Donnerstag, 27. September 2007

Wahnsinn und Gesellschaft 1

Eine von Dämlichkeiten durchglühte westliche Gesellschaft: Sie verleiht Michael Jackson, wenn er konvulsivisch hervorstößt

I'M BAD!

und sich dabei in den Schritt fasst, platinene Auszeichnungen. Die Leute finden das einfach chic! Aber wenn Michael dann an kleinen Jungen rumfummelt, dann geht das natürlich nicht. Dann ist er abstoßend. Findet die schizoide Mehrheit.
Eine Reminiszenz an MJ im Deutschlandradio, von Oliver Schwesig. Warum eigentlich? (Hab da reingeschaltet. Finde die Sendung nicht im Internet. Fast habe ich den Eindruck, dass man ein Recht hat, alles im Internet zu finden. Eigenartige Zeiten das.)

Mittwoch, 26. September 2007

Mass Media Cycle (Circulus medialis maximus)

Auf der Seite 11 der Mittwoch-26.-September-2007-Ausgabe bringt die SZ zwei Artikel.

Einen über eine Website, auf der Airline-Essen dokumentiert werden. Natürlich wünscht man sich eine etwas differenziertere Datenbank (nicht nur Airline, Jahr, von-nach, sondern auch, direkt suchbar: Fleisch-, Fischgerichte, Bewertung, ...). Aber offenlegend ist die Sache allemal.

Sodann: Oliviero Toscani, der mit der Benetton-Werbung-Schock-Fotos von ehedem, hat eine neue Masche oder Aufklärungskampagne gestartet. Thema: Magersucht. Auch die taz und andere berichten davon. Natürlich. Es ist ja auch eine Idee, an der man die Regeln moderner PR-Verflechtungen trefflich studieren kann:

a) ein allgemein negativ gegutachtetes Phänomen in interessanter Atmosphäre
b) schockierende Offenlegung durch das Bild
c) Aufgreifen der Bilddarstellungen durch die Mediem
d) Aufgreifen des Aufgreifens der ...
e) Schneeball-Lawine-Effekt im Tonzyklus bam-bam-bam: c) - d) - c)

Natürlich: Beziehungen und einen recht hohen Bekanntheitsgrad muss man schon haben, damit das klappt.

Microsoft, Gott und der Gerichtsweg

Das Geschäftsleben ist hart, und irgendwie muss man sich ja ins Gespräch bringen. Wer hätte schon vom Rechtsanwalt Feil aus Hannover gehört, wenn der nicht die Idee gehabt hätte, mal -- quasi -- Microsoft zu verklagen.

"Der Anwalt Thomas Feil aus Hannover hat nun eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht, da dieses Vorgehen von Microsoft einen Verstoß gegen §303a StGB darstellt. Dieser Paragraph stellt Veränderungen von Daten unter Strafe. Vorerst läuft die Anzeige gegen Unbekannt, da ermittelt werden muss, ob Microsoft Deutschland für die heimlichen Updates verantwortlich ist.

In seiner Anzeige nennt Feil das Unternehmen Microsoft bereits als Verdächtigen. Wenn der Staatsanwalt der gleichen Meinung ist, dürfte ein interessanter Prozess entstehen, denn die Redmonder haben das Vorgehen bereits zugegeben. Allerdings kann es noch so genannte Rechtfertigungsgründe geben - dazu zählt beispielsweise eine mutmaßliche Einwilligung. Allerdings wird dies wohl kaum vertretbar sein, denn der Protest der Windows-Nutzer war groß."
(Ausführlicher hier.)

Wobei, seien wir ehrlich und sehen wir klar: Er kommt zu spät, der RA Feil aus Hannover. Denn der Senator von Nebraska, Ernie Chambers mit Namen, hat doch tatsächlich GOTT verklagt. Also nicht Karel oder sonst einen irdischen Gott, sondern den richtigen, den allmächtigen Gott. Und damit hat er es in die Weltschlagzeilen geschafft. Das nenn ich clever!

Montag, 24. September 2007

Netzstandards, gewünschte: Datum bei Beiträgen

Ich habe via Google nach Möglichkeiten gesucht, TV-Signale im Haus drahtlos zu übertragen. Ich finde natürlich vielen Hinweise. Was wieder einmal auffällt: Wenn bei einem Beitrag nicht ein Datum dabei steht, ist die Sache schwierig bis sinnlos. Was nützen mir -- schnellebige (sic) Zeit! --, wenn ein Hinweis aus dem Jahr 2004 ist? Also die Bitte: dass bei technischen Hinweisen und Hilfen das Datum der Erstellung und der Aktualisierung an erster Stelle des Beitrags steht.d

Freitag, 21. September 2007

Wikipedia und die Makler-Mäkler

Das Folgende ist aus der Diskussionseite zum Artikel "Makler"; es lässt sich natürlich auf das gesamte WP-System anwenden:

Zum Artikel: -Im Artikel steht ein solcher Unfug wie ich ihn selten hier gelesen habe. Imo sollte man den einfach bis auf das Wichtigste löschen und sperren. (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 80.131.229.97

Dann schreibe ihn doch um! WP:SM --Spongo
Sehr richtig! Die Einlassungen -- und vor allem der Ton! -- zeigen, dass dieser WP-Nutzer das WP-Prinzip nicht verstanden hat. Wer genug Sachverstand hat, dass er kritisieren kann, der ist verpflichtet, diesen Sachverstand durch Artikelbearbeitung und -verbesserung einzubringen. WP ist kein Restaurant, bei dem die einen die Köche und die anderen die Gäste sind, die herummäkeln dürfen, wenn es ihnen nicht schmeckt. --Delabarquera 09:15, 21. Sep. 2007 (CEST)

Donnerstag, 20. September 2007

Anne Will (Titelschutz)

In der ZEIT (Nr. 39 / 20.09.2007, S. 3) titel Patrik Schwarz: "Die Anne Will in uns". These: Moderatoren-Stil beherrscht das Land. Der Gedanke etwas willkürlich, aber nicht uninteressant.

Das bringt mich jetzt aber dazu, dass ich überlege, Titelschutz für folgende Titel zu beantragen:

Anne Will ...

... nicht schweigen / sich endlich outen / noch mehr / nicht mehr / (k)einen Cowboy als Mann / alles.

Na ja, und all das, was mir heute nachmittag noch so einfällt.

Wortanatomie: der Schnösel

Wir suchen ein Nachmieter für ein Haus. Da kommen unterschiedliche Menschen, um "das Objekt" zu besichtigen. Einer davon war ein junger Manager. Er ging herum. Sein Blick zwischen kühl und kalt. Wenige Worte. Ist mit so einem Menschen ein normales Gespräch möglich.?
Ich will es jetzt mal wissen. Als ich frage, was er denn beruflich so macht -- eine Frage, die man wohl stellen darf, wenn jemand ein Haus mieten will --, da erfahre ich, dass er von Frankfurt zur Niederlassung der durchaus weltbekannten Firma NN im Münchener Süden wechselt. Nun gut. Es geht gelingt mir sogar, den recht jungen und sicherlich in seinem Metier erfolgreichen Mann ansatzweise in ein Gespräch zu verwickeln. Über die doch sehr hohen Mieten in München. Zwei Sätze, dann Stopp. Ein paar Informationen über das Haus, ja, die solle ich ihm doch noch per Mail schicken. Dann ist er weg. Ich schicke die Informationen. Mit der Bitte um eine kurze Antwort.
Weshalb das Treffen mit dem jungen Mann dennoch für mich von Nutzen war? Weil es mich dazu gebracht hat, wieder einmal über ein altes, selten nur noch verwendetes, aber vielleicht doch gebrauchtes, heißt: nach wie vor notwendiges Wort nachzudenken. Der Schnösel.
Was ist ein Schnösel?
Nun von der Wortnachbarschaft, der Kollokation her, ist der Schnösel jung. Mein junger Mann war, geschätzt, so knapp unter 40 und damit zum wirklich jungen Schnösel 20 Jahre zu alt. Aber es ist eben so, dass sich manche Männer nicht nur ihre Jugend, sondern auch ihre Schnöseligkeit über die normale Zeitspanne hinaus bewahren. Mein Beispielheld war so einer.
Sodann: Es heißt der Schnösel. Der Schnösel ist maskulin. Natürlich gibt es auch junge Frauen, die jung, extrem tüchtig und so unangenehm im Umgang sind, dass ich ihre Gesellschaft meide oder, wenn unvermeidlich, bei sich biedender Gelegenheit, fliehe. Aber, abgesehen davon, dass die Zahl der Frauen-Quasi-Schnösel geringer ist als die der Mann-Schnösel, das Wort wie das mit mit dem Wort Bezeichnete ist und bleibt im Kern maskulin.
Der erweiterte Kern des Wortes, der Begriff: Eine bestimmte Mischung aus tatsächlicher oder zu erwartender Tüchtigkeit im Sinne der Tüchtigen der Gesellschaft, emotionaler Unterversorgtheit und dem instinktiven Annehmen, dass die eigene Person den meisten anderen Menschen überlegen sei. An Wichtigkeit, Können und Einkommen. Das gehört zum Schnösel
*
Bleiben zwei Fragen: Was ist, wenn sich zwei oder mehr Schnösel privat begegnen? Sie halten den jeweils anderen für unangenehm und glauben, sie seien ganz anders als er. Diese Fähigkeit zur spontanen Ausbildung eines blinden Flecks hat natürlichi nicht nur der Schnösel, aber er hat sie sehr ausgeprägt.
Und: Was ist, wenn der Schnösel auf einen normalen Menschen trifft. (Ja, doch die normalen Menschen mit normalen, angenehmen Umgangsformen gibt es. Man findet sie übrigens oft unter Münchener Handwerkern.) Nun, dann ist der Schnösel dem normalen Menschen zum Davonlaufen, und der Schnösel findet, wie zu erwarten, den normalen Menschen einfach nicht wichtig genug. Nicht zu seiner Kaste, der Kaste der Wichtigen und Erfolgreichen, gehörig.
*
Ach so, ja. Die erbetene Antwort auf meine Mail habe ich von meinem Schnösel natürlich nicht bekommen.

Mittwoch, 19. September 2007

Sex mit dem Volksmund

Noch ein Zitat aus der "Webpräsenz" der Damenzeitschrift ELLE (hier ohne die Pünktchen des Originals):

"Dirty Talk ist für Sie Neuland? Dann beginnen Sie im richtigen Moment damit! Ein ungewohnt explizites "Lass uns jetzt sofort vögeln", während Anne Will Gruselnachrichten zur Gesundheitsreform verliest, wäre für Ihren Partner sicherlich eher verblüffend. In erregtem Zustand dagegen findet er es toll, eine neue Seite an Ihnen zu entdecken. Der beste Zeitpunkt, in die Kunst des Dirty Talk einzusteigen, ist deshalb -- natürlich -- beim Sex."

