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Sonntag, 5. Dezember 2021

"Die Gedanken sind frei". Oder doch nicht?


"Il testo contiene diversi test molto complicati che il lettore deve fare."

Ich weiß nicht mehr, warum mir heute morgen das Wort il pensiero in den Sinn kommt. Ich möchte ein wenig Kontext finden und finde unter anderem das da unten. So könnte doch ein moderner Roman beginnen! Mit diesen Fragmenten.

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Devo avvertirti ... il pensiero d'innamorarmi mi terrorizza. 

Ich muss dich warnen ... der Gedanke, mich zu verlieben, erschreckt mich. 

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Un pensiero semplice che cambia ogni cosa. 

Ein einfacher, kleiner Gedanke, der alles verändert. 

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È meglio non mostrare il nostro pensiero. 

Es ist das Beste, sie nicht wissen zu lassen, was wir denken.

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Freitag, 13. August 2021

Ehrenmord und Femizid und ...

 

"Es muss doch zu schaffen sein, über beides zu sprechen – ohne eins davon relativieren zu wollen: über Morde zur Reparatur einer vermeintlichen Familienehre und Morde aus Kränkung und Besitzdenken – und ihre gemeinsame Wurzel in einer patriarchalen Kultur, die eben keineswegs auf die Türkei oder Afghanistan beschränkt ist, sondern sich auch in deutschen Familien findet." (zeit.de)

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In der ZEIT über Ehrenmord und Femizid. Man müsse also beides analysieren und beachten. Merkwürdigerweise wird nicht gesagt, dass die Zusammenhänge viel, viel komplexer sein können und sind. Wenn wir schon nicht einmal mehr die Unterscheidung 'Mann' - 'Frau' ohne 50 Übergangsformen hinnehmen, wieso sollten wir dann hier mit einer Zweiteilung zufrieden sein? Der junge Mann in Österreich, der seine Ex-Freundin, deren neuen Freund, die Eltern der Ex und noch den Bruder erschossen hat, er hat gesagt, er habe während der ganzen Zeit, in der er die Menschen erschossen hat, nur geweint ...

Zumindest sollte man also, in immer weiteren Übergängen, zu der Tradition des Ehrenmords und den einfachen Hass im Femizid noch die psychischen Ausnahmekonstellationen aufnehmen, die einen bis dahin normalen unbescholtenen jungen Mann dazu bringen, fünf Menschen zu ermorden. Was kann im menschlichen – im männlichen Gehirn alles geschehen?

Sonntag, 13. September 2020

Firenze mi sorride

 

Trovato:

Un raggio di sole ambrato
attraversa i vetri del treno
il panorama mi dice
che sto giungendo da te
e già la fantasia vaga
t’immagino...
bellissima
e magica come sempre
Lo stesso guizzo di luce
ora gioca
con le acque cerulee
del tuo fiume
incanto e gioia
nel mio cuore
Firenze mi sorride
scanzonata e maliziosa
ed io le dono
il mio gioir dell’anima
-
Patrizia S

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Ein Bernstein-Sonnenstrahl
durch die Fenster des Zuges.
Der Blick sagt mir:
Ich bin auf dem Weg zu dir.
Und schon die vage Phantasie
Ich sehe dich vor mir ...
Wunderschön.
Und magisch wie immer.
Der gleiche Lichtblitz 
spielt jetzt
mit den bläulichen Gewässern
deines Flusses.
Verzauberung und Freude
in meinem Herzen.
Florenz lächelt mich an.
Sorglos und maliziös.
Und ich schenke ihm
meine Seelenfreude.

Montag, 7. September 2020

Die Spannweite ...

... menschlicher Empfindungen und Handlungen ...

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Rosalie Bolin says Oscar Ray Bolin is the love of her life, despite the fact that he is a convicted killer on death row.

"It's a love that I never experienced before," Rosalie recently told ABC News' "20/20."

Oscar Ray Bolin was convicted of the 1986 murders of three women, 25-year-old Natalie Blanche Holley, 26-year-old Teri Lynn Matthews and 17-year-old Stephanie Collins. Though Oscar is awaiting execution at Florida State Prison's death row for two of the three murder convictions, Rosalie said she strongly believes Bolin is innocent.

"I never, never, ever thought for a second that he was guilty of those three murders," she said.

...

1995: Rosalie and Oscar First Meet

In 1995, Rosalie was married to a prominent Tampa attorney and they had four daughters. But despite her family's wealth and success, something was missing, Rosalie said.

"I wanted to break out. I wanted to be loved like I've never been loved before, passion, someone to put me on an emotional pedestal, not with material things," Rosalie told "20/20" in an interview that first aired in November 1996.

Rosalie and Oscar met when she was working in the public defender's office in Hillsborough County and was assigned to his case. Looking through the evidence, she said she became convinced he was innocent, and after working together closely for two years, they fell in love.


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Dienstag, 4. Februar 2020

Abelards Kastration

Vor ein paar Tagen einen Podcast, ZeitZeichen*, gehört, über Abelard und Heloise. Heute auf einmal die Frage, wie man das mit der Kastration sich vorzustellen hat. Auch hier wird man in den Weiten des Internets schnell fündig.

