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Donnerstag, 1. Oktober 2020

CICERO vs. DER FREITAG -- Der Diskurs 2016

Das sehe ich erst heute! Es ist von 2016.

STELLUNGNAHME - Kurze Antwort vom „Drecksblatt“ | VON ALEXANDER MARGUIER am 9. Januar 2016 || Der stellvertretende Freitag-Chefredakteur hat den stellvertretenden Chefredakteur des Cicero für einen Kommentar zum staatlichen Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Eine Entgegnung (cicero.de)

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Lieber Herr Angele, Sie schreiben in Ihrer Replik: „Man muss Dinge, die schwach sind[,] stärken, und Dinge, die zu stark und mächtig sind, schwächen“, dies sei Ihr journalistisches Ethos. Ich kann mit solchen Bekenntnissen, ehrlich gesagt, nicht allzu viel anfangen. Aber wenn das nun schon für Sie gilt: Hatten Sie denn in letzter Zeit nie den Eindruck, dass ausgerechnet die nichthinterfragte Willkommenskultur ein bisschen arg mächtig geworden war? Wenn etwa der Kriminologe Christian Pfeiffer davon berichtet, ihm seien vor einem Interview mit einem öffentlich-rechtlichen Sender Sprechverbote zu gewissen Themen auferlegt worden: Ist denn dann nicht irgendetwas in unserer sogenannten Mediendemokratie kolossal aus dem Ruder gelaufen? Finden Sie es okay, dass Ihr eigener Verleger, Jakob Augstein nämlich, hinter meinem Rücken bei Cicero-Redaktionsmitgliedern Stimmung gegen mich machen will, weil ihm meine Ansichten nicht passen? (Sollten Sie ihm demnächst begegnen, so richten Sie ihm doch bitte aus, er könne sich auch direkt an mich wenden.) Und wie gefällt es Ihnen, wenn das Kulturmagazin eines öffentlich-rechtlichen Senders bei ehemaligen Kollegen anruft, um irgendwelche Ungeheuerlichkeiten über die vermeintlich rechtspopulistischen Umtriebe bei Cicero erzählt zu bekommen? (Bei uns selbst haben sich die Herrschaften übrigens nicht gemeldet, denn das hätte womöglich die Arbeitshypothese gefährdet).

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Samstag, 28. Oktober 2017

"Was darf Satire?"

"Hm, Jan? -- Genau! Eben doch nicht alles!"

Gefunden (derwesten.de):

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Faisal Kawusi beleidigte Motsi Mabuse bei einem 1Live-Auftritt rassistisch | Motsi schaltete sofort ihren Anwalt ein Der WDR, der Videos von Faisals Auftritt online gestellt hatte, reagierte || Das kann man nicht mehr Satire nennen: Comedian Faisal Kawusi beleidigte „Let’s Dance“-Jurymitglied Motsi Mabuse bei der „1Live Köln Comedy-Nacht XXL“ in der Lanxess-Arena rassistisch. Bei seinem Auftritt hatte er Südafrikaner mit Affen verglichen. Dann fragte er sich, ob Motsi die Affen im Film „Planet der Affen“ nicht auch verstehen könne, selbst wenn sie nur Tierlaute von sich gäben. Sofort verständigte Motsi laut „Express“ daraufhin ihren Anwalt. Dieser erklärte dem Online-Portal „Quotenmeter“: „Die Äußerungen von Herrn Kawusi sind eindeutig rassistisch und verletzend. Sie sind deshalb auch nicht mit Satire zu rechtfertigen.“ Zudem brach ein Shitstorm über den Comedian herein. Und der entsprechende Videoausschnitt von seinem Auftritt wurde sowohl aus der 1Live- als auch aus der WDR-Mediathek gelöscht.

Sonntag, 13. August 2017

"Die Negers von Afrika ..."

Herübergezogen aus den ZEIT-Kommentaren, meine Überlegung dort. Eine gute Aufstellung -- daraus auch das Kant-Zitat unten -- bei heise.de, Der verschwiegene Rassismus der Philosophen.

