Dienstag, 13. Januar 2009

Politische Argumentation

Pressefreiheit, Meinungsfreiheit -- gut. Und wo sind die Grenzen? Es gibt sie ja immer. Propaganda von Neo-Nazis. Werbung für Zigaretten oder für Rauschgift - für Kinderpornographie? Oder eben das hier:
Als die "Satanischen Verse" 1988 erschienen, sollten sie die Welt in Erregung versetzen, allerdings nicht ganz so, wie sie es dann taten. Salman Rushdie war zu dieser Zeit der vielleicht gefeiertste junge Romancier Großbritanniens. Die "Mitternachtskinder", sein geist- und witzsprühender Schelmenroman über das Indien nach der Kolonialzeit, hatten seinen Ruhm begründet. 1981 gewann er dafür den Booker Prize und später den Booker of Bookers als bester aller mit dem Booker Prize ausgezeichneten Romane. Zwei Jahre nach den "Mitternachtskindern" kam "Schande", ein satirisches Märchen über Pakistan. Und dann die "Satanischen Verse", nach fünf Jahren Arbeit, getragen von einem bis dahin unerhörten Vorschuss von 850.000 Pfund des Penguin Verlags. Es gab schon Legenden über diesen Roman, bevor er überhaupt veröffentlicht war. Nach der Veröffentlichung haben sich die Legenden noch vervielfacht.
Für viele Länder sind die "Verse" Rushdies eben auch pornographisch. Und gotteslästerlich. Wenn Gotteslästerung bei uns inzwischen kein Verbrechen mehr ist -- je nun, das auch ein Teil der Relativierungen, die möglich sind.
Die Frage ist also: Wie kommen wir jenseits der inneren Überzeugtheiten zu anerkannten, vernünftigen, in einem bestimmten Sinn "objektiven" Maßstäben? Indem wir mit den Füßen abstimmen lassen, wie immer das gehen mag?
Aber dann: In Hamburg wird ein Mädchen aus einer afghanischen "Migrantenfamilie" vom Bruder umgebracht. Auf die Ehr-Maßstäbe konnte man nicht verzichten, die Sicherheit und den Wohlstand des Westens wollte die Familie aber schon. Die alte Redewendung: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass ... Leben wir nicht alle nach diesem Maßstab, der damit sich als zutiefst menschlich erweist? 
Und wieder die Frage: Woher bekommen wir die Maßstäbe?

Gut und Böse im Internet

Immer diese Überraschungen am Morgen! Ich suche nach der Rilke-Zeile: "Rühmen, das ist's!" (Bei Rilke wohl ohne Apostroph.) Eine Seite kalliope.org wird an erster Stelle bei Google angezeigt. Und dann beim Aufrufen die Meldung via Google Chrome:


Man kann bei Who-is nachschauen. Dabei klingt der griechische Name so schön, ja beinahe anheimelnd! 
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Mal sehen, was die Antworten bei Wintotal.de ergeben.

Samstag, 10. Januar 2009

Vom Umgang mit der Fachsprache

Ich finde folgenden kleinen Dialog, als ich nach dem Stichworten "Strom Phase" suche. Aus dieser Unterhaltung lässt sich so einiges Linguistische ableiten.

