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Samstag, 10. Dezember 2022

"Prolegomena zu ..."

Nach dem ersten Schneefall -- nachdenklich drauf: Ich denke über Scylla und Charybdis und über ungewaschene gewaschene Pelze nach. Politisch, theoretisch, praktisch. "Prolegomena zu einer Theorie der politischen Argumentation".


Nach dieser Meldung:

>> Apple erhöht die Sicherheitsvorkehrungen drastisch: Der Tech-Konzern wird in seinem Cloud-Speichersystem künftig weltweit vollständig verschlüsselte Backups von Fotos, Chatverläufen und den meisten anderen sensiblen Nutzerdaten ermöglichen. // Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt die Daten besser vor einem Zugriff durch Hacker und Spione. Allerdings werden sie dann auch für Straf-Ermittler unerreichbar. // Deshalb schlägt das FBI Alarm. Gegenüber der „Washington Post“ sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei: „Das behindert unsere Fähigkeit, das amerikanische Volk vor kriminellen Handlungen zu schützen, die von Cyberangriffen und Gewalt gegen Kinder bis hin zu Drogenhandel, organisiertem Verbrechen und Terrorismus reichen.“ <<

Wenn also technisch der Schutz der Privatsphäre endlich perfekt wird, dann können auch die Kinderpornographen und alle Spielarten der OK davon profitieren. Der gegenwärtige linksliberale deutsche Musterbürger sieht nur den Datenschutz und kauft sich einen neuen Apple. Er hatte ja auch vorher schon einen, weil Apple zwar teuer, aber vor allem schick und angesagt ist. Zu dem anderen, dem mit dem Cloud-Speichersystem, sagt er: "Ja, da sollen die Strafverfolger halt sehen, was sie machen. Ist doch deren Problem! Und außerdem -- FBI! Schlimme Bande eh!"

"Incidit in Scyllam, qui vult evitare Charybdim."

"Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!"

Freitag, 24. Juni 2022

»Sollen die Ukrainer die russischen Panzer umarmen?«

Emotionale Kriegsdebatte bei der Linken. »Sollen die Ukrainer die russischen Panzer umarmen?« »Frieden kommt nicht, wenn man die Leute sterben lässt«: Mit einer Wutrede hat Sofia Fellinger die Delegierten auf dem Linken-Parteitag aufgeschreckt. Hier legt die aus der Ukraine stammende  Nachwuchspolitikerin nach. -- Ein Interview von Timo Lehmann und Marc Röhlig, Erfurt -- DER SPIEGEL 24.06.2022

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Mein Forumsbeitrag, den der SPIEGEL diesmal bringt:

Wenn doch endlich einmal die wichtigsten Punkte gelistet und miteinander in Beziehung gesetzt würden! Es sind ja nicht so viele.

1. Russland überfällt die Ukraine (Mit Argumenten, die in Russland offenbar viele, im Westen extrem wenige Menschen anerkennen. Ich kenne aber immer persönlich schon mal zwei, die das tun.)

2. Es kommt zu Sanktionen, die den Westen via Gegensanktionen wahrscheinlich mehr schaden als den Russen.

3. Putin droht mit einer Ausweitung des Kriegs bis zum Atom-Schlag bei weiterer "Einmischung" des Westens. Die Gefahr des Aufschaukelns dieses Konflikts ist sehr groß.

So, und was nützen in dieser Situation markige Worte? Sie nützen gar nichts. Das unter 3. Gesagte zeigt das Damoklesschwert, das über uns allen schwebt.


 

Samstag, 26. Februar 2022

SPIEGEL – Berechnungen

Hier werden Vergleiche gezogen, die nicht hinken, sondern einbeinig sind.

Israel ist eine hoch gerüstete Regionalmacht, berechenbar, sich selbst im Zweifelsfall mit allen Mitteln schützend. 

Russland ist eine Großmacht, in Person von Putin unberechenbar und bei Ausweitung des Konflikts droht ein Atomkrieg. Im zweiten Fall soll man nicht klug herum reden und Kräftspielchen durchspielen, sondern überlegen, wie trotz allem ein Gespräch mit Russland zustande kommen kann. Der andere Weg wäre mindestens die Zerstörung Europas. 

Schlussbemerkung: Was mir immer noch fehlt, ist eine Einschätzung der internen Kräfteverhältnisse in Russland. Am Ende immer die Frage: Besteht eine reale Chance, Putin zu stürzen, auch wenn Nawalny im Gefängnis sitzt. Oder stehen zwei Drittel der Russen bedingungslos hinter Putin?

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Russland ist eine Militärmacht mit Atombomben, aber ein ökonomischer Zwerg, und erfüllt damit die Kriterien für eine Großmacht nicht. Ein Wettrüsten könnte es sich nicht leisten und wäre dabei noch schneller abgeschlagen als seinerzeit die Sowjetunion. 

