Sonntag, 21. Dezember 2008

Kriminalität und Sprache der Berichterstattung

Natürlich ist es eine professionelle Deformation, wenn einem am Inhalt der Meldung vorbei auffällt, dass es zwar 'das organisierte Verbrechen' als Formel gibt -- als Gegensatz zum Individual- verbrechen sozuagen --, dass man aber eine Einzeltat nicht als 'organisiertes Verbrechen' bezeichnen kann. Solche schmalen Blicke auf die Welt sind aber wahrscheinlich der Ursprung der Wissenschaft und des technischen Fortschritts.
"Seine 53-jährige Ehefrau war erschossen worden. Zahlreiche Spuren wurden am Tatort sichergestellt, die jedoch bisher keinen Erfolg brachten. Auch die Tatwaffen wurden nicht gefunden. Die Polizei geht von Raubmord aus, schließt aber auch ein organisiertes Verbrechen nicht aus."

Google again and again

To be further explained and posted in the fare future.

Understanding Google - The Meaning of Google
"Googol" is the mathematical term for a 1 followed by 100 zeros. The term was coined by Milton Sirotta, nephew of American mathematician Edward Kasner, and was popularized in the book, "Mathematics and the Imagination" by Kasner and James Newman. Google's play on the term reflects the company's mission to organize the immense amount of information available on the web.

Was die Welt bewegt (Subjektiver Bericht)

Zeitunslektüre am Morgen des 4. Advent. Ich gewinne nach der Lektüre das Gefühl, dass es da eine geheime Botschaft gibt. Aber -- schweigen wir von was anderem. Drei Artikel nur, langsam gelesen. Wieder einmal das Gefühl, dass das Wesentliche seltsamerweise im Feuilleton der SZ abgehandelt wird. 

Aber zuerst doch der Wirtschaftsteil:
"Wer in den vergangenen Monaten mit führenden Managern des Konzerns [Hypo Real Estate] sprach, bekam den Eindruck, alle seien mit schuld an dem Beinahe-Kollaps gewesen - alle, nur nicht sie selbst. Abschreibungen? Schuld der Marktentwicklung. Beinahe-Kollaps? Wäre ohne Lehman-Insolvenz und sich verschärfender Finanzkrise so wohl nicht gekommen. Für jede Katastrophe gab es eine neue Erklärung. Seltsam: Ein Konzern steht am Abgrund, muss mit Milliarden gerettet werden - und keiner ist da, der sich verantwortlich fühlt."
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Thomas Fromm: Die Schuld der anderen. Bei der Hypo Real Estate beginnt die Suche nach den Verantwortlichen. SZ 20.12.2008, S. 23.