Hallo!
Als Nicht-Elektriker hätte ich folgende Frage. In einem Haus mit ziemlich alter Elektroinstallation habe ich die Feststellung gemacht, dass ich mit meinem Testgerät (ich halte
es bei irgendeiner Steckdose auf Phase und Erdung) eine Stromanzeige habe.
Ist das normal?
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Hallo Peter!
Ich hoffe mal, dass Du nur, WEIL Du NICHT-Elektriker bist, sagst, Du hättest eine >STROM<-Anzeige...?  Jedes Messgerät würde sich 1. nach Deiner Beschreibung nämlich in Rauch auflösen... egal, wie alt oder neu die Installation...  Ich nehme also 2. mal an, Du meinst "Spannung"!? Dabei solltest Du allerdings wiederum IMMER ca. 230-235V messen, also nehme ich jetzt 3. als letztes an, Du misst zwischen Nulleiter und Erde?... Dabei wirst Du auch eine (geringe) SPANNUNG messen, je nachdem, wie weit Du vom Verteiler entfernt bist und wie hoch die gleichzeitig betriebene Last ist. 
Nulleiter und Erde sind im Ursprung verbunden, sollten also theoretisch das selbe Potential haben (sollten NICHT in der Steckdose verbunden sein, da die "klassische Nullung" nicht mehr erlaubt ist und jeder FI-Schutz unmöglich wäre).
Hoffe, ich hab alle Klarheiten beseitigt (guck nochmal nach, worauf Du das Messgerät eingestellt hast und WO Du misst!)
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Zum einen, liebe Fachleute, mach ich jetzt einmal das, was ich -- nicht alle anderen -- eine 'Selbstwidersprüchkeit im Argument' (könnte als contradictio in argumento in die Terminologie der Argumentationstheorie  eingehen). Heißt: Ich mache in meinem Argumentieren genau das, was ich als negativ herausstellen will -- ich gebe mich besserwisserisch. Von einem linguistischen Standpunkt aus. 
Also: Wörter im Alltag bedeuten das, was sich Menschen so drunter vorstellen. (Oder wie good old Wittgenstein sagte: Die Bedeutung entsteht in der Regel durch den Gebrauch der Wörter, ist also, je nach Gebrauch, auch mehr oder weniger unterschiedlich.) Wenn also ein Nicht-Elektriker Strom und Spannung -- nein, nicht verwechselt, sondern in gleicher Bedeutung gebraucht, dann sollte man das erst mal hinnehmen und höchstens höflich darauf hinweisen, dass in der Terminologie der Elektriker da ein Unterschied gemacht wird. Wenn einer sagt, dass er jetzt noch eine Arbeit fertigmachen muss, würden wir nicht gerne hören, dass ein Physiker sagt, Arbeit sei nun mal "Kraft mal Weg" und man könne gar keine Arbeit "fertigmachen".


Metall

Mineral

Chrom

+

-

Cobalt

?

??

Eisen

++

-

Fluor

-

+

Jod

-

?

Kupfer

++

-

Mangan

?

?

Molybdän

??

??

Selen

?

??

Silizium

-

+

Vanadium

??

??

Zink

++

-


Ich gehe noch etwas weiter auf die Sache ein. Ich erinnere mich, dass mich einmal ein Chemiker barsch zurechtwies: Spurenelemente seien -- ich glaube, er sagte tatsächlich: immer Metalle. Das ist aber nicht so wichtig. Wenn ich die folgenden fachlich ausgewiesenen Spurenelemente nehme und nach den Eigenschaften 'Metall' und und 'Mineral' -- das, was als fachliche Kerneigenschaft der Spurenelemente gehandelt wird -- alltagssprachlich unterscheide, dann sieht die Sache so aus:Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass ich die Alltagssprache und ihren Hintergrund halbwegs korrekt wiedergebe. (Wobei es 'ganz korrekt' nicht gibt. Hier ist alles statistische Unterscheidung, weil die deutschsprachigen Menschen nicht einheitlich reden und denken.) Die Einteilung ist intuitiv ungefähr verständlich. Zur Sicherheit: Objekt ist ++ = ganz sicher / + = ziemlich sicher / - = ziemlich sicher nicht / -- = ganz sicher nicht / ? = recht unklar / ?? = vollkommen unklar) Wir erkennen: die Unterscheidung in Metalle und Mineralien ist alltagssprachlich alles andere als sicher. Und: Spurenelemente sind für die allermeisten Nicht-Chemiker einfach 'sehr kleine Mengen von Irgendwas, das der Mensch zum gesunden Leben braucht,  in der Nahrung'. Egal was das Irgendwas chemisch tatsächlich ist. 
Eine weigere Folgerung, ein Wunsch ist mit diesen Überlegungen verbunden: Wer Fachmann ist forumuliere doch bitte: "In der Fachsprache der Physik / Chemie / ... versteht man unter XY ja ..." Und also nicht XY ist ... Letzteres ist nämlich linguistisch falsch. Nicht ist irgendwas, wir benennen in unterschiedlichen Gruppen und Schichten die Dinge nämlich unterschiedlich, und im Alltag treffen wir uns im Nebelwald der Wörter.
Ach, und noch was: Natürlich kann man von Fachleuten viel lernen. Wer also allgemein verständlich erklärt, was der Unterschied zwischen Strom, Spannung und Phase ist, der hat dem Fragenden einen echten Dienst erwiesen. Oder anders rum: Fachleute, die nicht besserwisserisch auf ihrem Fachwissen herumreiten, sondern ruhig sagen, warum, d. h. mit welchem Vorteil in der Benennunggenauigkeit und Verständigung und mit welchen Konsequenzen für die Messung usw., der Fachmal (auch natürlich: die Fachfrau) diese drei Begriffe unterscheidet, der hat was sehr gutes getan. Was wir also beispielsweise gut gebrauchen könnten, wäre eine klare Einführung in die Haus-Hof-und-Alltagselektrik. 
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Weiterführend: Einteilung von "festen Dingen". Beschäftigt sich die Festkörperphysik eigentlich auch mit der Luft oder, allgemein: den Gasen? Oder nur mit dem, was bei normaler Temperatur, 0 - 40 Grad Celsius fest ist? 
Die alte Sache mit dem Wal der angeblich kein Fisch ist. Manche Behauptungen und Sprachregelungen der Fachleute diffundieren in die Alltagssprache hinein, andere nur teilweise oder gar nicht.

