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Mittwoch, 14. Dezember 2022

Einem Dreckhammel vergem

Was aus der Kategorie: "Was man weiß. Was man wissen sollte".

In der Süddeutschen:
>> "... Als die Kunden vor der Kasse die Weltlage erörterten, teilte eine alte Bäuerin mit: "I mog an Radio gar nimmer aufdrahn!" Ihre Begründung leuchtete ein: Der Russ, also der Putin mache ihr Angst, sagte sie, "der Dreckhammel, die sollten ihm halt vergem". Putins Feinde sollten ihm vergeben, so sagte sie das, es wurde still im Kramerladen. Aber nicht alle hatten verstanden, was die gute Frau wirklich meinte. Zwei junge Frauen, frisch vom Waldlauf zurückgekehrt und im Begriff, die Energiespeicher mit einer Butterbreze wieder aufzufüllen, ließen ihrem Unmut freien Lauf, nachdem die Frau, die Putin fürchtet, den Laden verlassen hatte. "Die spinnt doch", belferten sie, "erst schimpft sie über ihn, dann will sie ihm vergeben." <<

ACHTUNG JETZT!

>> Auf den Bauernhöfen war es früher eine ständige Aufgabe, den Ratzen und sonstigem Ungeziefer zu vergeben. Schon in Adelungs Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von 1801 ist diese Bedeutung belegt: "durch Gift hinrichten." <<

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Und bei der Gelegenheit sei noch nebenbei an etwas erinnert: Der Leiter des Bayerischen Wörterbuchs war bis zu seiner Pensionierung im März 2019 Anthony Rowley, geboren 1953 in Skipton (Yorkshire). Ich habe ihn an der Uni München noch kennengelernt. Berufungszusammenhang nach Rowley: "Vielleicht hat sich die Jury gedacht: 'Hauptsach', es is koa Preiß!'"

Lässt sich das toppen? Ja! Das Saterfriesische erforschte seit den 1970er Jahren Marron Curtis Fort, US-Amerikaner, schwarz, geboren 1938 in Boston. Gestorben 2019 in Leer in Ostfriesland. Bis 2003 Leiter der Arbeitsstelle Niederdeutsch und Saterfriesisch an der Universität Oldenburg. Das Saterfriesische soll dem Vernehmen nach noch von ungefähr 2.000 Menschen gesprochen werden.
Für die, die "da oben" in Deutschland nicht so auskennen ...



Donnerstag, 17. Oktober 2019

odor

Englisch: odor - Geruch, Duft, Gestank, Wohlgeruch

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Die Bandbreite, die Wörter abdecken können! Und es fällt einem nur auf, dass da etwas eigenartig ist, wenn die eigene Sprache anders einteilt als die fremde.


Mittwoch, 20. März 2019

"Respektschelle"

Ich habe doch eigentlich einen ziemlich ausgebauten Wortschatz. Schlechte Selbsteinschätzung wieder mal. Dieses Wort habe ich bis heute nicht gekannt: Respektschelle. Ich dachte dann zunächst, das sei eine kleine Gruppe Jugendlicher, die dieses Wort verwendet oder gerade erfunden hat. Dass außerhalb der fränkischen Dialekte des Wort Schelle für Ohrfeige überhaupt existiert -- allein schon das ist für mich erstaunlich. 

Aber nun, ich finde:

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»Nach Jasmins Ausraster GNTM: Ohrfeige in Klum-Show - Anwalt verklagt Sender"

...

Konkret geht es um die Kandidatinnen Jasmin und Lena. Letztere soll von Jasmin geschlagen worden sein - was das Nachwuchsmodel auch selbst per Instagram zugab. ›Ich hab Lena eine geklatscht. Lena war zu frech‹, sagt die 19-Jährige dort. Sie habe Lena eine ›Respekt-Schelle‹ verpasst, so Jasmin weiter.« (abendzeitung-muenchen.de)

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OpenOffice kennt das Wort auch! Ja da legst di nieder! Es möchte Respekt-Schelle zu Respektschelle ändern.

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Ich suche noch ein wenig. Was für interessante Auseinandersetzungen es gibt!

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"@SPIEGELONLINE Mehr Video aus Australien: 17-Jähriger haut islamfeindlichem Politiker ein Ei auf den Kopf" 

Auf den Ei-Angriff hat der Islamfeind offenbar mit einer Ohrfeige -- oder auch mehreren -- geantwortet.

Leserreaktionen bei SPIEGEL Online:

"@Caligo ‏ "Die Respektschelle hat er verdient. Alle, die was anderes behaupten, haben scheinbar die selbe respektlose Erziehung genossen, wie der Junge."

