Sonntag, 28. Juni 2009

Dialogische Wunschwelt

Die Zufallslektüre steuert das Denken vermutlich mehr als ein rationaler Geist wahrhaben will:

"Wie ist dann die erkennbare Kluft zwischen islamischer Wirklichkeit und dialogischer Wunschwelt zu deuten? Welcher Art von Vernunft folgen die Vertreter eines Dialogs, der offensichtlich so wenig Kenntnis vom realen Kontext und Selbstbild der Muslime nehmen will?"

Da steht man dann am Anfang...

Freitag, 26. Juni 2009

Luther, die Juden und die Wikipedia

Eine Übernahme aus einer Wikipedia-Diskussion. Ich kommentiere nicht.


"Dazu kam eine Politisierung des Christentums in lutherischer Tradition wie bei dem Berliner Hofprediger Adolf Stöcker. Luthers antijüdische Schriften wurden wiederentdeckt und ausgiebig für antisemitische Propaganda benutzt. Daran konnten später Nazis wie Julius Streicher, Alfred Rosenberg und „Der Stürmer“ anknüpfen. Dabei wurde allerdings Luthers theologischer und zeitgeschichtlicher Kontext stets ignoriert. Erst ab 1945 begann die evangelische Kirche, zeitbedingte Judenfeindlichkeit und genuine Wort-Gottes-Theologie bei Luther auseinanderzuhalten."
Das halte ich am Ende für eine blässliche Schutzformulierung, nach der nicht sein kann, was nicht sein darf. Das Gute ins Kröpfchen des Gültigen, das Schlechte ins Töpfchen der Zeitbedingtheit So wird man dann in 100 Jahren auch die "zeitbedingte Judenfeindlichkeit" jener Nazis einordnen, die neben ihrer "Verfehlung" was Gutes getan haben, kann es im Grunde genommen heute schon. Sachlicher ist es anzuerkennen, dass auch große Geister grässliche Antisemiten waren, zu jeder Zeit. --Delabarquera 00:01, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Luther war kein Antisemit, sondern im damaligen Katholizismus einer der ersten, der die unbedingte Geltung des Bundes Gottes mit den Juden anerkannte. Er wurde später zu einem Hasser der "verstockten" Juden, die an ihrer Religion festhielten. Er wollte sie nicht vernichten, sondern an ihrer Religionsausübung hindern und bemühte dazu die damals üblichen lange vorgeprägten Klischees.
Das soll gar nichts rechtfertigen, es war auch so übel und wirkungsmächtig genug. Aber diese historische Differenzierung ist gerade deshalb nötig, damit die Nazis und ihre heutigen Anhänger sich nicht u.a. auf Luther berufen können, um zu behaupten, es sei doch irgendwas Gutes, gar "Christliches" an ihrem Völkermord gewesen.
Und auch die banale Feststellung, dass es "zu jeder Zeit" "grässliche Antisemiten" (Judenhasser) gegeben haben soll, spielt der Geschichtsfälschung der Nazis in die Hände, die mit solch angeblich unverändlicher, zeitloser Judenabneigung auf einen "Rasseninstinkt" schließen, der das Böse in den Juden immer wieder "wittere" und jedes humane Zusammenleben mit ihnen illusorisch mache. Jesusfreund 08:42, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Also, ich kann mir nicht helfen: Das überzeugt mich nicht. Man kann doch mit dem Argument, eine bestimmte kritische Sicht einer Person würde den Neo-Nazis in die Hände spielen, nicht den eher schlichten, aber vernünftigen Gedanken und die entsprechenden Formulierungen ablehnen. Mir geht es darum zu sagen: Die Ablehnung der Juden hat eine lange Tradition, die uns heute sehr fremd vorkommen muss, die aber nach einer tieferen Erklärung verlangt. Solange man diese Erklärungen nicht gefunden und überzeugend formuliert hat, sollte man, meine ich, nicht das immer gültige und darum eben auch nichts-sagende Argument von der Zeitbedingtheit bemühen. --Delabarquera 16:58, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Tja, mit philosophischen Allgemeinplätzen dieser Art leistest du keine Artikelverbesserung. "Zeitbedingt" ist im Kontext auf die damaligen Klischees bezogen, die Luther aus der katholischen Tradition übernahm. Das ist belegt. Um Kenntnisnahme der Belege kommt hier niemand herum, der nicht abstrakt herumschwurbeln, sondern mitarbeiten will. Für privates undefinierbares Unbehagen gibt es Drogerien und Apotheken. Jesusfreund 17:25, 26. Jun. 2009 (CEST)
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WOW! --Delabarquera 13:18, 27. Jun. 2009 (CEST)