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a) Ich glaube, dass die Russen immer noch -- im Zweifelsfall: verordnet -- leidensfähiger sind als "der Westen".  Es wird ihnen unter Putin auch nichts anderes übrigbleiben. b) Wie sehr wir, der Westen, unter den Auswirkungen der eigenen und der russischen Sanktionen zu leiden bereit sind, wird sich noch weisen müssen. Die Corona-Wimmerer werden, glaube ich, schnell umschulen. c) Bei sämtlichen Kräftespielen sehe ich immer noch die Gefahr der Eskalation. Ein Putin mit dem Rücken zur Wand, was wird er tun? Klein beigeben? Wirklich?

Donnerstag, 27. Januar 2022

Maria Höfl-Riesch & Lindsey Vonn

Hier spricht der Spezialist für das vergessene Große:

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Höfl-Riesch: Darum war ich mit Vonn zerkracht | 25.10.2014 | Maria Höfl-Riesch hat nun verraten, warum sie vorübergehend mit ihrer Freundin Lindsey Vonn zerstritten war. So viel sei verraten: Es hatte mit einem Charakterzug von Vonn zu tun. Maria Höfl-Riesch (30) hat den großen Ehrgeiz ihrer ehemaligen Konkurrentin Lindsey Vonn (USA) als Grund für die zwischenzeitliche Missstimmung zwischen beiden Freundinnen genannt. „Lindsey braucht es, sich selber zu pushen. Immer gewinnen zu wollen und andernfalls nicht zufrieden zu sein, das gehört zu ihrem Image“, sagte die zurückgetretene dreimalige Olympiasiegerin in einem Interview mit der Welt. Dieses Verhalten der Amerikanerin sei „übrigens auch der Grund für das kleine Zerwürfnis, das wir in dem Winter hatten, als ich den Gesamtweltcup vor ihr gewonnen habe.“ Höfl-Riesch hatte die große Kristallkugel 2011 mit nur drei Punkten Vorsprung auf Vonn gewonnen. In der Endphase der Saison war es dabei wiederholt zu Spannungen zwischen den beiden Läuferinnen gekommen. Höfl-Riesch hat im April ihren Rücktritt erklärt. Sie wird künftig unter anderem als ARD-Expertin arbeiten. (rp-online.de)

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Freitag, 17. Dezember 2021

SPIEGEL-Kommentarbereich: Abgeordnete, Sitzordnung


Neue Sitzordnung im Bundestag. Nach rechts verschoben. Welche Fraktion muss im Bundestag neben der AfD sitzen? Der Streit über die Sitzordnung war auch ein Kampf um Deutungshoheit: Welche Partei verkörpert die politische Mitte? Entsprechend heftig verlief die Debatte. Von Severin Weiland 16.12.2021 (spiegel.de)

Am Anfang steht das von mir, und das wurde gebracht:

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Ich: Eine Auseinandersetzung auf högschtem Nivoo hier mal wieder!

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Ei anderer Kommentator: .. ja weil das Nivoo dieser Politiker dem entspricht, ansonsten fehlt es in Bereichen, die uns Bürger interessieren!

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Das Folgende wurde nicht, jedenfalls nicht sofort gebracht. Warten wir mal ab.

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Meine These dann:

Die Bürger sind im Schnitt nicht besser als, wieder im Schnitt, ihre Politiker, und ich bin einer, der unterschreibt: Wir leben in einem freien politischen System, bei dem sich jeder als Politiker bewerben kann. Er muss sich dann halt auch, unter den gegebenen Umständen durchsetzen. Und die Umstände sind immer "die gegebenen", da kann man nichts machen.

Was das Nivoo angeht, werde ich mal konkret. Was würde wohl ein Deutschlehrer von einer Klasse halten, in der dieser Kurzdialog stattfindet? Was würde er den Teilnehmern dieser Auseinandersetzung für Noten geben? (Über die Zeichensetzung sehen wir mal großzügig hinweg.)

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Leute, seht Euch mal die Brandner-Rede an. Das ist noch solide Unterhaltung für das viele Geld, das wir für diesen aufgeblähten Bundestag bezahlen..

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Wie immer eine unverschämte und beleidigende Rede dieses rechtse.xtremen Herrn Brandner.

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... die Dinge von Brandner auf den Punkt gebracht würde ich mal sagen ... schmeckt nicht Jedem wie man sieht.

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Schmecken ? Nee, alles unappetitlich was von der AgD kommt.

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Unappetitlich sind die Dinge die der Brandner kritisiert ... für die seine Partei aber nichts kann.

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Ja klar, wahre Fans hält nichts ab.

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Ich bin kein Fan .... sondern kann mir vorurteilsfrei meine Meinung bilden und mache das nicht abhängig davon WER jetzt WAS sagt ... sondern orientiere mich an den Inhalten.

