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Donnerstag, 24. März 2022

Legasthenie, Dyskalkulie usw.

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... Im übrigen habe ich, das will ich zugeben, ein grundsätzliches Problem mit der staatlichen Anerkennung von systematischen Schwächen auf der Stufe "krankheitswertig-verzeihlich". Von einem egalitären Standpunkt aus betrachtet müssten wir ja alle "Schwächen" mit einem solchen Siegel versehen. Warum nur Legasthenie und Dyskalkulie? Es werden sich doch auch ein paar gelehrt klingende Termini kreieren lassen für die Unsportlichen, die, die keine Fremdsprachen lernen können, für die, die in Chemie und Physik arm dran sind. Und so weiter. Hilft es den Betreffenden, wenn man ihnen eine Schwäche großherzig als krankheitswertig attestiert?

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Samstag, 14. März 2020

"In der Schule lernt man ..."

Freundin M. schickt mir -- sie ist immer noch sehr engagiert bei Telepolis unterwegs -- einen Kommentar, der ohne Nachhall bleibt. Was sie zu erstaunen scheint.

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11.03.2020 || In der Schule lernt man ... || Immer wieder erstaunt mich: In der Schule lernt man, dass man Pro und Contra umfassend aufführen und dann, möglichst mit guter Begründung, ein Urteil oder einen Kompromiss formulieren soll. Kaum aus der Schule draußen und mit ehrbarem Beruf versehen, ist bei den meisten Männern - gibt es hier auch Frauen [von mir mal abgesehen]? - von dieser sehr sinnvollen Möglichkeit nichts mehr übrig. | Nein, ich zähle nicht die Pro- und Contra-Punkte in Sachen Klarnamenpflicht auf. Hat eh keinen Sinn. (Telepolis)

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Montag, 20. Januar 2020

"Okullar yakında açılıyor!"


Türkische Schulen: Okullar yakında açılıyor! -- In Deutschland sollen drei türkische Schulen entstehen. Die Aufregung ist groß. Werden sie zum Einfallstor von Präsident Erdoğans Ideologie? Von Arnfrid Schenk

Mal wieder Zeit auf meine früheren geheimdienstgestützten Erkenntnisse zu verweisen. ...

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Diese Schulen wären "Gift für die Integration und die Demokratie", wetterte Sevim Dağdelen, Abgeordnete der Fraktion Die Linke und Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte: "Wir brauchen keine Propaganda-Schulen im Auftrag Erdoğans." Seine "neo-osmanische Ideologie und reaktionäre Interpretation des Islams" hätten nichts im Lehrplan verloren. Susanne Eisenmann, Baden-Württembergs Kultusministerin (CDU), sagt: "Wir müssen sehr genau hinschauen, dass das Vorhaben von der Türkei nicht dazu genutzt wird, ideologischen Einfluss auf Schüler mit türkischen Wurzeln zu nehmen."

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Dienstag, 6. August 2019

Linnemann vs. Gogolin

Geparkt: M. übermittelt, zur aufgeregten Linnemann-Debatte.

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Integration.Linnemann gegen Einschulung bei mangelnden Deutschkenntnissen Kinder, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, dürften nicht eingeschult werden, sagt Unionsfraktionsvize Linnemann. Das ruft Kritik hervor, auch in den eigenen Reihen. 5. / 6. August 2019. (zeit.de)

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Der Ausgangspunkt bei dieser Kontroverse muss doch wohl sein: Nach welchen Kriterien, mit welchen Mitteln können wir entscheiden, ob A oder B recht haben? 

Im SPIEGEL lese ich:

"Gogolin: Es ist offensichtlich, dass der Mann keine Ahnung hat. Es ist totaler Unsinn, Kinder von der Schule fernzuhalten, bevor sie Deutsch sprechen."

Klingt gut, hat aber diesen Haken: Da tritt A an, um sofort B zu diskreditieren. Dann kommt ein -- wahrscheinlich doch: vorsätzliches Missverstehen. Dieses Pochen darauf, jetzt mal als Fachfrau zu sagen, wie es sich wirklich verhält, ist mir schlichtweg als Umgangston unangenehm.

Ich versuche erst einmal, Linnemann zu verstehen. Er meint ja nicht, dass die nicht Deutsch sprechenden Schüler ausgeschlossen werden von den Schulen, er will, dass sie "erst mal gesondert" Deutsch lernen. Als Voraussetzung, um am Unterricht teilnehmen zu können. Dahinter stehen wahrscheinlich Gespräche mit Grundschullehrerinnen, die klagen, dass sie zum eigentlichen Unterricht nicht mehr kommen, weil die Grundschüler*innen zu 80% nicht oder nicht richtig Deutsch können. Es ist das Problem von arg disparaten Gruppen. Egalitär vorgehen oder leistungsorientiert? Da gibt es keine einfachen Lösungen, auch nicht für Ingrid Gogolin und ihre interkulturelle Pädagogik. (Kommt Gerhard Schröder zurück, sagt der: "Ach diese Professorin aus Hamburg! Ha!" Das war's dann.)

