Posts mit dem Label Fliegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fliegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. November 2018

Literaturkritiker

Was ich Marcel Reich-Ranicki jetzt leider nicht mehr sagen kann:

--

"Literaturkritiker verstehen
von der Literatur so viel, wie Flugingenieure
vom Gefühl der Vögel beim Fliegen
!"*

--

* Heute in der SZ, Streiflicht:

--

Der Kritiker Marcel Reich-Ranicki, um dessen Leben und Wirken sich seit jeher Legenden ranken, sagte einmal sinngemäß, der Schriftsteller verstünde von der Literatur so viel wie der Vogel von der Ornithologie. In diesem Satz sitzen Gemeinheit und Scharfsinn wie feixende alte Brüder beieinander. Menschen, die in dem Kritiker ausschließlich die Verkörperung der Bosheit zum Zwecke der Versendung von Polemik sahen, übersehen das zutiefst Menschliche in seiner Botschaft. Denn wenn ein Schriftsteller, der sich ja mit der Produktion von Literatur befasst, von der weiteren Beschäftigung mit dem Wesen und der Wirkung von Literatur beurlaubt ist, dann kann er sich besser auf ihre Verfertigung konzentrieren. Natürlich wirft Ranickis Bonmot auch Fragen nach Zuständigkeit und Kompetenz auf respektive danach, ob man von den Dingen, mit denen man befasst ist, eine umfassende Ahnung vorweisen muss. Es ist immer wieder gleichermaßen faszinierend wie abstoßend, wenn man Menschen in wichtige Ämter einziehen sieht und dabei feststellen muss, dass sie von den Bedingungen und Anforderungen dieser Ämter keinen Schimmer haben.

--

Usw.

Sonntag, 5. April 2015

Fliegen: die Gesetze des Kapitalismus

Sollte dieser Artikel in der Welt bzw. das Interview, das dort verarbeitet wird, auch nur in der Tendenz der Wahrheit entsprechen, dann brauchen wir eine ganz neue Diskussion zum Thema Fliegen und Piloten und Sicherheit in der Luftfahrt.

""Eigentlich dürfte man mit uns nicht mehr fliegen" Die meisten Piloten in Deutschland werden sorgfältig ausgewählt und sind fliegerisch gut ausgebildet. Doch gerade junge Verkehrsflugzeugführer bei kleinen Airlines stehen häufig unter riesigem Stress. || Beim Kaffee redet der Kapitän Klartext. "Meine Fluggesellschaft hat nicht annähernd so harte Auswahlkriterien wie Lufthansa. Viele Copiloten muss ich heruntersprechen, sonst würden sie es nicht schaffen, selbst bei gutem Wetter. Manche von ihnen bekommen so wenig Geld, dass sie auf dem Land wohnen und stundenlange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um morgens im Cockpit zu sitzen. Ich selbst bin Dutzende Male unabsichtlich eingeschlafen, und ich kenne keinen Kollegen, dem das nicht auch passiert ist." Dies sei Alltag bei der Charterfluggesellschaft, für die er tätig sei."

Das Thema ist dann, mit einigem Abstand, gar nicht dieses tragische Unglück von Germanwings, sondern, wieder einmal, der Kapitalismus, der solcherlei gleichsam naturgesetzlich erzwingt.