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Mittwoch, 10. Juni 2020

"Im Schatten junger Mädchenblüte"

Ja, das hat alles seine Richtigkeit. Dass die MeToo-Bewegung entstanden und die Epstein-Affäre hochgekocht ist. 

Was mache ich aber damit, wenn ich unmittelbar sehe: Die Mädchen, die da auf Bildern zu sehen sind ... Die Dinge sind "Im Schatten junger Mädchenblüte" geschehen.


Sieht dieses Mädchen unglücklich aus? Wurde das, was geschehen ist, mit der sich verändernden Zeit erst Unglück?

Habe ich -- werbe ich für Verständnis für Epstein und Andrew? Nein. Ich sage nur: Es war eine Zeit, in der das alte "All is fair in love and war" noch gegolten hat. Vor allem bei den Reichen und Mächtigen.

Donnerstag, 22. August 2019

Eric Blair > George Orwell > Voodoo

There is a surviving picture of Eric Blair at Eton that is revealing. Unusually for him, he has his guard down in front of the lens. He has a floppy sun hat, rolled-up swimming togs under his arm, and a fag drooping from his mouth (doubtless the Tucifers’ are in his bags). He had found his lifelong deodorant.[...] Stephen Spender’s ‘Orwell was the least Etonian Etonian ever to come out of Eton’is witty but, to borrow one of Orwell’s favourite terms, ‘bollox’.26 In his later career Orwell might as well have had the old school tie tattooed on his chest. | Orwell’s higher journalism is one of the glories of English literary culture. But it is illuminating to look behind the crystalline, classless prose to his patrons. The first such patron was Richard Rees, the ‘socialist baronet’ (and millionaire) who published Orwell’s finest early articles, such as ‘The Spike’, and the much-reprinted ‘A Hanging’, in The Adelphi. The last was the multimillionaire David Astor, who published a hundred of his finest later articles in The Observer. Rees and Astor had four things in common: they were hugely rich, they were top people and they were Etonians. And, fourthly, they were unfailingly helpful to Orwell. Horizon - the magazine that sold massively during the war, giving Orwell his largest readership for such articles as ‘Raffles and Miss Blandish’ (1944, a paean to ‘old-school’values) - was edited by Eric’s friend Cyril Connolly, an Etonian, and funded by the margarine millionaire Peter Watson. Watson? Another Etonian. Oh, and Raffles? Etonian, of course. (John Sutherland, Orwell's Nose. A Pathological Biography)



Und mal wieder ein längerer Eintrag, aus dem Wikipedia-Archiv ausgegraben. Nachdem ich mich von der Wikipedia verabschiedet habe.

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Ich finde, diese Sache, die 2003 im SPIEGEL stand, sollte, gekürzt natürlich, in den Artikel rein.

"George Orwell [...] glaubte zeitlebens, er habe einen Schulkameraden in Eton mit Voodoo getötet. In einem Brief, den der 97-jährige gefeierte Mittelalter-Historiker Steven Runciman kurz vor seinem Tod (2000) schrieb, bekannte er, dass Orwell und er eine Wachsfigur, die einem gewissen Philip Yorke nachgebildet war, den sie als bedrohlichen und gewalttätigen Mitschüler fürchteten, nach den Ritualen der schwarzen Magie traktiert hätten. Die beiden waren jedoch zu Tode erschrocken, als der Schüler Yorke sich zunächst das Bein brach, dann, Monate später, an Leukämie erkrankte und schließlich starb. Orwell-Biograf Gordon Bowker, dessen Werk jetzt erschien, hatte Runciman, der sich 1917 mit Orwell in Eton anfreundete, interviewt. Er habe die Idee gehabt, sagte Runciman, Orwell aber habe das Kerzenwachs zu einer menschenähnlichen Figur geknetet. "Er wollte eine Nadel in das Herz unseres Bildnisses stoßen, doch das machte mir Angst." Die beiden einigten sich auf einen Kompromiss und brachen der Wachspuppe das rechte Bein. Runciman: "Wenige Tage später brach sich Yorke beim Fußballspielen das Bein, und er starb jung." George Orwell hat dieses Ereignis nie erwähnt, Freunden gegenüber soll er aber erklärt haben, er habe seinen Geburtsnamen, Eric Blair, geändert, um sich seinen Feinden nicht als Opfer für Praktiken der schwarzen Magie anzubieten."
Bevor es wieder ein Hin und Her gibt, schlage ich das erst mal hier vor. Wenn sich kein Widerspruch erhebt, baue ich ein. --Delabarquera (Diskussion) 18:13, 15. Jan. 2017

Dass Steven Runciman so ein wichtiges Detail zur Namensänderung erst als greisem 100-jährigen einfällt, ist doch sehr merkwürdig. Wenn das in der Literatur nicht aufgegriffen wurde (Zweitbeleg?) sind diese angeblichen Voodoo-Lausbubenstreiche, nicht erwähnenswert. Es gibt genug George_Orwell#Literatur, sodass wir auf Spiegel-Schmonzetten ohnehin nicht zurückgreifen.--Lectorium (Diskussion) 10:57, 16. Jan. 2017

Ich weiß nicht, wie es anderen geht: Ich gehe normalerweise davon aus, dass der SPIEGEL seriös ist und auf vernünftige Veröffentlichungen zurückgreift. Auch wenn er nicht immer die Quellen nennt. Das wäre bei einem Magazin auch eher merkwürdig, wenn es wie eine Proseminararbeit daherkäme. Insgesamt: Ich wäre dafür, dass man, wenn man denn mit dem SPIEGEL nicht zufrieden ist -- oft genug ist man ja bei der WP mit einem SPIEGEL-Artikel durchaus zufrieden --, dann mal nachschaut, ob das nicht auch inzwischen in einem vernünftigen Buch steht. -- Was die 99 Jahre von Runciman angeht, so geht mein Gefühl in eine andere Richtung: Dass sich nämlich manchmal jemand überlegt, ob er eine Sache mit ins Grab nehmen soll oder nicht. Manche sagen dann: Ach, ich will es doch öffentlich machen, wie es war. -- Und bei der Gelgenheit noch was Allgemeines, das ich ausdrücklich als Vermutung kennzeichne: Mir kommt es manchmal so vor, als ob manche WP-Mitstreiter mit einem katholischen Gen gesegnet sind: "Über solch Dinge -- Sex und interessante Trivialitäten -- spricht man doch nicht! Igitt!" Ok, Sex ist inzwischen, wenn die Termini der Sexologie verwendet werden, enzyklopädiefähig, aber interessante Trivialitäten, die Hinz und Kunz interessieren? "Igitt!" Ich finde, dass so ein ziemlich seltsames, blutleer-akademikerdünkeliges Selektionsraster entsteht. --Delabarquera (Diskussion) 21:20, 16. Jan. 2017