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Nachtrag von der heise.de-Seite:

Apropos Hannah Arendt (1906-1975): Letztes Jahr erschienen mehrere Bücher über die Denkerin, zudem kam der gleichnamige Film in die Kinos. Kein Wort jedoch verlor man darüber, dass Arendt massiv dagegen protestierte, dass in den USA schwarze und weiße Kinder zusammen unterrichtet werden sollen. | In ihrem Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1951) behauptet Arendt, dass die "Neger" selbst mitschuldig seien am Rassismus, denn die "Rassen" Afrikas und Australiens zeugten von einer "katastrophenhaften Einförmigkeit ihrer Existenz" und seien "bis heute die einzigen ganz geschichts- und tatenlosen Menschen, von denen wir wissen, [... ] die sich weder eine Welt erbaut noch die Natur in irgendeinem Sinne in ihren Dienst gezwungen haben".

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"Wenn ich mir so als Halbpole ansehe, welche deutschen Gelehrten sich im 19. Jh. schwer abfällig über Polen geäussert haben..."

Machen wir Nägel mit Köpfen: Listen wir auf, was einmal politisch und gesellschaftlich als vollkommen normal angesehen wurde und heute nach westlichen Standards als gottsgrässliche ideologische Verrücktheit gilt. Es finden sich meist auch heute noch anerkannte großen Geister, die entsprechendes Befürwortet bzw. für selbstverständlich erklärt haben.

"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. […] Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege."
Immanuel Kant
  • Sklaverei
  • natürliche Unterlegenheit der Frau gegenüber dem Mann
  • Missionieren für die Religion X mit Feuer und Schwert
  • Missionieren für die Religion X mit Worten und Geschenken
  • Gottesgnadentum der Herrschaft
  • Antisemitismus
  • Kolonialismus
  • Imperialismus
  • Verunglimpfung anderer Hautfarben als unterlegen
  • Verunglimpfung anderer Nationen als unterlegen
  • ...

Bei der Gelegenheit fragen wir dann auch noch, wo diese Zustände gegenwärtig noch Praxis sind.

Ich denke, in der Summe der Befunde wird Erstaunliches herauskommen.

Freitag, 14. Oktober 2016

Politik-Foren: Klarnamen-Pflicht

Ok, von heute an gehe ich es an!

Anonym oder mit Klarnamen? | Das Netz will dich, wirklich || Zwischen Klarnamenpflicht und dem Recht, sich einen Diskursraum zu verschaffen – auf die Frage nach der wahren Online-Identität gibt es keine einfache Antwort. VON NIK AFANASJEW || Lustig war es auf dieser neuen Spielwiese, dem Internet, Mitte der neunziger Jahre. Ab in den Chat und losflunkern. Als „DirkDiggler27“ ließ sich „Jenny19“ geschmeidiger umwerben als unter dem eigenen Namen. Es ging nicht nur um Namen: Dirk Diggler fuhr Ferrari statt Fahrrad, schaute in seiner Freizeit seinem Bankkonto beim Wachsen zu und nicht dem Gras. Man hat etwas dicker aufgetragen, damals, einfach weil es möglich war. Und gehofft, dass sich hinter „Jenny19“ nicht der Gemüsehändler aus dem dritten Stockwerk verbirgt. (tagesspiegel.de)

Schon in diesem Artikel gibt es ein eher schlichtes Durcheinanderbringen von Problemen.

... Dabei muss nicht erst das Beispiel des vernetzten Oppositionskämpfers aus Damaskus bemüht werden, um die Notwendigkeit von schützenden Netzidentitäten zu begründen. Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen, die im öffentlichen Diskurs höchstens als Streitgegenstand auftreten, können sich durch Verschleierung ihres wahren Ichs Diskursraum verschaffen. Die als „Lady Bitch Ray“ bekannt gewordene Sprachwissenschaftlerin Reyhan Sahin untersucht deshalb Onlineidentitäten von jungen Musliminnen in Deutschland. „Natürlich können sie im Netz Sachen sagen, die sie sonst nicht sagen würden“, sagt Sahin.

Diese Form des AOK (Arguments ohne Kontextberüchtigigung) -- ich will nicht mehr von Whataboutism reden, das Wort klingt einfach blöd -- ist ein Teil der Internet-Schlichtheit.

Also, um es klar zu sagen: Es geht um Foren in Deutschland, heute. Es geht nicht Syrer in Syrien , und nicht um Deutschland im Jahr 1936. Es geht darum, einen Standard beizubehalten, wie er in Zeitungen / Leserbriefe selbstverständlich war und ist. Ein Leserbrief, unterschrieben. Vorname Name, Ort. Anonymes kommt nicht rein. (Was ja nicht heißt, dass in geprüften Fällen da mal steht: Der Name ist der Redaktion bekannt. Nur ist das halt nicht die Regel.)

