Mittwoch, 7. März 2007

Eine Metapher zum Thema Klimaschutz

Gestern im SPIEGEL ein Interview mit dem VW-Chef Winterkorn gelesen, heute in der SZ eins mit PORSCHE-Chef Wendelin Wiedeking. Außerdem am Morgen im Radio: Diverse Politiker und Wirtschaftsmenschen melden sich zu Wort: Man solle im Interesse der deutschen Wirtschaft das mit dem Klimaschutz nicht übertreiben. Deutschland könne nicht allein die Welt retten. Die USA und China usw. müssten erst mal mitziehen, sonst nütze das mit Deutschland und Europa nichts. Usw. Usf. Etc. pp. *

Ein Bild fiel mir gestern ein, der Titanic geschuldet, aber doch eigenständig: Die Welt ist ein großes, ein riesengroßes Schiff in voller Fahrt. Die Abteilung Sicherheit meldet, dass da vorne, auf dem Radar sichtbar, in ungefähr in 30 Meilen Entfernung -- nein, kein Eisberg auftauche, sondern eine gefährliche Untiefe auftaucht. Dahinter irgendwo der Strand einer heißen, wüstenhaften Insel. Als Buch angelegt. Ein Ausweichen sei nicht möglich, nur ein Stoppen. Die Ränder der Bucht, rechts und links, sind noch näher. Eine Falle ist das. Der Bremsweg des Riesenschiffes beträgt, wie man eben in der Eile nur mal grob berechnet habe, ungefähr 28 Meilen.

Nun ist diese Schiff leider so konstruiert, dass die Energie, aus der sich das alltägliche Leben mit all seinen Annehmlichkeiten speist, vermittels Windrädern an Deck gewonnen wird. Will sagen: Wenn das Schiff an Fahrt verliert, wird die Energie für die gewohnten Dinge des Lebens knapp oder die Dinge werden ganz unmöglich. Außerdem -- es sind ja noch 30 Meilen insgesamt und zwei Meilen Besinnungszeit.

Da also hören wir, die Passagiere auf Deck, die hochqualifzierten Fachleute Winterkorn und Wedeking oben auf dem Public-Relations-Deck Interviews geben: Die Passagiere müssten entscheiden. Demokratisch müsse es zugehen. Gottseidank lebe man ja doch in einer Demokratie! Wenigstens in diesem Teil des Schiffs. Gottseidank! Die Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers sei ein hohes Gut, darüber sei man sich doch hoffentlich einig. Wenn die Menschen ihre Go-Kart-Rennen an Deck wie bisher weiter fahren wollten -- Fahrspass sei doch nichts Verwerfliches, oder? --, dann könne müsse man ja wohl die Karts weiterhin zur Verfügung stellen dürfen. Man arbeite ja schon lange an energiesparenden Karts. Aber auch die Minderheit, die sich die besonders starken Karts leisten könne -- es sei ja nun wirklich nur eine wohlhabende Minderheit, die energiebilanztechnisch kaum ins Gewicht falle --, die könne man doch jetzt nicht einfach unterdrücken. Fahrspass eben! Außerdem -- wer stoppe denn die Massen im Zwischendeck? Die könne man doch gar nicht aufhalten. Die wollten ans Oberdeck und endlich auch einmal Go-kart fahren. Das sei doch auch verständlich. Und nebenbei, nicht vergessen, eine Marktchance für die tüchtigen deutschen Go-kart-Bauer! Nicht zu vergessen!

So reden die hochqualifizierten Manager der Spassgesellschaft, da oben, arg weit von uns. Und wer sich fragt, ob diese hochqualifizierten Menschen zwar, zugestanden, hochqualifzierte Go-kart-Bauer sind, im übrigen aber, so im Sinne des erweiterten gesunden Menschenverstandes, vielleicht eben doch einfach einen [heraubsetzende Formulierung / SELBSTZENSUR], der gehört einfach nicht dazu. Zur Spassgesellschaft.

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* Das wollte ich schon lange einmal wissen, und Wikipedia macht uns auch hier schlau: "Die Abkürzung bedeutet "perge, perge" und kommt vom latein. "pergo" ("ich fahre fort").

Sonntag, 4. März 2007

Immigrantische Betrachtungen

Aus einem Bericht über Araber in Deutschland und die Vorurteile gegen diese Menschengruppe. Es sei im Grunde genommen alles anders, schon lange.

"... So kamen - abgesehen von Einzelpersonen - die ersten Araber im späten 18. Jahrhundert als Mitglieder preussischer Regimenter nach Deutschland."

Was hatten denn die Preußen in den arabischen Ländern zu suchen? Oder wie ist das zu verstehen? Und wie viele waren das, die bitte woher kamen? Ein wenig präziser, und es wäre schön.

"Und über ein Jahrhundert später ist mit Nadia Abdel Farrag, genannt "Naddel", eine Frau arabischer Herkunft zum Liebling der Medien avanciert."

Na ja, ob das ein gutes Beispiel ist. Wenn eine Frau mit einem so schönen Originalnamen zu Bohlens Freundin und zur Naddel wird?!

"Abdel Farrag, die 35jährige Tochter eines deutsch-sudanesischen Paares ..."

Also auch nicht grad eine 'Voll-Araberin', würd ich mal sagen. (Gehört der Sudan überhaupt zum arabischen Raum? Ich muss mich mal wieder weiterbilden.)

"... wurde als Freundin von Pop-Sänger Dieter Bohlen zum Star. 1999 wählten sie 21 Prozent der Deutschen in einer Umfrage des Forsa-Instituts zur vierterotischsten Frau Deutschlands."

O je! Vierterotischste! Das ist aber im harten Markt der Erotik keine wirkliche Auszeichnung. Vor allem, wenn man gleich das hier liest:

"Vor ihr lagen nur Verona Feldbusch, Birgit Schrowange und Arabella Kiesbauer."

Und wie ging das mit der Abstimmung zu? Haben wirklich 21 % der Deutschen abgestimmt? Also grob gesehen -- 20 Millionen Leute? Oder, wenn die Männer dran waren: 10. Oder wenn die Männer im erotischen Alter -- 0,17358 Millionen. Noch mal -- wer hat denn da wohl abgestimmt?

Jetzt hab ich's! Die Zuschauer von Stefan Raab. In Bierlaune.

Ach was. Alles Quatsch. Aber immerhin, das halten wir doch mal fest: Die Immigranten haben bessere Freunde verdient als die, die solche Berichte verfassen.

Funktionsträger

Als ich via Google nach einem wichtigen Mann aus der dritten Reihe suche, auf einmal wieder die bedrängende Vorstellung, dass es so viele wichtige Menschen gibt, die niemand kennt. Die, bei all ihrer Wichtigkeit, doch nur der Sand im Beton des Machtbaus sind. Funktionsträger eben. Sandkörner mit Eigennamen. Namen, die man im Internet leicht finden kann. "Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre." Und dennoch fahren diese Menschen 7er BMW und nehmen sich sehr wichtig.

Spam

Nein, ich habe meiner Erinnerung nach noch nie einen solchen Newsletter gelesen. Dennoch kommt die folgende Anfrage von eintrag@wwvv.der-newsletter-service.com .

"Der Newsletter: "SPORTBUSINESS-NEWSLETTER" wurde aus technischen Gründen auf ein neues System umgestellt. Dabei wurde auch Ihre Adresse [Mail-Adresse angegeben] mit auf das neue System übernommen. Um Missbrauch Ihrer Mailadresse auszuschließen kann diese Übernahme jedoch nicht ohne Ihre Einwilligung vorgenommen werden. Wenn Sie diesen Newsletter weiterhin erhalten möchten, klicken Sie bitte auf den unten stehenden Link."

Ist das nun ein Versehen? Wie kommt es zustande? Oder doch ein Versuch, Neu-Leser auf die etwas schräge Weise zu gewinnen?

Samstag, 3. März 2007

Deif al-Ghazali

Eigenartig ist es schon. Die SZ vermeldet:* "Der libysche Journalist Deif al-Ghazali hatte Reformstau und Korruption kritisiert. Vor einem Jahr wurde er tot aufgefunden - mit abgehackten Fingern." Wenn man Deif al-Ghazali bei Google in Anführungszeichen gibt, gibt es genau einen Artikel. Das sollte man ändern, denke ich.

Und eine Bemerkung gleich dazu: Es wird immer Menschen geben, die sich instinktiv, mit ihrem Weltbild in Kopf, auf die Seite der fingerabschneidenden Mörder schlagen (und die Mörder dann natürlich auch nicht Mörder nennen, sondern Kämpfer für Sache Gottes oder ... für das wahre Gesetz oder so ähnlich) und andere, die glauben, dass man das mit dem Morden und dem Fingerabschneiden im Namen einer gültigen Moral oder eines halbwegs akzeptablen Gottesbegriffs ändern sollte. Beide Gruppen wird es also immer geben. Die Frage ist nur: Wieviele Menschen in welcher Position der jeweiligen Gruppe zugehören.

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* Süddeutsche Zeitung, Nr.52, Samstag, den 03. März 2007 , Seite 13

Wie guckt Ronaldinho? Oder: Copyright vs. Kunst

In der Süddeutschen Zeitung von heute findet sich eine Bilderserie mit Ulrich Wickert, die mich zu lautem Lachen gebracht hat. (Das ist ja, bei einem ernsten Menschen wie mir, nicht wenig!) Mein liebstes Bild sei hier wiedergegeben.

Auf die Frage "Wie guckt Ronaldinho?" antwortet Wickert mit diesem Gesicht:





Ist das nicht großartig?!

Und nun das Weitere! Ich würde gerne mal wieder malen. Diese Bilder, allesamt. Da ist wieder mal die Frage des Copyrights dabei. Kann man eine solche Vorlage verwenden? Die Freiheit der Kunst steht gegen das Urheberrecht. Das hatten wir ja schon einige Male. Mal sehen, was die SZ dazu sagt. Die ja wahrscheinlich in diesem Fall über die vollen Rechte verfügt.

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Ich beginne mit dem Zusammentragen von Blogs zum Thema Urheberrecht. Erst mal die Blogs von blogger.com. Einträge, die mir als "was wirklich Besonderes" aufgefallen sind, kennzeichne ich mit ! ... !.

1. urheberrecht-piratenparteien
2. urheberrecht-opferhilfegesetz
3. video-downloads-und-urheberrecht
4. ! präsident-der-japanischen-vereinigung !


(Es ginge natürlich auch so, aber das ist nicht sehr menschenfreundlich.)

(Wird fortgesetzt)



Brief, Party und Dinner

In den vergangenen Jahren meines Lebens -- ich weiß, das klingt ein wenig schief, aber es ist dies dennoch kein "versehentlicher Ausdruck" --, in diesen vergangenen Jahren also, habe ich immer daran geglaubt, dass ein wohlformulierter Brief, auch: eine wohlformulierte E-Mail etwas erreichen kann. In ein paar Fällen war das auch tatsächlich so. Im Grund sind alle meine -- nein, lassen wir das. Also, es ist einiges Wenige in die Öffentlichkeit gekommen, weil ich einen Brief oder eine E-Mail geschrieben habe. Aber in den allermeisten Fällen war da Ablehnung. Von eisigem Schweigen bis hin zu kleinen zynischen Sottisen. Hinter den meisten Antworten und Nicht-Antworten steht: "O Gott! Da meldet sich schon wieder einer aus der großen Schar derer, die gerne zu unseren Kreisen (den Kreisen der Berühmten, Reichen, Tiefsinnigen, usw.) gehören möchte; aber schon alleine dadurch, dass er sich mit einem Brief meldet, statt auf einer Party oder in einem Fernsehstudio aufzutauchen, zeigt er doch, dass er nicht zu uns gehört. Warum hat er das denn nicht begriffen!"

Also, ich weiß es längst: So geht es nicht! Wenn schon, wie man lesen kann, selbst der seinerzeit schon einigermaßen bekannte Patrick Süskind sein Parfum per Brief und Anlagen bei keinem der deutschen Literaturverlage unterbringen konnte. Also -- der Brief und das "unverlangt eingesandtes Manuskript" sind auf jeden Fall der falsche Weg.

Dabei war doch hinter all dem nur das Experiment! Ich wollte herausfinden, wer alles nicht zu meinem Kreis gehört. Weil er nicht den schlichten Inhalt sehen kann, sondern so wie eben gesagt denkt und tickt.

