Posts mit dem Label Feministinnen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Feministinnen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 28. Januar 2021

Manspreading?

1. Haben wir momentan keine anderen Sorgen? - 2. Gibt dieses "Manspreading" wirklich?

--

Meldung:

Gesellschaft. Berlinerinnen setzen mit Hosen und Humor Zeichen gegen „Manspreading“. Wenn Männer sich breitmachen: Zwei Designerinnen aus Berlin wollen sich raumgreifende Macho-Gesten im öffentlichen Nahverkehr nicht länger gefallen lassen. || Caroline Bock, dpa, 28.1.2021. || BerlinViele Frauen kennen das. Sie sitzen in der U-Bahn oder im Bus, die Beine eng beisammen oder übereinandergeschlagen. Das männliche Gegenüber oder der Sitznachbar fläzt sich hin, macht die Beine breit und nimmt mehr Platz ein als nötig. Das Phänomen hat seit einigen Jahren einen globalen Namen: „Manspreading“. | Gegen dieses „Ausbreiten des Mannes“ in Bus und Bahn gab es in Städten wie New York, Madrid und Wien schon Kampagnen. In Berlin klärten die Verkehrsbetriebe ihre Fahrgäste bei Facebook auf, dass es für das Breitmachen keine anatomischen Gründe gebe. Sie forderten: „Knie zusammen, ihr Dödel!“ (berliner-zeitung.de)
--

Ich habe den Verdacht, dass es eine Organisation "Wir brauchen eine neue Sau, die wir durch's Dorf treiben können!" gibt. Oberste Aufgabe dieser geheimen Organisation ist es, von Zeit zu Zeit Reizthemen zu setzen. Ich meine -- wer hat bevor es diese neue Mode und das doof-zeitgemäße Wort gab, von diesem Phänomen gehört? Natürlich mag es Männer gegeben haben, die sich, wie auch immer, unangenehm ausbreiten. Generell gibt es unangenehme und angenehme Menschen. Aber wieviel Prozent der Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln sind das denn? Gibt es dazu irgendeine Untersuchung? Sowas wie beim Wiener STANDARD gilt natürlich nicht. Wenn suggestiv gefragt wird, bekommt man die Antworten, die man braucht.

Und natürlich lässt die Retourkutsche nicht auf sich warten! She-Bagging.

--

Frauen haben im ÖPNV eine ganz eigene Freiraum-sichernde Strategie entwickelt, die auch ich schon beobachten konnte: Die Angewohnheit, die Hand- oder Einkaufstasche (engl. Bag) auf dem Platz neben sich zu deponieren und somit zwei Sitzflächen zu blockieren. Bittet man/ frau dann um Wegnahme der Tasche, um selbst Platz nehmen zu dürfen, wird diesem Wunsch oft nur mürrisch und widerwillig begegnet. Da auch dies keine Seltenheit im ÖPNV darstellt, wurde für diese Unart ebenfalls ein Kofferwort kreiert: das ist das sogenannte ‚She-Bagging‘. (gluecksteinpraxis.de)

--

Ich glaube, ich gründe eine Partei! Für eine Gesellschaft, die ohne permanente Vorwürfe und Aufgeregtheiten auskommt. Vielleicht tut's ja auch ein Dorf, das nach der Devise Leben und Leben lassen sich einrichtet.

Samstag, 26. Dezember 2020

Die Rolle des störrischen Alten?

[ Alles zu Eugen Gomringer in diesem Blog ]

--

Ach, doch noch einmal Gomringer und sein Gedicht ...

--

Komplimente als Demütigung || ... Als Bewunderer trat auch Gomringer auf, vor allem als einer der Schönheit der Sprache. Am Anfang der Debatte, als man ihm die Lust am Text noch anmerkte, wies er das Publikum begeistert darauf hin, sein Gedicht sei nicht zufällig in seiner spanischen Muttersprache verfasst. Anzeige „Das ist das Schönste an dem ganzen Gedicht, dass es kein deutsches ist. Das Ausschauen des Wortes, das Visuelle kann man gar nicht übersetzen“, sagte er mit schweizerischem Einschlag. Vor allem das „y“ sei keineswegs einfach ein „und“, sondern in seiner Gabelform ein „semiotisches Zeichen“, die alte Hochschulleitung habe das auch verstanden. Doch damit war auch schon der tragische Grundton gesetzt: Gomringer fiel in dieser Aufführung trotz höchster geistiger Lebendigkeit die Rolle des störrischen Alten zu, der einer überkommenen Vorstellung von Ästhetik nachhängt und die Zeichen der Zeit einfach nicht versteht. Ungefähr das gaben ihm die Vertreterinnen der Fachhochschule auch, in lauter Höflichkeiten verpackt, zu verstehen – fast so, als wollten sie die klassische Konstellation umkehren, in der männliche Komplimente nur eine besonders perfide Form der Demütigung sind. So lautet schließlich auch der feministische Hauptvorwurf an das Gedicht. (welt.de)

--

Ich würde den "Vertreterinnen der Fachhochschule" mit auf den Weg geben, dass ich sie, wäre ich Literaturwissenschaftler, in mein Hauptseminar nicht aufnehmen würde. Die Freiheit von Forschung und Lehre ist ein hohes Gut. Ich würde sie als Hausrecht auslegen.

