Von den Kommentar-Seiten der ZEIT übernommen:
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Die Süddeutsche, mal zum Vergleich:
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3. September 2019. Brexit. Johnson lügt. || Der britische Premier behauptet, er wolle einen besseren Deal mit der EU erzwingen. Deshalb will er das Parlament kaltstellen. Sein eigentliches Ziel: Neuwahlen, um seine Macht auszubauen.
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Jetzt mal: So kompliziert kann politische Logik sein. Mal angenommen es stimmt: BJ sagt, dass er einen besseren Deal will, in Wahrheit will er Neuwahlen. Dann wird ihm keiner, der Demokrat ist, das verübeln können. Neuwahlen sind erlaubt, denn: Das Volk kann sagen, was von es von BJ und seiner Politik hält.
Es tut mir immer ein wenig weh, wenn Journalisten, die ja nicht vom Hintertupfinger Tagblatt kommen, solche Zusammenhänge nicht intuitiv sehen und in ihren Formulierungen berücksichtigen. Man sieht: Es ist erst mal eine vorgefasste Meinung, Haltung: BJ ist schlecht. Der Rest der Argumentation findet sich dann. Scheinbar.
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Dienstag, 3. September 2019
Dienstag, 9. Juli 2019
"Sollte es einen Verteilungsschlüssel ...?"
Der SPIEGEL fragt in einem dieser Zeiger-Abstimmungen:
15.590 MAL ABGESTIMMT
Sollte es einen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge in Europa geben?
Antwortmöglichkeiten:
- Ja, eine faire Verteilung ist dringend notwendig
- Nein, jedes Land muss selbst darüber entscheiden
Fehlt da nicht noch was, das doch eigentlich in der Frage angelegt ist:
- Nein, es sollte keinen "Verteilungsschlüssel " geben. Weil niemand da sein sollte, der "verteilt" werden müsste.
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Donnerstag, 6. Juni 2019
Pi berechnen
So also können Maschinen aussehen, die den Rekord der pi-Berechnung vorantreiben:
Da staunt man denn doch ein wenig.
Da staunt man denn doch ein wenig.
Montag, 11. Februar 2019
Wer war's?
Sprachkritisches
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Er wuchs in einer Handwerkerfamilie in der Au auf und war seit seiner Kindheit eher ein kränklicher Bub. Schnell wurde ihm jedoch klar, dass die Schreinerlehre, die er erfolgreich absolviert hatte, nichts für ihn war. (br.de Spoilerwarnung!)
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Hier soll es aber vor allem um den Satz gehen: Schnell wurde ihm jedoch klar, dass die Schreinerlehre, die er erfolgreich absolviert hatte, nichts für ihn war.
Da passt etwas nicht. Wenn er die Schreinerlehre schon absolviert hat, dann ist es unsinnig zu sagen, dass die "nichts für ihn war". Die Lehre lässt sich ja nicht rückgängig machen. Zwei Möglichkeiten: Rückwärtsgewandt: ... dass es ein Fehler war, die Schreinerlehre zu machen. Vorwärtsgewandt: ... dass er nicht als Schreiner arbeiten wollte.
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Donnerstag, 10. Januar 2019
"Neutralitätswahn" vs. "bevormundende Haltungsschreiberei"
Wer hat das gesagt? Also nicht der Restle; der wird ja genannt; sondern der Verfasser hier!
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Im Gegensatz zu den von ihm konstatierten journalistischen „Neutralitätswahn“ sei die offengelegte Parteinahme für die Benachteiligten nicht nur wahrhaftiger, sondern auch ehrlicher, lässt uns Restle wissen. Wer sich so leichthändig und ganz bewusst mit scheinlogischen Begründungen vom journalistischen Handwerk verabschiedet und stattdessen der bevormundenden Haltungsschreiberei das Wort redet, legt damit, zugunsten des eigenen Sendungsbewusstseins, die Axt an die Wurzel der Pressefreiheit. Er maßt sich und der journalistischen Zunft an, zu bestimmen, welche Haltung die einzig „richtige“ wäre und in der Folge Kollegen mit der „falschen“ Haltung aufs Abstellgleis zu befördern.
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Kein Link diesmal! Lässt sich ja trotzdem finden. Wenn man will.
Und was halten wir von den beiden Standpunkten?
Und was halten wir von den beiden Standpunkten?
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Donnerstag, 15. November 2018
Gott. - "Einstein sagte einmal ..."
Notizbuch
Gödel, Escher, Bach und ich
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Gödel (1906 – 1978) war ein legendärer Logiker. Wie Einstein lehrte er an der Universität Princeton, die beiden großen Männer waren befreundet. Einstein sagte einmal, dass er manchmal nur deshalb ins Institut gegangen sei, um später mit Gödel auf dessen Heimweg sprechen zu können.