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Nachtrag (17.08.2015, 17:48): Der her so engagierte Jesusfreund schreibt später zum Abschied von der Wikipedia dies:

Wikipedia: ZU LANGSAM, ZU MÜLLVERLIEBT, ZU KLEINKARIERT, ZU HERZLOS GEGENÜBER DEN ERNSTHAFTEN, SCHLICHT UND ERGREIFEND ZU DOOF. Das reicht auch mir irgendwann. Bin dann mal weg. Jesusfreund 21:22, 7. Mär. 2011

...

Und eben darum lehne ich Kommentare dazu auf DIESER Seite vollständig ab. Rekompostiert euren Scheißhaufen, wenn ihr könnt, aber nicht hier und nicht mehr auf meinem Rücken. Ade. Jesusfreund 10:31, 9. Mär. 2011

Donnerstag, 25. Juni 2009

Festplatte rattert. Woran liegt's?










Bilder durch Draufklicken vergrößern!

blogger.com hat die Angewohnheit, alles in "Kaufmännischer Heftung" (Gegensatz: "Amtsheftung") abzulegen, also das Neueste zuoberst. Auch und vor allem bei Bildern. - Das erste und das letzte Bild geben die "Gesamtübersicht".

Hier mal ein paar Bilder für ein Problem: Die interne Festplatte rattert am Morgen, pausenlos. Hört nach einer Stunde ungefähr dann auf. Ist das ein Index-Programm, das seinen Dienst tut? Welches? Das von Vista? Copernic jedenfalls wartet, bis ich eine Minute lang die Hände von der Tastatur und Maus nehme. Also, was könnte es sein? Ich frage die Experten im WinTotal-Forum. Mal sehen...


Mittwoch, 24. Juni 2009

Homepage

Er: Darüber reden wir jetzt mal noch nicht.

Sie: Wieso nicht? Was steht dahinter?

Er: Der Entschluss, alles anders zu machen als bisher.

Dienstag, 23. Juni 2009

Stammschreibung

Ich korrigiere einen Text, und die Rechtschreibprüfung von OpenOffice präsentiert mir jede Menge Wörter, die ich auseinanderschreiben - auseinander schreiben soll. Und auf einmal - auf einmal kann ich mir jene Sitzung vorstellen, in der 1993 beschlossen wurde, diese "Stammschreibung" einzuführen.

Herr Professor N.N., müde wie alle anderen, sagt:

"Im Deutschen, diese langen Wörter -- die können sich die Schüler einfach nicht merken. Wir sollten, wenn es irgendwie geht, auseinanderschreiben!"

(Natürlich sagte er auseinanderschreiben, nicht auseinander schreiben!)

Alle anderen Linguistik-Professoren nicken müde. So ist das auch beschlossen. Gottseidank! Endlich nach Hause!

Und die in dieser Sitzung geschaffenen Rechtschreib-Blödigkeiten warteten grinsend vor der Tür. Wenig später war die geschriebene deutsche Sprache nicht mehr wiederzuerkennen - pardon, nicht mehr wieder zu erkennen.


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Lesen Sie bitte die folgenden Wörter laut vor, und beachten sie den Wortakzent:

herauszupicken -- heraus zu picken
weitergeschickt -- weiter geschickt
kennenlernen -- kennen lernen

Montag, 22. Juni 2009

Broder und Melzer

Ja, ja, Broder und Melzer. Wir sollten sie nicht vergessen.

"Es ist der Rosenkrieg ehemaliger Freunde, die zu erbitterten Feinden geworden sind über der Frage, wer Israel dient und wer ihm schadet, ein Schlagabtausch ohne Regeln, der auf gespenstische Weise den rhetorischen Figuren derjenigen verhaftet ist, gegen die sich beide mit aller Macht absetzen wollen. Aber das sind Rand- betrachtungen, die vom justiziablen Gehalt der Sache ablenken. Denn der Streit zwischen Henryk Broder und Abraham Melzer hat zu einem Prozess geführt, in dem nun das Urteil gesprochen wird und den nicht nur der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, für „beispiellos“ hält. Das Landgericht in Frankfurt entscheidet am heutigen Freitag darüber, ob ein Jude (Broder) den anderen (Melzer) einen Antisemiten nennen darf, oder ob das Ganze, wie der niederländische Schriftsteller Leon de Winter bemerkte, eine Art rustikaler Folklore ist."