@maulwurfsky "Wie bekommt man denn bitte um Himmels Willen das Wort 'Respektschelle' in seinen aktiven Wortschatz?"‏

@JankeHansenM "Das funktioniert vermutlich nur, wenn man wie @DerCaligo, den Unterschied zwischen anscheinend und scheinbar nicht kennt."

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Samstag, 12. Mai 2018

Sprechakt: BESCHREIBEN

Linguistisches Beispiel, Semantik:

Als der Einbrecher die Bewohnerin entdeckte, flüchtete er. Er soll zwischen 25 und 30 Jahren alt sein. Er war circa 1,70 Meter groß, braun gebrannt und schlank. Er hatte eine Glatze, sprach deutsch und trug einen blau-grauen Arbeitsanzug. Wenn du etwas mitbekommen hast, melde dich bitte bei der Polizei: 0251 2750. (bild.de)

Was heißt es, dass jemand "deutsch spricht"? Akzentfrei Münsterländisch? Mit einem Berliner Akzent? Oder "gebrochenes Deutsch"? War er durch die Sonnenbank, das viele Herumliegen am Aasee oder genetisch bedingt "braun gebrannt"? 30 Jahre? Wieviel ungefähr steckt in dieser Angabe?

Donnerstag, 18. Januar 2018

Google assoziert

Ich suche eine Witz im Internet, den ich auch ohne diese Suche erzählen könnte. Er geht so:

"Ein Mann mit psychischen Problemen kommt zum Psychiater. Der macht, als Teil der ersten Einstufung des Patienten, einen Rorschachtest. Er zeigt verschiedene Kleckse, fragt den Mann, was er in diesen Bildern sehe, und der Mann antwortet jedes Mal: „Geschlechtsverkehr!“ Nach dem siebten Bild unterbricht der Therapeut, und er fragt den Mann: „Sagen Sie mal, warum sagen Sie denn immer wieder nur Geschlechtsverkehr, bei jedem Bild?“ Der Mann antwortet: „Was kann ich denn dafür, dass Sie mir nur solchen Schweinkram zeigen?!“"




Ich möchte aber wissen, ob es diesen Witz im Internet auch gibt, und ich gebe also bei Google ein: witz mann psychiater rorschach geschlechtsverkehr. Als zweiter Eintrag erscheint da:

Humor | therapie.de
https://www.therapie.de/psyche/info/ratgeber/humor/
Witze ... über Therapeuten, Psychologen, Ärzte. Hier finden Sie Witze mit und über Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten und andere Irre. Wenn Sie Weitere kennen, .... Ein Mann klagt seinem Psychiater: "Seit Wochen bin ich von dem Gedanken besessen, mein Geschlechtsteil in den Gurkenschneider zu stecken.

Ich rufe die Seite auf, suche nach geschlechtsverkehr und rorschach und werde in beiden Fällen nicht fündig. Ich wundere mich. Warum wird mir die Seite dann angezeigt? Schließlich, als mein Blick noch schnell über die Seite hinhuscht, sehe ich, dass der Witz doch da steht, nur eben ein wenig anders formuliert. Die Suchwörter rorschach und geschlechtsverkehr kommen darin tatsächlich nicht vor.

Ein Mann sitzt in einer psychologischen Untersuchung. Der Psychologe malt ein Dreieck und fragt: "Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?" - "An Sex", antwortet der Patient. Der Psychologe malt eine Kreis und fragt wieder: "Woran denken Sie, wenn Sie das sehen?" - "An Sex" antwortet der Patient. Der Psychologe malt ein Viereck und fragt wieder: "Und woran denken Sie, wenn Sie das sehen?" - "An Sex" sagt der Patient. Der Psychologe: "Sie denken immer nur an das eine!" Der Patient: "Wer malt denn hier die ganze Zeit diesen Schweinkram?" (therapie.de)

Jetzt bleibt für mich nur die Frage, wie der gegenwärtige Suchalgorithmus bei Google das finden konnte. Offenbar arbeitet Google inzwischen mit semantischen Netzen, die so etwas können. Erstaunlich!

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P. S. Dragon NaturallySpeaking schreibt im Diktat übrigens immer: Rohrschachtest. Eigentlich einwandfrei. Und semantisch-assoziativ doch sehr aufgeladen: Rohr – Schach – Test. Da lässt sich mancherlei dabei denken!

Montag, 30. Oktober 2017

The Fallacy of Existence

Das wirklich Schöne am Wikipedia-Café ist: Man wird schon am Montag Morgen, noch dazu 1 Tag vor Halloween, mit schönen philosophischen Thesen konfrontiert, auf die man einfach eingehen muss! Nun denn ...

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Es - gibt - keine - Intelligenz !