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Naja, wer will schon neben einem blauen Dixie Haus sitzen?

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Die fand ich auch super ... schön wie er die Dinge auf den Punkt bringt ... und man konnte an den Reaktionen der Politiker in den anderen Fraktionen gut sehen wer die Pöbler im Bundestag sind, da ist nämlich nicht die Partei von Herrn Brandner federführend ... :-)

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Dann ist RTL2 auch solide Unterhaltung.

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Was aus den Guten in Afrika wird ...

Aus der New York Times, die man günstig und gut in ihrer Online-Ausgabe abonnieren kann. Es zeigt sich, dass Außen- und Friedenspolitik dort, wo Autokraten und Diktatoren am Werk sind, immer extrem schwierig ist. In diesen Bereichen der Welt gibt es keine Friedensengel, denn jeder "gute" Politiker würde sofort von einem machtbewussten, aggressiven Politiker weggeputscht. Und dann: Äthiopien ist soweit von europäischen Interessen weg, dass nur die Profi-Diplomaten und die Politikwissenschaftler da überhaupt noch hinschauen. 

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Abiy insists that war was foisted upon him. But new evidence shows he was planning a military campaign for months before the first shot was fired. Analysts say that Abiy’s journey from peacemaker to battlefield commander is a cautionary tale of how the West, desperate to find a new hero in Africa, got this leader spectacularly wrong.

Analysis: “The West needs to make up for its mistakes in Ethiopia,” said Alex Rondos, formerly the E.U.’s top diplomat in the Horn of Africa. “It misjudged Abiy. It empowered Isaias. Now the issue is whether a country of 110 million people can be prevented from unraveling.”

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Abiy vertritt die Auffassung, dass ihm der Krieg aufgezwungen wurde. Neue Beweise zeigen aber, dass er bereits Monate, bevor der erste Schuss abgegeben wurde, eine Militäraktion plante. Analysten zufolge ist Abiys Weg vom Friedensstifter zum Befehlshaber auf dem Schlachtfeld ein abschreckendes Beispiel dafür, wie der Westen, der verzweifelt nach einem neuen Helden in Afrika suchte, einen Führer auf spektakuläre Weise falsch einschätzte.

Analyse: "Der Westen muss seine Fehler in Äthiopien wiedergutmachen", sagt Alex Rondos, ehemaliger EU-Spitzendiplomat am Horn von Afrika. "Er hat Abiy falsch eingeschätzt. Er hat Isaias unterstützt. Jetzt ist die Frage, ob verhindert werden kann, dass ein Land mit 110 Millionen Einwohnern einfach zerfällt."

SPIEGEL-Kommentar, nicht gebracht

Direkt jedenfalls nicht.

Neue Sitzordnung im Bundestag. Nach rechts verschoben. Welche Fraktion muss im Bundestag neben der AfD sitzen? Der Streit über die Sitzordnung war auch ein Kampf um Deutungshoheit: Welche Partei verkörpert die politische Mitte? Entsprechend heftig verlief die Debatte. Von Severin Weiland 16.12.2021.

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Ich mag die AfD nicht. Vor allem nicht die NS-Zeit-Relativierer in der AfD.

Ich glaube auf der anderen Seite, dass diese Partei mit den Themen "EU" und "Migration, offene Debatte" Dinge anspricht, die -- sagen wir es ruhig: gerne unter den Teppich gekehrt werden.

Und es sollte so sein, dass man sich klar macht: Es sind Wahlbürger, die diese Partei wählen. Die sollte man nicht auf ewig als Verführte und Doofe hinstellen. Auch nicht im SPIEGEL.

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Mittwoch, 24. November 2021

Migration: Die rationale Sicht

Mein Kommentar beim SPIEGEL, vor 13 Stunden, den 85 Leser für gut und 4 für nicht gut befinden. Hier leicht ergänzt: 

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Ich finde, die rationale Sicht ist nicht so schwer: Wenn 100 Menschen zu uns kommen und davon sind 3% asylberechtigt, dann bleiben die anderen 97%, weil es kein System der effizienten Abschiebung gibt und geben kann. Die 97% laufen durch ein aufwendiges Überprüfungsverfahren, und wenn dann nach unglaublich hohen Kosten negativ beschieden wird, bleiben sie doch, weil die Staaten ihre "Zurücknahme" verweigern. 

Nächster Aspekt: Auch die 3% können – mit voller Asylberechtigung der Flüchtenden – so sehr anwachsen, dass Europa perfekt überfordert ist. Wenn alle Länder, die sich Kriege, Bürgerkriege, interne Drogenkriege, Verfolgung durch Diktatoren, usw. leisten, ihre Bevölkerung nach Europa bringen wollen, wird dieses Europa, das in herrschender Situation ja Deutschland heißt, über kurz zusammenbrechen. 