Drei Ziele stehen hinter dieser Überlegung:
  • Die, die da schreiben, blödeln, beleidigen und pöbeln weniger und bemühen sich, das ganz nebenbei, um eine halbwegs vernünftige Rechtschreibung und Zeichensetzung. (Was nicht elitär verstanden werden soll. Es darf durchaus Patenschaften geben für die, die halt nicht ständig schreiben und das mit der Rechtschreibung nicht so drauf haben.)
  • Insgesamt werden viel ernsthafter Argumente ausgetauscht.
  • Wer es argumentativ nicht drauf hat, bleibt wahrscheinlich weg. (Wenn nicht, wird die Sache schnell klar. Der Hinweis auf argumentative Schwächen wird aber auch ohne Beleidigungen vorgetragen.)
So, jetzt sammle ich noch ein wenig und dann -- tenn man tau, nech?

Samstag, 18. April 2015

Die Formel 1 und die Spaßbremsen

Hiermit verabschiede ich mich, spontan und einfach mal so, von den Feministinnen eines bestimmten Typs und ihren willigen Helfern. Die aus Kalkül auch mal Männer sein können.

Wohlgemerkt -- ich vertrete die Meinung, dass Frauen vollständig gleichberechtigt sind. Wo sie es sind, muss man sich dafür einsetzen, dass sie es demnächst sind. Aber dann kommen -- die Spaßbremser und -bremserinnen!

"Liu Siying kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. Die 22-jährige Hostess war am Sonntag nach dem Großen Preis von China in Shanghai von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton absichtlich mit reichlich Champagner bespritzt worden. Der Brite wurde daraufhin in sozialen Netzwerken teilweise wüst beschimpft -- wahlweise als Rüpel oder als Sexist. | 'Das hat doch nur ein oder zwei Sekunden gedauert', sagte Liu Siying nun der Zeitung 'Shanghai Daily'. Es beschäftige sie nicht allzu sehr. 'Mein Arbeitgeber hat mir gesagt, ich soll auf dem Podium stehen, und das habe ich gemacht.'" (SPIEGEL Online)

Ich habe keine Ahnung, ob die Formel 1 sinnvoll ist. Nein, wahrscheinlich ist sie, wie so vieles heute, ein umweltschädlicher Quatsch, der abgeschafft gehört. Aber so lange sie da ist und die blöden Gesetze des Champagner-Herumspritzens gelten, sollten sich die Spaßbremsen einfach raushalten.

Ich bin wirklich für die Einführung der getrennten Staaten. In der einen sind die politisch allzeit Korrekten, in dem anderen die, die Fünfe grad sein lassen und damit ganz gut drauf sind. Ich wette, in 10 Jahren von der Gründung an gerechnet, sind die korrekten Staaten das, was früher der Stalinismus war, und die Gut-drauf-Staaten sind der alte Kapitalismus von 1953. 

Wo wollen Sie leben?

Montag, 17. Juni 2013

Sibylle Lewitscharoff

Ach, wie erholsam ist es doch, am ersten richtig warmen (noch rede ich nicht von heiß!) Sommertag eine gepflegte Polemik zu lesen!

Igitt, Tätowierungen! Hungerwahn! Privatfernsehen! An der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ist vor allem ihr Schaudern vor dem vermeintlich Vulgären bemerkenswert. Könnte es sein, dass sie einfach eine vom Reinlichkeitswahn der schwäbischen Hausfrau getriebene Langeweilerin ist?

Jaja, der intellektuell-bebrillte, schmollmundige Georg Diez, der versteht sein Handwerk!

Zugabe!

Wen will die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung damit [mit der Georg-Büchner-Preis-Verleihung an S. L. (!)] eigentlich beleidigen? Was will sie damit sagen? Reicht es schon, Literatur als Religion zu feiern, was ja eine alte deutsche Krankheit ist? Reicht es schon, sich in öde Schlachten zu werfen wie die um den Realismus? Reicht es schon, eine rasende Kleinbürgerin zu sein, die mit besonderer Verachtung anderen Kleinbürgern gegenüber auftritt?

Und  dann noch die Forum-Kommentare lesen! "Diskutieren Sie über diesen Artikel // insgesamt 63 Beiträge". Singe, wem Gesang gegeben! So ein Tag, so wunderschön wie heute ...

