Samstag, 12. Januar 2008

Blogger über das Bloggen

Eine solche Linksammlung musste einfach her!

Wie soll ich bloggen? 1

ROMULUS

Dass ich nichts vergesse, hat G. einmal gesagt. Halb bewundernd, halb vorwurfsvoll. Also also vergesse ich auch das nicht. Aber ich nehme die entsprechende Seite raus. Noch ist es nicht so weit.
Sonntag, 22. April 2007

Ein Roman neuen Typs

Die Grundsätze, die diesem "Roman neuen Typs" zugrunde liegen werden:

Form und Inhalt des ROMULUS werden reflektiert, besser und exakter, als literaturwissenschaftliche und feuilletonistische Interpreten das nach Vorliegen des Texts tun könnten. (Das richtet sich direkt gegen das Reich-Ranicki-Diktum -- das viele Literaturwissenschaftler als gesichert verinnerlicht haben: dass nämlich Autoren von den Kompositionsprinzipien ihrer Texte so viel verstünden wie die Vögel von der Ornithologie.)
Die Möglichkeiten des neuen Mediums Internet werden in das Schreiben mit einbezogen.
Es ist soweit: Literatur und Religion bewegen sich aufeinander zu. (Das sollte, bitte, so, und so missverständlich wie es ist, akzeptiert werden. Was damit gemeint ist, wird erst klar werden, wenn der Roman fertig ist.)

Gepostet von Haizara unter 03:01 0 Kommentare

Labels: Literatur und Internet, Literaturkritik, Reich-Ranicki


Samstag, 21. April 2007
Der Beginn der Vorbereitungen


Ich beginne mit der Vorbereitung zu meinem Roman ROMULUS.

Zur Vorgeschichte.

Die erste Fassung, oder besser: den ersten Versuch, habe ich vor 37 Jahren geschrieben. 60 Seiten, ohne genauen Plan. Die Idee war, dass sich ein Bild aus dem vorausgehenden ergeben müsste.


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Die erste Szene: ein junger Mann sitzt in einem Café, das am Fuß einer sehr hohen Mauer liegt, und versucht zu beschreiben, was nun beginnt. Er lebt in "der Stadt", und in dieser Welt, in der der junge Mann lebt, gibt es nur diese eine Stadt. Eine der wichtigsten Institutionen der Stadt sind die "Märchenerzähler", die die Gegenwartsmythen der Stadt erschaffen.
Zu den uralten Mythen der Stadt gehört eine Geschichte, die besagt, es gebe "das Meer". In dieser Welt gibt es kein reales Meer. Nur diese alten Geschichten sprechen davon. Allerdings gibt es Brunnen in der Stadt, aus der das Wasser stammt und in die sich die psychisch Kranken stürzen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Sie hoffen, dass sie durch die Brunnen zum Meer getrieben werden.
Der junge Mann, Romulus, will Märchenerzähler werden, und tatsächlich hat er an diesem erfahren, dass er versuchen kann, ein Erzähler zu werden. Allerdings, so hat der Mann, der ihm das mitgeteilt hat und der sein erster Lehrer werden wird, gesagt: Von den vielen jungen Männern, die versuchen, Märchenerzähler zu werden, scheitern beinahe alle während der Ausbildung. Denn diese Ausbildung ist lang und hart.
Es folgt die Beschreibung der Ausbildung des Romulus.


*


Vor 20 Jahren habe ich versucht, die erste richtige Fassung zu schreiben. Immerhin ein Versuch, der fast zwei Jahre in Anspruch genommen hat. Dann habe ich aufgegeben. Es war klar, dass ich "noch immer nicht so weit" war.


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Jetzt also ist es so weit. Ich habe noch eine Vorbereitungszeit von einem Jahr. In dieser Zeit will ich Notizen, die ich über die ganze Zeit hin angefertigt habe, zu ordnen, die theoretischen Probleme zu erörtertn. Probefassungen wird es hier nicht geben.

Die neue und wirklich mit dem ursprünglichen Gedanken nur noch lose verbundene Geschichte der nachfolgenden dritten, der wirklichen Fassung, ist mir vor ungefähr 5 Jahren in Umrissen klar geworden. Seitdem habe ich sie in der Vorstellung ausgebaut. Jetzt also der Anfang der Vorbereitungen, während ich noch an einem anderen Roman schreibe.


