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Donnerstag, 17. September 2020

"Der Geruch von Zeitung kann süchtig machen." (Klaus Merten)

Wenn es sie bald nicht mehr gibt, die Zeitungen, was erforschen dann die Institute, die bisher die Zeitungen erforscht haben?

Und wer arbeitet das Persönliche in der Wissenschaft auf?

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"Wie war damals Ihr Verhältnis zu Winfried B. Lerg?

Er war persönlich wirklich schwierig. Vielleicht nur ein Beispiel. Ich sollte eine Seminararbeit schreiben über die Entstehung des Films. Ich wollte das eigentlich über ein Wochenende machen, kam aber durch einen Zufall nicht an meine Bücher. Mir war das furchtbar peinlich. Ich bin gleich Montag zu Lerg. Er saß da, streichelte seinen Boxer und sagte, tja, so ist das eben. Ich habe die Arbeit nachgeschrieben. 45 Seiten. Er hat mir am Ende des Semesters trotzdem keinen Schein gegeben. Als Hiwi habe ich die Arbeit später im Archiv gefunden. Durchgestrichen. Zu spät eingereicht, Punkt. Das hat mich sehr getroffen. Meine Kollegen haben mir gesagt, Lerg promoviere doch gerade und ich müsse ihn mit Herr Doktor anreden. In der nächsten Sprechstunde habe ich das gemacht. Er streichelte wieder seinen Boxer, gab mir einen eisigen Blick und sagte, Herr Professor Prakke und er seien der Ansicht, wenn ich kein Geld habe für ein Studium, dann solle ich es lassen. Er war am Vormittag durch die Doktorprüfung gefallen. Ich konnte das nicht wissen, weil ich von außen kam. Wir sind Opfer eines Missverständnisses geworden.

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Wissenschaft hat eine Kritikfunktion. Veröffentlicht am 21. April 2020. Kurz vor seinem 80. Geburtstag ist Klaus Merten gestorben. Aus diesem Anlass veröffentlicht BLexKom ein Interview, dass Maria Löblich und Michael Meyen am 8. März 2006 in Münster geführt haben.

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"Geboren am 31. Juli 1940 in Potsdam. 1959 Abitur in Duisburg. Studium an der TH Aachen (Elektrotechnik und Mathematik). 1963 Fachwechsel: Publizistik, Soziologie und Geschichte in Münster. 1967 Studentische Hilfskraft im Forschungsprojekt des Instituts für Publizistik über „Verbreitungsmuster des Gerüchts. Eine experimentelle Untersuchung zur Mundpublizistik“. 1971 Diplomprüfung in Soziologie. Titel der Diplomarbeit: Informationsüberlastung in politischen Systemen und Selektion durch Aufmerksamkeit. 1972 Verwaltung einer Assistentenstelle an der Fakultät für Soziologie in Bielefeld. 1975 Promotion bei Niklas Luhmann. Titel der Dissertation: Kommunikation. Eine Begriffs- und Prozessanalyse zu einem sozialwissenschaftlichen Grundbegriff (Merten 1977). Top Award der ICA. 1976/77 Lehrstuhlvertretung am Institut für Publizistik in Mainz, 1977 bis 1979 am Institut für Soziologie in Gießen. 1979 Professor für empirische Sozialforschung in Gießen, Direktor des Instituts für Soziologie von 1980 bis 1984. 1984 Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der angewandten Kommunikations- und Medienforschung in Münster. 1989 Gründung von COMDAT Medienforschung. Erster Preis der Thyssenstiftung für die Studie „Meinungsführer in der Mediengesellschaft“ (1990). 1990 Gastprofessur am Afrikanischen Zentrum für Journalistik der Universität Tunis. Mitbegründer des Fernstudieninstituts in Heidelberg (PR+plus). 2005 Emeritierung. Gestorben am 20. Februar 2020."

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Dienstag, 7. Januar 2020

"Er sagte zu BILD ..."