Es geht nicht um seriös oder nicht, sondern darum, dass fehlende wissenschaftliche Sekundärliteratur zu diesem Thema auf fehlende enzyklopädische Relevanz hindeutet. Was die Spiegel-Meldung mit Sex und "Igitt!" zu tun haben soll, wirst du mir sicher noch verraten. Gibt es denn noch andere Quellen, die sich dieser Sache angenommen haben?--Lectorium (Diskussion) 11:18, 17. Jan. 2017

Ok-ok! "Bullied George Orwell 'killed' Eton boy using black magic || By Catherine Milner 18 May 2003 || George Orwell spent his life believing that he had killed a fellow pupil at Eton using voodoo, according to a new biography. The late Sir Steven Runciman, the medieval historian, revealed in a letter written shortly before his death that he and Orwell practised black magic on a wax effigy of Philip Yorke, an older boy who had been threatening and offensive. They were horrified, however, when Yorke first broke his leg and then, months later, developed leukaemia and died. The incident was uncovered by Gordon Bowker, whose biography of Orwell is published by Little, Brown. In the course of his researches, Bowker interviewed Runciman, who had befriended Orwell when he was sent to Eton in May 1917. Orwell, who had entered Eton on a scholarship, was bullied on a number of occasions. Rather than accept it, however, he appeared set on revenge and was happy to accept Runciman's suggestion that they do so by using the occult."
Jetzt muss ich halt noch zur Bibliothek und die Orwell-Biographie rauskramen. (Aber vielleicht ist deine Institutsbibliothek morgen eher erreichbar als meine.)
Das andere, jetzt ohne Igitt! und Sex. (Ich hab ja gelernt, meint Temperament zu zügeln. Und ich habe ja schon betont, dass ich das hier nur anmerke, weil das Beispiel gut passt.) Gemeint ist dies: Die Auswahl an Informationen, die bei der WP wie auch bei der 'Informationsaufgewahrung im Bereich Kultur' sonst verwendet werden, wird gesteuert durch -- oft implizite -- Werte-Vorgaben. Diese sind in der sog. Unterschicht andere als in der bildungsbürgerlichen Mittelschicht. Es ist eine -- weiter zu differenzierende -- Machtausübung der bürgerlichen Mittelschicht, wenn gewisse Themen und Befunde ausgeklammert werden, weil diese den Werten und Normen der bildungsbürgerlichen Mittelschicht nicht entsprechen. Ein, zugegeben nicht voll treffendes Beispiel, ist auch hier "Kate Middletons Brautkleid":
"Die zu geringe Beachtung angeblich weiblicher Aspekte der Kultur, aber auch der populären Kultur führte 2007 in der englischen Wikipedia zu einer heftigen Debatte. Ein Artikel zu Kate Middletons Brautkleid löste diese aus, nachdem unmittelbar nach Einstellung des ansonsten tadellosen Artikels ein Löschantrag gestellt wurde. Bei der Wikimania 2012 führte Jimmy Wales, der sich für das Behalten des Artikels eingesetzt hatte und sich in seiner Begründung auf die Berichterstattung beim Onlinemagazin Slate bezog, das Kleid als Beispiel für den Gendergap – die mangelnde Beteiligung von Frauen wie die mangelnde Beachtung von Frauenthemen bei Wikipedia allgemein – an. Wikipedia habe kein Problem, Dutzende von Linuxvarianten in separaten Artikeln zu beschreiben, aber die vor allem männlich geprägte Community würdige ein derart kulturgeschichtlich wichtiges Kleidungsstück nicht ausreichend. Wales’ Zuspitzung und die Kontroverse an sich hatten ein mehrfaches Presseecho."
Ich will mir hier nicht als Zorro der Unterschicht aufspielen; aber weil ich aus der Unterschicht komme, fühle ich mich schon verpflichtet, deren anders gelagerte Interessen hin und wieder zu artikulieren. Und um noch eine elegante Kehre zu versuchen: Uns interessiert Orwell und Voodoo halt nun mal. (Etwas lang geworden. Aber es ging ja auch um Grundsätzliches.) --Delabarquera (Diskussion) 17:24, 17. Jan. 2017

Wenn du hier den Zorro gibst, will ich König der Vagabunden sein. Mit Gordon Bowker kann ich nicht dienen, hab nur Schröder. Dann mach halt. --Lectorium (Diskussion) 18:17, 17. Jan. 2017

Mach einen Formulierungsvorschlag, denn vom Spiegel lässt sich das erste nicht belegen. Nur "Wenige Tage später brach sich Yorke beim Fußballspielen das Bein, und er starb jung." Was heisst er starb jung? --Pauelz (Diskussion) 18:01, 18. Jan. 2017

Jung stirbt man heute mit 70; siehe Alterspyramide.--Lectorium (Diskussion) 18:06, 18. Jan. 2017

Nach WP:Q#Was sind zuverlässige Informationsquellen? sind journalistische Quellen wie der Spiegel oder The Daily Telegraph nur bei aktuellen Themen zulässig, für die es noch keine wissenschaftliche Fachliteratur gibt. Die gibt es zu Orwell in hinreichender Menge, und wenn die seit 13 Jahren diese Gruselgeschichte geflissentlich ignoriert, sollte die Wikipedia dem weiterhin folgen. MfG --Φ (Diskussion) 18:24, 18. Jan. 2017

Mittwoch, 26. Juni 2019

Wikipedia: Mordfall Lübcke (1)

Noch während meines Kommentierens wird der Wikipedia-Artikel gelöscht. Und damit auch gleich alle Kommentare. Gut, dass das Zurückblättern die Texte noch sichtbar macht. In solchen Zusammenhängen ist die Wikipedia ein Bolzplatz für ideologisch-machthungrige Kinder.