Was für ein wunderbarer Wochenanfang! Das predige verkaufe sage ich seit Jahren! Es gibt nur Funktionalität. Sieht man ja an Ameisen, Kakteen, E. coli und der alten Frau Kowalski in Nr. 14, die nicht mehr ganz so gut funktioniert.

Jetzt kann man es auch mit Software und Maschinen zeigen: Gibt es äussere Gegebenheiten ("Regeln") entwickelt sich zwangsläufig / "automatisch" Funktionalität. YESSS! Und das, was nicht funktioniert, fällt weg. Hast auch du, Horst, das kapiert? GEEZER … nil nisi bene 08:15, 30. Okt. 2017

Dazu sagen ich um 10:24 Uhr:

Na, Geezer, da muss ich doch ein wenig Argument-Essig in den Gibt-es-nicht-Wein schütten! Das Problem ist allgemein und verallgemeinerbar: Das so schöne Prädikat ... gibt es nicht, will logisch und linguistisch gut bedacht sein. Ich mache hier nur ein paar Eckdaten durch Beispiele auf: 1. Den postulierten Stern Nemesis gibt es nicht. 2. Gott gibt es nicht. 3. Treue Ehemänner gibt es nicht. ... n. Intelligenz gibt es nicht. -- Die fallacy of existence, wie wir logischen Pastorentöchter gerne sagen, hat hier so einige Haken. Kurz gesagt: Es wird, auch von dir hier, so getan, als könnte man alle Existenz-Aussagen nach dem Muster von 1. Nemesis abwickeln, nämlich durch eine naturwissenschaftliche Überprüfung. Das aber ist ein Irrtum. Anders gesagt: Manche Dinge existieren, weil es ein Wort gibt und Menschen dieses Wort gerne ernsthaft benutzen und ihm, diesem Wort, dadurch Bedeutung verleihen. (Bedeutung im Sinne von Relevanz und Bedeutungsinhalt.) Oder gemäß dem guten alten Wittgenstein, in leichter Abwandlung von mir: Die Existenz einer 'Sache' entsteht, zumindest sehr oft, durch den Gebrauch des Wortes, das für die Sache steht. Anders herum: Gib mal Kriterien der Falsifikation für deinen Satz Es gibt keine Intelligenz an! -- Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob man behauptet, (a) X existiere nicht, und dem anderen, (b) man solle den Begriff X nicht naiv und undiskutiert verwenden. (a) verweist in die Empirie des Labors und der Sternwarten, (b) in den rationalen Diskurs.

Mittwoch, 23. November 2016

Rolf H., Berlin (Ahnenfoscher) ...

... und das "gleiche Jahr" (Wikipedia-Diskussion)

Das ziehe ich jetzt einfach mal hier her, weil es mir interessant erscheint:

Es gibt mehrere Stellen in dem Artikel, die ich als falsch einschätze. Hier möchte ich nur die Formulierung "Im gleichen Jahr" monieren. (Es gibt viele Jahre, die sich gleichen, aber nur ein und dassebe Jahr. Von: Rolf H., Berlin (Ahnenfoscher) (nicht signierter Beitrag von 37.120.57.2. ... 28. Dez. 2014

Zum Thema "im gleichen Jahr": Nichts an Sprachen ist einfach, nur 30% (sag ich als Kenner jetzt) sind formallogisch und formal analogisch. Sonst gilt: "So sagt man halt einfach! Kann man nix machen." (Es gab da mal eine Diskussion, in der einige sagten, dass vom Standpunkt der Sprachlogik her Selbstmord nicht verwendet werden sollte, weil das ja kein Mord sei. Ich habe damals darauf hingewiesen, dass ein Schneebrett auch kein Brett ist.) Was das Problem mit dem Jahr angeht: "Im gleichen Jahr ist er auch in die USA gereist." ist ein absolut perfekter deutscher Satz.* (Ggf. man die linguistische Begründung nachlesen: Zillig, Werner (1998): Ähnlich, gleich und identisch. Einige Probleme der Bestimmung von Adjektivbedeutungen, dargestellt an drei ›schwierigen‹ Adjektiven. In: Schmitsdorf, Eva / Hartl, Nina / Meurer, Barbara (Hgg.): Lingua Germanica. Studien zur deutschen Philologie. Jochen Splett zum 60. Geburtstag. Münster etc.: Waxmann. S. 362-376.) -- Da wird, wenn ich mich recht entsinne, darauf hingewiesen, dass das mit der gleiche / der der selbe nur sinnvoll unterschiedn werden kann, wenn es um 'konkrete Gegenstände' geht. Wenn A den denselben Roman wie B gelesen hat, heißt das nicht, dass A und B das identische Papierexemplar in der Hand gehalten haben. (Interessanter noch einmal, wie es sich verhält, wenn A The old man and the sea und B Der alte Mann und das Meer gelesen hat. :-) )

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Hackerangriff. Erlitten?