Samstag, 18. Januar 2020

Es steht in den Sternchen.

Soeben erreicht mich die Mitteilung eines aufmerksamen Lesers Schweizer Zeitungen, der schon mal kommentiert: "Wie verwirrt das Affengeschlecht auf diesem Planeten ist, zeigt folgender Artikel ..."

--

"Reden, wie man will? Nicht an der Universität Wien. Sie fordert Pausen beim Sprechen. Damit man den Genderstern heraushört || An der Donau kommuniziert man künftig mit Gendersternchen. Ausgerechnet eine Gruppe Geisteswissenschafter setzt sich dagegen zur Wehr. | Birgit Schmid | 14.01.2020 || An der Wiener Universität wird man in Zukunft nicht mehr von «Studentinnen und Studenten» reden. Die binäre Bezeichnung werde der Realität der geschlechtlichen Vielfalt nicht gerecht, sie sei diskriminierend und sollte daher in der internen Kommunikation unterlassen werden. Diese neue Leitlinie gab das Rektorat kurz vor Weihnachten bekannt. Überall glitzerten die Sterne, und vielleicht ist da ein Funken übergesprungen: Die Hochschule will dem Genderstern in ihrer Administration fortan den Vorzug geben. | Der Asterisk bringt sprachlich zum Ausdruck, dass man sich weder als Frau noch als Mann fühlen muss, um mitgemeint zu sein. Alle Student*innen sind miteingeschlossen, jede*r Professor*in, wenn nun die Sprache auf Websites und Dokumenten «sukzessive angepasst» wird, wie es heisst. Tatsächlich begründet die Uni Wien ihre Sprachreform mit einem rechtlichen Entscheid: Im Juni 2018 legte der Verfassungsgerichtshof fest, dass es neben «weiblich» und «männlich» in offiziellen Dokumenten eine Option für ein drittes Geschlecht, zum Beispiel «divers», geben müsse."

Und launig fügt die Autorin Birgit Schmid hinzu:

"Wie viele Menschen an der Universität Wien die dritte Geschlechtsoption im Ausweis wählen, steht in den Sternchen."

--

Ich, der coole wissenschaftliche Außenstehende -- nein, über den Wassern Schwebende, sage da vorläufig nur: Die ideologischen Gräben, die sich durch unsere Gesellschaft ziehen, werden an einigen Stellen immer tiefer und an anderen immer seltsamer. Das ist eine von den großen SELTSAM-Gräben.

Montag, 2. Dezember 2019

M., Chefarzt Dr. A. und die ZEIT

Ich werde immer mehr zum Trostspender für M., die sich wieder einmal beklagt, dass die ZEIT-Mitleser, engstirnig sind. "Sie haben wirklich keinen Humor!", sagt M.

Um das hier geht es. (Ich bekomme brav eine Kopie.)

--

Leerstand. Weg mit dem Geisterhaus || Darf der Staat einem Eigentümer ein Mietshaus wegnehmen, wenn er es leerstehen und vergammeln lässt? In Berlin will ein Bezirksstadtrat ein Exempel statuieren. | Von Imre Balzer, 30. November 2019

--

Darin zu finden:

Eine persönliche Kontaktaufnahme zu Santosh A., bei dem es sich laut Berliner Lokalmedien um einen pensionierten Chefarzt jenseits der 70 handeln soll, war auch über seinen früheren Anwalt nicht möglich.

--


Besonders zu schätzen gelernt hat der Sohn zweier Berliner Augenärzte - sein Vater kam ursprünglich aus Indien - die Zusammenarbeit mit allen Abteilungen. (moz.de)

Und dann hat M. ungefähr das geschrieben:

--

Mein Beitrag zur Verfestigung der Vorurteile:
  • Migrationshintergrund: Name Santosh. Schon wieder einer mit ~, der seine Häuser leerstehen und vergammeln lässt!
  • Chefarzt: Diese Dreiviertelgötter in Weiß! Man glaubt es ja nicht! 
  • Apropos Weiß: Natürlich wieder mal ein alter weißer Mann!
--

Das Ende vom Lied?