Samstag, 3. Januar 2009

Stradivari

Eine Idee zu Stradivari hab ich noch! Weil ich da grad was finde

Städte als historisches Phänomen

Die Rolle der Stadt. Darüber muss man nachdenken.

Irans Lebensgefühl: Aschura

Man soll nicht über kulturelle Unterschiede im Allgemeinen bramarbassieren. Im Deutschlandfunk eine Sendung über iranische Schiiten, die Schlacht bei Kerbala, sagt ein 14jähriger -- es wird nicht ganz klar, ob es eine historische Aufnahme ist --, dass er in der Schlacht in den Tod geht, um sich von seinen Sünden zu befreien. Das sagt er mit heller, kindlicher Stimme. Vorher hat man gehört, dass im iranisch-irakischen Krieg sich iranische Kinder mit einem Plastikschlüssel, Symbol für den Schlüssel zum Paradies, und einer Granate in der Hand vor Panzer warfen.
Das Fanatische, das Unbedingte der Kinder auf der Schwelle zum Jugendlichen, das ist so ein konkreter Unterschied zwischen radikal-islamischer Ideologie und dem Westen. Hochmütig sollten wir nicht sein. Vor 64 Jahren gab es in Deutschland genug Jugendlicher, die sich ebenfalls für die politische Führung und deren Ideen opfern wollten. Denken wir dran! Selbst Günter Grass war ja unter ihnen.
Dieses Gedenken heißt nicht, dass die Maßstäbe relativ werden: Die ruhige Vernunft ist eine andere als die aufgeputschte Vernunft. Daran ist festzuhalten. Nicht wahr, Monsieur Robespierre?

Und dahin kann -- sollte man auch noch schauen! Und hier. Und im SPIEGEL hier

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Glaubenskriege, echte, nicht vorgetäuschte. Gibt es sie? Oder geht es immer nur um Macht und Geld und Einfluss? War der 30jährige Krieg ein Glaubenskrieg? Waren die Kreuzzüge Glaubenskriege? Gibt es auf solche Fragen überhaupt vernünftige Antworten?

Dienstag, 30. Dezember 2008

Marta "die Einzige"

Das auch noch. Unbeding! 

Lion Feuchtwangers München-Roman

"Ich war seine Heimat", sagt Marta Feuchtwanger von ihrem Mann, "mich konnte er mit sich nehmen". Sie war ihm, schuf ihm und bewahrte ihm ein Zuhause, wo immer er hinging und hinfloh. So wurde Marta Feuchtwanger, die er 1912 geheiratet hatte, trotz etlicher Nebenfrauen zur "Einzigen", zu der er immer wieder zurückkehrte.