Was erleidet man denn so alles, und was nicht?

"Italienische Sport-Ansagerin erlitt einen Hackerangriff: hier die fünf besten Fotos"

Erleidet man einen Hackerangriff? Oder wird man Opfer eines ~s? Man leidet vielleicht nach dem Hackeragriff, wenn ..., aber das ist ja noch mal was anderes. Mein Gott, ist die Abteilung Grammatik  & Semantik kompliziert!

Dienstag, 23. August 2016

'... d'autres photos qui donnent le frisson'

Übersetzen Sie mal diesen kleinen Absatz:

"Contrairement à ce qui avait été annoncé par TMZ, Bobbi Kristina est allongée sur son lit d'hôpital, quelques jours avant sa mort. «La dernière photo de Bobbi Kristina vivante», ajoute le journal. Toujours prêt à repousser les limites du scandale, le «National Enquirer» prévient toutefois que «d'autres photos qui donnent le frisson» sont également exposées à l'intérieur du numéro." (parismatch.com)

'Treppenwitz' und 'Sehnsucht'

Notizbuch 'Übersetzen':

"Take the German noun Treppenwitz, which literally means ‘staircase wit’: that all too common phenomenon of a witty rejoinder that comes to mind just after an interaction! Secondly, there are words I think I’m familiar with, but which still leave me intrigued, as if their full meaning and significance elude me. Frisson is a good example. So too are a batch of Scandinavian adjectives that roughly translate as ‘cosy’ – such as hyggelig and koselig – but which are extolled as conveying an almost existential sense of warmth and security. Likewise the mysterious German term Sehnsucht, which evokes an ambivalent, bittersweet sense of ‘life-longings.’ That said, we do find attempts to render such terms more comprehensible. Indeed, Sehnsucht is one of the few on the list to have been analysed empirically, in the form of a psychometric scale created by Susanne Scheibe and colleagues; factor analysis suggested the construct comprises six core characteristics, including utopian perspectives, a sense of the incompleteness of life, and high levels of self-reflection. It is my hope that this project will stimulate a research agenda where all words on the list are eventually afforded this kind of treatment. (scientificamerican.com)

Montag, 1. August 2016

Jack Unterweger war kein Intellektueller?

Für's Notizbuch, Thema Begriffsgeschichte:

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Ich kopiere, als Anregung, mal etwas hierher, was ich eben in der Diskussion Jack Unterweger gefunden habe:
  • Warum setzt du schrecklich böse in Anführungszeichen. Mörder ist Mörder. Ob nun Intellektueller oder nicht. Unterweger war ein Narzist in höchstem Maße und nicht in der Lage, selbstreflektiert über seine Handlungen zu sprechen. --141.91.136.43 12:36, 22. Mai 2014 (CEST)
  • Intelektueller war er aber nie (nicht signierter Beitrag von 2A02:8388:8600:B080:C1C2:A679:AFDC:4CDD (Diskussion | Beiträge) 12:46, 19. Sep. 2015 (CEST))
Die Frage "Wer ist (k)ein Intellektueller?" harrt einer neueren begriffsgeschichtlichen Untersuchung!

Dienstag, 14. Juni 2016

"Noch eine Hiobsbotschaft für BVB-Star"

Was alles kann man, auf den unterschiedlichen Feinheitsstufen, an dieser Meldung sprachlich kritisieren?

Was die Obduktion beim toten Bundesliga-Trainer ergab | +++ Und noch eine Hiobsbotschaft für BVB-Star +++ || Sascha Lewandowski, der ehemalige Bundesligatrainer von Bayer Leverkusen, wurde in seiner Bochumer Wohnung tot aufgefunden. Lewandowski, gegen den offenbar wegen Kindesmissbrauch ermittelt worden sein soll, hat laut einer gemeinsamen Presseerklärung des Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Bochum Suizid begangen. Fremdverschulden sei auszuschliessen. Es sei davon auszugehen, dass der Tod selbst gewählt worden sei. Damit werde das Todesermittlungsverfahren eingestellt. Weitere Details zum dubiosen Fall wurden nicht bekannt. (derbund.ch)

Nun, weil das nächste Fenster später vielleicht nicht mehr auffindbar ist, hier auch gleich:

Marco Reus, der von Weltmeistertrainer Jogi Löw wegen einer Verletzung aus dem EM-Kader gestrichen wurde, fällt noch länger aus als befürchtet. Der Star von Borussia Dortmund, der an einer Schambeinentzündung laboriert, hat im Pokalfinale offenbar auch noch einen tiefen Sehneneinriss in den Adduktoren erlitten, wie «Bild» berichtet. «Wenn man eine chronische Schambeinentzündung inklusive eines Sehneneinrisses in den Adduktoren richtig ausheilen lassen möchte, ist eine Ausfallzeit von sechs Monaten durchaus realistisch», befürchtet Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln.