Dann: Jürgen Habermas entdeckt gegen Ende seines Lebens passenderweise die Religion und integriert sie in sein Ideengebäude. Zuerst aber mal: Wohl dem, der ein Mal nach München kommt und dann gleich drei Mal in der SZ erscheint:
1. Macht des Guten: Die großen Stifter In der internationalen Politik. 20.12.2008. Ausgabe: München - Politik
2. Trotz Weihnachten vor der Tür: Die himmlischen Heerscharen sind... 20.12.2008. Ausgabe: München - Feuilleton
3. Von Stephan Handel Erst stand der Jubilar auf, dann setzte er sich, dann... 20.12.2008. Ausgabe: München - München
Gelesen habe ich also ... 
"[...] Ein Programm, so scheint es, soll gefolgert werden aus einem Gedanken, den der Philosoph Jürgen Habermas seit einigen Jahren immer wieder formuliert: Der Verfassungsstaat soll zwar weiterhin religiös neutral bleiben; er soll sich aber nicht von möglichen Sinnpotenzialen der Religion abschneiden, sondern auch den religiös begründeten Argumentationen im demokratischen Prozess zuhören und dabei vielleicht etwas lernen. Dieses Etwas könnte, so Haber- mas, Ressourcen der Normativität auch für die weltliche Sphäre zur Verfügung stellen. Ja, diese Religions- "Übersetzung" könnte nach Meinung des Diskursethikers ein willkommenes Heilmittel sein gegen eine "entgleisende Modernisierung", womit Turbokapitalismus, verantwortungsloser Extremindividualismus und Ähnliches gemeint sind."
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Johan Schloemann: Aus Teufels Küche. Jürgen Habermas, die Staatsfrömmigkeit und ihre Gegner. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 296, Samstag, den 20. Dezember 2008, Seite 15
Damit beschäftige ich mich demnächst mal ein wenig ausführlicher. So was über's parodistische Knie zu brechen, verbietet sich.
Und schließlich ein Artikel über Island in der Finanzkrise:
"320 000 Menschen. Bis vor kurzem weltweiter Musterknabe. Vierthöchstes Prokopf-Einkommen, kaum Arbeitslose. Fruchtbar sind sie und kriegen vorbildlich früh ihre Kinder, selbst in der UniMensa stehen überall Tripptrapp-Stühle herum. Noch vier Wochen vor dem Kollaps kürte eine OECD-Studie Island zur "zukunftsfähigsten Region Europas," vor allem wegen seiner tollen Banken. Kurzum: Die Isländer galten gleichzeitig als die Tibeter und die Schweizer des Norden: friedfertig wackeres Völkchen, das nah am Urgrund des Seins lebt, rundum öko, mit der Natur auf du und du. Und dabei irgendwie steinreich. Perfekt floss all das zusammen in Olafur Eliassons glatt designter Wohlfühlkunst, die so hemmungslos mit den isländischen Klischees Wasser, Norden, Licht und Elfen spielt.
Jetzt waren sie plötzlich die Parias: Nach Haardes Rede bangten viele Europäer um ihre Ersparnisse, alleine 300 000 Briten hatten Einlagen bei der Landsbanki. Gordon Brown benutzte brutal die Antiterror- gesetzgebung, um alles Vermögen der isländischen Dependancen in England einzufrieren, die Landsbanki wurde auf eine Liste gesetzt, auf der Regimes oder Terrorgruppen aufgelistet werden, die von Großbritannien mit finanziellen Sanktionen belegt wurden: Al-Qaida, die Taliban, Iran, Nordkorea. . . Isländer mussten sich in Pariser Restaurants beschimpfen und in dänischen Geschäften verspotten lassen. Rentnern, die in London Geld wechseln wollten, wurde gesagt: "Wir bedienen keine Isländer." Der Sicherheitsdienst warf sie unter Applaus auf die Straße. Und das Symphonieorchester von Reykjavik, das gerade nach Japan fliegen wollte, bekam einen Brief aus Tokio, die Reise sei storniert, das Image der Isländer sei momentan so verheerend schlecht, dass keine Karten verkauft würden. Ein Journalist schrieb, er fühle sich, als hätte man ihn "morgens aus dem warmen Bett gezogen, in ein Fass gestopft und den Gullfoss hinuntergestürzt". Der Gullfoss, zu deutsch Goldfall, ist einer der größten Wasserfälle Islands."
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Axel Rühle: Im Eissturm "Gott schütze Island!" Die Finanzkrise bricht über die nordatlantische Insel herein wie eine Naturkatastrophe - nur dass Menschen sie verursacht haben. -- Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 296, Samstag, den 20. Dezember 2008, Seite 16.

Da halten wir doch gleich mal fest: 

Von Island 
geht eine neue Epoche 
der Weltgeschichte aus, 
und ihr könnt sagen, 
ihr seid dabei gewesen! 