Von M. mir überliefert:

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Mal gesondert zu dem, was ich oben gelesen habe:

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Cyber200 #5 | Alles staatlich verordnete Trauerfeiern. Wer nicht trauert macht sich verdächtig! | Für Nahost-Experte Davis Lewin ist das eine ausgemachte Sache. Er sagte zu BILD: „Die Bevölkerung steht unter Zwang. Das Regime erwartet, dass man sich bei den Kundgebungen zeigt und es ist gefährlich, sich dagegen zu wehren.“

Sveti Yeti #5.1 | Den Einschätzungen des BILD-Experten würde ich auch stets vertrauen. | Antwort auf #5 von Cyber200 

Münsterlandborusse #5.2 | Aha, heißt also, dass 79 Millionen Iraner jetzt ins Gefängnis kommen? So ein Schwachsinnn. typisch Bild. | Antwort auf #5 von Cyber200

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A) Für manche Menschen ist "Niemals die BILD anschauen!" per se ein Ausweis ihrer hohen Intellektualität. Es gilt aber: BILD hat große Mittel und gute Verbindungen. Manchmal ist die BILD-Zeitung schneller und besser informiert als andere Zeitungen.

B) Ich bin, zugegeben, in der Sache Partei: Ich komme aus einer sozialen Schicht, in der BILD gelesen wird. "Meine Leute", die einfachen Leute, wissen dabei natürlich genau, dass nicht alles in BILD der Goldwaage standhält; aber sie mögen die manchmal witzigen, manchmal handfesten Formulierungen von BILD. Ich versuche mich da zu solidarisieren.

C) Viele Bürger, die die ZEIT lesen, sind meines Erachtens, ausweislich von Formulierungsfähigkeit, Rechtschreibung und Zeichensetzung, nicht gerade weit über dem BILD-Niveau. Um es mal versöhnlich auszudrücken. Oder um ins Studium zurückzuschauen: Da waren Kommilitonen, die weder ein größeres Wissen, noch Phantasie noch die Fähigkeit, etwas in geraden Sätzen auszudrücken, besessen haben, sich in einem ganz sicher: dass sie allein dadurch zur intellektuellen Oberschicht der Studierenden gehören, weil sie niemals die BILD-Zeitung lesen und auf diese schimpfen konnten.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Bernd Luckes erste Vorlesung

Also die erste Vorlesung in diesem Semester! Nicht die allererste ...

Da schreibt mir M. soeben per Mail das:

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Irgendwie fühle ich mich nicht mehr wohl in einer Republik, in der die Selbstverständlichkeiten baden gehen und die meisten Leute im Daueraufgeregtheit-Modus umhergehen und sich ihre Emotionen ständig von der Seele reden müssen. (zeit.de)

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Der Bezug ist offenbar das hier bei der ZEIT:

SEMESTERBEGINN. Ein Kommentar von Anna Mayr. Studierende haben Bernd Luckes erste Vorlesung an der Uni Hamburg gestört. Nun wird gestritten, ob das Protest oder Faschismus ist. Vielleicht ist es auch einfach gesund. 17. Oktober 2019 ...  21 Kommentare "Makroökonomik II" sollte die Vorlesung heißen, die Bernd Lucke, Mitbegründer der AfD, am Mittwoch gern an der Uni Hamburg gehalten hätte. Makroökonomie, da geht es um Wirtschaftskreisläufe, also quasi darum, was es für einen Investmentbanker in San Francisco bedeutet, wenn sich ein Kunde bei Aldi in Papendorf für die Biobananen entscheidet. Am Ende hängt ja immer alles zusammen, alles ist Kreislauf, Interaktion, Harmonie.


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Auch das noch: Ob das mit dem Investmentbanker in San Francisco und Aldi in Papendorf & Biobananen so hinkommt? Ich habe da so meine Zweifel.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Handke, radikal realistisch

Onkel Michael berichtet aus seinem Leben.

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Professor F., Literaturwissenschaftler. Seine Vorlesung zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Am Schluss auch zu ganz neuen Büchern. Er spricht über Handkes Kurzen Brief zum langen Abschied. Am Ende der Vorlesung dürfen Fragen gestellt werden.

Warum das und das nicht klar ausgedrückt sei, fragt ein Student. Ob Handke das wohl zu persönlich, zu peinlich gewesen sei?

Mein Gott, wie viele Jahre ist das her!  Der Onkel seufzt auf. 

Jemand, der beschreibt, wie der Held in der Badewann onaniert, dem sei so etwas bestimmt nicht peinlich, sagt Professor F. Ich zucke zusammen. Solche Sätze in einer Vorlesung an einer deutschen Universität kommen bestimmt nicht oft vor, überlege ich.

Jetzt habe ich endlich nachgeschlagen, nach so vielen Jahren. Kein Zweifel, da steht es! Genau so ...