Mittwoch, 4. November 2015

"Lügenpresse" ?

Wie man eine Sache hinter einem Wortschwall verbergen kann, macht unter dem Stichwort Lügenpresse die Wikipedia deutlich. Auszug:

Es handelt sich um ein Kompositum aus der Gruppe der Determinativkomposita, das heißt, ein Grundwort oder Kopf (Presse) wird durch ein vorangestelltes Bestimmungswort (Lügen) in seiner Bedeutung modifiziert. Semantisch lässt es sich als effizierendes Nomen bzw. Nomen resultativum einordnen: Das Bestimmungswort gibt das bewirkte Ergebnis an. Der Sinn ist damit etwa: die Presse, die Lügen schreibt. Mit dem Grundwort Presse sind gewöhnlich die tonangebenden Tagesmedien gemeint, im Sinne von Presse (Medien). Da diese Bedeutung erst im 19. Jahrhundert allgemein wurde, ist es nicht verwunderlich, dass das Kompositum erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nachzuweisen ist. Das Bestimmungswort Lügen enthält traditionell einen starken moralischen Vorwurf, wie der Linguist Gabriel Falkenberg in einem sozialgeschichtlichen Exkurs ausführt: sowohl nach dem Prinzip der ritterlichen Ehre als auch nach dem Prinzip der bürgerlichen Geschäftsmoral.

Klingt wie nach einer Proseminararbeit Linguistik, Abt. Wortbildung, 2. Semester, und sagt zur Sache nichts aus. Und dann auch noch der Belesenheitskotau die ritterliche Ehre, der mit dem Begriff gar nichts zu tun hat!

Ich denke, die schlichte Erläuterung, so es denn eine braucht, geht so: Der Begriff L. wird von Gruppen verwendet, die sich und ihre politischen Meinungen in den auflagenstarken Zeitungen und in Rundfunk und Fernsehen nicht richtig dargestellt sehen. Lüge meint dabei nicht in erster Linie, dass unwahre Mitteilungen gemacht werden; vielmehr beinhaltet der Vorwurf meist das Verschweigen Dingen im Namen einer wie immer gearteten political correctness.

In dem im vorhergehenden Post erwähnten Leser-Meinungen wird übrigens auf die Seite netzplanet.net verwiesen, die (angeblich) die Wahrheit sagt.

Die kaum linker Meinungsmache verdächtige Huffington Post dazu: Dieses neue Internetportal hetzt offen gegen Ausländer - und hat damit erschreckenden Erfolg | The Huffington Post | von Sebastian Christ(08/06/2015 17:27 | aktualisiert: 08/06/2015 17:39)

Die teilweise sehr heftige Diskussion über die Seite netzplanet.net und ihre Inhalte: hier.

Ein Problem: die Menschen können sich nicht für einen Moment außerhalb der Sphäre ihrer eigenen Meinungen und Überzeugungen hinstellen und die Welt beobachten und beschreiben, so wie sie sich, quasi von oben gesehen, darstellt. Nur so aber lässt sich ein wissenschaftlicher Standpunkt einnehmen.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Wie sieht ein "breites Grinsen" aus?

Das wollte ich schon immer mal wissen: Wie sieht ein "breites Grinsen" aus? Und wie ein einfaches, unattribuiertes und vielleicht -- ein "schmallippiges Grinsen"? Gibt es letzteres überhaupt?

"AL DENTE ENTERTAINMENT | 02.07.2015 | von Annette Mattgey | Alles supi: So sieht ein total authentisches Recruiting-Video aus || Daumen hoch und breites Grinsen: So startet das Recruiting-Video des Personaldienstleisters Avantgarde Experts. Die Kollegen geben ihr Bestes, um ihren Arbeitgeber in möglichst gutem Licht dastehen zu lassen. Allerdings lassen sie dabei kein Klischee aus. Begeisterte Mitarbeiter, die "nur" sechs Sprachen fließend beherrschen, jung, gutaussehend und top gestylt. | Mit dieser satirischen Selbstdarstellung der Recruitingbranche gelingt der Filmproduktionsfirma Al Dente Entertainment bereits der zweite Streich: "S'Lebn is a Freid" hatten sie den Imagefilm betitelt, der einen Münchner Obststandl-Besitzer groß in Szene setzt." (lead-digital.de)

Jetzt suche ich nur noch beste, das absolute "breite Grinsen"...

