Donnerstag, 13. Dezember 2007

Party-Spiel: Literaturnobelpreisträger -- wann?

Auf der Suche nach Sprachspielen (als Partyspiele geeignete!)

Heute morgen wache ich auf und überlege: Wann hat eigentlich Böll, wann Grass den LNP bekommen. Ich schätze grob:

Böll 1984 (richtig: 1972. Ach so, er ist ja auch schon 1985 gestorben!)
Grass 2002 (richtig: 1999. Verflixt! Ich hatte zuerst 2000 da stehen.)

Wie Lösungen liegen sehr nah ...

Wie doch im Gedächtnis alles ins Ungefähre zerfließt. Bei dem einen weniger, bei dem anderen mehr. (Bei mir: mehr.)

Und, wussten Sie denn: "Derek Walcott, Nobelpreisträger für Literatur 1992"


Kritik der reinen Tüchtigkeit


















Lebte Kant heute (1964 - ?) , er würde die Vernunft -- als Begriff und praktische Wirkung -- immer noch im Dunkeln liegend vorfinden. Er wüsste gegen seinen Vorfahren Immanuel (1724 - 1804), dass die Vernunft immer in den Tiefen von Überzeugungen und Emotionen wurzelt und nicht die geringste Chance hat, sich von diesen irrationalen, irr-rationalen Wurzeln zu lösen. Nachaufklärer, der er somit wäre, würde er sich von der Kritik von Vernunft und Urteilskraft ab und der Kritik der Tüchtigkeit zuwenden. Anregend fände er in diesem Zusammenhang vieles, zum Beispiel den "Hochschulanzeiger" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, November 2007. Unterzeile des Titels in Kapitälchen: "KARRIERE STUDIEREN"*.

Leicht würde dem neuen Herrn Kant auffallen, dass die Hochschulanzeiger-Titelzeile "Jahrmarkt der Talente" eine intertextuelle Verbindung hat. Zum "Jahrmarkt der Eitelkeiten", natürlich. Er würde lächeln, der neue Herr Kant. Ihm wäre sofort klar, dass diese Verbindung kein Zufall ist. Dann würde ihm die unerträgliche Leichtigkeit des halbgar schlechten Gewissens der Journalisten ins Auge stechen: "Was Jobmessen wirklich bringen". Jobmessen? Job? Dieses Wort aus hingehauchter Flüchtigkeit und ironisch versuchtem modernen Unernst. "Ich mach halt meinen Job." Nirgendwo Beruf und Berufung. Ernst, Zukunft und Vergangenheit, Lebensfragen unf -aufgaben. Sondern Geld, Prestige, Porsche wenn möglich. Basta. Der Aufruf anbei: "Schließt alle aus, mobbt alle, die da nicht mitmachen wollen!" Alles ein dümmliches Spiel, dessen Dümmlichkeit nicht zu transzendieren ist. Prinzpiell nicht! Die stillschweigende Anerkennung des Larifari per Common-sense der jungen Tüchtigen wird vorausgesetzt.

Dann würde unser Post-Aufklärer im Blattinneren (auf der Seite 24f.) entdecken: "Was ziehe ich an? Die optimalen Messeklamotten." (Bildliche Antwort: s. oben) Fortsetzung des auf dem Titel eingeschlagenen Kurses also. Klamotten trägt der junge Tüchtige auf der Messe. Selbst auf der Messe dieses sich hinziehende Gewissen, das mit dem so überaus modernen Unernst verschliert ist. (Wie Joschka Fischer, der Altrebell, zu sagen pflegte: "Der Anzug, das ist halt meine Arbeitskleidung." So geschickt formuliert, dass zwischen Blaumann, Jeans und Dreiteiler mit Nadelstreifen kaum ein Millimeter Unterschied mehr war. Der Immer-noch-Rebell im Tarnanzug, so fühlte er sich wohl [sic], unser Herr Ex-Außenminister.) Klamotten nicht Kleidung also auf der Messe.



Und was dann abgebildet wird, bringt den neuen Herrn K. dazu, sich halb abzuwenden, um dann doch wieder hinzuschauen. Zwanghaft. Diese beiden sollen es sein, die die Zukunft erringen? Kein Bücherwurm und keine Denkerin. Diese kokette Haltung bei beiden, die die Lässigkeit als geschäftliche Tugend im Spielbein trägt.

