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Samstag, 15. Januar 2022

Die Höhe von Statuen (Ein Wikipedia-Dialog)

Auf der Hauptseite der Wikipedia war am 14. Januar 2022 unter "Schon gewusst" angeführt, dass die Kailashnath-Mahadev-Statue soundso viel mal größer sei als die Freiheitsstatue. Daraus ergab sich auf der Diskussionsseite folgender Dialog. (Namen entfernt; es geht nur um die Inhalte). 

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Ich weiß ja, dass die Hinweise in "Schon gewusst?" immer auch ein wenig witzig gemeint sind. Aber was die große Shiva-Statue angeht, haben wir ja die "Liste der höchsten Statuen", und da ist der Witz dann perdu, finde ich. 00:48, 14. Jan. 2022 

In den Teasern zur Rubrik SG? sollen ja keine Witze mehr gemacht werden - also passts doch. --Radsportler. svg Nicola - kölsche Europäerin 00:51, 14. Jan. 2022 (CET) 

Nun ja, wenn man aber die verlinkte Liste anschaut, wird die Sache, ob als Witz oder nicht, auf jeden Fall witz- = sinnlos. Da bleibt nur: Es gibt viele Statuen, die höher sind als die Freiheitsstatue. (So, Schluss für heute. :-) ) 00:56, 14. Jan. 2022 (CET) 

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, worüber man sich hier aufregt. Für Grössenvergleiche ist die Freiheitsstatue doch passend, weil die meisten diese kennen und eine gewisse Vorstellung ihrer Höhe haben. Wenn man davon schreibt, dass bei einem Buschfeuer in Australien eine Fläche der Grösse des Saarlands abgebrannt ist, dann erwartet doch auch niemand, dass das Saarland in der Liste der grössten Länder der Welt auftaucht. 10:15, 14. Jan. 2022 

Peace, Schwestern und Brüder! Bevor das ins hier ins Halbnirwana des Archivs verschwindet, will ich noch anmerken, dass ich mich da nicht aufgeregt habe. Nicht jede Nachfrage ist ein Sich-Aufregen. Den Vergleich mit dem Saarland finde ich auf den ersten Blick schön, aber auf den zweiten nicht sinnvoll. Weil: die K-M-Statue brennt ja nicht, und die Hauptfrage ist also, warum man die Kailashnath-Mahadev-Statue überhaupt heraushebt. Man könnte da ja alle Statuen in der Liste nehmen und den Vergleich anstellen. Wäre also so, als ob ich mitteilen würde, das Saarland sei flächenmäßig (nur?) ca. 4 x so groß wie Tokio. Schon, ja. Aber -- so what? Aber noch einmal: keine Aufregung. Nur ein Hinweis in Sachen Verständnis eines Sinns. Der sollte in der WP zulässig sein. -- Hoppla, Signatur vergessen! Jetzt aber ... 11:15, 15. Jan. 2022 

Hallo Delabarquera, nur war deine Nachfrage, so wie sie gestellt wurde, keine Verständnisfrage. Evt. schaust du dir das noch mal an. Viele Grüße 11:21, 15. Jan. 2022 

@N. N. Nicht des Verständnis des Sinns eines Wortes, sondern des Sinns des Hereinnehmens ausgerechnet dieser Statue hier. Und das sehe ich nach wie vor so wie beschrieben. Aber noch einmal -- ich verbuche das hier unter argumentative Feinheiten und Probleme, und in diesem Sinn werde ich es für mich archivieren. Man kann solche Beispiele in Proseminaren immer mal brauchen. (Drunter steht dann immer: "Nein, ist ja nicht schlimm. Aber Profis interessiert das eben.") 11:30, 15. Jan. 2022 

Komisch eigentlich hat die IP es doch fein erklärt. Muss ich ja nicht erneut erklären, du jedoch auch nicht erneut hinterfragen, oder macht man das in Proseminaren nun so? Damit viel zu reden ist? 11:35, 15. Jan. 2022