Und weil so etwas immer mal gut ist, um die Seite etwas häufiger aufgerufen werden zu lassen (was ich ja sonst streng vermeide, weil nichts Populistisches an mir ist), also diese Liste und gleich dazu die Weise ihrer Erzeugung (!):
Nein, dazu habe ich jetzt keine Lust. (sic) Das ist doch einfach öde.
Ach ja, und das noch: Mit der Emanzipation der Frau geht auch ein Fortschritt in Richtung verbaler Explizitheit einher. Es tönt fast wie bei den Männern. Ein Fortschritt für die Frauen, nehme ich an. Jedenfalls für die, die sich ale Jungdynamikerinnen sehen. Es muss aber vielleicht doch erlaubt sein, diese Richtung der Entwicklung die Dämlichkeitsemanzipation zu nennen.

Wasserregister ...

... heißen die Wärmetauscher bei Kaminöfen. Habe ich heute von einem netten Kaminkehrermister gelernt. Mein Modell eines Ofens, der einfach mit Wasser ummantelt ist, ohne gleich an die Zentralheizung angeschlossen zu sein, wollte er nicht gelten lassen. Irgendwas wird da zu heiß, meint er. Und ich bin trotzdem sicher, dass ein Stahlbehälter mit Ofenrohr das Beste wäre. Ach und, ja: die Verkalkung: Unser Wäschetrockner erzeugt übers Jahr genug Kondenswasser, um den Wasserbehälter unverkalkt zu lassen. Ich werde also das Modell selbst zusammenschweißen müssen. Nun gut.

Wenn jemand, der den Weg auf diese entlegene Site findet, mir zuvorkommen will, hier die erste Modell-Zeichnung. (Nein, so ganz maßstagetreu ist die jpg-Umwandlung nicht; aber wir wissen was gemeint ist, nicht wahr?)

Montag, 17. September 2007

Anne Will

Die meisten werden die erste AW-Sendung gesehen haben. Der mediale Werbeeinsatz vorher war ja auch entsprechend hoch.
1.Also: Thema "Wert der Arbeit". Ja, warum nicht. Wichtig.
2.Die Geladenen. Immer schwierig. Alle farblos. Am besten noch René Obermann von der Telekom. Kurt Beck einfach nervig mit seinem Parteigequengel, das keinen interessiert. Rüttgers deutlich ruhiger und dadurch besser. Unklar allerdings, wie seine Argumen- tation in der Mindestlohn-Frage läuft wenn a) das Beispiel mit den 5 Euro steht und also klar ist, dass das »freie Spiel der Kräfte« Gewerkschaft gegen Kapitalseigner nicht mehr funktioniert und wenn b) die meisten europäischen Länder einen solchen Mindestlohn haben. Auf Frau Käßmann, Beschöfin, wurde vom sonst sehr gut berichtenden Experten durchgehend mit Frau Kläsmann angesprochen.
3.Summe Gäste: Vielleicht wäre es am Besten, wenn immer nur 1 Politiker geladen würde und auf Experten unddas Volk trifft.
4.Der Einfall, eine Betroffene und einen Experten zu Wort kommen zu lassen war gut. Die Betroffene, eine Ingenieurin, die für 5 Euro Stundenlohn in einem Call-Center arbeitet und es als demütigend empfindet, dass sie dann auch noch Ergänzungsgeld bei einem Amt abholen muss.
5.Verwirrend das »Bühnenbild«. Irgendwie postmodern-mediale Schrankwand. Ein wenig kleiner und vor allem ruhiger hätt es auch getan.
6.Die Moderatorin: sehr gut. Ruhig, unaufdringlich, ruhig nachfragend und steuernd.
7.Alles in allem: eine gute Sendung als Form, im Detail natürlich verbesserbar.

Samstag, 15. September 2007

Meistgesuchten Google-Begriffe

2005 waren das die meistgesuchten Google-Begriffe. Was sagt uns das? Viel.

  • ? Welche Wörter und Wendungen kenne ich gar nicht, bzw. weiß nicht, was sie hier bedeuten sollen?
  • Welche Wörter wurden unterdrückt, weil nicht political correct?

    Myspace
    ?Ares
    ?Baidu
    ?wikipedia
    orkut
    iTunes
    ?Sky News (Warum so oft gesucht?)
    World of Warcraft
    ?Green Day (Der Tag, an dem die Green Cards ausgegeben werden?)
    Leonardo da Vinci

Eine neue Form des Spam

Ich bekomme eine Mail, angeblich von mir selbst.


das großzügige Angebot, das Folgende zu Super-Konditionen zu kaufen!



Freitag, 14. September 2007

Aspekte des Umgangstons im Netz: Drohen und Beleidigen

Natürlich frage ich mich auch gelegentlich, was ein Anonymus an Beleidigungen im Internet so alles von sich geben darf. Wird also so etwas von der Staatsanwaltschaft verfolgt oder ist das Sache einer Privatklage, bei der der Angepöbelte und Bedrohte die IP -- und den Menschen hinter der IP -- gefälligst selbst herauszufinden hat?

Flüge, Klimawandel und Dämlichkeit

In der Schule stellt der Lehrer das Thema für die Erörterung: "Muss angesichts des Klimawandels der Flugverkehr für Urlaubsreisen eingeschränkt werden?" Lustlose Arbeitsatmosphäre. *gähn*
Im Fernsehen fliegt vorgestern ein immer frischfröhlicher Jungredakteur mal eben in die USA, um dort zu überprüfen, ob man, wie im Werbespot gezeigt, wirklich mit dem neuen, starken Küchenmixer auch Coloa-Dosen und Handys zerkleinern kann. Er hat einen normalen Mixer, der gegen den neuen, starken anderen antritt. Was da in den Mixern vor sich geht, das wollte doch jeder schon mal wissen. Dafür muss man mal eben in die USA jetten.
Außerdem das Totschlag-Argument: Am Urlaubs- und am generellen Unterschichtsfliegen* hängen Arbeitsplätze! Nicht nur bei Aldi. Aber eben auch da. "Traumreisen zu Aldi-Preisen."
Nicht dass das Evolutionsprodukt 'menschliche Dummheit und Kurzsichtigkeit' nicht schon dichterisch erfasst wäre. Es nutzt nur nix.
Wir erinnern uns:
  • "Glücklich ist, / wer vergisst, / was nun mal nicht zu ändern ist."

Die ökologische Dämlichkeit des Menschen ist also ein Produkt der Evolution. Wir kommen gegen sie nicht an. Sie ist stärker als Sex und das Bedürfnis nach Speis und Trank. Was uns in den nächsten fünf Jahren nicht unbringt, ist uns recht.

  • "Kost's Benzin auch drei Mark zehn / scheißegal, es wird schon geh'n. / Ich geb Gas, / Ich geb Gas! / Ich will Spaß. / Ich will Spaß!"

Und, wir erinnern uns noch, was wir auch noch wollen? Wir, als großes kollektives Ich?

  • "Ich will Genuss sofort!"

NACHWORT: Auf Phuket stürzt eine Maschine ab. Billigflieger. Urlaubflieger. Die Lemminge sind unterwegs. Ich glaube, es gibt tatsächlich Leute, die damit angeben, dass sie mal wieder just for fun einen kleinen Teil der Atmosphäre ruiniert haben. Es war ja auch nur ein winziges Stückchen. Und die anderen machen es doch auch. Warum sollte da ausgerechnet ich zurückstehen?! -- Und wetten: Wenn das Wasser, von der Nordsee kommend, seinen Weg durch die Norddeutsche Tiefebene gefunden hat und in den Hügel von Thüringen zur zentraldeutschen Haustüre hineinschwappt, werden die deutschen Fernost-Urlauber dastehen und auf ihr Recht zu Fernreisen beharren. Es ist nun einmal so: Der Mensch als solcher hat für einen Zeitraum, der über fünf Jahre hinausweist, kein Sensorium. Das wissen wir doch. Warum sich also aufreagen. Deshalb hat man ja in der Sowjetunion auch immer Fünfjahrespläne gemacht. Fünf Jahre wird es schon noch gehen. Und dann? Nach uns die Sintflut. Was denn sonst. Traurig stimmt nur, dass die, die da den Untergang bereisen, keine sprachlichen Mittel haben, um wenigstens eine Ode zu hinterlassen. (Was würden wir -- schauen wir vom Wasser ins Feuer -- drum geben, wenn wir eine CD mit Neros Gesang kaufen könnten!)

---

* Dieses Wort nehme ich zurück. Natürlich fliegen auch brave Bürgersleut' und auch Oberschichtler nach Thailand oder sonstwohin, nur um sich dort die Haut verbrennen zu lassen.

Montag, 10. September 2007

Wechseljahre -- Wechselzeiten

Man fragt sich ja schon, wie sich rechte Muslime und vor allem Musliminnen fühlen in dieser Gesellschaft. Wenn sie mit Kopftuch oder gar tief verschleiert an einer Plakatwand vorbeigeht, auf der ein Triumph-Model im knappen Büstenhalter abgebildet ist. Ein Gesamtbild, das dann ein Fotograf auch gleich einfängt und in die Zeitung setzt.
Oder wenn eine Frau im STERN mit Bild und vollem Namen über ihre Wechseljahre berichtet und dabei angibt:
Nach einem halben Jahr habe ich gesagt: Schluss damit - ich nehme Hormone. Nach einigem Experimentieren habe ich das richtige Präparat gefunden, und schon nach einer Woche waren alle Symptome verschwunden. Ich war wieder gut gelaunt, schlief die Nächte durch und hatte Lust auf meinen Mann. // In jeder Ehe sollte Sex ein fester Bestandteil sein. Wer sagt, er braucht das nicht mehr, der kann doch gleich alleine leben, das ist viel einfacher. Ich kann trotzdem abends mal nein sagen, wenn ich müde bin und keine Lust habe. Dann wiederum wecke ich meinen Mann unter Umständen nachts um drei Uhr, wenn ich wach werde. Klar kann man um die Zeit Sex haben!
Zwei Fragengruppen: 1. Muss das in der Zeitung stehen? Was bezwecken die Frau und der STERN damit? 2. Was macht diese Frau mit 60, 70, 80, so Gott will mit 90 oder 100? Nimmt sie dann immer noch Hormone?
Und dazu, weil diese Frage heutzutage wahrscheinlich von vielen in der Zielsetzung gar nicht verstanden wird, die Erläuterung: Gehört es nicht zu einen vernünftigen Leben, dass man lernt, sich mit Evolution und biologischen Gegebenheiten abzufinden? Ja, sicher, es ist ein Kennzeichen des Menschen, dass er gegen Alterserscheinungen angeht. Aber wann fangen die Leute an, sich damit abzufinden, dass sie älter und dann alt werden. (Schon merkwürdig: dass der Komparativ weniger alt meint als die einfache, die "positive" Stufe dieses Adjektivs. Noch einmal bemerkenswerter, dass die linguistische Terminologie in der Wikipedia das schon aufgenommen hat: "Es werden diese fünf Steigerungsstufen unterschieden: Positiv (lat. ponere - festlegen) // Komparativ (lat. comparare - vergleichen) // Superlativ (lat. superferre - herausheben) // Elativ (lat. efferre - herausheben) // Exzessiv")
Weil auch das, was ich meine, noch einmal summarisch falsch verstanden werden kann: Nein, ich habe nichts gegen diese Frau und ihre Hormoneinnahme. Ich versuche sie und ihre Bereitschaft, sich damit in die Illustrierte setzen zu lassen, als Zeichen für die Gegenwart zu sehen und zu sagen: Schon gut, aber -- nein, selbstverständlich ist das nicht. Zumal solch liberale Menschen wahrscheinlich auch noch dafür eintreten, dass andere Kulturen natürlich auch das Recht haben, ihre je eigenen Ansichten zu haben. Nur dass eben bei vielen Kulturen dazugehört, das liberale Element dieses Exhibitionismus nicht zu tolerieren.
Und auch hier, bei dieser ambitionierten Kopftuch-Frage, lohnt sich der Blick.