Sonntag, 21. Juni 2009

Liebe, öffentliche

Liebe, so vermute ich, ist in der Gedankenwelt der BILD-Zeitung so etwas wie ein neuer Anzug. Liebe ist also vor allem etwas, das der Boris und und der Oli bei öffentlichen Anlässen mit Fotografen- und Fernsehbeteiligung vorführen. Wenn dann noch ein Hammersieg mit Bild vom Kopftreffer danebensteht -- was für eine Liebe! Wahrscheinlich haben sich die beiden, der Oli und der Boris, jeder für sich und unabhängig voneinander gesagt: "Ich geh doch demnächst zu diesem Box-Event. Da brauch ich eine neue Freundin. Die alte ist ein wenig abgetragen."

SANDY UND OLI BEI KLITSCHKOS HAMMERSIEG
Zum ersten Mal zeigen sie ihre Liebe öffentlich

Zecken im Schöpfungsplan

Der Hund hat, wie so oft in den letzten Wochen, eine Zecke im Pelz. Ein 13ärhriger Junge aus dem Freundeskreis ist von einer Zecke gebissen worden und muss jetzt Antibiotika nehmen. Aus solch einfachen Fragen kommt man in den Bereich der Philosophie, Theologie: Abteilung Theodizee. Musste die Zecke wirklich im göttlichen Schöpfungsplan vorkommen?

Der praktische Mensch fragt sich: Spricht etwas dagegen, den Zeckenbestand in Wohngebieten auf Null zu bringen? Gibt es da nicht eine umweltfreundliche Lösung, vergleichbar mit der, von der ich vor Jahren einmal gelesen habe, mit Blick auf die -- war es die Tstsefliege, die mit einfachen Mitteln, Fallen aus Plastiksäcken, Kuhdung und Rinderblut, an manchen afrikanischen Flüssen ausgerottet wurde? Wie müsste eine solche Zeckenfalle denn aussehen?

Natürlich haben sich auch andere schon mit dieser Frage beschäftigt. Eine "Beste Antwort" sieht beispielsweise so aus (Originalton):

"Leider wird das wohl nichts mit dem ausrotten, geht genauso weng wie bei den Ratten! Zecken haben "Nahrung" im überfluss und überall! Man kann sich nur kurzfristig (Antizeckenmittel) und unter einhaltung bestimmter Regeln vor den Viechern schützen!"

Auf der anderen Seite: Dieses Argument trägt sein eigenes Gegenteil schon in sich. Wir haben ja oft jedenfalls, dort, wo wir sie nicht haben wollen, keine Ratten. Und wo sie auftauchen, kriegen wir sie auch relativ gut wieder weg. Also, warum nicht auch so bei Zecken? Weil der Wald so groß ist? Möglicherweise. Aber -- wo ein Wille ist, ist doch auch ein Waldweg.

Piratenpartei

Manchmal poste ich wirklich an unerwarteten Stellen. Weil ich neugierig bin, wie die Menschen mit ganz unterschiedlichen Interssen zu Fragen, die mich interessieren, Stellung nehmen. Hier war es im Forum von COMPUTERBILD, eine Frage zum Thema Urheberrecht, Raubkopieren, Piratenpartei. -- Das Ausgangsposting:

Mich würde interessieren, wie die CB-Leser zum Thema "unrechtmäßiges Kopieren von allem und jedem" stehen.
Ich selbst bin der Meinung: Wo gilt "kein Unrechtsbewusstsein der Normalmenschen + technische Möglichkeiten", führt das zur Situation, dass das "Raubkopieren", wie das früher mal hieß, nicht mit normalen juristischen Mitteln zu bekämpfen ist. Im vagen Sinn dieser Formulierung. Weil aber die "Urheber" natürlich Rechte und berechtigte finanzielle Interessen haben, sollten auf die unmittelbare betroffene Hardware (Brenner, CDs, DVDs, Kopierprogramme, usw.) eine (niedrige) Steuer erhoben werden, die dann entsprechend den, dann ja legalen, Downloadzahlen unter die Rechteinhaber verteilt werden.
Was meint ihr?