"Damit viel zu reden ist." Nein, weil in professionellen Zusammenhängen andere Relevanzkriterien gelten als im Alltag. Das ist wohl in jeder Technik / Wissenschaft so. Wen interessiert im Alltag schon, ob Habseligkeiten was mit Seligkeit zu tun hat oder nicht? Kann aber interessant sein, und man sollte solche Interessen nicht verbieten, finde ich. Auf diese Spezialisierungen und Spezialinteressen gründet der Fortschritt der Welt. -- So, und damit ist's von meiner Seite aus gut. Habe die Ehre! 11:43, 15. Jan. 2022

Sonntag, 9. Januar 2022

"Protect their privacy"

Aus einer Wikipedia-Diskussion zum Artikel "Daniel Brühl":

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Wo Brühl wohnt, ob und mit wem er verheiratet ist, Berufe der Eltern etc. etc. -- die ganzen privaten Details gehen vielleicht "Das goldene Blatt" was an, aber haben in einer Enzyklopädie nichts verloren. Leider trifft das auf eine Million biographischer Artikel in der Wikipeia zu. (nicht signierter Beitrag von 2003:F9:8701:E800:67E8:A8B5:9EBE:14C1 29. Jul. 2021

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Erst einmal: Wer spricht da? Und dann: Wer, vom lieben Gott mal abgesehen, sollte festlegen, was da relevant ist und was nicht? Meine These: Das einzig gültige Relevanzkriterium ist das Interesse der WP-Benutzer. Ich zum Beispiel finde den Beruf der Eltern, vor allem im vorliegenden Fall, für sehr wichtig. Es fehlt sogar noch etwas: Wo kommen, neben Deutsch und Spanisch, die anderen Fremdsprachen bei Brühl her? Ist er einfach ein Naturtalent? Wenn ja, muss er die Sprachen immer noch irgendwo gelernt haben. Schulenglisch etc. ist das ja wohl nicht, was er spricht. 

NACHTRAG (für meine "Prolegomena zu einer kritischen Theorie der Wikipedia"): Der Hinweis, dass XY in BILD oder im GOLDENEN BLATT stehen könnte, ist ein selten öder Argumentationsfehler. Sonst müssten ja derartige Publikationsorgane nur etwas schreiben, um diesen Inhalt fürderhin von der Wikipedia auszuschließen. Nein, zuerst kommen Wahrheit und Relevanz. Und dann kommt lang erst mal: gar nichts. Und wenn die Wahrheit -- das soll tatsächlich vorkommen -- zuerst in BILD gestanden hat, dann bleibt das die Wahrheit. 9. Januar. 2022

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Sonntag, 5. Dezember 2021

Die Wikipedia und die Relevanz

Weil ich gerade bei der Wikipedia war: Nicht die schlechteste Seite der Wikipedia ist: dass man sich am Morgen manchmal erheitern kann. Wenn man eine Stelle entdeckt, an der sich Fans in die Details begeben und dort austoben. 

Ich sehe per Zufall soeben:

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Rihanna trug das Lied erstmals am 30. Oktober 2010 (ohne Drake) bei Saturday Night Live vor. Während des Auftrittes trug sie einen BH, welches [= welcher -- welcher!] mit dem von Rihannas Freundin Katy Perry verglichen wurde. Am 15. November 2010, vor der Album Veröffentlichung, sang Rihanna What’s My Name? für MTVs The Seven, Live am Times Square in New York City. Ein Tag später am 16. November 2010 sang Rihanna das Lied in der The Late Show with David Letterman. Am 17. November 2010 gab Rihanna bei Good Morning America einen Interview und sang anschließend das Lied. Bei den American Music Awards 2010 am 21. November 2010 sang Rihanna das Lied in einem Medley mit ihren Hits Love the Way You Lie (Part II), What's My Name? und Only Girl (In the World). Im Vereinigten Königreich trat Rihanna am 11. Dezember 2010 wieder im Finale, der siebten Staffel von The X Factor auf, zuerst sang sie ihren Hit Unfaithful zusammen mit dem Finalisten Matt Cardle, später folgte ein Solo-Auftritt von What's My Name?. Das Finale sahen über 15 Millionen Zuschauer und mehrere Tausend Personen beschwerten sich ein Tag später beim Sender über die provokative Kleider und Outfitwahl von Rihanna und über ihren sexuellen Auftritt. Vivienne Patterson, Chefin von Mediawatch UK, sagte: „Ich denke Rihanna hat mit ihren Outfit und ihrer Kleiderwahl nicht übertrieben, es war noch im angemessenen Bereich.“ Die britische TV-Firma Ofcom erklärte später, dass sie die Auftritte von Rihanna und Christina Aguilera beim Finale von The X Factor untersuchen und analysieren wolle. Rihanna sang das Lied bei der Grammy-Verleihung 2011 am 13. Februar 2011 das erste Mal zusammen mit Drake. Sie sang das Lied in einem Medley mit Only Girl (In the World) und S&M Live bei den Brit Awards 2011 am 15. Februar 2011. Rihanna sang das Lied auch am 20. Februar 2011 mit Drake beim NBA All Star Game in einem Medley mit Umbrella / Only Girl (In the World) / Rude Boy und All of the Lights (mit Kanye West). Rihanna nahm das Lied auch auf die Setlist zum australischen Teil ihrer Last Girl on Earth Tour, wo sie das Lied im März und April 2011 sang. Auf ihrer Loud Tour im Sommer 2011 wird Rihanna What's My Name? bei jeden Konzert singen. [2011, wird ... singen? 2021?] Im Mai 2011 sang Rihanna What's My Name? bei NBCs Today Show, als Teil deren Sommer Konzerte in einem Medley mit Only Girl (In the World), S&M und California King Bed.  

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So etwas also, ohne dass da auch nur ansatzweise Relevanz-Diskussionen aufkommen! 

Anregend immerhin in dieser Frage: Wie ist das "öffentliche Bewusstsein" beschaffen, dass Menschen wie Rihanna, eine besondere Form von Menschen, von Firmen unter _Vertrag genommen werden? Große Organisationsstrukturen werden von den Firmen geschaffen, wissend, dass sich, wegen der besonderen Beschaffenheit des öffentlichen Bewusstseins und der öffentlichen Nachfrage in diesem Bereich, viel Geld verdienen lässt. Ein Teil der westlichen Bewusstseinsindustrie, die für mich stalinistische Strukturen hat.

Freitag, 3. Dezember 2021

Wikipedia: mediawatch.ch und die Diskussion

Die Wikipedia. genauer: die, die deutsche Wikipedia überwachen und rein halten, und ich, wir werden keine Freunde mehr. 
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Ich wollte mich eben bei der WP über die Website [[mediawatch.ch]] informieren, und bin am Ende hier gelandet. CH Media klingt ja auch so ähnlich, ist aber offenkundig was anderes. Ich bin der Meinung, dass hier im Artikel darauf hingewiesen werden sollte, dass es da keine Verbindung zwischen ''CH Media'' und ''mediawatch.ch'' gibt -- wenn es denn so ist. Außerdem finde ich -- weil ich ich da eben halbwegs neutrales Hintergrundwissen von der WP haben möchte --, dass es einen WP-Artikel über ''mediawatch.ch'' geben sollte.

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Dieser doch eher unschuldige Vorschlag wird schnell und rückstandsfrei entfernt. Immerhin wird vom Entferner was zum Löschen gesagt:

13:37, 2. Dez. 2021‎ Alpöhi ... Änderung 217804200 von Delabarquera rückgängig gemacht; Revert, Werbung für abstrusen Verein, Namensgleichheit/Verwechslungsgefahr besteht nicht, bitte WP:Disk beachten.

Wer legt in der Wikipedia nun fest, was ein "abstruser Verein" ist und was nicht, und ob eine "Verwechslungsgefahr" besteht oder nicht?