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Sonntag, 14. November 2021

Messerattacke im ICE -- U. a. mehr

 

Das ist ja durchaus lesenswert! Aus dem CICERO.

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Ex-Chef des Bundesnachrichtendienstes

„Vorfälle wie die Messerattacke im ICE sind nur die Spitze des Eisbergs“

Der frühere BND-Chef Gerhard Schindler kritisiert das mangelnde Verständnis für Sicherheitsfragen in Deutschland. Er fordert eine Neujustierung der gesamten Inlands- und Auslandsaufklärung gerade beim Thema Terrorismus. Und spricht über die Gefahren unkontrollierter Migration.

13. November 2021

Gerhard Schindler war von Dezember 2011 bis Juni 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Schindler ist Unternehmensberater und Autor des Buches „Wer hat Angst vorm BND?“, das 2020 im Econ-Verlag erschienen ist.

Herr Schindler, im zurückliegenden Bundestagswahlkampf waren die Themen Innere und Äußere Sicherheit praktisch kein Thema. Dabei erleben wir jedoch von Tag zu Tag neue Bedrohungen. Sind die Deutschen naiv – oder fürchtet man unangenehme Wahrheiten?

Ich befasse mich schon seit längerem mit der Frage, welchen Stellenwert Sicherheit in unserer Gesellschaft hat – leider mit dem Befund, dass der Stellenwert unterentwickelt ist. Es gibt dafür eine Reihe von Erklärungen, von denen ich zwei hier nennen möchte. Wir haben erstens nicht mehr den Typus Sicherheitspolitiker, den wir früher hatten. Der letzte dieser Art war der damalige Innenminister Otto Schily, der Sicherheit und seine Politik für Sicherheit quasi verkörpert hat. Davor gab es eine Reihe von anderen herausragenden Sicherheitspolitkern in allen Parteien, aber nach Schily hörte es aus meiner Sicht auf. Zweitens: Wenn wir uns einmal mit den USA vergleichen, stellen wir fest, dass wir nur eine geringe Anzahl von sogenannten Nicht-Regierungsorganisationen haben, die sich mit dem Thema Sicherheit befassen. Bei uns gibt es zwar die Stiftung Sicherheit und Politik und noch das eine oder andere Institut, aber nicht in dem qualitativen und quantitativen Umfang wie in den USA. Dort beschäftigen sich proportional mehr NGOs mit den Themen Sicherheitspolitik, Bedrohungslagen und wie man diesen begegnen kann. Und dort gibt es auch einen intensiven Informationsaustausch zwischen der aktiven Politik und der Wissenschaft zu diesem Thema. Das fehlt bei uns in Deutschland und ich glaube, dass Sicherheit auf dem Weg ist, ein „Igitt“-Thema zu werden.

Warum eigentlich „Igitt“?

Meist nur dann, wenn es wieder einen Vorfall gibt, poppt das Thema Sicherheit auf, aber mit einer negativen Konnotation, nach dem Motto: Wie konnte das passieren? Wer hat die Verantwortung? Warum haben die Sicherheitsbehörden versagt? Das ist wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Es gibt kaum Politiker mehr, die sich aktiv und öffentlich für Sicherheit einbringen wollen, weil das Thema negativ besetzt ist. Und das Thema bleibt negativ besetzt, weil es keine herausragenden Fürsprecher mehr dafür gibt. Damit schließt sich immer wieder der Kreis im Negativen; Sicherheit wird ein Thema, das stört, das unangenehm ist, das man wegdrängt und mit dem man eigentlich gar nichts zu tun haben will. Insofern haben wir da eine Entwicklung, die alles andere als gut ist. Dabei  bin ich der Überzeugung, dass das nichts mit unserer Vergangenheit zu tun hat. Die gängige These, das hätte etwas mit den unsäglichen Ereignissen im Dritten Reich oder in der DDR zu tun, teile ich nicht; Geschichtsbewusstsein ist  sicher nicht der ausschlaggebende Grund für diese Entwicklung.


Die Keulenkeule

 

Mal wieder ein Ausschnitt aus den SPIEGEL-Kommentaren.

Aber erst einmal der Artikel.

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Nach Diskussionsrunde an Uni: Aktivisten greifen Israels Botschafterin in London an -- Propalästinensische Aktivisten haben Israels Botschafterin in London attackiert, nachdem sie an der Veranstaltung einer Universität teilgenommen hatte. Die Diplomatin wurde von ihren Leibwächtern in Sicherheit gebracht. 10.11.2021, 13.08 Uhr

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Mirrorball 
Gewalt & Drohungen aus einer Demonstration heraus, deren Ziel es ist mit Recht auf die inhumane und separatistische Außenpolitik Israels in der Region hinzuweisen, sind inakzeptabel und im Grunde genommen kontraproduktiv. Es geht doch auch anders. Am Ende steht die generalisierte Israelkritik, die mit der Antisemitismuskeule einfach wegegewischt wird; nicht gerade intelligent. Schade! Wieder eine von so vielen Möglichkeiten vertan. 