Es gibt Wahrheiten, die sich nicht beweisen lassen
Nach Gödels Tod tauchte in seinem Nachlass ein mathematischer Beweis für die Existenz Gottes auf. Gödel hatte ihn nicht veröffentlicht, weil er besorgt war, man könne ihn als Glaubensbekenntnis auffassen. Der Fund im Nachlass war eine wissenschaftshistorische Sensation. Schon zu Lebzeiten wurde Gödel berühmt durch seinen Unvollständigkeitssatz. Er stieß darauf, als er sich mit Aussagen vom Typ „Ich bin nicht beweisbar!“ befasste und die Frage nach ihrem Wahrheitsgehalt stellte. (blog.zeit.de)
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Ich wollte bei der ZEIT ausnahmsweise noch einmal kommentieren. Scheint aus technischen Gründen nicht zu klappen. Also hierher...
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Ich mache, hier und jetzt, eine Ausnahme vom Nicht-mehr-Kommentieren.
3 Jahre her. Den Artikel und die Kommentare jetzt gelesen.
Mein Ergebnis: Hier sollte man sich einfach mal vor einem großen Denker verneigen. Keiner hier kann und vielleicht nur 10, die gegenwärtig auf der Welt leben, können Kurt Gödel das Wasser reichen. Der Rest sollte: Einfach schweigen. Der Rest, zu dem ich mich auch zähle, ist zu dumm, um Gödel auf der Ebene, um die es hier geht, auch nur im Ansatz zu verstehen.
P. S. Interessant wäre allerdings, was Douglas Hofstadter zu dem Beweis sagt. Hofstadter ist einer von den 10, denke ich.
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Montag, 22. Oktober 2018
Die Erde als 'Staubkorn im Universum'
Ich ziehe mal aus einem Wikipedia-Archiv, in dem es dann unentdeckt vor sich hin schlummert, eine interessante Passage. Ich habe diese Auskunft hervorgelockt.
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Vorab: Ich würde diese Frage ja in der Universum-Diskussion stellen; aber ich meine zu wissen, dass ich dann eh auf die Auskunft verwiesen würde.
Anayway. - Anschaulichkeit und Analogien sind ein hohes Gut im menschlichen Denken. Wir versuchen uns abstrakte und übergroße Zusammenhänge 'anschaulich zu machen'. Also -- es ist oft bildlich davon die Rede, dass die Erde, unser Planet, nur ein 'Staubkorn im Universum' sei. Wenn wir dieser Redeweise mal folgen und das Universum als Haus nehmen: Wie groß wäre dann nach heutigen Annahmen und Erkenntnissen in der Analogie das Haus, in dem dieses Staubkorn schwebt? (Hilfsweise auch: 'die Kugel', statt 'das Haus'.) -- Wenn mir das mal jemand vorrechnen könnte! Ich könnte es für den Geschichtsunterricht, Basics "Unser heutiges Weltbild", gut brauchen und fühle mich nicht imstande, da selbst vernünftig zu rechnen, weil ich schon mit der Größe des Staubkorns so meine Schwierigkeiten habe. 18. Okt. 2018
...
Der Radius der Erde beträgt 6378 km, grob 6·106 m; der Radius des beobachtbaren Universums beträgt 14,2 Mrd. Lichtjahre, grob 1026 m. Setzen wir ein Staubkorn auf etwa 1 μm = 10−6 m an und verwenden wir den Dreisatz, dann kommt das Universum runter auf etwa 2·1013 m. Das sind etwa 0.8 Lichttage oder 140 Astronomische Einheiten, und umfasst locker das Sonnensystem einschließlich Kuipergürtel, aber nicht die Oortsche Wolke. --Wrongfilter ... 18. Okt. 201
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Wir haben hier den höchst interessanten Fall vor uns, dass eine Maßstab-Analogie nichts mehr veranschaulicht. Es bleibt nur das vage Gefühl: Da sind unbegreiflich große Weiten im Spiel ...! Aber um das zu fühlen, braucht man nicht den veränderten Maßstab, das war vorher auch schon klar.
Grenzübergänge schließen -- unmöglich?
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"Wie? Um nicht nur alle Grenzübergänge zu schließen, sondern auch jegliche grüne Grenze, wären erhebliche Mittel notwendig. Woher wollen Sie die nehmen?"
Es gab in der Vergangenheit genug Staaten, die diese "erheblichen Mittel" aufgebracht haben. Teilweise um ihre Bürger im Land zu halten.