Black Jack und das Leben

Seit langer Zeit -- ich will gar nicht sagen wie lange die Zeit ist -- habe ich wieder einmal Black Jack gespielt. Mit Chips ohne Geld-Gegenwert. Also nur zum Spaß. Am Ende haben die, die noch was hatten, ihr ganzes Geld gesetzt. Ich war der letzte Überlebende gegen die Bank. Natürlich habe ich verloren. 
Ein paar Lebensregeln ließen sich aus dem Spiel ableiten. 
1. Die Bank auf ungerechte Weise im Vorteil. Sie kassiert beim Überschreiten der 21 sofort ein, wenn sie selbst überzieht, hat sie also schon vorher eingestrichen und verliert nur gegen die Verbliebenen.
2. Es gibt so viele Regelvarianten -- die in Wikipedia nur unvollkommen beschriebensind --, dass man nach einer einheitlichen Regel schreien möchte.
3. Das alles mag ein Wahrscheinlichkeitsspiel sein, nach mathematischen Regeln, wenn man in guter Näherung unendlich viele Spiele macht. Im endlichen Leben aber gibt es das nicht, und damit wird BJ zum Glücksspiel. Wer alles verloren hat, macht nicht weiter. Wer viel, viel gewonnen hat und es schafft aufzuhören, ist reich.
Und ich muss an den Mr Black denken, den Tod in einem Film, den ich vom reinen Plott her für ausgemachten Blödsinn gehalten hätte. Wenn ich den Film nicht gesehen hätte. Brad Pitt at its best.
"SKIP: Brad Pitt spielt einen irischen Zigeuner, der seinen Lebensunterhalt durch illegale Boxkämpfe verdient. Gibt es diese Szene in Großbritannien wirklich?
Guy Ritchie: Und wie. Diese illegalen Boxkämpfe, wo sich die Boxer mit nackten Fäusten bekämpfen, sind auf der britischen Insel ein Riesengeschäft. Ich habe da ordentliche Recherchen angestellt, als ich das Snatch-Drehbuch schrieb."

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Sache mit den Software-Geschenken

Das Spiel geht bekanntlich so: Gib eine Abspiel- oder Sichtbarkeitsmachungssoftware kostenlos ab, etabliere einen Quasi-Standard und verdiene dich dann dumm und dusslig an der "Erstellungssoftware", auf die du natürlich die Hand hältst. Wir kennen die Beispiele alle: PDF, Quicktime, Realplayer. 
Gut nur, dass es so etwas wie eine Software-Demokratie "von unten" gibt, die durch Können und Fleiß solche Produkte am Ende aushebeln kann. libavcodec und andere, sie sind eine Ermutigung.

Klickeritis zum zweiten...

Seit einiger Zeit weiß ich ja, dass die Klickeritis auf den Seiten ökonomische Gründe hat: Die Seitenbetreiber verdienen an jedem Klick, und darum wird eine Tabelle -- die viel einfacher zu überblicken wäre -- in viele kleine Einzelseiten aufgelöst. Natürlich braucht auch die SZ Geld, und darum gibt es da auch "Die meistgesuchten Personen Deutschlands", die man sich einzeln ansehen bzw. anklicken muss. Voilá. 

Merke: Geld regiert die Welt und der Knüppel (heißt: das Medium) die Menschen.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

BILD dir deine Sarah!

Was machten wir, wenn wir die BILD nicht hätten!? Wir wüssten überhaupt nicht über Sarah Connors Sexleben Bescheid. 
An der Rezeption ließ sich Sarah in Anwesenheit anderer Gäste sogar einen Zweitschlüssel für die Suite von Florian Fischer geben. Gegen 3 Uhr morgens verschwanden Sarah und Florian gemeinsam in der Suite.
Noch bestreiten Sarah Connor und Florian Fischer die Beziehung. Was nicht viel zu bedeuten hat: Als ihre Ehe längst kaputt war, hatte die Sängerin noch behauptet: „Unsere Ehe wird immer besser.“
Übrigens: Florian Fischer hat gerade einen Bericht des „Weser Report“ dementiert. Dort stand, dass Sarah Connor eine Affäre mit dem Fußballspieler Diego (23) haben soll. Fischer: „Da ist nichts dran, das sind nur Gerüchte.“ Er muss es ja wissen. 
Vielleicht sollte ich Sarah mal anrufen und fragen, was an den Gerüchten so dran ist.