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BDLB 
Was es nicht alles für Keulen gibt! Und ich erfinde jetzt mal die Keulenkeule!

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 Dass man mit Keulen wischt, ist auch noch bemerkenswert.

Freitag, 12. November 2021

Die taz und der Joghurt

 Ach, liebe taz, weil ich doch gerade bei dir war:

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"Über 31.000 Personen beteiligen sich bei taz zahl ich. Immer mehr entscheiden sich dafür, uns zu unterstützen. Weil es eine unabhängige, kritische Stimme in den hiesigen Medien braucht. Weil es die taz braucht. Unsere Community ermöglicht damit den freien Zugang für alle. Weil wir Journalismus nicht nur als Produkt oder Ware, sondern auch als öffentliches Gut verstehen. Dies unterscheidet uns von anderen Zeitungen und Bezahlmodellen. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Es sind schon über 31.000, die auf taz.de nichts bezahlen müssten, aber wissen, dass guter Journalismus etwas kostet."

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Ich stelle mir gerade vor, dass ich vor einem Supermarkt-Regal stehe, und der Joghurt sagt zu mir: 

"Immer mehr entscheiden sich dafür, unseren Super Linke Sahne Joghurt zu unterstützen. Weil wir Joghurt nicht nur als Produkt oder Ware, sondern auch als öffentliches Gut verstehen. Dies unterscheidet uns von anderen Joghurt-Herstellern. Was uns noch unterscheidet: Unsere Joghurt-Esser:innen."

Wahrscheinlich verstehst du nicht, was ich sagen will, liebe taz. Also noch einmal in der vereinfachten Kurzfassung: Ob Joghurt oder Zeitung, die Hersteller leben davon, dass ihr Produkt gekauft wird, weil Menschen dieses Produkt essen bzw. lesen wollen. Für Joghurt oder für Zeitungen zu spenden, ist der wirklich unsinnige Weg! Das wird auf mittlere Frist nie klappen.

Donnerstag, 19. November 2020

Gewalt gegen Flüchtlinge in Kroatien - SPIEGEL-Diskussion

Der SPIEGEL und seine Kommentar-Seite. - Ein Beispiel.
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Der Bericht:

Gewalt gegen Flüchtlinge in Kroatien »Sie haben wie blind auf mich eingeschlagen«. Schläge, Elektroschocks, ausgerissene Zehennägel: Seit Jahren klagen Asylsuchende über Misshandlungen durch kroatische Grenzer. Nun stützen Recherchen des SPIEGEL und Videoaufnahmen erstmals ihre Berichte. Von Steffen Lüdke und Nicole Vögele 18.11.2020

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Die Kommentar-Seite:

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer, schön, dass Sie hier sind. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare. Auf unseren Seiten moderieren wir die Diskussionen. Wie wir miteinander reden wollen, lesen Sie hier. Bei Fragen, Anmerkungen und Kritik erreichen Sie unser Team unter community@spiegel.de. Ihr Moderations-Team

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Exemplarische Kommentare:

 vor 19 Stunden Danke für diesen Bericht. Es ist an der Zeit, dass diese jahrelange Praxis endlich bekannt wird - auch in Deutschland. Und an alle: Es gibt ein Recht, einen Antrag auf Asyl zu stellen, sobald der Mensch auf dem Boden eines EU-Staates steht. Wie er da hinkam, ist zunächst irrelevant. Ob der Antrag erfolgreich sein kann, ist in einem entsprechenden Verfahren zu klären und solang darf dieser Mensch bleiben. 32 86 💓 12 

 vor 17 Stunden "Es gibt ein Recht, einen Antrag auf Asyl zu stellen, sobald der Mensch auf dem Boden eines EU-Staates steht. Wie er da hinkam, ist zunächst irrelevant." Und Probleme, die mit dieser Sachlage verbunden sind, sehen Sie so gar keine? 14 4 💓3 

 vor 16 Stunden Ich kenne viele Problem wie Klimakrise, Kriege, Rechtsradikale ... Ein paar Flüchtlinge wie Menschen zu behandeln gehört nicht dazu! 3 3 💓

vor 3 Stunden Nun ja, manche - ich zum Beispiel - sehe die Kosten, die natürlich zu niedrigen Renten, hohen Steuern und Sozialabgaben und maroder Infrastruktur in Konkurrenz treten. Und ich sehe ein großes migrationsspezifisches Sicherheitsproblem, das routiniert unter den Teppich geschwiegen wird - so to say. Das was Sie anführen, steht daneben. 💓


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Im Bild:



Donnerstag, 1. Oktober 2020

CICERO vs. DER FREITAG -- Der Diskurs 2016

Das sehe ich erst heute! Es ist von 2016.