--

#142  —  Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/kr

--

Ob das, was sie da geschrieben habe, denn nicht witzig gewesen sei, im Sinne des Känguru, weint M. Vor allem auf die Verdoppelung des Weiß habe sie sich einiges zugute gehalten. 

Ich gebe ihr natürlich recht! Was soll ich denn anderes tun?!

Donnerstag, 28. November 2019

Die Schmiedin des Glücks

Meine feministische Freundin M. schreibt mir soeben in einer Mail, dass sie festgestellt hat, wie diskriminierend doch das Deutsche sei! Sie habe verwenden wollen - und sei zusammengezuckt:

"Jede / Jeder ist seines / ihres Glückes Schmiedin / Schmied!"

Da zeige sich doch mal wieder der blamable Chauvinismus der Altvorderen!

Was soll ich ihr nur antworten?! Ich kann doch schlecht sagen, dass sie eine Nervensäge ist, oder?

Dienstag, 10. September 2019

#MeToo and John Searle

Notizbuch

--

, a Year Later
Claire Newfeld

Feb 19, 2018

In March 2017, a Buzzfeed article reported that UC Berkeley’s world-famous Professor of Philosophy John Searle had been sued by Joanna Ong, a graduate student in the Philosophy department, for sexual assault over many years. After the allegations, several other women came forward, and even more students relayed stories of Professor Searle making misogynist and racist comments during lectures and in office hours. Searle’s behavior had been an “open secret” for decades.
I was in my sophomore year as a Philosophy major at Cal when that article was published. I attended my lectures over the next few days and was surprised by how few professors took the time to acknowledge the situation (of course, some professors I admire very much did).
Fast forward to February 2018. The #MeToo campaign has swept the globe, and it seems that allegations against high-profile figures in Hollywood, Washington, and other places have been coming in every other day. I haven’t heard new updates about Searle’s case since it was made public. His photo and biography are still up on the UC Berkeley Philosophy department website, and his title still reads “Willis S. and Marion Slusser Professor Emeritus of the Philosophy of Mind and Language.”
Professor John Campbell begins my Theory of Meaning lecture by asking the class how we would feel about reading a paper written by John Searle. He acknowledges that this is a difficult question to discuss and that it’s very important for him to hear what students have to say.


--

Anna Avellar
Whatever happened to innocent until proven guilty?

Elena Schmitt
This axiom no longer applies in most cases that involve accusations of a sexual nature.

Kelly Green
Assuming innocence and not bothering to prove guilty applied for far too long.

Peter Manso
Kelly Green So instead it's "Hang 'em high," Mississippi style?

(buzzfeednews.com)


--

G. F.: Were you teaching classes?

John Searle: No, I was a research lecturer of Christ Church and my responsibility was to tutor part-time. I taught a maximum of six hours a week and the rest of the time I did research. That’s when I decided to do an Oxford D.Phil., which, is the equivalent of a Ph.D. I did the Oxford doctorate degree and that took me, in effect, the next three years after I got my job. So I was in Oxford for a total of seven years - three years as an undergraduate, one year as a graduate student at St. Anthony’s, and three years again at Christ Church, my old college, as a Don, a faculty member.

G. F.: Ok, what happened after you got your doctorate at Oxford?

John Searle: I had this job as a Research Lecturer at Christ Church, and I lived in college in a way that was typical of what we called “bachelor Dons”. I had no wife, I lived in college, and I took all my meals there. They didn’t pay me very much, but since I had a free place to live, I didn’t need much to live. But then, I met a woman who was a refugee from Czechoslovakia. I met her in 1956, oddly enough in Austin’s office. I met my wife, Dagmar, in Austin’s office. He introduced me to her. She had just come from Australia.

G. F.: So, Austin introduced you to your wife!

Gustavo Faigenbaum: Conversations with John Searle. p. 30

--

Dienstag, 21. Mai 2019

Pretiosen der Wikipedia-Prosa

Notizbuch

--

"Joe hat wieder Spaß am Sex gefunden, dennoch ist sie mit ihrer Sexualität weiter unzufrieden. Nachdem sie die Pille vergessen hat, wird sie schwanger von Jerôme und bekommt mit ihm zusammen ein Kind, Marcel." (Wikipedia)

--

Da hat jemand aber aufgepasst, ja gendergerecht zu schreiben. Auch wenn die meisten Mütter wahrscheinlich immer noch behaupten werden, dass sie die Kinder bekommen haben und nicht die Väter. Auch wenn die dabei waren und ein wenig ins Schwitzen gekommen sind.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Frauen sind oft klar im Vorteil!

Auch rein anatomisch gesehen.


Denn: Was wahr ist, muss wahr bleiben!