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Ich ließ das Wasser herausrinnen, während ich noch sitzenblieb. Das Wasser floß sehr langsam ab, und als ich zurückgelehnt, mit geschlossenen Augen dasaß, kam es mir vor, wie wenn auch ich selber, mit den gemächlichen Rucken des Wassers, nach und nach kleiner wurde und mich schließlich auflöste. Erst als mir kalt wurde, weil ich ohne Wasser in der Wanne lag, spürte ich mich wieder und stand auf. Ich trocknete mich ab und schaute an meinem Körper hinunter. Ich ergriff mein Glied, zuerst mit dem Handtuch, dann mit der bloßen Hand, und fing, während ich so stand, zu onanieren an. Es dauerte sehr lange, und manchmal machte ich die Augen auf und schaute zu dem Milchglasfenster des Badezimmers hinüber, auf dem sich die Schatten der Birkenblätter auf und ab bewegten. Als der Samen endlich herauskam, knickte ich in den Knien ein. Dann wusch ich mich, duschte die Badewanne sauber und zog mich an.

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Dienstag, 11. Dezember 2018

Karl Barth

Notizbuch

Ein Podcast, Zeitzeichen, über K. B. Darin vieles, was ich nicht wusste. Vor allem zum "sehr privaten Karl Barth".

Das bürgerliche Igitt?

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... Oder wollte ich wissen, dass Karl Barth sich im hohen Alter unglücklich in eine Krankenschwester verliebte (413 f.), dass Charlotte von Kirschbaum ein Alkoholproblem hatte (670) oder es zwischen ihr und Nelly Barth mitunter Ohrfeigen setzte (669)? Möchte ich wissen, dass Nelly Barth im Haushalt ein unerbittliches Regiment führte (721 u. ö.)? Muss ich es wissen? Eberhard Busch beteuert im Vorwort, es gäbe in seinen »Notizen Manches, was ungedruckt bleiben darf«, ansonsten aber bedürfe es »von Seiten der Leser eines verständnisvollen Großmuts«. Bin ich kleinmütig, dass ich Barths psychoide Einlassungen über seine »vier Frauen« (418 f. 664 ff. u. ö.) nicht in einem doch eigentlich theologisch angelegten (Tage-)Buch erwarte? Die Erlebnis- und Erfahrungsschilderungen zu Rösy Münger (»Er weinte und sprach von ›Rösy‹, von seiner ersten Liebe, von der unversiegten, unverloschenen Liebe zu ihr …« [228]), Nelly Barth (»Er habe sie wohl zu schnell und überstürzt geheiratet« [45]), Charlotte von Kirschbaum (»Ich bin verzehrt von dem, was ich tags und nachts mit Karl zu arbeiten hatte« [21.670]) oder jener Anonyma (»Noch nie sei er im Leben so verliebt gewesen« [413]) entfalten über 760 Seiten eine atemberaubende Dynamik. Barth selbst schimpft sich immer wieder einen »Esel« (322 u. ö.) oder einen senex loquax (162 u. ö.). Er kann tief verzweifelt sein und in Tränen ausbrechen, er kann dem eine theologische Grammatik verleihen und von der Hölle träumen, die »in eiskalter Landschaft eine unendliche Leere« ist und »mittendrin ein unendlich einsamer Mensch«. Und er sagt zu sich selbst: »Das droht dir!« (thlz.com)

Oktober/2011 - Busch, Eberhard: Meine Zeit mit Karl Barth. Tagebuch 1965–1968. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011.

Rezensent: Reiner Marquard

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Das "Oder wollte ich wissen..." legt nahe, dass der Rezensent Marquard das nicht wissen wollte. Aber dann wird es doch gelegentlich auch bei ihm anrührend. Alles in allem -- ein Bericht zu dem viel zu wenig behandelten Zusammenhang zwischen öffentlicher und privater und, ja: intimer Person, die Menschen immer zugleich sind.

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Nachtrag: Und kaum wird man fündig, geht es immer weiter! Da gibt es also sogar einen Roman über Karl Barth!

Klaas Huizing: Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum. Tübingen: Klöpfer & Meyer. (Rezension: saarbruecker-zeitung.de)

Freitag, 13. Juli 2018

Kultstatus

Darauf kommt's an! Hochintelligent zu wirken! Wie macht man das nur, dass man so wirkt? Sprechpausen an unpassenden Stellen vielleicht? Seminare mit Kultstatus! Menschenskind!