Diskussion:Mordfall Walter Lübcke

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Ein paar Anmerkungen...

... um nicht in den "InUse"-Baustein reinzugeraten:
  • In der Einleitung heisst es: "Er wurde durch den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (3. Juni 2019) bundesweit bekannt, den er drei Wochen nach seiner Festnahme (15. Juni 2019) gestand." - Da seine Verhaftung stand heute 10 Tage her ist, kann er nicht drei Wochen nach seiner Verhaftung den Mord gestanden haben. 3 Wochen wären der 6. Juli.
  • Sind Sätze wie "Er las die rechtsextreme Zeitschrift Nation und Europa." in irgendeiner Form relevant? Nicht falsch verstehen: Keine Frage, das Schmutzblättchen ist *Eigenzensur*, aber ich finde diese Aussage etwas kontextlos im Artikel.
Vielleicht ist der Hinweis hier unnötig, weil genau solche Sachen just in diesem Moment im Artikel korrigiert werden. --Schraubenbürschchen (Diskussion) 12:39, 26. Jun. 2019 (CEST)

Bitte Diskussion:Walter Lübcke beachten[Bearbeiten]

Ob es einzelne Artikel zu Täter, Opfer und Tat braucht wird dort gerade diskutiert. --Siehe-auch-Löscher (Diskussion) 13:21, 26. Jun. 2019 (CEST)

Was ist das denn für ein Vorgehen?

  • 26. Juni 2019, 11:12 Uhr Bitte <mit Anlegen des Artikels> noch ca. eine Woche warten, damit wir das Personenlemma sauber auf diesen Artikel abstimmen können und nicht ständig überarbeiten müssen.
  • 26. Juni 2019, 11:37 Uhr Der Artikel wird angelegt und mit dem Kommentar Stub angelegt, bitte erstmal nicht dazwischenfunken, danke
Und in der laufenden Diskussion:Walter Lübcke wird niemand darüber informiert. Nicht gerade Wikikette!
--Siehe-auch-Löscher (Diskussion) 13:35, 26. Jun. 2019 (CEST)
›entfernt‹

"Geständnis", "Mord"

Der ›entfernt‹ schäumt mal wieder besinnungslos über. Ein Geständnis ist aber noch kein Urteil. Bitte mal den Wiki-Artikel dazu lesen und (auch betreffend die volle Namensnennung) WP:BIO. Die Einstufung als Mord ist bitte bis zu einem letztinstanzlichen Urteil zu unterlassen. Wie sollen denn die dafür erforderlichen "niederen Beweggründe" schon feststehen, wenn selbst im Wikipedia-Artikel steht, sein "genaues Tatmotiv blieb offen"? Bis zum letztinstanzlichen Urteil gilt übrigens bekanntlich auch für Rechtsextreme die Unschuldsvermutung80.187.103.114 14:10, 26. Jun. 2019 (CEST)

Irrelevant

Diese Person ist außerhalb des Mordfalls völlig irrelevant. Der Ersteller sollte sich mal (reiflich) überlagen, wieso er unbedingt diesen Artikel statt einem zum Mordfall erstellen musste. --Prüm 14:11, 26. Jun. 2019 (CEST)
Ohne JFK wäre Lee Harvey Oswald vollkommen unbekannt geblieben ... Auch wenn es schwer fällt einzusehen: Auch die Mörder (mal allgemein, nicht zu St. E. gesprochen) sind Personen der Zeitgeschichte. --Delabarquera (Diskussion) 14:28, 26. Jun. 2019 (CEST)
Wunschdenken? --Prüm  14:29, 26. Jun. 2019 (CEST)

Stephen E.[Bearbeiten | Abschnitt hinzufügen]

Wieso habe ich den Realnamen aus der Wikipedia erfahren und nicht aus der Tagespresse? Da läuft doch etwas verkehrt. --Gripweed (Diskussion) 14:41, 26. Jun. 2019 (CEST)

Dienstag, 21. Mai 2019

Reisen: die neue Form von Imperialismus

Notizbuch

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HINTER DER GESCHICHTE Gibt es noch Zauberer auf dieser Welt? Dieser Frage wollte der ZEIT-Reporter Thomas Fischermann nachgehen, als er in einen fernen Winkel des amazonischen Regenwalds reiste. Im Grenzgebiet zwischen Kolumbien, Brasilien und Venezuela überlebt eine jahrtausendealte Schamanenkultur. Die »Jaguarmenschen« des Hohodene-Volkes können angeblich Krankheiten heilen und mit reiner Gedankenkraft Menschen töten. Fischermann folgte einer Einladung der Hohodene, ein paar Wochen lang bei ihnen zu leben. Nach zwei Jahren der Vorbereitung und einer abenteuerlichen Recherchereise erzählte er bei »Hinter der Geschichte« von seinen Erlebnissen und Begegnungen mit Mensch und Natur. (zeit.de)

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Das klingt zuerst so: 'Ein Journalist reist und bringt uns die Welt näher.' Auf den zweiten Blick sehe ich dann: Wir lassen nichts und niemanden in Ruhe. Wir müssen da hin, sehen, berichten. Ist das nicht die neue Form von Imperialismus. Ein Imperialismus der der sich als selbstverständliche und legitime Wissbegierde tarnt?

Dienstag, 7. Mai 2019

Mike Pompeo sagt Besuch ab

Mal sehen, ob der SPIEGEL meinen Kommentar da unten bringt.

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US-Außenminister
Pompeo sagt Besuch bei Merkel und Maas ab
Gespräche über das Verhältnis zu China und Russland sowie die Krisen in Venezuela und in Syrien waren angedacht - nun hat US-Außenminister Mike Pompeo seinen Besuch in Berlin gestrichen.

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Pompeo ...

(schöner Name übrigens!) wird sich was gedacht haben: "Was schert es die Eiche USA, wenn sich das Schwein Deutschland daran reibt!" Und dann auch noch: "Aber ich als Eiche muss mich ja nicht auch noch durch die Luft bewegen, um der Sau in Berlin das Reiben zu erleichtern!"