Sonntag, 9. September 2007

Metaphern: die Digitalwaage (Korona vs. Soehnle)

Vor ein paar Jahren: beim Mediamarkt in Innsbruck eine formschöne digitale 100-g-Waage der Firma Korona gekauft. Sie war nicht allzu teuer. Irgendwann erst dämmerte mir, dass diese Waage nicht zu gebrauchen war. Warum? Weil sie, wenn man fünf Mal nacheinander daraufstieg, manchmal vier verschiedene, mindestens aber zwei verschiedene Werte anzeigte. 200-g-Waagen schaffen es relativ leicht, dass sie das Gleiche anzeigen, wenn nacheinander das gleiche Gewicht darauf gestellt wird. Abei 100-g-Waagen schaffen das nur die guten. Vor ein paar Monaten, die neue Waage von Soehnle, die bekommt das hin.
So, und jetzt können wir darüber nachdenken, was das wohl bedeutet, wenn wir das Ganze als Bild nehmen und auf die Politik und im Zweifelsfall auf die Philosophie des Lebens übertragen.

Donnerstag, 6. September 2007

Beyonce

Are Eva Longoria and Beyonce lesbian lovers?

Who knows?

(But as far as I know -- they are not!)

Freitag, 17. August 2007

Harry Potter 7 auf Französisch

Es ging durch die Zeitungen. Beispielsweise im SPIEGEL:
Harte Bandagen: Ein 16-jähriger Schüler aus Aix-en-Provence ist von der Polizei festgenommen worden, nachdem seine französische Übersetzung des jüngsten Harry-Potter-Romans im Internet aufgetaucht war. [...] Die Ermittler hätten gestaunt, wie "professionell" der 16-Jährige das Buch übersetzt habe. Die Website ist mittlerweile gesperrt.
Auf der anderen Seite hätte man doch gerne gewusst, ob die noch vorhandene Übersetzung die gemeinte ist. Oder ob es zwei französische Übersetzungen gibt, von denen nur die eine "gesperrt" wurde. Die jedenfalls, die es noch gibt, ist nicht von einem Schüler, sondern von einem Übersetzer-Gremium + Korrekturlesern erstellt worden, und die Übersetzung ist nach Auskunft des kompetenten Lesers H. nicht recht lesbar. Was den Leser F. nicht daran hindert, sie sich komplett und sehr schnell reinzuziehen.
Tja, und so ein Buch möchte man doch auch mal geschrieben haben:
"C'est le "meilleur livre de tous les temps. J'ai adoréééé les derniers chapitres", a confié un internaute non identifié sur le site internet Mugglenet, tandis qu'un autre y déclarait que c'était "le livre le plus extraordinaire de tous les temps". "

Sonntag, 12. August 2007

Das wahrhaft Schreckliche

Wenn die Einfach-Menschen die anderen Einfach-Menschen herbeirufen, um sich bestätigen zu lassen, dass das Einfach-Menschentum die einzige Möglichkeit der Existenz ist.

Versuch

Was passier eigentlich, wenn man hier >> Kleiner Hinweis zu "Revertiertem" nachschaut?

Samstag, 11. August 2007

Deutschlandfunk -- Kontakt

Versuchen Sie doch mal, dem Deutschlandfunk wegen irgendeiner guten und hochinteressanten* Sendung eine E-Mail zu schicken. Wenn Sie die Suche nach einer vernünftigen E-Mail-Adresse aufmerksam mitverfolgen -- reflektieren sozusgen, dann werden Sie feststellen, dass beim Deutschlandfunk** viel Gehirnschmalz darauf verwenndet wird, damit so ein Sender
a) als welt- und höreroffen dasteht und aber gleichzeitig
b) nicht zu viele E-Mails bekommt, dass er in den Mails ersäuft bzw., was sender-fiskalisch auf das gleiche rausläuft, drei neue Bürokräfte für die Beantwortung der Mails anstellen muss.
Dieses Zwickmühlige zu bewältigen, muss wohl eine Expertengruppe eingesetzt worden sein.
Also doch endlich einmal die Schritte im Einzelnen***:
1. Sie finden die Seite des Deutschlandfunks. Das ist,wie sich denken lässt, weiter kein Problem.
2. Sie suchen nach dem allseits bekannten Wort "Kontakt".
3. Da machen wir morgen weiter. Oder übermorgen. Oder irgendwann. Oder nie.
---
* Btte nicht: hoch interessanten!
** Wie natürlich bei jedem anderen vergleichbaren Sender!
*** Je nun, was machen wir in puncto / punkto / Puncto / Punkto Rechtschreibreform mit und was nicht? Man lacht sich kaputt!

Rechtschreibung, pragmatisch gesehen

Auf die Rechtschreibung gibt man ja heute nichts mehr. Aber dann bleibt doch die Frage im Raume: Würden Sie von jemandem bei Ebay etwas kaufen, der formuliert:

Privatverkauf dacher keine Garantie umtausch oder rückname.
[Diesmal keine Quellenangabe.]

Donnerstag, 9. August 2007

Plenzdorf † 09.08.2007

Im Deutschlandfunk gedenkt man Plenzdorfs. Die Moderatorin telefoniert darum mit: "Ingo Schulze (* 15. Dezember 1962 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller". Wunderbar der kleine Kampf, der sich in diesem Totengedenken entspinnt. Schulze will über die "Legende von Paul und Paule" sprechen, die Moderatorin hat vor allem "Die neuen Leiden des jungen W." vorbereitet. Es geht hin und her. Schulze bemüht sich. Die Moderatorin insistiert. Immer noch ein Ost-West-Konflikt. Schulze sagt, dass er ja eine andere Generation ist.
Und Plenzdorf ist trotzdem tot.

Dr. Irabu, Deutschlandfunk

Eine attraktive, wenngleich ständig mürrische Krankenschwester. Der Patient Yamashita. Hideo Okuda, der Autor. Dr.Irabus Patienin. Und die Krankheit bei Golfspielern, hieß die nicht Morbus Binswanger, Multiinfarkt-Demenz, subkortikale arteriosklerotische Enzephalopa- thie, also SAE? Nicht Übs oder Ybs oder Yps oder Üps.

Wirklich komische Bellestrik. Man kann sie auch schnell bei Amazon bestellen, diese Belletristik:

Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu. Von Hideo Okuda. (Matthias Pfeifer, Übersetzer) EUR 8,00.

Dienstag, 7. August 2007

Geld, Gier und Geltungssucht

Ein Zitat, das verbreitet zu werden verdient:
"Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt, so ist sie auch."
Und weiter:
Gilt dieses Wort Kurt Tucholskys über Stupidität und Eigennutz bei manch historischer Entscheidung auch für das globalisierte Bankwesen? Wie sich gerade im Prozess gegen einst führende Manager der österreichischen Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) in Wien beobachten lässt, kann es beim großen Geld noch dümmer und lächerlicher zugehen.
Süddeutsche Zeitung 178 / 4. August 2007, Seite 3
Damit aber die Österreicher nicht allein so schön eigennützlich dastehen, hat Deutschland natürlich nachgezogen:

BANKEN: Ende der Sorglosigkeit
Die Fast-Pleite der Mittelstandsbank IKB zeigt, wie schnell die aktuelle US-Immobilienkrise hiesige Institute erreicht. Und die Gefahren sind noch lange nicht gebannt. Auch in den Bilanzen anderer großer deutscher Geldhäuser lauern gewaltige Hypotheken-Risiken.
DER SPIEGEL 32, 06.08.2007

Vogelnest mit Vogelspinne?

Lustig klingt, was die Süddeutsche gestern aus Peking, der zukünftigen Olympia-Stadt vermeldet:
Hinweisschilder sollen bis dahin in korrektem Englisch verfasst sein und nicht mehr so unfreiwillig komisch klingen wie der Hinweis in einem Fitness-Studio: "Verstauchen Sie sich den Knöchel vorsichtig." Computer sollen Computer heißen und nicht mehr "electric brain machines", und auf Speisekarten soll der Krebs "crab" heißen und nicht "crap", denn das könnte den englischsprachigen Olympia- touristen abschrecken, weil crap nämlich "Scheiße" heißt. Überhaupt die Speisen: Es gibt bekanntlich eine Vielzahl davon in China, 6000, sagt Chen Lin, und die bekanntesten und populärsten will man ebenfalls übersetzen. Das wird sicherlich hilfreich sein, aber vielleicht nicht in jedem Fall. Denn auch wenn das beliebte vegetarische Gericht mit dem Namen "Buddha springt über die Mauer" in makellosem Oxfordenglisch daherkommt - den kulinarisch uneingeweihten Besucher könnte es trotzdem verwirren.
Süddeutsche Zeitung 178 / 4. August 2007, Seite 3.
Quelle (für SZ-e-Paper-Abonnenten)
Gar nicht lustig klingt, was Bayern 5 heute morgen mitteilt. Die Kritik von Amnesty International an China, die man auch andernorts nachlesen kann:
Gut ein Jahr vor den Olympischen Spielen von Peking gibt es in China laut Amnesty International noch immer gravierende Menschen- rechtsverletzungen. Die Regierung habe ihre Zusagen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht eingehalten, beklagt die Menschenrechtsorganisation. Bürgerrechtsaktivisten würden verfolgt, Menschen ohne Gerichtsverhandlung inhaftiert, inländische Medien kontrolliert und das Internet zensiert, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.
Ja nun -- jetzt fragt sich wieder mal, ob man in einem solchen Fall durch internationales Ächten oder Umarmen die Situation verbessert. Muss sich Peking jetzt verändern, weil die Welt hinschaut, oder sitzt eine stolze kommunistisch-kapitalistische Regierung so was einfach aus?

Sonntag, 5. August 2007

Joschka Fischer

Weil ich vor ein paar Tagen J. F. hier erwähnt habe: Wer denkt noch an ihn? Und doch ist die Vita erstaunlich.
Ausschnitt aus der Wikipedia:

Fischer wurde als drittes Kind eines Metzgers geboren. Die Eltern mussten als Ungarndeutsche 1946 ihren Wohnort Budakeszi, eine im Jahr 2000 zur Stadt erhobene Gemeinde nahe Budapest, nach Langenburg im Hohenlohischen verlassen. Der von ihm geführte Vorname leitet sich von Jóska ab, einer Verniedlichungsform des ungarischen Vornamens József.