Warum ist Abelard da nicht verblutet? Antwort: Es gab da Technik und Erfahrungen. Man musste vorher, was man tun würde.

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Das im wahrsten Sinne des Wortes einschneidendste Ereignis** im Leben des Philosophen war seine gewaltsame Kastration durch Mitglieder der Familie Fulberts. Die Schnittverletzung, die zum Verlust der Testikeln und der Zeugungsfähigkeit führte, hinterließ zwar bei Abaelard ein erhebliches psychisches Trauma, welches erst nach Jahren qualvoller Selbstvorwürfe einigermaßen sublimiert und aufgelöst wurde, stellte per se jedoch nur eine relativ geringfügige Verletzung dar. Den Vorgang der Kastration, die in der bäuerlich geprägten Gesellschaft des Frühmittelalters an Haus- und Nutztieren häufig praktiziert wurde, hat man sich folgendermaßen vorzustellen: Während mindestens zwei Helfer den Körper des sich wehrenden Opfers niederdrückten und festhielten, umschnürte ein weiterer mit einer dünnen und scharf schneidenden Darmsaite oder einem dünnen, reißfesten Zwirn den Hodensack des Betroffenen unter kompletter Drosselung der Blutversorgung ab und durchtrennte anschließend das Organ distal der Ligatur mit einem schnellen Messerschlag. Dabei wurden die Samenleiter - ductus deferentes - und die zu- und abführenden Blutgefässe und Nerven durchtrennt. Wegen der Ringligatur war die offene Wundfläche nur relativ gering. Der Vorgang dauerte nur einige Sekunden und dürfte wegen der durch das Abschnüren eingetretenen Anästhesie nur wenig schmerzhaft gewesen sein. Wegen der Ligatur kam es auch zu keinem nennenswerten Blutverlust. Falls die Wunde per primam intentionem, d.h. steril und ohne Wundinfektion, abheilte, fiel nach einigen Tagen die Ligatur von selbst ab, und es entstand eine trichterförmige, insgesamt nur wenig entstellende Narbe. Der Penis einschließlich der darin liegenden Harnröhre wurde bei dem Eingriff weitgehend verschont, so dass auch künftig die Harnkontinenz und eine ungestörte Miktion gewährleistet waren. Die notwendige Mindestzahl von drei Helfern - zwei haltende und ein schneidender - wird übrigens in einem anonymen Gedicht aus dem Kloster Fleury an der Loire, welches von einem Zeitgenossen Abaelards stammt und sich mit dem Schicksal des Philosophen beschäftigte, ausdrücklich bestätigt: "Drei Schurken haben sich verabredet: Stürzen wir auf den einen, packen wir ihn und schnüren wir ihn mit dem dreifach gekordelten Strick..." Abaelard selbst hat bestätigt, dass ihm nach dem Attentat weniger das Ausmaß der körperlichen Verwundung als die Scham darüber schwer zu schaffen gemacht habe: "Ich litt mehr am Mitleid als an der Wunde, fühlte mehr die Scham als meine Versehrtheit, war mehr bedrückt von der Schande als vom Schmerz..." Selbst die Kastration von Menschen war zur damaligen Zeit durchaus nichts Ungewöhnliches. Offensichtlich kam es mitunter nach dem Vorbild von frommen Männern wie Origenes zur Selbstkastration von religiösen Fanatikern. Das kanonische Recht enthielt genaue Regeln, wie mit solchen Personen zu verfahren sei. Die Kastration war auch fester Bestandteil der Sippenrache: Wenn ein Mädchen unehrenhaft entjungfert oder geschwängert worden war, drohte dem Delinquenten seitens der Familie des Mädchens eine entsprechende Strafe nach dem Talionsrecht. Eine derartige Selbstjustiz war in der Krondomäne allerdings weder durch das kanonische, noch durch das weltliche Recht abgedeckt. Deshalb drohte den Tätern in einem solchen Fall eine nicht minder schwere Strafe. Im oben genannten Gedicht aus dem Kloster Fleury ist - als einziger Quelle - auch die Rede davon, dass in Abaelards Heimat Graf Matthias von Nantes, der Sohn Hoëls, des Herzogs der Bretagne, und der jüngere Bruder des Nachfolgers Alain Fergent, vor seinem gewaltsamen Tode um 1103/1104 kastriert worden war.  Im Falle Abaelards wurden zwei der gefassten Täter - einer davon sein verräterischer Diener - geblendet und ebenfalls kastriert. Der dritte konnte entwischen. (abaelard.de)

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Die Stelle ist mit reichlich Fußnoten versehen (die ich hier weggenommen habe). Auch an Bildern fehlt es nicht.

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* Héloïse, Äbtissin (Todesjahr 1164). WDR ZeitZeichen, 26.12.2019 14:53 Min. (Online)

** Und wenn noch eine kleine Stilkritik erlaubt ist: "Das im wahrsten Sinne des Wortes einschneidendste Ereignis im Leben des Philosophen" -- diese Formulierung ist wirklich nicht gut. Weil ? Nun ja, überexplizit aus Freude an der Darstellung des Selbstverständlichen. Irgend so etwas.