STELLUNGNAHME - Kurze Antwort vom „Drecksblatt“ | VON ALEXANDER MARGUIER am 9. Januar 2016 || Der stellvertretende Freitag-Chefredakteur hat den stellvertretenden Chefredakteur des Cicero für einen Kommentar zum staatlichen Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Eine Entgegnung (cicero.de)

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Lieber Herr Angele, Sie schreiben in Ihrer Replik: „Man muss Dinge, die schwach sind[,] stärken, und Dinge, die zu stark und mächtig sind, schwächen“, dies sei Ihr journalistisches Ethos. Ich kann mit solchen Bekenntnissen, ehrlich gesagt, nicht allzu viel anfangen. Aber wenn das nun schon für Sie gilt: Hatten Sie denn in letzter Zeit nie den Eindruck, dass ausgerechnet die nichthinterfragte Willkommenskultur ein bisschen arg mächtig geworden war? Wenn etwa der Kriminologe Christian Pfeiffer davon berichtet, ihm seien vor einem Interview mit einem öffentlich-rechtlichen Sender Sprechverbote zu gewissen Themen auferlegt worden: Ist denn dann nicht irgendetwas in unserer sogenannten Mediendemokratie kolossal aus dem Ruder gelaufen? Finden Sie es okay, dass Ihr eigener Verleger, Jakob Augstein nämlich, hinter meinem Rücken bei Cicero-Redaktionsmitgliedern Stimmung gegen mich machen will, weil ihm meine Ansichten nicht passen? (Sollten Sie ihm demnächst begegnen, so richten Sie ihm doch bitte aus, er könne sich auch direkt an mich wenden.) Und wie gefällt es Ihnen, wenn das Kulturmagazin eines öffentlich-rechtlichen Senders bei ehemaligen Kollegen anruft, um irgendwelche Ungeheuerlichkeiten über die vermeintlich rechtspopulistischen Umtriebe bei Cicero erzählt zu bekommen? (Bei uns selbst haben sich die Herrschaften übrigens nicht gemeldet, denn das hätte womöglich die Arbeitshypothese gefährdet).

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Donnerstag, 17. September 2020

Rechtschreibung

Argumentative Kompetenz" und Rechtschreibung


Ich glaube, ich hatte das hier schon mal. Aber -- egal. Dann halt noch ein Beispiel.

Es gab einmal eine Zeit -- lange her --, da war Rechtschreibung ein Teil des bürgerlichen Lebens. Das heißt nicht, dass sie jeder drauf hatte, die Rechtschreibung und Zeichensetzung; aber wenn ein Diplomingenieur mit hervorragender Qualifikation, doch kleiner Rechtschreibschwäche, was Offizielles zu schreiben hatte, dann hat er halt jemand gebeten, die paar Sätze durchzukorrigieren. [Nein, nicht: durch zu korrigieren, liebes Rechtschreibprogramm!] Seit jede und jeder munter vor sich hin ins Internet schreibt, kann natürlich nicht alles korrekturgelesen werden. Aber Rechtschreibprogramme, die gibt es doch! In diesem Sinne, heute in der ZEIT, ein Kommentar ...

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Bunetzarneme #1.6 12 Ok, heute habe ich also gelernt, dass man im Bundestag nicht das Unrecht der anderen ansprechen sollte sowie die Kritiker nicht kritisieren sollte? Höhrt = Hört sich irgendwie komisch an, wenn man das so liest und darüber nachdenkt, nicht wahr? Vieleicht = Vielleicht sollte man darüber nachdenken ob = nachdenken, ob die eigenen Annahmen die Realität wiederspiegeln = widerspiegeln?

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Soll man da jetzt, ja: ein wenig oberlehrerhaft, sagen: "Das sind einfach zu viele Fehler für den 'öffentlichen Diskurs'"!" oder ist ist das "heute schon" vollkommen in Ordnung so?

Ich werde den Verdacht nicht los, dass die, die Probleme mit der Rechtschreibung haben, auch Probleme haben, die Verbindung zwischen den Bereichen Realität und Interpretationen der Realität kritisch zu sehen und mal über diese schwierige Verbindung nachzudenken.

Montag, 22. Juni 2020

Polemische Mätzchen im ZEIT-Forum

M. reicht mir einen ihrer Kommentare im ZEIT-Forum weiter. Den ich gerne aufnehme.

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"Da kann der Tropen-Trump mit dem aus dem Weißen Haus sich die Hände reichen."

Solange alles so schön personalisiert abläuft, ist es nicht so schlimm. Erst wenn alle polemischen Mätzchen obsolet geworden sind, weil die Gefahr vor jeder Tür steht oder schon in der Wohnung drin ist, dann wird es wirklich ernst. Wir haben also doch noch ein wenig Zeit, die politischen Temperamentchen zu kühlen. Vielleicht bis November?