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Sonntag, 31. März 2019

Odenwaldschule

Odenwaldschule. "Ich fühle die Angst heute noch" Der ehemalige Odenwald-Schüler Adrian Koerfer über eigene Missbrauchserfahrungen und eine neue Studie, die ein perfides System vieler Täter an dem Internat entlarvt. Interview: Stephan Lebert -- ZEIT 14 / 20.03.2019, S. 12


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Donnerstag, 4. Oktober 2018

JFKS > Antisemitismus

Notizbuch:

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Ist ja schon wieder ein paar Wochen alt, diese Meldung. Dennoch: Hat man eigentlich als Zeitungsleser nicht das Recht, ein wenig mehr über die "Täter" zu erfahren? Aus welchem Hintergrund heraus geschieht so etwas, an einer Schule, die ja nun offenbar keine "Brennpunktschule" ist. Ich nehme mal an, dass Neonazi-Elternhäuser ausscheiden. Pubertär-vorübergehende Blödheit später dann wieder normaler deutscher oder amerikanischer Schüler? "Arabisch-antisemitische Grundhaltung"? An der JFKS?!

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Donnerstag, 20. September 2018

"... der Schüler vor die Füße gespuckt."

Bericht der SZ, zuerst mal auf Papier gelesen. - Das wirklich Erstaunliche: Dass es eine offensichtliche Leerstelle gibt, die nicht gefüllt wird: Wer waren diese Schüler, die da antisemitisch aufgetreten sind. Biodeutsche Neonazis? US-Amerikaner? Araber? Ich möchte das wissen, liebe SZ! Da muss sich doch was sagen lassen! Lasst diese depperte PC weg!

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27. Juni 2018. Antisemitismus an der Schule. Der verspottete Schüler. Antisemitismus an der Schule. In der Umkleidekabine an der John-F.-Kennedy-Schule bläst ein Mitschüler Bruno den Rauch einer E-Zigarette ins Gesicht und sagt: "Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern." | Ein Platz an der international bekannten John-F.-Kennedy-Schule in Berlin gilt als Hauptgewinn. Der 15-jährige Bruno aber wurde dort gequält - weil er Jude ist. Von Verena Mayer und Thorsten Schmitz, Berlin (sueddeutsche.de)

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Nein, das war ein Vorbericht. Heute wird sozusagen die Fortsetzung berichtet.

PANORAMA Donnerstag, 20. September 2018. Berlin Note: ungenügend. Über Monate hinweg wird Bruno von seinen Klassenkameraden gemobbt - weil er Jude ist. Nun hat er die Schule gewechselt. Die Bildungssenatorin kündigte an, die Notfallpläne für Mobbing zu überarbeiten. VON VERENA MAYER Schließen UND THORSTEN SCHMITZ || An der John-F.-Kennedy-Schule in Berlin wurde ein Schüler gemobbt. Inzwischen hat er die Schule gewechselt und fühlt sich wieder sicher. | Bruno geht jetzt an eine andere Schule. Nicht, weil er das wollte. Sondern weil er an seiner alten Berliner Schule gemobbt wurde - weil er Jude ist. Ein lauer Spätsommerabend bei Brunos Familie in Berlin-Mitte. Der 15-Jährige, der anders heißt, aber anonym bleiben möchte, ist müde. Die vergangenen Wochen waren anstrengend. Inzwischen gehe es ihm aber gut, sagt Bruno. Er sei von einem Gefühl erfüllt, das ihm an seiner alten Schule abhandengekommen war: "Ich fühle mich jetzt wieder sicher."

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Bruno gähnt, liest aber noch seine E-Mails. Seine Lieblingslehrerin schreibt, wie sehr sie es bedauere, dass er nicht mehr an der JFKS sei, sie könne ihn aber verstehen. Und sie schreibt, was einem befreundeten Lehrer an einer anderen Berliner Schule passiert sei. Ein Schüler habe ihn gefragt, ob er schon mal in Israel gewesen sei. Als der Lehrer bejahte, habe ihm der Schüler vor die Füße gespuckt. "Ist ja krass", sagt Bruno. Seine Erfahrungen haben ihn vorsichtig werden lassen. Er wird jetzt erst mal nicht herumerzählen, dass er Jude ist. "Ich weiß, dass es falsch ist, dass ich mein Judentum verstecke." Aber er wolle nicht noch einmal Opfer werden. (sueddeutsche.de) - Wahrscheinlich nur für Abonnenten)

Mittwoch, 22. August 2018

Schulprobleme


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Ich habe mir überlegt, dass ich das, was ich in meiner heutigen Allgemein-Zeitungslektüre, zu der auch BILD gehört, mal bei der ZEIT anfragen kann, ohne Total vom Thema abzukommen. Und siehe da -- wie es der Zufall so will, steht das Thema "Schule", wenn auch ein wenig anders, auf dem Programm. Was ich mich jetzt frage ist: Ist es den "höheren Blättern" irgendwie genant, neben die "Zwergschulen" die "Problemschulen" zu stellen, alles unter dem gemeinsamen Nennen "Schulprobleme"?