Nur zur Sicherheit: Ich teile diese Meinung des Secretary of State ausdrücklich nicht! Aber ich kann mich in andere Leute hineinversetzen.

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Freitag, 1. März 2019

Elisabeth Wehling

Elisabeth Wehling ist mir vor Jahr und Tag schon aufgefallen: als eine geschäftstüchtige junge Frau. Etwas, also geschäftstüchtig, was man in den Geisteswissenschaften eher selten findet. Nun also hat sie im fernen Berkeley einen Auftrag an Land gezogen, der, als er längst abgehakt schien, zur Diskussion steht.

Der MDR hatte nach Angaben von ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab das Gutachten 2017 in Auftrag gegeben, als er den ARD-Vorsitz innehatte. Das „Framing-Manual“ mit dem Titel „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“ habe als Grundlage für mehrere Workshops in der ARD gedient. Für das Gutachten und die Workshops hat die ARD insgesamt 120.000 Euro ausgegeben. Das „Framing-Manual“ alleine kostete nach ARD-Angaben 10.000 Euro.  (tagesspiegel.de)

Das muss man erst mal hinbekommen!

"Natürlich werde er sich „nicht vorschreiben lassen, was ich wie zu sagen habe“, aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei ständig Framing ausgesetzt: „Es ist zwingend, dass man sich damit beschäftigt.“ Buhrow verwies in diesem Zusammenhang auf Kampfbegriffe wie „Zwangsgebühren“.

Die Autorin des umstrittenen „Framing-Manuals“, Elisabeth Wehling, hat in einem Interview mit der "Zeit" die Kritik daran zurückgewiesen. „Ich bin schockiert über die Vorwürfe. Vor allem, weil der Hintergrund völlig außer Acht gelassen wird“, sagte die Sprachwissenschaftlerin. "Ich habe auf der Grundlage von Workshops mit einer Arbeitsgruppe der ARD 2017 ein internes Papier geschrieben.“ Die Idee sei gewesen, einzelne Begriffe in der ARD-Kommunikation zu analysieren und Alternativen aufzuzeigen. „Es war für nichts anderes gedacht als für die interne Verwendung.“ (Ebd.)

Schockiert also ist sie, die Elisabeth Wehling. Hätte ich an ihrer Stelle, framing-geschult, auch so gesagt. Und noch mal nachzulegen, auch geschickt: "Es hat mich fassungslos gemacht, als Wissenschaftlerin, Beraterin und Mensch auf einmal solchen Angriffen ausgesetzt zu sein." Wobei natürlich irgendwann die Frage kommen wird, in welcher Welt Elisabeth W. denn lebt, wenn sie bei dieser Geschichte in die Fassungslosigkeit treibt.


Und an Buhrows Stelle -- an die ich ich nie kommen werde: Dito. Wobei natürlich die Frage ist, was an dem Begriff Zwangsgebühren falsch sein soll. Gibt es denn keinen Zwang, die Gebühren zu bezahlen, unabhängig davon, ob man die ÖRR nutzt oder nicht? (Vom schön hohen Einkommen von Tom B., das aus den Zwangsgebühren bezahlt wird, war ja in diesem Blog schon mal die Rede. Aber natürlich Tom B: "Neiddebatte". Auch irgendwie wohlfeil und wenig differenziert, diese Reaktion.)

Montag, 2. April 2018

"... keine unterschiedlichen Ansichten"

Eine Kommentar-Anmerkung von der ZEIT-Seite. Die ZEIT stellt vorweg, bei diesem ziemlich harmlosen Artikel:

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Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

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Der erste Kommentator schreibt unter anderem:

"Ist die "Demokratie" in Deutschland mittlerweile so schwach, dass sie keine unterschiedlichen Ansichten mehr verträgt?"

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Meine Antwort:

Scheint so. Und: Man lese doch mal bitte Robert Pfallers "Erwachsenensprache". Ersatzweise, wenn zu wenig Zeit vorhanden, eine Rezension des Buches. Beispielsweise die bei mdr.de:
https://www.mdr.de/kultur/buch-robert-pfaller-erwachsenensprache-100.html

[Ach ja, und auch das noch: Ist aber mal wieder extrem häufig hier, diese Anmerkung:

"Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt."

Das mit dem "Entfernt, weil Bezugspunkt entfernt" ist m. E. ein Grundsatzfehler im ZEIT-Kommentar-System. Es bleibt da nur -- meine Empfehlung -- einen neuen Punkt aufzumachen und da am Anfang etwas ausführlicher zu zitieren.]

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Ich bin mal gespannt, ob der Teil in eckigen Klammern die ZEIT-"Prüfung" übersteht.

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Passend dazu, gerade eingereicht:

Mal eine Meta-Bemerkung, die aber zu dieser Diskussion hier sehr gut passt. Vorab ein Zitat von da oben:

"Die Begründungen zu dem Fazit sind ultra-einfach zu finden und jeder der keine rechten Scheuklappen hat, weiß auch von ihnen. ... Wieviele Argumente und Begründungen brauchen Sie noch? Ich kann den ganzen Tag weitermachen.... || Antwort auf #1.199 von Romara" [kleinere Korrekturen von mir. - de la Barquera]

Der Gedanke einer Demokratie mit mündigen Bürgern fußt auf der Annahme, dass die Menschen in der Lage sind, Unsinniges als solches zu erkennen. Und wenn sie das nicht gleich können, dann werden sie von anderen darauf hingewiesen, dass das und das Unsinn ist. im Grunde genommen sind alle Versuche, durch Streichungen und Nicht-Veröffentlichungen da „Ordnung zu schaffen“ gegen den Gedanken von den mündigen Bürgern gerichtet. eigentlich bleibt nur als Konsequenz, wenn schon die liberale ZEIT Meinungsäußerungen streicht bzw. anderen nicht zugänglich macht: Der Gedanke vom mündigen Bürger, auch der vom „herrschaftsfreien Diskurs“ ist eine Illusion.