Wenn man diese Möglichkeit des Grenze-dichtmachens in Frage stellt, dann bleiben nur drei Szenarien:
a) Es werden -- irgendwie -- schon nicht so viele kommen.
b) Das ist wie bei den kommunzierenden Röhren: Wenn die Lebensverhältnisse in den Zielländern durch die Zuwanderung so schlecht geworden sind wie in den Ausgangsländern, dann stoppt die Zuwanderung. (Das ziemlich gekannt bewordene Scholl-Latour-Diktum: "Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern wird selbst Kalkutta.")
c) Es wird sich schon irgendwie zurechtruckeln. (Variantenmix aus a) und b) bzw. "In den Zielländern werden die inneren Konflikte so anwachsen, dass auch da das Chaos ausbricht."Variante b+ sozusagen.)
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Freitag, 5. Oktober 2018
"Blasenschwäche", nicht nur rechts
Was man alles lernen kann! ZEIT-Kommentare:
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"Schon interessant, dass jemand gleichzeitig den blaubraunen Quatsch von der Lügenpresse wiederkäut, um dann zu schreiben, man solle sich nicht "aufhetzen lassen". Also soll man Ihre Kommentare ignorieren? | Ich befürchte, dass ein persönliches Gespräch mit Ihnen verschwendete Lebenszeit gewesen wäre."
aufhetzen: Nun, die Grünen haben die Sprache ja nicht gepachtet. Es kann Ihnen also passieren, dass jemand _Ihren_ Tonfall als hetzerisch bezeichnet.
verschwendete Lebenszeit: Wenn ich es richtig sehe, hat die ZEIT diese Gespräche genau deshalb initiiert, um gegen diese Form der "Blasenschwäche" was zu tun.
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Dienstag, 4. September 2018
"... die Mehrheit der Afghanen"
Ist diese unschuldige Bemerkung von der ZEIT wirklich nicht freigeschaltet worden? Ich finde sie nicht ...
Doch, da ist sie!
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"Aber das ist eben nicht die Mehrheit der Afghanen."
Schon richtig. Jetzt müssen Sie nur noch einen Weg finden, die "Problemfälle" sicher zu identifizieren. Viele der jungen Männer, die in den letzten drei Jahren jemanden umgebracht haben, galten, wenn ich die Berichte richtig gelesen habe, als gut integriert oder integrierbar.
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Dienstag, 21. August 2018
"Freiheit ist unteilbar."
ZEIT-Kommentar (und damit Schluss für heute!)
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Das ist für mich zunächst einmal ein extrem hohl klingendes Schlagwort.
Es darf gedacht werden:
"Freiheit von A" ist oft (wann eigentlich nicht?) mit "Freiheitsbeschränkungen für B" erkauft.
(Unsere geliebte Freiheit zu reisen, wohin wir wollen, macht andere Länder vom Tourismus abhängig, bringt halb wahnsinnige Ballermann- und Sexausbeutungsorte hervor und schadet der Umwelt in extremer Weise.)
"Freiheit von A" steht in vielen Fällen (in welchen Fällen eigentlich nicht?) in Konkurrenz zu "Freiheit von B".
"Freheit" steht in vielen Fällen in Konkurrenz zu "Sicherheit". ("Freiheit = Datenschutz" steht zum Beispiel immer in Konkurrenz zu "Freiheiten für Kriminelle unterschiedlichster Sorte", Pädophile, Kriminelle anderer Sorte.)
Vorschlag also: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!
Das gilt auch und im Besonderen für die Verwendung von Schlagwörtern und kurz gedachten Slogans.
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Das ist für mich zunächst einmal ein extrem hohl klingendes Schlagwort.
Es darf gedacht werden:
"Freiheit von A" ist oft (wann eigentlich nicht?) mit "Freiheitsbeschränkungen für B" erkauft.
(Unsere geliebte Freiheit zu reisen, wohin wir wollen, macht andere Länder vom Tourismus abhängig, bringt halb wahnsinnige Ballermann- und Sexausbeutungsorte hervor und schadet der Umwelt in extremer Weise.)
"Freiheit von A" steht in vielen Fällen (in welchen Fällen eigentlich nicht?) in Konkurrenz zu "Freiheit von B".
"Freheit" steht in vielen Fällen in Konkurrenz zu "Sicherheit". ("Freiheit = Datenschutz" steht zum Beispiel immer in Konkurrenz zu "Freiheiten für Kriminelle unterschiedlichster Sorte", Pädophile, Kriminelle anderer Sorte.)
Vorschlag also: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!
Das gilt auch und im Besonderen für die Verwendung von Schlagwörtern und kurz gedachten Slogans.