Zugabe!




Samstag, 12. Juni 2010

Argumentierensarten. Oder: Nachdenken über Kurt Beck

Nachdenken über Todesarten. Das gibt es schon. Denken wir nur an Ingeborg Bachmann. Aber Argumentierensarten? Nein. Darüber nachzudenken ist weitaus schwieriger. Gegen den Strich+ zu denken ist ein zentraler Teil dieses Nachdenkens. Und das Ergebnis des Nachdenkens dann auch noch formulieren! Das ist nicht einfach. Nein, bestimmt nicht. Man muss seinen eigenen Gedanken auflauern. Sozusagen.

Beispiel, heute morgen, beim Rasieren. Passenderweise. Ich muss an Kurt Beck denken. An einen Arbeitslosen, der es nicht zum Ministerpräsidenten gebracht hat und Becks fröhlich-populistische Einlassungen: "Waschen und rasieren, dann kriegen Sie auch einen Job!" Wir erinnern uns.

Jetzt die komplexe Argumentation:

Ich will hier nicht die Arbeitslosen in Schutz nehmen, die immer nur die anderen für ihre Lage verantwortlich machen. Vielleicht war dieser Mann einer. Kann alles sein.

Aber: Vor versammelter Mannschaft von einem, der es in die vorletzten Spitzen der Gesellschaft geschafft hat, geschurigelt zu werden, das ist nicht gerade angenehm. Und dieses Tun ist nicht gerade stilvoll.

Oder anders herum. (Ich weiß, dass das auch nicht stilvoll ist; aber es dient der Verdeutlichung.) Wenn ich vor Kurt Beck hinträte und sagte: "Jetzt rasieren Sie sich mal erst, nehmen Sie 20 Kilo ab, gehen Sie zum Muskelaufbautraining und gleichzeitig zum Rhetorikunterricht, um Ihren komischen Pfälzer Rest-Akzent wegzutrainieren. Dann werden Sie schon wieder SPD-Vorsitzender!"

Wäre das fein? Natürlich nicht. Natürlich ist das das typische argumentum ad hominem. Aber es wäre auch vergleichbar mit Becks eigener Sottise. Und unterm Strich und in Sachen Argumentationsarten: Die Grenze zwischen korrektem und nicht-mehr-korrektem Reden ist notorisch vage, und wir sollten gelegentlich mal darüber nachdenken, wo wir die Grenzpfähle einschlagen wollen.

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+ A rebours. Das wunderbar bescheuerte Buch von Joris-Karl Huysmans aus dem Jahr 1884 sollte ich wieder mal lesen. Auf Englisch gibt es das auch noch im Internet. Against the Grain. Erstaunlich.

Donnerstag, 15. April 2010

Argumentation und Provokation

Gero von Randow, in der ZEIT, berichtet über den Erfolg des französischen Provokateurs Eric Zemmour. Ausgabe von heute, Rubrik Politik, S. 6. Schöne Sätze und Kommentare. Ein Satz und sein Kommentar als Beispiel:

"Die Polizei kontrolliert die Schwarzen und die Araber mehr als andere, weil die meisten Drogenhändler arabisch und schwarz sind." Sagt Semmour.

"Verlässliche Statistiken existieren nicht. Aber man kann Gerichtsgebäude besuchen, um sich von der kriminologischen Korrektheit des zweiten Halbsatzes zu überzeugen." Sagt von Randow.

Wir diskutieren mal die Frage nicht weiter, ob es heißen muss: "... weil die meisten Drogenhändler arabisch oder schwarz sind".

Dazu in dieser ZEIT eine ganze Abteilung über Provokateure wie Sarazin und die Frage, was man heute sagen und nicht sagen darf. Im Sinne von Westerwelles: "Man wird doch wohl noch sagen dürfen, dass..."