Das einzige, das als Zwischenstufe vielleicht so gerade noch ginge, das wäre: eine gestufte Beurteilungsfunktion einführen, bei dem die Meinungsäußerungen einzelner Personen von den anderen beurteilt werden. Dann ein Link, der zeigt, wie ein bestimmter Kommentator von allen anderen eingeschätzt wird. Aber gut – ich gebe zu: Das ist vielleicht ein wenig arg akademisch.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Argumentation 2: Der syrische Bürgerkrieg

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Es folgte: Eine so schöne wie seltsame Auseinandersetzung. Ich nehme zunächst ein paar Zeilen aus dem ZEIT-Text und kommentiere.

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#97 -- "Zugleich ist die Botschaft, die schon von Aleppo ausging, nun in Ostghuta und absehbar in Idlib mit Nachdruck bestätigt wird, im Grunde schlicht: Assad gewinnt, seine Vernichtungs- und Vertreibungsstrategie zusammen mit Russland und dem Iran geht auf."

Warum um alles in der Welt wird die Fragen aller Fragen nie hart gestellt?

Was wäre, wenn Assad = der Diktator X entmachtet wird?

Wieso kann die Masse der Menschen im Westen nicht erkennen, dass dann nichts, aber auch gar nichts gewonnen wäre? Wenn es in einem Land keine "politische Reife" gibt, folgt entweder der nächste Diktator oder das noch viel schlimmere Chaos. Muss ich Beispiele nennen? Saddam H.? Libyen? Überhaupt dieser "Arabische Frühling". Was ist denn da geworden?

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Cerouac #97.1 -- Woher wissen sie wue wir als “Masse“ denken. Normalerweise kommt doch von ihrer Seite immer dass wir so uneinig sind ...

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Ok, hier lasse ich alles mal zeichengenau so stehen, wie es da stand. Korrekt wäre: 

"Woher wissen Sie, wie wir als 'Masse' denken? Normalerweise kommt doch von Ihrer Seite immer, dass wir so uneinig sind ..."

Das mit dem Korrigieren mache ich 1 x, nur hier. Natürlich ist so etwas kleinlich und oberlehrerhaft. Ich möchte aber einfach das Formale nicht vollständig außer acht lassen.

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Jetzt wieder ich:

#97.2 Ich korrigiere das so sehr aufgeladene Masse in "Mehrzahl der Menschen". Mein Befund stützt auf das Mitlesen auf vielen Kommentar- und papierenen Leserbriefseiten. | Dann: "Normalerweise kommt doch von Ihrer Seite immer, dass wir so uneinig sind ..." | Da hätte ich gerne a) ein Beispiel. b) Da kommt es entscheidend darauf an zu sagen, 1. in welcher Sache 2. wir (= ? die Kommentatoren hier, die CSU-Wähler, usw.) uns einig / uneinig sind.

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Es mischt sich kurz der_joerg ein, der ein wenig kryptisch in Richtung Cerouac sagt: 

Antwort auf #97.1 von Cerouac | der_joerg #97.3 || Hauptsache frei! Auch wenn der Kopf ab ist.

Und dann auch noch ein Jaegervonderalm:

Antwort auf #97 von BDLB Jaegervonderalm #97.4 sie gehören garantiert nicht zur Masse

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Von mir: 

Antwort auf #97.1 von Cerouac BDLB #97.5 Und noch eine Bitte, die alles abkürzen würde: Was sagen Sie denn zu Frage, die ich gestellt habe: Was wäre [denn voraussichtlich], wenn Assad = der Diktator X entmachtet wird?

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Montag, 5. Februar 2018

Ja, diese Quellen!

Mal schauen, ob das bei den Kommentaren der ZEIT stehenbleibt:

[ "Entfernt, bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen. Die Redaktion/dg"

Liebe Redaktion, bitte diskutieren Sie diese Floskel mit dem "Belegen von Behauptungen durch Quellen" und den Nicht-Sinn dieser Floskel doch einmal gründlich intern. Als Voraussetzung sollte das Folgende in die Diskussion eingehen:

  • Viele Behauptungen setzen auf komplexen Interpretationen auf, für die es keine Quellen, sondern höchstens Gleichgesinnte, die diese Interpretationen teilen, gibt. Beispiel: Deutschland geht es nur vorgeblich wirtschaftlich gut. In Wahrheit geht die soziale Schere immer weiter auseinander. -- Natürlich gibt es da "Quellen"; aber die sind nicht das Entscheidende. So etwas fühlt jemand. Oder eben auch nicht. -- Eine Quasi-Quelle hätte ich auch, wenn auch keine wissenschaftliche: https://www.youtube.com/watch?v=-67V7nCmho0
  • Es gibt Quellen für alles und jedes. Im Zweifelsfall ist ja auch Hitlers "Mein Kampf" eine Quelle. Es muss also entschieden werden, was eine zulässige, gültige, akzeptable (manche bei der Wikipedia sagen da immer: eine "reputable") Quelle ist. Wer entscheidet das dann, was eine zulässige und was eine nicht zulässige Quelle ist? Na ja, die Gemeinde derer, die das Sagen haben. Die, die juristisch denken, nennen so etwas einen "unbestimmten Rechtsbegriff". Vereinfacht: Unter einer reputablen Quelle kann man verstehen, was man will; es kommt drauf an, dass man die institutionelle Macht hat, die eigene Ansicht durchzusetzen. ]

Mittwoch, 31. Januar 2018

Die AfD ...

... übernimmt Führungsposten im Parlament". So steht es da.  Und es folgt eine kluge Einschätzung:

"Die politische Konjunktur der AfD verhält sich wie die Tragfläche eines Flugzeugs: Je mehr Gegenwind es gibt, desto mehr Auftrieb erhält sie. Das ist keine Zauberei, sondern ein Effekt, der seit den US-Vorwahlen 2016 medienwissenschaftlich gut untersucht ist."

--


Mal die sachliche Sicht: Da ist eine Partei, AfD genannt, die bei einer BT-Wahl viele Stimmen geholt hat. Die heftige Streitereien intern hat, sodass sie sich einen Verhaltenskatalog schaffen muss. Deren Mitglieder teilweise Neonazi-hafte Statements abgeben. Die eine Partei ist, die nicht verboten ist.