Liebe Hardcore-Feministinnen!*

Es beginnt eine Online-Kolumne so, wie da ganz unten einkopiert, und dazu ein Kommentar. Irgendwann, fast zwangsläufig, kommen die Avenidas vor.

--

Grundlage für diese steile These ist ein spanisches Gedicht namens „avenidas“, das in großen Lettern an der Südfassade der Alice-Salomon-Hochschule prangt und übersetzt wie folgt lautet:

„Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer.“

Jetzt soll es verschwinden, das fordert die Asta. „Dieses Gedicht (…) anzuschauen, wirkt wie eine Farce und eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können.“ Es reproduziere eine patriarchalische Kunsttradition, heißt es im dazugehörigen offenen Brief.

--

Meine Überlegung aus den vergangenen Tagen: Hardcore-Weltanschauungen, tiefe Ideologien, haben eines gemeinsam: Sie können nicht historisch denken und fühlen. Sie stellen Vergangenheit und Gegenwart auf eine Stufe. Alles wird zusammengezogen in der Gegenwart, und so wird, aus dem Blick der Hardcore-Weltanschauung Recht gesprochen nach den Maßstäben der eigenen Ideologie.

Will sagen: Selbst wenn man das Gedicht von Eugen Gomringer frauenfeindlich wäre -- darauf muss man erst mal kommen und diese Ansicht dann aushalten --, selbst wenn es frauenfeindlich wäre, dann müsste es da bleiben, als Zeichen einer von heute aus besehen: bösen, frauenfeindlichen Vergangenheit. Auf dass man es anschauen und als historisch bedingt erklären könnte. Wenn das Gedicht "weg muss", was fällt einem dann noch ein. Ja, genau! All jene Islamisten fallen einem ein, die Kulturdenkmäler der Vergangenheit wegsprengen, weil sie nicht streng islamisch, sondern  irgendwie heidnisch sind.



--

Ach ja, und auch das noch: Seid doch nicht immer so verdammt empfindlich, liebe Hardcore-Feministinnen! Wenn ihr euch -- jetzt mal im Bild -- in die Niederungen des Ideologie-Boxens begebt, dann wird da eingesteckt und ausgeteilt. Ihr steht da, haut dem Martenstein ein ums andere Mal auf die Nase, dass sie heftig blutet, und wenn der oder jemand anders mal zurückschlägt, dann steht ihr vor dem Türchen zum radikalfeministischen Gärtchen und heult laut auf: "Er hat mich geschlagen!" Am besten noch hinterher ein: "Frauen schlägt man nicht!" Das ist einfach lächerlich!

----

* Hardcore-Feministinnen: Der hier kreierte Begriff will sagen, dass es Abstufungen unter den Feministinnen gibt. Die noch herauszuarbeiten wären. Und auf einem Nebenschauplatz wäre dann auch noch zu erörtern, ob es denn Feministen -- Männer also -- geben kann. Wobei klar ist, dass manche Männer behaupten, Feministen zu sein. Von dem jungen Trudeau in Kanada, Sohn seines Vaters, liest man das immer mal wieder. Was ja noch nicht heißt, dass der Begriff sinnvoll ist.

--

Eingefügt / nachgetragen (SPIEGEL 02.03.2019, S. 71)


----


Nike Jane – 01.11.2017 – Feminismus, Kolumne

Immer Donnerstags muss ich aufpassen, dass ich mir kein Pipitropfen entwischt. vor lauter Kringeln und Lachen und Schmunzeln über die neueste ZEITmagazin-Kolumne von Harald Martenstein. Es ist wahr: Selten muss ich mich so sehr beömmeln, über die Komik und Tragik der Dinge, die der durchaus streitbare Autor und Journalist regelmäßig offenlegt. Auf seine ganz eigene, scharfzüngige Art und Weise. Nicht immer geht er dabei politisch korrekt vor, er liebt das Stilmittel der sprachlich einwandfreien Provokation durch einen stets belustigt anmutenden Unterton, der es Kritiker*innen zuweilen schwer macht, sich für voll genommen zu fühlen. Deshalb habe ich neulich auch viel, viel Ärger bekommen. Verdient? Bestimmt. Irgendwie aber auch nicht.

Martenstein sei im Grunde nämlich so etwas wie ein Mario Barth für Zeitungslesende. Keiner, der dem Feminismus frönt, einer, der hin und wieder sogar regelrecht misogyn daher käme. All das möchte ich einmal so dahin gestellt lassen, weil ich mir gut vorstellen kann, dass die Harald’sche Art des Anstoßens großer Diskurse und des professionellen Aneckens es eindeutig vermag, für Wutausbrüche zu sorgen. Auch ich möchte diesem frechen Teufel gelegentlich den Hals umdrehen.