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DIREKTORIN SCHMEISST IHREN JOB HIN Leiterin von Brennpunkt-Schule: „Darum gebe ich auf“ „Wir hatten mehr als 30 Gewaltvorfälle“ Doris Unzeitig (48) schmeißt nach fünf Jahren ihren Job als Schulleiterin an der Spreewald-Grundschule in Schöneberg hin, sie geht zurück nach Österreich ... 22.08.2018 -- Gewaltbereite Eltern, prügelnde Kinder, Drogenszenen auf dem Schulhof – Doris Unzeitig, Schulleiterin der Spreewald-Grundschule in Berlin, hat jahrelang um ihre Schule gekämpft, versucht, mit Wachschutz die Situation in den Griff zu bekommen. ... 99 Prozent der Schülerschaft hat Migrationshintergrund, ein Großteil empfängt Transferleistungen. Wir bräuchten dringend hochqualifizierte Pädagogen. Doch viele neue Lehrkräfte sind nicht für die Grundschule ausgebildet. (bild.de)

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Dann will ich mal sehen, ob das bei der ZEIT stehenbleibt.

Freitag, 9. März 2018

Können die Fünftklässler lesen und schreiben?

Im Wikipedia-Café gibt es eine interessante Diskussion, die demnächst ins Archiv rutschen wird: „Jeder vierte Fünftklässler kann nicht richtig lesen und schreiben“. Natürlich ist da wieder, nach schlechter Tradition der Sozialwissenschaften, kein einziges authentisches Beispiel dabei. Dabei wäre es doch so einfach! Da die These ja in Richtung „Früher war alles viel besser!“ geht, müsste man nur 50 Fünftklässler finden, die bereit wären, einen einfachen Test zu machen: Sie fassen eine sehr kurze Geschichte innerhalb von einer Viertelstunde schriftlich zusammen. Und dann müssen die Väter und Mütter und meinetwegen auch die Großväter und Großmütter das gleiche tun. Dann vergleichen wir. Können die Erwachsenen es wirklich besser? Und wie viel besser? Es sind ja schließlich Erwachsene.
Da hätten wir dann in einem Aufwasch Verstehen und Formulieren abgeprüft, und immerhin wäre da ein wenig Material, um die Sache anschaulich zu machen. Ausbauen kann man alles immer noch.

Montag, 15. Januar 2018

Stavros Louca noch einmal

Ich komme noch einmal auf Stavros Louca, den Mathe-Super-Lehrer zurück. Geboren in Zypern, als Lehrer ungewöhnlich erfolgreich in Schweden. Ein längeres Zitat aus einem Geo-Buch, Schule: Was ist ein guter Lehrer? (eBook, nur 99 Cent!)

"" ... Auf den Lehrer kommt es an“, heißt die neue Devise, denn, wie die Unternehmensberatung McKinsey nach einer internationalen Erhebung schrieb: „Ein Schulsystem kann nicht besser sein als seine Lehrer.“ In Schweden gilt das seit der Femsehserie als Gemeinplatz. Die Sendung, ein großer Quotenerfolg, hat die dortige Bildungsdebatte grundlegend verändert. „Wir haben nun keine Entschuldigung mehr“, sagt eine Schuldirektorin. Lehrer könnten sich nicht mehr darauf hinausreden, dass schlechte Schüler halt aus bildungsfernen Elternhäusern kämen oder unterbegabt seien. „Das Experiment hat gezeigt: Wir Lehrer können den familiären Hintergrund jedes Kindes ausgleichen. Wir müssen nur gut genug sein.“ Und Stavros Louca erzeugt pädagogische Wunder im Jahrestakt. Seine Heimatschule, ein schmuckloses Geviert aus Holz und Stahlblech, liegt in Stockholms größtem „Problemgebiet“, in Rinkeby. Rund 90 Prozent der 15000 Einwohner waren nicht in Schweden geboren oder sind Kinder im Ausland geborener Eltern. An der Bushaltestelle, nicht weit vom „Afro Frisör“, warten verschleierte Somalierinnen, das einzige Reisebüro hat sich auf Eilige in den Irak spezialisiert. Die Schüler der Rinkebyskolan stammen sogar zu 99 Prozent nicht aus Schweden, und über das fehlende Prozent ist sich der Direktor nicht sicher — könnte sein, dass das letzte einheimische Kind gerade die Schule verlassen hat. Es kann ihm gleichgültig sein. Denn die Schule entlässt seit Jahren die besten Schwedisch-Schüler des Landes. Viermal in Folge waren auch Loucas multikulturelle Mathematik-Schüler mit Abstand die besten Schwedens. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften hat Louca ausgezeichnet. Aber macht seine Leistung den 57-Jährigen zum Vorbild? Oder eher zum Vorwurf an eine Lehrerschaft, die mehrheitlich pädagogische Kunststücke weder versucht noch für möglich hält? Doch selbst wenn sie mit aller Kraft danach streben würden: Könnten wirklich alle Lehrer lernen, auf dem Niveau von Stavros Louca zu unterrichten? Ließen sich Wunder wie in Rinkeby in Serie produzieren, wenn nur die Lehrerausbildung besser wäre? Oder sind Schwedens Superlehrer schlicht Naturtalente - einmalig und nicht kopierbar?"