Noch vor Beendigung der Untersekunda (10. Klasse) verließ Fischer 1965 das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstatt ohne Abschluss und begann in Fellbach eine Lehre als Fotograf, die er 1966 abbrach. Während seiner Jugend war er als Ministrant in der katholischen Kirche aktiv.

Danach arbeitete er vorübergehend als Spielwarenverkäufer. Im November 1966 starben Fischers Schwester und sein Vater.

Am 29. Oktober 2005 heiratete er in Rom Minu Barati (* 1976), mit der er seit Sommer 2003 zusammen lebt. Erstmals öffentlich hatte sich Fischer mit der Tochter eines iranischen Oppositionellen am 26. November 2004 auf dem Bundespresseball in Berlin gezeigt.

Die vier vorherigen Ehen Fischers – mit Edeltraud Fischer (Geschäftsfrau, verheiratet von 1967 bis 1984), Inge Vogel (Architektin, verheiratet von 1984 bis 1987), Claudia Bohm (Journalistin, verheiratet von 1987 bis 1999) und Nicola Leske (Journalistin, verheiratet von 1999 bis 2003) – endeten jeweils mit einer Scheidung.

Mit Inge, der zweiten Ehefrau, hat Fischer zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Im April 2005 wurde er zum ersten Mal Großvater.

Joschka Fischer nahm 1999 ein im Auftrag der Zeitschrift GEO von dem Heraldiker Dieter Krieger entworfenes Familienwappen an.


Das mit dem Familienwappen finde ich am schönsten. Einfach rührend.
Ansonsten: Ein großes Vorbild für alle Schul- und sonstigen -Abbrecher natürlich. JF hat ja gezeigt, wie man es mit Mutterwitz und Politik auch ohne Abitur usw. doch noch zu etwas bringen kann.

Samstag, 4. August 2007

Die Wikipedia ist klasse...

... schon allein deshalb, weil man nirgendwo sonst sehen kann, mit wieviel Emotionen Demokratie und Wissensfestellung verbunden ist. Ein Auszug aus einem Hin-und-Her von heute:
Ichh lege einen WP-Artikel über Oliver Thienhaus an, weil über den in der Süddeutschen Zeituung ein Artikel steht. Und immerhin ist Thienhaus Weltmeister im Bumerangwerfen, in einer bestimmten Disziplin, die der Artikel nicht genau benennt. Ich gehe davon aus, dass WP so aufgebaut ist, dass man so einen Artikel beginnt und andere, die mehr wissen, setzen ihn fort.
Kaum hatte ich den Artikel online gestellt, war ein Löschantrag da.
...

Damit so was nicht untergeht ... ... doch noch mal hierher. Dem geneigten Publikum zur Lektüre. (Nachfolgend alles Zitate aus der der Rubrik "Extrem- schnelllöschung".) Man beachte bitte die Zeitangaben! Welche Art von Verständnis des Begriffs 'Diskussion' mag da dahinterstehen? --Delabarquera 12:07, 4. Aug. 2007

Ich habe den Artikel gerade angelegt, nachdem ich den Artikel in der SZ gelesen hatte. Natürlich noch zu wenig. Wer kann nachtragen? Leben: Geboren usw. Sportliche Entwicklung / Titel. --Delabarquera 11:03, 4. Aug. 2007



Für solche Anfänge bitte eine Unterseite deiner Benutzerseite anlegen und erst, wenn es einigermaßen fertig erscheint, einstellen. -- Jesi 11:19, 4. Aug. 2007 (CEST)


Hi, Jesi! Tja, wir haben da am Samstag Vormittag verschiedene Auffassungen: Ich bin der Meinung, dass es überhaupt nicht und niemandem schadet oder weh tut, wenn so eine Seite schon mal normal da steht und zum Weitermachen auffordert. Wenn ein Schaden anggebbar (natürlich nicht nur: Wir (wer?) machen das eben so!), dann denk ich sofort um. Versprochen! -- Ach, und eben bekomme ich die Meldung, mitten im Schreiben, dass die Seite schon gelöscht ist. Das ist doch wieder mal einer von den Schnellschüssen, die ich schon einmal beobachtet habe. Die WP-Jäger des Überflüssigen gehen ständig um? --Delabarquera 11:57, 4. Aug. 2007
Nachtrag: Ich bin heut gut drauf und lache einfach mal: "Diese Seite wurde bereits früher gelöscht. Bitte prüfe, ob eine Neuanlage sinnvoll ist. Falls die Seite nach einer regulären Löschdiskussion gelöscht wurde, wende dich bitte an die Löschprüfung. Logbucheinträge: 11:52, 4. Aug. 2007 Voyager (Diskussion Beiträge) hat „Oliver Thienhaus“ gelöscht (SLA)" Wie kann eine Löschdiskussion stattfinden, wenn im Minutentakt gelöscht wird?1 --Delabarquera 12:01, 4. Aug. 2007


[Buchstäblich im Sekundenabstand hatte ein "Socrates" den Eintrag oben wieder gelöscht. Darum die Nachfrage.]

Nachtrag, wieder Sekunden später wurde wieder gelöscht mit der begründenden Bemerkung, die es verdient, festgehalten zu werden:

12:13, 4. Aug. 2007 Voyager (Extremklugscheissing entfernt)
---
Auf meiner WP-Benutzer-Seite bittet Voyager darum, dass ich aber auch das Folgende hinzufügen möge:

Eine Bitte

Bitte unterlasse es, Diskussionsseiten von gelöschten Artikeln bei mir zu "parkieren". Das halte ich für "Extremklugscheissing". --Voyager 12:14, 4. Aug. 2007

Du solltest meinen letzten Revert ebenfalls in deinem Blog verewigen, der Vollständigkeit halber. --Voyager 12:39, 4. Aug. 2007

Dieser Bitte komme ich natürlich gerne nach. -- Mit der folgenden Bemerkung: dass mich nur zwei Dinge sehr irritiert haben.
a) Das Löschen im Sekundentakt (nachdem ich z. B. beim Bumerangclub e. V. wegen weiterer Informationen angefragt hatte und halt noch ein wenig warten wollte). Das "Parken" -- eine ironische Notlösung, weil mit dieser Maßnahme sonst einfach jede Spur des angefangenen Artikels verschwunden wäre. (Die Sache erinnert mich an einen Witz aus meiner Schulzeit: Haut der Schäl dem Tünnes eins auf die Nase. Dreht sich einmal um die eigene Achse. Brüllt dann den Tünnes an: "Lass dat mit dem Nasenbluten jefällichst! Isch han eine neue Teppisch!")
b) Und vor allem, ganz klar: die Wortwahl. Ich frage mich immer, was das für Menschen sind, die in einer kurzen Auseinandersetzung sofort zu solchen verbalen Mitteln greifen. Was die WP-Hintergründe angeht: Würden sie auch so formulieren, wenn sie mit vollem Namen und Adresse unterschreiben müssten?

Freitag, 3. August 2007

Ideen

Kann man heute guterdings ein Ideenbüro aufmachen?

Wie man so sagt: "Ich trage mich mit dem Gedanken ..."

Donnerstag, 2. August 2007

Post an Celebrities

Stellen Sie sich mal vor, siie sind halbwegs bekannt / berühmt / ... / sehr, sehr berühmt / ein Weltstar. Dann denken Hinz und Kunz, dass sie Ihnen eigentlich mal schreiben müssten. Mit tollen Ideen, einer kleinen Bitte, einem Autogrammwunsch. Was weiß ich. Sie bekommen drei = 3 Briefe pro Tag ... 679 ... 1.817 solcher Briefe pro Tag.
Was machen Sie da?
Sie werfen alles weg (Fans nehmen so was übel!) oder -- Sie organisieren einen Beantwortungsservice. Am besten auch gleich mit einem Unterschriften-Automaten, der ihre Unterschriften auf Autogrammkarten so aussehen lässt, als hätten Sie selbst geschrieben. Kleinere Abweichungen vom Stanardar natülich inklusive. Der Beantwortungsservice gibt den Anfragern das Gefühl, dass es Sie als Person tatsächlich gibt und dass die Fanpost angekommen ist. Ihnen, der Berühmtheit, gibt er die Sicherheit, dass Sie nie mit den Knallknöpfen, die an die berühmten Leute schreiben, etwas zu tun bekommen.
Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal an Ihre Lieblingsschauspielerin schreiben!

Zur Kritik der Kritik der Selbsternannten

Wer sind die, die von einem anderen sagen, der sei ein "selbsternannter Sonundso"? Oder die und die seien doch nur "selbsternannte XY"?

selbsternannte Börsen-„Experten” oder eben auch, ZEIT-gemäß:
Erst einmal, ein wenig dialektisch: Die, die ihre Kritik da kundtun, sind selbst selbsternannte Kritiker der angeblich "Selbsternannten". Wer hat sie denn zu Selbsternannten-Kritikern bestellt? Sie haben sich eine Masche, ein Schlagwort links oben ins Gehirn gezogen, das sie jetzt immer wieder einmal abrufen. Sollte man die Selbsternannten-Kritiker für vernünftige Menschen halten? I wo!
Dann: Glaubt wirklich einer der Selbsternannten-Kritiker, die folgenden Personen hätten sich um der demokratischen Wahl im Ortsverein der Nicht-Selbernannten gestellt und seien immer wieder einmal legitimiert worden? Fidel Castro, Karl Kraus, Napoléon Bonaparte, Friedrich Nietzsche. (Bitte fortsetzen) Die alle -- und alle ihres Schlages -- waren von einem bohrenden, selbsternannten Selbstbewusstsein so sehr durchdrungen, dass sie doch erstaunt gewesen wären, hätte man sie mit der Denkfigur des "Selbsternannten" konfrontiert. Sie haben sich so sehr selbst ernannt wie einstens Konrad Adenauer, als er sich mit der eigenen Stimme zu Bundeskanzler gemacht hat.
Nun denn, wer etwas auf sich hält, der ernennt sich selbst. Der wartet nicht auf die Dumpfbacken, die ihn aufs Schild heben. Er sagt: "He, hier stehe ich. Hebt mich endlich hoch." Und alle packen an und heben ihn.
Jetzt zum Ausklang analytisch und ruhiger: Die Selbst- ernennungkritiker suchen sich mit feinem Instinkt immer die unteren Chargen aus, an denen sie ihr demokratisches Mütchen kühlen können. An die wirklich großen Selbsternannten, trauen sie sich nicht ran. Ja, sie erkennen sie nicht einmal als Selbsternannte. Denn der Selbsternannten-Kritiker hat eines sicher: Ehrfurcht vor den Erfolgreichen, egal ob er sich selbst ernannt hat oder nicht.
Und die Selbsternannten-Kritiker, hüten sich in die Nähe einer klaren, schlichten Erkenntnis zu kommen: Die Ernannten vom Schlage eines Joschka Fischer, sagen wir mal, die hatten -- haben eine Fähigkeit, die den Selbstbewussten eben auszeichnet.
Solche Menschen wissen instinktiv, wie sie agieren müssen, damit ihre eigenen Parteigänger sie zum Parteichef ernennen.