Dazu auch noch eine Lesung von Percy Adlon. Vorgestellt von?

Lotto -- nicht mehr im Netz

Ja, ich habe manchmal -- wirklich eher selten -- Lotto im Netz gespielt. Lotto24.de oder so. Nun aber:
Spielteilnehmer, die bisher ihre Kreuze online gemacht haben, können den Angaben zufolge ihren Lottotipp in den bundesweit rund 23.700 Annahmestellen abgeben. Zudem könnten in den meisten Bundesländern die Spielteilnehmer weiterhin von Zuhause aus per Dauerspielauftrag das Spielangebot nutzen. Voraussetzung dafür sei ein einmaliger Auftrag in einer der Lotto-Annahmestellen. 

Na ja, dauernd spielen will ich nun auch wieder nicht. So süchtig bin ich nicht.

Montag, 29. Dezember 2008

Eine Kritik quantitativer Bestimmungen von 'Wissen'

Dass 'Wissen' zumindest in zwei grundsätzlich unterschiedenen Kategorien auftritt, hat Nassim Nicholas Taleb gezeigt. Taleb geht davon aus, dass das Wissen von Mediokristan und das von Extremistan -- zwei Modell-Länder, die Taleb zum Zweck der Veranschaulichung geschaffen hat -- sich dadurch unterscheidet, dass es eine Form von Wissen gibt, das quantifizierbar wächst (Mediokristan), während das andere Wissen kategorial herausragende und in diesem Sinn extreme 'Daten' enthalten kann (Extremistan). Die Aufstellung einer eine neue Form von Daten ermöglichenden Theorie wäre dem zufolge eine andere Art Wissen, als das Wissen um die Daten, die von der Theorie generiert werden.
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Nassim Nicholas Taleb, The Black Swan. New York 2007. Dt. Ausg.: ''Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse.'' München 2008. (Dt. Ausg. S. 55, 64 und passim).

Sonntag, 28. Dezember 2008

Geschäftsidee 3: IPod - negative emotions

Mixed Emotions zuerst, dann Denken, dann -- Ablehnung. Die Rede ist von Apples IPod, 8 GB, den mein Sohn, 12, zu Weihnachten wollte und bekommen hat. Zwangsweise habe ich mich wieder einmal mit ITunes usw. beschäftigt.

Vorab: Natürlich habe ich, wie so viele, Sympathien mit den Apple-Leuten. Halte sie auch in einem gewissen Umfang für geschäftlich genial. Wer kann schon sagen, dass er neben der Windows-Welt ein proprietäres -- nein, nicht Format, sondern Logo etablieren kann? Aber man kann es natürlich auch übertreiben mit der Genialität.

Zuerst einmal: Mein Sohn hätte beinahe seine gesamten Ersparnisse für Downloads von Liedern eingesetzt. Das erinnert an die geniale Marketingstrategie von Rauschgift-Dealern. Erst einmal kostenlos ein paar Proben. Und wenn sich dann die Sucht eingenistet hat, kostet das täglich und immer wieder. Ist so was legal. Im Kapitalismus natürlich schon.

Dann habe ich mir das Konzept von ITunes angesehen. Das soll was sein? Intuitiv vielleicht gar? Dass ich nicht lache!

Intuitiv wäre das Folgende: Es gibt
  • die eigene Festplatte
  • den angeschlossenen Player
Die Festplatte ist die Tankstelle, der Player das Auto. Sozusagen. Ich kann Alben und Einzeltitel auf den Player speichern und da auch löschen. Ganz einfach, indem ich kennzeichne, in Block setze, und sage, was ich tun will. Ja, wer angefixt ist, wird sagen: Genau so geht es doch! Aber eben nur für den Jünger der Firma Apple. Für die anderen: ein heilloes Getue mit Playlists und anderem Kram. Diese Listen wären schön, aber doch nur als Hilfsmittel! Wir haben es jedenfalls geschafft, die Titel drei Mal wieder vom Player zu löschen, ohne dass wir das wollten.