Aber dennnoch natürlich: Es kommt die Versuchung, die Kontaktnahme einmal anders zu versuchen, via Party und Dinner, um zu zeigen, dass die Annahmen stimmen. Wie lange wird es da wohl dauern, bis ich -- nur ein Beispiel: "Bully" Herbig vorgestellt werde?

Donnerstag, 1. März 2007

Horrorfilm

Wie Menschen so sind.

Kannibale klagt gegen Horrormovie
eingereicht von phantom vor 415 Tagen und 42 Minuten in Kaputte Welt

Armin Meiwes, der "Kannibale von Rotenburg", verspeiste eine Internetbekanntschaft. In Hollywood wurde ein Horrorfilm über den Fall gedreht - gegen den Meiwes nun vorgeht. Offenbar will er seine Story selbst vermarkten.

[ Quelle ]

Mittwoch, 28. Februar 2007

Rechtschreibreform -- Diesen Fund ...

... will ich doch festhalten:

tokio-hotel-fans und die deutsche rechtschreibung
| eingetragen: 30.01.06 ...
kann es sein, dass die fans der band tokio hotel sich mit der rechtschreibung schwer tun, oder ist das ein allgemeines problem? was sich in den kommentaren zu dem beitrag, den ich bills neuer frisur widmete, so alles findet ist doch sehr erschreckend:

wenn es ihm gefehlt dann gfehlt es mir auch
bill sah vorher mit der mangafriesur bessa aus
i love bill der neue look past im fölig.

[ Quelle ]

Dienstag, 27. Februar 2007

Erörterung

Zu später Stunde bereite sich noch einen Text zum Schulthema "Erörterung" vor. Ich lese Deutschlehrer-Seiten, die mir wahrhaftig wehtun. Warum? Weil jede Zeile das unstillbare Bedürfnis atmet, vor den anderen als Wissender zu bestehen. Erkenntnissuche nicht als Bedürfnis, sondern als Akt des sozialen Gut-Dastehens. Aus beinahe jeder Zeile quillt der Odem des durch Rolle und Institution erzwungen Besserwissens. Statt: Ich weiß es nicht, gerade darum denke ich nach! das lautstarke: So ist es! Der Lehrer spricht, ohne den Satz laut auszusprechen: "Ich will zeigen, was ich alles drauf habe!" Da werden herzzerreißend feine Differenzierungen gegeben, die einen sofort in einen unangenehmen Schwindel versetzen. Die Formulierungen kommen überaus schief und übermotiviert daher. Aus allen Poren quillt die Angst des Pädagogen vor dem Versagen. Vor dem intellektuellen und dem menschlichen Versagen.

Ich möchte am Ende des Tages einen Litaneienvers schreiben, der so beginnt: "O Schule, du Ort der traditionellen Versagensangst! ..." Und irgendwie, durch einen göttlich einfachen müsste dann klar werden, dass die Lehrer und die Schüler Angst haben. Vielleicht machen die Lehrer den Schülern Angst, um von ihrer eigenen Angst abzulenken?

Und dann die erste Bitte: "Lass uns ehrlich und einfach sein. Lass uns so werden, dass wir den Schülern nicht mit dem bombastischen Kleister unserer intellektuellen Selbstzweifel den geistigen Atem nehmen!"

Und am Ende muss ein Heiliger gefunden werden, dem wir sagen können: "Wir bitten dich, erhöre uns!" Welcher Heilige könnte das sein? Vielleicht der heilige Sokrates?

Nein, ich nenne diesmal keine Quellen und Stellen.

Sonntag, 25. Februar 2007

Presseschau: die taz

Die taz mag es gerne nassforsch, und sie hält das, als Kollektiv, womöglich für progressiv. Wer ein solches Urteil gerne weniger generalisierend hat, der lese mal den Artikel "Napola – Elite für den Führer", von Dietrich Kuhlbrodt.

"Im Nachspann sprießen wunderschöne Eisblumen zu dem, was uns die Inschrift noch schnell zu sagen hat. Wir haben ein Kriegerdenkmal gesehen! Die Napola-Schüler: "Aus ihren Reihen fiel jeder Zweite." - O Gott, und Dr. Theo Sommer lebt!"

Statt nassforsch kann man natürlich auch pseudoprogressiv-dämlich sagen, oder, weil das Wort so lang ist, abkürzend: ppd.

Portraitanstrich?

Ich muss endlich wieder mal an mein "Portrait". Das ist freilich ein Text, ein besonderer. Aber hier ist es auch schön!

Porträt

Treten Sie mit dem Künstler in Verbindung, um einen Portraitanstrich zu beauftragen

portrat Portraiät Englisch
portrat Portraiät Spanisch
Portraiät Franzosen
Portraiät Chinese
Portraiät Deutscher
Portraiät Italienisch
Portraiät Portugiesisch
Portraiät Japaner

Freitag, 23. Februar 2007

Rechtschreib-Regelwerk

In einer Newsgroup zum -- wirklich so, Jesses na! -- 'Fictionwriting' werden Autoren von anderen Autoren zu den formalen Feinheiten des Dialogeschreibens belehrt.

Kommasetzung nach wörtlicher Rede: Wenn deine wörtliche Rede mit „!“ oder „?“ endet steht danach kein Komma. Also statt: „Bist du sicher?“, fragst du ohne… // „Bist du sicher?“ fragst du… Und statt: „Diesmal nicht.“, versuche ich einen Anfang… // „Diesmal nicht“, versuche ich…

Aber genau das hat die Rechtschreibreform so nebenbei geändert! Die neuesten Errungenschaften dieser Kulturrevolution finden wir hier, in diesem Regelwerk. (Regelwerk! Wenn ich das Wort höre, springt mich das Grausen an.)

„Immer muss ich arbeiten!“, seufzte sie.

Das ist dort das Beispiel. "Was tun?" fragte Lenin? Und schon ist die Antwort gegeben. Wir schließen uns in diesem Punkt dem neuen "Regelwerk" mal wieder nicht an. Punktum!

Donnerstag, 22. Februar 2007

Das Bekanntwerden dieses Blogs

Heute beschließe ich, dass ich, irgendwann in den nächsten Wochen, etwas zum Bekanntwerden dieses Blogs tun werde. Als Versuch. Die Zahl der Seitenaufrufe da unten stimmt zwar nicht, weil die direkt aufgerufenen Seiten nicht mitgezählt werden. Aber sei's drum. Mal sehen, wie sich das mit ein paar Ideen steigern lässt. Schön, dass sich andere Menschen schon so ihre Gedanken gemacht haben. Die will ich mal beherzigen. Die Gedanken, meine ich ...

Deutsche Weblogs

Ich suche nach "Deutsche Weblogs". Ich finde eine Seite, auf der sich, zugegeben: neben anderem, das hier findet:

11:40 Uhr // XML Newsfeed // Glamourgirls - Models - Traumfrauen - Glamour Babes - Pornostars - Sexstars // Geile Blondinen 4 Free // Blond fickt gut ist nicht nur ein Spruch – in diesem kostenlosen Memberbereich kannst Du Dich davon überzeugen, dass diese bl…

Ich hab nichts gegen Sex und Erotik. Aber die Frage sei erlaubt -- müssen gewisse Menschen aus dem Sex grundsätzlich ein Geschäft machen, um dann, beim Geschäftemachen, rasch und offenbar irreversibel zu verblöden?

Die Geschäfte der Telekom

In der ZEIT* steht unter "Macher & Märkte" eine Meldung mit der Überschrift "Telekom: Turbulent", die mit den Worten beginnt: "Bei der Telekom eskaliert". Diese Wortfolge nehme ich, um bei der ZEIT selbst und dann bei Yahoo nachzuschauen, ob diese Meldung auch in der ZEIT-Online-Ausgabe zu finden ist. Ist sie nicht. Bei Yahoo finde ich aber eine Reihe anderer Meldungen als Treffer. Beispielsweise:

12.10.2006 06:50 // PRESSESPIEGEL/Unternehmen // DEUTSCHE TELEKOM - Bei der Telekom eskaliert der Konflikt zwischen Management und Arbeitnehmervertretern. Die Gewerkschaft ver.di bereitet in der Geschäftskundensparte T-Systems Warnstreiks vor. (Quelle)

DEUTSCHE TELEKOM - Bei der Telekom eskaliert der Konflikt zwischen
Management und Arbeitnehmervertretern. ... (FTD S. 1) (Quelle)

Und so weiter. Wer es genauer sehen will, kann hier den Versuch wiederholen.

Daraus folgt nun dreierlei ziemlich eindeutig:

a) Die Presseorgane schreiben voneinander ab. (trivial)
b) Oder: Die Stilbreite der Zeitungen ist nicht sonderlich hoch. Konflikte, ja, die eskalieren eben. (relativ trivial)
c) Die Konflikte bei der Telekom eskalieren nun schon seit einiger Zeit. (nicht trivial, aber vielleicht eine Erklärung für die Probleme bei diesem Unternehmen)

Das war es aber gar nicht, was ich sagen wollte. Vielmehr ging es um das Folgende: In den letzten zwei Wochen hatte ich gleich drei Anrufe aus dem Callcenter der Telekom, weil ich von einem nie wirklich genutzten Telekom XXL-Tarif zu Alice (+AOL, jetzt im Besitz von Telecom Italia, die Globalisierung eben) gewechselt bin. Telekom-Frage: Warum eigentlich? Antwort: Wegen der Kosten und der Telekom-Werbung, die mit nicht gefällt. An die Aktie denke ich nicht mehr. Ich hatte ja auch keine gekauft. Aber die Krug-Verführung damals passt gut zu der Werbung heute.

Worum ging es mir noch mal? Ach ja, um zwei Dinge. Erstens: In dem Artikel in der ZEIT, nächste Spalte, "DSL-Service: lausig", lese ich so ganz nebenbei, dass man jetzt besser nicht den Provider wechselt. Weil man sonst Wochen, vielleicht gar Monate ohne Telefon und DSL-Anschluss dasteht. Die Geschäfte laufen einfach zu gut. Die Anbieter kommen mit dem Schalten gar nicht nach. Den Provider für die Internet-Verbindung habe ich nicht gewechselt. Wohl aber den Telefonanschluss. Ich bin mal gespannt. Ab 1. März soll es soweit sein mit dem Wechsel. Ob es nahtlos geht?

Zweitens: Timotheus Höttges (schöner Name!), Chef Festnetz bei der Telekom, hat eine Mail an alle Mitarbeiter geschrieben. Dass die Telekom Mitarbeiter braucht, "die in der Telefonberatung einfach gut sind".

Da kommentiert die ZEIT trocken: "Wie das gehen soll, wenn die Löhne demnächst auf 'Marktniveau', als um mehr als ein Drittel, abgesenkt werden, lässt er in dieser Mail offen."

Ich habe da Ideen. Die erste zur Erklärung: Die Telekom schafft das mit dem Absenken und der Qualität, weil die "Mitbewerber" den gleichen Druck machen. Marktniveau eben.

Die zweite Idee als eine Art Ratschlag: Die wirklich guten Telefonberater sollten sich überlegen, ob sie nicht einen eigenen Betrieb als Berater aufmachen und dann -- die Telekom beraten, damit die besser beraten lässt. Oder sie könnten, noch besser, gleich einen Marktstand mit Second-Hand-Handys aufbauen. Da verdienen sie wahrscheinlich pro Woche mehr als bei der Telekom im Monat, und wenn sie mal "keine Lust auf Arbeit" haben, bleibt der Stand einfach geschlossen.

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* Papierausgabe Nr. 9 / 22.02.2007, S. 32, Rubrik Wirtschaft.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Stimmliches

Heute hat Kurt Beck geredet. Und ich dachte bei seinem Aufschrei: Hier spricht Joseph Goebbels. Kommen die beiden aus der gleichen Gegend?


P. S. Nein, ich will Beck nicht im Entferntesten mit Goebbels vergleichen! Ich rede wirklich nur über diesen Tonschnipsel, über nichts anderes!

Sprache und Sachen

Hier, auf der Seite über Twistringen, finden wir die folgende Stelle:

Am 13. November stürzte ein belgischer Lockheed F-104 Starfighter im Ortsteil Mörsen auf ein Wohnhaus. Der Pilot, ein Feuerwehrmann, der Vater, die Mutter und zwei Mädchen der Familie kamen ums Leben. Ein Junge der Familie konnte sich vor dem Ausbreiten des Feuers auf das Wohnhaus aus einer Luke heraus retten. Das Unglück hinterließ drei junge Waisen.