Dann würde sich Herr K. hinsetzen, sich das Pseudonym Martin Henkel ausdenken, weil er zu anschließenden Diskussionen mit der FAZ und den Tüchtigen im Land überhaupt keine Lust hat. Hinter dem Pseudonym wird er sich konsequent verstecken. Und unter diesem Pseudonym wird er in einer wüsten 120-Seiten-Polemik den Begriff 'Karriere' und die Tüchtigkeit der Karrieremacher niederbügeln. So gekonnt und umfassend, dass anschließend eine Zeit anbricht, die eine Mischung aus Barock und Romantik ist. Und in dieser neuen Zeit, siehe da, würden alle Abiturienten wissen, was es heißt und welche Konsequenzen es für das Berufsverständnis hat, dass sie nun in einer modernen Zeit leben, die eine Mischungaus Barock und Romantik ist.


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* Bedeutung höchst unklar. "Studieren und dann Karriere machen"? "Studieren, wie man Karriere macht"? "Die Karriere von Karrieristen studieren und sich dann angeekelt abwenden"? 'Recht anregend, dieses Schillernde!' denkt der neue Kant.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Nicholson's Child was born -- where?

Jack Nicholson lässt uns wissen, er sei potentieller Vater von ca. 7.000 Kindern. Oder waren es 9.000. (Offiziell hat er vier.) Na ja, auch egal. Die Frage, die einen umtreiben kann: Warum muss ein 70jähriger so was bekennen? Ist es die Prahlsucht wie bei einem 17jährigen? Oder verspürt N. so etwas wie die Pflicht des Promis zur Information der Öffentlichkeit auch in solchen Belangen? Schon der Weise Jürgen von der Lippe dichtete: "Man weiß es nicht. Man weiß es nicht!"
Dennoch treibt einen die Frage weiter um. Antwortskizze 1: Warum veröffentlichen Menschen, was sie am Anfang ja immer: privat schreiben oder malen oder komponieren? Ist der Beischlaf für Mr N. das, was für den Dichter das Dichten? Ist er traurig, dass er so oft gedichtet hat und so wenig Gedichte hinterlassen wird?

Dienstag, 4. Dezember 2007

Voodoo ...

... who knows it loves it.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Soziopath

Wie das so ist. Manches veröffentlicht sich heute von selbst, durch versehentliches Anklicken. Peinlich oft, wenn da eine Mail zum falschen Adressaten fliegt. Hier ist es nicht schlimm Ein Zitat aus der Wikipedia:

"Die heutige Bedeutung des Begriffes Soziopath bezieht sich auf Personen, die nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sind, Mitleid zu empfinden, sich nur schwer in andere hineinversetzen können und die Folgen ihres Handelns nicht abwägen können."

Das lassen wir doch einfach mal so stehen.

Mittwoch, 28. November 2007

Doktortitel im Pass

Der bayerische Ministerpräsident hat im Frühjahr 2007, als er noch bayerischer Innenminister war, den Doktortitel im Pass verteidigt. Der gestrichen werden sollte. Die Süddeutsche zitiert in indirekter Rede und dann wörtlich: "Ein Doktorgrad sei zudem nicht nur Ausdruck einer besonderen wissenschaftlichen Leistung, 'er ist vielmehr auch im täglichen Gebrauch zur höflichen Anrede üblich', schreibt Beckstein an Dr. Schäuble, interessanterweise aber nur unter der Anrede ,'Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Wolfgang'."

Mit dem zuletzt vermerkten Punkt ist die SZ nun aber nicht auf dem Altehrwürdig-Laufenden. In Deutschland ist es üblich, dass sich Personen mit gleichem Titel ohne den Titel anreden. Sozusagen von gleich zu gleich. Ganz anders in Österreich, wo man es erleben kann, dass sich zwei Professoren oder Doktoren gegenseitig durchaus mit dem Titel anreden. Die Liebe zu Titeln -- sie ist halt gegen die Vernunft, so ungefähr wie Ferrari- oder Porsche-Fahren. Sagen wir also vernehmlich: Die Menschen sind unvernünftig und legen Wert aufs Prestige.