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Volksentscheid
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"Sowohl bei Befürwortern als auch bei Gegnern würde nur ein Volksentscheid diese Frage beantworten. Die politische Wahl ist dafür ungeeignet da die Parteien unter anderweitigen Vorbehalten stehen (ob zu Recht oder nicht kann dabei auch unbeantwortet bleiben). Danach wüssten Thomas und Benedikt wie die Realität aussieht. Es gibt aber eine Seite die dies verhindert."
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Vor kurzem hat jemand an relativ prominenter Seite des Internets geschrieben, dass er sein Lebtag für Volksentscheide war. Aber dann hat er ein paar Fälle gesehen, die zeigten, dass solche Entscheide wahrscheinlich ganz anders ausgehen würden als von ihm gewünscht. Seitdem ist er gegen Volksentscheide.
(Wer mag, darf suchen. Meine Versicherung: Die Sache ist nicht von mir erfunden.)
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Sonntag, 3. Juni 2018
Argumentationsanalyse 2: Zwei Systeme
Die zwei Systeme sind: geschlossene und offene. Das möchte ich erläutern.
Ich habe relativ lange gebraucht, um einen ziemlich schlichten Sachverhalt formulieren zu können: Es gibt, wenn es um das Argumentieren geht, zwei grundsätzlich unterschiedliche Systeme des Argumentierens. Unter einem geschlossenen System verstehe ich das Argumentieren, bei dem die Grundlagen im Laufe der Zeit vollständig fix etabliert worden sind. Vor allem Begriffe, Kategorien, Terme sind so bestimmt, dass – und nun kommt ein so wichtiger wie schwieriger Begriff – die Dazugehörigen, die Fachleute also, sich jederzeit einfach und klar verständigen können.
Ich habe relativ lange gebraucht, um einen ziemlich schlichten Sachverhalt formulieren zu können: Es gibt, wenn es um das Argumentieren geht, zwei grundsätzlich unterschiedliche Systeme des Argumentierens. Unter einem geschlossenen System verstehe ich das Argumentieren, bei dem die Grundlagen im Laufe der Zeit vollständig fix etabliert worden sind. Vor allem Begriffe, Kategorien, Terme sind so bestimmt, dass – und nun kommt ein so wichtiger wie schwieriger Begriff – die Dazugehörigen, die Fachleute also, sich jederzeit einfach und klar verständigen können.
Die meisten Menschen werden beim Ausdruck geschlossenes System vielleicht zuerst an die Mathematik denken. Nicht nur, weil es eine gesellschaftlich weitverbreitete Abneigung gegen formal logische und mathematische Systeme gibt, ist etwas anderes viel besser und anschaulicher: das Schachspiel. Die Regeln sind vollständig klar formuliert, und es gibt auch den Versuch, gewissen menschlichen Unzulänglichkeiten Rechnung zu tragen. Wer eine Figur auf dem Spielfeld nur etwas zurechtrücken möchte, ohne zu ziehen, der hat zu sagen: 'J’adoube.' Und so weiter. Die Figuren allerdings müssen klar erkennbar sein, und die Felder dürfen nicht vage voneinander abgegrenzt sein, sodass unklar bleibt, ob der weiße Springer nun auf c3 oder auf d3 steht; man muss jederzeit wissen, wo eine Figur genau positioniert ist.
Und nun, Achtung: Geschlossene Argumentationssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass unter Eingeweihten immer klar ist, wer recht hat und wer nicht. Heißt: Mal geschätzt 99,98% der unter professionellen Bedingungen gespielten Schachpartien – zeichnen sich dadurch aus, dass es keinerlei Zweifel gibt, wer da diese Partie gewonnen hat bwz. dass die Partie mit Remis zu Ende gegangen ist. (Und für die wirklichen Zweifelsfälle gibt es eben Schiedsrichter und Institutionen, Gerichte, die neutral sind und entscheiden.) Und die Wettkampfregeln legen, wenn es zu einer Reihe von Spielen gekommen ist, auch fest, wer als Großmeister zu gelten hat, und wir eben nur ein guter Schachspieler ist. Trivial natürlich: Um überhaupt was zu verstehen, muss man, und sei es auch noch so schlecht, Schach spielen können!
Und nun, Achtung: Geschlossene Argumentationssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass unter Eingeweihten immer klar ist, wer recht hat und wer nicht. Heißt: Mal geschätzt 99,98% der unter professionellen Bedingungen gespielten Schachpartien – zeichnen sich dadurch aus, dass es keinerlei Zweifel gibt, wer da diese Partie gewonnen hat bwz. dass die Partie mit Remis zu Ende gegangen ist. (Und für die wirklichen Zweifelsfälle gibt es eben Schiedsrichter und Institutionen, Gerichte, die neutral sind und entscheiden.) Und die Wettkampfregeln legen, wenn es zu einer Reihe von Spielen gekommen ist, auch fest, wer als Großmeister zu gelten hat, und wir eben nur ein guter Schachspieler ist. Trivial natürlich: Um überhaupt was zu verstehen, muss man, und sei es auch noch so schlecht, Schach spielen können!