Aber noch einmal: das proprietäre Süchtig-Mach-Marketing, das sich da auftut, gehört verboten.

Samstag, 27. Dezember 2008

Pilot, betrunken

Manchmal macht es doch Spaß (!), Blogs zu lesen und Neues zu ent- decken. Zum Beispiel das mit dem betrunkenen Piloten, der zwar für die Inder flog, aber doch US-Amerikaner war.

Berichterstattung: das Naheliegende

In der Nähe von Oberau, Strecke Garmisch - München, sind zwei junge Männer kurz vor Heiligabend auf der Straße bei einem Unfall gestorben. Das übliche Herumgedruckse, was der Grund des unerklärlichen Unfalls gewesen sein könnte. 
Warum schließen die Zeitungen nicht das Naheliegende aus -- oder vermuten es einfac. Ich vermute es jedenfalls. Wird das Ergebnis der Untersuchungen noch medial nachgeliefert oder nicht?
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Mein Kommentar: "Ich vermute -- trotz aller Tragik des Geschehens --, dass der junge Fahrer sich ver- und überschätzt hat und überholen wollte. Wenn das nicht der Fall ist, hätten die bisherigen Berichte das ruhig ausschließen sollen."

E-Mail an Microsoft in .de

Hier also das vorläufige Ergebnis. Man hätte es sich ja denken können, dass MS mit .de nichts zu tun haben will. Ich versuche es jetzt, am Ende des Tages, mal mit .com. 

Freitag, 26. Dezember 2008

Microfsoft-Support -- zum Schreien!

Ich möchte die Firma Microsoft Folgendes fragen: Ich musste, nachdem die Festplatte eines HP Notebooks kaputtgegangen war, Windows XP neu, auf die neue Festplatte, installieren. Die Sache -- wir haben 3 PC laufen -- habe ich ein paar Wochen liegengelassen. Jetzt komme ich dazu. Die Weihnachtstage eben. Was ich vorfinde: Das Notebook. Die Original-XP-CD. Aber kein Product-Key, wie der so heißt, weit und breit. Der liegt irgendwo in Kisten nach einem Umzug. 
Fragen wollte ich also schlicht: Was soll ich tun? Bekomme ich, wenn ich die originale CD schicke, einen neuen Key? 
Jetzt versuchen Sie mal mit Microsoft Deutschland Kontakt aufzunehmen! Sie klicken sich durch einen Wahnsinnswust von Untermenues, erfahren zwischendurch irgendwo, dass ein Support-Anruf 72 (!) Euro an Grundgebühr kostet und dann 14 Cent pro Minute. Und wenn Sie dann eine E-Mail schreiben wollen, steht da ein Vertrag davor! Ein Vertrag, damit ich eine E-Mail schreiben darf! ES IST ZUM SCHREIEN! Kann ein solch reiches Unternehmen nicht ein paar Jobs schaffen, damit man an info@microsoft.de eine Mail schreiben kann, und die Mail wird dann von einem der Mitarbeiter dem Zuständigen zugeschickt. Ist das zuviel verlang?!

Mal sehen, was passiert, wenn ich es mit dieser Adresse da oben versuche!
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Ich trage nach: Meine kleine Tochter, 9, hat sich 5 Euro verdient -- von mir spontan als Belohnung ausgelobt. Sie hat entdeckt, dass auf dem Boden des Notebooks ein Aufkleber mit dem Key war. Und die Zeichenabfolge hat gestimmt.  Was noch nicht sagt, dass die Microsoft-Strategie nicht die Grenze zum --GESTRICHEN-- überschritten hat. 