Es folgen eine ganze Reihe von Stellungnahmen, die ich nicht hierher kopiere, weil ich das Urheberrecht der Schreiber achten will. ;-) Solange CB die Seite erhält, dann es jeder nachlesen. (s. URL oben)

Gestern habe ich ein Resümee gezogen, heute ergänzt um den Hinweis auf den hochinteressanten Artikel in der ZEIT. (s. unten)

Ich schau mal wieder vorbei. Dank für die Meinungsäußerungen erst einmal.
Wenn ich alles unterm Strich zusammenzähle, bleiben für mich folgende Argumente:

a) Ich will nicht für anderer Leute Kopiererei bezahlen.
Meine Meinung: Es geht um sehr geringe Beträge, und da alles genau aufzurechnen ist wie bei jeder Bürokratie: Pauschalbeträge machen die Sache einfacher. Die GEZ mag, zum Beispiel, schlimm sein, und die Öffentlich-Rechtlichen vergeuden vielleicht zu viel Geld; aber diese Pauschalgebühr, bei der ja auch nicht nach Einschaltzeiten und gesehenen Sendungen abgerechnet wird, ermöglicht immerhin eine gute, unabhängige Berichterstattung ohne Werbepausen.
b) Bei Cassetten ging es auch, mit den Abgaben.
MM: Natürlich ist eine zunehmend verrauschte Cassettenkopie was anderes als eine immer Bit-originale digitale Kopie.
c) Die Industrie ist gierig, usw.
MM: Je nun, alle wollen möglichst viel verdienen. Eine nicht-kapitalistische bessere Welt kriegen wir nicht hin. Und ohne die Industrie gäbe es die Stars und die Mega-Produktionen, auf die viele ja doch so sehr abfahren, einfach nicht. (Wer raubkopiert schon die Heimaufnahme aus dem Garagenstudio von Daniel Mustermann?)
Unterm Strich bleiben die Probleme: Es gibt ein Urheberrecht, und das ist eine Errungenschaft. Es gibt keinerlei Unrechtsbewusstsein, zumindest nicht bei 98% der Kleinkopierer. Über kurz muss sich da was ändern.
Immer wieder die Frage: Wie könnte eine Lösung, die nicht über Pauschalgebühren läuft, auf lange Sicht denn aussehen?
Auch exotische Ideen sollten beachtet werden. Beispiel: Die Künstler usw. organisieren sich über Fanclubs, bei denen man einen Mitgliedsbeitrag zahlt, richtige Vorteile, auch des freien Kopierens, hat, und die Urheber ziehen eine eigene Infrastruktur, jenseits der heutigen CD-Industrie auf. Natürlich immer die Frage, ob solche Clubs eine Filmproduktion wie TITANIC hinbekämen. ;-)
Exotisch ist auch: Der Markt wird's schon richten. Möglich, dass es nur so geht, mit allen Prozessen, Strafen, Kopierschutz-Ausheblern usw.

Nachtrag: In der ZEIT, 18. Juni 2009, WIRTSCHAFT, S. 26, gibt es einen interessanten Überblickartikel zu diesem Thema. Kerstin Bund: "Pauschal genießen". -- Wie ich eben gesehen habe, wurde der Artikel auch von der ZEIT ins Netz gesetellt.

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Ach ja, und das, was ich vor einiger Zeit mal in einer Wikipedia-Diskussion zu Bildrechten geschrieben habe, finde ich zusammen mit der nachgeschalteten Diskussion nach wie vor interessant.

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Noch ein Nachtrag: Musikindustrie. Schwerindustrie. Hat sich schon mal jemand über die Semantik dieses Begriffs Musikindustrie Gedanken gemacht? Musikverlage, ok. Aber -industrie! Warum kommen mir da Schwerlaster in den Sinn. So eine Art Betonmischer, die durchs Land fahren und Musik ausliefern, damit diese wie Beton in die Köpfe der Leute gegossen werden kann? Die Kunst, mit Abtötung des Denkens Geld zu verdienen.

Samstag, 20. Juni 2009

Standardisierung - Computer-Zyklen

Ich habe alte Computer entsorgt. Drei an der Zahl. Die rumstanden, weil da ja noch was auf der Festplatte sein könnte. (Festplatten ausgebaut, ausgelesen. Anschließend: ein Hammerschlag und ab in den PC-Müll.) Weil einer noch ein 5.25-Zoll-Laufwerk hatte und irgendwo noch alte Disketten rumliegen. Keine Ahnung, ob die noch lesbar sind. In diesem Zusammenhang.