Offene Systeme des Argumentierens sind vollständig anders aufgebaut: Sie ähneln, das ist hier mein liebstes Beispiel, einem Rohrschach-Test. Das Faktische* auf dem Papier, der Klecks, den es zu deuten gilt, ist für alle Interpretationen offen. Es wird allerdings sich rasch eine Gruppe von Meinungsführern herausbilden, die sagt, dass dieser Klecks X natürlich wie ein Krokodil aussieht, während die andere Gruppe sagt: Nein, das sei selbstverständlich ein Baumstamm. Wie lässt sich in einem solchen Fall sagen, wer recht hat?
Drei Dinge sind wichtig: Erstens, die Gruppen finden sich nicht nur über Wahrnehmung und Interpretation zusammen, sondern über vorgängige komplexe Weltbilder und Freundschaftsstrukturen. (Man widerspricht anderen ungerne, wenn man damit Gefahr läuft, aus der vertrauten Gruppe ausgestoßen zu werden. Und im politischen Argumentationszusammenhang können Sahra Wagenknecht oder Horst Seehofer im Zweifelsfall verkünden, was sie wollen, Anhänger von CSU oder den Linken werden so gut wie nie eine These oder ein Argument des politischen Gegners hochhalten oder auch nur akzeptieren.) Zweitens, es gibt hier keine wie immer geartete 'objektive Wahrheit'; die verschiedenen 'Wahrheiten' bestehen als Konsensgebilde der jeweiligen Gruppen.
Unsere alltäglichen politische, ideologischen und privaten Argumentationen verlaufen immer entsprechend den Regeln offener Argumentationssysteme. Nur die einfach gestrickten Gemüter glauben, und das gar nicht so selten, dass das, was sie und ihre Gesinnungsgenossen für richtig halten, schlichtweg die Wahrheit ist, objektiv und unangreifbar richtig.
Gelten muss unter den Vorzeichen der Rationalität: Offene Argumentationssysteme sind also extrem schwierig zu händeln; allerdings: undurchschaubar sind sie nicht.
Gelten muss unter den Vorzeichen der Rationalität: Offene Argumentationssysteme sind also extrem schwierig zu händeln; allerdings: undurchschaubar sind sie nicht.
Ach ja, und auf das noch: Wie immer gibt es zwischen den zwei Extremen vage, verschwommene Übergänge. Heißt: Manche sehr wichtigen Systeme, wie etwa der gesamte Bereich der Rechtsprechung, befinden sich zwischen den Extremen Offen und Geschlossen. Die Einzelheiten lassen sich nur an Fallbeispielen aufzeigen.
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* Aus den Überlegungen zum Thema Faktum habe ich einen gesonderten Eintrag gemacht.
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* Aus den Überlegungen zum Thema Faktum habe ich einen gesonderten Eintrag gemacht.
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Montag, 27. November 2017
"Ärzte laufen Sturm ..."
Wie beweglich sie doch ist, unsere Sprache! Und unsere Vernunft noch dazu. Da lese ich gerade im SPIEGEL die folgenden Zeilen:
SPD-Forderung an GroKo | Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung || Was könnte die SPD in einer neuen Großen Koalition durchsetzen? Gesundheitsexperte Karl Lauterbach pocht auf die Abschaffung der privaten Krankenversicherung - und erntet den wütenden Protest der Ärztelobby. || Mit heftigen Protesten haben Ärzteverbände auf SPD-Forderungen nach einer Bürgerversicherung reagiert. "Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin", sagte Bundesärztekammer-Präsident Frank-Ulrich Montgomery.
War es bisher nicht so, dass man die privaten Krankenversicherungen als ein Symbol, nein: als eine klare Ursache für die Zweiklassenmedizin in Deutschland angesehen hat? Natürlich kann man sich denken, wie Frank-Ulrich Montgomery argumentieren wird. Da wird es also lauter angeblich Gleiche durch Gleichmacherei geben. Und dann werden die, die wirklich Geld haben, sich ihre Ärzte suchen, die allerbesten Ärzte natürlich, die sie dann wirklich privat bezahlen. Die Frage ist nur, ob dieses Argument in den konkreten Zusammenhängen wirklich trägt.