Was kann man da alles fragen!
  1. Hatte Belgien wirklich Starfighter?
  2. War da ein wirklich ein Feuerwehrmann schon zum Absturz zur Stelle? (Oder war er der Mann, der mit seiner Familie in dem Haus wohnte? Nein, wahrscheinlich kam er bei den Rettungsarbeiten um. Aber geht das aus der Formulierung hervor? Kaum.)
  3. "zwei Mädchen der Familie" und "Ein Junge der Familie". Liebe Deutschlehrer! Würdet ihr so was anstreichen oder nicht? Wenn ja, warum. Wenn nein, warum nicht.
  4. Und wie, liebe Lehrer, steht's um den Satz: "Das Unglück hinterließ drei junge Waisen." Hinterlässt ein Unglück Waisen? Würde man, wenn die drei zwischen 25 und 31 Jahre alt gewesen wären, überhaupt von Waisen reden? Ab wann ist man, wenn die Eltern sterben, keine Waise mehr?
Fragen über Fragen!

Samstag, 17. Februar 2007

PC-Zeitschrift

Gelegentlich gebe ich einer alten Versuchung nach und kaufe eine PC-Zeitschrift. Ungefähr mit dem Gefühl eines Mannes, der früher einmal notorisch zu viel gegessen hat. Der sich ziemlich erfolgreich auf Diät gesetzt hat. Und dann auf einmal -- kauft er sich eine Bratwurst. Er war eben nur ziemlich erfolgreich.

In der Regel kaufe ich die CHIP in der billigen Variante, 1,99 Euro. Manchmal, wenn eine Aktion ansteht, kostet sie auch nur 0,99 Euro. Diesmal aber war es dann ein BigMac der Zeitschriftenauslage: Die PC WELT für 4,99. Die Ausgabe mit DVD.

Was die DVD angeht, so steht gegen eine solche Scheibe immer die folgende Überlegung. Das meiste, das da drauf ist, gehört zwei nutzlosen Gruppen von Digits an, a) Dateien, die man aus dem Internet frei herunterladen kann und b) Dingen, die ich nicht brauche. Aber -- anyway. Ein Zeitschriften-Fressanfall eben.

So, und nun mache ich mal eine Pause, weil ich die DVD noch immer in der Zeitschrift drin klebt, und ich für das Wochenende mir vorgenommen habe, mir einmal ein etwas differenzierteres, ein sozusagen exemplarisches Urteil zu bilden. Über die Zeitschrift und die DVD.

Eins aber kann ich schon jetzt sagen: Die PC WELT kommt in einem Design daher, als ob es die Minimalismus-Erfolgsgeschichte von Google ("sehr wenig auf weißem Hintergrund") nie gegeben hätte. Das Äußere der PC WELT, wie das der CHIP, von PC GO ganz zu schweigen, ist: augenverletzend bunt, wirr, überladen. Ich würde jedenfalls eine Zeitschrift bevorzugen, die dem Google-Design folgt. Was mich auf den Gedanken bringt: Eine Firma, die sich Google Earth leistet, würde wahrscheinlich mit einer richtig guten PC-Zeitschrift den Markt aufmischen. Aber lassen wir das ...

(Fortsetzung folgt)

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Abbildung wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung der PC-WELT

Mittwoch, 14. Februar 2007

Freiheitskämpfer der Information

Machen wir es zeitgemäß kurz und theatralisch: Hinter den Kulissen tobt seit einiger Zeit ein Kampf zwischen den "Freiheitskämpfern der Information" und den "Copyright-Fanatikern der Industrie".

So würden die "Freiheitskämpfer" formulieren, nicht die, die ihr Geld bei und mit Sony Music und anderen Mächten des Copyrights verdienen.

Selbst den härtesten Etatisten des Copyrights dürfte inzwischen klar sein, dass sie eine verlorene Schlacht kämpfen und untergehen werden, wenn sie nicht, listenreich wie Odysseus seinerzeit, ganz und gar neue Wege beschreiten. Ein Trojanisches Pferd hilft da freilich nicht weiter. Denn wie das Bild es will: Das Pferd gehört längst den Hackern und ihren noch extremischeren Anverwandten von der Virenschreibzunft!

Nennen wir die Stichworte des schon verlorenen Kampfes:
  • extrem findige, sich als Freiheitskämpfer verstehende und von vielen "usern" so akzeptierte HACKER, die jeden Kopierschutz binnen Kurzem knacken und das, irgendwie ja nicht ganz zu unrecht, als zeichen ihrer Intelligenz und ihres Könnens nehmen
  • das nicht vorhandene und durch keine Marktmacht zu erzeugende Unrechtsbewusstsein, also: das Nicht-Unrecht-Bewusstsein der kopierenden User
  • der Grundsatz: Recht kann auf Dauer nicht am Rechtsbewusstsein der Mehrheit vorbei einfach gesetzt werden
Wie aber könnte der kommende Weg aussehen? Nun, es wird ein Weg der freiwilligen Belohnung sein. Ein Weg für den reifen Bürger. Dieser Weg ähnelt dem Weg der Zeitungen neben den Bushaltestellen. Man wirft seinen Obulus ein und nimmt eine Zeitung. Man wird kaum bestraft werden, wenn man einen alten Hosenknopf einwirft und eine Zeitung klaut, aber -- so was gehört sich einfach nicht. Deppen klauen ungestraft. Natürlich. Aber man tut es nicht.*

Natürlich ist es für eine einst übermächtige Industrie mit CDs und VHS-Millionen, die mit den Süchten, genannt: Beürfnissen der Abhängigen, genannt: Verbrauchern spielen konnte, wie sie wollte, kaum hinzunehmen, dass sie auf einmal auf die Gnade und das Wohlwollen der Verbraucher, die jetzt user heißen, angewiesen sein soll. Aber -- times are gonna change. Wer weiß das besser als die Leute bei Sony music!

Zwischenwege sind ja längst da, und diese Zwischenwege lassen hoffen! Für ein neues Recht und für die Zukunft.

Jetzt mal konkret: Ich benutze seit Jahren, privat und damit legal, als ZIP-Programm den PowerArchiver, im Moment mit der Ergänzung "2006".** Ein Programm, mit dem ich rundrum zufrieden bin. Demnächst -- werde ich es lizenzieren, vulgo: kaufen. Nicht, weil ich damit ein paar Wartesekunden spare, sondern weil ich zufrieden bin und glaube, dass die Programmierer meine Euro verdient haben.

Und was schlagen wir Sony Music vor? Ganz einfach: Sie sollten auf die Buchverlage schauen. Warum gehen Leute nicht hin und kopieren im großen Stil Romane?*** Weil es zu viel Zeit kostet und die Bücher schöner und bequemer zu lesen sind.

Heißt: Eine ganz neue Preisgestaltung muss her! Und ein neuer, ein ästhetischer Mehrwert via Original muss her!

Die Helden des Pop sollen ihre CDs einzeln und halbwegs fälschungssicher ("Das war kein Schreibautomat!") persönlich mit ihrer Paraphe versehen. Einzeln und handschriftlich! Jawohl! Klar, dass da die Zahlen für "Platin" neu definiert werden müssen. Aber - so what? Die Zeiten ändern sich, wie der Deutsche sagt.

Und dann, wenn es soweit ist, schreibe ich den passenden hochtheoretischen Artikel für die Samstagsausgabe der Süddeutsche Zeitung: "Das Kunstwerk in den Zeiten seiner digitalen Reproduzierbarkeit".

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* Französiche Freunde sagen übrigens: Dieses deutsche Zeitungsmodell an der Haltestelle würde in Frankreich nie funktionieren! Seitdem möchte ich immer in Lille einen Zeitungskasten mit der Voix du Nord und eine geheime Kamera aufstellen und drei Tage lang beobachten, wer zahlt und wer klaut. Wär das nichts für RTL2? oder für Stefan Raab? Ein volkstümlicher Kulturvergleich? Zuschauerzahlen gesichert. Ein YouTub-Schnipsel dann, der schnell Kult würde.

** Um eine Verbeugung zum Zeichen des Dankes zu machen:
Hauptentwickler: Ivan Petrovic
7-ZipDLL v4.39 © by Igor Pavlov
UnRarDLL v3.0 © by Eugene Roshal
UnAceDLL v2.1.1 © by ACE Compression Software
CabinetDLL v1.0.603 © by Microsoft Corporation
SFX stubs © by David Cornish
TBX © by Alex A. Denisov
Besonderer Dank an David Cornish, Autor von SFXMaker, für seine Hilfe und Vorschläge.

*** ACHTUNG! Wenn demnächst "Bücher als solche" über einen RMS (real-material-scanner ((c) für diese Bezeichnung bei mir! Delabarquera)) verlustfrei reproduziert werden können, dann sieht die Sache anders aus. Aber bis dahin vergehen ja noch ein paar Monate.

Mittwoch, 7. Februar 2007

1&1 -- Die Fliegenfalle

Ich habe eben versucht, einige Domains bei 1&1 zu kündigen. Einige zu behalten. Die Entdeckung dabei: Ich finde keine Faxnummer. Denn: Während eine Domain-Bestellung locker online geht, muss eine solche Kündigung schriftlich und mit einer richtigen Unterschrift erfolgen. Eine gewisse eigenartige Ungleichgewichtung. Das habe ich schon immer gefunden.

Aber natürlich finde ich sofort die Stellen, an denen ich neue Domains einrichten, etwas kaufen kann, usw. Es ist wie bei einer bestimmten Fliegenfallenart, und ich bin die Fliege: Ich gehe einen Trichter entlang und am Ende bin ich "drin", in der Falle, und die Stelle, an der ich wieder rauskomme, ist nicht zu finden. Keine schlichte postalische Anschrift in Karlsruhe, mit einer Faxnummer. Nichts dergleichem im Impressum.

Der Anruf: eine weibliche Kunststimme aus dem Telefoncomputer, die mich -- was jeder moderne Mensch ja besonders liebt -- mit der immer gleichen künstlichen Freundlichkeit minutenlang durch Entscheidungsbäume klettern lässt. ("... dann sagen Sie jetzt bitte: VERTRAG!") Schon glaube ich, dass nur ich mich besonders dumm anstelle und das Impressum 3, wo dann tatsächlich eine Postleitzahl und eine Straße oder eine Faxnummer steht, einfach nicht finde, da lese ich im Netz das...

"In diesem Thread wurde mehrfach geschrieben, dass eine Kündigung bei 1&1 gar nicht so schwer sei. Das habe ich anders erlebt. Auf den Seiten von 1&1 findet man weder eine Postanschrift, noch eine Fax-Nummer an die man seine Kündigung schicken könnte. Unter Kontakt steht nur die kostenpflichtige Hotline. So weit kommt's noch, dass ich wegen Infos, die auf die Webseiten gehören, eine kostenpflichtige Hotline anrufe, zumal meine bisherigen Erfahrungen mit der 1&1 Hotline nicht unbedingt so waren, dass ich sie wiederholen möchte. Auch im Control Center habe ich zum Thema Kündigung nichts gefunden. Irgendwo mag's ja stehen, aber jedenfalls nicht da, wo es ein Normalsterblicher findet. Ich halte das für eine bewusste Verschleierungstaktik, um kündigungswilligen Kunden möglichst viele Steine in den Weg zu legen." (Quelle)

Also doch: "Du bist nicht allein, wenn du ..."

Und ich sinniere: Gab es da nicht mal eine Pflicht zu einer Impressum-Seite, auf der im Klartext die schlichten Kontaktdaten angegeben werden müssen?!

--

Nachtrag: Also doch, die Anschrift im Impressum, das ich dann doch finde:

1&1 Internet AG
Elgendorfer Str. 57

56410 Montabaur

Aber auch hier: keine Faxnummer. Die schreibt das Impressum-Gesetz wahrscheinlich auch nicht vor. Und ich erfahre noch, dass ich wenigstens (hoffentlich!) nicht die Welt vertelefoniert habe:

Technische Fragen, Vertragsfragen und Tarifwechsel: DSL Deutschland: 0900 100 04 15 (0 ct/Min.4)

...

4) Nach dem kostenlosen Sprachmenü fallen je nach Produkt 0 bis 99 ct/Min. aus dem dt. Festnetz an. Der für Sie gültige Tarif wird Ihnen angesagt. Zusätzlich können Sie den Tarif Ihrem Control-Center unter https://login.1und1.de entnehmen.

(Wenn Sie sich das mal anschauen möchten, dann bitte hier.)