Wer die Feinheiten erspüren will, bedenke: Bei Buchtiteln nehmen auch in Deutschland nur die den akademischen Titel mit auf, die es nicht besser wissen. Es ist unüblich. Und auch in den Nachrichten wird man den "Dr. Schäuble" ja vergebens suchen.

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Nachtrag.

Witzelt der STERN: "Aber die Wahrheit ist doch: Unsere Freunde in den Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralen ertragen es einfach nicht[. dass der Dr.-Titel im Pass steht]. Sie haben die Volksschule mit 'Genügend' abgeschlossen, um sich danach zu Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralenmitarbeitern züchten lassen. Nun sitzen sie da in ihren C&A-Anzugshosen unter Neonröhren, die Radiergummis muffeln und das Wochenende im Schrebergarten ist noch weit. Für diese Menschen sind Doktoren ein ständiger Stachel im Fleisch, ein unbeschreibliches Etwas, das sie aus der Ferne hochnäsig und ironisch anblinkert. Sie können ja nicht wissen, dass wir nur promoviert haben, um ihnen genau diesen Eindruck zu vermitteln."

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Ach ja, und danach habe ich eigentlich gesucht, weil ich es vor Monaten mal gelesen habe: "Einst Markenzeichen der „doctores“ – nun akademische Verzierung, von der Bundesregierung traditions- verhaftet und gesetzwidrig geschützt." Der Autor kämpft -- unpromoviert -- gegen die Doktoristen und ihr Begehr. Hätt er doch nur seinen Doktor gemacht vorher! Seine Einlassungen hätten irgendwie glaubwürdiger geklungen.

Amüsant aber schon, was passiert, wenn sich jemand an alle möglichen wichtigen Leute und Gruppen mit so einer Frage wendet. (Zum Nachlesen und Nachlachen klicken Frau Doktor bitte einfach hier!)
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Hier noch ein hübscher Nachtrag aus der Sicht der Österreicher, mit dem feinen Hinweis, dass man doch bitte und besser "honoris causa (Ablativ)" statt "... causae" sagen möge.

Sonntag, 25. November 2007

Energiesparen

Bei einer Diskussion im Bayerischen Rundfunk habe ich das zum ersten Mal gehört: Wenn ein größerer Parkplatz in der Nacht auf seine Beleuchtung verzichtet, können alle Standby-Möglichkeiten in privaten Haushalten in Deutschland angeschaltet bleiben, und es wird dennoch gespart. Oder so ähnlich. Dazu passt diese Feststellung:

"Laut Philips fallen in Deutschland nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung in privaten Haushalten an, 80 Prozent im gewerblichen und öffentlichen Bereich. So werde etwa ein Drittel der Straßenbeleuchtung mit Technologie der sechziger Jahre betrieben."
Geht es also mal wieder um lautsprecherische Tönerei, und keiner weiß, wo die großen Verbraucher wirklich sitzen? Ich meine, was nützt es, wenn wenn alle Otto Normalverbrauchers zusammen bei größter Anstrengung das einsparen können, was die Straßenbeleuchtung zwischen 3:45 und 4 Uhr morgens ständig vor sich hinverbraucht?

Montag, 19. November 2007

Kabelsignal drahtlos übertragen

Man kann es gar nicht deutlich und einfach genug formulieren: Antennen- oder Kabelsignale können nicht in der ganzen Frequenzbreite per Funk übertragen werden! Ich Tolpatsch* hab mir also ein Gerät gekauft, das immer 1 Frequenz überträgt. Wenn ich -- wie ich überall hätte nachlesen können -- einen alten Videorecorder nehme, Antennenkabel rein und dann das Kästchen anschließe, kann ich das jeweils eingestellte Programm übertragen. Mehr aber auch nicht. Also, ihr alle, die ihr das gleiche wollt wie ich es wollte: Bedenket wohl ...
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* Heute auch schon: Toll-Patsch, Komparativ: Toll-Patscher, Superlativ: Toll-Patscherkofel.

Ungebetene Metasuche

Gibt es jemanden, der dabei ist, ein Buch über all das zu schreiben, was das Internet kaputtmacht oder auch nur, was da so alles nervt? Dann mal hier ein Beispiel: die sich ungefragt ausplusternden Metasuchmaschinen. Ich gebe in Google ein ma-620 infrarot treiber und bekomme Dutzende von Hinweisen, wo ich die "Einzelteile" suchen könnte.