Blutpfade

Ich weiß, ich weiß! Die Geschmäcker sind halt verschieden. Was dem einen sin Uul ist dem anderen sin Nachtigall. Jeder soll nach seiner Facon selig werden. Und so weiter. Übungen in Liberalität. Gutgut! 
Aber darf man dann wenigstens noch eine Meinung haben? Nämlich beispielsweise die, das manche dümmlichen Spiele für Dumm-Aggressive sind? 
Vor mir blitzt so ein Beispiel auf. Spiel mich! Ich hab es mal abfotografiert.


Wenn man sich die Sache vergrößert ansieht, dann entdeckt man pretiose Einlassungen wie: "Du absolvierst Blutpfade mit verschiedenen Handlungssträngen." Blutpfade!
"Deinen Charakter entwickelst du alleine oder in Stämmen. Übernimm die Rolle des Kriegers!"
Ich werde die Vermutung nicht los, dass die Aggressivität der Menschen, der Männer zumal, halt so ist: Über 50 Jahre kein Führer mehr, der in den Krieg befiehlt -- da geht der jungen Generation doch was ab. Also muss Ersatz her!
Ach ja, ich hab schon mal irgendwo angemerkt: Die, die da mit 'Entspannung' und 'einfach so' daherkommen  und das Blutzspritzen sei gar nicht wichtig... Warum spielen diese jungen Herren dann nicht Schach auf ihrem PC oder der Playstation? Oder irgendein Spiel, bei dem man rote Vierecke und gelbe Dreiecke "abschießen" muss?

Dienstag, 16. Dezember 2008

Nach dem sogenannten Ehrenmord

Die Meldung heute lautet so:

Hamburg (dpa/lno) - Rund sieben Monate nach dem sogenannten Ehrenmord an der 16 Jahre alten Deutsch-Afghanin Morsal aus Hamburg beginnt heute um 9.00 Uhr der Prozess gegen ihren Bruder. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen vor, seine Schwester am 15. Mai aus Ärger über deren Lebenswandel mit 23 Messerstichen auf einem Parkplatz im Stadtteil St. Georg getötet zu haben. Er habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vor Beginn des Mord-Prozesses am Landgericht. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine Diskussion um die Integration von Einwanderern ausgelöst.

Ich erinnere mich: Vor ein paar Jahren habe ich mit einer Studentin aus dem Nahen Osten ein Interview und eine Fragebogen-Aktion gemacht. Unter anderem sollte sie in einem Fragebogen auf einer Skala ankreuze, was sie "im Westen" -- sie lebte nicht in Deutschland -- besser oder schlechter als in ihrem Herkunftsland findet. Zu meiner Überraschung fand die junge Frau die Lage in Ihrem Herkunftsland in beinahe allen Punkten deutlich besser als "hier". Allerdings, sie drang am Ende darauf: Ich musste ihre Person so stark anonymisieren, dass ich weder ihr Herkunftsland noch irgend eine Angabe zu ihr bei der Veröffentlichung aufnehmen konnte. Dass diese Angst vor dem persönlichen Bekenntnis ein Teil einer extremen Unfreiheit war, konnte sie offenbar nicht erkennen.
Wenn man sehr, aber nicht über Gebühr vereinfacht, kommt man auf die schöne deutsche Redewendung: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Viele Immigranten in westlich geprägten Ländern möchten die gewohnten Verhältnisse ihrer Herkunftsländer im Westen erhalten, aber gleichzeitig die positiven Eigenschaften ihres neuen Landes in Anspruch nehmen. Dass in vielen, wenn auch nicht in allen Fällen beide Situationen unverträglich sind, können sie nicht begreifen. Es wäre an uns, die Art und den Umfang dieser Unvereinbarkeiten in Fallstudien klar zu machen. Unseren Neubürgern und auch uns selbst.
Ein Leben mit traditionellen afghanischen Ehrenvorstellungen -- die Brüder wachen über die "Sittsamkeit" der Schwester und sprechen, wenn notwendig, die Todesstrafe aus --, so etwas kann hier nicht gelebt werden. Nicht einmal im Ansatz, wenn also nicht gemordet wird. Eine 16jährige darf anziehen was sie will, und wenn sie mit einem jungen Mann schlafen will, ist das hierzulande kein Verbrechen. Wir müssen es klar machen.