Und der Satz "Nach dem kostenlosen Sprachmenü fallen je nach Produkt 0 bis 99 ct/Min. aus dem dt. Festnetz an" gibt einem ja schwer zu denken. Was mag das wohl heißen? Unterschiedliche Qualifikation und Bezahlung der Fachkräfte -- darum auch unterschiedliche Kosten? Vielleicht das.

Sonntag, 4. Februar 2007

Google Desktop Search

Im PC-Alltag passiert das: Ich installiere Google Desktop Search, nachdem Copernic nicht mehr funktioniert, heißt: nicht mehr indiziert und nicht mehr gefunden hat. (1: GSD sagen die Kenner. 2. Für die Suche nach den Gründen für das Copernic-Versagen hatte ich schlicht keine Zeit.)

Ich installiere auch noch das Hilfsmittel, das es ermöglichen soll, meine OpenOffice-Dateien zu durchsuchen. (Gadget heißt so was heute.)

Dann passiert das: GDS hört mit dem Indizieren bei zweimaligem Anlauf immer bei 13% auf. Über Tage, und auch, wenn ich den PC nachts durchlaufen lasse.

Außerdem erscheint eine Meldung, für die es unter Google keinen Fund gibt. Die Meldung geht so:

ZIP-komprimierte Ordner.
Legen Sie Datenträger 1 und 2 ein.

Keine Ahnung, welche 'Datenträger' da gemeint sind. Seit ungefähr einem Jahr hatte ich keine Diskette mehr in der Hand.

Google meldet, dass es für "zip-komprimierte ordner" und für "legen sie datenträger" keinen Fund gibt.

So -- so ungglaublich geheimnisvoll können das Internet und mein PC sein!

Bürokratieabbau

Vor mir liegt -- ich hatte es erst mal zur Seite getan -- ein Formular: "Angaben zur Feststellung der Familienversicherung". Mit Namen und einer 9stelligen Nummer. Muss ja sein. Aus alter Tradition. In der Verwaltung muss der Mensch zur Nummer werden. Sonst ist das keine rechte Verwaltung. Auch wenn man heute, im Zeitalter der Datenbanken, aus dem Namen und, sagen wir, dem Geburtsdatum locker eine eindeutige Identifikation machen könnte. Aber die Bürokratie muss den Menschen vernummern. Aus Tradition.

Es fällt mir der alte Gedanke ein, den ich endlich aus dem Kopf bekommen möchte: Wenn es eine Abteilung zur Verwaltung gibt, muss diese Abteilung ihre Daseinsberechtigung nachweisen. Nicht nur, indem sie intern etwas funktionieren lässt, sondern indem sie denen, die von der Verwaltung betroffen sind, regelmäßig ein Formular zum Ausfüllen oder einen Ausdruck zur Kontrolle und zur "sorgfältigen Aufbewahrung" übergibt. Wenn die Richtung stimmen, können auch noch jede Menge Erlasse und Hinweise und Memos dazukommen. Auch ja, und übrigens: Beamte müssen da nicht sein. Eine Hierarchie mit vielen Sachbearbeitern auf der unteren Ebene genügt vollauf.

Dann fangen wir an, in den Bürokratiefluten nach Luft zu schnappen. So wie ich jetzt.

Samstag, 3. Februar 2007

Textsorte Horoskop (gleichzeitig ein Offener Brief an Frau Constantini von der HÖR ZU)

In der Linguistik nennen sich Textgruppen, die etwas Wichtiges gemeinsam haben, "Textsorten". Meistens haben diese Textsorten eine normale alltagssprachliche Entsprechung. Konkrete Horoskope gehören also zu einer -- nein, besser: bilden die Elemente einer Textsorte. Was sind nun die gemeinsamen Merkmale von Horoskopen? Nun, Horoskope sagen, in den Gruppen der Sternzeichen, was über die Zukunft von Menschen voraus. (Dass es inzwischen auch Tierhoroskope für Miez-Mauz und Waldi gibt, lassen wir mal beiseite.)

Voraussagen können, soviel ist klar, unterschiedlich klar und genau sein. Gestaffelt von Vollkommen klar nach Vollkommen unklar ungefähr sieht eine Beispielreihe ungefähr so aus:

a) ABSOLUTE KLARHEIT: Am kommenden Mittwoch wird Sie ein Schulkamerad anrufen, von dem Sie seit ihrer Schulzeit nichts mehr gehört haben. (Ob das am Vormittag, Nachmittag oder Abend sein wird, ist nicht so wichtig. Selbst den Donnerstag Vormittag würden wir noch als Dreiviertel-Treffer ansehen.)

b) MITTLERE KLARHEIT: In der kommenden Woche werden Sie einer interessanten, rothaarigen Frau begegnen. (Wenn nicht: Hab ich die Frau in der U-Bahn vielleicht übersehen und bin selbst schuld, dass die Prophezeiung nicht eintrifft?)

c) ZIEMLICHE UNKLARHEIT: In der kommenden Woche geht Ihnen die Arbeit nicht gerade leicht von der Hand. (Schon sehr in der Nähe der sogenannten self-fulfilling prophecy.)

d) VOLLKOMMENE UNKLARHEIT: In den nächsten Tagen erleben Sie eine Überraschung. (Ja, nun, was ist schon eine Überraschung? Wenn der Briefträger gegen seine Gewohnheit freundlich zurückgrüßt, nachdem ich ihn zuerst gegrüßt habe?!)


Liebe Frau Edda Constantini, vom Horoskop der HÖR ZU!

Nun kommt etwas, was zur einen Hälfte extrem unklar ist und zur anderen überhaupt nicht in die Textsorte HOROSKOP gehört. Sie schreiben mir bzw. meinen Mit-Sternzeichen von der Waage für diese Woche:

"Das Ungewisse, Unentschiedene übt eine große Faszination aus - ..."

Je nun, liebe Frau Constantini! Auf wen übt das Unentschiedene keine Faszination aus. Wohl nicht nur auf die Waage-Menschen. Wenn es denn halbwegs wichtig ist, wohlgemerkt. Ob die Müllabfuhr um 11 Uhr oder um 1/2 12 kommt ist auch unentschieden, aber es fasziniert mich nicht sonderlich.

Wenn es dann entschieden ist, ist es ja kein Unentschiedenes mehr und kann also sowohl vom Sachverhalt wie vom Sprachgebrauch her nicht mehr als Unentschiedenes faszinieren.

"... - solange nichts entschieden ist, scheint alles möglich zu sein."

Tja nun, das kommt auf den Fall an. Um mal ein wenig spitzfindig zu sein: Wenn ich nicht Lotto gespielt habe, sind die Zahlen vom kommenden Samstag noch immer ziemlich offen, aber ausgeschlossen ist, dass ich was gewinne.

Weiter: "Doch diese Einstellung verzögert Abläufe im Job und Alltag langfristig."

Jetzt kommen wir der Sache schon näher! Ich verstehe allmählich. Sie meinen also, ich halte Dinge, die ich entscheiden könnte oder müsste, bewusst in der Schwebe, weil sie, diese offenen Fragen, mich faszinieren? Könnte ja sein. Wenn aber, dann halte ich mich mit Blick auf die Entscheidungen nicht freiwillig zurück. Sondern weil ich psychisch unter Zwang stehen, wie sie wohl selbst schon bemerkt haben.

Ihr Schlussgedanke: "Also raffen Sie sich auf, und treffen Sie Entscheidungen!"

Siehe oben! Wenn Sie, liebe Frau Constantini, mir beim nächsten Mal bitte sagen, wo ich am Mittwoch hingehen muss, damit mir da in all meiner Entscheidungsschwäche geholfen wird, dann wär das was. Sonst aber: Gute Ratschläge und gutgemeint Lebenshilfen dieser Art gehören nicht in ein Horoskop! In meinem Horoskop möchte ich Voraussagen und Warnungen lesen. Warnungen so formuliert, dass ich, wenn ich mich mal bei einer nicht so schwergewichtigen Sache testweise nicht an Ihren Vorschlag halte, nachher überprüfen kann, ob Sie recht hatten. (Am besten ist, nur mal so als Beispiel, so was: Tanken Sie nicht am Mittwoch, sondern erst am Donnerstag! Da wird der Diesel an Ihrer Stamm-Tankstelle um 3 Cent billiger sein als am Mittwoch.)

Der Aufruf, an alle Horoskop-ErstellerInnen: Wagen Sie doch mal wieder konkrete Voraussagen und Warnungen!

Und ganz am Schluss noch die Erinnerungen an jenen Leserbrief, der vor Jahren einmal -- ich bin mir ziemlich sicher: im STERN abedruckt war. Nicht präzise war diese Aussage, sondern eher rückwärtgewandt; aber trotzdem zum Staunen. Da schrieb also eine Dame: Es sei ja doch ein bisschen makaber. Aber ihre Mutter sei immerhin 90 Jahre alt gewesen, und ihre Mutter sei also Ende vorvergangener Woche gestorben. Und im Horoskop ihrer Mutter im STERN habe in der vorigen Woche doch tatsächlich gestanden: "Sie haben etwas hinter sich, das andere noch vor sich haben."

Ein Highlight der Horoskop-Kunst, ohne Frage. Auch wennn es streng genommen auch wieder keine Voraussage, sondern eine nachträgliche Feststellung war, die einen, na ja, sozusagen: Nicht-mehr-Menschen betraf. Aber doch eine auf eigenartige Weise sehr zutreffende und noch dazu sehr schön formulierte und einfach-klare Feststellung. Keine Frage.

Donnerstag, 1. Februar 2007

Christina

Gibt man bei der Google Bildsuche einen einigermaßen gebräuchlichen weiblichen Vornamen ein, bekommt man unter Garantie erst mal viel nackte Haut zu sehen und natürlich auch einige Fast-Porno-Bildchen. Ein Klick, wenn man mag, und man ist bei der Pornographie. So weit, so gut. Ein eher selbstverständlicher Blick auf Kommerz und Sexualisierung. (Was müssen da die muslimischen Mitbürger, die halbwegs strengläubig sind, nur denken. Überlege ich manchmal.)

Als ich Christina eingebe, kommen alle möglichen Bilder von: Christina Aguilera. Und ich erkenne: Man ist exakt dann extrem berühmt, wenn die Eingabe des Vornamens reicht, um es bei Google an die Spitze zu bringen!

Und was Christina A. angeht: Ich habe mir immer schon gedacht, dass die eine hübsche Figur und ein ebensolches Gesicht hat. Aber -- das haben viele Mädchen in diesem Alter. Christina A. hat nicht wirklich Besonderes. Böse Menschen würden sagen: Sie hat ein hübsches Dutzendgesicht. Aber nun erinnere ich mich, dass ich im SPIEGEL ein Interview mit CHRA gelesen habe. Und da hat diese junge Dame ausnehmend kluge, eigenständige Dinge gesagt. Und auf einmal springt mich die Frage an: Sollte es tatsächlich so sein, dass in diesem Fall die Gleichung lautet: HÜBSCH + KLUG = WELTBERÜHMT? Wenn dem so wäre -- was für ein Fortschritt!

Mittwoch, 31. Januar 2007

Falcos Todestag, oder: Modern Times One

Diese Meldung steht für die Zeit JETZT, weil sie vor 50 Jahren gleich in mehrfacher Hinsicht nicht möglich gewesen wäre:

"... Obwohl Falco nicht ihr leiblicher Vater sei, vermisse sie Falco noch immer, sagte die 20-jährige Vitkovic. Zudem hat sie sich die Initialen Falcos hinter das Ohr tätowieren lassen. 1985 hatte Falco ihre Mutter Isabella Vitkovic kennen gelernt und sie 1988 in Las Vagas geheiratet. Sieben Jahre nach Katharinas Geburt im März 1986 fand Falco jedoch durch einen Vaterschaftstest heraus, dass sie nicht sein Kind war."

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Dass Thomas Gottschalk so harte Worte sprechen kann? Ist das gesichert?

"Eigentlich ein netter Typ. Doch seit dem Song Jeanny ist er für mich nur mehr ein Wiener Würstchen,das apokryptischen Schwachsinn fabriziert hat. Von einem Liebeslied zu sprechen ist ja wohl Hohn."

YouTube versammelt fast alles, also auch, arg gerastert, das Video zum Lied. Schon schräg, das Ganze...