Ja, Menschenskind, Leute! Könnt ihr eure geschäftlichen Energien nicht sinnvoller einsetzen? So einen Quatsch zu programmieren und ins Netz zu stellen, kostet doch Zeit und Geld.

Sonntag, 18. November 2007

Will, Meckel und die Sprachbeobachtung

Nachdem ich heute gelesen habe, dass Anne Will und Professor Miriam Meckel ein Paar sind und sich dazu bekennen, wollte ich wissen, wer MiMe ist. Da finde ich unter einem Foto den Satz:

"Schon die Einleitung von Miriam Meckel beschwörte die Zuhörer- schaft mit einer dieser beliebten Folien, wo drauf stand Web 2.0 ist kein Ding, sondern eine Geisteshaltung." (Quelle)

Da interessiert mich dann auf einmal der Gang der Sprachdinge wieder mehr als die Frau Professor Meckel. wo drauf stand? Vielleicht doch ein Komma oder ein Doppelpunkt? beschwören -- N. N. beschwor die Zuhörer, das und das ja nicht zu tun. So ungefähr hab ich mir bisher die Verwendung des Verbs beschwören vorgestellt. Und nun das! Und dass das Web 2.0 kein Ding ist? Je nun, wer hätte denn das jemals angenommen?! Aber dann gleich eine Geisteshaltung? Jesses na!
Wenn da stünde: Geschwafel ist kein Ding, sondern das Produkt einer Geisteshaltung, dann unterschriebe ich sofort.
Bleibt die Frage offen: Wer ist denn nun das interessantere Paar, Will - Meckel oder Illner - Obermann? Oder ist das keine Frage, sondern beschwörte dies, kaum zur Frage geworden, eine Geisteshaltung?

Sonntag, 11. November 2007

Schäuble, der Datenschutz und die festen Meinungen

Rationalität ist ein hohes Gut in der Politik. Was die Online-Durchsuchungen angeht, so ist es schwer, diese Rationalität aufrechtzuerhalten. Die meisten Blogger sind -- natürlich? -- gegen die Online-Durchsuchung durch den Staat. Eine Probe? Nachschlagen nur mal hier, bei blogger.de. Die "schweigende Mehrheit" (oder ist es doch eine Minderheit?), die die alte These unterstützt: "Wer nichts Kriminelles zu verbergen hat, braucht sich vor der Online-Durchsuchung nicht zu fürchten"´kommt kaum vor.
Versuchen wir es mal mit den Vorstufen zu einem guten Besinnungsaufsatz. Zwei Fragen für den Anfang:
  • Wovor fürchte ich mich konkret, wenn meine Festplatte durchsucht wird? (Mögliche Antworten: vor gar nichts; ich möchte das prinzipiell ganz einfach nicht -- ... -- davor, das meine Liebesbriefe an Monika ... meine geschäftlichen Mails mit Firmengeheimnissen ... meine Raubkopien von CDs und DVDs ... meine normalen pornografischen Streifzüge im Netz ... meine kinderpornografischen Files ... meine Absprachen mit den Leuten meiner kriminellen / terroristischen Vereinigung entdeckt werden)
  • Wie soll mit Online-Kriminalität der verschiedenen Formen und terroristischen Aktivitäten via Netz umgegangen werden? (Schäuble hat schon recht; solche Untersuchungen müssen generell mögich sein ... Der bisherige Rechtsweg 'Anfangsverdacht', 'richterliche Genehmigung', 'Durchsuchung in diesem gegebenen Einzelfall' reicht völlig aus)

Das Problem mit der politischen Rationalität, hier wie anderswo, besteht darin, dass die wenigsten Menschen es aushalten, bei sensiblen Bereichen die Alternativen neben ihrer eigenen instinktiven Meinung zu durchdenken. Aber nur unter dieser Voraussetzung ist politische Rationalität möglich. Es hilft nicht, wenn jede abweichende Meinung sofort schabloniert wird und zu allergischen Abwehrreaktionen führt.

Donnerstag, 8. November 2007

Aldis Ferari (Oder: Das erzähl ich Lafontaine!)

Eine Meldung und ein Angebot verdienen es, miteinander verknüpft zu werden. Das Angebot von Aldi: einmal einen Ferrari fahren.