Ich habe mich ein wenig in Diskussionen umgetan, habe herumgelesen. Diese Meinung kommt besonders oft vor will mir scheinen:
  • Prima! Schön für den Stavros! Aber er hat halt ein glückliches pädagogisches Naturell. Dazu sicherlich eine gehörige Portion Fachwissen. Nur -- ein gutes Naturell kann nicht jeder haben. Auch nicht jeder Lehrer. 
  • Selbst wenn wir durch Tests voraussagen könnten, ob jemand ein guter Lehrer wird: Wir hätten einfach nicht genügend gute Anwärter, um genügend Lehrer für die Schulen zu bekommen.
Mir will scheinen, als sei das zu kurz gesprungen. Die folgenden Punkte muss man angehen:
  • Man müsste erst einmal herausfinden, was sich von Stavros, unabhängig vom "Naturell", abschauen, formulieren & erkennen, dann lehren lässt. 
  • Es gibt außerdem die Verhaltenspsychologie-These, dass nicht nur der Charakter, die Psyche das äußere Agieren bestimmt, sondern dass auch ein verändertes Agieren nach einiger Zeit die Psyche formt und verändert.
  • Vielleicht ließe sich da ja ein Test ableiten, welche Eigenschaften Lehramtsstudenten haben sollten, damit sie gute Lehrer werden, die Kinder und Jugendliche zum Erfolg führen und anschließend selbst, weil erfolgreich, glücklich leben. 
  • Andere Studenten könnte man dem entsprechend von einem nicht so glücklichen Leben bewahren, wenn man relativ sicher sagen kann: "Als Englischlehrer am Gymnasium wirst du wahrscheinlich nicht glücklich werden! Aber in der Erwachsenenbildung wirst du wahrscheinleich zufrieden sein."
Dann könnte man weiterforschen, im Sinne der diskussionswürdigen Thesen der 2013 verstorbenen Harvard-Forscherin Nalini Ambady, die gezeigt hat, dass ein extrem schnelles Urteilen über Lehrer offenbar in den Genen der students verankert ist. (Nein, ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied zwischen College-Studenten und Schülern in der 9. Klasse Highschool / Gymnasien gibt.) Warum um Himmels willen werden diese Studien nicht in Deutschland reproduziert und also bestätigt oder widerlegt? Da geht es doch um absolute und absolut wichtige Grundlagenfragen!

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Nachtrag (08.11.2018):

"Stavros Louca, der Mathelehrer unter den acht Superpädagogen, beschreibt sein Geheimnis so: "Die Schüler müssen mich mögen. Dann mögen sie auch das Fach, das ich mag. Und sie wollen mich nicht traurig machen." Louca war der Star der Sendung, denn unter seiner Führung rückte die 9A sogar im Sorgenfach Mathe von einer weit abgeschlagenen Position an die nationale Spitze. Dass dieser Erfolg fast ausschließlich mit Loucas didaktischem Talent zusammenhängt, ist aber auch einer der Hauptkritikpunkte an der Sendung: Die guten Ergebnisse, meinen skeptische Beobachter, lassen sich nicht wiederholen. Es gebe eben nicht genug herausragende Lehrer für alle Klassen. An der Johannesskolan glaubt man dagegen, dass das Experiment nachhaltig wirkt. Die Schülerin Hanin Assi zeigte sich am Ende sogar beeindruckt von ihren alten Lehrern. Deren Mittelmäßigkeit wurde durch den Vergleich mit den Spitzenpädagogen einem Millionenpublikum vorgeführt. "Aber viele unserer alten Lehrer waren willens, Kritik anzunehmen und sich zu ändern", sagt die Schülerin über die Zeit nach dem Fernseh-Gastspiel. Das sei doch sehr mutig." (sueddeutsche.de 17.05.2010)

Montag, 7. Juli 2014

Diamantenherstellung in der Schule

Ich bin immer wieder fasziniert, dass man die Mythen der Jugend so schnell überprüfen kann. Heute das, via Wikipedia-Diskussion. Ich frage also, mit einer kleinen Vorgeschichte, das Folgende:

Es ist ziemlich lange her, aber das spielt keine Rolle. In die Schule kam ein Mann, der sich durch eine neue, spektakuläre Art von Unterricht den SchulerInnen unvergesslich gemacht hat. U. a. war da die Diamantherstellung mit folgenden Schritten: Graphitstück, in Eisenfeilspäne eingpackt, durch Papier drumm. Ein kleiner Sandsack, oben offen. Auf den Sand Thermit (?) gehäufelt. Graphitpäckchen drauf. Anzünden. Heller, schneller Brand. Der Mann nimmt das Packerl mit einer Zange. Wenn man jetzt 3 Tage warte / abkühlen lasse, dann ziehe sich das geschmolzene Eisen zusammen, übe extremen Druck auf das Graphit aus und verwandle es durch diesen Druck in Diamant. -- Der Mann hatte keine Zeit. Er warf das glühende Stückchen in einen Wassereimer. Schlug den Klumpen mit einem Hammer auf und behauptete, diese kleinen Stücke, das seien Diamant-Splitter. -- Frage: Ist das ein ernsthafter Schulversuch oder war das Humbug? Wenn nicht Humbug, lässt sich das zur Anregung der LehrerInnen hier einbauen? ;-) 16:37, 6. Jul. 2014

Und bekomme wenig später diese Antworten:

Imho Humbug, kann mir nicht vorstellen dass hier die notwendigen Drücke erreicht werden. BTW Wenn es so einfach wäre, dann wären Diamanten wohl wesentlich billiger --Christian b219 17:15, 6. Jul. 2014 

Siehe Diamant#Synthetische_Herstellung - Drücke von 6 GPa, 1500°C, Katalysator - und dennoch dauert der Prozess Wochen. 6GPa können Eisen bzw. Stahl nicht als Zugfestigkeit aushalten, bei 1500°C ist das Material nahe am Schmelzpunkt, der Katalysator war offenbar nicht da, und Wochen hat er auch nicht gewartet. Unfug. --mfb 18:12, 6. Jul. 2014

Noch was! Ich erinnere mich, dass unser Physik-Lehrer in der nächsten Physikstunde gefragt hat, wie wir die Veranstaltung gefunden hätten. Wir waren sehr angetan von der Vorstellung. Er: Nun ja, ein wenig mehr Mühe hätte sich der Mann schon geben können. Ein Diaprojektor mit ein paar Aufnahmen statt gestenreich zu erklären, wie Carl Linde das Prinzip des Kühlschranks gefunden habe. Mich hat diese Forderung damals nicht überzeugt. meine Sympathien waren auf der der Seite der rein "körperlichen Darstellung". Wenn man so will auf der Seite von Show und Performance. Vielleicht hat der Mann ja auch nur die Absicht gehabt, uns das Prinzip der Diamantenherstellung klar zu machen? Das, so sage ich mir heute, hätte er dann aber auch gleich sagen können. Sagen müssen!

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Sind es Meinungen, die da auseinandergehen?

"Künstliche Diamanten werden [...] sehr wohl als Schmuck verwendet. Man kann sich sogar seinen geliebten Ehegatten verkohlen und in einen Diamanten umwandeln lassen. Billiger als ein gleich großer Naturdiamant ist das aber auch nicht."


"Der New Yorker Diamant-Händler Royal Asscher [...] brachte kürzlich die Marke "Rebel Chique" auf den Markt, die ausschließlich Schmuck aus synthetischen Diamanten anbietet. Ein Stein kostet im Schnitt 1000 bis 3000 Dollar, 40 bis 90 Prozent weniger als ein Naturstein."

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P. S. Herrjeh, was gäbe ich drum, wenn ich eine Video-Aufnahme dieser Vorführung am Gymnasium bekommen könnte! Oder wenn ich wenigstens den Namen dieses Mannes und seinen Werdegang in Erfahrung bringen könnte. Ich nehme mal an, dass es ein Industriechemiker war, der keine Lust mehr hatte, jeden Morgen stumpfsinnig in ein Labor zu gehen. Er hat sich ein Konzept für die Schulen ausgedacht und wurde zum Handelsreisenden in Sachen Naturwissenschaft.

Samstag, 1. März 2014

Lehrpläne im Fach Geschichte

Ich bin mal wieder bei dem Thema "Lehrpläne". Speziell: Geschichte. Das Thema betrifft aber alle anderen Schulfächer. Und nicht nur, weil G8 / G9 mal wieder zur Diskussion steht. In der Wikipedia, wo ja Fachleute mitlesen, habe ich in der Diskussion zum Thema Lehrplan mal am 9. Mai 2012 das Folgende eingerückt.