Aschura-Fest

Das, was die die Netzzeitung mit den Überschriften "Blut spritzt im Takt des Trommelschlags" und "Blutiges Ritual" einen Bericht und Bilder von diesem eigenartigen Fest bringt, sind mit der der Selbstgeiselungen in Spanien vergleichbar. Dennoch schockieren mich diese Aschura-Bilder mehr. Wahrscheinlich, weil es einen Unterschied macht, ob man sich mit Peitschen folkloristisch-traditionell den Rücken blutig haut oder ob man sich mit großen Messern verletzt. Und dabei auch gleich noch weinende Kinder blutig "zeichnet".

Dienstag, 30. Januar 2007

iPod-Nachbau

Wer einen iPod-Nachbau hat und die Firmware flashen möchte, kann hier rausfinden, dass er das besser lassen sollte. Erstaunlich, wie lange die Leute -- ohne jeden sichtbaren Hinweis auf Erfolge -- immer wieder neu versuchen, ein Wunder zu sehen.

des funzt net

Das muss ich aus therapeutischen Gründen loswerden: das Neuverb funzen erzeugt bei mir Übelkeit.

"Habe mal eine von nem Aiptek-Player probiert, hat aber auch net* gefunzt, obwohl der den gleiche Chip hat."

"Bei mir steht eine xd-version, also hab ich mir so eine runtergeladen, und es funzt."

Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, solche Wörter zu veröden und die Stelle dann, beinahe ohne sichbare Narbe, ausheilen zu lassen?

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* Und wer hat den Bamberger Franken eigentlich beigebracht, aus dem einfachen, leicht auszusprechenden Wörtchen nicht ein so grausliches ned (geschrieben, s. o.: net) zu machen?

Samstag, 27. Januar 2007

Die Medien -- irgendwo

Heute bei nassem Wetter zur Goethestraße in München gefahren. (Zur Goethestraße am Bahhof, nicht zum Goetheplatz!) Großes Hotel, Tagung des Verbands deutscher Mineralbrunnen. Es spricht am Schluss, will sagen: als letzter Vortragender der Tagung, Klaus Bresser. Wir kennen ihn noch vom Fernsehen her. Bresser, ich schaue das später nach, ist am 22. Juli 1936 in Berlin geboren. Auf die Entfernung wirkt er jung, jünger. Wie 45. Na ja -- 50. Jetzt firmiert er schlicht unter "politischer Journalist, Berlin". Doch dann, beim genaueren Hinsehen -- Bresser wirkt müde, irgendwie krank sogar. Zu meinem Erstaunen liest er ab, mit recht gleichförmiger, leiser Stimme. Aber er gibt mir einen Gedanken mit, den ich so klar noch nicht gehört habe: Hätte es 1987 - 1992 die Welt-Fernsehberichterstattung nicht gegeben, so wären die Veränderungen in der Sowjetunion und ihren Satelliten wahrscheinlich nicht unblutig abgegangen. Die Kontrollfunktion der Medien. Deren Macht gegenüber den Mächtigen.

Während Bresser spricht, bemerke ich die gelangweilte Stimmung im Saal. Die Anwesenden wollen etwas über Markt und Marke und Macht hören. Wie verkaufe ich mehr. Für die große weite Welt zwischen Medien und Moral haben sie wenig übrig. Dem entsprechend dann die -- wenigen -- Fragen: Ist es denn journalistisch erlaubt, mittelständische Betriebe aus Sensationslust mit willkürlich festgelegten Grenzwerten so zu kritisieren, dass die große Absatzeinbußen hinnehmen müssen. Besser wirkt geduldig. Weist eine Frage als zu allgemein zurück. Sagt dann, dass er gegen Kampagnenjournalismus sei. Aber Seehofer und seine Freundin passen irgendwie nicht zu dem Managern und Eigentümern im Raum.

Freitag, 26. Januar 2007

Copyright-Freaks

Man findet gute Seiten im Internet. Voller guter Inhalte. Das, was man gesucht hat. Und dann, im Impressum, taucht da ein selbstverliebter Besserwisser auf. Der uns anraunzt, ja nicht irgendwelche Bilder von seiner Seite zu entführen. Was wir nie vorhatten. Aber dieser Ton. Diese aufgeplusterte Selbstverliebtheit. Schnelle Flucht, das ist das Einzige, was bleibt.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Handy mit normalem USB-Anschluss

Ich besitze: ein nicht allzu neues Nokia-Handy, mit dem ich vollkommen zufrieden wäre. Wenn -- ja, wenn das Ding einen normalen USB-Anschluss hätte, der vom PC erkannt würde, sodass man z.B. die Adressdatei am PC erstellen und auf das Handy übertragen könnte. Einen kreuznormalen USB-Anschluss, an dem man auf der anderen Seite einen normalen USB-Kopfhörer bzw. ein normales Headset anschließen könnte.

Statt dessen gibt es von Nokia einen seltsamen breit-hakligen Spezialanschluss, eine "proprietäre Lösung" also, und eine furchtbar komplizierte softwaregestützte Verbindungslösung, die, ausweislich vieler Statements im Internet, nicht nur bei mir nicht funktioniert.

Und dann lese ich das:

China: Ladegeräte für Handys standardisiert

Motorola V3x: Wird per USB-Schnittstelle aufgeladen.

In Zukunft müssen alle in China verkauften Handys über einen USB-Anschluss aufladbar sein.

Das chinesische Ministerium für die Informationsindustrie hat bekannt gegeben, dass alle Ladegeräte für Mobiltelefone ausschließlich mit einer USB-Schnittstelle ausgeliefert werden dürfen. Der neuen Regelung zufolge müssen die Handyhersteller ihre Geräte mit einem USB-Port des Typs A ausstatten.

Aber nicht nur das Laden der Geräte soll über die Schnittstelle abgewickelt werden. Auch die Übertragung von Daten auf und vom Handy soll nur noch über die USB-Schnittstelle funktionieren. Verfügt ein Geräte nicht über einen USB-Port, kann der Hersteller allerdings auch einen Adapter beigelegen.

Die chinesische Regierung will auf diesem Weg dafür sorgen, dass Kunden nicht mehr mit jedem Handy ein neues Ladegerät kaufen müssen. Ausserdem könnten die Mobiltelefone auf diese Weise auch an PCs oder Notebooks geladen werden.

(Quelle)

Und die Frage ist und bleibt: Muss sich eigentlich Europa immer häufiger von Japan und China in technischen Gesunder-Menschenverstand-Fragen überholen lassen?

Botschaft von Japan -- ?

Schafft man es wohl -- das ist ja immerhin eine hochoffizielle Angelegenheit -- die japanische Botschaft in Berlin davon zu überzeugen, dass die Bezeichnung

"Botschaft von Japan in Deutschland"

ziemlich holpriges Deutsch und alles in allem nicht korrekt ist. Besser wäre auf jeden Fall das Schlichte "Japanische Botschaft" oder auch "Botschaft Japans". Der Zusatz "in Deutschland" ist hier nicht notwendig, weil auf der deutschen Seite die Sprache hinreichend klar macht, worum es geht. (Auf der japanischen Seite, wo es auch um eine andere japanische Botschaft gehen könnte, wäre der Zusatz aber natürlich wichtig.)

Wohlfeil (rund um den Stoiber-Rücktritt)

Das sei noch festgehalten (weil es mir seit Tagen im Kopf herumspukt):

Es muss so ums Jahr 1988 gewesen sein, in dem schon in Voltaires Candide besungenen Münster in Westfalen. Das Stadttheater führte das Stück eines polnischen Autors auf, in dem es viel um Sex (auch: im Alter) und um Kirchenkritisches ging. Das Stück führte zu städtischen Empörungen, zu einem Eklat, wie man so sagt, und es sollte abgesetzt werden. Es kam in einer Matinee am Sonntag zu einer großen Diskussion, in Anwesenheit des staunenden und sich geehrt fühlenden Autors übrigens.

Nach einiger Zeit stand einer der angestellten Theaterleute auf, der für die Musik Verantwortliche vielleicht, und der erklärte, dass er jetzt, wegen der Zensurmaßnahmen und nach reiflicher Überlegung, auch sein Tätigkeit einstelle.

Ich hatte unmittelbar -- was man nur verstehen kann, wenn man die Situation und die Person des Sprechenden vor sich sieht -- den Eindruck, dass da jemand, recht ängstlich, abgewartet hatte, wohin die Reise geht, um dann auf den längst fahrenden Zug aufzuspringen. Etwas Wohlfeiles und Opportunistisches lag im Raum. Und viele bemerktes das. Der mit Eifer gerade Redende freilich merkte es nicht.

Heute erinnere ich mich, wenn ich die Kritik an Edmund Stoiber höre und lese, oft an jenen Sonntag vormittag. An das Wohlfeile in den kritischen Stimmen ...

--

Ach ja, und das noch: Stoiber mag ein schlechter Redner sein. (Die, die das immer wieder anführen, möcht ich einmal hör'n!) Er mag ein erzkonservativer und dazu auch noch ungeschickter politischer Knochen sein. Aber, ich kann mir nicht helfen: In den letzten Wochen ist mir der Stoiber sympathisch geworden. Das mit dem "Hund, der leidet" -- nun, irgendwann hab ich ihm das abgenommen. Und dass die Häme nimmer aufhört, auch dann nicht, wenn einer grad zu Boden sinkt, macht mir dieses Land und seine Kritikaster arg verdächtig. Immerhin, ein kleiner Trost: im SPIEGEL war eine plötzlich stille, reife Darstellung der Vorgänge zu lesen. Im SPIEGEL! Immerhin!

Und wer weiß, ob sie sich die Bayern und ihre CSU nicht Anno 2008 nach ihrem guten alten Stoiber sehnen. Wart mers mal ab.

Der harte Bursche und der Hai

"Obwohl er schon fast verschlungen war, hat sich ein Profi-Taucher vor der Südost-Küste Australiens aus dem Kampf mit einem Weißen Hai retten können.

Vom Krankenhausbett aus berichtete Eric Nerhus am Dienstag Freunden, wie er mit einem Schneckenmeißel so lange den Kopf des Hais bearbeitete, bis dieser von ihm abließ. Der 41-Jährige überlebte mit schweren Kopfverletzungen und tiefen Bißwunden am Oberkörper."

(Quelle)

Komma-Setzung

Verehrte Sprachfanatiker! Ich weiß, dass viele von euch in dem folgenden Satz nach den Wort versuche ein Komma (oder, wie man in Österreich zu sagen pflegt: einen Beistrich) setzen würden.

"Ich versuche ihm zu erklären, dass das"

Aber sprecht bitte den Satz mal mit und ohne Komma! (Natürlich, das muss man erst mal können. Aber Sprachfanatiker können das! Oder etwa nicht?) Ich gebe der durchgehenden Sprachmelodie den Vorzug und setze also kein Komma.

Der Bestseller

Ich solle doch mal zur Abwechslung einen Bestseller schreiben, sagt mein Sohn. (Der Ältere von zweien. Die Tochter ist noch zu klein und redet bei sowas noch nicht mit.)

Ich versuche ihm zu erklären, dass das mit dem Bestseller-Schreiben sei so eine Sache. Erstens gebe es kein Rezept. Denn wenn es ein solches Rezept gebe, schrieben ja alle nach diesen Vorgaben, und schon sei die geplante Bestsellerei wieder perdu. Zweitens aber, und das sei noch wichtiger: Bestseller -- die ich ja selbst durchaus gerne lese --, die seien auf der Verständnis- und der Erwartungsebene der großen Masse, und dahin, zu dieser Ebene wolle ich gar nicht. Ich schreibe, versuche ich zu erklären, für eine sehr, sehr kleine Gruppe von Menschen, die so tickt wie ich selbst. Vier oder fünf Menschen vielleicht. Wenn es hochkommt sieben. Ja, sagt mein Sohn, schon ... Aber -- ob ich denn nicht einmal über meinen Schatten springen könne. Einfach, damit ein wenig mehr Geld in die Kasse kommt.

Das stete Reden meines Ältesten bewirkt etwas. Heute morgen beschließe ich also, den Roman, an dem ich schreibe und den ich sowieso neu angefangen habe, noch einmal neu und anders zu schreiben. Als einen Bestseller. Um die literarische Qualität ist es schon schad. Aber, Gott, man will ja manchmal den Kindern einen Gefallen tun.

Dienstag, 23. Januar 2007

Alle Dosen finden ihr Ziel

Eigentlich wollte ich mein derzeitiges YouTube-Lieblingsvideo im Original hier einbinden. Aber so, über Umwege, geht es erst mal auch.

Und den zweiten Teil gibt es dann hier!