* Fahrt im Ferrari F355 durch den Raum München
* kurze Einweisung durch einen erfahrenen Streckencoach
* Coach als Beifahrer
* Gelegenheit zu einem Erinnerungsfoto
* Kraftstoffkosten
* Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung

Wie lange? Nett0 25 Minuten. Das kommt man auf dem Mittleren Ring nicht allzu weit.

Die Meldung des Abendblatts: "Zehn Prozent besitzen zwei Drittel des Vermögens". Was sich weiter spezifizieren lässt. "Allein das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung verfügt demnach über mehr als 20 Prozent der Werte"

Wie lange kann das gut gehen? Vor allem, wenn René Obermann weiterhin Fernsehfrauen freit und gleichzeitig die Leute vor die Tür setzt. Mein sozialrevolutionäres Herz sagt mir: Da passt doch was nicht zusammen!

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Nachtrag: Wer es partout nicht lassen kann, der gehe -- pardon fahre (mit seinem getunten Kleinwagen) doch bitte eher zur Speecacademy nach Österreich.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Was haben Claudia Roth und Joschka Fischer ...

gemeinsam?

Dass ihnen den Willen zur Macht nicht sofort ansieht. Fischer, der jenseits der 40 immer einer war, der prächtig das Bäuerle von der Schwäb'sche Eisebahne hätte darstellen können, Roth, die vielleicht den Stricklieselclub Amelsbüren repräsentiert. Hätte man denken können. Statt dessem? Wackere Streiter für die Grüne Macht. Mal erfolgreicher, mal weniger.

Fazit: Begreife einer das politische Geschäft! Es ist bei diesem Geschäft wie bei den Aktienkursen: Man erkennt die Regeln nicht. Erkennte man sie, man würde ja vielleicht selbst gar auf den Gedanken kommen, nach der Macht zu streben. So aber -- dieses Instinktspiel, gesteuert von Trial and Error, das geht dem normalen Menschen doch ziemlich auf den Keks.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zeitmanagement

So, jetzt noch das, und dann ist es aus dem Kopf und es ist gut:

Zeitmanagement-Päpste empfehlen, man soll delegieren. Wenn ich das Geld oder die Untergebenen hätte, um zu delegieren -- ich wüsste ganz genau, wie das geht. Nur hab ich weder das eine noch das andere. Also ist dieser Rat in meinem Fall, der wahrschein der Fall der Mehrheit ist, der größte aller Quätsche.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Tanzen und Fechten

Ist das nicht schön, ja sogar revolutionär?

"Vor mehr als 2000 Jahren wollte bereits der griechische Philosoph Platon Grammatik und Mathematik aus dem Pflichtkanon der Jugend-Schule verbannen. Deren Hauptfächer sollten damals sein. Grammatik und Mathematik durften ernsthaft frühestens ab dem 20. Lebensjahr gelehrt werden." (Quelle)

Ich schlage -- Pardon, Platon! -- eine Modifikation vor, die ein wenig mehr der Entwicklungspsychologie entspricht: Wer als Kind schon Spaß an der Mathematik und der Grammatik hat, der darf so früh beginnen wie er will. Tanzen und Fechten muss er allerdings trotzdem lernen. Die anderen, die die keine Sonderbegabung haben, lernen ab dem 14. ebensjahr Grundzüge der Fächer, immer bezogen auf die praktische Anwendung und die Bereicherung des eigenen Weltbilds. Grundlage sind gute populärwissenschaftliche Bücher.
Was aber ist Realität? Die Bildungspolitiker sehen Platon als Pflichtlektüre. Im Groben. Aber seine kritischen Einlassungen kennen sie nicht. Oder wollen sie nicht wahrhaben.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

das geheimnis meines lebens

Woher stammt das? Und was bedeutet es?

Er führte ihn auf den Dachboden. Vor einer versperrten Tür blieb er stehen. Er zog den Schlüssel aus der Tasche und öffnete.

Sie traten in eine Kammer, in die durch eine Dachluke spärliches Licht fiel. Colbert wandte sich Modlizki zu. "Hier", sagte er. Er hatte Modlizki am Knopf seiner Jacke ergriffen. "Nun will ich es dir anvertrauen, mon cher: C'est le secret de ma vie! Es ist das Geheimnis meines Lebens!"