--

Dann kommen Kommentare, unter anderem der:

MAGDALENA | 01.11.2017 | Liebe Nike, | dass du bei Martenstein lachst, macht dich natürlich nicht zur schlechten Feministin, wie du in deinen Stories (vermutlich aufgrund der Nachrichten, die ich erreicht haben) ironisch anmerktest. Ich weiß, was du meinst, und trotzdem stieß mir diese Aussage sauer auf, weil du dadurch suggerierst, dass es DEN Feminismus gibt, der eben Menschen, die über Martenstein lachen, als Feminist:in disqualifiziert. Für mich bedient so eine Aussage genau den Tenor, der mich schrecklich nervt und den ich in der feministischen Diskussion so destruktiv finde: DER Feminismus ist es, der Hausfrauen und Vollzeitmüttern vorwerfe, Lebensmodelle von vorgestern zu bedienen, DER Feminismus nervt, weil er jedes Wort auf die Goldwaage legt. Weil man keine Komplimente mehr machen darf und überhaupt: Anstrengend! Frustiert! Hässlich! Das ist so undifferenziert und zwingt mich als Feministin ständig dazu, mich für Meinungen und Ansichten rechtfertigen zu müssen, die ich so nicht vertrete, für die ich aber Ansprechpartnerin zu sein scheine, weil ich mich selbst als Feministin bezeichne.

--

Freitag, 8. Februar 2019

Feldherrinnen

Wie ist das denn nun mit dem Gender Mainstreaming?

--

CONFLICT OF NATIONS | Furchtlose Feldherren gesucht! | In „Conflict of Nations: WW3” tobt ein erbitterter Krieg in Europa – und Sie sind mittendrin.

--

Dass es einfach keine Feldherrinnen -- gegeben hat? Geschenkt. Es geht um das sprachlich Grundsätzliche. Feldfrauen geht nicht, weil da das Herrschende verlorengeht. Feldherrscherinnen? Eher nicht. Und müssen die Amazonen jetzt her, damit die Gleichberechtigung in den Conflicts of Nations Einzug hält?

Donnerstag, 7. Februar 2019

Staubsaugende Kunst-Ivanka

Notizbuch

Sind Wir-Modelle am Ende jemals sinnvoll? Wir, die Frauen? Sind Frauen eine geschlossene peer group oder eine Summe von Unterschieden mit gemeinsamen primären Geschlechtsmerkmalen? Das sind die Fragen!

--

„SEXISTISCHE“ PERFORMANCE?. Trumps ärgern sich über staubsaugende Kunst-Ivanka. 06.02.2019 | Ist das sexistisch? „Ivanka Vacuuming“ in der Flashpoint Gallery Bildbeschreibung einblenden Kontroverse Kunst: Eine Performance mit einer staubsaugenden Ivanka-Doppelgängerin in einer Washingtoner Ausstellung sorgt für Wirbel. Ist das sexistisch? Die Präsidententochter findet jedenfalls klare Worte für die Aktion. || Eine staubsaugende Ivanka-Doppelgängerin in einer Washingtoner Ausstellung hat bei der Familie der amerikanischen Präsidenten Donald Trump Empörung ausgelöst. Zu einem Medienbericht über die Performance „Ivanka Vacuuming“ in der Flashpoint Gallery twitterte Präsidententochter Ivanka Trump am Dienstag: „Frauen können wählen, ob sie sich gegenseitig zerlegen oder gegenseitig aufbauen. Ich wähle Letzteres.“ Donald Trump Junior sprach in einem Tweet von einer „sexistischen Attacke“ gegen seine Schwester. Für „selbsterklärte Feministinnen“ sei Sexismus offenbar in Ordnung, wenn er den politischen Feind verletze, twitterte der älteste Präsidentensohn. (faz.net)

--

Montag, 3. Dezember 2018

Jordan Peterson

Notizbuch

--

Durch den SPIEGEL-Artikel vom Samstag den kanadischen Psychologie-Professor Jordan Peterson entdeckt. Über Peterson weiter gelesen. Erstaunliches tritt zutage ...

Peterson, zwischen Lebenshilfe-Star und Guru-Philosoph. Doch mir sehr sympathisch. (Was ja was heißen will.)

--

Peterson hat eine Autoimmunerkrankung. Sein Leben lang habe er unter Depressionen gelitten, unter Angstzuständen, volatilen Launen, Schuppenflechte, Zahnfleischentzündungen, Taubheit in den Beinen, fortwährend schrie sein Körper nach Schlaf. Die Medizin kannte nur dürftige Antworten. Er begann irgendwann, auf Kohlehydrate zu verzichten, bald auf dieses und auf jenes, bis am Ende nur noch Rindfleisch übrig blieb. Nun seien die Symptome verschwunden, sogar die Antidepressiva habe er abgesetzt, wenngleich die volatilen Launen immer noch ein Thema sind.