Sonntag, 22. September 2019

Destroying all life on earth

Welche Filme über das Ende der welt gibt es?
Which films about the end of the world are there?

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Hier ist einer!

In New York City, a news report is broadcast informing the world that a mission to stop an incoming 70-mile wide asteroid known as "Matilda" has failed and that the asteroid will make impact in three weeks, destroying all life on Earth. Dodge Petersen (Steve Carell) and his wife, Linda (Nancy Carell), listen to the broadcast from the side of the road. When Dodge expresses disinterest, Linda disgustedly leaves the vehicle without a word. At home, Dodge reminisces about his high school sweetheart, Olivia, when he notices his neighbor Penny (Keira Knightley) crying on the fire escape. She has just broken up with her boyfriend Owen (Adam Brody) for making her miss her last opportunity to see her family in England. ...

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Dienstag, 19. März 2019

Karina Mroß (56)

Notizbuch

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Auch BUNTE wusste längst, dass es um die Ehe des früheren ZDF-„Wetten, dass..?“- Moderators (bis 2011) nicht besonders gut bestellt war – und dass es in seinem Leben schon längere Zeit (heimlich) eine neue Frau gab. Karina Mroß (56), mächtige Controllerin beim TV-Sender SWR in Baden-Baden. Bislang unverheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter, herzlich, sympathisch und überaus attraktiv. Auf den ersten Blick ähnelt die große, schlanke Blondine sogar Thea Gottschalk. Die ganze Geschichte mit vielen weiteren Fotos lest ihr in der neuen BUNTE 13/19 (ab Donnerstag im Handel).

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Ja nun -- überaus attraktiv! Mächtig auch noch! Wobei -- da denke ich immer an Doris Heinze. "In der Branche galt Heinze als mächtig und einflussreich." Aber das ist ja wohl jetzt was anderes. Oder? Oder verschafft Frau Mroß dem Gottschalk ... Aber nein, daran wollen wir nicht mal denken!

Wobei -- attraktiv? Es gilt halt immer: "Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt ..." Und auch: "Die Jungan san oid worn / Und die Oiden san gsturm / Huidiei jodleiri Huidiridi!"*

Und so richtig mitgehalten mit der Konkurrenz hat der Thomas dann auch wieder nicht.

"... Diesmal mit seiner 38 Jahre jüngeren Freundin Hendrikje!"

"... Als Simone Rethel ihren 'Jopie' 1992 am Starnberger See heiratete, war sie 42, er 88."

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* Na gut, das ist wirklich ein anderes Thema!

Brigitta Meyer, vor 4 Jahren: "Mein absolutes Lieblingslied! Heulen könnt ich sooooo schön ist es ... und macht mich immer wieder nachdenklich!"

Eni, vor 1 Jahr: "i heul a fast immer, so...!"

...

Unit312J, vor 10 Monaten: "agreed.....mine too and I can only make out some of the words because the dialect...but it just takes me back to Austria every time, which is where I want to be!"

Donnerstag, 28. Februar 2019

"Danke, Herr Dr. Dodo"

Dieser Blog soll ja nicht die Arbeit der Verbraucheraufklärung ersetzen. Aber hin und wieder ...

Eben schneit ein Kommentar herein, der nicht unter die Kommentare gesetzt werden kann. In vollem und originalen Wortlaut:

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"Ich bin so glücklich, dieses wunderbare Zeugnis mitzuteilen. Danke, Herr Dr. Dodo, für die Hilfe, die Sie mir einlösen, werde ich für immer dankbar sein, jetzt ist mein Ex houdand wieder da und alles ist in Ordnung, wenn Sie Ihren Ex zurückhaben möchten, wenn Sie ein ähnliches Problem durchlaufen E-Mail an Dr. Dodo. Wenn Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich direkt an meine E-Mail-Adresse drdodotemple@gmail.com oder per E-Mail an whatsapp +2348147766277"

bei Rechtschreibung

Veröffentlichen | Löschen | Spam

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Immerhin, die Telefonnummer lässt sich suchen und eine Website dazu auch. Wer also an Voodoo und Angrenzendes glaubt, der kann sich an Dr. Dodo wenden.

(plus.google.com/103028081845013759492) Da Google Plus bald aufgelöst wird, kann man anschließend hier das Passende aussuchen.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Schweiger-Frauen

Notizbuch

(Alle Til-Schweiger-Artikel in diesem Blog.)

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"Til Schweiger und die Frauen. Auch Francesca war nicht die Richtige: Til Schweiger ist wieder Single || Es sollte für immer sein, doch nach wenigen Monaten ist nun Schluss: Til Schweiger hat sich von seiner Freundin, Filmproduzentin Francesca Dutton, getrennt. Beide gehen im Guten auseinander, sagt der 55-Jährige."

Hat die Dame vielleicht den letzten großen Schweiger-Flop produziert* und war am Ende schwer enttäuscht von ihrem Lover? Also -- wegen der Filmkritiken.