Eine Idee für die Computer, nicht von mir allein. Ich habe solche Vorschläge auch schon andernorts gelesen: Einführung von festen Zyklen. Alle 6 Jahre, oder alle 5, ein neuer PC-Typ, alle 3 Jahre, oder alle 2 1/2, ein neuer Untertypen für Leute mit Geld, die immer das Neueste brauchen. Das Gleiche für Programme. Wenn sich die Industrie nicht daran hält? Nun denn, die Käufer müssten halt Druck machen und die Zyklen bei ihren Käufen beachten. Dann würde sich da etwas bewegen. Ein Anfang müsste gemacht werden. Dieses Chaos des hechelnden Wettlaufs, wer braucht das? Ist das Freiheit, wenn man Elektronik-Abfall-Schaden gegen Macher-Wuseln aufrechnet?

Acronis True Image 2009 - 4

Ach, was ich ganz vergessen habe: Das Programm hat jetzt eine Seriennummer. Wie? Nun, ich hab mir die 64 Stellen von meinem Sohn diktieren lassen und habe gaaanz langsam getippt. Ins Feld kopiert. Und siehe da: Die Seriennummer war ok. Nur im Internet, bei der Digicam, wurde sie nicht akzeptiert.

Alles sehr seltsam.

Acronis True Image 2009 - 3




Ich würde dieses Problem mit den gleich großen Dateien gerne in einem Forum vortragen. Als Neuling mit diesem vielgelobten Programm. Vielleicht gibt es ja eine einfache Erklärung. Gibt es denn ein Acronis-Forum bei Acronis selbst? Die Sitemap von Acronis sagt ja, das Ergebnis des Links sagt nein. Enttäuschung macht sich nun tatsächlich breit.

Acronis True Image 2009 - 2


Paw! Da habe ich gestern aber dick aufgetragen. Klingt ja fast nach enttäuschtem Liebhaber.

Nun ja, aber wenn ich mich auch beruhige -- die Probleme mit dem Acronis-Programm setzen sich fort.
  • Ich lasse eine Sicherung laufen, setze einen Haken in ein Kästchen, dass der Computer nach Beendigung runtergefahren werden soll und gehe ins Bett. Heute morgen läuft der PC immer noch. Es steht da eine Meldung, dass der PC neu gestartet werden muss. Da wurde nichts eingegeben und also auch nicht automatisch heruntergefahren.
  • Ich schaue mir die Sicherung auf der externen Platte an. Eine Menge Platz dafür, dass ich nur Eigene Dateien gesichert habe. Aber gut, ich habe den Umfang noch nicht verglichen. Was aber auf den ersten Blick auffällt: Die Dateien scheinen mehrfach vorhanden zu sein, obwohl ich nur eine Sicherung durchgeführt habe.
  • Wenn man genauer hinsieht, also auf dieses Bildschrimfoto klickt und es vergrößert, dann sieht man, dass genau 14 mal eine Datei mit gleicher Größe auftritt. Man könnte denken, dass die Sicherung automatisch in Teile aufgespalten wird; aber wenn man in die Dateien "reingeht", dann steht da auch überall das Gleiche drin.