Jeder, wirklich jeder Ernährungswissenschaftler hält diese Diät für kompletten Irrsinn. Eigentlich müsste Peterson längst unter massiven Mangelerscheinungen leiden. Dafür sieht er ziemlich straff und gesund aus. "Carnivore Diet" nennt sich das, Fleischfresserdiät. Es gibt auch – Vorsicht, Veganer, Makroaggression – fleischfressende Pflanzen, aber meistens sind es Raubtiere, die sich von Fleisch ernähren. Berichtet Peterson anderen von seiner Krankheit und dem Verschwinden ihrer Symptome, bekommt er diesen Blick als Antwort: logisch, Mann, alles klar.

...

Seine Fleischdiät ist genau das: radikaler Individualismus. Im Prinzip ist sie sogar postmodern, es gibt keinen Grund, warum die Diät heilend wirkt, es gibt nur eines: die empfundene Wahrheit eines Individuums. Man könnte Peterson auch einen postmodernen Konservativen nennen. (spiegel.de - Ev. nur für Abonnenten)

--

Montag, 26. November 2018

Tara Fares

Notizbuch

Da wundere ich mich einfach, dass es solche Frauen im Irak gibt. Gegeben hat. 

--

Irakischer Social-Media-Star auf offener Straße erschossen 1 Okt. Juliane Reuther. Popkultur, Politik & Feminismus ... Tara Fares war einer der erfolgreichsten Bloggerinnen im Irak. Sie wurde in der Vergangenheit wegen ihres liberalen Lifestyles beschimpft. Am vergangenen Donnerstag wurde die irakische Influencerin Tara Fares am helllichten Tag in Bagdad im Stadtviertel Camp Sarah erschossen. Die 22-Jährige – die auf Instagram 2.7 Millionen Fans hat – war in ihrem Heimatland Irak eine der erfolgreichsten Social-Media-Stars.

...

Auf YouTube und Instagram zeigte sich die junge Frau also genauso, wie wir es auch von Influencern aus Deutschland und den USA kennen. Doch gerade diese westlich-orientierte Lebensweise soll Tara jetzt zum Verhängnis geworden sein. Denn ihr privates Verhalten wäre zwar in Deutschland voll okay, ist in der Öffentlichkeit im Irak allerdings nicht geduldet. Dort dürfen Frauen nur mit Kopftuch und in Begleitung eines Mannes auf die Straße. An diese diskriminierenden Regeln wollte sich Tara nicht halten. Im Internet kursieren zahlreiche Kommentare, in denen die Vloggerin genau wegen ihres liberalen Lifestyles aufs Übelste beschimpft wird. (noizz.de)
--

Und was sagen die deutschen feministischen Frauen dazu? Die EMMA sagt jedenfalls nichts.* Wahrscheinlich weil echter deutscher Feminismus und Model / Influencerin sich nicht vertragen.

* Das ist etwas anderes, eine andere Tara, im Iran:

Frauen wurden bereits unter dem Schah traditionell diskriminiert, hatten jedoch auch „westliche“ Freiheiten. Mit Ayatollah Khomeini verschlechterte sich die Lage dramatisch. Nach der Scharia ist eine Frau nur halb so viel wert wie ein Mann. Bei Verstößen gegen den Schleierzwang drohen Peitschenhiebe; auf Ehebruch und Homosexualität stehen Steinigung oder der Tod durch Erhängen. In den 80er Jahren protestierte Behjat Moaali auf den Straßen für Demokratie und Gleichberechtigung. Sie verteidigte als Anwältin zum Tode verurteilte Frauen wie Tara, ein iranisches Dorfmädchen, das sich einer Zwangsehe widersetzte. Ihr lebensbedrohliches Engagement trieb Behjat Moaali 1989 ins Exil nach Deutschland (Porträt EMMA 4/03). (emma.de)

--

Dann das:

POSTED IN UNCATEGORIZED Iraqi Christian Feminist Tara Fares Slaughtered for Violating Sharia 2018-10-03 3 COMMENTS Tara Fares was shot dead in Erbil, Iraqi Kurdistan. The 22-year-old Christian woman was a social media star and former ‘Miss Baghdad’, living in Erbil. Her bold clothing and posts on social media was most hated by the hard-line Islamist in the country. (grainoftruth.ca)

Ich habe jetzt nicht überprüft, ob die Seite, die das bringt, politisch korrekt ist.

--


Montag, 29. Oktober 2018

"75 Prozent seiner Führungskräfte männlich"

Immer das gleiche komische Spiel.

