien Wähler kündigten einen Gesetzesentwurf an.

Es gibt jedenfalls Bewegung in der Bestattungs-Frage. Sargpflicht besteht, außer in Bayern, sowieso nur noch in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Alle anderen Bundesländer lassen Ausnahmen zu. Muslime bestatten ihre Toten traditionell nur in einem Leintuch.

So, und was halten wir denn von dieser komplexen Argumentation? 

„Auf der A9 werden schon autonom fahrende Autos getestet, aber es gibt Themen, da leben wir in Bayern hinterm Mond,“ begründete Arif Tasdelen (44, SPD) den Antrag auf holzlose Verwesung.

Und diese feine Formulierung! ... holzlose Verwesung? (bild.de)

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Dienstag, 26. März 2019

Verstorbener Designer

Notizbuch

Der Mann hat es vorgemacht: Auffallen musst du! Das ist die Vorstufe zum Ruhm! Auf der anderen Seite singt sich das -- hier schon mal erwähnte -- Hobellied natürlich auch bei KL am Ende ganz von alleine.

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Verstorbener Designer: "Die war nie in Paris, die kennen wir nicht" – wie Karl Lagerfeld andere Promis verbal attackierte

20. Februar 2019 21:35

Karl Lagerfelds Sprüche sind legendär. Sie waren mitunter sehr lustig, immer bissig und leider oft empörend. Seine Opfer: meistens Frauen. Sicher war vor Kaiser Karl allerdings niemand.

"Eine Frau ohne Stil hat auch in einem Kleid mit Stil keinen Stil": Lagerfelds legendärste Sprüche

Modezar Karl Lagerfeld ist tot. Er verstarb mit 85 Jahren in Paris, doch seine Weisheiten werden ihn lange überleben. Wir haben die besten für euch gesammelt.

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Karl Lagerfelds Sprüche sind mittlerweile legendär. Doch oft schoss der Designer mit seinen Anmerkungen über das Ziel hinaus. Unvergessen, wie er einst über Heidi Klum sagte: "Ich kenne sie nicht. (...) Auch Claudia (Schiffer) kennt die nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht." Doch er lästerte nicht nur über das deutsche Model. Auch ihr Ex-Mann Seal bekam von Lagerfeld einen fiesen Seitenhieb. Der Designer war außerdem kein Fan von Pippa Middleton, Angela Merkel oder "fetten Mamas", die sich über zu dünne Models beschwerten. Weil er einen Heldenstatus genoss wie sonst kein zweiter Designer, wurden Lagerfeld seine fiesen Äußerungen verziehen, fast schon nachgesehen. Dass er aber immer wieder Menschen verletzte, dürfte nicht ausgeschlossen sein.

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In den USA ist sie ein Supermodel und erfolgreiche Moderatorin. In Karl Lagerfelds illustren Kreisen existierte Heidi Klum hingegen nicht. Seinen Unmut - oder eher, seine Indifferenz ihr gegenüber - drückte er in Johannes B. Kerners Talkshow im Sommer 2009 aus: "Ich kenne sie nicht. (...) Auch Claudia (Schiffer) kennt die nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht." Das saß.

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Mit seinen Äußerungen überschritt Karl Lagerfeld oft Grenzen. Sehr kontrovers diskutiert wurden zum Beispiel seine Tiraden gegen Angela Merkel. In der "Vogue" lästerte er im vergangenen Jahr, bezogen auf Geflüchtete aus dem arabischen Raum: "Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt (Bundeskanzlerin) Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land."

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Andererseits positionierte sich Karl Lagerfeld auch klar gegen Rechts: "Wenn das weitergeht, gebe ich die deutsche Nationalität auf. Ich will nicht Teil dieses Neonazi-Clubs sein", sagte er im französischen Wochenmagazin "Le Point" im Mai 2018 bezogen auf Rechtsradikalismus in Deutschland.

(stern.de)

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Dienstag, 19. März 2019

"Killer drone arms,..."

... artificial intelligence an increasingly real fiction"


Ich dachte, das sei noch was für eine Science-Fiction-Geschichte. Aber -- natürlich: The US do not sleep.


Freitag, 22. Februar 2019

Mein Modeblog: Karl, der große Lagerfeld

Notizbuch

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Natürlich trompetet das der Postillon ins Land! 

Und man kann mit Fug und Jürgen von der Lippe fragen:
"Muss das an die große Glocke? / Kann man das nicht ignorier'n?!

Montag, 11. Februar 2019

Netflix-Humor



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Wahrscheinlich hat Netflix das nicht so gemeint. Aber erst mal noch der Text, such- und durchsuchbar.

