Posts mit dem Label Aggression werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aggression werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 26. Juni 2022

"Putin eine Lektion zu erteilen"?

 Meine SPIEGEL, Kommentar vorläufig mal nicht gebracht.

--

Erpressung des Westens. Jetzt ist der Zeitpunkt, Putin eine Lektion zu erteilen. -- Ein Essay von Jonathan Littell. -- Für den Kremlchef ist die Lüge Kern seiner Strategie: Im Gespräch verschafft er sich Vorteile, setzt seine Spielfiguren – und schlägt dann mit Gewalt zu. Einen echten Dialog wird es nur unter einer Bedingung geben. -- 26.06.2022 • aus DER SPIEGEL 26/2022


-- MEIN KOMMENTAR --


Vorab eine Frage, die mich immer mal wieder interessiert: Was macht eigentlich Schriftsteller zu Politik-, gar Militärexperten? Kann man da nicht auch mal die Diplomingenieure, Mediziner und Physiker befragen?

Dann zum Inhalt, hier wie anderswo, wenn immer mal in Richtung "Neville Chamberlain scheute die Konfrontation mit Nazi-Deutschland" argumentiert wird. "Das war doch falsch, wie wir wissen!"

Warum wird da mit starken Worten auf Widerstand gegen Putin gemacht, ohne dass gesehen wird: Hitler hatte keine Atombomben, es war, bei aller Grausamkeit, ein "konventioneller Krieg". Was wäre gewesen, wenn Hitler ein abgestuftes Waffenarsenal gehabt hätte wie heute Putin? AN602 war die stärkste Wasserstoffbombe, gezündet von Russland. Die Sprengkraft war 4.000 mal stärker als die der Hiroshima-Bombe, liest man. Das war wohlgemerkt 1961. Was bleibt unter diesen Umständen übrig vom Gerede um "Putin eine Lektion zu erteilen"?

Donnerstag, 28. April 2022

Nolan's "James Bond chases Vladimir Puntin"?

The following news has been leaked to this blog: 

The director Christopher Nolan and his company Syncopy Films have applied for the rights to a script "James Bond chases Vladimir Puntin". Nolan reportedly wants to react to the Russian aggression in Ukraine in a fast-paced production.

--

В этот блог просочилось следующее сообщение: 

Режиссер Кристофер Нолан и его компания Syncopy Films подали заявку на получение прав на сценарий "Джеймс Бонд преследует Владимира Пунтина". Как сообщается, Нолан хочет отреагировать на российскую агрессию в Украине в быстром темпе.

--

本ブログに以下のようなニュースがリークされています。

クリストファー・ノーラン監督と彼の会社シンコピー・フィルムズは、「ジェームズ・ボンドがウラジミール・プンティンを追う」という脚本の権利を申請しています。ノーラン監督は、ウクライナにおけるロシアの侵略に、テンポの良い演出で対応したいと考えていると伝えられています。

Dienstag, 29. März 2022

"Führer", die in die Enge getrieben werden ...

Der SPIEGEL mag es wieder mal nicht bringen. Also kopiere ich die Abfolge hierher:

--

Es gibt so Artikel, die machen, dass ich, noch bevor ich sie gelesen habe, anfange zu weinen. Also -- symbolisch genommen. "... eine Raketenabwehr in Deutschland", aus Israel. Da muss man kein Waffenexperte sein, um das zu überlegen: Die Palästinenser haben kleine Raketchen, die aber von den Israelis auch nicht alle abgeschossen werden können. Russland hat echte, große Raketen, im Zweifelsfall mit Atomsprengköpfen. Wenn da eine von 20 "durchkommt", dann gibt es Bayern oder Niedersachsen nicht mehr.

--

Wenn eine solche Rakete auf Bayern geschossen würde, hätte sich Minuten später auch das Problem mit Russland ein für alle Mal erledigt. Das ist insgesamt eher kein Szenario für Iron Dome.

--

Korrekter Hinweis. Nur -- soll da vorher ein Vertrag mit den Russen gemacht werden? "Ihr dürft uns nur mit kleineren konventionellen Raketen beschießen, ohne Mehrfachsprengköpfe natürlich!" Und Putin unterschreibt das dann?!

Wenn nicht so -- wozu dann das Ganze? Damit die 100 Milliarden irgendwo angelegt werden können?

--

Hier würde mich ein ausformuliertes Argument interessieren! Aber eh -- der Kommentar rutscht durch und ist vergessen.

