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Dienstag, 25. Januar 2011

SZ-Sprachkünstler!

Wieder und immer wieder: Was für Sprachkünstler, die Leute vom SZ-Streiflicht:

Ach, es ist trotz dieser kleinen administrativen Emporschwingung doch ein bisschen traurig, dass sich ein Land [Frankreich], von dem wir soviel in Sachen Libertinage lernen durften, dermaßen schwertut, es wenigstens mal wieder halblaut krachen zu lassen. Da brauchen wir Deutsche uns gar nicht zu grämen mit unserer Frankenberger-Reinlichkeit und den kippengespickten Sandeimern vor unseren Kneipen. Machen wir uns nichts vor: Eher schafft Sebastian Frankenberger noch mal einen Studienabschluss, als dass in einer französischen Hosentasche jemals wieder eine Gitanes gedreht wird.

Süddeutsche Zeitung Nr. 16, Freitag, den 21. Januar 2011

Samstag, 19. Mai 2007

Habseligkeiten im Streiflicht

Verwiesen sei auf das SZ-Streiflicht von gestern, Freitag den 18. Mai 2007. Es beginnt so:

"Was machen eigentlich die Habseligkeiten? Vor gut zweieinhalb Jahren wurden sie unter halb beifälligem, halb skeptischem Grummeln zum schönsten deutschen Wort gekürt. Doch wie es bei Misswahlen so geht: Hat sie die Beine hinreichend geschwungen, fällt die Schöne in die Banalität zurück. Einige Bierzeltauftritte, eine örtliche Dessous-Schau, und der Zauber ist dahin. Ähnlich erging es den Habseligkeiten. Nicht dass sie über Nacht hässlich geworden wären, aber Gewinn haben sie aus ihrem Wettbewerbssieg auch nicht ziehen können. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden sie nach wie vor vernachlässigt, und auch in der gehobenen Sprache haben sie nicht zugelegt, nicht einmal bei Dichtern wie Handke oder Grünbein, denen man eine Affinität zu dieser Sphäre zutrauen könnte."

Den kleinen Druckfehler haben wir (!), nicht ganz stillschweigend, korrigiert. Und dann? Lob und Preis wieder einmal! Was für eine Sprache, ein Sprachhgefühl, eine Aussage!