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"Härter dürfte den Schauspieler, dessen Karriere 1990 mit der „Lindenstraße“ begann, aber die Resonanz in den US-Medien treffen: Ein Kritiker etwa beschrieb die Dramödie über den Alzheimer-Erkrankten Amadeus (Nolte), der mit seiner Enkelin nach Venedig durchbrennt, als „übertrieben, ärgerlich und so lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose“. Auch abseits dieses Flops wird die Person Til Schweiger seit Jahren kontrovers aufgenommen. Viele machen sich über den 54-Jährigen lustig – bei SWR3 gibt es sogar eigens eine Parodie auf Schweiger** in seiner Rolle als Hamburger Tatort-Kommissar Tschiller, bei der er besonders ausgeprägt nuschelt. Weil die Zuschauerquoten für den Tatort sinken, hat die ARD nun angekündigt, dass das Konzept überarbeitet werden muss. | Schweiger gilt als Mensch, der ruckzuck beleidigt ist, wenn etwas nicht so läuft, wie er will. Obligatorische Pressevorführungen seiner Filme vor Veröffentlichung hat er abgeschafft, nur noch handverlesene Journalisten werden eingeladen." (augsburger-allgemeine.de)

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* Nein. Laut Wikipedia: Produktion: Til Schweiger, Christian Specht. Na dann...

** Hier bitte!


Dass da ausgeprägt genuschelt wird, kann man allerdings nicht sagen.

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Dienstag, 11. Dezember 2018

Karl Barth

Notizbuch

Ein Podcast, Zeitzeichen, über K. B. Darin vieles, was ich nicht wusste. Vor allem zum "sehr privaten Karl Barth".

Das bürgerliche Igitt?

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... Oder wollte ich wissen, dass Karl Barth sich im hohen Alter unglücklich in eine Krankenschwester verliebte (413 f.), dass Charlotte von Kirschbaum ein Alkoholproblem hatte (670) oder es zwischen ihr und Nelly Barth mitunter Ohrfeigen setzte (669)? Möchte ich wissen, dass Nelly Barth im Haushalt ein unerbittliches Regiment führte (721 u. ö.)? Muss ich es wissen? Eberhard Busch beteuert im Vorwort, es gäbe in seinen »Notizen Manches, was ungedruckt bleiben darf«, ansonsten aber bedürfe es »von Seiten der Leser eines verständnisvollen Großmuts«. Bin ich kleinmütig, dass ich Barths psychoide Einlassungen über seine »vier Frauen« (418 f. 664 ff. u. ö.) nicht in einem doch eigentlich theologisch angelegten (Tage-)Buch erwarte? Die Erlebnis- und Erfahrungsschilderungen zu Rösy Münger (»Er weinte und sprach von ›Rösy‹, von seiner ersten Liebe, von der unversiegten, unverloschenen Liebe zu ihr …« [228]), Nelly Barth (»Er habe sie wohl zu schnell und überstürzt geheiratet« [45]), Charlotte von Kirschbaum (»Ich bin verzehrt von dem, was ich tags und nachts mit Karl zu arbeiten hatte« [21.670]) oder jener Anonyma (»Noch nie sei er im Leben so verliebt gewesen« [413]) entfalten über 760 Seiten eine atemberaubende Dynamik. Barth selbst schimpft sich immer wieder einen »Esel« (322 u. ö.) oder einen senex loquax (162 u. ö.). Er kann tief verzweifelt sein und in Tränen ausbrechen, er kann dem eine theologische Grammatik verleihen und von der Hölle träumen, die »in eiskalter Landschaft eine unendliche Leere« ist und »mittendrin ein unendlich einsamer Mensch«. Und er sagt zu sich selbst: »Das droht dir!« (thlz.com)

Oktober/2011 - Busch, Eberhard: Meine Zeit mit Karl Barth. Tagebuch 1965–1968. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011.

Rezensent: Reiner Marquard

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Das "Oder wollte ich wissen..." legt nahe, dass der Rezensent Marquard das nicht wissen wollte. Aber dann wird es doch gelegentlich auch bei ihm anrührend. Alles in allem -- ein Bericht zu dem viel zu wenig behandelten Zusammenhang zwischen öffentlicher und privater und, ja: intimer Person, die Menschen immer zugleich sind.

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Nachtrag: Und kaum wird man fündig, geht es immer weiter! Da gibt es also sogar einen Roman über Karl Barth!

Klaas Huizing: Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum. Tübingen: Klöpfer & Meyer. (Rezension: saarbruecker-zeitung.de)

Freitag, 9. November 2018

"Verheimlichte Beziehung"

Notzizbuch

Auch so etwas -- etwas Romantisches -- muss einmal festgehalten werden. Er 56, sie 50. Altersmäßig zueinander passend, aber in diesem Alter neu verliebt? Ja, das geht wohl, wie man sieht.