Die Gefahr zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia ist ... Nein, es ist keine Gefahr, sondern eine Tatsache: eine Clique anmaßender Menschen legt in strittigen Fällen die Inhalte fest.

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Und auch das noch: Das Stichwort wikipediawatch fördert eine Menge Inhalte zutage. Man könnte sich da jetzt tagelang daran abarbeiten!

Dienstag, 29. Oktober 2019

NEON vom STERN

So ist der Tag nach Relevanz beim NEON vom STERN zusammengesetzt:


Und ich? Mich hat schon immer nicht interessiert, wo sich IS-Anhängerinnen gerade aufhalten, welche "erschreckenden Puppen" was zeigen (Aufruf zur Abschaffung der Büro-Arbeit?), Heidi Klum (möchte ich inzwischen generell möglichst nicht mehr sehen), was man mit einer (!) Rosine beim Sex anfangen kann (obwohl - was eigentlich?), wie Schäuble gegen irgendwen "durchgreift" (durchgreifen - ein Wort, das ich als solches noch nie geliebt habe) und Alternativen zu Maultaschen und Tortellini (ich muss die M. und die T. erst mal richtig hinkriegen, ehe ich nach was anderem Ausschau halte).

Kann ich sie, diese Relevanzkriterien, verallgemeinern, gar anderen empfehlen, gar vorschreiben wollen? Ach was! Nein. Das gilt nur für mich. Aber wenn ich eine WG aufmache, dann sind das Hinweise, mit wem ich kann und mit wem nicht. So einfach ist das.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

"Der Anteil ausländischer Gefangener ...

... in deutschen Justizvollzugsanstalten hat in allen Bundesländern neue Rekordwerte erreicht."

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Wie soll man bei solchen Meldungen reagieren? Ich zähle einmal einige Möglichkeiten auf:

  • Gar nicht erst wahrnehmen. Weil sonst "rechts".
  • Und wenn doch wahrgenommen, nicht ansprechen, weil ja sonst "rechts". 
  • Ansprechen und nach Irgendwie, Irgendwas und Irgendwo  relativieren.
  • Ansprechen und Schuldzuweisung verändern: "Da haben die Integrationsmaßnahmen also wieder einmal vollkommen versagt!"
  • Die Sache verschärfen: "Wenn man nicht nur die Staatsangehörigkeit hinzunimmt, sondern den Migrationshintergrund insgesamt, dann käme man auf einen noch viel, viel höheren Anteil!"

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... Das berichtet die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Montag) auf Grund einer Umfrage bei den 16 Landesjustizministern.

In Berlin und Hamburg kommt danach bereits mehr als jeder zweite Häftling aus dem Ausland. Auch der Ausländeranteil in den neuen Bundesländern steigt rapide an.

Die stärksten Gruppen seien dabei Gefangene aus Polen, Tunesien, Libyen, Tschechien und Georgien. In den westlichen Ländern stieg der Ausländeranteil seit 2016 in Hamburg von 55 auf 61, in Berlin von 43 auf 51, in Niedersachsen von 29 auf 33, in Rheinland-Pfalz von 26 auf 30, in Baden-Württemberg von 44 auf 48, in Bremen von 35 auf 41, in Schleswig-Holstein von 28 auf 34, im Saarland von 24 auf 27 Prozent deutlich an. Hessen verzeichnete vor drei Jahren bereits einen Anteil von 44,1 Prozent, der geringfügig auf 44,6 Prozent kletterte. Bayern registrierte seit 2012 eine Zunahme von 31 auf 45 Prozent.

Ein besonderes Augenmerk haben die Strafvollzugsbehörden auf Gefangene mit islamistischem Hintergrund. "Die Zahl der Gefangenen, die wegen ihrer islamistischen Gesinnung auffällig geworden sind, ist in den vergangenen beiden Jahren stark angestiegen", berichtet der Stuttgarter Justizminister Guido Wolf (CDU). Noch bis 2016 habe es sich nur um eine einstellige Zahl gehandelt, im Verlauf des Jahres 2017 seien es je nach Zeitpunkt zwischen 20 und 30 gewesen, nun 45. (focus.de)

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Samstag, 14. September 2019

Liebe BILD-Zeitung! Lieber STERN!