--

"Seit etwa zwei Jahren steht der [Google-] Konzern wie das gesamte Valley in der Kritik, von weißen Männern beherrscht zu sein. Google selbst gab erst kürzlich bekannt, dass 75 Prozent seiner Führungskräfte männlich seien."

--

Jetzt muss die Frage beantwortet werden, wie die "75 Prozent" zustande kommen. Oder wir sagen erst mal: Hey, immer 25 Prozent Frauen! 

Eine Antwortmöglichkeit auf die 75-Prozent-Frage: Die, die

  • wissen, wie es -- sozial und programmiertechnisch -- geht
  • hart genug sind
  • klug genug sind
  • ...


das, sind halt nun mal Männer!

Ist die Liste per se falsch:

Parallele: Wir führen ein, dass alle Boxkämpfe von Menschen über 90,72 Kilogramm von Frauen und Männern bestritten werden dürfen, ohne Ansehen des Geschlechts, ganz ernsthaft. Wie viel Prozent der Sieger werden Frauen sein?

Ist der Vergleich nicht zutreffen? Warum nicht?

--

OK, jetzt mal anders herum: Was hindert in den USA und in Deutschland eigentlich Frauen daran, eine männerfreie erfolgreiche Software-Firma zu gründen, nur um mal zu zeigen, dass Frauen es auch drauf haben?

Samstag, 13. Oktober 2018

Den Feminismus nicht verstehen

"Frauenrechtsbewegung. Wenn ich den Feminismus nicht verstehe, ist das schlecht Der Diskurs über Gleichberechtigung ist so absurd, dass sich sogar Frauen darüber zerstreiten. Unterdessen propagieren die Rechten ihren gefährlichen Pseudofeminismus. Von Caroline Rosales. 12. Oktober 2018 -- 207 Kommentare" (zeit.de)

--

Das jetzt ziemlich aus  dem Zusammenhang. Meinetwegen auch: gerissen.

"Eigentlich müssten sie [die Rechten] sich mit den patriarchalen Kulturen des Orients in vielerlei Hinsicht gut verstehen."

Es ist immer anmaßend und in diesem Sinne argumentativ unzulässig, der anderen Seite, gegen deren eigenes Selbstverständnis, zu sagen, was sie eigentlich ist oder tun sollte.

Versuchen wir bei Gelengheit mal in einem Diagramm die Positionen Links, Rechts, Feministisch, Religiös usw. aufzuzeigen. Und dann noch 'gemäßigt' und 'extrem' und 'extremistisch' zu unterscheiden. Fremd- und Selbstinterpretation stehen sich gegenüber. 

Wir werden sehen, die Welt ist komplizierter als sich der erste eigene Blick so eingesteht. (Mein Kommentar)

--

Mittwoch, 9. Mai 2018

Die ZEIT-Kontrolleur-Retourkutsche

Meine Anmerkung bei der ZEIT, die unmittelbar vorher steht, wurde gelöscht. Ich habe eine Retourkutsche formuliert:

--

"Entfernt. Bemühen Sie sich bitte um ein wenig Substanz. Wir wünschen uns Argumente und eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Thema. Danke, die Redaktion/fk"

Das alte leidige Thema. Ich bin überzeugt, dass ich nicht -- nie ohne Substanz schreibe. Vielleicht für einen ZEIT-Kontrolleur irritierend belustigt, manchmal auch mit gewagten Assoziationen, aber immer mit Substanz! 

Das wäre mir jetzt aber nicht so wichtig, wenn nicht die Antworten auf mein angeblich Substanzloses gleich mit in den Orkus gewandert wären. Wenn jemand per Zufall eine Kopie seiner Anmerkung hat -- jede Meinung zählt! Bitte direkt an mich!

Dann noch hinzugefügt:

Und wenn es erlaubt ist, meine Ansicht außerhalb dieses Kommentarbereichs den Mit-Kommentatoren zur Prüfung vorzulegen? Dann wäre ich dankbar, wenn dieser Link stehen bleiben würde.


http://haizara-x.blogspot.de/2018/05/rezension-von-eva-biringer.html

--

Jetzt bin ich mal gespannt!

Dienstag, 8. Mai 2018

Rezension von Eva Biringer

Kommentar zu einem ZEIT-Artikel.

[ Dieser Kommentar "Schon mal sehr gut...", s. direkt hier unten, wurde von der ZEIT-Kontrolle wegen Substanzlosigkeit gelöscht. Siehe den nachfolgenden Kommentar zu dieser Löschung. ]

--


Wer eigenwillig ist, wird bestraft. Marilyn Monroe war nur ein Fall: Connie Palmen zeigt in ihrem Buch "Die Sünde der Frau", wie Frauen zerstört werden, die sich gesellschaftlichen Konventionen verweigern. Eine Rezension von Eva Biringer

--

Schon mal sehr gut, diese beiden Kommentare vorher. Jetzt fehlt nur noch, dass die Autorin des Artikel etwas dazu sagt.