Stil der Foren

Ich weiß, man kann sich der Sprachveränderung nicht in den Weg stellen. Dennoch zieht es mir die Zehennägel hoch, wenn ich den anbiedernden Stil der Foren lese, dem die scheinlockere Abkürzung + Pseudolockerheit ohne Komma-Setzung alles ist. Und auch wenn das Volk über mich herfällt, mit dem gängigen Wir-sind-das-Foren-Volk-Lebensgefühl, ich fühl mich elend, wenn ich so was lese: 
Hallo,
ich bin am verzweifeln. Ich hab mir vor ner Woche nen IBM X30 gekauft. Nen Subnotebook ohne CD-Rom/Disketten-LW. Hab mir gedacht, wenn ich nen LW brauche dann nur um nen OS zu installieren, und nen USB Stick hab ich ja auch noch...

Dienstag, 23. Dezember 2008

Frequenzen-Tabelle für das Radio

Manchmal ist der Alltag zum Haareraufen. Da gibt es offenbar bei dem Unternehmen Kabel Deutschland keine Frequenzen-Tabelle für das Radio. Ich habe eine neue Stereoanlage, will nachschauen -- nichts.

Die Privatinitiative ist gefragt. Eine Familie aus Freising liefert die Rohdaten. (Das ist erst mal rüberkopiert. Wenn ich die Münchener Werte gesammelt habe, ändere ich für München.)

 BR 2 OBB  87,50 MHz
 Ö 1  87,80 MHz
 Ö 2  88,20 MHz
 Ö 3  88,75 MHz
 ERF  89,20 MHz
 Radio Horeb  89,60 MHz
 2255 Gewinnradio  90,25 MHz
 Bayern 5  90,55 MHz
 Bayern 4  91,00 MHz
 Bayern 1 München  91,65 MHz
 Bayern 2 München  92,20 MHz
 Bayern 3  92,50 MHz
 Bayern 1 OBB  92,95 MHz
 FM 4  93,60 MHz
 Top FM 106,4  94,60 MHz
 M 94,5  94,90 MHz
 Hitwelle Freising  95,25 MHz
 Radio Galaxy  95,75 MHz
 Radio 2 day  96,20 MHz
 Feierwerk / Lora / Horeb  96,75 MHz
 Energy München  97,05 MHz



 Charivari München  97.80 MHz
 Gong 96,3 München  98,35 MHz
 Radio Arabella  98,75 MHz
 Rock Antenne  99,60 MHz
 Antenne Bayern  99,90 MHz
 Radio Melodie  100,55 MHz
 Deutschlandfunk  101,40 MHz
 DEF JAY  101,85 MHz
 SWR 3  102,15 MHz
 SWR 2  102,75 MHz
 SWR 1  103,45 MHz
 Deutschlandradio Kultur  103,85 MHz
 RTL Radio  104,45 MHz
 Radio Deluxe  105,15 MHz
 Fantasy Bayern  106,25 MHz
 JAM FM  106,65 MHz
 sunshine live  107,30 MHz
 Klassik Radio  107,60 MHz

Jetzt muss ich das aber noch für München anpassen. Ganz übertragbar ist die Tabelle nämlich nicht. Die Deutschland-Kabler schreien derweil auf ihrer Homepage weiter herum, um neue Kunden einzufangen.

Der Bye-bye-Bush-Schuh

Ich habe keinen Anlass, George W. Bush zu verteidigen. (Wiewohl ich die medialen und individuellen Unisono-Negativ-Statements für eine wohlfeile, heißt: arg billige Allgemein-Selbststilisierung in political correctness halte.) Aber die Hysterie, die um den Schuhwerfer von Bagdad ausgebrochen ist, hat schon was leicht Dämliches an sich. Wie da die Völker der Hilflosen sich in einen symbolischen Triumph hineinsteigern, das kommt mir ziemlich lächerlich vor. 
Semiotisch noch gesehen: Im Deutschen gibt es ja das schöne Wort, dass der, der mit dem Finger auf andere zeigt, mit drei Fingern auf sich selbst zeigt. In Abwandlung auf den vorliegenden Fall: Wer einen Schuh -- arabisches Verachtungszeichen; seltsam genug! -- auf einen anderen wirft, der hat den Schuh und den Schmutz, der an demselben haftet, erst einmal selbst in der Hand. Und wenn wir bedenken, dass das Arabische das, was den Schutz der Füße ausmacht, verachtet, dann fragen wir uns doch wohl auch: Hat der gute Schuh das verdient?! Wäre es nicht besser, ihn zu achten? Sollten die Araber und die Türken nicht vielleicht einmal generell darüber nachdenken, was sie besser nicht verachten sollten?