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Wer Avital Ronell erlebt, bekommt eine Vorstellung davon, was mit dieser Beschreibung gemeint sein könnte. Ronell ist eine zierliche Frau, oft tritt sie mit Sonnenbrille und Tüchern im kurzen, dunklen Haar auf. Sie wirkt schräg, irgendwie fragil, zugleich hochintelligent. Vor ihrem akademischen Leben war sie Performancekünstlerin. Ihr mitunter frivoles Auftreten sticht heraus aus dem üblichen Hochschulbetrieb, sie pflegt einen unkonventionellen Umgang mit Studierenden, flucht auch mal in ihren Seminaren. Auf manche mag das einschüchternd wirken, andere scharen sich wie Jünger um sie. Ronell gilt als zentrale Theoretikerin des Dekonstruktivismus, sie hat in Princeton und bei Jacques Derrida in Paris studiert. (sueddeutsche.de)

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Aber auch eben:

12. Juli 2018. Avital Ronell. Linke Intellektuelle unter "Me Too"-Verdacht. Avital Ronells Seminare haben Kultstatus - auf Youtube gibt es zahlreiche Videos. Gegen die US-Professorin Avital Ronell läuft ein Verfahren wegen möglichen sexualisierten Machtmissbrauchs - und lässt ihre konservativen Gegner jubilieren. Von Karin Janker

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Sonntag, 20. Mai 2018

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Notizbuch. Hochschule und Privatwirtschaft.

HOCHSCHULRANKING : OMA, ICH WEISS JETZT, WAS ICH NACH DEM ABI WILL SEMESTERBEGINN Von Sabine Hockling 8. Mai 2018 | 19 Kommentare | Irgendwas mit … Medien? Technik? Das neue Hochschulranking von ZEIT ONLINE und CHE hilft, Uni und Traumort zu finden. Damit Mama, Papa und Oma endlich zufrieden sind. (zeit.de)

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Darf ich einmal eine Anmerkung zur Geschäftsordnung machen? 

"Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) wurde 1994 von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz als gemeinnützige GmbH gegründet."

Das CHE sollte sich einfach nicht immer so aufspielen! Warum wurde und wird eine privatrechtliche Propagandainstitution ("Wir tun Gutes, und bitte beachten Sie, dass das nur dank Bertelsmann und Random House möglich ist!“) auf diese Weise mit den offiziellen Belangen der Universitäten verkuppelt? (Dem Duden hat man seinerzeit vorgeworfen,er maße sich gleichsam öffentliche Rechte an. Und der Duden hat sich nicht alle naselang in die öffentlichen Belange eingemischt.)

Dienstag, 8. Mai 2018

Heidegger

<Herausgenommen.>

Freitag, 27. April 2018

Ha, Bielefeld!

Die Universität Bielefeld in Gestalt ihrer Studentenvertreter und für Studentenvertreterinnen möchte zeigen, dass es entgegen anderslautender Gerüchte Bielefeld doch gibt!

"27. April 2018 || Workshop zu Masturbation > ... - Studentinnen der Uni Bielefeld lernen, wie man selbst Hand anlegt ...  Die Studentenvertretung der Uni Bielefeld bietet einen Workshop an, in dem Frauen Tricks lernen sollen, wie man sich selbst befriedigt. Nicht alle finden das gut." (rp-online. de

Hier sind wir natürlich im Zweifel, wie es sich oft bei Schulaufsätzen ergibt, worauf sich nun die Pronominalerung „das“ bezieht. Finden manche es nicht gut, dass das Thema behandelt wird? Oder finden manche Masturbation an sich nicht gut? Oder sind sie gegen Tricks? Wenn ich noch ein bisschen nachdenke, komme ich auch noch auf andere Fragen. Aber ich denke, es reicht im Moment.

Die Sache selbst, dieses Thema, gehört mit Sicherheit zu dem großen Themenbereich: Wie mache ich mich in drei Teufelsnamen und mit allen Mitteln bekannt? Der oder die Asta-Vorsitzende wird wahrscheinlich nach dem Studium eine Werbeagentur gründen, und diese Aktion als Referenzpunkt in ihre USPs einbringen.

Donnerstag, 5. April 2018

Wissenschaftler

Ich suche nach einem Wissenschaftler, Professor gar, den ich einstens gekannt und dann aus den Augen verloren habe. Natürlich taucht der Name recht oft auf. Aber -- nirgendwo ein Bild des Mannes! Nicht die Spur.