Gepostet von Haizara unter 03:38 0 Kommentare

Labels: Entwurf, Literaturtheorie, Roman

KD Wolff

Was es im Laufe des Lebens nicht so alles gibt. Auf einem recht knappen Umweg, den K. findet, ein Kontakt zu KDW. Und er ist, mit Lebengefährtin, Musikwissenschaftlerin, auf einmal zu Gast im Bauernhof. Wo er prompt auf der ausgetretenen Treppe ausrutscht und sich verletzt. Das Bewusstsein der Ironie: Wenn SDS-Führer in die Jahre kommen! Das ist eine Metapher für das und ein Trinkspruch auf das Leben als solches. Jetzt ist noch herauszufinden, ob KD der Stroemfeld-Verleger wurde, weil er er Sohn von Kurt Wolff ist. Auch Verleger. Lassen wir es langsam angehen ...
KDF -- sein notorisches Betteln sollte ihm mal jemand abgewöhnen. Es ist und bleibt eine dumme Marotte.
Später stehe ich auf der Buchmesse mal rechts von KDF, während er mit jemandem spricht. Eigentlich wollte ich ihn dann ansprechen und sorgsam und langsam auf den Bauernhof geleiten. Aber sofort war mir klar, dass ein Mann, der so vielen Menschen begegnet, daran keine Erinnerungen mehr haben wird. Also gehe ich still weiter.
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Mittwoch, 9. Januar 2008

Verkehrsrowdy ...

... das ist ein Wort, das nach Oma klingt, die ängstlich mit 110 km/ auf der Autobahn unterwegs ist und sich ständig bedrängt fühlt.

Das ist so ein anderer Fall: Den, der mit dem Kennzeichen RO MC 45* vorhin, um 13:55, auf der Autobahn bei Brannenburg Richtung Innsbruck Innsbruck mit seinem Mercedes-SUV mit geschätzten 210 km/h herankam und seine Karre bis auf vier Meter auf meine 170 km/h heranbrachte, sodass ich sein Gemüsegärtlein-Bärtchen im Rückspiegel erkennen konnte, den sollte ich eigentlich anzeigen, glaube ich. Aber -- würde es was nützen?

Nachdem aber Schüler ihre Lehrer ganz offiziell benoten dürfen, darf ich das denn auch bei solchen Zeitgenossen? Auch mit Nennung der letzten Stelle des Kennzeichens?

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NACHTRAG zu gestern, 21.01.2008, auf dem Weg von Unterhaching nach Ottobrunn, 9:16. Da gibt es eine Einfädelspur für die, die von der Autobahn kommen. Amüsiert beobachte ich, wie einer aus der normalen Spur nach rechts fährt, um eine alte Dame, die ihm zu langsam ist und zu viel Abstand hält, rechts zu überholen. Freie Fahrt dem Tüchtigen, den nichts aufhält!

Aber dann! Da wo's einspurig wird schießt ein kleiner schwarzer Smart rechts ran. Ich habe versucht einen halbwegs vernünftgen Sicherheitsabstand zu halten. Da passt der Smart M LH 57* mitsamt seinem Werbeaufdruck natürlich -- kurzes Reißen am Lenkrad, und ZACK! -- prima rein. Als ich reflexartig hupe, weil ich fast auf ihn draugefahren wäre, hupt der Smart fröhlich zurück.

Also, liebe Leute! So wird man ein tüchtiger, durchsetzungefähiger Münchener. Einer, der's natürlich, weil er ja tüchtig ist, immer eilig hat, und so fährt man als solcher. Damits ihr's nur mal wisst! (Vielleicht war's aber a bloß a zuzogner Preiss, a tüchtger, damischer, a gscherter!)

Tour de France

Das Assoziationsvermögen des Menschen ist zuweilen arg deppert. Des Menschen. Meins also auch. Ich lese bei Ebay, bei einem Rudergerät, nicht bei einem Fahrrad: "Trainieren wie die Tour de France Profis mit einer Pulsanalyse!" Sofort liegt mir die Frage auf der Zunge, respektive auf der Tastatur: "Liefern Sie auch die entsprechenden Dopingmittel?" Nicht sonderlich witzig. Aber so funktioniert das Denken eben. Für eine Pointe die Großmutter und die eigene Reputation verkaufen ...

Martin-Walser-Extreme

Martin Walser, wie alle literarischen Männer, die das Extreme nicht scheuen, schwadroniert über Samenerguss -- als Ausschüttung -- und das Schlucken von Samen. Das ist ein wenig besser als jener Paradimensatz "... und er befreite sich in sie". (Der ist nicht von Martin Walser, schon recht.) Natürlich ist das alles vom "Erzähler" der von "Rosa" erzählt, es ist natürlich nicht vom "Autor".

Ikea-Soziologie

Ich bestelle bei den praktischen Soziologen eine umfassende Untersuchung zu der Frage, was den Erfolg von Ikea ausmacht. Dabei sollte Hilfe eingeholt werden: Gefilmt werden muss unbedingt der Weg zum Beispiel einer Schreibtischkombination JONAS vom Kauf bis zum endgültigen Aufstellen am bestimmten Platz. Genau sollte geachtet werden, wie die Leute mit der Tatsache umgehen, dass beim Umdrehen des Schubladen-Elements die Rollen dauernd abfallen. Auch andere Feinheiten dieser Art.
Ach ja, der Erfolgsfaktor. Vorab muss so einiges gesagt werden. Etwa dass, wenn wir die Zusammenbau-Zeit zu der Kaufzeit mit nur 15 Euro pro Stunde ansetzen, die Preise realistischer werden . (Oder mal den Zusammenbau-Dienst, den es auch gibt, antreten lassen und bezahlen.)
Aber der Erfolg von Ikea kommt wahrscheinlich doch von dem Bemühen der Menschen beim Zusammenbauen; da bin ich mir ziemlich sicher. Das wollen die Leute erleben. Aber eine empirische Bestätigung müsste natürlich doch noch sein.