--

Nun, eine „entweder alles geht - oder wir brauchen gar nichts“-Haltung halte ich für nicht angemessen. Nein, die „großen Atomraketen“ (übrigens Produkte der früheren ukrainischen Sowjetrepublik) werden nicht abgefangen. Dafür ist das System nicht da und das bringt auch wenig. Aber wir sehen ja auch gerade in der Ukraine: es gibt auch in Russland noch viel mehr Raketentypen. Beispiele Iskander, Kalibr.

--

Sich mit Raketenabwehr zu beschäftigen ist ein durchaus diskussionswürdiger Punkt. Israel hat gute Abwehrraten. Auf die Idee, dass das gegen die „großen Atomraketen“ - auf die Sie ja ausdrücklich Bezug nehmen, wenn Sie von der Fläche Bayerns sprechen - gedacht sein könnte, ist glaube ich außer Ihnen niemand gekommen.

--

Falls Sie noch mal hierhersehen: Ich bin einer, der aus der Geschichte ableitet, dass "Führer", die in die Enge getrieben werden, die Auseinandersetzung bis zur höchsten Stufe eskalieren lassen. Ich halte es also für naiv anzunehmen, dass Putin sagt: "Jetzt schicke ich mal die kleinen Raketen! Die, die sie noch abfangen können." Nein, er wird zeigen, was eine russische Harke, also eine große Rakete mit Mehrfachsprengköpfen ist.

--

Dann bringt es der SPIEGEL, relativ rasch sogar, doch.

Samstag, 26. Februar 2022

SPIEGEL – Berechnungen

Hier werden Vergleiche gezogen, die nicht hinken, sondern einbeinig sind.

Israel ist eine hoch gerüstete Regionalmacht, berechenbar, sich selbst im Zweifelsfall mit allen Mitteln schützend. 

Russland ist eine Großmacht, in Person von Putin unberechenbar und bei Ausweitung des Konflikts droht ein Atomkrieg. Im zweiten Fall soll man nicht klug herum reden und Kräftspielchen durchspielen, sondern überlegen, wie trotz allem ein Gespräch mit Russland zustande kommen kann. Der andere Weg wäre mindestens die Zerstörung Europas. 

Schlussbemerkung: Was mir immer noch fehlt, ist eine Einschätzung der internen Kräfteverhältnisse in Russland. Am Ende immer die Frage: Besteht eine reale Chance, Putin zu stürzen, auch wenn Nawalny im Gefängnis sitzt. Oder stehen zwei Drittel der Russen bedingungslos hinter Putin?

-- 

Russland ist eine Militärmacht mit Atombomben, aber ein ökonomischer Zwerg, und erfüllt damit die Kriterien für eine Großmacht nicht. Ein Wettrüsten könnte es sich nicht leisten und wäre dabei noch schneller abgeschlagen als seinerzeit die Sowjetunion. 

--

a) Ich glaube, dass die Russen immer noch -- im Zweifelsfall: verordnet -- leidensfähiger sind als "der Westen".  Es wird ihnen unter Putin auch nichts anderes übrigbleiben. b) Wie sehr wir, der Westen, unter den Auswirkungen der eigenen und der russischen Sanktionen zu leiden bereit sind, wird sich noch weisen müssen. Die Corona-Wimmerer werden, glaube ich, schnell umschulen. c) Bei sämtlichen Kräftespielen sehe ich immer noch die Gefahr der Eskalation. Ein Putin mit dem Rücken zur Wand, was wird er tun? Klein beigeben? Wirklich?

Donnerstag, 23. April 2020

Goli Otok revisited (Wikipedia)

Ich habe tatsächlich mal wieder was in eine Wikipedia-Diskussion geschrieben. Weil es mir wichtig schien. Und das ist dann daraus geworden ...

--

Artikel hier: "Zahlreiche politische Gegner, nach 1948 vor allem Stalinisten, wurden in den folgenden Jahren durch die Geheimpolizei UDBA verfolgt und inhaftiert, vor allem auf der Gefängnisinsel Goli Otok."

Ich habe gesehen, dass Tito = Diktator schon diskutiert wurde, s. Archiv > Goli Otok. Ich finde aber, dass die paar Zeilen hier dem Ausmaß der Folter und Gewalt nicht gerecht werden. Das mit der Gefängnisinsel unter "Der Staatschef der Nachkriegszeit" mal eben so anzumerken, gewichtet m. E. falsch; es müsste ein eigener ausgebauter Abschnitt her.