Ich
WILL WILL WILL
von

"dem Wendler"

NICHTS NICHTS NICHTS

mehr sehen und hören!

BITTE! BITTE! BITTE!
--

BILD:


ÜBERRASCHUNGS-ANTWORT AUF FAN-FRAGE

Wendler und seine Laura planen ein Wendlerchen

--

Nein, ich verlinke nicht!


==

Ich
WILL WILL WILL
auch von

"Lena"

NICHTS NICHTS NICHTS

mehr sehen und hören!

BITTE! BITTE! BITTE!

STERN

Leute von heute
Gegen Bodyshaming: Lena sendet starke Botschaft in Unterwäsche
Lena-Meyer-Landrut postet ein Selfie in Unterwäsche.
Hinter dem Foto steckt eine wichtige Message.

--

Nein, ich verlinke nicht!

Hey, in UNTERWÄSCHE! Na dann ...
Und eine "wichtige Message"? Welche könnte das wohl sein?

Die wichtige Botschaft von Lena ist, wie "beim Wendler":
"Ich will im Gespräch bleiben, Leute!"
Mehr ist da nicht.

Donnerstag, 22. August 2019

Eric Blair > George Orwell > Voodoo

There is a surviving picture of Eric Blair at Eton that is revealing. Unusually for him, he has his guard down in front of the lens. He has a floppy sun hat, rolled-up swimming togs under his arm, and a fag drooping from his mouth (doubtless the Tucifers’ are in his bags). He had found his lifelong deodorant.[...] Stephen Spender’s ‘Orwell was the least Etonian Etonian ever to come out of Eton’is witty but, to borrow one of Orwell’s favourite terms, ‘bollox’.26 In his later career Orwell might as well have had the old school tie tattooed on his chest. | Orwell’s higher journalism is one of the glories of English literary culture. But it is illuminating to look behind the crystalline, classless prose to his patrons. The first such patron was Richard Rees, the ‘socialist baronet’ (and millionaire) who published Orwell’s finest early articles, such as ‘The Spike’, and the much-reprinted ‘A Hanging’, in The Adelphi. The last was the multimillionaire David Astor, who published a hundred of his finest later articles in The Observer. Rees and Astor had four things in common: they were hugely rich, they were top people and they were Etonians. And, fourthly, they were unfailingly helpful to Orwell. Horizon - the magazine that sold massively during the war, giving Orwell his largest readership for such articles as ‘Raffles and Miss Blandish’ (1944, a paean to ‘old-school’values) - was edited by Eric’s friend Cyril Connolly, an Etonian, and funded by the margarine millionaire Peter Watson. Watson? Another Etonian. Oh, and Raffles? Etonian, of course. (John Sutherland, Orwell's Nose. A Pathological Biography)



Und mal wieder ein längerer Eintrag, aus dem Wikipedia-Archiv ausgegraben. Nachdem ich mich von der Wikipedia verabschiedet habe.

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Ich finde, diese Sache, die 2003 im SPIEGEL stand, sollte, gekürzt natürlich, in den Artikel rein.