Freitag, 19. Juni 2009

Acronis True Image 2009 - 1

Ich glaube, das ist nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Nachdem Festplatten eines PC kaputtgegangen sind, beschließe ich Acronis True Image 2009 zu kaufen, bei Amazon. Das Programm kommt schnell, ich bin neugierig, es ist Freitag, ich will gleich installieren.
Wo ist die Seriennummer? Erst mal suchen.
Jetzt kommt ein Trick. Irgendwo, nicht ganz leicht zu finden, im kleinen Handbuch steht, dass man auf ein Beiblatt schauen soll.
Herrgott nochmal! Warum schreiben die Acronis-Leute nicht an diese Stelle, und zwar nicht hier, sondern in der richtigen Abfolge, bei Installation, was Sache ist? Das ist doch keine Schnitzeljagd. Na klar, weil auf dem Beiblatt ein wenig Werbung plaziert werden kann.
Leider liegt das Beiblatt unter 5 bunt strahlenden Werbematerialien. Und man denkt zuerst, das sei die Werbung für eine Digicam. Auf der Rückseite dann!
Ah, ja, auf der Rückseite der CD-Hülle.
Und dass die treuen Kunden geschützt werden, indem eine 64-stellige Seriennummer verwendet wird.
Hoppla! 64 Zeichen, zufällige Buchstaben und Zahlen, die erst mal abtippen. Da würde ich ja lieber die Erlaubnis geben, meine Festplatte zu scannen.
Aber nein! Nur 2x8. Bei einer Adresse, die heißt acronis/digicam. Dann wird einem die ganze Seriennummer per Mail zugeschickt. Weh dem, der grad kein Internet hat. Der tippt dann aber!
Und warum denn bitte dieses digicam schon wieder? Ich habe doch ein Imageprogramm gekauft. Ach so, die Werbung halt.
Dann aber: Ich tippe, ohne Bindestrich und Leerzeichen, 16 Zeichen.
Und auf das Knöpfchen drücken. Und -- Enttäuschung. Nix is.
Irgendwo vertippt? Nur wo. Überprüfen 3 mal, 4 mal. Nicht vertippt. Und trotzdem diese Antwort ...
... und man hat mal wieder das Gefühl, der PC und das Internet und Acronis, alle zusammen sind von einer schweren Neurose befallen. Verfolgungswahn nennt man das im Menschlichen. Alle wollen mein geistiges Eigentum klauen...
Ich meine, wenn schon die mehrfach überprüften 16 Stellen nicht hinhauen, soll ich dann versuchen, wie ein Idiot 64 Stellen einzutippen?

Donnerstag, 18. Juni 2009

New York Times

Die ZEIT vermeldete im April schon einmal den Nahtod der New York Times. In der vergangenen Ausgbe tut sie es wieder, berichtet ausführlich über die Gründe. Das Internet ist schuld. Wirklich. Ohne Ironie.
Und? Wann wird die ZEIT das gleiche über sich selbst schreiben müssen?

Ich möchte einen NY-Time-Fund gründen. Nicht um die Papierausgabe der NYT zu retten. Wie viele Bäume gehen dafür drauf! Sondern um die Qualität der Zeitung zu retten. In welchem Medium auch immer.

Datenschutz und Badezimmer

Ich habe immer wieder mal* -- für viele ist die These eine Provokation -- die Ansicht vertreten, dass jemand, der nichts zu verbergen habe, doch auch keinen großartigen Datenschutz brauche. Wer um 13:58 über den Münchener Marienplatz geht oder um diese Zeit vor einem bestimmten Haus steht -- was soll daran schutzwürdig und privat sein? Und gleich noch eins oben drauf: Es gebe in unserer Gesellschaft überhaupt nur zwei Arten des Fehlverhaltens, die als nicht-kriminell und als im Hinblick auf den Datenschutz problematisch eingestuft werden könnten: Steuerhinterziehung in maßvoller Form und Fremdgehen.
Auf der anderen Seite: Der Datenschutz wird von allerlei Kriminellen verwendet. Kinderpornographen, Terroristen, der Mafia. Jedes Programm zum anonymen Surfen, das in einer PC-Zeitschrift angeboten wird -- schon überlege ich: Nimmt das die Terrorvereinigung Leuchtendes Kleinhirn i. G. um sich umgestört im Internet bewegen zu können? Wird der Knopf, der verhindert, dass die eigene Telefonnummer dem Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung angezeigt wird, für einen erpresserischen Anruf oder für das Stalking verwendet?

Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe: Für viele Leute ist der Datenschutz so etwas wie der Schutz vor dem Blick in ihr Badezimmer. Sie haben ein bestimmtes Gefühl für Scham und Diskretion. Es ist eigenlich nicht schlimm, wenn einem wer beim Baden zusieht, wenn man nackt ist. Aber möchte man das?! Seit ich das überlegt habe, verstehe ich die Empfindlichen besser. Aber die, die auf Datenschutz gesteigerten Wert legen, sollten dann auch überlegen, dass es die Perverslinge und die organisierte Kriminalität gibt. Nach Sicherheit zu rufen und für den extremen Schutz vor dem Bundeskriminalamt zu sein heißt wieder mal: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!
--
* Man braucht nur das Label Datenschutz, gleich da unten, anzuklicken. Dann steht da alles.