Geschichte und Herausbildung der Lehrpläne // Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach Forschungen zur Geschichte der Lehrpläne: Wie sind die Inhalte im Laufe der Zeit festgelegt worden, in welchem Umfang wurden sie wann verändert? Große Brocken natürlich da: die NS-Zeit. Aber auch der Anfang und die Neufestlegung nach dem 2. Weltkrieg wäre ein wichtiger Einzelpunkt. -- Kennt jemand da Forschungen? Wenn ja, dann: rein damit in den Artikel! Im Zweifelsfall sogar: für die einzelnen Fächer gesonderte Abschnitte bei den Fächern. (Beispiel: Wie wurde 1930, wie 1935 die "jüdische Physik" von Einstein und anderen jüdischen Physikern im Unterricht behandelt?)

Heute habe ich nachgesehen. Niemand kennt offenbar eine solche Untersuchung. Was ja schon mal für sich genommen erstaunlich ist. Dabei müsste dieses Thema doch von den Schulministerien einmal grundlegend untersucht und dann ständig im Auge behalten werden.

Im Moment scheint zu gelten: Wie alle Traditionen wird nicht gerne nachgefragt, wie denn die Traditionen und das Traditionalimen entstanden sind. Wahrscheinlich weil alle, die an relevanter Stelle sitzen, schon ahnen, dass da manches herauskäme, was man schlecht begründen kann. Die Europa- und die Politik-Krieg-Zentriertheit im Fach Geschichte zum Beispiel. Was macht man, wenn man im Zeitalter der Globalisierung die ganze Welt historisch erfassen soll und wenn neben der herkömmlichen Politik-Krieg-Geschichte alle anderen Gebiete mit erfasst werden sollen? (Ich weiß, ich weiß: ein wenig Wirtschafts-, Kunst-, Technik-, Ideengeschichte usw. ist schon in den Schulbüchern drin. Aber nach welchen Kriterien ist da ausgewählt worden? Klar, nach den Kriterien einer nicht weiter reflektierten Tradition. James Watt und die Dampfmaschine, ja, die Erfindung des Lasers, nein. -- Und wie soll man, da doch immer Neues dazu kommt, da auswählen und Altes streichen, um Neues aufnehmen zu können?! Nach welchen Kritierien?!)

Fassen wir mal zusammen: Zu den Tabu-Themen gehört eben nicht nur Sex und Tod. (Und da gibt es ja Forschung noch und nöcher.) Tabuisiert sind, zum Verderben des rationalen gesellschaftlichen Diskurses, vor allem die Dinge, die traditionell unhinterfragt sind und bleiben. Die Lehrpläne und ihre Veränderungen und die Kriterien der Veränderung beispielsweise.

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Weitere Wikipedia-Diskussionen:


Montag, 3. Februar 2014

Gibt es Regeln in der Sprache?

Keine vorschnellen Antworten! Die nächste Frage: Wie weit reichen die Regeln? -- Ich lese:

ALLGEMEINES | 18.10.2013 Redaktion agrarheute.com | Warenterminbörsen: Soja steigt am Deutlichsten || Paris/Chicago - An der Matif ergaben sich nur gerige Veränderungen. Somit blieb der Weizen weiterhin unter der 200 Euro-Marke. Die Sojabohne an der CBoT konnte einen deutlicheren Anstieg verzeichnen.

am Deutlichsten? Oder besser doch nicht groß? am Abend? Wenn es am Schönsten / schönsten ist, soll man aufhören?

Die Lehrer wollen, dass es für alles eine Regel gibt. Wenn es keine gibt, formulieren sie schnell eine, dann gibt es sie ja. Aber solche Regeln sind eben Ad-hoc-Konstruktionen, damit die Kinder nicht sagen können: Das ist ja alles willkürlich!

Donnerstag, 14. Februar 2013

Ja, die Schule als solche!

Peter Braun, Lust auf Literatur: Hermann Hesse. Fluch der Schule. Warum gibt es nicht eine Bienale der Schulministerien, die dann in Sack und Asche gehen? Ich suche und finde das:

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Michael: Die Schule war die schlimmste Zeit meines Lebens. (Michael Ende)

Heinrich: Das Aufgerufenwerden war eine Zeremonie, vor der ich zitterte, meine ganze Schulzeit lang. Und ich schleppte all die Jahre die Fünf hinter mir her, wie ein Sträfling die schwere Kugel an seinen Füßen. (Heinrich Böll)

Günter: Lehrergestalten hatten sich raumgreifend in meinen Träumen breit gemacht. Meine Schulzeit war prägend für mich. Narben blieben, die geheilt noch juckten. Gerüche hielten sich, gegen die kein Lüften half. (Günter Grass)

Thomas: Ich ging in die Schule wie zum Schafott. Zitternd ging ich hinein, weinend trat ich wieder heraus. (Thomas Bernhard)