Zwei Fragen:
  • Wie schafft man das, heute, im Internetzeitalter, als Person so unsichtbar zu bleiben?
  • Ist das gut, wenn es kein Foto des Menschen gibt, dafür aber jede Menge Coverbilder seiner Bücher?

Montag, 13. November 2017

Helene Stöcker

Heute erinnert Google sehr farbig an Helene Stöcker.



Die Wikipedia teilt u. a. mit:

"1896 nahm Helene Stöcker an der Universität Berlin ihr Studium der Literaturgeschichte, Philosophie und Nationalökonomie auf. Zu der Zeit waren Frauen an deutschen Universitäten nur als Gasthörerinnen und auf persönliche Erlaubnis durch den Dozenten zugelassen. Ein Studienabschluss war den studierenden Frauen nicht möglich. Stöcker hörte Vorlesungen unter anderem bei Erich Schmidt und Wilhelm Dilthey. Sie gehörte zu jenen Studenten Diltheys, die bei seinen Schleiermacher-Studien mitarbeiteten. Andere Professoren machten von ihrem Recht Gebrauch, Frauen in ihren Veranstaltungen zu verbieten. So untersagte ihr der Mediävist Karl Weinhold, seine Vorlesungen zu besuchen. Von dem Historiker Heinrich von Treitschke erzählt sie später, er habe auf ihre Bitte, seine Vorlesungen hören zu dürfen, geantwortet: „Die deutschen Universitäten sind seit einem halben Jahrtausend für Männer bestimmt, und ich will nicht helfen, sie zu zerstören.“"

Man darf nie vergessen: Männer wie Treitschke waren von dem, was sie sagten, sicherlich zutiefst überzeugt. Was macht man da? Platon und die Slaven, Luther und die Juden und Bauern, Kant und seine 'Negers' und viele, viele andere und die Frauen. Waren das alles Männer-Deppen? Und was wird man in der Zukunft von unserer Zeit sagen? Haben wir keine Negers mehr?

Freitag, 6. Oktober 2017

Die Wikipedia als "Quelle"

Von einer Wikipedia-Diskussionsseite, von mir eben hinzugefügt:

"Eine Reihe Akademiker haben Wikipedia kritisiert, weil diese als verlässliche Quelle versage. In manchen Schulen und Universitäten darf Wikipedia zum Verfassen von Hausarbeiten nicht als Quelle verwendet werden."

Der Satz ist sehr unscharf und damit auch missverständlich. Ich muss gelegentlich auch sagen, wie ich es in Seminararbeiten usw. mit der WP halte. Mein Statement: Ich will die WP in akademischen Arbeiten nicht sehen, es sei denn quasi-metasprachlich, also wenn jemand z. B. darauf hinweist, dass eine falsche Definition im Buch X, auf S. Y, sogar in die WP übesrnommen worden ist. Sowas halt. Hinzugefügt habe ich immer: Ich sei nicht weltfremd. Jeder informiert sich normalerweise für die erste Übersicht, wenn es schnell gehen soll, über die WP, und dagegen sei natürlich gar nichts zu sagen. Aber: In der Forschung soll man sich mit der "echten Forschungsliteratur" auseinandersetzen, nicht mit den wohlfeilen Zusammenfassungen, die aus der Forschungsliteratur zusammengekocht werden. Aus diesem Grund will ich auch keine "Einführungen in..." und keine Fachwörterbücher als Beleg in wissenschaftlichen Arbeiten sehen. (Ausnahmen wie eben beschrieben.) -- Ich weiß, da gehen in den Fächern und Commmunities und auch innerhalb der Fächer die Meinungen auseinander. Ich bleibe dabei: Die WP, Einführungen und Fachwörterbücher als Belege für irgendwas in wissenschaftlichen Arbeiten verweisen rein formal auf Dünnbrettbohrerei.