Montag, 15. Dezember 2008

Klickeritis und Werbegelder

Gestern im Radio, Bayern5, Computermagazin: Dass die Internet-Firmen, Zeitungsportale zumal, ihr Werbe-Geld nach einer Klick-Statistik bekommen. So erklärt sich, warum Reihungen nicht in einer Tabelle, sondern in kleinen Nacheinander-Häppchen gereicht werden.
Heute schaue ich auf ein Beispiel -- die schönsten unverständlichen Stellen in Pop-Songs -- und verlasse die Seite dann umgehend.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Web-Zecken 7: I-Quallen (I-Jellyfishes)

Es gibt eine Klasse von Internetseiten -- da wünscht man sich den Index der katholischen Kirche für Websites zurück. Diese Seiten nisten sich in jede Anfrage ein, stellen sich vorne hin, machen Hoffnung, und kaum klickt man sie an -- erscheint Werbliches in der Gestalt von I-Quallen, ist man gefangen, sodass kein Zurück-Button mehr funktioniert.

Ich suche gebrauchsanweisung "tevion mdvd". Bei Google erscheint:

bedienungsanleitung tevion mdvd 2007 bei auctionmap.de ... - 17:26

Suchen und finden Sie lokale und regionale Auktionen und Angebote bei eBay rund um das Thema bedienungsanleitung tevion mdvd 2007 auf einer Google Maps ...

www.auctionmap.de/bedienungsanleitung+tevion+mdvd+2007.html - 25k

Wo soll ich denn eine Gebrauchsanweisung bei Google Maps finden?! Und dann ist man -- wie gesagt: gefangen. Grässlich!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Chrome als Standardbrowser

Ich habe mal gesucht, wie ich Googles Chrome zu meinem Standardbrowser machen kann. Das war vergleichsweise schwierig.
Da gibt es jetzt zwei Dinge zu vermelden: 
1. Da kommen sofort die Warnungen vor Chrome, dem Datenfresser und -klauer. Ich habe intuitiv mehr Furcht vor denen, die da warnen, als vor Google. Das Rechthaberisch-Wissende in derartigen Einlas- sungen macht mir Angst. 
2. Ich habe lange gebraucht, bis ich dann in der Sache fündig wurde. Heißt, ich bin überhaupt auf keine Seite gestoßen, wo kurz und klar erläutert wurde, wie es geht. Darum hier: Bei Chrome ist ganz oben rechts ist ein Schraubenschlüssel. Draufklicken. Dann sieht man unten, eine Möglichkeit, Chrome mit einem Klick zum Standard zu machen. Das war's.

Dienstag, 9. Dezember 2008

PISA - SA - P - PI --- Usw.