Nur gilt halt auch: Wenn diese Partei nun von den "Altparteien" ausgegrenzt wird, dann grenzen die damit die Wähler dieser Partei aus. Dabei ist es egal, ob das Wähler vom ganz rechten Rand sind oder Protestwähler, die, gäbe es das Thema und Problem "Migration / Zuwanderung" nicht, sich vollständig auf die anderen Parteien verteilen würden.

Ich fürchte: Sollte es zu Neuwahlen kommen, wird dieses Verhalten der Altparteien, das ja zu einem Gutteil einfach Machterhaltungsgebaren ist, der AfD eine Menge Stimmen bringen.

Dienstag, 23. Januar 2018

Dieter Wedel, heute

Kommentar bei der ZEIT, der erst wieder freigeschaltet werden muss.

--

Da, nicht nur im Fall Wedel, weiß ich einfach nicht mehr, was ich sagen soll. Es ist verdammt schwer, eine Mitte zu finden zwischen aufgeregter Prüderie, die sich als Vertretung von Frauenrechten geriert, und berechtigtem, gar überfälligem Zorn über das Verhalten mancher Männer.

Beim Fall Dieter Wedel muss man sich, was das Stichwort „Vorverurteilung“ angeht, natürlich fragen, wie es anders hätte laufen können oder sollen. Es ist ja doch wohl eine alte Tradition, solche Diskussionen an konkreten Personen festzumachen. Und Personen des „öffentlichen Lebens“ haben nun einmal weniger Schutz vor öffentlichen Diskussionen als die normalen Bürger; sie, die Berühmtheiten, haben oder hatten ja auch große Vorteile von ihrem Ruhm. Und was Dieter Wedel angeht: Der war, glaube ich, ganz gerne einflussreich und berühmt.

(Woanders in der ZEIT wird gerade gefragt, ob man denn Bundeskanzlerin Merkel „Mutti“ nennen darf. Ich habe diese Bezeichnung immer für ziemlich dämlich gehalten; aber was soll man machen – das Volk will über seine Herrscher spotten; es liebt ja auch Karikaturen. Da kann man wohl einfach nichts machen. Hier ist die Analogie: Über Künstler und anverwandte Berufe wird einfach gerne getratscht. Auch da kann man nichts machen.)

Mittwoch, 27. Dezember 2017

"Die Reichsten der Reichen sind ..."

Wenn ich zum Beginn des neuen Jahres über die Ungleichheit unter den Menschen nachdenke, werde ich von dieser Meldung ausgehen:

BEZOS, BUFFETT & CO. Die Reichsten der Reichen sind 1.000.000.000.000 Dollar reicher. 27.12.2017 || Weil die Aktienkurse steigen, sind die wohlhabendsten Milliardäre des Planeten noch vermögender. An der Spitze der Rangliste hat es einen Wechsel gegeben. || Die robuste Wirtschaftsentwicklung und die gestiegenen Aktienkurse haben den wohlhabendsten Menschen der Welt in diesem Jahr einen kräftigen Vermögenszuwachs erbracht. Sie sind im in wenigen Tagen zu Ende gehenden Jahr 2017 um beinahe 1 Billion Dollar reicher geworden -- in Zahlen 1.000.000.000.000 Dollar. Das ergibt sich aus der Milliardärs-Rangliste, die der Finanzdienst Bloomberg täglich erstellt und veröffentlicht. Darin enthalten sind die 500 reichsten Personen der Welt. Insgesamt kommen die Milliardäre darin auf ein Vermögen von 5,3 Billion Dollar (Stand zweiter Weihnachtsfeiertag), was sich mit 4,4 Billion Dollar vor einem Jahr vergleicht. Der Anstieg um 23 Prozent übertrifft dabei sogar den Zuwachs etwa des breiten amerikanischen Aktienleitindexes S&P 500. (faz.net)

Leitfragen: 

  • Wie hängen Reichtum und Macht zusammen, und was unterscheidet Macht und Reichtum?
  • Würden die Superreichen aufhören zu wirken -- von "arbeiten" kann man wohl kaum sprechen --, wenn in einem neuen, anderen Wirtschaftssystem ihr Vermögen asymptotisch gedeckelt würde und das so entnommene Geld zu einer, wiederum asymptotischen, Angleichung der weltweit Armen an eine allgemeine Untergrenze verwendet würde?
  • Wenn wir vom Gini-Index und einem Glücklich-Index ausgehen, wie hängen Ungleichheit und Glücksgefühl in den verschiedenen Nationalstaaten zusammen? Oder korrelieren beide Größen nicht?

Mittwoch, 15. November 2017

Die Entwicklung in Simbabwe

Die neueste Entwicklung in Simbabwe.

Nicht nur, aber auch wegen der in letzter Zeit zunehmend eigenartigen Zensur bei den ZEIT-Kommentaren wieder hierher kopiert:

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Wer widerlegt meinen ewigen Pessimismus (den ich selbst gerne widerlegen oder widerlegt sehen möchte!)?

Komplexe These bis auf Weiteres, und: Ja, ich generalisiere: Die afrikanischen Länder hatten nach dem Kolonialismus viel Zeit, um sich neu aufzustellen. Es ist ihnen nicht gelungen. Grund: Es gibt keine aufgeklärte politische Kultur, in der der friedlich herbeigeführte Machtwechsel vorgesehen ist. (Der Machtwechsel muss gar nicht durch westlich-demokratische Wahlen herbeigeführt werden. Alles ist recht, hauptsächlich friedlich.) Folgen: Diktaturen, die von Diktaturen abgelöst werden. Korruption und Vetternwirtschaft. Mugabe hat gezeigt, wie man ein koloniales, aber wirtschaftlich gut aufgestelltes Land kaputtmachen kann. Sollten die Weißen aus Südafrika vertrieben werden, wird sich dort innerhalb von zwei bis fünf Jahren eine mit Simbabwe vergleichbare Lage ergeben.

Ergänzung: Welches sind die drei Länder in Afrika, die als Vorbild für die anderen dienen könnten?

Und bitte nicht vergessen: Ich will widerlegt werden!

--

Mittwoch, 25. Oktober 2017

MeToo (Sex) & MeToo (Science)

Wäre das nicht die Gelegenheit, die Weinstein-MeToo-Kampagne auf weitere Abhängigkeitsverhältnisse auzuweiten?