"George Orwell [...] glaubte zeitlebens, er habe einen Schulkameraden in Eton mit Voodoo getötet. In einem Brief, den der 97-jährige gefeierte Mittelalter-Historiker Steven Runciman kurz vor seinem Tod (2000) schrieb, bekannte er, dass Orwell und er eine Wachsfigur, die einem gewissen Philip Yorke nachgebildet war, den sie als bedrohlichen und gewalttätigen Mitschüler fürchteten, nach den Ritualen der schwarzen Magie traktiert hätten. Die beiden waren jedoch zu Tode erschrocken, als der Schüler Yorke sich zunächst das Bein brach, dann, Monate später, an Leukämie erkrankte und schließlich starb. Orwell-Biograf Gordon Bowker, dessen Werk jetzt erschien, hatte Runciman, der sich 1917 mit Orwell in Eton anfreundete, interviewt. Er habe die Idee gehabt, sagte Runciman, Orwell aber habe das Kerzenwachs zu einer menschenähnlichen Figur geknetet. "Er wollte eine Nadel in das Herz unseres Bildnisses stoßen, doch das machte mir Angst." Die beiden einigten sich auf einen Kompromiss und brachen der Wachspuppe das rechte Bein. Runciman: "Wenige Tage später brach sich Yorke beim Fußballspielen das Bein, und er starb jung." George Orwell hat dieses Ereignis nie erwähnt, Freunden gegenüber soll er aber erklärt haben, er habe seinen Geburtsnamen, Eric Blair, geändert, um sich seinen Feinden nicht als Opfer für Praktiken der schwarzen Magie anzubieten."
Bevor es wieder ein Hin und Her gibt, schlage ich das erst mal hier vor. Wenn sich kein Widerspruch erhebt, baue ich ein. --Delabarquera (Diskussion) 18:13, 15. Jan. 2017

Dass Steven Runciman so ein wichtiges Detail zur Namensänderung erst als greisem 100-jährigen einfällt, ist doch sehr merkwürdig. Wenn das in der Literatur nicht aufgegriffen wurde (Zweitbeleg?) sind diese angeblichen Voodoo-Lausbubenstreiche, nicht erwähnenswert. Es gibt genug George_Orwell#Literatur, sodass wir auf Spiegel-Schmonzetten ohnehin nicht zurückgreifen.--Lectorium (Diskussion) 10:57, 16. Jan. 2017

Ich weiß nicht, wie es anderen geht: Ich gehe normalerweise davon aus, dass der SPIEGEL seriös ist und auf vernünftige Veröffentlichungen zurückgreift. Auch wenn er nicht immer die Quellen nennt. Das wäre bei einem Magazin auch eher merkwürdig, wenn es wie eine Proseminararbeit daherkäme. Insgesamt: Ich wäre dafür, dass man, wenn man denn mit dem SPIEGEL nicht zufrieden ist -- oft genug ist man ja bei der WP mit einem SPIEGEL-Artikel durchaus zufrieden --, dann mal nachschaut, ob das nicht auch inzwischen in einem vernünftigen Buch steht. -- Was die 99 Jahre von Runciman angeht, so geht mein Gefühl in eine andere Richtung: Dass sich nämlich manchmal jemand überlegt, ob er eine Sache mit ins Grab nehmen soll oder nicht. Manche sagen dann: Ach, ich will es doch öffentlich machen, wie es war. -- Und bei der Gelgenheit noch was Allgemeines, das ich ausdrücklich als Vermutung kennzeichne: Mir kommt es manchmal so vor, als ob manche WP-Mitstreiter mit einem katholischen Gen gesegnet sind: "Über solch Dinge -- Sex und interessante Trivialitäten -- spricht man doch nicht! Igitt!" Ok, Sex ist inzwischen, wenn die Termini der Sexologie verwendet werden, enzyklopädiefähig, aber interessante Trivialitäten, die Hinz und Kunz interessieren? "Igitt!" Ich finde, dass so ein ziemlich seltsames, blutleer-akademikerdünkeliges Selektionsraster entsteht. --Delabarquera (Diskussion) 21:20, 16. Jan. 2017

Es geht nicht um seriös oder nicht, sondern darum, dass fehlende wissenschaftliche Sekundärliteratur zu diesem Thema auf fehlende enzyklopädische Relevanz hindeutet. Was die Spiegel-Meldung mit Sex und "Igitt!" zu tun haben soll, wirst du mir sicher noch verraten. Gibt es denn noch andere Quellen, die sich dieser Sache angenommen haben?--Lectorium (Diskussion) 11:18, 17. Jan. 2017