Ich komme darauf, weil ich per Zufall, an einer Stelle, an der man das nicht gerade erwartet, das gefunden habe:

"Titos Gulag | Auf der kroatischen Adriainsel Goli Otok ließ Jugoslawiens Diktator 1949 ein Um­erziehungslager für politisch Missliebige errichten. Tausende starben hier durch Folter und Misshandlung || Von Simone Cristicchi und Giovanni Cocco" (mare.de)

Da ich nicht mehr bei der Wikipedia ändere und nur noch in wichtigen Fällen was in die Diskussion schreibe, das nur als Hinweis. 13:19, 20. Apr. 2020

--

[[Goli otok]] hat einen eigenen Artikel, in dem das bereits recht ausführlich dargestellt wird, wobei da sicherlich noch Luft nach oben ist. --Benutzer:J budissin 22:45, 20. Apr. 2020

--

Nu ja, mir ging es schon eher um die Gewichtung beim Marschall (!) Tito und weniger um das Inselchen, das ja wenig für das kann, was auf ihm geschehen ist. - Aber wie auch immer. Möge die Schwarmintelligenz, so sie sich mal hierher verirrt, entscheiden. -- 10:49, 21. Apr. 2020

--

Ich glaube nicht, dass Mare, GEO, Freundin, Bäckerblume oder Jagd+Hund geeignete Quellen dafür wären. -- Benutzer:Aspiriniks 15:00, 21. Apr. 2020

--

Geht mir ähnlich. Fachliteratur gäbe es genug. Allgemein ließen sich hier im Artikel jedoch sicherlich noch drei, vier Sätze über die Repressionen insbesondere der späten 1940er und 1950er Jahre unterbringen. --Benutzer:J budissin|j.budissin 21:30, 21. Apr. 2020

--

"Ich glaube nicht, dass Mare, GEO, Freundin, Bäckerblume oder Jagd+Hund geeignete Quellen dafür wär." - Wieder mal gelacht. -- Da weiß ich also wieder, warum ich bei der Wikipedia nicht mehr wirklich mitmache! Hier treiben sich zu viele Männer mit Wikipedia-Abitur und runtergeschluckten Aggressionen rum. Soll heißen: In einer normalen wissenschaftlichen Diskussion, würde jeder verstehen, dass es vollkommen schnuppe ist, wie man auf einen guten Gedanken oder eine sinnvolle Frage gekommen ist. Und wenn's die Bäckerblume war? So what! Es zählt der Gedanke! Was haben mich in meinem Fach nicht schon seltsame Schmöker auf gute Gedanken gebracht! Fachwissenschaftlich formulieren - das kommt anschließend. Aber Leute mit Wikipedia-Abitur müssen einem anderen immer mal erst eine reinwürgen. Das gehört sich so. Gehört inzwischen zum guten Ton in diesem Laden! - So und jetzt darf sich, war mag, fragen, was ich da oben eigentlich gesagt habe. Das war ja klar und deutlich ausgedrückt. Und hat mit dem, wie ich drauf gekommen bin, nichts, aber auch gar nichts zu tun. 15:36, 23. Apr. 2020

--

Mittwoch, 15. Januar 2020

Hass - Online 2

Wie stehe ich zur Forderung nach Nicht-Anonymität im Internet?

--

Begibt man sich auf die Suche nach den Gründen für den steigenden Zorn der Wutbürger, die völlige Enthemmung, das Bedürfnis, Menschen zu strafen oder gar zu töten, stößt man auf das immer gleiche Erklärungsmodell: Als Übel wurde das Internet ausgemacht, im dem die sozialen Netzwerke im gesellschaftlichen Konflikt wie ein Brandbeschleuniger wirken. Am Wochenende geißelte auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der Bild am Sonntag die Auswüchse im Netz und dessen Anonymität. Wer sich im Internet bewege, müsse das mit seinem Klarnamen tun, fordert der CDU-Politiker, der seit eines Angriffs im Rollstuhl sitzt und nach eigener Aussage seit 30 Jahren unter Polizeischutz steht. (zeit.de)

--

Auch wenn auch ich hier anonym unterwegs bin -- ich finde: Es führt kein Weg daran vorbei, die Anonymisierung aufzuheben. Wir leben nicht in einem Unterdrückungsstaat, in dem es die Anonymisierung als Schutz vor dem Staat braucht. Die Impressum-Pflicht ist auch da. Warum sollen Herr Hinz- und Kunz-Wutbürger sich verstecken können?