Hermann: Unsere Lehrer forderten Tugenden von uns, die sie selbst nicht hatten. An mir hat die Schule viel kaputt gemacht, mich herabgesetzt, mich erniedrigt (Hermann Hesse)

Janosch: Das Schlimmste, was ich erlebt habe, war die Schule. Wenn ich das noch einmal erleben müsste, würde ich lieber sterben. Ich will schon allein deshalb keine Kinder haben, weil sie in die Schule gehen müssten. (Janosch)

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Dann auch noch das Zitierte als Zitat hier:


Wie schon gefragt: Warum gibt es keine Schulministerium-Bienale, bei der statt Pisa mal das durchgenommen wird? Ist es heute noch so? (Ich wette!) Wenn ja -- warum? Haben vielleicht dorch vor allem selbstherrliche Bürokraten Schuld an diesem sich hinziehenden Elend 'Schule'? Nicht so sehr die Politiker, die laut tönend im Vordergrund agieren. Die Politiker sind abhängig von einem Apparat, der nur mit Kafkas Schloss und Prozess richtig zu verstehen ist. Zentrum: Kein einzelner Mensch ist verantwortlich, sondern ein System, in dem die einzelnen Bürokraten nur Zellen eines großen Bürokratie-Körpers sind.

Dienstag, 27. November 2012

Schlichte Gemüter

Eine Meldung in den Nachrichten des Bayerischen Rundfunks: In Hamburg hat das 8jährige Gymnasium bessere Leistungen bei Abiturienten gebracht als das 9jährige.

Solche Darstellungen, ungefiltert und ohne jedes Nachdenken, tun weh. Dabei ist das, was man sagen müsste, ja nicht weiter kompliziert: Eine Untersuchung hat erbracht, dass bessere Noten geschrieben worden sind. Da kann dann drin sein, dass die Leistungen wirklich besser geworden sind; es kann aber auch sein, dass, die Untersuchung, bewusst oder unbewusst, angestrebt haben, bessere Leistungen zu bekommen und die Ergebnisskala bewusst oder unbewusst neu geeicht haben.

Also, ein Schuh wird nur draus, aus dieser Nachricht, wenn das Messverfahren analysiert wird und wenn dieses Messverfahren überzeugt.

Dienstag, 21. Februar 2012

Sillysparrowness

Gerade im Deutschlandfunk / Corso erfahren, nachgesehen. Schön! Und kreativ! Und: Gegenwärtig!

Mittwoch, 1. Februar 2012

Der spinnt ja wirklich, der DUDEN!

Gut, da wird jetzt vielleicht der Sack geschlagen. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Ich sehe, dass OpenOffice zu allererst moniert. Schlage nach und sehe -- staunend, ungläubig:

zu­al­ler­erst | Wortart: Adverb | Gebrauch: emotional verstärkend | Worttrennung: zu|al|ler|erst

zu­al­ler­erst, ein Wort! Mich laust der DUDEN! So wie zuverlässig? Die hamse doch nicht mehr alle, diese Rechtschreibregler. Arme Knilche ohne Intuition und Rhythmusgefühl!

Freitag, 13. Januar 2012

Leichenschändung in Afghanistan


"Leichenschändung in Afghanistan | Zwei US-Marines identifiziert | Die Marines sehen sich selbst als die Elite der US-Armee. Das Video, das eine Leichenschändung durch vier Marineinfanteristen in Afghanistan zeigt, beschädigt diesen Ruf schwer. Zwei der Soldaten sind bereits identifiziert. Außenministerin Clinton reagierte entsetzt auf den Vorfall."

Und dazu gleich die Kommentare der Leser. Einer davon, vom Zuschauer-Leser Adobert:

"Wundert das irgendwen? Mich nicht! | 13. Januar 2012 - 7:32 — adobert | Was erwarten die Leute von Soldaten? | Denen wird in hartem Training beigebracht auf Befehl und ohne lang nachzudenken so effektiv wie möglich menschen zu töten. Würde man diese Höhlköpfen in der Ausbildung was von Moral und Ethik beibringen wäre das kontraproduktiv ... äh kontradestruktiv. | Niemand will Soldaten die denken und Fragen stellen. Nicht in der US-Armee und auch nicht in der Bundeswehr. Der gute Soldat ist eine Illusion!"

Ein wenig arg pauschal. Aber natürlich ist es einer der grundlegendsten Reflexe von Menschen, die eigenen Vorurteile in eine glatte Form zu gießen und anschließend auch noch auf schlüssig zu polieren.