Er sprach ernst und feierlich.

Modlizki hatte den Kopf mit den kurzgeschnittenen schwarzen Haaren leicht geneigt.

"Ich weiß, daß du mir anhängst", sagte Colbert. "Ich habe dich als Sechsjährigen aus dem Waisenhaus des Klosters zu mir genommen und dich gehalten wie mein Kind. Mon enfant, du wirst mich nicht verraten!" Er kämpfte mit den Tränen.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die Globalisierung, oder: Externe Festplatte, zum Zweiten...

Bei Ebay bestelle ich ein USB 2.0 Festplatten Gehäuse 2,5" HDD CASE Neu für -- 1 Euro 99. Aus Hongkong. Das wollte ich schon immer. Mal ausprobieren, was passiert, wenn man in China direkt bestellt. Versandkosten 4,99 unversichert, 5,99 versichert. Wenn da noch eine Nachversteuerung kommt, von der man manchmal im Netz liest, egal. Zu viel kann das nicht sein. Bei Amazon kostet so ein Gehäuse zwischen 25 und 35 Euro.
Nun, ich muss zwar 12 Tage warten, bis das kleine Packl da ist. Kann man sich ja denken. Aber es kommt. Das Kabel sieht ein wenig anders aus als auf dem Bild. Ein einfaches USB-Kabel. (Ich korrigiere. Es sieht aus wie auf dem Angebot. Das mit dem einfachen Stecker war von der anderen Festplatte. Siehe ... zum Ersten.) Aber dafür ist an dem Gehäuse auch ein normaler USB-Stecker, keine von den drei oder vier Varianten, für die man immer das rechte Kabel erst suchen muss, wenn Sache und Kabel einmal getrennt sind. Und -- rührend! Es liegt ein kleiner grüner Schraubenzieher bei, damit man die zierlichen Kreuzschlitz-Schräubchen leicht gleich einsetzen kann.
Nun denn, die vorhandene Platte rein. An das Notebook. Windows-Klingklang und -- nichts mehr. Enttäuschung? In Grenzen. Es war ja vorauszusehen. Für 2 Euro kann das doch nicht funktionieren!
Dann packt mich der Ehrgeiz. Wenn die Platte erkannt wird, muss da doch noch was sein. Ein paar Minuten später sehe ich -- es liegt an der Platte, nicht am Gehäuse. Die Platte ist nicht vorformatiert. Formatierung einschalten und Fußballspielen gehen. Bei Rückkehr habe ich eine Festplatte mehr.
Was bleibt? Erstaunen. Auch darüber, dass so etwas für das Geld gemacht werden kann. Ist es Ausbeutung? Gilt das alte Argument der Billigkäufer: Wenn ich nicht kaufe, haben die da drüben gar nichts davon. Außer dass sie arbeitslos sind. Forderung nach Mindestpreisen, analog zu den Löhnen? "Da lachen ja die ökonomischen Hühner!" grinst der Große Vorsitzende Mao in seinem Mausoleum.

Bayern 2 Radio: Ehe und Indianer

Am Morgen in BR2 zwei Sendungen nacheinander. Die eine, als ich einschalte: "Von der Endlichkeit der Ehe und der Unendlichkeit der Liebe". Nun gut. Bemerkenswert dabei: Ein hasserfülltes Liebesgedicht nach der Liebe, an die Verflossene. Von Brentano, glaube ich. Die andere Sendung: Über die Indianer. Wie gut die doch waren. Kein Tier haben sie getötet, das sie nicht zum Essen oder für die Fellkleidung brauchten. Das Reh haben sie um Entschuldigung gegeten, nachdem sie es erledigt hatten. Die edlen Wilden eben.
Was lässt sich sagen? Zwischen dem, was ist, und dem, was wir glauben und sagen, schieben sich die sinnerzeugenden Interpretationen. Amor omnia vincit auf der einen, Endlich bin ich dich los auf der anderen Seite. Die guten Indianer haben auch in einer unendlich grausamen Weise andere gemartert. Geblieben ist davon die witzige Annahme des Marterpfahls bei Bully Herbig und dem Schuh des Manitu. Dabei war das bei den Indianern doch die reine Bestialität, ob diese edlen Menschen nun die Rehlein, nachdem sie sie getötet hatten, um Entschuldigung gebeten haben oder nicht. Gesichert ist: die denkenden Menschen machen gerne glatte Geschichten, die keine Widersprüche haben. Aber die Geschichte ist ein einziger Widersprch in sich.