Das ist ein interessantes Spiel, wenn es darum geht, die eigenen vor Annahmen zu prüfen. In diesem Fall liege ich, wie ich finde, goldrichtig. Der Text geht nehme ich auf diese Weise weiter:
Einheitssysteme wie in den Niederlanden oder Großbritannien führten zu Rationierung, Wartezeiten und Begrenzungen der Leistungskataloge, so Montgomery. Diejenigen, die es sich leisten könnten, sicherten sich dort einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen. | Die Existenz der privaten Krankenversicherung sorge für Innovationen bei Diagnostik und Therapie und setze damit die Krankenkassen unter Zugzwang, sagte Montgomery weiter. Privat Versicherte ermöglichten mit ihrem kostendeckenden Finanzierungsbeitrag zudem eine hochwertige medizinische Ausstattung von Krankenhäusern und Praxen. | Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte, eine Bürgerversicherung löse kein einziges Problem in der gesetzlichen Krankenversicherung. Kritisch äußerten sich auch der Hartmannbund und der Hausärzteverband.
Worum geht es wirklich? Ich denke niemand, nicht einmal Herr Doktor Montgomery, wird widersprechen, wenn ich sage, dass es hier ganz schlicht um Interessen geht. Dass damit vielleicht noch nicht alles gesagt ist, sollte man gleich eingestehen. Denn natürlich ist es tatsächlich so, dass der Blick in andere Länder, die eine einheitliche Versicherungsstrategie fahren, vielleicht zeigt, dass es ganz grundsätzlich schwierig ist die Gleichheit unter den Menschen herzustellen. Das gilt nicht nur im Gesundheitswesen, aber da eben auch und besonders.
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Montag, 30. Oktober 2017
The Fallacy of Existence
Das wirklich Schöne am Wikipedia-Café ist: Man wird schon am Montag Morgen, noch dazu 1 Tag vor Halloween, mit schönen philosophischen Thesen konfrontiert, auf die man einfach eingehen muss! Nun denn ...
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Es - gibt - keine - Intelligenz !
Was für ein wunderbarer Wochenanfang! Das predige verkaufe sage ich seit Jahren! Es gibt nur Funktionalität. Sieht man ja an Ameisen, Kakteen, E. coli und der alten Frau Kowalski in Nr. 14, die nicht mehr ganz so gut funktioniert.
Jetzt kann man es auch mit Software und Maschinen zeigen: Gibt es äussere Gegebenheiten ("Regeln") entwickelt sich zwangsläufig / "automatisch" Funktionalität. YESSS! Und das, was nicht funktioniert, fällt weg. Hast auch du, Horst, das kapiert? GEEZER … nil nisi bene 08:15, 30. Okt. 2017
Dazu sagen ich um 10:24 Uhr:
Na, Geezer, da muss ich doch ein wenig Argument-Essig in den Gibt-es-nicht-Wein schütten! Das Problem ist allgemein und verallgemeinerbar: Das so schöne Prädikat ... gibt es nicht, will logisch und linguistisch gut bedacht sein. Ich mache hier nur ein paar Eckdaten durch Beispiele auf: 1. Den postulierten Stern Nemesis gibt es nicht. 2. Gott gibt es nicht. 3. Treue Ehemänner gibt es nicht. ... n. Intelligenz gibt es nicht. -- Die fallacy of existence, wie wir logischen Pastorentöchter gerne sagen, hat hier so einige Haken. Kurz gesagt: Es wird, auch von dir hier, so getan, als könnte man alle Existenz-Aussagen nach dem Muster von 1. Nemesis abwickeln, nämlich durch eine naturwissenschaftliche Überprüfung. Das aber ist ein Irrtum. Anders gesagt: Manche Dinge existieren, weil es ein Wort gibt und Menschen dieses Wort gerne ernsthaft benutzen und ihm, diesem Wort, dadurch Bedeutung verleihen. (Bedeutung im Sinne von Relevanz und Bedeutungsinhalt.) Oder gemäß dem guten alten Wittgenstein, in leichter Abwandlung von mir: Die Existenz einer 'Sache' entsteht, zumindest sehr oft, durch den Gebrauch des Wortes, das für die Sache steht. Anders herum: Gib mal Kriterien der Falsifikation für deinen Satz Es gibt keine Intelligenz an! -- Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob man behauptet, (a) X existiere nicht, und dem anderen, (b) man solle den Begriff X nicht naiv und undiskutiert verwenden. (a) verweist in die Empirie des Labors und der Sternwarten, (b) in den rationalen Diskurs.
Mittwoch, 30. August 2017
Meinung, Faktum, Lüge
Die Semantik der natürlichen Sprachen ist oft kompliziert. Für viele Menschen aus dem Volk zu kompliziert. Im Wikipedia-Café schreibt eine IP 82.212.58.111 am 29. August 2017 um 11:48 Uhr:
"Ich bin für Meinungsfreiheit und gegen Lügen."
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Klausuraufgabe Hauptseminar Linguistik:
Bestimmen Sie den semantischen Kern der Begriffe Meinung, Faktum, Lüge, und stellen Sie die semantischen Beziehungen zwischen diesen drei Begriffen dar.