Dienstag, 18. Juli 2017

"Der Anwalt behauptete ..." (über Rezensionen)

Für's Notizbuch:

Im April 2014 veröffentlichte der Altphilologe Thomas Schirren, Professor an der Universität Salzburg, eine Rezension im „Arbitrium“. Die im Berliner Großverlag De Gruyter erscheinende germanistische Fachzeitschrift ist ein Spezialorgan, das ausschließlich Rezensionen enthält. Schirren besprach die unter dem Titel „Antike und Moderne. Friedrich Schlegels Poetik, Philosophie und Lebenskunst“ im gleichen Verlag veröffentlichte Doktorarbeit von Dorit Messlin, die am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt forscht. Die ausführliche, fünf Druckseiten umfassende und mit vierzehn Fußnoten belegte Besprechung ist im Tenor kritisch: Der Rezensent weist der Autorin elementare methodische Versäumnisse nach und stellt fest, dass ihr philosophisches Vermögen „den gewählten Gegenständen kaum gewachsen“ sei. Gleichwohl zieht Schirren ausdrücklich ein gemischtes Resümee. Messlin stelle immer wieder originelle Zusammenhänge her, die geeignet seien, den romantischen Umgang mit der Antike zu erhellen. Die Ursache von Unzulänglichkeiten sieht der Rezensent nur zum Teil bei der Autorin. Ihre Betreuer hätten die anspruchsvolle Arbeit thematisch begrenzen müssen. || Knapp drei Jahre nach Veröffentlichung dieser Rezension erhielt Schirren Post von Messlins Rechtsanwalt. Er erklärte, seine Mandantin werde durch die Rezension in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Schirren solle verschiedene Passagen löschen. | | Der Anwalt behauptete, es widerspreche universitären Grundsätzen, „dass ein Universitätsprofessor ein begabtes und hoffnungsvolles Nachwuchs-Talent in dieser Art und Weise öffentlich an den Pranger stellt“. Eine Regel, dass Professoren nicht über Anfängerarbeiten urteilen, gibt es allerdings nicht. Die Besprechung eines etablierten Wissenschaftlers ist im Gegenteil gerade wünschenswert und signalisiert, das Werk sei beachtenswert. Wissenschaft erfordert Auseinandersetzung, und Schirren hatte seine Rezension nur auf Messlins Werk, keineswegs auf ihre Person oder andere sachfremde Erwägungen gestützt. Zudem hätte es universitären Grundsätzen entsprochen, wenn sich Messlin zunächst bei der Zeitschrift gemeldet hätte, statt einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der dem Rezensenten auch noch schrieb, er werde seiner Mandantin strafrechtliche Schritte empfehlen. Welche das sein sollen, wird aus dem Schreiben nicht deutlich. (faz.net)

Mittwoch, 5. Juli 2017

Probleme an Universitäten

Die Uni Würzburg hat wohl gleich zwei extrem selbstherrliche Professoren hervorgebracht:

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Lothar Bossle: "1981 wurde Bossle Präsident des privaten Instituts für Demokratieforschung in Würzburg, das als „Doktorfabrik“ bekannt wurde. Der bayerische Landtag beschäftigte sich deshalb mehrfach mit dem „Fall Bossle“. ... Es folgte eine Gastprofessur an der Technischen Universität Dresden. Bestrebungen, ihn dorthin zu berufen, zerschlugen sich 1991: Er ist 'in unserem Fach ohne Ansehen', schrieb mit ungewohnter Schärfe der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Professor Bernhard Schäfers, im Februar dem sächsischen Kultusminister Hans Joachim Meyer. (Wikipedia)

Eine Besonderheit, das Beispiel für die Martenstein-These: "Die Berufung - das war die Berufung eines neu habilitierten Professors, der seine akademische Karriere politischer Protektion verdankt. Und den die ganze Universität, mit Ausnahme eines ehemaligen Wehrmachtspsychologen namens Wilhelm Arnold, nicht wollte. Vergebens. Franz Josef Strauß hatte entschieden: „Dieser Mann würde jeder bayerischen Universität zur Zierde gereichen. | Die Zierde, Lothar Bossle, war Juso-Vorsitzender und führender SDS-Funktionär, bevor er sich zur CDU bekehrte. 1972 gründete er rechtsaußen eine „Aktion der Mitte", die mit Industrie-Millionen in Wahlzeitungen und großen Zeitungsanzeigen Schlammschlachten („ein Sozialismus, der von 1933 bis 1945, war genug") gegen die sozial-liberale Koalition führte." (sprache-werner.info)

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Gundolf Keil "Wer sich mit diesem Fall befasst, dem begegnet eine grotesk verkommene Wissenschaftswelt. Es gibt dort Eitelkeit und Missgunst, Ruhmsucht und Denunziation. Es geht um den Verdacht auf gekaufte Doktortitel, um einen windigen Promotionsvermittler und merkwürdige Spenden, um angeblich gefälschte Beweise und anonyme Hinweisgeber. Und es geht um einen Mann, der sein Leben der Wissenschaft gewidmet hat und am Ende an ihr zerbrochen ist." (zeit.de)

Freitag, 24. März 2017

Geheimnisse der Bibliotheken

Eigentlich bei der Universität Erlangen gesucht. Aber dann das. Auch recht und richtig.