Und das soll es dann gewesen sein, das große Andere? Diese Fähigkeit zur Manipulation der anderen, die den Erwählten auszeichnet, das macht die Legitimation?! Dass ich nicht lache!

Und bevor ich es vergesse: Ich - ich bin natürlich: ein selbsternannter Kritiker der Selbsternannten-Kritiker. Aber ich habe eben auch nichts dagegen, wenn sich einer in solchen und vergleichbaren Fällen selbst ernennt.

Mittwoch, 1. August 2007

Malware


Ist da denn was dran, frage ich mich? Irfan war doch immer verlässlich und klasse.


Whetzkys Marktwirtschaft

Der Ebay-Anbieter "Whetzky" hat es mir angegetan! Wie der von Japan aus mit kühnem Schwung das Doppelte und Dreifache des ortsüblichen Preises für einen MD-Player verlangt. Sofort-kaufen natürlich, kein langes Bieten. Hut ab! Das hat Stil.

Verkäufer: whetzky( 388 Bewertungspunktestand von 100 bis 499)
Bewertungen: 98,5 % Positiv
Mitglied: seit 01.04.99 in Japan
Angemeldet als gewerblicher Verkäufer


Dann muss natürlich auch noch sein:

Hinweis: Dieses Angebot ist nur ausgewählten Käufern zugänglich.
Bitten Sie den Verkäufer per E-Mail, Sie auf seine Liste ausgewählter Käufer zu setzen.


Wahrscheinlich ist das alles nur ein Code, mit dem man sich an einem Geldwäsche-Unternehmen der Yakuza beteiligen kann. Mit satten Gewinnen für den Trader, versteht sich. (Aber, ihr Herren Strafadvokaten, das ist eine Vermutung unter dem Schutze der Meinungsfreiheit.)


NACHTRAG: Ich glaube, es gibt wieder eine Steigerung!

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Versicherter Versand
Service nach: Deutschland
(Weitere Versandservices)
Versand nach: Weltweit
Artikelstandort: Tokyo, Japan
Käufer: Mitgliedsname wird nicht veröffentlicht



Architektur

In einer Häuser-Zeitschrift sehe ich etwas, das mich fasziniert. Rostige Eisenkuben in der Wüste von Arizona. Als ich in den ersten Stock zum PC gehe, lasse ich die Zeitschrift liegen. Aber im Gedächtnis sind zwei Wörter: Joy (eingängiger Name, so heißt der Architekt) und Arizona. Dazu, weil die englischen Seiten sicher mehr hergeben: house. Und schon ist eine Seite gefunden, die Rick Joys Werke zeigt. Einfach phantastisch! Wie da das Unbürgerliche, ja das Asoziale in die bürgerliche Ästhetik gezwungen wird! (Das ist, wirklich, keine Kritik. Nur so entsteht eine neue Ästhetik. Ich sage nur: Rap!) Das kaputte des Rosts, die Wüste mit aller Verlassenheit, die Vereinzelung von kaputten, aufgelassenen Siedlungen. Und dann, Kontrast: die hell erleuchteten Fenster.
Überlegungen, die durch Rick Joy herbeigezwungen werden: Wie sieht das elementare, auch elementar kostengünstige Bauen aus? Vorgefertigte Elemente. Verwitterungsfest. Aber eben doch auch: atmend! Wie könnte man solche Elemente hinbekommen? Holz, mit Glas überzogen -- übergossen wäre besser. Und diie Belüftung? Durchlässe? Wie gegen Regen geschützt? (Not the whole planet is situated in Arizona.) Stapel- und verhakbar.
Auf, auf ihr Kreativen! Und wenn ihr es geschafft habt, schenkt mir solch ein Haus!

Sonntag, 29. Juli 2007

Kinder-Völker

SPIEGEL ONLINE* meldet dies:

"Einem Bericht der "Bild am Sonntag" (BamS) zufolge sei dem [in Afghanistan verschleppten und getöteten] Bauingenieur Rüdiger D. zunächst in beide Knie und dann in den Rücken geschossen worden. Dies lasse einen furchtbaren Tod erahnen, da es keinen Sinn habe, einen bereits toten Menschen in die Knie zu schießen, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen ungenannten Spitzenbeamten."

Einige Überleguungen:

1. Kann man bei diesen Entführern und Mördern davon ausgehen, dass sie nach derartigen Sinn-Kriterien handeln? Vielleicht wollen sie auch nur bauernschlau vortäuschen, was jetzt geschlussfolgert wird.

2. Apropos Sinn haben: Höchst eigenartig mutet an, dass in Afghanistan wie im Irak Attentäter sich oder ihre Landsleute in die Luft sprengen oder sonstwie massakrieren, um das dann als erfolgreichen Widerstand gegen Besatzung und Feind auzugeben. Und die öffentliche Meinung im Westen akzeptiert diese im Grunde ja doch aberwitzige Interpretation. Es ist, als ob sich einer, um seinem Feind zu schaden, nacheinander die Finger seiner linken Hand abschneidet, um dann, die blutigen Stummel hochhaltend, stolz zu verkünden, jetzt habe er es aber seinem Feind gezeigt! Er sei der Sieger!

3. Die militärischen Probleme in den dem Westen feindlich gesonnenen Gebieten der Welt rühren im Wesentlichen daher, dass sich der Westen eine wirklich brutale Kriegsführung, wie wir sie aus der Vergangenheit zur Genüge kennen, verbietet. Natürlich tut er das, weil er sich in der komfortablen Lage befindet, nicht oder noch nicht um sein Überleben zu kämpfen. Weil die Mächtigen auch die öffentliche Meinungen sich artikulieren lassen. Würden, wie es noch die Doktrin im 2. Weltkrieg war, für einen von Partisanen getöteten Soldaten willkürlich 1o Zivilisten erschossen und jedes Dorf, auf dem heraus geschossen wird, dem Erdboden gleichgemacht, würde sich die Lage vielleicht nicht total ändern, aber der Widerstand wäre ein anderer und irgendwann würde er aufhören. (Die Deutschen haben eine solche Strategie direkt, die Amerikaner und Engländer indirekt, durch Brandbomben, praktiziert. Eine der beiden Terrormaßnahmen hat schließlich einen Sieger hervorgebracht.)

Nicht, dass hier ein solches Vorgehen gefordert wird! Es muss aber klar sein, dass es einem gewissen Fortschritt, eine graduelle Abstufung in der Unterdrückung der unmittelbarsten Bestialität der Kriegführung gibt. Und dass in diesem Zusammenhang der Irak und Afghanistan vom Westen noch wie verrohte, schwererziehbare Kinder-Völker behandelt werden.

---

* Eventuell nur für Abonnenten des Online-Service.

Samstag, 28. Juli 2007

Image von Firmen

Ich nenne mal keine Namen... (Es geht jedenfalls nicht um Opel!)

Was macht ein Unternehmen, das sehr gute Produkte herstellt, aber über die Jahre ein mieses Image aufgebaut hat? (Nicht gemeint: Jeder Popel, fährt 'nen Opel. Oder: Mann mit cremefarbenen Schuhen und weißen Socken + Hut + im Auto = Opelfahrer.)

Umfirmieren? (Muss man sich in jeder Hinsicht erst mal leisten können. 'Aus Raider wird jetzt Twix. Sonst ändert sich nix. (Achtelgenial)) Werbung machen, um das Image zu ändern? (Aussichtslos!) Sich selbst durch den Kakao ziehen, um auf sich aufmerksam zu machen. (Wär einen Versuch wert!) Sagen: So ist es nun mal. Wir haben unsere Stammkunden. Immerhin haben wir unsere Stammkunden! (Sehr defensiv.)

Wer bei Opel, aber natürlich nicht nur dort, eine Lösung in einer solchen Situation sucht, wende sich an mich.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Ein Barockmensch

Ich ging davon aus, dass es ein Leichtes ist, Genaueres über diesen Satz zu erfahren: "Er is halt a Barockmensch!." Es genügt,da war ich sicher, barockmensch und franz josef strauß bei Google einzugeben, und schon kommen ca. 70 Seiten daher, die den genaueren Zusammenhang klären: Wer hat das wann warum über FJS gesagt? Aber, siehe da: kein einziger Treffer!

Dabei bin ich sicher, dass einer diesen Satz gesagt hat. Mit vielfältigem Hintergrund: Essen, Trinken, Sex, Politik, Ruhm- und Streitsucht. Körperfülle war wahrscheinlich das eine, das öffentliche Verweisen. Das stille Verweisen auf Sex wahrscheinlich das andere. ("Denkt er dabei an Franz-Josef Strauß, dem eine Prostituierte in New York die Brieftasche klaute oder hat er das österliche Bagdad im Kopf?")

Also mache ich mich mal auf die Suche ...

Montag, 16. Juli 2007

Sehnsucht ...

... heißt das alte Lied der Taiga!

Einmal wieder Zeit haben, um hier etwas Vernünftiges zu schreiben!

Mittwoch, 11. Juli 2007

Saugen

Im Web, nicht erst im Web 2.0, werden neue Wörter kreiert. Wie sollte es anders sein. Einige dieser Wörter scheinen einfach gegeben. Machen ein wenig Schwierigkeiten wegen des Englischen, Eingedeutschten: "gedownloadet". So what! Aber dann gibt es Wörter, die ekelerregend weil dumm und dumm weil ekelerregend sind: "funzen" für "funktionieren" ist dämlich, aber halt normale Dümmlichkeitssprache. (Manche Menschen mögen so was, ungefähr aus dem gleichen Grund, mit dem sie im Feinripp-Unterhemd in den Petersdom zur Besichtigung gehen.)

Wirklich grässlich wird die Sache erst mit dem Verbum "saugen". Das Bild: dass einer an einer Art Gartenschlauch hängt, saugt und saugt und saugt, und dann hat er etwas -- umsonst. Welch ein Triumph! Oder er saugt auf Mallorca an seinem Strohhalm, vor dem "Ballermann" aus einem Plastikeimer Sangria. Oder eben auch: Internet-Fellatio, im Jargon der neuen ungeisteswissenschaftlichen Internet-Eigentlichkeit vorgetragen. Oder, so ähnlich: einen anderen aussaugen und dann sagenhaft reicher Kapitalist sein. Herr Abramowitsch lässt grüßen. Immer weit genug von den Arbeitern entfernt, dass man unmöglich sehen kann, was das Aussaugen, das einem den eigenen Reichtum beschert, in den unteren Kasten so alles anrichtet.

Und am Ende sind es die so Ausgesaugten, die Computerprogramme "saugen", und dazu den ihnen gemäßen Rap. Wenn das kein Triumph des Aberwitzigen ist!

Mittwoch, 4. Juli 2007

Macht

Überliefern wir mal rasch diesen schönen Link, unter der Rubrik "Blicke hinter die Oberfläche der Macht".

Sonntag, 1. Juli 2007

Ach du heilige Grammatik!