"Bremer Türke"

Ich habe heute in BR5, dem Info-Radio, einige Male gehört, dass Außenminister Steinmeier "im Fall des Bremer Türken Murat Kurnaz... in die Offensive" gegangen sei. Es fehlt da, im "Hintergrund" eine Erklärung. Abgesehen davon, dass mir die Formulierung "Bremer Türke" an und für sich gegen das Sprachgefühl geht, würde ich doch zu gerne wissen, ob Kurnaz türkischer Staatsangehöriger ist, der in Bremen lebt bzw. gelebt / gearbeitet hat oder ob der (eingebürgerter) Deutscher ist. Im ersten Fall wäre interessant, warum sich die türkische Regierung nicht für ihn eingesetzt hat, im zweiten Fall ist die Formulierung falsch, denn dann ist K. nicht Türke, sondern Deutscher, und das mit dem "Türken" wäre höchstens als Anmerkung zur Abstammung von Belang.

Außerdem wäre, nach so vielen Berichten, doch Hintergrundinformation nützlich: Wer ist K. eigentlich? Wie hat er gelebt und gearbeitet? Ist er in muslimischen Organisationen aktiv gewesen? Im Moment geistert der Mannn als ein großer Medienschatten durch die Gegend, ohne dass die Öffentlichkeit etwas über ihn erfährt. Das gilt, nach meinem Kenntnisstand, auch für die Zeitungen, aber eben auch für den BR.

So hatte ich geschrieben. Dann erst habe ich bei Wikipedia nachgelesen: "Die deutsche Bundesregierung fühlte sich anfangs für den Inhaftierten nicht zuständig, da Kurnaz türkischer Staatsbürger ist und die USA Verhandlungen über die Gefangenen nur mit dem jeweiligen Mutterland führen wollten. Die türkische Regierung intervenierte jedoch nicht, da sie Kurnaz als Islamisten einordnete." (Quelle)

Interessant, eins ums andere Mal, die Diskussionen bei den Wikipedianern:

"Ein nicht verurteilter Mörder ist kein Mörder. Und es ist illegal, jemanden als Mörder zu bezeichnen, wenn er nicht als solcher verurteilt wurde.
Godwin! (modifiziert) Hitler und Stalin sind keine Mörder. Sie sind unschuldig. Denn sie wurden nie verurteilt. Blödsinn. Was für 'ne kranke Logik ist das da oben denn?

Ist keine kranke Logik, sondern geltendes Recht, ich würd' sagen, dein Vergleich ist krank. Um nochmal zum Thema zu kommen: natürlich soll man in den Artikel nicht schreiben, er sei unschuldig, aber man sollte (darf) kein Urteil vorwegnehmen, das noch nicht gesprochen wurde." (Quelle)

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Nachtrag: Was das Internet doch alles möglich macht! Die Entwicklung eines Gesichts, gesehen als die Entwicklung eines Menschen: [ 1 ] --[ 2 ] --[ 3 ]

Samstag, 20. Januar 2007

Die Kulturen

Auf dieses ZEIT-Streitgespräch will ich noch einmal hinweisen. Es fragt sich da schon, wie viel Deutschland an solchem Fremdem akzeptieren will, ohne seine Verfassungswerte hohl werden zu lassen. Dass es eine große Anzahl von Menschen gibt, denen mittlerweile fast alles egal ist, ist ein Teil des Problems, nicht ein Hinweis auf Toleranz.

Joachim Swietlik: Ich habe mir das*, ehrlich gesagt, vorher gut überlegt. Als wir von der Bürgerinitiative uns zum ersten Mal mit den Mitgliedern der Ahmadiyyah-Gemeinde getroffen haben, da haben uns nämlich die Frauen den Handschlag verweigert mit der Begründung, das sei aus religiösen Gründen nicht üblich. Wir haben dann beschlossen, dass wir im Gegenzug den Männern der Gemeinde nicht die Hand geben. Aber jetzt sind wir ja quasi unter uns.

Abdul Tariq: Nach dem islamischen Glauben darf es keine Körperberührung zwischen fremden Männern und Frauen geben. Das geht nur im engeren Verwandtenkreis. Wir waren schon sehr verletzt, als Sie uns damals nicht die Hand gaben. Es hätte doch eine einfache Lösung gegeben: Die Männer geben den Männern die Hand, die Frauen den Frauen.

Swietlik: Sie haben sich nun mal entschlossen, in unserem Kulturkreis zu leben, und da ist der Gruß mit Handschlag Usus.

Tariq: Ich kann es nicht ändern, diese Sittlichkeit ist uns sehr wichtig. Der Heilige Prophet Mohammed, Gottes Friede sei mit ihm, hat fremden Frauen nie die Hand gegeben.

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* S. hatte T. zur Begrüßung die Hand gegeben.

Der Chaot 1

Der Chaot nimmt sich vor, ordentlich zu werden, ja pedantisch. Er beginnt heute damit, seinem Zimmer eine

  • "Augenordnung"

zu verpassen, wie er das nennt. Das heißt: oberflächlich darf erst mal nichts mehr rumliegen. Alles wird verstaut. Und dann, morgen, beginnt die

  • Ordnungsstation 1

Sie bedeutet, dass Kartons usw. aufgemacht werden. Der Inhalt wird grob sortiert in andere Kartons. Das muss einfach sein.*

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* Es gibt schlaue Bücher zum Zeitmanagement usw., die sagen, man solle alles in Kartons legen. Wenn man etwas brauche, nachsehen. Und was man 1/4 Jahr nicht brauche, das solle man unbesehen wegwerfen. Wenn das so einfach wäre! Ich habe viele wichtige Zeugnisse seit zwei Jahren nicht gebraucht. Wenn die jetzt da drunter lägen?!


Liebe Werbetreibende!

Viele werden das kennen: "Sehr geehrter Internet Nutzer, online am: 20.01.2007 um: 15:31:43 Uhr -- Noch für 16 Sek. ausgewählt! Unser Zufallsgenerator hat Sie soeben unter allen freenet Nutzern als möglichen Audi A3 Gewinner ausgewählt! Falls ausgewählt, hier klicken: ..."

Der Zufallsgenerator arbeitet bei 100% wie es scheint, so oft kommt dieses Fenster, z. B. hier.

Liebe Werbetreibende! Wenn ihr weiter so phantasielos seid, müsst ihr euch demnächst sehr warm anziehen! Mein Festplattenrekorder schneidet alle Werbung leicht raus, und auf so einen Quatsch wie der mit dem Zufallsgenerator fällt doch längst kaum einer mehr rein.

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Mein Sohn hat mich zur Teilnahme überredet. Er glaubt an unser Glück, und ich wollte ihm die Freude nicht verderben. Die Antwort kam dann auch prompt:


Hallo X Y,

herzlichen Glückwunsch, Sie haben soeben am AUDI A3 Gewinnspiel von ... teilgenommen. Ihre Registrierung wurde erfolgreich abgeschlossen! Der Teilnahmeschluß ist der 31.12.2007. Die Verlosung der zwei AUDI A3 findet am 31.12.2007 statt. Sie werden rechtzeitig informiert, ob Sie gewonnen haben.

Ihre Teilnahmenummer an der Gewinn-Ziehung lautet: ...

Sehr Wichtig! Nutzen Sie bis zur Ziehung und Ihrem Gewinn auch noch Ihre tägliche GRATIS Chance auf 1 Million Euro bei ... . Sie können dort jeden Tag kostenlos Ihr Glück um 1 Million Euro versuchen. Loggen Sie sich dazu einfach mit Ihrer e-Mail Adresse ... auf ... ein und spielen Sie täglich kostenlos mit.

Viel Spass beim Spielen und viel Glück
Ihr ... Team

So, und nun warten wir mal ein knappes Jahr lang ab! Wie erklär ich das richtig, ohne dass seine positiv gestimmte Kinderseele Schaden nimmt, meinem Sohn?! Der will doch (ohne die entsprechende Werbung zu kennen, dazu ist er zu jung):

... Genuss sofort!

Computer-Probleme

Ich beschließe, zwei Blogs aufzulösen und hierher zu transferieren. Es war eh nicht viel Inhalt da. Man soll sich einfach nicht überschätzen.

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Thursday, September 14, 2006
Nicht genügend virtueller Speicher
Diese Meldungen sind immer klasse!

Sie stehen gleich neben so freundlichen Hinweisen wie "Bitte wenden Sie sich an den Hersteller Ihrer Software", und sie bedeuten im Klartext: "Schaun Sie zu, wie Sie selbst weiterkommen". Der PC hat immerhin 1024 MB Arbeitsspeicher. Was tun? Warten, bis Windows die Sache selbst regelt? Warum dann die Meldung überhaupt? Welche Auswirkungen hat das, jetzt und in den nächsten Minuten?

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Monday, September 11, 2006
Desktop: Farbunterlegte Schriften
Es ist erstaunlich, a) daß das Folgende nicht allein mein Problem ist, daß also b) auch andere Menschen so empfindlich sind, daß sie das als Problem empfinden und daß c) die Lösung offenbar alles andere als trivial ist.

Also, worum geht es?

Windows-XP. Ich ändere das Desktop-Bild, und auf einmal -- was hab ich nur wieder alles angeklickt?! -- liegt hinter den Schriften, die unter den Icons stehen, Farben. Diese Farben kann ich ändern, aber nicht wegnehmen = durchsichtig machen. Und siehe da, das ist vielleicht eine Diskussion und ein Hin-und-Her, hier!

Ist das wirklich die Lösung?

Antwort 4 von Hasso vom 18.03.2005, 13:53 @rainerhb

Ich hab es gefunden!

Rechtsklick auf Arbeitsplatz,
Klick auf Eigenschaften,
Klick auf Erweitert,
Klick auf Systemleistung,
unter visuelle Effekte solltest Du auf Benutzerdefiniert gehen.
Da kannst Du dann unter "Durchsichtigen Hintergrund für Symbolunterschriften auf dem Desktop gehen.

Gruß
Hasso

--

Und tatsächlich, das war's!

Schön, wenn man so einen Blog mit einen schnellen Erfolg beginnen kann.

Der Stab

Er war in einer Krise? Ja, natürlich war er in einer Krise. Er wachte nachts auf und sagte sich, daß er gescheitert war. Da und da und dort auch. Er war jetzt 56 Jahre alt. Bald war er 57. Und er war gescheitert. Auf eine nicht uninteressante Weise. Das immerhin. Wenn er ein Bild für dieses Scheitern suchte, dann sah er sich als Stabhochspringer, in extremer Zeitlupe. Er sah den sicheren Anlauf. Das geschickte Einstechen des Stabs. Das Sich-Biegen des Geräts unter der Last des Geräts. Das Emporsteigen. Dann der Bruch des Stabs. Und das Fallen.

Er fiel noch immer.

Er wachte nachts auf und fragte sich: Was hast du da getan? Wann hast du diese Kerbe in den Stab gefeilt? Mit viel Erfahrung und Instinkt. So daß der Stab, gerade als du die fünf Meter erreicht hattest, zerbrechen mußte. Warum nur hast du das getan?

Er wußte, was er falsch machte, als er begann, seine Erinnerungen aufzuzeichnen. Richtig gewesen wäre es, einfache, kleine Geschichten aneinanderzureihen. So wie diese Geschichten in der Erinnerung bereitlagen. Auch wenn andere Titel gefunden werden könnten, der Haupttitel, schlicht, für diese diese Geschichten wär dann immer: Mein Leben. Und fertig.


Warum schrieb er nicht so? Warum setzte er nicht schlichte Geschichten aneinander?

Die Antwort war einfach und zwingend: Weil er es nicht konnte. Oder, etwas komplizierter formuliert: Weil er, hätte er dies versucht, über kurz den Gedankendruck in seinem Kopf in einem Maß erhöht hätte, daß er bald nicht mehr hätte weiterschreiben können.

Er war kein theoretischer Mensch. Wahrscheinlich war er nicht einmal ein Intellektueller. Es war nur so, daß an seinen einfachen Gedanken andere Gedanken und an diesen wieder andere Gedanken hingen. Sein Denken war wie ein Wurzelgeflecht, das von starken, großen Haltewurzeln zu immer feineren Wurzeln hinabführte. Wenn er schrieb und schreibend Geschichten erzählte, halb und manchmal ganz einfache Geschichten, dann konnte er diese Wurzeln unsichtbar machen. Man sah die Fläche und darauf den Baum des Erzählten, sonst nichts. Aber nun, da er von sich, wirklich von sich sprach, konnte er die Wurzeln, die aus gegenwärtigem Denken bestanden, nicht ausblenden.