Das muss ich einfach schnell festhalten. Obwohl ich ganz was anderes zu tun habe. 
Der Lese-Unterricht und die Lese-Fähigkeit der Kleinen ist getestet worden. Nicht durch PISA. Aber es ist ja inzwischen alles PISA -- oder was? 
Ein Experte sagt im Deutschlandfunk nun allen Ernstes, dass die und die Bundesländer -- die Schlusslichter -- durchaus auf dem Niveau der anderen EU-Länder lägen. Diese verdammte Liebe zum scheinbar Numerischen [sic!], es lässt mich spontan auflachen.  Keiner fragt, wie das Numerische zustande gekommen ist.
Es fehlt eine unglaublich naheliegende Sache wieder mal gänzlich: Es fehlen BEISPIELE! Und gleich dahinter: dass unterschiedliche Experten die identen Gruppen -- wie der Österreicher sagt -- für sich nach ihren Maßstäben beurteilen. Vollkommen unabhängig voneinander.Im Doppeltblindversuch bitte. Kommen sie zu gleichen Ergebnissen, diese Expertengruppen? Das möchte ich sehen! 
Was die Beispiele angeht: Natürlich werden sich die sehr guten kleinen LeserInnen von den sehr schlechten evident unterscheiden. Aber die, die nach Schulnotenskala 2, 3 und 4 bekommen, sind wir uns da einig, wenn wir sie auf einer Videoaufnahme "vorlesen sehen"? 
Ach nein. Ganz falsch! Es ging nicht etwa ums Vorlesen. Es ging um das Verständnis des Gelesenen.  Können wir Verstehensfähigkeit beim Lesen wirklich mit Lesefähigkeit gleichsetzen? Was lassen wir uns denn da wieder medial unterjubeln?!
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Heute war es ein Bericht von Jacqueline Boysen im Deutschlandfunk, mittags.
Und hier geht es weiter:
Beim Lesen stehen die Jungen im Schatten der Mädchen - Die IGLU-Studie im Bundesländervergleich wird heute vorgestellt - Gespräch mit Renate Valtin, emerit. Prof. für Grundschulpädagogik an der Humboldt Universität Berlin
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Schaun wir bei Gelegenheit auch mal hier nach!

Bradbury und die Astronomie

Es gibt schon feine Sachen im Internet. Beispielsweise wer-weiss-was.de. Man ist selber für irgendwas Experte, der Fragen beantwortet, und dafür darf man andere Experten fragen. Das unten Folgende. Mal sehen, welche Antworten da kommen werden.
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Betreff: wer-weiss-was: astronomie

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
das ist sicherlich eine _sehr_ spezielle Frage zum Thema "Astronomie", Abteilung "Wissenschaftsgeschichte". Aber -- ich versuch's mal. 
Ich lese gerade, wieder, den "Illustrierten Mann" von Ray Bradbury. Dabei wird beispielsweise in "Die andere Haut" eine Geschich- te erzählt, in der der Mars von ausgewanderten amerikanischen Schwarzen besiedelt worden ist. Dann kommt nach einem Atom-Krieg auf der Erde ein weißer Emissär und bittet um Hilfe und Asyl für die verbliebenen Erd-Menschen auf dem Mars.
Jetzt die Frage: Bradburys "Der illustrierte Mann" ist 1951 erschienen. Hat damals die Fachwissenschaft Astronomie wirklich noch geglaubt, dass der Mars absolut erdähnlich ist, so dass auf dem Mars Häuschen gebaut werden können, und dass Autos herumfahren? Oder hat Bradbury den populären Wissensstand seiner Zeit einfach ignoriert? Heute stört diese Ignoranz beim Lesen sehr, jedenfalls mich. 

Freitag, 5. Dezember 2008

Traumfrauen

Helg Sgarbi: „Wie man uns Frauen richtig anspricht, verliebt macht und erobert- So verlieren Sie Ihre Angst vor unseren Reaktionen und werden für uns interessant & attraktiv”. Na ja, vielleicht doch nicht. Aber der könnte doch über dieses Thema so Einiges erzählen, oder?
Statt dessen ist das vom "Team Traumfrauen-erfolgreich-ansprechen. Aber -- Moment mal! Vielleicht ist der Helg der Chef von dem Team?!

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Die Mundharmonika

03.12.2008 - 13:42 Uhr
Sjan sagt: "Ein totes Instrument ist erst dann tot, wenn es keine Leute mehr gibt wie Michaell Hirte, die es wiederbeleben."*

Das lassen wir mal -- wirklich gerührt -- so stehen.

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* Leicht überarbeitetes Original-Zitat.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Amazon und die Hasstiraden

Dass es bei Amazon, Abteilung "Kritiken", Probleme geben kann, muss man nicht betonen. Dieser Bericht betrifft etwas, das über das Normale hinausgeht.