Schweiz. Tränenreiche Promotion. An einer renommierten Zürcher Hochschule soll eine Astronomie-Professorin Doktoranden gedemütigt haben. Der aufsehenerregende Fall sorgt für hitzige Diskussionen im akademischen Betrieb. Von Charlotte Theile. || Wenn eine Institution wie die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich einen Lehrstuhl schließt und die zuständigen Professoren in ein Sabbatical schickt, muss einiges schiefgelaufen sein. Doch Gabriela M., die 2002 gemeinsam mit ihrem Mann Paul F. (beide Namen geändert) nach Zürich kam und als Professorin am 2002 gegründeten Lehrstuhl für Astronomie lehrte, soll Doktoranden über Jahre derart schikaniert haben, dass die Universität keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat. Das hatte die NZZ am Sonntag berichtet. Konkret geht es um Meetings, die bis weit nach Mitternacht gingen - und zum Beispiel die Körpersprache und das Make-up der Doktoranden zum Thema gehabt haben sollen. In ihrem Büro sollen Männer und Frauen in Tränen ausgebrochen seien, Letztere bezeichnete Gabriela M. auch mal als 'schwache Wesen'. Die ETH Zürich spricht auf Anfrage von einem "schlechten Führungsverhalten, welches an der ETH Zürich nicht toleriert wird". Gabriela M. und Paul F. äußerten sich nicht auf eine Anfrage der SZ. Sie sind in der Schweiz gut vernetzt. Er war Forschungsrat beim Schweizerischen Nationalfonds, sie saß in einem Gremium des Europäischen Forschungsrats. (sueddeutsche.de (Online (Abo). PANORAMA. Mittwoch, 25. Oktober 2017)

Bemerkenswert hier für mich: Es betrifft die Naturwissenschaften, die manche ja für "sachlicher" halten als die Geisteswissenschaften, von einigen auch Laberwissenschaften genannt. Und dann: Das in der Schweiz! Wo zwar die  renommierten Geldtrickser, aber ansonsten die Einfachen und Ehrlichen hausen. -- Ich jedenfalls hätte sofort ein paar Fälle aus der Wissenschaft parat, die man da anführen könnte. 

Freitag, 6. Oktober 2017

Das russische und das deutsche "Narrativ"

"Fünf vor acht / Russland. Die Krim ist unser! Eine Kolumne von Alice Bota. | ... das war 2014 noch die politische Erfolgsformel in Russland. Nun sucht das Verteidigungsministerium nach einem Narrativ, warum man sich die Halbinsel geschnappt hat. || 6. Oktober 2017 || Ich habe mir den Film Krim angeschaut, der Ende September in den russischen Kinos angelaufen ist, beworben mit der Unterzeile "Liebe ist stärker als Hass". Nun hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu dem Regisseur Alexej Pimanow den Film vorgeschlagen. Pimanow ist ein Freund des Verteidigungsministers und passenderweise zugleich Chef der Medienholding des Verteidigungsministeriums. Und wenn der Verteidigungsminister seine Finger mit drin hat; wenn sein Ministerium und staatliche Stiftungen den Film finanzieren; wenn die Elite aus Politikern und Showbusiness die Filmpremiere im Hof des Kremls feiert, dann kann es natürlich nicht nur um eine Liebesgeschichte gehen. ..."

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Mein Kommentar zu diesem Artikel, heute Morgen bei der ZEIT.


Ich glaube, man müsste mal das Pro-Russland-"Narrativ", das in den Köpfen vieler Deutscher vorhanden ist, ein wenig explizieren. Es geht m. E. so:

"Die westlichen Politiker, vor allem die der USA, sind auch keine machtpolitischen Waisenknaben. Kann man ein großes Land wie Russland nicht verstehen, wenn es viele seiner 'Sowjetrepubliken' an seinen Rändern in die Freiheit entlässt, und der Westen hat nichts Besseres zu tun, als diese Länder vor der russischen Haustür schnellstens in die NATO zu holen? Manöver und das machtpolitische Brimborium eingeschlossen. Und kann man unter dieser Voraussetzung nicht auch verstehen, wenn die Bürger auf der Krim, auch wegen der militärischen Bedeutung von Sewastopol, für einen 'Anschluss an Russland sind? Im Übrigen -- die Ereignisse auf dem Maidan sind nach wie vor umstritten. Der SPIEGEL nennt sie immerhin "Das unaufgeklärte Massaker". Ob die Politiker in den Randländern der Russen, die für den Westen und die NATO stimmen, wirklich die lupenreinen Demokraten sind, das muss sich im Einzelnen noch zeigen. Also: Ob seinerzeit der gewählte Präsident Janukowytsch wirklich illegitim war und wer am Ende auf dem Maidan auch aus taktischen Gründen auf wen geschossen hat, ist zumindest unklar."

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Montag, 22. Mai 2017

Eduard Wirths

Funde, allesamt für die Martenstein-These:

Eduard Wirths (* 4. September 1909 in Geroldshausen bei Würzburg; † 20. September 1945 im Internierungslager Staumühle) war ein deutscher SS-Standortarzt in Auschwitz. || Wirths, der aus einer betuchten Unternehmerfamilie stammte, begann 1930 ein Medizinstudium an der Universität Würzburg, das er 1935 abschloss. Mit der 1936 erschienenen Dissertation Der heutige Stand der Pseudarthrosen promovierte er zum Dr. med. Wirths heiratete 1936 eine Kommilitonin, das Paar bekam vier Kinder. Im Mai 1933 wurde er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 3.139.549) und der SA. Wirths wechselte Anfang Oktober 1934 von der SA zur SS (SS-Nr. 311.594). Während seines medizinischen Praktikums war er ab 1936 im Thüringer Landesamt für Rassewesen tätig. Von Dezember 1936 bis März 1937 arbeitete Wirths im Gesundheitsamt in Sonneberg und wechselte danach als Assistent zur Universitätsfrauenklinik in Jena, wo er bis September 1938 beschäftigt war. Danach wurde er Landarzt in Merchingen, nachdem sein Onkel aus der Praxis ausgeschieden war. 1940 arbeitete er bei der Reichsärztekammer. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte Wirths ab Anfang Mai 1940 einer Sanitätsersatzkompanie der Waffen-SS an. Von Ende Juli 1940 bis Anfang Februar 1941 war Wirths bei der Sanitäts-Inspektion der Waffen-SS tätig und danach bei der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ eingesetzt. (Wikipedia)

Dienstag, 7. März 2017

Erdoğan I.