Pornografie, weibliche

Frauen dürfen inzwischen -- mit dem Rauchen auch schon wieder aufhören, zu den Soldaten gehen und dort sogar, selten noch, aber immerhin: Kampfjets fliegen. Soweit das eine.

Natürlich dürfen, ja müssen Frauen in diesen Tagen auch pornografische Texte schreiben. Ehrensache: Dass es spezifisch weibliche Pornografie sein sollte, die sich von der rüden, ...gesteuerten Pornografie der Männer unterscheidet. Und auch wenn Alice Schwarzer noch immer versucht, die Pornografie zu ächten, man wird sagen müssen: Sie hat einfach die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es gibt genug Frauen, die sich explizit sexuell äußern wollen. Nicht alle heißen Erica Jong. Soweit dieses, das noch nicht das andere ist.

Wer Textproben der weiblichen Pornographie sucht, wird sowohl bei den Papierbüchern wie auch im Internet schnell fündig. Und auch explizit Nachdenklich-Deskriptives gibt es, etwa von Svenja Flaßpöhler, als Pornografie im Selbstversuch.

"Ich sehe nicht nur Männer, die sich Bilder ansehen. Ich sehe selbst die Bilder. Ich sehe Schwänze, die sich zwischen Brüsten reiben ("Tittenficks"), ich sehe Sperma, das auf Gesichter, Bäuche, Rücken spritzt ("Cumshots"), ich sehe Hintern, die von zwei Schwänzen gleichzeitig penetriert werden ("Double-Penetrations"), ich sehe Frauen in Schuluniformen, ich sehe Männer in Windeln, ich sehe riesengroße Dildos, ich sehe Frauen in Ketten, ich sehe Männer in Ketten, ich sehe Zungen, ich sehe Hoden, die gegen Ärsche klatschen, ich sehe Finger, die in Mösen stecken. Und ich sehe einen Angestellten, der geradewegs auf mich zukommt."

Die drei Porno-Geschichten von Frauen, durch die ich mich gestern durchgelesen habe, waren allerdings denen der Männer absolut vergleichbar und damit -- öde. Ich sage das nicht, um Prüderie zu tarnen. (Ich bin mir perfekt sicher in diesem Punkt.) Ich sage das, weil ich mich gelangweilt habe und ich hätte mich gerne nicht oder zumindest weniger gelangweilt. An eine der Geschichten erinnere ich mich, weil da schräg Gegensätzliches zusammengestellt wurde. Irgendwo zwischen Lust, Gewalt und Lächerlichkeit.

"Ralphs Blick wurde starr und gläsern, als er spürte, dass ich seinen Schwanz gefickt und zuvor seinen Arsch 'entjungfert' hatte."

Nun aber drei einfache Überlegungen nach diesen Lektüren:

1. Warum sind Pornos zwar für viele, viele wichtig und suchenswert, aber halt doch auch strohdoof und blöd? Antwort: Weil wie keine umgebende normale und gut erzählte Story haben.

2. Warum gibt es per definitionem keine guten Pornos? Antwort: Weil ein Porno, der gut erzählt ist und eine "Umgebungsgeschichte" hat, einfach zu einer Erzählung mit freizügigen sexuellen Darstellungen wird und kein Porno mehr ist.

3. Warum schreiben die Menschen dann keine solchen Erzählungen, wie in 2. gesagt? Antwort: Weil das Schreiben einer guten Geschichte sich vom rein pornografischen Schreiben ungefähr so sehr unterscheidet, wie das kunstvolle Fahren eines Formel1-Wagens vom Röhren-lassen eines Golf-GTi an der Ampel. Will sagen: Natürlich träumen die Golf-GTi-Fahrer an der Ampel von der Formel 1, aber sie haben einfach nicht das Können und, immer wichtig, auch nicht die sozialen Beziehungen, um in die Nähe der Formel 1 zu kommen.

Liebe Pornografinnen! Ich hoffe wirklich, dass ihr es besser macht als die Männer. Aber -- fangt erst mal mit guten Kurzgeschichten ohne Schwanz und Arsch und ficken an. Und wenn ihr das halbwegs drauf habt, dann könntet ihr, wenn ihr dann überhaupt noch Interesse an so was habt, mal eine erotische Geschichte mit einer vernünftigen Handlung und echten Charakteren schreiben.

Nachtrag 1: Hier könnte jemand doch so -- so gut schreiben. Ich erkenne das schnell. Wahrscheinlich aber wird sie es nicht einmal versuchen.

Nachtrag 2: Manche Frauen sind promisk aus statistischen Gründen und weil sie einfach wissen müssen, wie es mit den Sternzeichen der Männer und deren sexueller Qualität steht. Das ist noch keine Pornografie. Selbstverständlich nicht.

"Ein Widder ist der beste Liebhaber, den ich bislang hatte. Mit Stier-Geborenen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Und die Ansichten übers Leben klafften auseinander. Zwillinge uninteressant."

Ja, ja, so schläft frau sich durch die Sternzeichen! Aus statistischen Gründen, um sicher zu sein, jeweils mit mehreren Exemplaren des gleichen Sternzeichens. -- Ich gestatte mir, solche Frauen, wie auch die gleich gepolten Männer, für intellektuell angekokelt zu halten.

Nachtrag 3: "Die weibliche Klientel und auch die Produzentinnen, so zeigt es beispielsweise eine Studie Frauenpornografie von Corinna Rückert, bevorzugen niveauvollere, weniger direkte Erregungen." (Quelle) Ob das wirklich so ist?! Ich hab so meine Zweifel. Siehe oben.

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Nachtrag 4: "Méritt: ... Es gibt aber einen sexpositiven Flügel der Frauenbewegung. Auf den wollen wir aufmerksam machen. SPIEGEL ONLINE: Sexpositiv? Was verstehen Sie denn darunter?"

Darf ich für die Frau antworten, Herr SPIEGEL?! Darf ich?! Ja? Danke!

Also: "Sexpositiv, das ist so wie HIV-positiv, ne. Eben -- positiv! Da sehen Sie mal, was wir porno-positiven Frauen für ein tolles Sprachgefühl haben!"

Sonntag, 14. Januar 2007

Moschee auf ostdeutschem Boden

Der ZEIT ist einfach einmal Dank zu sagen, dass sie viele, viele Artikel online stellt. Hier also beispielsweise den über den Moschee-Bau in Berlin-Heinersdorf, sogar mit Video.

Und wer mag, der kann zu diesem Thema ja auch noch dahin zurückschauen (nachdem er die Blogigo-Werbung weggeklickt hat).

Monica

Ist das nun Monica Lewinsky oder ist sie es nicht? Wie war sie denn so? Eine Versucherin? Heute, heißt es, entwirft sie Handtaschen und vertreibt sie im Internet. Eine Plauderhandtasche? Nein, sie mache sich rar, was Interviews angeht, heißt es andernorts.

Und insgesamt? Fragen über Fragen ...

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Deutsches zur Vorweihnachtszeit

Am Morgen, jetzt schon, scanne ich für das Archiv einen Artikel von Navid Kermani aus der SZ von heute. (Einen unglaublich schönen, klugen Text, nebenbei gesagt. Wer die SZ hat: Seite 22. Zum Nachlesen.)

Die OCR macht Fehler. Natürlich ...

"Die Frage, was deutsch ist an der deuchen Literatur, möchte ich beantworten, indem ich über den exemplarischen deutschen Schriftsteller spreche."

... und das Korrekturprogramm von OpenOffice macht für "deuchen" zwei Korrekturvorschläge. Nämlich die:


Bevor jetzt jemand aufstöhnt, weil ihm Angst wird ums Herz, sage ich: "deutsche Seuchen keuchen?" Hey, das ist vorbei, Mann! Das war heute! Morgen ist 2007. Es geht aufwärts, Mann! Kultur, Konjunktur, KasselDokumentaTour -- geht alles aufwärts! Hoch hinauf. Nix mit Seuchen und mit Keuchen. Nur keine Panik, Mann! Keine Panik!

Dienstag, 19. Dezember 2006

Political Correctness

In einem Forum des Wiener 'Standard' schreibe ich: "Mir geht das ganze Political-Correctness-Gerede samt sämtlicher PC-Citronen [sic] langsam aber sicher (und auch unglaublich) auf die Nerven!" Worauf dann a) eine Leserin gratuliert, weil solcherlei Ansichten meist zensiert würden und ich es geschafft hätte, diesen Satz durch die Zensur zu bringen. Zwei Leser -- vermutlich Männer -- sagen, dass das, was ich da gesagt habe, meine Privatbefindlichkeit sei, die niemanden interessiere. Gönnerhaft fügt der zweite Kritiker hinzu, ich dürfe aber da immerhin "posten, was das Zeug hält".

Seltsam, diese selbstverliebte Scheinselbstsicherheit der allzeit Korrekten, denke ich. Und dann schreibe ich auch noch das:

"Weil ich grad mal wieder vorbeigeschaut habe, summarisch nach oben: Ich bin immer davon ausgegangen, dass dieses Forum dazu da ist, damit Menschen ihre Meinung sagen. Eine Meinung zu einer 'Privatbefindlichkeit' umzuetikettieren ist nicht sonderlich einfalls- reich. Vorsichtig und höflich formuliert. Ich nehme einmal an, dass die Privatbefindlichkeit-Richtung ungefähr die ist: 'Wer nicht das annimmt und vertritt, was ich selbst annehme und vertrete, der äußert hier seine niemanden (= nicht mich) interessierenden privaten Gefühle.' Nun ja..."

Das kopiere ich hierher für den Fall, dass doch noch gestrichen wird. Ich würde es gerne erhalten. Und eine Vorstufe ist ohnehin schon erreicht. Der rüberkopierte Link funktioniert nicht. Da steht immer die neueste Zitrone. Man muss also händisch das "Sündenziegen-Monster" suchen. Dann ist man vor Ort.

Samstag, 16. Dezember 2006

Eine Geschichte, die so beginnt?

Er könnte, überlegte er, doch damit anfangen, seine Autobiographie zu schreiben. Er war jetzt 57 Jahre alt. Natürlich ein wenig jung für einen solchen Lebensbericht. Aber doch auch wieder nicht zu jung. Denn immerhin lag die unerwartetste Veränderung seines Erwachsenenlebens nun schon drei Monate hinter ihm. Er war jetzt nicht mehr Journalist. Er war, zu seiner eigenen Überraschung, auf einmal Lehrer. Für Deutsch und Geschichte. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht. Er selbst am wenigsten. Die Tage bei seiner Psychotherapeutin hatten diese Veränderung bewirkt. Daran gab es für ihn keinen Zweifel.

Die Vorgeschichte -- musste er die Vorgeschichte auch erzählen?

Die Vorgeschichte würde er sehr kurz abhaken. Er würde ja ohnehin darauf zurückkommen müssen, wenn diese eigenartigen Ereignisse in der Abfolge der Ereignisse an die Reihe kam. Für den Anfang würde genügen: Er hatte einen Aufstieg erlebt. Noch einmal einen. Eine große, eine wirklich bedeutende Zeitung. Ein wichtiges Ressort. Das Politik-Ressort und dazu den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs. Mit Aussicht, in zwei, drei Jahren Cheferedakteur zu werden. Und dann hatte er sich von Anfang an überfordert gefühlt. In einer Weise, wie er es nicht für möglich gehalten hatte. Er schlief schlecht, er träumte zum ersten Mal in seinem Leben Albträume, die sich zu Serien verketteten, und er schrieb schlecht. Seine Artikel waren katastrophal schlecht und seine Kommentare ungenießbar. Er war der erste, der das wußte. Endlich, nach sechs quälend langen Wochen, war er zum Arzt gegangen. Burn out würde man heute nicht mehr so gerne sagen, meine dieser Arzt. Die Grenze zur schlichten Depression, die aus der Überarbeitung, vom Stress kam, sei ohnehin kaum auszumachen. Er könne sich die Bezeichnung selbst aussuchen. Feststehe aber, dass er sehr aufpassen müsse. Es gehe ihm nicht gut. Mehr noch: Er stehe kurz davor, in eine wirkliche Depression abzustürzen.

Und er? Was hatte er getan? Er hatte sich eine Flasche Whiskey gekauft und war, mit der Flasche im Koffer, in die Berge gefahren. Er hatte den letzten Lift nach oben genommen. Er hatte sich unterhalb des Gipfels zwischen die Bäume gesetzt. Dann hatte er angefangen zu trinken. Er war gut angezogen. Es war Sommer. Er wusste, dass er nicht erfrieren würde in dieser Nacht. Er wusste allerdings auch, dass er, wenn es Winter war, zurückkommen konnte. Und dann war das, eine solche Nacht, das Ende. Er hatte ein nicht näher zu beschreibendes Prickeln gespürt bei diesem Gedanken.