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BLICK hat vorige Woche herausgefunden, dass Gisel seiner Arbeitgeberin, der Raiffeisen Schweiz, eine Beziehung mit Laurence de la Serna (50) verschwiegen hat. Die Chefin der Genfer Flugzeugturbinen-Firma Jean Gallay sass bis vergangenen Juni im Raiffeisen-Verwaltungsrat. In jenem Gremium also, das Gisel überwacht. Und ihn im vergangenen Frühjahr, als sein Stuhl wackelte, nicht absetzte. Kaum war de la Serna nicht mehr im Verwaltungsrat, hat Gisel seinen Rücktritt auf Ende Jahr verkündet. Die Liebschaft ist aus der Perspektive einer einwandfreien Geschäftsführung von Interesse. War de la Serna aus Zuneigung gegenüber Gisel weniger kritisch, als sie es hätte sein sollen? BLICK hat Raiffeisen, de la Serna und Gisel vergangene Woche mit der Liebschaft konfrontiert. Raiffeisen selbst blieb wortkarg: «Wir äussern uns nicht zum Privatleben von Patrik Gisel.» Nur de la Serna stand dazu: «Je suis attachée à Monsieur Gisel et cela depuis peu.» Auf Deutsch: Ja, ich bin mit Herrn Gisel zusammen, aber erst seit kurzem. Was sie damit sagen will: Erst seitdem sie nicht mehr im Raiffeisen-Verwaltungsrat sitze. Gisel antwortete nicht auf die BLICK-Anfrage. Er erzählte jedoch am Freitag intern den Geschäftsleitungs-Kollegen und dem Verwaltungsrat von der Beziehung. (blick.ch)

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Donnerstag, 8. November 2018

Die "Ex-First-Lady" und die Liebe

BILD weiß es, und ich bin dankbar:

"EX-FIRST-LADY BETTINA WULFF. Sie liebt den Musiklehrer ihrer Söhne. Erst kürzlich gaben Altbundespräsident Christian Wulff und Frau Bettina das Scheitern ihrer Ehe bekannt. Sie hat schon einen Neuen." (bild.de Ankündigungsseite)

Kann es sein, dass die "Ex-First-Lady" sich einfach schnell ver- und dann wieder entliebt? Eine Frage des Naturells, gewiss. Aber Männer haben es generell nicht einfach mit solchen Frauen. (Umgekehrt gilt natürlich das gleiche.)

Donnerstag, 17. Mai 2018

"Sexuelle Übergriffe an Schulen"

Die ZEIT bringt sich einmal wieder ein, mit einem denkwürdigen Thema. Und irgendwie will die Überschrift, die so stark und klar daherkommt, nicht zur Sache passen.

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Sexuelle Übergriffe an Schulen. "Auch eine 18-jährige Schülerin ist eine Schutzbefohlene". || Ein Lehrer schläft mit seiner Schülerin. Eine Kollegin erfährt davon. Doch der Schulleiter will nichts davon hören – die Schulaufsicht auch nicht. Betroffene berichten. Von Karsten Polke-Majewski. 16. Mai 2018. 859 Kommentare

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Eine Diskussion, in der ich ein wenig mitmische. Hier die korrigierte Fassung.

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"Aber sexuelle Verhältnisse zu Abhängigen sind für Lehrer mit Recht tabu." Sagt jemand vorher.

Seien wir doch mal realistisch: Bei solchen Dingen beißt sich das öffentliche (juristische) Bewusstsein mit den intimen Gefühlen und oftmals mit einer Art Suchtverhalten. Vor Jahren hat eine junge Frau, Studentin, mich um Rat gefragt, was sie tun solle. Sie hatte, schon zu Schulzeiten, dann weiter im Studium, ein Verhältnis mit ihrem (verheirateten) Englischlehrer. Da war nicht einmal ansatzweise die Rede davon, dass der Lehrer sie ausbeutet oder unter Druck setzt. Die Initiative war offenbar von ihr, der Schülerin ausgegangen. Sie hatte es so gewollt und wollte nun aber doch wissen, wie sie, gegen ihre Sucht, wieder aus der Sache rauskommt.

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Antwort auf #38 von BDLB | dominick #38.3 | Auch solche Fälle mag es geben. | Am besten wäre allen Betroffenen geholfen, wenn der Lehrer verpflichtet wäre, eine Annäherung von Seiten der Schülerin sofort bei einer zuständigen Stelle zu melden. Die würde dann mit der Schülerin bzw. ihren Eltern reden und die Regeln noch Mal klarstellen. Und spätestens wenn es noch mal passiert, würde ein Psychologe beauftragt, sich mal mit dem Mädel zu unterhalten. | Und der Lehrer müsste zwar auf die sexuelle Beziehung verzichten, könnte aber mit gutem Gewissen und gutem Ruf weiter seinen Job ausüben. Und wenn die Lust ihn überkommt, kann er ja in seiner Freizeit irgendwo eine erwachsene Frau kennenlernen.