Hasstiraden
Die Autorin Patricia Sin, über deren Erfolg mit dem Erotikbestseller „Schmetterlinge am Venushügel“ ich vor kurzem berichtete, wurde unlängst in einen Streit unter Mitgliedern eines Forums verwickelt, aus dem sie anschließend auch austrat. Danach häuften sich übelste Verrisse bei Amazon sprunghaft. Und mit übel meine ich dies: Hätte man mit gleicher Wortwahl nicht das Buch, sondern eine andere Nation diffamiert, wäre der Generalbundesanwalt tätig geworden. Es bedurfte erst zahlreicher E-Mails, um diese Entgleisungen aus Amazon zu entfernen.

Rechtschreibung - übereifrig

Eine der größten Fehler bei der an Fehlern ja reichen Rechtschreibreform war das Auseinandernehmen von Verben nach irgeneinem "Getrenntprinzip". Das war so wenig durchdacht, dass es schnell aufgefallen ist: "krank feiern". 
Inzwischen beobachtet man in Schulen und anderswo, dass sich eine Art Auseinanderschreiberitis ausbildet. 
Ein Beispiel:
"Habe mir die Tasche gekauft, um meine Nikon D40x nebst den im Kit enthaltenen Objektiven (18-55 & 55-200 mm) unter zu bringen."
Das geht möglicherweise sogar nach Duden. Aber Blödsinn bleibt es allemal. (Duden: alle mal?)

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Doch ein Blick in den Duden? Könnte unter der Rubrik "Humor" stehen:

Crashkurs: 25 Schritte zur neuen Rechtschreibung
Die Getrennt- und Zusammenschreibung
Einleitung
Regel 7: spazieren gehen statt spazierengehen
Regel 8: Rad fahren statt radfahren
Regel 9: dabei sein statt dabeisein
Regel 10: irgendjemand statt irgend jemand
Regel 11: mit Hilfe / mithilfe statt mit Hilfe
Verbindungen von einem Verb (Zeitwort) im Infinitiv (in der Grundform) mit einem zweiten Verb (Zeitwort) werden in der Regel getrennt geschrieben.
Das klingt zunächst ziemlich kompliziert. Werfen Sie doch mal einen Blick auf die folgende Gegenüberstellung:
bisherige Schreibung neue Schreibung
flötengehen („verloren gehen”) flöten gehen
spazierenfahren spazieren fahren
Doch wie heißt es so schön: Keine Regel ohne Ausnahme! Verbindungen mit bleiben und lassen können Sie jetzt zusammen- oder getrennt schreiben, wenn die Verbindung in übertragener Bedeutung verwendet wird: liegen bleiben oderliegenbleiben, stehen lassen oder stehenlassen. Dasselbe gilt für kennen lernen/kennenlernen.

Sexiest Women

Im Vorbeischauen bleibt der Blick hängen...
Die WELT, das war doch einst eine konservative Zeitung. Und Konservative standen doch in dem Ruf, was Sex angeht, zwar mitunter barock-lebensfrohe Praktiker zu sein -- ich sage nur: Franz-Josef Strauß, Gott hab ihn selig. (Schließlich galt auch der selige Vorsitzende nicht als Kostverächter. Franz Josef Strauß ließ es krachen - und die Presse schrieb nicht darüber. Nur nachdem sich der oberste Christsoziale von zwei New Yorker Prostituierten den Geldbeutel stibitzen ließ, breiteten Hamburger Magazine genüsslich den Vorfall aus.) Was wollte ich sagen? Ach so, ja. Die WELT hätten wir doch nie mit den Sankt-Pauli-Nachrichten verwechselt. Die hielt doch da auf DD - Distanz und Diskretion. Und dann schaue ich, reib mir die Augen. Das ist auf der Webseit der Welt zu sehen. Zwischen BRAVO, BUNTE und den erwähnten NACHRICHTEN.