Ok-ok! "Bullied George Orwell 'killed' Eton boy using black magic || By Catherine Milner 18 May 2003 || George Orwell spent his life believing that he had killed a fellow pupil at Eton using voodoo, according to a new biography. The late Sir Steven Runciman, the medieval historian, revealed in a letter written shortly before his death that he and Orwell practised black magic on a wax effigy of Philip Yorke, an older boy who had been threatening and offensive. They were horrified, however, when Yorke first broke his leg and then, months later, developed leukaemia and died. The incident was uncovered by Gordon Bowker, whose biography of Orwell is published by Little, Brown. In the course of his researches, Bowker interviewed Runciman, who had befriended Orwell when he was sent to Eton in May 1917. Orwell, who had entered Eton on a scholarship, was bullied on a number of occasions. Rather than accept it, however, he appeared set on revenge and was happy to accept Runciman's suggestion that they do so by using the occult."
Jetzt muss ich halt noch zur Bibliothek und die Orwell-Biographie rauskramen. (Aber vielleicht ist deine Institutsbibliothek morgen eher erreichbar als meine.)
Das andere, jetzt ohne Igitt! und Sex. (Ich hab ja gelernt, meint Temperament zu zügeln. Und ich habe ja schon betont, dass ich das hier nur anmerke, weil das Beispiel gut passt.) Gemeint ist dies: Die Auswahl an Informationen, die bei der WP wie auch bei der 'Informationsaufgewahrung im Bereich Kultur' sonst verwendet werden, wird gesteuert durch -- oft implizite -- Werte-Vorgaben. Diese sind in der sog. Unterschicht andere als in der bildungsbürgerlichen Mittelschicht. Es ist eine -- weiter zu differenzierende -- Machtausübung der bürgerlichen Mittelschicht, wenn gewisse Themen und Befunde ausgeklammert werden, weil diese den Werten und Normen der bildungsbürgerlichen Mittelschicht nicht entsprechen. Ein, zugegeben nicht voll treffendes Beispiel, ist auch hier "Kate Middletons Brautkleid":
"Die zu geringe Beachtung angeblich weiblicher Aspekte der Kultur, aber auch der populären Kultur führte 2007 in der englischen Wikipedia zu einer heftigen Debatte. Ein Artikel zu Kate Middletons Brautkleid löste diese aus, nachdem unmittelbar nach Einstellung des ansonsten tadellosen Artikels ein Löschantrag gestellt wurde. Bei der Wikimania 2012 führte Jimmy Wales, der sich für das Behalten des Artikels eingesetzt hatte und sich in seiner Begründung auf die Berichterstattung beim Onlinemagazin Slate bezog, das Kleid als Beispiel für den Gendergap – die mangelnde Beteiligung von Frauen wie die mangelnde Beachtung von Frauenthemen bei Wikipedia allgemein – an. Wikipedia habe kein Problem, Dutzende von Linuxvarianten in separaten Artikeln zu beschreiben, aber die vor allem männlich geprägte Community würdige ein derart kulturgeschichtlich wichtiges Kleidungsstück nicht ausreichend. Wales’ Zuspitzung und die Kontroverse an sich hatten ein mehrfaches Presseecho."
Ich will mir hier nicht als Zorro der Unterschicht aufspielen; aber weil ich aus der Unterschicht komme, fühle ich mich schon verpflichtet, deren anders gelagerte Interessen hin und wieder zu artikulieren. Und um noch eine elegante Kehre zu versuchen: Uns interessiert Orwell und Voodoo halt nun mal. (Etwas lang geworden. Aber es ging ja auch um Grundsätzliches.) --Delabarquera (Diskussion) 17:24, 17. Jan. 2017

Wenn du hier den Zorro gibst, will ich König der Vagabunden sein. Mit Gordon Bowker kann ich nicht dienen, hab nur Schröder. Dann mach halt. --Lectorium (Diskussion) 18:17, 17. Jan. 2017