Freitag, 1. Mai 2015

"Gutmensch"

Weil ich gestern den Begriff, den ich sonst nie verwende, doch mal -- durchaus nur halb ironisch -- verwendet habe, habe ich heute einmal nachgesehen, was die Wikipedia daraus macht und fand die Paraphrasen und Begriffsbestimmungen nicht sonderlich gelungen. Meine Anmerkungen waren (hierher kopiert, um sie auch in Archivierungszeiten bei der Wikipedia zur Hand zu haben):

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Wie fast immer in sprachlichen Zusammenhängen ist die Terminologie schwierig. Ist das Gegenteil / das Antonym von alt nun jung oder neu? Na ja, je nach nominaler Verbindung mal das eine, dann das andere. Hier bei dem Wort Gutmensch ist es nun noch komplizierter:
"Gutmensch ist sprachlich eine ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil."
Das Gegenteil wäre, Ironie hin oder her, a) Schlechtmensch bzw. b) schlechter Mensch. Wobei b) nicht geht, weil am Ausgangspunkt ja nicht guter Mensch steht. Wie so oft kommt man nicht mit einer knappen Paraphrasierung aus. Anschließend wird die Parapharsierung dann ausufernd-verquer. "Mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“." Folgende Probleme:
  • "insbesondere in Internet-Foren" -- das ist extrem schwer zu belegen; eine entsprechende Untersuchung steht / stünde vor großen Methodenproblemen: Wie soll der 'Rest der Diskurswelt' = die Sprache der Nicht-Internetforen gefasst werden? Nimmt man die Aussage mit den Internetforen aber nicht so ernst, dann bleibt es eine windelweiche Allerweltsbehauptung, und das auch, wenn sich diese Sache mit den Internetforen in einer wissenschaftlichen Untersuchung findet.
  • "hämisch" Noch schwieriger. Mit dieser Attribuierung verlässt man den neutralen Standpunkt und stellt sich auf die Seite der Angegriffenen. Kann man moralisch richtig finden, ist aber eben doch ein politischer Standpunkt, der in einer neutralen Darstellung nichts zu suchen hat.
  • "ohne Ansehung ihrer Argumente" Genau das Gegenteil ist der Fall! Die Argumente werden angesehen und als unglaubwürdig / falsch und nicht zu Ende gedacht beurteilt.
Wenn ich die Sache paraphrasieren würde, dann bliebe: "Gutmensch wird als polemischer Kampfbegriff verwendet, wobei denen, auf die der Begriff angewendet wird, unterstellt wird, dass sie das in ihren Augen Gute vertreten, ohne die Implikationen ihrer Argumentation umfassend zu berücksichtigen und ohne einen wirklich persönlichen Einsatz zu zeigen." Ich könnte jetzt Beispiele geben, aber damit würde die Sache endgültig zu lang. Verändern will ich selbst nicht, denn das vorauszusehende anschließende Hin-und-her-Gezerre tue ich mir nicht an. Soll mal eine andere ran.

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Sonntag, 29. März 2015

Niederrichten - Schweinebacke - Himbeere

Angefangen hat das alles gestern. Amanda Knox ist in Italien freigesprochen worden. t-online.de kommentiert das so: 

"Viele US-Medien sahen in Amanda die unschuldige hübsche Studentin, die in Italien von einem unfähigen Justizapparat niedergerichtet wurde."

Im Duden gibt es das Wort niederrichten nicht. Er stellt etwas fest und gibt eine Frage zurück: "Leider haben wir zu Ihrer Suche nach 'niederrichten' keine Treffer gefunden. Oder meinten Sie: wiedererrichten?"

Gibt es im Deutschen das Wort niederrichten? also gar nicht? Aber es steht ja da, in einem ganz normalen Text! Hat es sich ein Journalist einfach so einfallen lassen, weil die Regelhaftigkeiten der deutschen Wortbildung so etwas erlauben? Wir wissen dann schon, was gemeint ist; niedermachen steht ja in der Nähe als Muster.

Da ist sie wieder, die Frage, was es denn heißt, dass es 'im Deutschen ein Wort (nicht) gibt'.

Nächstes Beispiel: Schweinebacke. Dieses Wort kennt der Duden.

"Schwei­ne­ba­cke, die | ... | Gebrauch: besonders norddeutsche Kochkunst | ... |
  • Fleisch von der Kinnbacke des Schweins
  • (emotional abwertend, oft als Schimpfwort)"
Die Karrieren, die Wörter manchmal so nehmen! Heute werden die meisten Deutschen, zumindest die, die ins Kino gehen, das Wort aus einem anderen Kontext kennen.