Freitag, 5. Oktober 2007

Externe Festplatte, zum Ersten...

Nicht ganz ein Spontankauf. Mediamarkt in Innsbruck. Eine Maxtor Onetouch III. 160 GB. 89 Euro. Angeschlossen. Ein ständiges envervierendes Klickern und ein gelbblinkendes Lämpchen. Es lässt sich abspeichern. Aber dieses Klickern. Dazu ein langes Doppelkabel, das zwei USB-Plätze belegt.

Kurz und gut: gleich zurückgebracht. Der Service-Mann weist streng darauf hin, dass er keinen Fehler feststellen könne. Die nächste würde auf jeden Fall eingeschickt. Na gut.

Ersatz ist eine WD Passport, ebenfalls 160 GB. 20 Euro Draufzahlen. Hier ist die Verpackung aus jenem Extremhartplastik, das wohl vor Diebstahl schützen soll. Man bekommt es mit einem sehr scharfen Messer und unter ständiger Selbstverletzungsgefahr auf, wenn man die Verpackung an der passenden Stelle mühevoll einsticht und aufschneidet. Das ist ungefähr so einfach wie einen gerade erlegten Hirsch aufzubrechen. Inliegend diesmal ein Kabelchen von ca. 35 cm Länge, das in dem Tresor nicht zu sehen war.

Na, dann wolln wir mal...
Ja, die Platte funktioniert. Formatiert ist sie auch. Warum sie so schief designet ist. bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Unerreichtes Vorbild an Schönheit: die kleine Schwarze von Trekstor.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Karl der Dick-Dünne

Haben wir es nicht geahnt? Dass einer, der so aussieht und so auftritt einen Sprung in der Schüssel hat? Aber -- um dem Sinne nach mit Borwin Bandelow zu sprechen: Wer heute wirklich berühmt werden will, der muss einen in früher Kindheit schon gesetzten Schuss haben, sonst klappt das nicht. Oder, um es mit Joseph Beus kontaminiert durch Wolf Wondrastschek zu sagen: "Zeige deine Schusswunde!"

Ach so. Worum es geht?
Es geht um unseren lieben Karl vom Feldlager, also Karl Lagerfeld. Da hat jetzt jemand geplaudert, geschrieben besser, und der SPIEGEL tratscht es weiter. (Danke, SPIEGEL!) Dass Arnaud Maillard, ein ehemaliger Mitarbeiter Lagerfelds was aufgeschrieben hat. Ein Enthüllungsbuch . Titel: "Merci Karl".
Der SPIEGEL:
"Maillard schreibt über den großen Hunger, den der große Lagerfeld vor seiner radikalen Diät hatte, wie er gnadenlos abspeckte und wie seine Eitelkeit parallel zu den purzelnden Pfunden nach oben schnellte. 'Sein Narzissmus wird peinlich', stellte er fest. 'Er redet mit uns, ohne uns anzuschauen, er antwortet und mustert sich dabei über unsere Schulter hinweg in einem Spiegel.'"
Ich meine, wie so oft geht es auf dem Umweg über das besondere Individuum um den Zustand der Gesellschaft. Wäre diese Gesellschaft rational und mit halbwegs geschmacksicherem Urteil ausgestattet, so hätten die Fernsehredakteure und die Zeitungsmacher in dieser Gesellschaft doch sagen müssen, als der dann dürre Lagerfeld in seinen eng anliegenden Hosen daherkam, in Hosen, die immerzu an den verblichenen Rudolf Nurejew in Dienstkleidung erinnerten: "Das ist so peinlich, dass man diesen Menschen KL nicht mehr bringen darf. Und wer sich so kleidet und so benimmt, der kann eigentlich auch keine Maßstäbe in Sachen Mode mehr setzen." Haben sie das gesagt? I wo. Berühmt bleibt berühmt, Quote bleibt Quote, und eitler Wahn bleibt schöner Wahn. Basta! Um es diesmal mit Gerhard Schröder zu sagen.