Meine Überlegung dazu, dass es eine sprachliche Erziehung geben sollte, die beinhaltet:

Für ein kluges Urteilen und das Nachdenken über kluges, krudes und wahnsinniges Urteilen sind wichtig
  • die klaren Fälle, die keiner bestreiten kann, (Draußen regnet es gerade.)
  • die Fälle, in denen diese -- also doch nur scheinbar klaren -- Fälle dennoch bestritten werden,
  • und die Kategorien dieses Bestreitens
  • also beispielsweise die Kategorieninterpretation (Das soll Regen sein? Es nieselt doch höchstens!)
  • oder die Hintergrunderläuterung (Das ist kein Regen. Das ist die Feuerwehr, die für einen Film Regen simuliert!)
  • die Tatsache, dass Prädikate wie vernünftig und unvernünftig und abwegig immer standpunktgebunden und also nicht voraussetzungslos richtig sind (Es gibt Zeiten und kulturelle Voraussetzungen, in denen für die Zeitgenossen / Mitglieder der jeweiligen Gruppe Sätze wie Es wurden im 3. Reich keine Juden in Gaskammern umgebracht! oder Frauen sind von Natur aus weniger wert als Männer! unbestreitbar richtig sind.)
  • die Rolle der Mehrheiten von Anhängern, die für Urteile und Sentenzen gefunden werden
  • die Machtverteilung bei der Veröffentlichung von Meinungen und Urteilen und
  • die Rolle der Veröffentlichung bei der Frage, was überhaupt diskutiert wird und was nicht
  • die Unterscheidung oder die Nicht-Unterscheidbarkeit von Meinung, Urteil und objektiv feststellbarem Faktum
  • die Frage, ob 'objektive Fakten' überhaupt nur deshalb unstrittig sind, weil mit ihnen keine wirklichen Interessen verbunden sind
  • die Frage, ob Interesselosigkeit -- verbunden mit welchen Gründen des Nicht-Interesses -- überhaupt vorkommt (Warum hat keiner ein Interesse daran, das Urteil 2+2=4 anzuzweifeln; von welchem Typus sind die Menschen, die die biologische Evolutionslehre in Zweifel ziehen)
  • die absolute Notwendigkeit der Differenzierung innerhalb von Kategorien, die beim Urteil verwendet werden, wobei
  • die Unterscheidung von 'klaren Fällen' an den beiden Extremen und Binnenkategorien zwischen den Extremen wichtig ist
  • die Rolle von Sentenzen des grundsätzlichen Bezweifelns (Beliebtestest Zitat, durch die Häufigkeit der Verwendung schon abgewetzt-verkommen klingend: "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt."+ Darum wenigstens noch einmal englisch herausgekramt: "There are more things in heaven and earth, Horatio, / Than are dreamt of in your philosophy." Hamlet, I.5.167 Mit der schönen Übersetzungsfrage, ob denn philosophy wirklich Schulweisheit meint.)
Damit sind wir noch nicht am Ende der Problematisierunskette. Aber -- ein Anfang ist gemacht.

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+ Folge: "geschrieben von Nikola, 06.12.07 "Es gibt FE-Maschinen ich habe eine mit meinen eigenen Augen gesehen. Wer an die Naturgesetzte glaubt und an die Schulwissenschaft der tut mir leid das es sich so verarschen lässt." -- FE-Maschinen = Freie-Engergie-Maschinen. -- "Geschrieben von Channing 01.01.2007 Wer ein Gerät bauen möchte, welches auf Basis von "freier Energie" funktioniert, findet hier die notwendigen Anleitungen dazu. Im Prinzip ist dies ein Elektromotor ("Rotoverter" genannt), welches mehr Energie liefert (etwa 3mal soviel), als es eingespeist bekommt. Diesen Zustand nennt man auch "Overunity" oder einen "Effizienzgrad über 100%"." (Frage: Ist die Fähigkeit zu Einigermaßen-Grammatik, Einigermaßen-Rechtschreibung und Einigermaßen-Zeichensetzung doch ein Indikator für Einigermaßen-Vernünftigkeit?)

Dienstag, 21. Juli 2009

Radarfallen

Hier zu finden. -- Vergrößern? > Draufklicken!

Also -- nein, ich habe keine Punkte in Flensburg, toi-toi-toi! Doch, ja -- ich bin schon mal zu schnell gefahren, und ich bin auch schon mal geblitzt worden. Mit mäßiger Geschwindigkeitsübertretung.

Dies mal vorausgesetzt: Ich finde es eher eigenartig, dass es bei uns erlaubt ist, Radarfallen übers Radio zu melden. Diese Radarfallen haben ja durchaus einen Sinn! Sollten jedenfalls einen haben und an den richtigen Stellen aufgestellt werden. Immer mal wieder zum Beispiel an Straßen, die von Kindern überquert werden (müssen), auf denen "sportliche" Fahrer aber auch schon mal mit 87 km/h statt der erlaubten 50 unterwegs sind.