Wenn man nachdenkt und sagt, dass es diese neokoloniastischen Kriege gibt -- obwohl ich auch der Meinung bin, dass es schon einer erstaunlichen politischen Blauäugigkeit und Ignoranz bedarf, um zu glauben, dass man in Ländern wie Afghanistan oder im Irak durch Militärmissionen auf längere Frist etwas ändern könnte --, wenn man also diese Kriege einmal als gegeben nimmt, dann kann man sich schon fragen, warum die vergangenen Skandale nicht in die Ausbildung der Soldaten, nicht nur der Marines eingehen. Es ist ja nach My Lai und Abu Ghuraib unter der Voraussetzung des normalen  zynischen Zweckrationalismus der Politik extrem naheliegend, dass man in die Soldatenausbildung aufnimmt:
  • Da gab es, erinnert euch oder lest es nach!, diese Skandale X, Y und Z.
  • Seid euch immer bewusst, dass Fotos und Videos ganz leicht öffentlich werden können. (Und wenn ihr die Aufnahmen nicht gleich selbst macht, dann könnte ein anderer in der Nähe sein und fotografieren oder filmen!)
  • Das führt a) zu extremen politischen Schäden und bösem Image-Verlust und b) zu Strafen für euch.
  • Also lasst das mit den kindischen Soldaten-Idiotien, die euch so einfallen. Lasst es einfach!
Oder geschieht das mit dem Ausbildungsabschnitt Fehlverhalten längst und es nützt nichts? Dann muss man die Ausbildung verbessern. Durch Wiederholen, Wiederholen, Wiederholen.

Montag, 26. September 2011

The report card

Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn Zeugnisse anstehen:

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A mother passing by her daughter's bedroom was astonished to see the bed was nicely made and everything was picked up. Then she saw an envelope propped up prominently on the center of the bed. It was addressed, "Mom."

With the worst premonition, she opened the envelope and read the letter with trembling hands:

Dear Mom:

It is with great regret and sorrow that I'm writing you. I had to elope with my new boyfriend because I wanted to avoid a scene with Dad and you. I've been finding real passion with George and he is so nice-even with all his piercings, tattoos, beard, and his motorcycle clothes. But it's not only the passion Mom, I'm pregnant and George said that we will be very happy. He already owns a trailer in the woods and has a stack of firewood for the whole winter. He wants to have many more children with me and that's now one of my dreams too. George taught me that marijuana doesn't really hurt anyone and we'll be growing it for us and trading it with his friends for all the cocaine and ecstasy we want. In the meantime, we'll pray that science will find a cure for AIDS so George can get better; he sure deserves it!! Don't worry Mom, I'm 15 years old now and I know how to take care of myself. Someday I'm sure we'll be back to visit so you can get to know your grand children.

Your daughter, Judith

PS: Mom, none of the above is true. I'm over at the neighbor's house. I just wanted to remind you that there are worse things in life than my report card [Zeugnis] that's in my desk center drawer. I love you! Call when it is safe for me to come home...

Freitag, 15. April 2011

Gedächtnis - das funktionale Kontinuum

Ich stelle in der entsprechenden Wikipedia-Diskussion eine Frage, die mich seit längerem umtreibt. Mal sehen, was daraus wird.
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Kurzzeitgedächtnis - Langzeitgedächtnis - Kontinuum?
Oben in dieser Diskussion lese ich: "Leider ist das Mittelangzeitgedächtnis vergessen worden, ich bitte hiermit un Nacharbeit!" Im Artikel selbst habe ich nichts dergleichen gefunden.
Das ist aber nur ein Teil meines Hinweises. Ich brauche als Nicht-Gedächtnisforscher für eine linguistische Arbeit eine plausible Einteilung von Gedächtnisleistungen nach Dauer. Nun kommt es mir vorwissenschaftlich sonnenklar vor, dass Kurzzeit- und Langzeit- gedächtnis nur die Extrema und, wie oft bei Extrema, die clear cases sind, die sich einprägen und die plausibel sind. Klar ist aber auch, dass die Dauer, für die ein Inhalt im Gedächtnis bleibt, stark funktional bestimmt ist und dass sich so Stufen nach Funktion bilden. Beispiele: Ich weiß am Abend, wohin ich das Auto im Parkhaus abgestellt habe. Dann verschwindet dieses Wissen. (Ausnahme von der Funktion: Ich kann eine Kontonummer für ein Konto, das ich jahrelang hatte, noch immer aufsagen. Weil ich sie halt oft aufgesagt habe. Heute, nach Einführung des Bankomats und des Internet-Banking, weiß ich meine gegenwärtige Kontonummer nicht mehr. -- Da scheint das Gedicht aus der Schulzeit, das man noch aufsagen kann, das Paradigma zu sein. Es bleibt, ob funktional oder nicht.)
Also, diese Sachlage scheint mir so plausibel und einfach zu sein, dass es da einfach Forschungen und entsprechende Einteilungen zur 'funktional bestimmten Verweildauer' von Gedächtnisinhalten geben muss. Wer kennt die Forschungen und baut diese Inhalte in den Artikel ein? 

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Nachtrag (12.05.2014): Es hat keiner geantwortet. Was immer das heißen mag.