[An die Deutschlehrer: Nein, kein Ausrufezeichen dahinter! Das ist kein Ausruf und kein Befehl, sondern eine Aufgabenstellung.]
[An die Deutschlehrer: Nein, kein Ausrufezeichen dahinter! Das ist kein Ausruf und kein Befehl, sondern eine Aufgabenstellung.]
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Eine Meinung zu haben, hat mit lügen und die Wahrheit sagen, nun ja: nichts zu tun. Eine Meinung ist eine Deutung aus der Summer einer Deutung von Fakten. Abgekürzt gesagt. Zugegeben, dass ist in der Oberschule schwer verständlich zu machen.
Montag, 31. Juli 2017
Rechtschreibung: vielmehr vs. viel mehr
Haben die Menschen kein Rhythmusgefühl oder ist ihnen die Rechtschreibung schlicht egal?
- "Jobs spricht davon, dass in Monopolstrukturen die Mitarbeiter in diesen Abteilungen den Erfolg des Unternehmens vielmehr beeinflussen würden als beispielsweise Produktentwickler."
Den Sprechrhythmus befragen. Eigentlich ist das doch nicht so schwer:
- "Um Wettbewerb ginge es gar nicht; es ginge vielmehr um die Monopolstrukturen einzelner Unternehmen."
- "... dass in Monopolstrukturen die Mitarbeiter in diesen Abteilungen den Erfolg des Unternehmens viel mehr beeinflussen würden als beispielsweise Produktentwickler."
Samstag, 10. Juni 2017
"Aber die Taliban haben in Afghanistan ..."
Mal herüberkopieren. Anmerkungen zu einem ZEIT-Kommentar:
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"Aber die Taliban haben in Afghanistan die hundertfache Menge gemetzelt!"
Mit gefällt der schreiende Ausdruck 'Whataboutism' nicht, aber er hat sich eingebürgert. Ihre Hinweise sind wieder ein Beispiel.
Wir sollten einfach eingestehen, dass wir natürlich die Terroropfer in uns vertrauten Ländern wichtiger nehmen als die in Afghanistan oder im Irak. Auch wenn es grausam klingt: Diese Länder -- gut: viele Gruppierungen und Terrororganisationen in diesen Ländern tun ja auch aus sich heraus alles, um nach außen hin den Eindruck zu vermitteln, Terror und Tod gehörten zur heimischen Folklore. Das führt dann halt auch zu Folgendem:
"Die Islamisten behaupten, in einer alten Botschaft von Al Qaida: 'Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod'. Darauf antwortete einst der sozialdemokratische Bundesinnenminister Otto Schily: 'Wenn ihr den Tod so liebt, dann könnt ihr ihn haben.'" (faz.net)
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Dienstag, 15. November 2016
Die Politik, die Argumentation und die Logik
Ich nehme einmal an, dass die Mexiko-Mauer, die Trump so vorschwebt, wenn sie ihm denn immer noch vorschwebt, technisch extrem aufwendig und also teuer und wahrscheinlich einfach blöd ist. Durchgerechnet habe ich das nicht, noch nicht mal wirklich durchdacht. Was mir aber schnell klar wird: Dass auch die menschenfreundlichen Gegner dieser Idee, Professoren gar, manchmal bar jeden Sinns daherkommen. Nehmen wir mal diese Stelle:
"Im Kampf gegen illegale Einwanderung könnte die Mauer sogar kontraproduktiv sein. "Eine stärkere Grenzsicherung erhöht die Kosten eines illegalen Grenzübertritts, was dazu führt, dass die Menschen länger in den USA bleiben müssen, um die Reise profitabel zu machen", sagt der Soziologe Douglas Massey von der Universität Princeton."
Welche Struktur hat dieses Argument? Es besteht aus diesen drei Elementen:
- Kosten für Grenzübertritt werden durch Mauer erhöht.
- Es folgt: Längere Verweildauer für Abbezahlen notwendig.
- Also: Besser keine Mauer, weil dann: geringere Verweildauer.
Da sind zunächst mal ein paar Dinge klärungsbedürftig. Angenommen wird, dass ein Mexikaner, der es in die USA geschafft hat, dort das Geld a) für den Schleuser und b) einen gewissen Betrag für sich und die Seinen verdienen will. Hat er das geschafft, geht er zurück.
Ist diese Annahme auch nur für 10 % der Fälle korrekt? Ich vermute: Nein. Vermutlich kommen die Menschen um zu bleiben. Aber selbst angenommen, die Annahme stimmt, dann stimmt die Logik dahinter nicht. Denn wenn man annimmt, dass der Grenzübertritt eines ist, nämlich illegal, dann würde auch gelten:
- Kosten für Einbrüche werden durch Haussicherungen (Alarmanlagen etc.) erhöht.