Der FOCUS macht einen Artikel auf mit:

"Happy Birthday, Schweinebacke! Bruce Willis wird 60"

Ein Kontext, in dem das sonst so selten verwendete deutsche Wort, plötzlich Karriere machte. Spät erst wird es ind dem FOCUS-Artikel erklärt:

"1988 dann der Durchbruch: Barfuß und im Unterhemd ballerte sich Willis in „Stirb langsam“ durch den Nakatomi Plaza und schier unzählige Gegnerhorden. [...] Unvergessen sein berühmter, wenn auch recht kreativ ins Deutsche übersetzte Satz „Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke“ (im Original: „Yippie-Ya-Yeah, Motherfucker.“)"

Bleibt noch das unschuldige deutsche Wort Himbeere, das unter Linguisten einen besonderen Ruf hat. Und nur unter Linguisten. (Weil es eines der seltenen Wörter mit einem 'unikalen Morphem' ist: him- kommt, wie etwa auch schorn- in Schornstein, nur in diesem Wort vor, sonst nicht.) Zu Himbeere gibt es wenig zu sagen, es sei denn, dieses Wort kommt mit einer bestimmten Adjektiv-Attribuierung daher: die Goldene Himbeere, das ist ein Negativ-Filmpreis, der ein paar Tage vor den Oscars verliehen wird.

Aber wieso soll eine Himbeere, diese wohlschmeckene Frucht, etwas Abwertendes bedeuten? Die Wikipedia erklärt es uns so:

"Aus dem Cockney Rhyming Slang stammt der englische Ausdruck to blow a raspberry für das Flattern der Lippen auf der herausgestreckten Zunge, welches ein Zeichen der Verhöhnung ist. Da englisch raspberry ,Himbeere‘ heißt, wurde dieser Name für den Preis gewählt."

Kaum jemand wohl, der in Deutschland diesen Zusammenhang und diese Erklärung kennt; was Goldene Himbeere meint, wissen hingegen viele.

Wortkarrieren, spannende Geschichten allüberall ...

Mittwoch, 21. Januar 2015

TheorieTheorieTheorie

In der Wissenschaftstheorie ist eine der zentralen Fragen, was denn eine Theorie ist. Hier der Anfang des Wegs zu einer empirischen Lösung des Problems: Welches Wort kann jeweils am besten an die Stelle von Theorie gesetzt werden?

"Windows 10 kann jetzt in der Vorschauversion heruntergeladen werden. Die Software lässt sich ohne Gefahr für den Rechner ausprobieren. Zum ungewöhnlichen Versionssprung von 8 auf 10 gibt es eine neue Theorie." (SPIEGEN Online)

Ich denke, der beste Ersatz ist hier: Vermutung.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Schlüsselwörter: Das Apfelbäumchen ...

... zum wiederholten Male!

Es gibt Wörter, von denen hätte man nie gedacht, dass sie sich zu Schlüsselwörtern eignen. Aber da kann man sich täuschen. Wenn ein Wort -- eine genaue Wortform! -- so nicht geläufig ist, dann kann dieses Wort eine ungeahnte Einmaligkeit erlangen. Wie eben das unschultige Wort Apfelbäumchen. Das jetzt ganz nahm beim Pflanzen steht. Und bei Luther. Dem zu Unrecht zugeschrieben, wie manche behaupten. Siehe oben.

Sonntag, 9. November 2014

Grundwortschatz


Veronika Haderlein: Das Konzept zentraler Wortschätze. Bestandsaufnahme, theoretisch-methodische Weiterführung und praktische Untersuchung.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Strukturhomologie

Ich ziehe meinen Beitrag zu einer Wikipedia-Diskussion hierher:

In einem Buch von Susanne Schulte ein Aufsatz von Elisabeth Leiss, folgend dem Leissschen Sprachphilosophie-Buch. Die Stelle, die ich meine:

"Auffallend ist, dass sowohl dem Rationalismus als auch dem Empirismus das Vertrauen in die Erkennbarkeit von Realität verlorengegangen ist, nur dass jeweils eine andere Instanz verantwortlich gemacht wird. Der Empirismus ist heute die wissenschaftstheoretische Grundlage der meisten Vertreter der Naturwissenschaften, während die Geisteswissenschaften deutlich rationalistische Positionen präferieren. Dabei kommt es zu zunehmenden Radikalisierungen des Skeptizismus in Bezug auf die Erkennbarkeit von Welt. Diese werden im Folgenden als radikaler Skeptizismus zusammengefasst: || 4) RADIKALER SKEPTIZISMUS Welt ≠ Denken ≠ Sprache || Hier besteht keinerlei Strukturhomologie zwischen Welt, Denken und Sprache mehr. Sprache wird nicht einmal mehr als Kommunikationsinstrument bestimmt, als Erkenntnisinstrument ohnehin nicht. Was ist Sprache dann? Sie wird als bloßes Geräusch, das nichts repräsentiert, eingeordnet. Sprache drückt also nicht mehr unsere Gedanken aus. Sie ist reduziert auf ein Geräusch zum Zweck der Manipulation anderer. Vertreter dieser Position ist Richard Rorty."