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Freitag, 17. April 2020

Migration: "es gibt eine menge lösungsvorschläge"

Noch ein ZEIT-Kommentar. Bei dem es unsicher ist, ob er bei der ZEIT-Kontrolle durchkommt.

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Der Artikel

Fünf vor acht / Seenotrettung. Krieg gegen die Schwächsten. Eine Kolumne von Andrea Backhaus.  In der Corona-Krise schottet sich Europa immer weiter ab. In Seenot geratene Flüchtlinge und Migranten werden nun gar nicht mehr gerettet. Unfassbar. 17. April 2020, 8:04 Uhr 36 Kommentare. (zeit.de)

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Oben, ich ziehe es mal raus:

"Martin Köster #1.7 | es gibt eine menge lösungsvorschläge ... meinen konnten sie gerade lesen, nämlich den flüchtlingen die legale einreise zu ermöglichen. dann muß man eben aufnahmelager an den häfen und flughäfen errichten, und dort zeitnah prüfen ob ein antrag auf asyl oder subsidären schutz gewährt werden kann."

Meine Überlegung: Man hat es leicht, in solchen Fragen gut zu sein, wenn man keine Phantasie hat und sich darum auch nicht genötigt sieht, die eigenen Vorschläge wenigstens als Gedankenexperiment zu konkretisieren.

Es entstehen so auch keine Fragen wie diese:



  1. Wie viele Flüchtlinge / Migranten würden wohl, bei der Möglichkeit der legalen Einreise kommen?
  2. Wohin würden sie kommen (= zu welchem Flughäfen in welcher Zahl)?
  3. Wer baut die Aufnahmelager dort und wer bezahlt den Aufbau und den Unterhalt?
  4. Wer bezahlt unterm Strich alle Folgekosten?
  5. Wie würde sich die innenpolitische Lage, z. B. in Deutschland, bei der Umsetzung dieses Vorschlags verändern? (Vgl.: Wie hat sich die Stimmung gegenüber Flüchtlingen in Deutschland seit 2015 verändert?)
  6. ...

Ich habe mir vor ca. 1 Jahr einen Textbaustein gemacht, der wie folgt aussieht:

"Die Gutmenschen verlassen sich darauf, dass die Schlechtmenschen schon alles tun werden, damit es ihnen, den Gutmenschen, weiterhin, finanziell und auch sonst, gut geht. Wäre es anders, müssten die Gutmenschen als gesonderte Gruppe nämlich für ihre gutmenschlichen Vorschläge geradestehen, finanziell und auch sonst."

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Samstag, 14. März 2020

"In der Schule lernt man ..."

Freundin M. schickt mir -- sie ist immer noch sehr engagiert bei Telepolis unterwegs -- einen Kommentar, der ohne Nachhall bleibt. Was sie zu erstaunen scheint.

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11.03.2020 || In der Schule lernt man ... || Immer wieder erstaunt mich: In der Schule lernt man, dass man Pro und Contra umfassend aufführen und dann, möglichst mit guter Begründung, ein Urteil oder einen Kompromiss formulieren soll. Kaum aus der Schule draußen und mit ehrbarem Beruf versehen, ist bei den meisten Männern - gibt es hier auch Frauen [von mir mal abgesehen]? - von dieser sehr sinnvollen Möglichkeit nichts mehr übrig. | Nein, ich zähle nicht die Pro- und Contra-Punkte in Sachen Klarnamenpflicht auf. Hat eh keinen Sinn. (Telepolis)

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Sonntag, 8. März 2020

SPIEGEL-Diskussion > Eigene Beiträge

Meine Liebe zum SPIEGEL, bei dem ich ja Abonnent bin. Mal schauen, ob das gebracht wird:

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( Achtung! Jetzt wird es politisch nicht korrekt, dafür aber gut belegbar:




Ist Nigeria nicht das Land, aus dem die Briefe der Generalswitwen kommen, die lausige 5.000 Euro brauchen, um das Erbe ihres verstorbenen Gatten, das sich auf 40 Mio. englische Pfund beläuft, bei einer englischen Großbank auslösen zu können? Große Belohnung winkt dem deutschen Spender! Kann man sich darum in einem solchen Land solche großspurigen Motorräder leisten und das dann auch noch als Frauenfortschritt ausgeben?

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Wenn man übrigens finden will, was man selbst zu den Diskussionen beigesteuert hat, ist das ein bisschen tricky.

Unter jedem Artikel steht neuerdings in einem orangefarbenen Rechteck:

Diskutieren Sie mit uns >

Dann oben: Mein Profil > Dahinter sind die eigenen Beiträge aufgelistet

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Freitag, 14. Februar 2020

Diskussion in Foren

Eben ein ZEIT-Kommentar von mir, ungefähr da, der erst mal freigeschaltet werden muss:

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Das Merkwürdige an heutigen Diskussion in Foren und Kommentarbereichen ist, dass Überlegungen, die man anstellt, von den Teilnehmern immer gleichgesetzt werden mit "persönlichem Eintreten für ...". Das ist eine vollkommen inakzeptable Annahme, jedenfalls hier und bei mir generell. Es ist im Übrigen auch ein Hinweis auf eine schlechte argumentative Ausbildung in den Schulen.