Welchen Kasus nach mitsamt? Genitiv oder Dativ? Hier heißt es:

mitsamt Mit Dativ
das Böse mitsamt der Wurzel ausrotten
Er wurde mitsamt seinen Büchern auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


Das ist insofern keine sehr glückliche Beispiel-Ansammlung als beim ersten Beispiel "der Wurzel" der Genitiv und der Dativ gleich lauten; beim zweiten lenkt das Bild von der Sache ab. Man fragt sich dauernd: Um wen mag es da gehen. Und dann bleibt noch die hochinteressante (nicht: hoch interessante) grammatiktheoretische Frage, ob denn eine Präposition nicht zwei Kasus "regieren" kann. Entweder einfach so, weil wir in einem Umbruch des Sprachgefühls leben (wegen dem / des) oder weil es eine systematische Unterscheidung gibt, deren Hintergründe wir erst noch bestimmen müssen: mitsamt dem Vogel, nicht: des Vogels. Aber vielleicht doch: mitsamt des Körpers?

Samstag, 30. Juni 2007

Grenzen des guten Geschmacks ...?

Ist das die richtige Überschrift für das hier, wenn den Test eines elektrischen Messerschärfers mit Kenntnisnachweisen über die Rolle von Messern in der Bartholomäusnacht, bei der US-Kavallerie (gegen Indianer) und, ja auch das: der "Nacht der langen Messer" (= Röhm-Putsch) garniert. Auf jeden Fall wieder ein Fund für die Rubrik "Was es nicht alles gibt!"

Donnerstag, 28. Juni 2007

Tessin Traum Albtraum

Manchmal ergeben sich in der Realität Konstellationen, von denen man annehmen möchte, dass sie sich nur ein über-kreativer Drehbuchschreiber ausdenken kann. Es passt eben, dass selbst der Ortsnamen -- der sowieso jeden zuerst an die Schweizer Traumlandschaft denken lässt -- am Ende auch noch einen deutschen Doppelgänger hat. Wie ein Kundiger in der Wikipedia mal eben klarstellt:

Folgende Aussage "Bundesweite Bekanntheit erlangte Tessin Anfang Januar 2007. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2007 erstachen zwei 17-Jährige Gymnasiasten ein Ehepaar in deren Wohnhaus in Tessin ..." ist geografisch falsch. Es stimmt zwar, dass dieses verbrechen in Tessin stattgefunden hat. Aber es handelt sich hierbei um das Tessin, dass bei Boizenburg an der Elbe liegt.

Hier also die wenigstens die geografische Sicherheit, die längst keine Sicherheit mehr ist.

Ach, und auch das gleich noch: Ein Psychiater stellt fest, dass die beiden jungen Männer nicht psychisch krank sind. Die Frage muss erlaubt sein, ist der Psychiater geistig in Ordnung? Und mit ihm sein Fach? Es müsste doch in einem solchen Fall sofort eine psychiatrische Fachgruppe eingesetzt werden, die diese Krankheit als Spezialfall des Columbine-Syndroms beschreibt. Es kann ja wohl nicht sein, dass wir Menschen, die so etwas machen, als junge Mörder beschreiben, die dennoch "geistig gesund" sind.

Montag, 25. Juni 2007

Fehleinkauf Tevion Jukebox?

Hab ich am Wochenende bei einem -- zugegeben -- Spontankauf danebengegriffen?

Aldi Süd hatte eine 8-GB-Jukebox im Angebot. Mit Winzigfestplatte. Da die technischen Dinge bei Aldi eigentlich immer ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis hatten, habe ich nicht lange nachgedacht. Und jetzt?

Positiv:
  • Also, 139 Euro für 8 GB. Geht. Und reichlich Platz.
  • Die Unterverzeichnis-Struktur: funktioniert.
  • Klang? Bin zufriede. Etwas lauter könnte er sein bei leisen Aufnahmen. Aber: Ich habe zu wenig Vergleichsmöglichkeiten.
  • Aussetzer, die von anderen beklagt wurde, gehen auf die Rechnung des Touch-pads. Man muss halt das Gerätchen mit dem Schiebschalter "oben" sperren.
Negativ:
  • Bilder / Video -- noch nicht ausprobiert Aber das Display ist zu klein für Vergnügen.
  • Kein Radio, keine Aufzeichnungsfunktion.
  • Bedienung: Das sogenannte Touch-pad -- hakelig. Mal ploppt es, mal nicht. Ein Druckpunkt ganz normal wäre angenehmer.
  • Die Bedienung ist irgendwie nicht intuitiv. Die Schrift arg klein. Weh dem, der den Menüpunkt "Zufall" eingestellt hat und Sprachaufnahmen drauf hat: Da spricht dann Goethe gleich nach Jethro Tull.
Abgeschlossen ist das nicht. Aber ich überlege schon, ob ich mir nicht etwas Größeres, auch mit größerem Display für 150 Euro mehr hätte kaufen sollen. So eine Archos-Maschine zum Beispiel.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Ego-shooter

Nicht alle, die Ego-shooter spielen, bringen Menschen um. Aber einige eben doch. So zu lesen -- hier.

--

"Zu viele Stunden saß Felix vor seinem Computer, spielte einen Ego-Shooter, der erst ab 18 Jahren freigegeben ist. " Und die Eltern fragen erst jetzt: "Wie haben wir zulassen können, dass unser Sohn sich das Gehirn verseucht?"

Aber die Vertreter der simulierten, entspannenden Blutspritzerei sehen sich weiterhin "verteufelt". Kann jemand sie dazu bewegen mal klarzulegen, welche Gefühle der Entspannung sie empfinden, wenn sie auf dem Bildschirm realistisch Menschen oder auch nur Monster zerfetzen? Wäre es nicht an der Zeit, all die, die das simulierte Blutspritzen schön finden, mal psychiatrisch untersuchen zu lassen? Was treibt sie an? Was finden sie da bei dem Blut auf dem Screen schön und spannend? Ist das Ego-shooten nur eine Fortsetzung der Krimi-Lektüre mit anderen Mitteln? Oder doch was anderes?

--

Der Originalton, auf den ich mal nicht verlinke, und den ich auch nicht in Sachen Rechtschreibung und Zeichensetzung und Aussehen korrigiere, dieser Originalton klingt dann so:

"Diese welt besteht nur noch aus lug und betrug.wenn du nicht mit an der spitze(politik usw) mit dabei bist hast du schon verloren!Ich weiss nur das mich der Scheiss staat bayern voll ankotzt obwohl ich hier wohne.Heutzutage wird man eh nur noch verarscht."

Möchte man dem Verfasser dieser Zeilen nachts im schlecht beleuchteten U-Bahn-Durchgang begegnen? Ist gesichert, dass er nicht irgendwann doch die Spielwelt mit der Wirklichkeit verwechselt? Wo verläuft, was die Gesetzgebung angeht, die Grenze zwischen Liberalität und staatlicher Total-Wurschtigkeit?

--

Mittwoch, 20. Juni 2007

Der Klügere gibt nach

Die Google-Suche mit dem folgenden Inhalt


ergibt 521 Treffer. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Ich war auf der Suche nach Quellen und Unterlagen für die sehr kreative Volksmund-Weiterentwicklung: "'Der Klügere gibt nach', sagt das Sprichwort. Stimmt. Deshalb sind überall die Idioten an der Macht." Jetzt fehlt nur noch eine geistreiche und engagierte Diskussion zu der Frage: Ist das richtig?

---

Für den Anfang, wäre hier was nachzulesen. Wenn auch nicht vollständig zum Thema. Aber gut formuliert.

Nachtrag heute, 27.05.2012. Google-Funde: 660.000 Ergebnisse. Erstaunlich!

Montag, 18. Juni 2007

Rechtschreibung, wieder einmal

Tja, ich habe immer wieder meine Auflacher, wenn einzelne Neu-und-Kurios-Schreibungen mit in freier Sprachwildbahn begegnen. Aber das hindert mich nicht daran, zu sehen, dass gewisse Strömungen im Meer der Reformgegner doch allmählich zu Sekten werden. Ausweislich ihrer Verlautbarungen, wie etwa dieser hier:

"Freiheit, Tradition, Kultur und Sprache bewahren: Wir kippen die Rechtschreibreform!
Kaufempfehlungen für Erzeugnisse in der traditionellen Qualitäts- rechtschreibung
von
vielen Mithelfern und
Jürgen Frielinghaus
...
Stand vom 25. März 2007, 16:22 Uhr (03/25/2007 16:22:38)

Liebe Beschützer unserer Sprache,

ich erlaube mir, Ihnen Erzeugnisse zu empfehlen, die nicht auf den Rechtschreibpfusch der deutschsprachigen Kultusminister (siehe zum Beispiel das Resümee von Herrn Dr. Pohl) oder auf Zeitungshausorthographien umgestellt sind und Ihnen wegen der gewohnten Schreibweise beim Lesen Freude machen können. ..."

Terminliches

Er hat einen Termin vergessen. Den er keinesfalls vergessen wollte. Und er posaunt es in die Welt hinaus, damit er nicht an seiner Vergesslichkeit erstickt:

ICH BLÖDMANN!

Freitag, 15. Juni 2007

Die hohe, nicht die lange Lebenserwartung

Sprachen sind vermaledeit kompliziert. Das Deutsche so wie die anderen Sprachen. Okey, das zugestanden, halten wir mal dafür, dass es im Deutschen weiterhin eine 'hohe Lebenserwartung' gibt, und keine lange. Also, ihr lieben MSN-Nachrichten...

"Wo sich Blei im Blut und hochgiftige Gase im Trinkwasser finden, dort haben die Menschen keine allzu lange Lebenserwartung."

Nachtrag: Es sei nicht verschwiegen, dass ein entsprechender Googlefight von heute (18.07.2007) erbringt:

lange Lebenserwartung: 802.000
hohe Lebenserwartung: 697.000

Wieder einmal bin ich versucht, meinen alten -- natürlich politisch unkorrekten, aber dafür unabweisbar richtigen und unmittelbar nachvollziehbaren -- Vergleich zu bemühen: Wenn 100.000 mittelmäßige Schachspieler gegen einen wirklich guten Schachspieler antreten und die 100.000, wer halt grad drankommt, dürfen jeden Zug im Internet besprechen und dann per Mehrheitsentscheid beschließen -- wer gewinnt da wohl? Wahrscheinlch doch der eine, der um Klassen besser spielt, oder?

Dienstag, 12. Juni 2007

Bürgerliche Erziehung

Herr Gott! Ich bekomme meine Erziehung nicht mehr aus dem Körper. "vermeindliches" -- ich starre auf das Wort wie andernorts die Autobahn-Neugierigen auf den Unfall auf der Gegenfahrbahn starren. Nein, das sollte nicht sein. Aber -- was tun?

vermeindliches Firmware Upgrade. ~ 15. April 2005
Noname MP3 Player sind ja schon was spannendes. Im Manual steht:. Choose the new firmware program (you ...

Freitag, 8. Juni 2007

Konstruktivismus

Das habe ich schon seit Längerem (schreibt 'man' heute wirklich so - groß?) gewusst. Aber nun ist es amtlich. Wir machen die Dinge, die ohne uns nicht existieren würden. Ade Realismus, komm Extremer Konstruktivismus.