Mach einen Formulierungsvorschlag, denn vom Spiegel lässt sich das erste nicht belegen. Nur "Wenige Tage später brach sich Yorke beim Fußballspielen das Bein, und er starb jung." Was heisst er starb jung? --Pauelz (Diskussion) 18:01, 18. Jan. 2017

Jung stirbt man heute mit 70; siehe Alterspyramide.--Lectorium (Diskussion) 18:06, 18. Jan. 2017

Nach WP:Q#Was sind zuverlässige Informationsquellen? sind journalistische Quellen wie der Spiegel oder The Daily Telegraph nur bei aktuellen Themen zulässig, für die es noch keine wissenschaftliche Fachliteratur gibt. Die gibt es zu Orwell in hinreichender Menge, und wenn die seit 13 Jahren diese Gruselgeschichte geflissentlich ignoriert, sollte die Wikipedia dem weiterhin folgen. MfG --Φ (Diskussion) 18:24, 18. Jan. 2017

Montag, 30. Oktober 2017

Das Öffentliche und das Private

Eine Anfrage auf der Wikipedia-Diskussionsseite zu "Helmut Schmidt". Mal schauen, was daraus wird ...

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Relevanzkriterien: Das Öffentliche und das Private

Ich verstehe diese Anfrage als Element einer Meinungsbildung, hier am Beispiel H. S. Heißt: Ich plädiere in einem ersten Schritt nicht dafür, dass eine gewisse "Helga" in diesem WP-Artikel erwähnt wird, sondern frage nur: Warum nicht? -- Der Zusammenhang, schlicht als ein Zitat aus der WELT:

"Helga: Seine heimliche Liebe | Seit dem Jahr 1965 war Schmidt also beruflich in Bonn, seit dem Jahr 1961 war eine gewisse Helga SPD-Mitglied. Sie arbeitete für ihn, schrieb zwischenzeitlich sogar seine Reden, wie die „Bild am Sonntag“ schreibt. | Helga sei 17 Jahre jünger als Schmidt gewesen, „eine gut aussehende, sportliche Brünette“, so die Zeitung. Obwohl sie verheiratet war und zwei Töchter hatte, verließ Helga ihren Mann für den berühmten Poltiker, der sich wiederum nicht öffentlich zu ihr bekannte. Doch er besuchte sie regelmäßig in ihrem Haus in Hartenholm, einem Dorf zwischen Hamburg und Kiel. Helga hielt dort Islandpferde. Ihre Nachbarn bekamen mit, wenn wieder dunkle Limousinen die Wege versperrten. | Schmidt holte seine Geliebte sogar nach Bonn, wo sie offiziell für ihn arbeitete. Zu der Zeit wurde Schmidt die Beziehung jedoch offenbar zu heikel. „Ich war völlig fassungslos: Ich kann mich doch nicht von dir trennen“, schreibt Schmidt nun in seinem neuen Buch. Er trennte sich von Helga - und entschied sich für Loki. | Helga litt, wirkte laut Nachbarn immer trauriger, so die „BamS“. Schmidt kam immer noch zu Besuch, aber seltener und nur noch kurz. Sie stürzte sich in die Arbeit mit Jugendlichen, malte und war als Kunsttherapeutin tätig. Bei ihrer Beerdigung im April 2012 fuhr Schmidt wieder mit dunklen Limousinen und Bodyguards vor." (welt.de)

So, weil ich, zweiter Schritt, bei aller Neutralität der Frage, mit meiner Inklusionisten-Haltung nicht hinter dem Berg halten will: Ich finde das Ausklammern solcher Privatheiten bei Politikern, allgemein bei Prominenten, hat immer was von einem sehr bildungsbürgerlich-unaufgeklärten Darüber-spricht-man-nicht-Standpunkt. Alles allzu Private, wiewohl öffentlich bekannt, wird in offiziellen Darstellungen der WP schön geheim gehalten, manche sagen: "unter den Teppich gekehrt". (Das Bild mit dem Teppich passt hier wie sonst allerdings nicht so recht.)