Gut, das müssen Sie vergrößern, wenn sie es verstehen wollen. Einfach mal draufklicken!



Und dann -- Lohn der Neugierde -- eine große Überraschung! Wer um Himmels willen ist diese Dame, dass sie unter die sexiest women gekommen ist? Sie sieht doch aus wie eine ZDF-Reporterin in Berlin, an der Rückseite des Auswärtigen Amtes. Ich muss bei Gelegenheit herausfinden, was es mit der Frau auf sich hat.

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Nachtrag: Ich schwöre, ich kannte die Frau nicht. Richtig getippt einfach.
The political journalist has been stirring up the male population with ever increasing short skirts; Apparantly Gloria likes to annoy her neighbours with her exploits on the Karaoke machine, which is unlike her colleague Kate Garraway who annoys her neighbours by erecting buildings without adequate planning permission and also like Fiona Phillips who annoys her neighbours by just living where she does.

Behördensprache und Internet

Ich würde gerne eine Forschungsstelle über die "Menschen- freundlichkeit von Behörden im Internet" gründen. Eine der Punkte: die mnemotechnische Gestaltung von Internet-Adressen, vulgo: URLs. Dazu zwei Beispiele:
1. www.bayern.de ist sehr leicht zu merken, aber nichtssagend. Verbirgt sich dahinter ein Touristenverband, die Landesregierung oder ein Fanclub des 1. FC Bayern München?
2. www.bybn.de ist das andere Extrem. Für den, der zu dieser Stelle gehört, hat die Adresse gewiss etwas Heimatliches, ja Heimeliges an sich. Es ist so wie mit allen kryptischen Abkürzungen der Amtssprache:
Kenntnis weist den Kenner aus! 
Der Beamte und die Angestellte sind stolz, dass sie da ihr Fachwissen, das immer zugleich Herrschaftswissen ist, unter Beweis stellen können. Nur für den Bürger oder den, der nicht alle Tage mit dieser Stelle zu tun hat, ist www.bybn.de eine URL mit sieben Siegeln.
Wie könnte man in beiden Fällen etwas verbessern? Nun, das wäre ja die Aufgabe der Forschungsstelle i. G. (Ach so, ja: i. G. heißt "in Gründung". Auch so eine amtliche Redeweise. Eine Stelle, die auf dem Weg zur eigenständigen Existenz ist, die es aber offizielle, mit Briefkopf und Siegel sozusagen, noch nicht gibt.)
Hinzu käme die Sprache von Mitteilungen der Behörden und der jeweils untergeordneten Stellen. 
Übungsaufgabe für potentielle Mitarbeiter der Forschungsstelle: 
"Verbessern Sie bitte die nachfolgenden Sätze, sodass er verständlich(er) werden!"
[...] dieses Informationsblatt soll Ihnen einige Hinweise geben, die Ihnen vielleicht bisher noch nicht bekannt waren oder denen Sie noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das Informations- blatt kann auf den Seiten des Landesamtes für Finanzen im Bayer. Behördennetz (www.bybn.de/lff) bzw. im Internet (www.bayern.de/lff), Punkt „Information“, Unterpunkt "Mittei- lungen", abgerufen werden.
Man merkt diesen Sätzen übrigens sogleich an, dass sich da jemand um Verständlichkeit und Bürgernähe redlich bemüht hat; aber halt, leider-leider, haut die Sache noch nicht hin. Schon allein, dass mit 'Hinweise, die Ihnen ... nicht bekannt waren' ist in sich schief. Es geht ja nicht um die Hinweise. Die waren mit Sicherheit dem Lesenden noch nicht bekannt. Die werden -- die Hinweise -- ja gerade hoch individuell und kreativ erstellt. Nein, es geht um Inhalte, auf die nun hingewiesen werden soll. Die kennt der Leser oder die Leserin vielleicht noch nicht. Diese Feinheit müsste also jetzt, neben so einigem anderen, in die neuen Sätze eingehen. Wie macht man das?