Gattung/Form:Kammerliberale || Physisches Format Online version: || Müller, Hildegard. || Liberale Presse im badischen Vormärz. || Heidelberg : C. Winter, 1986 || (OCoLC)741383877 || Name: Karl Mathy; Mathy; Karl Mathy; Karl Mathy; Karl Mathy || Medientyp: Internetquelle || Dokumenttyp: Buch, Internet-Ressource || Alle Autoren: Hildegard Müller || Weitere Informationen zu: Suchen || ISBN: 3533038394 9783533038399 3533038386 9783533038382 || OCLC-Nummer: 21593074 || Anmerkungen: Originally presented as the author's thesis (doctoral) -- Universität Tübingen, 1984. || Beschreibung: 393 pages ; 22 cm || Verfasserangabe: Hildegard Müller.

Freitag, 13. Januar 2017

Die Sehnsucht nach akademsichen Weihen ...

... in Deutschland ist alt!

"Seit etwa 1875 führte Karl May einen Doktorgrad, ohne je promoviert oder auch nur eine Universität besucht zu haben. Dieser Grad wurde auch in Autorenverzeichnisse und ab 1888 sogar im Kötzschenbrodaer Melderegister aufgenommen. 1898 fehlte plötzlich der Doktorgrad im „Adreßbuch für Dresden und seine Vororte“; May bat um Korrektur und wurde mit der Frage nach einem Nachweis konfrontiert. Er erklärte, die Universität Rouen habe ihm den Grad verliehen. Außerdem habe er eine wenigstens gleichwertige chinesische Würde. Dennoch wurde ihm das Führen des Grads untersagt. May ließ die Sache mit dem Adressbuch auf sich beruhen, führte privat aber den Titel weiter. Im Herbst 1902 kümmerte sich vermutlich seine spätere Ehefrau Klara Plöhn wieder um die Angelegenheit, und May erhielt eine aufwendig gestaltete Urkunde – datiert vom 9. Dezember 1902 – über eine Ehrendoktorwürde der Deutsch-Amerikanischen Universität in Chicago für das Werk Im Reiche des silbernen Löwen. Am 14. März 1903 beantragte May, da er wieder heiraten wollte, die (beschleunigte) Prüfung und lobte die ausstellende Hochschule, sie ziehe „aus Deutschland Lehrkräfte allerersten Ranges“ an. Schon vier Tage später wurde nach Prüfung die Führung eines Doktorgrads aufgrund dieser Urkunde abgelehnt, denn es handelte sich – wie May wenig später selbst recherchierte – bei der angeblichen Universität nur um eine Titelmühle. Damit war der Titel wertlos. May verteidigte 1904 seinen Doktorgrad in den Offenen Briefen an den „Dresdner Anzeiger“ zwar noch, gab das Führen aber dann auf." (Wikipedia > Schriftstellerei)

Montag, 19. Dezember 2016

Denken hinter vorgehaltener Hand?


Aus dem Rückentext eines gerade erschienen Buches*:

"Über Studenten wird gerne geredet. Nicht immer positiv. Da passt den Hochschullehrern dieses oder jenes nicht. Sind die Vorwürfe berechtigt? In diesem Buch kommen Studenten von heute selbst zu Wort und erklären, warum sie so sind, wie sie sind. Die Texte entstanden als Reaktion auf ein Buch der Hochschuldozentin und Journalistin Christiane Florin, das den Titel trug: „Warum unsere Studenten so angepasst sind“ (2014). Die Autorin hatte ausgesprochen, was die Lehrenden an den deutschen Universitäten nur hinter vorgehaltener Hand zu denken wagten: Die Verwunderung darüber, dass die heutigen Studierenden anders sind als sie selbst. Und anders meint hier nicht unbedingt: besser."

Dafür, also für dieses Buch, mache ich jetzt erst mal ein wenig Werbung!