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NETFLIX ORIGINAL ENDSPIEL 2018 - Unheilbar kranke Patienten lernen im Angesicht des unabwendbaren Todes außergewöhnliche Mediziner kennen, die unsere Sicht auf das Leben und den Tod... 

Basierend auf Ihrem Interesse an: Aufräumen mit Marie Kondo

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Ganz falsch ist die Sache ja nicht: Das Ende des Lebens. Das große Aufräumen. Alles wird weggeräumt. Auf dass Platz geschaffen werde für eine neue Generation.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Sinn des Lebens 1: Alter und Zeit

Notizbuch: Zeit, Leben und Sterben

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Mit über 100 Jahren ging er noch täglich arbeiten: David Goodall ist Australiens bekanntester und ältester Biologe und Ökologe. Nun möchte der 104-Jährige sterben – wegen der schwindenden Lebensqualität.

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„Ich möchte nicht in die Schweiz, auch wenn es ein nettes Land ist. Aber ich muss das tun“, sagte Goodall und kritisiert Australiens Sterbehilfeverbot. Wegen dieser Situation sei er sehr „aufgebracht“. Sich für die Sterbehilfe in einem gewissen Rahmen einzusetzen sei alles, was er noch tun könne.

Erster Klasse nach Europa

Eine Crowdfunding-Organisation hatte Goodall dabei geholfen, Spendengelder für die Reise und einen Erste-Klasse-Flug zu sammeln.

Ausschlaggebend für Goodalls Entscheidung, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, war offenbar ein Sturz in seiner Wohnung, in der er noch allein lebte. Goodall war danach längere Zeit nicht mehr bewegungsfähig: „Ich habe nach jemanden gerufen, aber es hat mich niemand gehört.“ Erst zwei Tage später habe ihn seine Putzfrau gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Durch die im Anschluss notwendige Behandlungen und seine schlechte Gesundheit fühle er sich gedemütigt.

„Ich bin 104 Jahre alt und habe sowieso nicht mehr viel Zeit. Es macht mich unglücklich“, sagte Goodall. Er sei des Lebens müde. Er sei auch überhaupt nicht traurig, dass er sterben müsse, auch wenn er gerne 20 oder 30 Jahre jünger wäre. „Ich betrachte den Tod nicht als grauenvoll. Ich sehe es als natürlich an“, antwortete Goodall auf die Frage, ob er keine Angst vor dem Tod habe. „Man lebt einige Jahrzehnte und dann stirbt man. Es ist nicht traurig. Was traurig ist, ist, wenn das verhindert wird.“

Goodall wurde 1914 in London geboren und zog 1948 nach Australien, wo er an der Universität in Melbourne seine Lehrtätigkeit aufnahm. Goodall hinterlässt Dutzende wissenschaftliche Expertisen. (welt.de)

Mittwoch, 14. März 2018

Stephen Hawking gestorben

Wie viel Lebenszeit hatten ihm seinerzeit seine Ärzte zugestanden? Also -- auf dein Wohl, Stephen!

Zum Tod eines Ausnahmeforschers. Eine kurze Geschichte über Stephen Hawking || Stephen Hawking gilt als einer der größten Astrophysiker der vergangenen Jahrzehnte - und er war der vielleicht letzte Popstar der Wissenschaft. | Von Markus Becker| Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist am frühen Mittwochmorgen in Cambridge gestorben. An einem 14. März also, einem Tag, an dem Mathematiker traditionell jedes Jahr die Kreiszahl Pi ehren. Eine Koinzidenz, die Hawking vermutlich gefallen hätte. In der Vergangenheit gab es eine ganze Reihe Wissenschaftler, die so prominent waren wie Politiker oder Hollywoodstars. Albert Einstein, Thomas Edison, Max Planck, Werner Heisenberg, Niels Bohr, Wilhelm Conrad Röntgen, Robert Koch, Robert Oppenheimer, Nikola Tesla - sie alle übten enormen Einfluss auf das Geschehen ihrer Zeit aus. (spiegel.de)

Freitag, 9. März 2018

Hat jeder Mensch seinen Preis?

Diese Frage hat eine doppelte Bedeutung. Kann ein Mensch, jeder, bezahlt werden und er tut alles, wenn nur die Entlohnung in der Höhe stimmt? Und dann: Ist im gegen Schuss das Leben eines Terroristen – je nach dessen Relevanz – eine bestimmte Summe wert?