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BDLB #38.4 ... Ich glaube, so reden nur Menschen, die weit, weit von der Sache entfernt sind, vor allem altersmäßig weit entfernt. Verwaltungsbeamte vor allem. Da wo die Gefühle im Spiel sind, sieht die Sache vollkommen anders aus. Mal wieder der alte Goethe, in leichter Abwandlung: „Gefühle sind gemalte Fensterscheiben...“* Antwort auf #38.3 von dominick

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* Weil man sich nicht darauf verlassen kann, dass solche Goethe-Anspielungen verstanden werden, hier das gesamte Gedicht:


Gedichte sind gemalte Fensterscheiben

Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!
Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,
Da ist alles dunkel und düster;
Und so siehts auch der Herr Philister.
Der mag denn wohl verdrießlich sein
Und lebenslang verdrießlich bleiben.

Kommt aber nur einmal herein!
Begrüßt die heilige Kapelle;
Da ists auf einmal farbig helle,
Geschicht und Zierat glänzt in Schnelle,
Bedeutend wirkt ein edler Schein,
Dies wird euch Kindern Gottes taugen,
Erbaut euch und ergetzt die Augen!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 4



Ok, ich hab Fleischhauers Buch zu Ende gelesen. Genial im Vollsinn des Wortes war dieser Roman am Ende nicht, aber schon nah dran. Zum Abschied noch drei Zitate:

"Ich bin nur froh, dass wir nicht auch noch Haustiere besaßen. Haustiere gelten im Scheidungsfall als Hausrat. Das mag grausam klingen, aber so ist die Rechtsprechung."

Zwischendurch steht da ein tolles Rechenexempel in Sachen Liebe und Ehe:*

"Was sind die Chancen, den Menschen fürs Leben zu finden? Der Mathematiker Peter Backus kam zu dem Ergebnis, dass es in der Milchstraße mehr intelligente Lebensformen gebe als Frauen, die für ihn auf Erden als Freundin infrage kämen. In einem Aufsatz mit dem Titel »Warum ich keine Freundin habe« stellte er folgende Kalkulation an: Frauen, die in der Nähe leben (London): 4 Millionen. Frauen, die dabei das richtige Alter haben (20 Prozent): 800 000. Anteil der Frauen, die Single sind (50 Prozent): 400 000. Frauen mit Hochschulabschluss (26 Prozent): 104 000. Frauen mit Hochschulabschluss, die man hinreichend attraktiv findet (5 Prozent): 5200. Frauen, die einen selber attraktiv finden (ebenfalls 5 Prozent): 260. Davon Zahl der Frauen, mit denen man auskommt (10 Prozent): 26. 26 Frauen, die als potenzielle Partnerinnen übrig bleiben: Dagegen sind die Chancen, einem Alien zu begegnen, mit dem man kommunizieren kann, in der Tat größer. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Zahl außerirdischer Lebensformen in unserer Galaxie auf etwa 10 000 beläuft."

Und dann der allerletzte Satz des Buches. Jan F. kann es einfach nicht lassen! Aber wer könnte das schon, in so einem Fall?*

"Der Mathematiker Peter Backus hat vor zwei Jahren übrigens geheiratet. Sie heißt Rose."

Das mit den Chancen und dem Alien kann man natürlich nicht unwidersprochen lassen! Aliens müssen erst noch hierherkommen, durch all die lichtjahrweiten Entfernungen. Frauen sind schon da.

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* Die zwei Zitate auf S. 166 und S. 180. (Ja, die Amazon-E-Books kennen inzwischen die Seitenzahlen der gedruckten Bücher. Sehr angenehm ist das.)

** Und das mit des Mathematikers Heirat gegen die Wahrscheinlichkeit musste ich dann doch noch mal ein wenig genauer lesen. "In 2010 Backus figured out that there were only 26 women in the United Kingdom that would fit his age, educational and physical preferences. Then the University of Warwick professor had spent three years without a girlfriend, and described the study as just a funny little thing. But, despite the odds, he found his fiance Rose who ticked all the boxes. He told TODAY: ‘When you work out the numbers, they're not unreasonable, that's the reality people face. It might feel surprising, but most people work out the equation. ‘I met [Rose] at a dinner with some friends in London. It was just a chance meeting, just a friend of a friend.’" (dailymail.co.uk)

Montag, 2. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 1

Alles zu diesem Buch in diesem Blog ]

In loser Folge einige Zitate aus Fleischhauers Buch, das heute um Mitternacht auf den Kindle-Reader geladen wurde. Hier das erste:

Ein Mann, der seine Frau für eine Jüngere im Stich lässt, ist ein Dreckskerl, der Probleme mit dem Älterwerden hat. Eine Frau, die sich auf einen Jüngeren einlässt, ist einfach eine Frau, die ihrem Herzen folgt. (21)

Freitag, 30. Dezember 2016

"Ich parshippe jetzt!"

Im Fernsehen rauf und runter: "Ich parshippe jetzt!" Plus vergleichbare Dienste. Ein Zeitungartikel, dass es niemals vorher in Deutschland mehr Singles gegeben hat, die auf der Suche sind. Und dann das hier:

"Doch nun wurde bekannt, dass die Beziehung der beiden längst vorbei ist. Der Anwalt des Schauspielers bestätigte gegenüber „Gala“ das Liebesaus – ohne darüber weitere konkrete Angaben machen zu wollen. Ein bisschen ließ sich das Erkalten der Liebe aber schon an Weihnachten erahnen. Dort postete Elyas M'Barek zwar fleißig Bilder – nie war da aber von seiner Freundin etwas zu sehen oder auch nur die Rede. Nun ist er also wieder zu haben, und das dürfte mit Sicherheit für einige Frauen keine schlechte Nachricht sein ..."