Darf man polemisch werden?

Was haben eine bestimmte Art von Feministinnen und die meisten Gruppen von Palästinensern gemeinsam?

Sie glauben, dass eine Mischung von Dauerjammern unter gleichzeitiger Verherrlichung von Kampf und Aggression für sie zum Erfolgt führt.

Was denken die anderen?

Sie denken still: Was für ein Irrtum!

Montag, 19. März 2018

Die ZEIT mal wieder ...

"Gender-Pay-Gap. Freiheit. Gleichheit. Brüder- und Schwesterlichkeit."

Scho schlecht! Wenn das ganz andere Thema 'Lohngerechtigkeit' wieder mit Sprachgendern aufgemacht wird. Denn diese Form des Genderns ist zwar so zuverlässig wie das Thema Sex: Trotz Überangebots erregt es immer noch die Aufmerksamkeit des Publikums; aber  es transportiert für alle, die nicht ohnehin und immer lustvoll politisch aufstöhnend diesem Appeal erliegen -- es erzeugt Gänsehaut bei der Mehrheit der Bevölkerung und dann eingeübte Ironie. (Meine These, klar.)

  • Herrsching > Herr- und Frausching
  • "Der Herr aber sprach: ..." > "Der Herr und die Frau aber sprachen: ..."
  • Usw. Usf.


Sonntag, 4. März 2018

Die spinnen, die Deutschen!

Ich lese heute. Und gestern auch schon:

"'Heimatland' statt 'Vaterland' | Bekommt die Nationalhymne einen geschlechterneutralen Text? 04.03.2018 || Bekommt die Nationalhymne einen geschlechterneutralen Text?. Deutsche Hockeyspielerinnen: Vor einem Spiel der Hockey-EM singen sie die Nationalhymne. Werden Frauen zukünftig auch von der Hymne repräsentiert? || Kristin Rose-Möhring, Beamtin im Bundesfamilienministerium, will darüber diskutieren, ob die deutsche Nationalhymne zukünftig in geschlechtsneutraler Sprache gesungen werden soll."

Irgendwie fühle ich mich, wenn ich so etwas lese, wie man sich fühlt, wenn man zu viel gegessen hat und jemand haut einem leutselig auf den Bauch. 

Was sagt eigentlich August Heinrich Hoffmann von Fallersleben dazu, wenn sein -- natürlich in historischen Zeiten, also 1841 -- geschriebener Text so selbstherrlich einfach umgemodelt wird? Warum dann nicht gleich eine ganz neue, wohl-gegenderte Nationalhymne, statt historische Texte zurechtzubiegen? So "Unsere Neue Hymne", vielleicht jedes Jahr mal, bei RTL via Zuschauerabstimmung?

Und wäre es vielleicht nicht doch besser, der Frau Rose-Möhring und ihren Adepten ein paar Geschichtsstunden zu geben? Einfach um die Einsicht zu befördern, dass es früher manchmal ganz anders war und dass man solche Verfahren des Umschreibens mal als Geschichtsklitterung verstanden hat? Warum denn nicht sagen: "Früher galten die Männer in nahezu jeder Hinsicht als das 'starke Geschlecht'. Beispiele, Beispiele. Und schaut, was wir heute alles erreicht haben in Sachen Gleichberechtigung! Und was wir noch nicht erreicht haben." Statt dessen? Die kindlichen Gemüter unter den Fähnchen-nach-dem-Wind-Politikerinnen und -Politikern treten selbstbewusst auf.

Und noch eine Idee: Die alten Wandmalereien prüfen. Wenn nicht politisch korrekt: abschlagen oder übertünchen! Und: The German Taliban was here! drüber schreiben. 

Montag, 29. Januar 2018

"Der Tod des Märchenprinzen"

Mal wieder so rumgelesen am Abend: "Der Tod des Märchenprinzen". Und beim SPIEGEL wieder hängengeblieben an einer Winzigkeit:

--

"Also sprach Arne - welcher Arne? Der Ur-Arne aus dem Svende-Buch, der nebenbei, ganz anders heißt, versichert dem SPIEGEL, er habe diese Macker-Konfession keinesfalls geschrieben; der anhaltende revolutionäre Kampf, in dem er nach wie vor steht, ließe ihm dazu wohl auch keine Muße."

--

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Nur so wie es dasteht, geht es nicht:
  • aus dem Svende-Buch, der, nebenbei, ganz anders heißt, versichert
  • aus dem Svende-Buch, der nebenbei ganz anders heißt, versichert
Aber trotzdem natürlich: eine tolle Besprechung damals!