Und dann das, in Sachen endgültige Schizophrenie. Siehe Bild.

"Kost's Benzin auch drei Mark zehn --
scheißegal. Es wird schon geh'n."

Montag, 25. Mai 2009

Henryk M. Broder

Wer Spaß am harten Fight hat, kommt bei Henryk M. Broder immer auf seine Kosten. Schmunzeln wir mal über das:
Abgesehen von dem hochoriginellen Einstieg mit einem Adverb ("Einfach ist es nicht mehr..."), der erratischen Zeichensetzung, dem abgespreizten Stil-Finger ("So geschah es mir schon beim Einchecken...") und den wirren Zielangaben ("Im Sheraton Lobby in Ramat Gam in Tel Aviv"), ist der Bericht ein Zeugnis postseniler Selbstüberschätzung; er macht klar, warum Neudeck immerzu durch die Welt fahren und Gutes tun muss: um sich in Szene zu setzen. Ein frequent traveller mit vier Pässen, der zwischen Afghanistan und Pakistan, der Demokratischen Republik Congo und der Islamischen Republik Mauretanien pendelt wie andere zuwischen Gummersbach und Plettenberg. Ein Angeber, Wichtigtuer, Schwitzer und name dropper, der er sich nicht verkneifen kann, seinen Lesern mitzuteilen, dass er nicht nur von einem leibhaftigen OSZE-Funktionär begleitet, sondern auch vom "heimlichen Botschafters Israels in Deutschland" erwartet wurde ("Im Sheraton Lobby in Ramat Gam in Tel Aviv") , einem anderen Angeber, Wichtigtuer, Schwitzer und name dropper, der sich nach seinem Abschied aus dem diplomatischen Dienst darauf spezialisiert hat, den Grüßaugust für Reisegruppen zu spielen, mal für die Deutsche Bischofskonferenz, mal für die Grünhelme.

Montag, 30. März 2009

Partei - Vertretung des Guten

Das Schlimme an Parteien, die sich als die ewige Vertretung des Guten sehen, ist, dass ihre Menscheleien um so dämlicher aussehen. Beispiel SPD (Meldung der Süddeutschen Zeitung, Abo):

"Nachdem die stellvertretende Vorsitzende Isabelle Schuppener den Punkt "Political Correct- ness und Umgangsformen" auf die Tagesordnung gesetzt hatte, soll Rupp mehr als zwei Stunden lang ihn und Ilse Holzbauer beschimpft haben. Die Abgeordnete habe, so Leonhart, "Ilse Holzbauer und mich über zwei Stunden tatsächlich nieder- gebrüllt und -geschrien und beschimpft". Es seien sogar Sätze wie "Du kotzt mich an" gefallen. Leonhart wertet diesen Abend so: "Es war ein geplanter Akt heftiger psychischer und verbaler Gewalt." Auf Anfrage der SZ lehnte Leonhart eine Stellungnahme ab und sagte lediglich: "Dies ist ein parteiinterner Vorgang, den ich nicht öffentlich diskutieren will". Adelheid Rupp war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen."


Ich kann mir so was bei der FDP nicht vorstellen. Oder? Na gut, in Einzelfällen vielleicht doch.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Karikatur von Obama

Werde ich in der Zukunft nach einem Beispiel für ein Dilemma gefragt, dann verweise ich auf die Karikatur von Obama im New Yorker. Und auf die einfache Un-Logik hinter der Sache. Es klappt so gut wie nie, wenn man versucht, Vorurteile und Quatsch dadurch vorzuführen, indem man deren Inhalte karikierend darstellt. Der Inhalt des Quatschs ist allemal stärker als der ehrenwerte Versuch zur Volksaufklärung.
Das sollte einem auch sonst mit Blick auf die politische Logik zu denken geben.

Freitag, 28. Juli 2006

Blogger-Forum

Doch noch schnell der Hinweis auf das Blogger-Forum. Da muß ich bei Gelegenheit mal für eine Stunde vorbeischaun.

Dann vielleicht noch das: Die Selbstüberwachung (nein, nicht: -zensur) der Bloggosphäre funktioniert wirklich. Nur eben, sie funktioniert


Dia-leck-Tisch

Wer wissen möchte, was das im einzelnen heißt, der kann ja hier bei digitalshit.de mal nachsehen.