Egal wer das ist, es ist dies ein Zeichen für die Bindungsunfähigkeit heute. Wobei natürlich gilt: Bindung oder das Erhalten von Beziehungen ist kein Wert an sich. Aber man sollte nicht gleichzeitig ständig auf der Suche nach der großen Liebe sein und mit seinen Ansprüchen weit über dem Sinnvollen liegen. Mal in den Spiegel schauen und laut fragen: "Bist du wirklich der, der solche Ansprüche stellen kann?" Und wenn du ja sagst: "Machst du da nicht aus jeder Beziehung eine Marktbeziehung? Angebot und Nachfrage... Ist es das, was du willst?"

Wir können aber natürlich immer weiter relativieren: "Wer sagt denn, dass Schizophrenie kein guter, wertvoller, weil sehr kreativer Zustand ist?" Usw.

Freitag, 2. Dezember 2016

Enthoven junior

Ach, was wäre das Leben ohne den Klatsch aus Paris! Eben angekommen, ein Buch, antiquarisch, sehr gut erhalten: "Nicht so tragisch" (Nein, nicht bei Heyne, sondern beim Antje Kunstmann  Verlag erschienen. Hardcover.)

"Wangen hat er wohl schon öfter glühen sehen. Unter anderem die der Tochter des französischen Star-Philosophen Bernard- Henri Lévy, dessen Werk von Enthovens Vater, dem Verleger Jean-Paul Enthoven, betreut wird. Enthoven junior heiratete Justine Lévy 1996. Diese Ehe war das Produkt der Pariser Rive-Gauche-Intellektuellen. "Ein Milieu, das in seinem eigenen Mythos lebt", sagt Enthoven. "Dort bin ich nach Sartres Tod aufgewachsen. Ein Milieu, das nach und nach zu seinem eigenen Museum wurde." Justine Lévy ist an diesem Milieu beinahe zerbrochen. In ihrem Schlüsselroman "Nicht so tragisch" (Heyne, 2007) hat sie damit abgerechnet. Schonungslos schildert sie das Leben ihres Alter Egos, das mithilfe von Drogen versucht, ebenso brillant wie seine Umgebung zu sein. So brillant wie Enthoven zum Beispiel. Enthovens Romandouble ist ein ehrgeiziger Phrasendrescher, der während eines Sommerurlaubs in Bernard-Henri Lévys luxuriösem Palast in Marrakesch seinem Vater die Geliebte ausspannt: Carla Bruni. Ganz Frankreich hat Lévys Roman als Tatsachenroman gelesen. Der Erfolg war durchschlagend. | Für Enthoven ist die Sache klar: "Der Roman meiner Ex-Frau ist reine Fiktion." Wütend dreht er sich eine neue Zigarette. "Nichts von dem, was in diesem Buch beschrieben wird, ist wahr. Aber es wurde von einem skrupellosen Verleger als Kopie der Realität verkauft. Und das Erscheinungsdatum wurde auf das Veröffentlichungsdatum von Carla Brunis Album vorgelegt. Ergebnis: Das Buch hat sich waggonweise verkauft. So ist eine talentierte Autorin für die Literatur gestorben." Es gab also gar kein Ödipus-Drama? Enthoven junior hat Enthoven senior nicht die Geliebte ausgespannt? "Reine Fiktion. Wie alles andere. Reine Verleumdung." | Carla Bruni hat Enthoven zur öffentlichen Figur gemacht. Die Paparazzi haben ihn überallhin verfolgt. Neulich erst haben sie ihn zusammen mit Bruni nahe den Champs-Élysées abgeschossen. Danach die Spekulationen der Boulevardpresse: Enthoven habe ein Apartment in der Avenue Montaigne, wo er heimlich die Präsidentengattin empfange. Aber er hat kein Apartment in der Avenue Montaigne. Er wohnt gut versteckt in einem Labyrinth von ehemaligen Handwerkerateliers hinter dem Friedhof von Montparnasse. Dort, wo sich ein marmorner Geist des Bösen über das Grabmal des Dichters Charles Baudelaire beugt." (stern.de)

Donnerstag, 29. September 2016

"Nur die Liebe lässt und leben ..."

By the way -- was wurde eigentlich aus Angela Magdici und Hassan Kiko?

Lange her schon wieder. Sechs Monate? Nun ja, jedenfalls lange her. In der Schweiz gibt es politische Nachbeben. Aber sonst? Bis zum Prozess: mediale Funkstille.