Mal ein Versuch bei der ZEIT, im Forum. Nehmen wir's auch hierher.

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Es ist an der Zeit, ein großes Geheimnis zu lüften. (Mein Dank an die Freunde beim türkischen Geheimdienst! Die selbstverständlich Quellenschutz genießen.)

Recep Tayyip Erdoğan sieht sich, nach seinen langen historischen Studien, in einer alten Tradition.


Osman I. (1259-1326) Das Osmanische Reich ist gegründet!
Murad I. (1326-1389) Auf nach Europa!
Bayezid I. (1360-1403) Große Eroberungen allüberall! (Na gut, dieser schlitzäugige Timur. Einfach verschweigen.)
Mehmed II., Der Eroberer (1430-1481) Ha! 1453 Konstantinopel ist erobert! Eine neue große Hauptstadt!
Süleyman I., Der Prächtige (1495-1566) Ha! 1529 vor Wien! (Pech. Hat nicht ganz geklappt.)
Mehmed IV. (1642-1693) Ha! 1683 wieder vor Wien. (Hat wieder nicht ganz geklappt.)
Erdoğan I. (1954-2954) Großer politischer Denker in der osmanischen Tradition. Entwickelt erfolgreich die Strategie der Chuzpe, pardon – Yüzsüzlük. ›Eroberung von Innen‹. – Ha! Türken in Berlin, in Wien und praktisch überall. Und überall unter Führung von Erdoğan dem Schlauen!

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Nachtrag:

"Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."

Erdoğan am 6. Dezember 1997, auf einer Wahlveranstaltung. Er zitiert hier offenbar, so ist es verschiedentlich zu lesen, ein altes religiösen Gedicht von Ziya Gökalp (1876-1924). Im Jahr 1998 wurde Erdogan aufgrund dieser Aussage zu einem Jahr Haft verurteilt. (Vgl. welt.de)

Freitag, 13. Januar 2017

Winterkorn und die Verantwortung

Was war ich für ein Naivling! Ich dachte, in deutschen Konzernen könne so etwas nicht sein:

"Gottweis war der Mann für schwierige Fälle, für Probleme und Rückrufe, der Feuerwehrmann. Aber ein hochrangiger Zeuge beschreibt, seine Rolle gegenüber dem FBI mit dem Begriff ´Firewall´, Brandschutzmauer. Gottweis' Rolle sei es gewesen, heikle Probleme zu lösen, Winterkorn zu schützen. Einer, der dafür sorgt, dass der Chef über heikle Dinge immer mündlich gut informiert wird, aber dass ihm schriftlich - und damit nachweisbar - möglichst wenig offiziell mitgeteilt wird. Es müsse Winterkorn erst jemand ´nachweisen, dass er etwas gewusst hat´ - so soll sich Gottweis immer wieder geäußert haben." (tagesschau.de)

Und für solche mafiösen Tricksereien bezieht ein deutscher Konzernchef seine Millionen? Es ist nicht zu glauben!

Samstag, 9. Juli 2016

Geheime Verbrechen?

Auf msn.com findet sich, doch ein wenig erstaunlich, das:

"Geheime Verbrechen der Weltgeschichte | Die Menschheitsgeschichte steckt voller Grausamkeiten. Die meisten sind bis heute ungesühnt - und viele so gut wie unbekannt. Weil diejenigen, die diese Verbrechen begangen haben und begehen, mächtig sind, protegiert werden oder es verstehen, ihr Tun und ihre Absichten geschickt zu verschleiern... | Er ist der König der Drohnen: Durchschnittlich jeden vierten Tag steigen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama unbemannte Flugzeuge von US-Basen im Nahen Osten auf, um Menschen zu töten. Ferngelenkt werden diese Drohnen zumeist von der USAF-Basis Creech in Arizona. Die Piloten sitzen in schmucklosen, mit Computern und Bildschirmen ausgestatteten Containern. Per Knopfdruck lösen sie die Drohnen aus. Bei den neuesten Versionen erfolgen Start und Landung vollautomatisch, sie finden sogar eigenständig ihren Weg ins Einsatzgebiet."

Obama als Verbrecher? Davor erst einmal: Das ist die Annahme der asymmetrischen Kriegsführung. Dort die Terroristen, die Anschläge vorbereiten und sich mit der Ermordung von Karikaturisten, Polizisten und x-beliebigen Bürgern brüsten, hier die Großmacht, die sagt: "Wenn ihr euch so benehmt -- wir können auch anders. Und technisch haben wir da so einiges zu bieten. Drohnen zum Beispiel." Die USA fühlen sich als die, die unter Zwang mit ihren Drohnen zurückschlagen, gegen ihren Willen. Ich empfinde das auch so. Wohl wissend, dass viele es nicht so sehen.

Sonntag, 28. Februar 2016

Messie Middelhoff?

Auch das noch. Und: Irgendwie. Irgendwie, ich weiß wirklich nicht wie: habe ich Sympathien für Thomas Middelhoff. Vielleicht, weil herauskommt, dass er und seine Frau doch Menschen wie du und ich sind und waren. Da ist also das zu lesen:

"... Derweil bereiten andere Hinterlassenschaften der Ära Middelhoff in der Villa Probleme: Als Gutachter das Anwesen auf einen etwaigen Termitenbefall untersuchen sollten, konnten sie das nicht überall. Mehrere Räume im Untergeschoss und im Poolhaus seien "très encombrés" gewesen, schrieben sie: vollgerümpelt." (Süddeutsche)

Was einen nun aber doch noch interessieren tät: Da waren doch in den guten Zeiten sicherlich viele Bedienstete. Wie kam denn diese Unordnung zustande? Nur beim Auszug? ("Nehmen wir das mit?" -- "Nein, das lassen wir da. Steck es einfach in die Müll-Kammer.")