Sklaven - damals und heute

Das ist ein historisches Forschungsprojekt, das es wert ist, gefördert zu werden: Der Begriff des 'Sklaven' in Ideologie und Praxis.
"Pro Woche ein Todesfall
Rund 200.000 ausländische Haushaltskräfte arbeiten derzeit im Libanon: Wegen ihres rechtlichen und sozialen Status werden sie von ihren Arbeitgebern meist wie Sklavinnen behandelt
Beirut - Ein äthiopisches Hausmädchen liegt schwer verletzt in einem städtischen Krankenhaus, nachdem sie vom 12. Stockwerk eines Beiruter Hochhauses gestürzt war. Sie behauptet, ihre libanesische Arbeitgeberin hätte sie von der Brüstung gestoßen."
Wo bleiben da die Eingriffe der UNO? Wo sind die Menschen- rechtsorganisationen?

Sonntag, 21. Dezember 2008

Ein Weihbischof und seine materiellen Wünsche

Ein Moderatoren-Wunsch im Radio: dass ein Weihbischof seine materiellen Wünsche für Weihnachten äußert. Ein neues Auto vielleicht? Sehr betont: es geht um das Materielle. 
Und der Bischof antwortet – völlig ideell! Bei den Franziskanern, da habe er sich wohlgefühlt, Predigt. »Wenn das stimmt, dass er Mensch geworden ist... Wenn das stimmt...!« Will er auf eine solche nicht antworten? Hat er sie falsch verstanden? Der Moderator setzt nicht nach.

Alexander Kluge. Nachrichten aus der ideologischen Antike

Ich habe den Schwingschleifer beiseite gelegt, um ein paar Bemerkungen zu Alexander Kluge festzuhalten. Weil gerade eine Sendung in Bayern 2 läuft. Erst einmal -- Frage: Wie kann es Kluge gelingen, bei Privatsendern solche Dinge wie DCTP unterzubringen? Antwort: Weil er zu den Verantwortlichen hingeht, sich keinesfalls abwimmeln lässt, und die Verantwortlichen wollen nur eines -- Kluge wieder aus der Tür gehen sehen. Sie halten seine regelstmäßig mit dem zustimmungsheischenden "... Ja?!" hingeschütteten, so zart behauchten Reden einfach nicht mehr aus. Und also sagen sie schnell: "Ja, in Ordnung! Prima!" Und verweisen auf den nächsten Termin.
Jetzt mal im Ernst: Ich kann tatsächlich Kluges Zustimmungs- heischegequasselrhetorik ganz schlecht aushalten. Aber auf der anderen Seite zwinge ich mich hin und wieder auf die Inhalte zu hören. Und die sind prima! Durchdacht. Tief. Belesen meistens auch noch. Also komme ich darauf, mich zu fragen, warum ich so oberflächlich bin, dass ich nur auf das Äußere höre und nicht auf das, was dahintersteckt. Es ist mein Problem. Ich weiß, und ich gebe es zu.
Ah ja, da war eine Sendung von Roderich Fabian im Radio, über die neue Suhrkamp Filmreihe, die wohl mit Kluge aufmacht. Mal drauf achten, auf diese Reihe. Die Sendung selbst finde ich im Netz so schnell nicht. Ist ja aber auch nicht wo wichtig.
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P. S. Auch das wird bei Kluge klar: Den Marxismus kann man nur aushalten, wenn man ihn in bürgerliche Salonrhetorik transformiert und ihn keinesfalls so ernst nimmt, dass man Gewehre kauft und die Revolution ausruft. Mit Revolution lebt es sich ganz schlecht. Aber mit einer milden, feuilletonisierten Liebe zu den sowjetischen Dingen, den guten natürlich, zu Eisenstein beispielsweise, da lässt es sich im Kapitalismus, vor allem in den Zeiten der Finanzkrise, prima aushalten.