"Bekannt ist schon länger ... was ein Ding wirklich ist, kann im Augenblick der Messung aus weiter Ferne beeinflusst werden, weshalb die Welt im Innersten als nicht lokal angesehen werden muss, wie es nett und unbegreiflich heißt. Während das schon verrückt genug war, zeigen neue Experimente, dass dies leider nicht reicht, um die Atome zu verstehen. Man muss zusätzlich auf die Annahme verzichten, dass es die Atome wirklich - ohne unser Hinschauen - gibt.
Doch hier wehrt sich Aspect. Dieser Schluss sei "mehr eine Frage des Geschmacks als der Logik", schließlich gebe es mehr als einen Weg, nicht lokale Wechselwirkungen einzuführen.
Auf jeden Fall müssen wir den gesunden Menschenverstand aufgeben, wenn wir versuchen, die Atome zu verstehen. Hoffentlich halten wir an ihm fest, wenn wir versuchen, mit ihnen umzugehen."

Eine Frau des mittleren Managements

Sie ist ungefähr 40, geht mit nach außen zeigenden Fußspitzen und festen, soldatischen Schritten. Immer ein ironisch gemeintes Lächeln im Gesicht, das besagt: Vorsicht! Mit mir ist nicht gut Kirschen essen. Auf diese Weise hält sie sich die Menschen vom Hals. Menschen, Kollegen, die sie gleich darauf sucht, indem sie Sekretärinnen nachäfft. Was haben die doch für ein schlichtes Weltbild! Sie kann sich da ausschütten vor Lachen. Gleichzeitig trägt sie gerne etwas vorschnell die neueste Mode, die für die Jüngeren gemacht ist. Eine Art Unterrock zu Beispiel, der sie fraulich, wenn nicht gar sexy erscheinen lassen soll, und der mit ihrem Soldaten-Auftreten auf das Wunderlichste in Kontrast tritt. Was ihr fehlt, ist die Fähigkeit zur ruhigen Außensicht. Sie kann sich nicht mit den Augen der anderen sehen. Ihr Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe ...

Wer kennt sie nicht.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Witz

Der Herschel-Witz von Matussek.

Und dazu eine Prise Sex. Was will man mehr.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Der Fang seines Lebens

Ist das nicht wert festgehalten zu werden?

"Im Kärntner Weissensee ist einem einheimischen Angler der Fang seines Lebens gelungen: Der Mann zog einen Spiegelkarpfen mit 87 Zentimetern Länge und 24,48 Kilogramm an Land. Es ist dies der schwerste Fisch, der jemals in Österreichs höchstgelegenem Badesee gefangen wurde.

Der Karpfen landete übrigens nicht in der Bratpfanne, sondern wurde nach seinem "Landausflug" wieder in sein nasses Element entlassen."

Quelle: Kronenzeitung von heute

Dienstag, 5. Juni 2007

Eins-Live und der Swinger-Club

Die Kreativität nimmt und vor allem: die Links zur Kreativität nehmen rasant zu! Worauf die Menschen nicht alles kommen, also nein! Und dann gibt es die, die das, was dabei herausgekommen ist, beim Kreativ-sein, dann auch noch weitertragen. Hier zum Beispiel...

Jeden Tag eine gute Tat: Audacity


Audacity ist ein wunderbares, ausgefeiltes Programm zum Töne-Verwalten und -Verändern. Ein Schnittprogramm und vieles mehr. Umso bedauerlicher, dass die deutsche Audacity-Newsgroup, wie man halt so sagt, vor sich hin dümpelt. Mit den bescheidenen Mitteln, die ein zurückgezogen lebender Blog hat, wollen wir dagegen etwas tun.

Lob und Preis für dieses Freeware-Programm!
Ich wollte anfangs nicht glauben, dass es kostenlos ist.
Aber es ist so!

Also, downloaden, ausprobieren. Sich am Forum beteiligen!

Montag, 4. Juni 2007

Geldanlage / Aktien: Gebühren

Beim Aktienkauf auf die Gebühren achten

Beim Kauf von Aktien werden Gebühren fällig.

Mit Aktien lässt sich viel Geld verdienen. Das könnte man zumindest glauben, wenn man tagtäglich die Börsenberichte liest und den steigenden DAX vor der Tagesschau beobachtet. Doch wer tatsächlich mit Aktien gut fahren will, sollte sich auskennen und alle Nebenkosten mitberechnen.

Aktien-Anleger habe es nicht leicht. Erst müssen sie sich über eine Strategie im Klaren werden, dann müssen sie sich die entsprechenden Aktien herauspicken und dann auf einen möglichst günstigen Einstiegskurs warten. Aber das alles reicht nicht aus, denn so manche Bankgebühr macht das schönste Schnäppchen teuer.

Keine einheitlichen Gebühren

Die Direktbanken, die Banken, die Volksbanken und die Sparkassen erheben eine Gebühr beim Aktienkauf. Diese liegt zwischen 0,25 Prozent bei den meisten Online-Brokern und einem Prozent bei den Banken mit Filialgeschäft. Das bedeutet: Kaufe ich Aktien zu einem Kurswert von 2.000 Euro, werden Gebühren zwischen fünf Euro und 20 Euro fällig.

...

Autor: Stefan Wolff

Mehr gibt es hier: Quelle

Sonntag, 3. Juni 2007

Giftigst

Der Mensch als solcher liebt Superlative. Das giftigste Tier ist so ein erregender Superlativ. Aber wenn sich die "Ekschperte" nur endlich einig wären! (Einige Satzzeichen u. ä. habe ich Folgenden korrigiert.)

Vermutung 1: "Die Seewespe, die zur Gattung der Würfelquallen gehört, ist das giftigste im Meer lebende Tier. Ihr Körper ist fast transparent und mit langen Tentakeln die mit giftigen Nesselkapseln bestückt sind, die bei Berührung aufplatzen. Das Gift verursacht beim Menschen schmerzhafte, ja sogar tödliche Verletzungen."

Vermutung 2: "Ja, das giftigste Tier (Bis jetzt Bekannte!) auf diesem Planeten ist immer noch die Purpurfarbene Nacktschnecke aus der Spezies der "Kegelschnecken". Wer auf dieses Tier "latscht" , macht in Sekunden seine Augen zu, um sie nie mehr aufzumachen, je nach Kontaktflächengröße! Diese Spezies weiß wie man Richtig "rockt". Tod als Spontanerlebnis - mal ganz was Neues. Da ist man ganz schnell im Gehenna, auch ohne "letzte Ölung."

Vermutung 3: "Der Pfeilgiftfrosch auch 'Schrecklicher Blattsteiger' genannt verfügt über das wirksamste aller tierischen Toxine. Bereits 0,0001 Gramm seines Giftes reichen aus, um einen Menschen auf der Stelle zu töten. Das Gift gelangt über die Haut oder kleine Wunden in die menschliche Blutbahn. Das Tier sollte man also keinesfalls berühren."

Ok, OK! Mal im Meer, mal auf dem Land. Und so weiter. Und am giftigsten für wen? Bei welcher Wahrscheinlichkeit der Begegnung? Und absolut gezählten Todesfällen im Jahr 1999. Oder 2006? Und die Baumsteiger-Frösche sind in neun Gattungen und 228 Arten aufgeteilt, kann man irgendwo lesen. Das macht die Sache auch nicht einfacher.

Und dann am Ende immer die ganz Schlauen! Die haben wieder mal herausgefunden: Natürlich ist der Mensch das gefährlichste Tier. (Also nicht ich oder du oder Sie -- der Mensch im Allgemeinen.) Und, auch wenn es etwas arg metaphorisch ist, auch das giftigste Tier ist der MENSCH als solcher. Denn der Mensch kann Soman, Sarin und Tabun verabreichen. So die Oberschlauen, die keine Scheu kennen.

Horst Mahler als Politik-Theorem

Wer alle Aspekte des Politischen verstehen will, kommt an der Akte HORST MAHLER nicht vorbei. Selbstverständlich ist da nicht alles enthalten, was man für eine Theorie des Politischen so braucht; aber jene Mischung aus zu vermutenden traumatischen Kindheitserfah- rungen, einer daraus resultierenden Ich-Schwäche bei gleichzeitigem Streben nach Höherem und nach Anerkennung, die vorhandene Zelle 'Berühmtseinsbedürfnis' mutiert und wandelt sich zum Herostaten- tum. Dass 'geistige Gesundheit' im Bereich der Politik immer etwas arg Relatives ist, sollte klar werden, wenn bei HM als Exempel genauer hinschaut. Wie sich die etablierte Politik mit der herostratischen berührt, lässt sich kaum jemals so schön beobachten.

Wenn man also verstehen will, was den "normalen Politiker" in Anteilen so umtreibt und zu Taten bewegt, muss man den Horst Mahler studieren. Ein Anfang findet sich in der Wikipedia hier:

"Mahler war Mitglied in der SPD, wurde aber 1960 ausgeschlossen, da die Partei eine Unvereinbarkeit der Mitgliedschaften in SDS und SPD erklärte. Ab 1964 schloss Mahler sich mit dem SDS der Außerparlamentarischen Opposition (APO) an. In dieser Zeit war er als Anwalt für strafverfolgte Studenten tätig.

1970 trat er in die RAF ein. Er war an der Planung zur Befreiung von Andreas Baader und an drei Banküberfällen im September 1970 beteiligt. Nach der Befreiung Baaders flüchtete er mit ihm, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und etwa 20 weiteren Mitgliedern der RAF nach Jordanien, um sich dort für den bewaffneten Kampf ausbilden zu lassen.

Am 8. Oktober 1970 wurde er in Berlin verhaftet und später wegen Bankraubs und Gefangenenbefreiung zu 14 Jahren Haft verurteilt. Seine Verteidigung hatte der spätere Innenminister Otto Schily übernommen.

1974 wurde Mahler noch während der Haft wegen seiner Mitgliedschaft in der maoistischen KPD (M) und anderer ideologischer Differenzen mit Andreas Baader aus der RAF ausgeschlossen. Im Februar 1975 entführte die Bewegung 2. Juni den Politiker Peter Lorenz, um die Entlassung Mahlers und sechs seiner Mithäftlinge zu erpressen. Mahler blieb als Einziger freiwillig im Gefängnis, die sechs Mithäftlinge wurden freigelassen.

Mit Hilfe seines damaligen Rechtsanwalts, des späteren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, wurde Horst Mahler 1980 nach Verbüßung von zwei Dritteln der verhängten Strafe vorzeitig aus der Haft entlassen. Sein Bewährungshelfer wurde Helmut Gollwitzer. 1987 wurde er nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs wieder als Anwalt zugelassen. In diesem Verfahren zur Wiederzulassung wurde Mahler wiederum von Gerhard Schröder anwaltlich vertreten.

Das Buch "Der Minister und der Terrorist" dokumentiert Mahlers Gespräche mit dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP)."

...

"Während der Haft erhielt Mahler unter anderem Besuch von Günter Rohrmoser, einem national-konservativen Sozialphilosophen und Mitglied der von der sozial-liberalen Bundesregierung eingesetzten Kommission zur Erforschung der geistigen Ursachen des Terrorismus. Daraus entstand eine persönliche Freundschaft.