Pakistan | Millionenschweres Kopfgeld für Taliban-Anführer | Mullah Fazlullah ist Chef der pakistanischen Taliban, er steckt hinter dem Attentat auf Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Die USA haben nun Fazlullahs Sohn per Drohne getötet und bieten fünf Millionen Dollar. (spiegel.de)

Bringt jetzt jemand aus der Umgebung dieses Taliban-Führers den um, weil 5 Millionen $, eventuell gepaart mit einem US-Aufenthaltsrecht, doch eine ganze Menge ist? Und gesetzt es findet sich jemand aus der Umgebung, der den Mullah umbringt – wie kommt der Täter dann an sein Geld? Fragen über Fragen aus dem Bereich von Don-Winslow-Büchern.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

"Mein Zuhause ist der Himmel"

Notizen / Archiv:

"© AP/FR43398 AP || Dan Johnson hat sich das Leben genommen | Der republikanische Abgeordnete in Kentucky, Dan Johnson, hat sich in der Nacht auf Donnerstag das Leben genommen. Dies nachdem er zuvor Rücktrittsforderungen – auch seiner eigenen Partei –  abgelehnt hatte. Wie die Polizei mitteilte, hat er sich auf einer Brücke erschossen. Johnson wurde vorgeworfen, die damals 17-jährige Freundin seines Sohnes sexuell belästigt zu haben. Der Priester hatte die Vorwürfe noch am Dienstag in einer Medienkonferenz in seiner Kirche als «völlig falsch» und «politisch motiviert» bezeichnet. Wie der «Guardian» berichtet, postete der 57-jährige kurz vor seinem Tod einen Beitrag auf Facebook. «Ich kann das nicht mehr länger ertragen. Mein Zuhause ist der Himmel.»" (amü) (msn.com)

Montag, 30. Oktober 2017

Paul Nizon: Max Frisch & Elias Canetti

Nach dem heutigen SZ-Bericht über Paul Nizon auch dieses ältere Interview rausgesucht. Stark!

Zur Eintrübung Ihres Verhältnisses trug ein Fest bei, das Frisch zum 40. Geburtstag Ihres Kollegen Jürg Federspiel gab. 

Von den anwesenden Damen verlangte er [Max Frisch] zu bestimmen, welche der eingeladenen Jungschriftsteller in welcher Reihenfolge sterben würden. Was er offenbar für ein amüsantes Gesellschaftsspiel hielt, war allen nur unendlich peinlich. Wir waren schließlich nicht als Testpersonen für seinen berühmten Fragebogen eingeladen.

...

Die dritte große Männerfigur in Ihrem Leben war Elias Canetti.

Er war die größte Begegnung meines Lebens. Ich habe nie wieder eine Person mit einem derart reichen und breit gefächerten geistigen Universum erlebt. In seinen Büchern präsentierte er sich als Mann ohne Unterleib. Dass er im wirklichen Leben ein despotischer Don Juan war, dessen Vielweiberei Züge einer Obsession hatte, bekam ich nicht mit. Erst nach seinem Tod erfuhr ich, dass ich jahrzehntelang einem wahnsinnigen Erotomanen gegenübergesessen hatte. Er war ein Faun, der einen kleinen Harem aus jungen, schönen Adeptinnen hatte und beschlief – mit Zustimmung seiner Frau Veza, die das Ganze organisierte. Nur einmal verblüffte er mich, als er mit Emphase sagte: »Ich war gerade in Israel, und ich sage Ihnen, da gibt es riesige, blonde Weiber! Man möchte diese Stuten sofort bespringen!« Ich dachte: Was? Bespringen? Das war nun wirklich eine Ausdrucksweise, wie ich sie von ihm noch nie gehört hatte.

Donnerstag, 2. März 2017

Christopher Schmidt

Christopher Schmidt, Literaturchef der Süddeutschen, ist, offenbar überraschend, in der Nacht von vorgestern auf gestern gestorben. Er war 52 Jahre alt. Ein Nachruf von Sonja Zekri in der SZ, heute.

Zu den Klischees über Feuilletonisten gehört, dass sie handwerklich nur begrenzt einsetzbar sind. Christopher Schmidt, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung seit 2001, war wie in vielem anderen auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Er konnte unangemeldet in einer vollgerümpelten, frisch bezogenen Wohnung auftauchen, zerkaute eine Begrüßung zwischen den Zähnen, stellte den Werkzeugkasten auf den Boden und schritt als Erstes mit Fahnderblick die Zimmer ab. Drückte Klinken. Schraubte Griffe. Fixierte Knäufe. Er hasste Pfusch und halbe Sachen. Schlampereien beim Dübeln oder beim Denken waren ihm gleichermaßen wesensfremd. Dass sich andere an ihm ausrichteten wie Eisennadeln an einem Magneten, hatte eine fast physikalische Logik.