Leider wird nicht genau angegeben, auf welche Stellen in welchen Veröffentlichungen sich diese Rorty-Interpretation stützt. Was natürlich wichtig wäre. Ich habe Rorty durchaus gelesen, allerdings, wie das so ist, nicht alles und jedes. Meine allgemeine Schlussfolgerung aus dem, was ich von Rorty kenne: So kann Rorty nicht gedacht haben! (Mal von dem schönen Paradoxon abgesehen, dass es eh egal wäre, was er gedacht hat. Wenn denn seine veröffentlichte Sprache mit seinem Denken nichts zu tun hat.) Aber vielleicht hat er doch. In einem Aufsatz, den ich nicht kenne?

In dem vorliegenden WP-Artikel kommt das Stichwort Strukturhomologie nicht vor, ja noch nicht einmal Struktur bzw. Skeptizismus. Da die Leiss-These schon sehr relevant ist / wäre, Fragen an die, die den ganzen Rorty überblicken:
  • Stimmt die These?
  • Und egal, ob richtig oder nicht, auf welche Stelle(n) bei Rorty bezieht sich Leiss da?
Wenn Antwort "Ja, stimmt!", dann sollte das in einen Abschnitt rein, mit Verweis auf die entsprechenden Rorty-Veröffentlichung(en) und einen Querverweis auf das Leiss-Buch. Wenn nein, dann -- ja, dann weiß ich weiß auch nicht. -- 10. Juli 2014


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Und so ging es weiter:

Nu ja, bald 3 Jahre vorbei, und noch immer nichts zu dieser Frage? Die ja nicht unwichtig ist. Woran liegt's? -- 8. Juni 2017

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Ich bleibe am Ball. Endlich überhaupt etwas zu Strukturhomologie gefunden! Darum ausführlich, mit viel Kontext:

First, for Rorty democratic politics is a matter of an ever-expanding social inclusiveness, of increasing the number of people included in the conversa­tional “we.” Chantal Mouffe (1996b, 5) raises the problem with Rorty’s ac­count of democratic politics as follows:


"Like his hero, John Dewey, Rorty’s understanding of social conflict is limited be­cause he is unable to come to terms with the implications of value pluralism and accept that conflict between fundamental values can never be resolved.


If Mouffe is right, if this is indeed the case, then the faith that Rorty puts in persuasion and economic progress seems misplaced. Economic equality, while both a desired and necessary end, will not of itself solve the problem of value difference. If the dimension of antagonism or conflict is central to the political process and there are diverse and irreconcilable conceptions of the good, then it would seem dangerous and naive to think that we can limit our involvement in politics simply to pressing for specific reforms or to changes to the law.


Second, it seems to me that there is a structural parallel between Rorty’s claims concerning difference and identity at the level of the nation, and his claims, perhaps, only implied, concerning value difference and identity, at the international level. The first part of this structural homology can be es­tablished by reference to a passage from David Palumbo-Liu (1999, 47), who writes:


"Rorty wants to jettison notions of a “common humanity” yet his aesthetics are pre­cisely that which confirm the content of a transcendental “human being.” And this is where literature comes into play so forcefully. Rorty seeks a transcendental form to mediate and anchor his “pragmatics”: it will be the narrative form of the nation. This prereflexive, intuited “shudder” is nothing less than a sublime, unexaminable, objective, but invisible thing out there called “our country.”" (Michael A. Peters (ed.): Richard Rorty. Education, Philosophy, and Politics, p. 191)


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Wie das mit dem Welt-Gedanke-Bedeutung-Problem zusammengeht, darüber muss ich jetzt erst mal nachdenken. -- 28. Juni 2017


== 10.09.2019 ==

Philosophisch argumentiert Searle insbesondere, dass ohne unsere traditionellen Begriffe der Wahrheit, Realität und Rationalität unsere sprachlichen Praktiken gar nicht verständlich seien. Rorty hat dieser transzendentalen Argumentation Folgendes entgegengesetzt:

„Wo Searle Bedingungen der Verständlichkeit oder Voraussetzungen erblickt, sehe ich rhetorische Schnörkel, die den Anwendern der betreffenden Praktiken das Gefühl vermitteln sollen, dass sie loyal an einer gewaltigen und starken Sache festhalten, nämlich am inneren Wesen der Realität.“ (Wikipedia)