Und dann schließe ich ein kurzes Privatissimum an und denke 10 Minuten lang über die Frage nach, ob dieser Satz einfach etwas zu schnell und darum nachlässig oder im Gegenteil nach längerem Grübeln brillant formuliert ist: "Die Autorin hatte ausgesprochen, was die Lehrenden an den deutschen Universitäten nur hinter vorgehaltener Hand zu denken wagten: ..." Reden hinter vorgehaltener Hand, ok. Das ist ja inzwischen vor allem bei den Fußballprofis und Fußballtrainern in Anwesenheit von Fernsehkameras groß in Mode. Aber Denken hinter vorgehaltener Hand? Noch 9 Minuten ...

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* Volker Ladenthin / Mario Leis (Hgg.): Warum Studenten so sind, wie sie sind. Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft Dr. Thomas Schirrmacher.

Freitag, 9. September 2016

Suhrkamp Verlag, neu: die Orgasmus-GmbH

So sieht's aus! Das muss man -- nun ja, nicht gelesen haben. Man muss drüber gelacht haben, um in zu sein.

"Peter Sloterdijk | Rätsel des weiblichen Orgasmus endlich gelöst | Der weibliche Orgasmus bleibt ein Rätsel – vor allem für Männer. Nun nimmt sich ausgerechnet Peter Sloterdijk das Thema vor. Über das schwierige Verhältnis zwischen Philosophie und Pornografie. | Ach, Karlsruhe. Dort müsste man einmal Silvester feiern. Denn dort geht's offenbar ab, so richtig. "Ist es ein Zufall, wenn in den Ausrufen von Zuschauern bei Feuerwerken dieselben Vokale überwiegen, mit denen sich libidinöse Gipfel anzeigen?" Oh ja, oh là, là, beziehungsweise: natürlich nicht! | Zufällig ist nichts in einer Welt, die schon in ihren anorganischen Anfängen von Geist durchdrungen ist. Gerade in Karlsruhe nicht, wo Peter Sloterdijk lebt und auch ein großer Teil seines Romans spielt, der nun bei Suhrkamp erscheint." (n24.de)

Ach ja, der gute alte Suhrkamp Verlag. Und dann erst der neue Suhrkamp Verlag! Der mit dem weiblichen Orgasmus. Fasss-zi-nieee-rend!

Sonntag, 20. Dezember 2015

West Point vs. Harvard

Just found: 

"America's Best College ||| 06.08.2009 - How West Point beats the Ivy League. ... The Gates roster includes four Yale grads, one from Harvard and none from Princeton. “ ... College senior Raymond Vetter gets up at dawn to fit in a run or a workout. Then, hair shorn neatly and pants pressed, he marches into breakfast, where he sits in an assigned seat. After six hours of instruction in such subjects as Japanese literature and systems engineering, two hours of intramural sports and another family-style meal with underclassmen, Vetter rushes to return to his room by the 11:30 p.m. curfew. | Most college students, we think, do not march to meals. A goodly number of them drink into the wee hours, duck morning classes and fail to hit the gym with any regularity. But Vetter, 21, is a cadet at the U.S. Military Academy in West Point, N.Y., where college life is a bit different." (Forbes)/

Montag, 16. März 2015

Was, bitte, ist heute ein 'Orchideenfach'?

Früher, als ich studiert habe, waren Orchideenfächer so was wie Asyrologie oder die kleinen Sprachen wie Baskisch oder Gälisch. Literaturwissenschaft war ein Großfach, quer durch die Philologie, nicht nur wegen der Deutsch-, Englisch- und Französischlehrer. Gestandene ältere und auch jüngere Herren nannten sich stolz "Professor für Literaturwissenschaft" und machten sich viele Gedanken, wie man Rilkes nun wirklich schwer zu verstehenden Grabspruch zu verstehen habe. Und was lese ich heute, eher zufällig?

"Schade, dass Literaturwissenschaft anscheinend unsexy ist. Auch wenn das nur ein seltsamer, unbedeutender Typ sagt, der selbst ziemlich unsexy ist. Es mag ein Orchideenfach sein, doch warum betrachtet man davon nur die negativen Aspekte?" (Melina Brüggemann, Was es heißt, ein Orchideenfach zu studieren.  unikatmuc.de)

Also, wenn mich da ein Jurist auf einer Party anmachen würde, weil ich Literaturwissenschaft studiere, ich würde sehr kühl kontern: "Ich tue was für mich und die Ewigkeit, und du, Juristendödel, tust was für's Geld und den Tag!" Und vielleicht würde ich noch hinzufügen: "Ich erwarte aber nicht, dass du das verstehst. Du studierst ja schließlich so ein komisches Nützlichkeitsfach und nicht Literaturwissenschaft."