Sonntag, 10. Dezember 2006

Philip Roth, oder: das Hochton-Schwadronieren

Ich, der ich als Lektüre die einfachen Romane von Michael Crichton, Thomas Harris und auch Robert Harris, Ken Follett usw. bevorzuge, also Schlichtgemüt-Spannendes, ich bekomme den 'Menschlichen Makel' ('The human stain') von Philip Roth geschenkt. Jenen Roman, der gleich auf der Vortitelseite von FAZ, ZEIT, Tages-Anzeiger, FR und WELT gelobt wird. Ich lese gleich mal hinein. Und was soll ich sagen? Nichts kann ich sagen. Ich kann nur fragen: Ist dieses träge dahintreibende Herumschwadronieren mit langen Sätzen und Sex-Sottisen wirklich die große Romankunst, die die Kritiker wollen? Oder trifft hier die eine Klasse der Schwadroneure ein zentrales Mitglied der anderen Klasse des Hochton-Schwadronierens, und dann geht das Loben des erstaunlichen Hochtons los?

Textprobe, S. 168: "'Hätte Clinton sie in den Arsch gefickt, dann hätte sie [die Praktikantin Monica Samille Lewinsky] vielleicht den Mund gehalten.' [...] 'Er hätte sich ihrer Loyalität versichern können, wenn er sie in den Arsch gefickt hätte. Das wäre ein Pakt gewesen."

Ich verstehe schon, so was müssen die großen Erotikanten unter den Kritikern, wie Marcel Rreich-Ranicki oder Hellmuth Karasek, einfach gut finden! Und die WELT -- es ist in dem Buch nicht zu lesen, wer da besprechend zur Stelle war. Der Rezesent der WELT also weiß zu urteilen: "Was für ein Roman! Was für ein ungeheurer, großartiger, menschenkluger Roman!" Und ich? Ich weiß endlich, was es mit dem mir bis dato unbekannten Prädikat menschenklug auf sich hat. Da wär ich von alleine so leicht nicht draufgekommen. Das geb ich zu. Diese Sprache, diese gewaltigen Einsichten des Philip R.

--

Nachtrag: Wer das Thema liebt -- also nicht Roth, sondern das andere Thema --, der sei auf den passenden Zufallsfund Nr. 17 auf der CD von Les Derhos'n, Titel: Voll unter die Goethelinie, hingewiesen ...

Sex und die Rechtschreibung

Bemerkenswert! Ich suche während des Aufsatz-Korrigierens Rechtschreibvarianten bei Google. Mein neues Hobby, damit das Korrigieren nicht ganz so eintönig wird. Jetzt also: Wie oft kommt pinibel statt penibel vor?* Da werde ich unter anderem auf eine Seite verwiesen, auf der eine Lady83 von "Sex mit Verwandten" berichtet. Diese Lady wird, nehme ich mal an, nicht 83 Jahre alt sein und an ihre Jugend zurückdenken. Wahrscheinlich ist sie Jahrgang 1983. Anyway.

Lady83 beschreibt also im Umfang knapp, doch in der Sache detailliert von einer sexuellen Begegnung mit ihrem Cousin. Und was bricht los? Nicht eine Berichtsflut: 'So was hab ich auch schon mal gemacht.' Oder: 'Pervers!' Oder: 'Die Gelegenheit hatte ich leider noch nie.' Nein, nichts dergleichen. Sondern eine lang hingezogene Diskussion über die Rechtschreib- und Formulierschwächen von Lady83. Die tatsächlich mit ihrem holpernden Schreiben die Geduld arg strapaziert. Aber ich dachte eben: 'Wer ständig so nahe am Orgasmus lebt wie diese Dame, der kann einfach nicht besser schreiben! Wie denn auch. Wenn sie doch beständig nur an das andere denkt?!'

Einer der "User" stellt dann penibel [sic] die Rechtschreibfehler der anderen "User" zusammen. Es ist eine Freude!

Summa: Deutschland hat die Rechtschreibreform wahrlich verdient.

--

311.000 Seiten auf Deutsch für penibel
1.250 Seiten auf Deutsch für pinibel
1.290 Seiten auf Deutsch für peniebel
188 Seiten auf Deutsch für piniebel

So, und jetzt kommt es:

6 Seiten auf Deutsch für penisibel (!)

Wie man leicht sieht: Nicht nur in der Quantenphysik ist die Welt ein Wolkengebilde aus unfassbarer Statistik. Das gilt auch und vor allem für die Sprache und am Ende gar -- für das gesamte Sein.

Samstag, 9. Dezember 2006

Nihil humanum ...

... mihi alienum est.

Also denn! Es sei hier ein schöner, ausführlicher, bemerkenswert differenzierter Bericht über Britney Spears gepriesen. Ich hab es erst auf den zweiten Blick gesehen: natürlich von jetzt.de der Süddeutschen Zeitung.

"... Die jüngsten Fotos stammen aus Beverly Hills und zeigen die derangierte Britney, diesmal mit Höschen, als besoffene Ikone des Trash."

Testberichte

Wer schaut nicht schon mal im Internet nach Testberichten, wenn er etwas Neues kaufen will? Eine der Adressen, die sich bei Google rechts in der Geschäftsspalte einblenden, ist regelmäßig die von preisvergleich.de. "Kaufen Sie nicht die Katze im Sack und finden Sie hier Testberichte!" Das Problem: Es poppt bei dieser Site erst mal bildschirmfüllend ein hässliches Fenster auf und dann muss man wieder von vorne anfangen und selbst suchen. Obwohl ja schon durch die Google-Eingabe klar war, wonach man sucht. Das ist mir zuviel. Ich gehe da nicht hin bzw. schnell wieder weg.

Freitag, 8. Dezember 2006

klarmobil

In letzter Zeit findet man in den Zeitungen viel über die Kundenfreundlichkeit, die die Telekom jetzt einführen will. Und T-Mobile soll zur Telekom zurück?

Hier mal so viel: Ich bin vor zwei Monaten von der unendlich bräsigen, teuren T-Mobile (schon diese übermodische-anglisierende Namensgebung der Firma ärgert mich inzwischen!) zu klarmobil gewandert und habe die Rufnummer mitgenommen. Und siehe da! Die 40-Euro-Rechnungen eines Wenigtelefonierers sind bei klarmobil auf Fast-Nichts geschrumpft. Im Moment telefoniere ich immer noch mit dem Start-Guthaben.

Jemand sagte, als ich bemerkte, ich telefoniere mit klarmobil: "Ja, Discounter..." Ja, Himmel noch mal! Ich will doch nicht mit meinem Handy mein Image polieren. Ich will damit einfach telefonieren! Und ich will nicht mit meiner Monatsrechnung die schön hohen Vorstandsgehälter bei T-Mobile finanzieren.

Montag, 4. Dezember 2006

TAZ-Sprachgefühl

Tja, die Sprachgefühligen von der TAZ! "Morgen früh nach dem Krieg" orakelt sie. Um dann zu erklären: "Die 'FAZ' übernimmt jetzt doch die reformierte Rechtschreibung". Ein wenig viel triumphierendes "Na also, jetzt habt ihr's" klingt da mit.

Und dann aber:

"Was ist eigentlich schlecht dabei, wenn Schüler wählen können zwischen 'morgen früh' und 'morgen Früh', weil 'Früh' genau so wie 'Abend' oder 'Morgen' als Substantiv verstanden werden kann?"

Ja, "Holla!" erst einmal! Jetzt dürfen sie wählen, die Schüler! Immerhin! Da legst di nieder!

Und dann -- wie sagte schon der große Handke? "Das sprachunsensible Mündel will Vormund sein." Hat es denn wirklich im Gefühl, das TAZ-Mündel, was ein Substantiv ist? Wohl kaum. Kann es denn nicht verstehen, daß "der Morgen / der Abend" was anderes ist als "morgen abend" und noch mal was anderes als "morgen am Abend"? Nein, es kann nicht. Aber es muß halt mitreden, das Mündel. In der ihm zur zweiten Haut gewordenen progressiven Selbstsicherheit.

Sonntag, 3. Dezember 2006

Geld kommt zu Geld

Sagen wir es erst mal allgemein so: Ein Gründer hat eine vielleicht sehr gute Idee. Er glaubt jedenfalls daran. Eine Idee, die auch Geld bringen könnte. Zwei Gespräche mit hochkarätigen, allerdings auch etwas angeschlagenen Profis der Branche, um die es geht. Beide winken ab. Ein erhebliche Größe des Betriebs = viel Kapital müsse von Anfang an sein, so der eine. Er arbeite jetzt, wie ein Rechtsanwalt, beratend. Das Honorar betrage 360 pro Tag = 8 Stunden. So der andere.

Der potentielle Gründer zuckt zusammen und überlegt, ob er jetzt wohl wenigstens das Essen des Zweiten bezahlen muss. Wenn der Mann sich schon zu diesem Arbeitsessen mit ihm, dem Gründer, trifft.

Unterm Strich weiß der Gründer jetzt immerhin: Deutschland besteht, wirtschaftlich gesehen, aus satten, das Risiko wie das Neue scheuenden Bürgersleuten, mit denen man nur was auf die Beine stellen kann, wenn man schon zu ihnen gehört.

Darauf hin beschließt der Gründer, daß er erst einmal ein Projekt, das, womit er immer anfangen wollte, selbst auf die Beine stellen wird. Wenn es klappt, kommt so viel Geld herein, daß er halbwegs groß gründen kann. Wenn es nicht klappt, weiß er mehr und hat nicht viel verloren.

Samstag, 2. Dezember 2006

Rechtschreibreform und Paranoia

In Theodor Icklers "Rechtschreibtagebuch", hier, ein Bericht über seinen, Icklers, Besuch bei der FAZ, die sich fragt, ob sie nicht demnächst mit der alten Rechtschreibung allein dastehen wird. Was einem nun Angst machen kann: Gute, überraschende Querverbindungen schlagen zu können, ist ein Zeichen von Kreativität und Sprachwitz. Ganz klar. Das "Streiflicht" der Süddeutschen Zeitung ist beinahe jeden Morgen ein Zeugnis für diese Tatsache. Aber wie das so ist -- so etwas, die Kreativität, kann sich mit dunklen Geistesmächten verbinden, und sie kann sich verselbständigen. Dann kommen Verbindungen heraus, die diesem Kommentar zu Ickler ähneln.

"Vielleicht fragen sich diese Geistesgrößen auch, wieviel 'Prozent' ungesundes Polonium im Körper des verstorbenen Alexander Litwinenko vorhanden waren. Vielleicht 0,0001 Prozent? Oder 0,001 Prozent? Egal, jedenfalls nicht der Rede wert. Wenn 99,999 Prozent der Körpermasse in Ordnung sind, ist doch alles paletti. Litwinenko ist wohl an Altersschwäche gestorben, und Haarausfall soll bei erwachsenen Männern nichts Ungewöhnliches sein."

Ach ja, man muß vielleicht erklären: Hinter diesem Bild steht die Annahme, daß die gesunde deutsche Sprache auch schon durch geringste Dosen des extrem starken Rechtschreibirrtumsgifts umgebracht werden kann.

So etwas, diese Art der querverbindenden Kreativität, kann einem schon Angst machen. Bei so etwas letztendlich Läppischen wie der Rechtschreibung kommen solch tiefdunkle Phantasien und Aggressionen ans Licht. JessesMariaundJosef!

Ich wünsche mir manchmal, irgendwo in der Prärie der USA eine kleine, feine Farm zu haben. Weit weg von Deutschland, in dem vielleicht doch noch unter dem Obersalzberg oder wo auch immer jene endgültige Paranoia schlummert, die schließlich den Endsieg davontragen wird.

Und ich frage mich: ob dem Professor Ickler jederzeit wohl ist, wenn er sich so seine Mitstreiter anschaut?

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Ach, und dann finde ich noch das. Und ich kann tatsächlich lachen!

"Dr Duuhden hatts doch frieher guht gregelt."

"Das komt dafon wenn Leude das saagen hapen die von Duuhden und Blahsen kaine Anung hapen."

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Und wer es beim Thema "Rechtschreibung" juristisch (= "Recht und Schreibung") mag, der findet da was sehr Schönes!