Kärcher - Rohrreinigung - Fehlannahme

Ich bestelle bei Amazon einen Kärcher. Mit einer fundamentalen Fehlannahme: Ich glaube, ohne lange darüber nachzudenken, als eine Selbstverständlichkeit, dass das Gerät einen Wasser-Vorratsbehälter hat. Damit es beweglich ist. Usw.

Achtung: Nein, es hat keinen Vorratsbehälter! Es muss permanent an einen Wasserschlauch und an den offenen Wasserhahn angeschlossen werden!

Machen wir es etwas genauer: Ich habe das Gerät mit einem Rohrreinigungsschlauch gekauft, um ein verstopftes Rohr auf dem Weg Küche - Kanalisation freizubekommen. Die Küche liegt um Ecken gut 20 Meter vom Gartenschlauch-Anschluss entfernt. Wenn ich den Schlauch durch das Fenster des Wohnzimmers ziehe. Das soll was sein?! Und wenn ich den Wasserschlauch in einen vollen Wassereimer hänge -- saugt das Gerät das Wasser dann an oder ist der Druck der Wasserleitung nötig? Darüber schweigt sich die Gebrauchsanweisung aus.

Gedankenblitz

Ein Gedankenblitz, was ist das? Etwas, das plötzlich im Bewusstein ist, so, dass man es nicht abweisen kann. Beispielsweise: die Struktur, die Handlungsstränge eines Romans nach einem Symbol anlegen. Das Symbol ist zugleich da. Näheres bei Erscheinen des Romans.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Bizarre News

Dass mit der Welt etwas grundsätzlich nicht stimmt, merkt man nicht daran, dass die Nachrichten schlecht, sondern dass sie, nach den bisher gängigen Maßstäben jedenfalls, wirr werden. Zwei Beispiele:


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Igor Stravinsky - 127. Geburtstag einer Legende
17. Juni 2009

Igor Stravinsky, mit vollem Namen Igor Fjodorowitsch Strawinski war ein bedeutender russisch-französisch-US-amerikanischer Komponist Komponist und hätte heute seinen 127. Geburtstag gefeiert. Igor Stravinsky gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der „Neuen Musik“.

Warum feiert man ausgerechnet den 127. Geburtstag? Sogar Google stellt sein Logo um. Und Strawinski in der Rubrik Unterhaltung? Ausgerechnet den? Nun ja, irgendwie schon. Aber eben auch: sehr irgendwie!


Freud und Leid im Hause Wepper
Es war der schwerste Gang seines Lebens. Am Dienstag trug Fritz Wepper seine geliebte Mutter Wilhelmine zu Grabe. Jetzt hilft ihm die Schwangerschaft seiner Stieftochter, die Trauer zu verarbeiten. Stephanie von Hohenzollern erwartet im November ihr Kind.

Er trug sie zu Grabe. Persönlich? Ach, Schnickschnack. Nicht überkritisch werden! Eine Schwangerschaft als Trauerverhinderung? Auch irgendwie nachzuvollziehen, und dennoch -- irgendwas stimmt da nicht.

Vielleicht -- nur so eine Idee -- könnte Andrew Lloyd Webber ein Musical schreiben, bei dem das Kind der Frau von Hohenzollern eine Reinkarnation von Strawinski ist und dieses Kind schreibt das tollste Musical, das es jemals auf der Welt gegeben hat. Inhalt: Das Leben seiner Urgroßmutter Wilhemine und seines Großvaters Fritz. Mein Titelvorschlag, unbescheiden: LAUTVERSCHIEBUNG. Natürlich nur was für Kenner.


Gabriele Pauli

Gabriele Pauli geht ihren eigenen Weg, ohne die Bürgerwehr. Pardon -- die Freien Wähler. "Sie gibt noch ein paar Interviews, dann sitzt sie in der Landtagsgaststätte. Ganz allein." So sagt es die SZ von heute auf Seite 33.

Und wie, wenn Frau Pauli plötzlich doch Erfolg hätte, unterstüzt, sagen wir mal: von FDP-Wählern, die sie als eine echte Vertreterin der Freiheit sehen? Würden diese Wähler sagen, wenn sie gefragt werden. In Wirklichkeit sind das alles Männer, die Rothaarige attraktiv finden und Gabriele Pauli als politisches Sex-Symbol sehen. Als solches -- Symbol -- auch international beachtet! Sogr im fernen Japan! Wenn das nichts ist!

Gestern im Radio hat ein Hörer gesagt: Politikverdrossenheit. Politik müsse wieder sexy werden. Nun denn...