Das ist ein schöner, nicht alltäglicher, anrührender Beginn. Wahrscheinlich war damals die "frisch bezogene Wohnung" die der Autorin. Dass Schmidt nicht nur gut schreiben konnte, sondern auch noch gut aussah -- vielleicht nicht richtig, das im Augenblick der Todesmeldung zu sagen. Aber dieses sympathische, jugendliche Aussehen, das das SZ-Bild vermittelt, es steigert halt die Überraschung über diesen Tod noch um einige Stufen.

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Wenn es darum geht, einem tragischen Tod etwas Tröstliches, weil Bemerkenswertes abzugewinnen, so habe ich das Bemerkenswerte, glaube ich, gefunden.

Auf einer mir bisher nicht bekannten Seite turi2.de eine kurze Notiz zum Tod von Christopher Schmidt. Ein einzelner Forumsbeitrag darunter. Der lautet wie folgt:

Ein Gedanke zu „Christopher Schmidt ist tot. | Bastian Conrad | 2. März 2017 um 9:53 | Habe Christopher Schmidt nicht gekannt, aber nie verstanden, warum er nicht bereit war, eine Rezension über das Shakespeare/Marlowe-buch zuzulassen.

Ich habe da gestutzt. Schreibt man so etwas, wenn jemand gerade gestorben ist? Und um welches Shakespeare-Marlowe-Buch geht es denn? Ich schaue nach und glaube, jetzt wird es doch ein wenig peinlich: Bastian Conrad, der Verfasser des Hinweises, er höchstselbst ist offenbar der Autor dieses 'Shakespeare-Marlow-Buches'!

Also das finde ich jetzt echt schräg! Jemand vom Feuilleton ist gestorben, und das erste, das einem Autor da einfällt, was er sogleich anführt: 'Das ist -- nein, das war der, der seinerzeit keine Rezension meines Buches bringen wollte!' Eine Form der extremen Egozentriertheit, ohne die man vielleicht nichts werden kann in der akademischen Welt; aber wenn diese Egozentriertheit so ungefiltert auftritt, dann -- ja dann ist offenbar doch eine Filter in Sachen Konventionen kaputt gegangen.

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* Bastian Conrad, ehemaliger Leiter der Neurologischen Klinik der TU München, also ein seriöser Mann, [!] präsentiert uns nun, wenngleich keineswegs als Erster, auf siebenhundert mit Herzblut geschriebenen, wiederholungsreichen Seiten Marlowe als Shakespeare, und damit „die einzige überzeugende [...] Lösung des jahrhundertealten Problems“. Das ,tödliche’ Argument gegen eine derart ausgedehnte posthume Existenz ist schnell vom Tisch: ein konspiratives Komplott, angeordnet von höchster Stelle, muss es sein, ein Scheintod, durch den seine hochmögenden Beschützer den Leichtfuß vor Folter und Galgen bewahren, um den Preis eines Identitätstausches mit einem tumben Stratforder Kaufmann namens Shakspere. (Um sich von seinem Strohmann wenigstens orthographisch abzusetzen, zeichnet Conrads Marlowe von nun an als Shakespeare.) Zum ,Beweis’ seiner These stellt uns der Autor für das Marlowesche Begräbnis sogar die Leiche eines Frischgehenkten zur Verfügung. (faz.net)

Donnerstag, 12. November 2015

Helmut Schmidt: Todeshumor

Von all dem, was sich mit dem Tod von Helmut Schmidt als Humor enttarnt, gefällt mir das am besten: "Ein Lotse geht von Bord".


Mittwoch, 11. November 2015

Ruhm und Tod

Drei Tote, unterschiedlichen Bekanntheitsgrades. Die Stufen:
  • Alle kennen ihn: Helmut Schmidt, Kanzler
  • Einige, die Interessierten, kennen ihn: André Glucksmann, Philosoph
  • Wenige = die Interessierten kennen ihn: Allen Toussaint, Pianist
Toussaint hat in der heutigen Süddeutschen einen kleinen Nachruf, S. 11, ganz unten, ganz rechts. 1-Spaltig, nicht sehr hoch. Links daneben: Glucksmann, 5 Spalten dieser Höhe. Mit Bild. Schmidt natürlich: die ersten Seiten sind voll von ihm und seinem Leben.

Wie unterschiedlich berühmt sind diese drei, in Deutschland? Die Lust an der Google-Quantifizierung solcher Fragen.

Schmidt, Kanzler: 572.000
Glucksmann, Philosoph: 249.000
Toussaint, Pianist: 199.000

Befund meinerseits: Erstaunlich, dass die Werte nicht weiter auseinanderliegen (sic).