Am 1. Dezember 1997 hielt Mahler erstmals seit seiner Haftentlassung zum 70. Geburtstag von Rohrmoser in Stuttgart vor Gästen des Studienzentrums Weikersheim, darunter Hans Filbinger, eine Laudatio auf Rohrmoser. Darin forderte er u.a., das „besetzte“ Deutschland müsse sich von seiner „Schuldknechtschaft“ zum aufrechten Gang seiner „nationalen Identität“ befreien. Dies sahen ehemalige Weggefährten im SDS wie Günter Langer oder der Politikwissenschaftler Alfred Schobert als Coming out einer rechtsradikalen Gesinnung. Rohrmoser dagegen erklärte 1998, seine und Mahlers Positionen seien identisch, und lobte Mahlers Haltung als „national-christlichen Konservativismus".

Mit Franz Schönhuber schrieb Mahler das Buch 'Schluß mit dem deutschen Selbsthaß'. Er sah mittlerweile das Germanentum als „Mittel der Gesundung des deutschen Volkes”.

Im Jahr 2000 trat Mahler in die NPD ein. In seiner Presseerklärung zu diesem Parteieintritt vom 12. August 2000 hieß es, dass er das Grundgesetz für ein „Provisorium für die Übergangszeit bis zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches” halte. Von 2001 bis 2003 übernahm Mahler die anwaltliche Vertretung im gescheiterten NPD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Seine Schriftsätze an das Gericht bestanden in weiten Teilen aus ideologischen Textpassagen unterschiedlichster Herkunft. Er gehörte zwischenzeitlich zu den Führungsfiguren der NPD, trat aber nach der Einstellung des Verbotsverfahrens 2003 wieder aus der Partei aus.

Im November 2003 gründete er einen „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten” (VRBHV), dem neben Mahler selbst eine Reihe bekannter Holocaustleugner angehören.

Mahler vertritt seit seiner Haftentlassung auch antisemitische Positionen. Ab Februar 2004 stand er als Mitgründer des rechtsextremen Deutschen Kollegs zusammen mit Reinhold Oberlercher und Uwe Meenen wegen Volksverhetzung vor dem Berliner Landgericht. Grund war ein im Oktober 2000 von ihnen publiziertes Pamphlet mit dem Titel „Ausrufung des Aufstandes der Anständigen”, in dem unter anderem das Verbot der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die Ausweisung aller Asylbewerber, „aller arbeitslos gewordenen Ausländer” sowie eine Reihe von weitergehenden drakonischen Maßnahmen gefordert wurden. Mahler wurde zudem vorgeworfen, dass im September 2002 mit seiner Billigung in der Parteizentrale der NPD in Berlin-Köpenick ein Schriftstück an Journalisten verteilt worden war, in dem der Hass gegen Juden als „etwas Normales” bezeichnet wurde.

Nachdem er während des Prozesses den Richtern, den Schöffen und dem Staatsanwalt die Todesstrafe nach dem Reichsstrafgesetzbuch angedroht und im Gericht antisemitische Äußerungen gemacht hatte, erteilte das Amtsgericht Tiergarten Mahler am 8. April 2004 ein vorläufiges Berufsverbot. Ähnliche Todesdrohungen gingen an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und zwei Anwälte der Partei Die Grünen. Wegen der antisemitischen Kommentare erhob die Staatsanwaltschaft eine neue Anklage. Während des Prozesses ordnete das Landgericht an, Mahler von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachten zu lassen (Az 502-10/04). Er wurde schließlich zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt.

Um Mahlers Teilnahme an einer geplanten Teheraner Holocaustkonferenz zu verhindern, wurde ihm im Januar 2006 für einen Zeitraum von sechs Monaten der Reisepass entzogen. Es wurde befürchtet, dass Mahler auf dieser Konferenz zum Schaden des Ansehens der Bundesrepublik Deutschland erneut antisemitische Äußerungen tätigen würde.

Als die Konferenz am 11. und 12. Dezember 2006 stattfand, verbüßte Mahler in Deutschland eine neunmonatige Haftstrafe wegen Volksverhetzung. Grund waren seine Äußerungen als Anwalt im Verbotsverfahren gegen die NPD, darunter: Hass auf die Juden sei etwas „ganz Normales“ und „das untrügliche Zeichen eines intakten spirituellen Immunsystems, also von geistiger Gesundheit – eine Gesundheit, die Juden – zu recht – fürchten.“

So hat Mahler seinen Antisemitismus seit dem Gerichtsurteil von 2002 fortlaufend bekräftigt und versucht ihn u.a. über Sylvia Stolz auch im Internet weiterzuverbreiten."

Samstag, 2. Juni 2007

Sauerbraten mit drei Sternen

Das wollte ich doch noch festhalten. Unbedingt. Und wenn ich es gekocht habe, melde ich mich noch einmal und sage, wie es gechmeckt hat. Versprochen!

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So geht Sauerbraten mit drei Sternen

In Deutschland gibt es derzeit sechs Köche, die mit drei Michelin-Sternen dekoriert sind. Sie alle haben aus Liebe zur deutschen Küche traditionelle Gerichte neu für uns interpretiert. In Folge drei unserer Serie zeigt Christian Bau seine Version des badischen Sauerbratens - ein sechs Tage marinierter Rinderbraten mit Baroloessigjus.

Christian Bau, 34, kocht im Restaurant "Victor's" im Hotel "Schloss Berg" in Perl-Nennig an der Mosel

Wer mit 34 Jahren schon drei Sterne hat, muss einiges richtig gemacht haben. Im Fall Christian Bau heißt das: weltweit die Trends der Spitzenküche beobachten, Impulse aufgreifen, verfeinern und eigene Akzente setzen. Gepaart mit einer riesigen Portion Talent und einem genialen Lehrer wie Harald Wohlfahrt war der Weg zum Koch der Meisterklasse quasi vorgegeben.

Baus Restaurant "Victor's" im Hotel "Schloss Berg" in Perl-Nennig liegt in Rufweite zur französischen Grenze, auch deshalb verwendet er fast nur französische Produkte. Aber geboren wurde er in Offenburg, und das leugnet er keineswegs. Seine Rinderschulter ist eine verfeinerte Variante des badischen Sauerbratens. "Eines meiner Leibgerichte", sagt Bau. "Viele Gäste fragen nach dem Braten, obwohl er nicht mehr auf der Karte steht." Für Notfälle hält Bau aber stets eine Rinderschulter bereit.

Rezept: Marinierter Rinderbraten mit Baroloessigjus
Zutaten für vier Personen

600 g Mittelbug von der Rinderschulter
4 Tournedos vom Rinderfilet à 90 g
Für die Marinade:
1 l Rotwein
2 EL Baroloessig
200 ml roter Portwein
2 Lorbeerblätter
10 Pfefferkörner
200 g Schalotten
100 g Champignons
50 g Staudensellerie
50 g Karotten
800 ml Kalbsjus
Für die Markklößchen:
50 g ausgelassenes Rindermark
2 Eigelb
50 g Mie de pain (zerkrümeltes, püriertes Toastbrot ohne Rinde)
10 g gehackte Petersilie
1 l Geflügelfond
100 ml Olivenöl
20 Perlzwiebeln
2 Lorbeerblätter
2 Rosmarinzweige
4 Thymianzweige
1/4 Knoblauchzehe
2 Stück brauner Würfelzucker
Salz und Pfeffer aus der Mühle
200 g herkömmliches Selleriepüree
Salz, Pfeffer, Muskat

Vorbereitung

Den Mittelbug von Häuten, Sehnen und Fett befreien und die Abschnitte klein schneiden. Dann die Abschnitte und den Mittelbug mit dem Rotwein und Portwein, Gewürzen und Gemüse fünf bis sechs Tage marinieren.

Das Fleisch aus der Marinade nehmen und trockenlegen. Den Mittelbug mit Salz und Pfeffer würzen und scharf anbraten, danach zehn Minuten bei 150 Grad in den Backofen stellen.
Nun den Rotweinfond passieren, Essig beigeben und einmal aufkochen lassen. Den Mittelbug und etwas von dem Fond in einen Vakuumbeutel geben, verschweißen und bei konstant 60 Grad 60 Stunden garen.

Zubereitung

Die vorbereiteten Abschnitte und das Gemüse in einem Topf anbraten, mit dem Schmorfond auffüllen und etwa um die Hälfte reduzieren lassen. Die Kalbsjus aufgießen und alles nochmals um ein Drittel reduzieren.
Das ausgelassene Rindermark aufschlagen, Eigelb und die fein gehackte Petersilie unterheben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat nach Belieben würzen, danach das Mie de pain unterrühren. Schließlich die Masse in Klößchen abdrehen und etwa fünf Minuten in Geflügelfond sieden lassen.
Das Olivenöl mit den Perlzwiebeln, den Kräutern und Knoblauch erhitzen. Braunen Würfelzucker dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und im Backofen bei 160 Grad circa 30 bis 40 Minuten weich garen.
Wenn das Gemüse gar ist, das heiße Öl abschütten und abkühlen lassen. Zur Aufbewahrung die Perlzwiebeln wieder in das erkaltete Öl geben.
Anschließend die Tournedos mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen und ringsherum scharf anbraten. Danach in Butter nachbraten, bis das Fleisch den gewünschten Garpunkt hat. Den vorbereiteten Mittelbug in Scheiben schneiden und mit den Perlzwiebeln in der Sauce nochmals warm machen.

Anrichten

Das Selleriepüree erhitzen und auf den Tellern anrichten. Die Markklößchen und die Rinderschulterscheiben auf die Teller legen. Die Tournedos längs halbieren und dann die Filets auf die Rinderschulter legen. Mit der nochmals abgeschmeckten Sauce saucieren.
Mein Tipp für die Leser der "Welt am Sonntag": Denken Sie unbedingt daran, bei der Garmethode "Niedrigtemperatur" ständig die Hitze zu überprüfen (immer ein Thermometer im Wasserbad halten), es ist nämlich sehr wichtig, die Temperatur unbedingt konstant zu halten.
Bei Temperaturschwankungen wird das Ergebnis verfälscht.


1. Juni 2007, 15:24 Uhr
Von Robert Lücke


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Nachtrag, wie versprochen: Ja, war damals ganz gut. Allerdings: Der Sauerbraten meiner Mutter hat mir immer noch besser geschmeckt. 

Rechtschreibung, wieder einmal

Ich, der mich mich von berufswegen schon nicht aufregen darf, ich ärgere mich doch, wenn ich daran denke, dass einstens Sprachwissenschaftler mit deppertem Sinn und zerbrochenem Sprachgefühl diese Differenzierunge in der Schreibweise einfach weggeben wollten. Eine Schreibdifferenzierung, , in der ja eine Ausspracheunterschied liegt.

'Sie war weitergesprungen / weiter gesprungen.'

Man hätte diesen tumben Männern nachträglich ihre Doktor- und Professorentitel wegnehmen und sie zu ewigem Schweigen verdonnern sollen!