Also - ich habe das, was ich geschrieben habe, geschlussfolgert aus dem Thema dieses Zeitungsartikels: Die Union hat einen rechten und die AfD einen "linken" - ha! - "Flügel". Na gut, sagen wir: Randbereich. Das ergibt mein Modell mit Blick auf die gegenwärtigen Thüringer und mögliche zukünftige andere Problemfeld der Koalitionsbildung.

Das heißt doch nicht, dass ich diese Partei wählen würde! Ich wähle SPD. Aus Traditionsbewusstsein sein und - aus Mitleid.

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Montag, 10. Februar 2020

Hans-Ulrich Jörges und Weimar und Höcke

Lieber Herr Jörges,

Sie haben den großen und auch wieder nicht mehr so großen Stern im Rücken und ich meinen winzigen Blog* hier. Die Machtverteilung ist klar und mir bekannt. Unter diesen Voraussetzungen ...

Sie schreiben:

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Christian Lindner hat die AfD in Thüringen freigesetzt – diesen Fluch wird er nicht wieder los Die Wahl Kemmerichs war kein Unfall sondern ein Bubenstück. Annegret Kramp-Karrenbauer konnte sie nicht verhindern, das kostet sie den Vorsitz der CDU. Ein anderer wollte es nicht: FDP-Chef Christian Lindner. ... 10. Februar 2020 || Weimar liegt in Thüringen. Weimar beginnt in Thüringen. Weimar zum Zweiten. Die Analogie ist zwingend, sie schlägt alle Beschwichtigungen. Ende Januar 1930 werden die Nationalsozialisten in Thüringen zum ersten Mal von Bürgerlichen an einer Landesregierung beteiligt, mit zwei Leuten. Der Nazi Wilhelm Frick verfasst einen Erlass gegen die „Verseuchung durch fremdrassige Unkultur“. Adolf Hitler behagt das Experiment auf dem Weg zur Macht.

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Und dann kommt auch bald das:

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"Anfang Februar 2020 macht in Thüringen erstmals die AfD einen Bürgerlichen zum Ministerpräsidenten – unter Führung von Björn Höcke, den man einen Faschisten nennen darf."

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Also ich, ich nehme Herrn Höcke nicht so wichtig. Wir haben -- nein, eben keine Weimarer Republik! Und also: Nein, diese Analogie ist nicht zwingend. Sie ist vielmehr an den Haaren herbeigezogen, weil es sich quasi historisch irgendwie reimt und weil eine ständige Aufgeregtheit Journalisten gut tut. Und bei Ihnen, Herr Jörges, wie bei anderen Zeitungsleuten beobachte ich die Lust am Suhlen. Sich hineinschmeißen in die warme Aufregungsjauche. Selbige ergibt sich nämlich nicht durch ein  Ausscheiden und dann Anrühren von links oder von rechts; nein, sie entsteht als Produkt des Zusammenrührens der wohlfeilen Aufgeregtheiten von allen Seiten.

Also, wir wissen es ja! Sie und ich und wer immer mag, darf Björn Höcke mit gerichtlicher Erlaubnis** einen Faschisten nennen. Ja, klar. Aber -- muss man es dann auch ständig? Ist Ihnen und den anderen nicht bewusst, dass dieses Rühren in den Faschismusassoziationen gleichzeitig die gegenwärtige Aufregungsjauche immer auch ein wenig größer macht? Übrigens auch: Herrn Höcke immer größer macht! Das ist wie in der Werbung: Die Aufmerksamkeit -- die Sie kreieren, ob Sie wollen oder nicht -- ist alles, und dann kommt erst mal lange nichts. Und dann kommt erst Gut und Schlecht.

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* Ja, "der Blog", nicht das Blog! Erläuterungen hier.

** Wobei man das gegenwärtige Sprachgefühl deutscher Richter ja auch von der anderen Seit eher anzweifeln darf:

Laut einem Beschluss des Landgerichts Berlin stellen entsprechende Kommentare "keine Diffamierung der Person der Antragstellerin und damit keine Beleidigungen" dar. Unbekannte hatten Künast unter anderem als "Stück Scheiße" und "Geisteskranke" bezeichnet und noch drastischere und auch sexistische Posts geschrieben. Die Bezeichnung "Drecksfotze" bewege sich haarscharf an der Grenze des noch hinnehmbaren [ = Hinnehmbaren, liebe Tagesschau]. Eine Beleidigung liege aber nicht vor, so das Gericht in seinem Urteil. (tagesschau.de)