- Die Einbrecher müssen mehr Versuche machen und zu härteren Mitteln greifen.
- Also besser: keine Schutzmaßnahmen ergreifen, dann geringere Einbruchzahlen und geringere Verweildauer der Einbrecher im Haus.
VORWEG: NEIN, ICH WILL DIE MEXIKANER NICHT ZU EINBRECHERN MACHEN!
Sie auch nicht mit Einbrechern vergleichen. Es geht um das abstrakte Legal / Illegal.
Sie auch nicht mit Einbrechern vergleichen. Es geht um das abstrakte Legal / Illegal.
Und nicht vergessen: die Einbrüche haben, per se sozusagen, auch Vorteile. Sie kurbeln wegen der notwendigen Neuanschaffungen die Wirtschaft an und sichern Arbeitsplätze bei Glasern, Schlossern und in der Versicherungswirtschaft. (Das geht in die Richtung, dass in den USA die Einwanderer für die reichen Alteingesessenen auch viele Vorteile mit sich bringen. Billige Putzkräfte zum Beispiel.)
Oder, weiter in dieser Logik, noch einfacher: Wir stellen ein paar extrem schwach gesicherte Häuser mit viel Geld drin auf die grüne Wiese bei Aschaffenburg, warten ein wenig, bis sich das bei den Einbrechern herumgesprochen hat und glauben daran, dass dann all überall sonst die Einbruchsdiebstähle aufhören.
Aber seien wir realistisch. Alle diese argumentativen Spiele sind für 90% des Wahlvolks einfach und um mehrere Stufen "zu hoch". Die Menschen entscheiden aus ihren jeweils unterschiedlichen Bäuchen heraus, mal so, mal so. Logik ist da nicht mal ansatzweise nötig. Es geht prima auch ganz und gar ohne. Und überzeugt, dass sie recht haben, ja, das sind alle -- das ist das Verbindende über alle Lager hinweg.*
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* Sehr gute Beispiele für die Möglichkeiten des "freien Argumentierens" finden sich immer wieder im ZEIT-Forum. Zu diesem Thema hier.
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* Sehr gute Beispiele für die Möglichkeiten des "freien Argumentierens" finden sich immer wieder im ZEIT-Forum. Zu diesem Thema hier.
Mittwoch, 6. April 2016
des Weiteren / des weiteren ?
Der Duden in all seiner Weisheit verkündet:
des Weiteren ... In des Weiteren ist das Adjektiv weiter substantiviert und wird deshalb großgeschrieben [Regel 72*].
Man fragt sich nur, warum den deutschen Menschen vor dem Jahr 1996 diese doch eher schlichte Einsicht mit der Substantivierung nicht auch gekommen ist. Vielleicht, weil sie -- mit einigem Recht -- die Substantivierung nicht allein von der Form und der syntaktischen Umgebung, sondern auch von der Funktion abhängig gemacht haben. Da haben sie also gesehen, dass das Weitere, ..., dem Weiteren irgendwie was anderes (!) ist als des weiteren. Aber das war in der lang zurückliegenden Zeit, in der man noch Sprachgefühl haben durfte.
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* Ja, ihr lieben Schülerinnen und Schüler! "Ganz ohne Regel geht die Choce nicht!"** Oder so ähnlich. Bei der 72. sind wir hier schon! Da gibt es doch ordentlich was zu lernen, hm? Nix mit großer Reform-Vereinfachung der Rechtschreibung und so.
** Und, man kommt ja aus dem Staunen nicht heraus: "Kalman, Die Csardasfurstin: "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht". Da machen die politisch Korrekten von der Google-Ergänzung doch glatt draus: Ganz ohne Frauen geht die Chose nicht. Es ist zum Schreien!
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* Ja, ihr lieben Schülerinnen und Schüler! "Ganz ohne Regel geht die Choce nicht!"** Oder so ähnlich. Bei der 72. sind wir hier schon! Da gibt es doch ordentlich was zu lernen, hm? Nix mit großer Reform-Vereinfachung der Rechtschreibung und so.
** Und, man kommt ja aus dem Staunen nicht heraus: "Kalman, Die Csardasfurstin: "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht". Da machen die politisch Korrekten von der Google-Ergänzung doch glatt draus: Ganz ohne Frauen geht die Chose nicht. Es ist zum Schreien!
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P. S. Lieber Duden! Ist weiter eigentlich ein Adjektiv? der weite Weg / die weite Ebene / das weite Land. Nirgendwo die Form weiter. -- Man wird ja doch fragen dürfen...
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