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Wie komme ich jetzt auf diese Frage? Nun ja, ich habe gelesen:

... Kein Wunder, dass Erich Honecker die Ehe mit Charlotte Schanuel (starb 1948) zu DDR-Zeiten verschwieg. Dabei hatte ihm die Frau mit ihrer Nazi-Nähe sein Leben gerettet. Im März 1945 war Honecker beim Häftlingseinsatz in Berlin geflohen. Die Flucht bedeutete für ihn den sicheren Tod, denn Honecker fand kein Versteck. Er musste zurück ins Gefängnis. Seine Wärterin half bei der Rückkehr. Mit einem Staatsanwalt sorgte sie, dass die Flucht für Honecker ohne Folgen blieb. (tagesspiegel.de)

Was schließen wir? Jawohl, "Nur die Liebe lässt und leben ..." (Wer hat's gesungen? Katja Ebstein? Ach was! Mary Roos natürlich.)

Dienstag, 23. Februar 2016

Liebling Kebekus

Also das noch, von Liebling Kebekus:

„Feminismus, das klingt so unrasiert und ungebumst“ | Die Komikerin Carolin Kebekus liebt derbe Sprüche und bezahlt Männer dafür, dass sie die Drecksarbeit erledigen: So geht Feminismus! | 23.02.2016. Von Lisa Nienhaus (FAZ)

Solange sie so süß lächelt -- einfach zum Knutschen, die Caro! Der Humor in dieser Fäkal-Form, na gut, der nutzt sich ab. Dat is schon richtisch jesehen worden vonn dem Zuschauer, ne!

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Psst! Also ich hab ja gehört, dass Carolin im Geheimen auf so harte Jungs steht wie die -- na, wie heißt sie doch gleich wieder? Ja, die Angela Magdici. Die mit dem Hassan! Das ist halt "Die befreiende Macht der Liebe", ne! (Auch FAZ)

Donnerstag, 24. September 2015

"Sex mal anders"

Dafür ist das Internet-Wort surfen erfunden worden: Ich komme auf eine Seite und kann mich nach einer hlaben Stunde nicht mehr erinnern wie und warum. Aber die Seite -- der Reiter mit der Seite steht noch in Chrome. Schreierische Überschrift, ein Ton, der inzwischen fast total normal ist: "Sex mal anders". Sex -- das Wort zieht immer. Ein Zitat:

"... Und dann wieder so ein Moment, eines Tages, sie sagte: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Alles – das soll die Liebe sein? Ein Mensch für den Rest des Lebens, durch dick und dünn, in guten wie in schlechten Zeiten, blindes Verstehen, Seelenverwandtschaft, keine Zweifel. Und noch mehr: Romantik, Sehnsucht, Verzehren, Aufregung, Erotik, Abenteuer. Sex. Ein Mensch, der uns ein Leben lang begleitet und nach dem wir uns trotzdem jede Sekunde verzehren. Soul mate und sex bomb, Sicherheit und Abenteuer. Das kann eigentlich nicht funktionieren. | Keiner hat diesen Widerspruch bislang so gut analysiert wie die israelische Soziologin Eva Illouz in ihrem viel besprochenen Buch Warum Liebe weh tut. Dieser Widerspruch ist die Quelle eines riesigen, universellen Liebesfrusts, der seinen Niederschlag in durchheulten Nächten und leer gekratzten Schokoeispackungen, massenweise Ratgeberliteratur und unzähligen Therapiesitzungen findet. Gibt es einen Ausweg? Erst ein radikales Umdenken, eine neue Definition von Erotik und romantischen Sehnsüchten, könnte uns helfen, so schreibt jedenfalls Illouz. Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus? Wie geht es Menschen, die versuchen, in der Liebe umzudenken. | In den sechziger und siebziger Jahren wurde schon einmal versucht, den Widerspruch zwischen der Vorstellung von Liebe und der Realität zu überwinden. Langhans, Obermaier, Kommune I, freie Liebe und Feminismus stellten alte Denkmuster auf den Kopf. Doch trotz aller Versuche, Liebe anders zu leben, trifft man auch heute samstags beim Ausgehen immer wieder alkoholisierte Menschen in T-Shirts, auf denen steht: “Ich bin ein Junggeselle. Holt mich hier raus!” Weise Voraussicht? Denn weder Alkohol noch Junggesellenabschiede schützen die meisten Paare vor dem Gedanken: Das kann doch nicht alles gewesen sein."

Ach ja. Und was ist das Fazit? Dass Menschen mit nichts zufrieden sein können. Mit sich selbst nicht. Mit dem, mit dem sie zusammenleben nicht. Mit den Verhältnissen und der politischen Lage, mit dem Leben insgesamt sowieso nicht. Sie überschätzen sich permanent. Man sieht es am besten, wenn es einmal Sendungen über die "Suchenden" gibt. Ganz normale Menschen, nicht sonderlich attraktiv, die aber den Märchenprinzen resp. die Märchenprinzessin suchen. Und die Verliebtheit in Liebe umwandeln wollen, mit denselben heftigen Gefühlen, wie sie am Anfang da waren. Selbsttäuschung allenthalben. Aber sagt ihnen das mal einer, dann werden sie böse. Das wollen sie nicht hören. Da gehen sie dem, der ihre Träume zerbricht, ganz schnell an die Kehle. W_ie gut, dass es da hin und wieder Journalisten gibt, die sich der Sache annehmen und berichten. Das bleibt dann übrig: einfühlsam-sinnlose Berichte.