Dienstag, 8. Januar 2008

Es grünt so grün...

"Gewalt hat immer Ursachen." heißt es bei der Grünen Jugend. Und dazu wird ein niedlich lächelnder Kleiner mit eiem Pflasterstein in der Hand gezeigt. Darf man mal rufen: Ja, die Gründe liegen in der Grünen Natur! Die hat Aggression und Egoismus entstehen lassen. (Das sieht man schon bei den Hirschen, die um Revier und Weibchen keilen. Und vor allem bei den niedlichen Knutbären, die, ziemlich grundlos, nur vom kleinen Hunger überfallen, ihre Babys auffressen.)

Dazu auch, dass der Mensch nicht immer des Menschen Freund ist. Von Schlimmerem ganz zu schweigen. Und auf jeden Fall doch bitte nicht immer: Dieses Gejammere über "die Gesellschaft", "den Kapitalismus" oder was der Übel mehr da sind. Das ist einfach nur ein gutmenschliches Gejammere, mit dem man sich auf die bessere Seite begibt, um andere für nicht gut erklären zu können. Wer sein Auto abschafft, hat was getan. Wenn er noch 100 andere dazu bringt, es ihm gleichzutun, hat mehr getan. Wer klimatisch und aggressionsverdammend jammert und einen alten Mercedes fährt und dann noch über seinen Nächsten von der CSU bös herzieht und für Bullenkloppen viel Verständnis hat, der ist schlichtweg -- sagen wir, um nichts Aggressives zu sagen: ein Depp.

Samstag, 5. Januar 2008

Skandal-Video

Was man doch so alles unter Skandal-Video findet! Oben-Ohne-Frauen mahnen in Dänemark zur Einhaltung des Tempo-Limits. (Was da wohl die Männer der islamischen Frauen sagen?! Gibt es schon Flaggenverbrennungen vor Fernost-Koranschulen?)

"Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, sorgte das Filmchen bereits für einen handfesten Polit-Skandal in Skandinavien. Die rechtspolitische Sprecherin der dänischen Sozialdemokraten, Karen Hækkerup, bezeichnete den Aufklärungsfilm als „exzeptionell bescheuert“ und forderte die rechtsliberale Regierung auf, sich mit dem „internationalen Skandal“ zu befassen."

IMac vs. PC

So, und das soll auch noch überliefert werden. Keine Ahnung, was die Normal-PC-Benutzer dazu meinen. Kann Ihr PC das auch? Bezie- hungsweise: Können Sie das mit Ihrem PC machen?


(Gefunden bei AOL)

Freitag, 4. Januar 2008

Verschwörungstheorien

Zugegeben, ich liebe Verschwörungstheorien, egal ob sie zum Lachen, zum Weinen oder einfach und tatsächlich zum Staunen sind. Das menschliche Gehirn, so mein Schluss, ist ein Abbild des Kosmos. Oder von Gott. Oder von dem, was wir nicht kapieren. Die Verschwörungstheoretiker sind die Interpretatoren des sonst Ungesehenen. Hoch soll'n sie leben!
Heute wieder so ein globaler Fund, mit unbekannten Objekten in Grönland, einer unbekannten Raumstation neben der ISS und einem Film über Mormonen-Untaten im 19. Jahrhundert. Also -- was wäre das Leben ohne den Kitzel des Phantastischen?!

Dorothy Stratten

Eine Übung in Sachen Taxonomieisierung: Männer einteilen in Gruppen. Irgendwo diese Unterscheidung (immer mit JA / NEIN):

-- die den Playboy lesen oder gelesen haben
-- die sich an ein Playmate of the year erinnern
-- die bei der Auswahl Dorothy Stratten nennen

"Dorothy died when she was just 20 years old, on August 14, 1980. She was just on the cusp of superstardom then."

Blog-Grenzen

Merkwürdig: Wenn ich blogger.com aufrufe und mich anmelde, dann ich zwar neue Artikel schreiben, aber die vorhandenen nicht überarbeiten. Das war schon manchmal so. Waran mag das liegen?
Wahrscheinlich stoße ich einfach an die Grenzen des Blogbaren. Denn: Worüber man nicht bloggen kann, darüber muss man bei Gelegenheit mal nachdenken.

Fundsachen heute 2: Stefan Aust und der SPIEGEL

Okay, diese Meldung ist auch schon nicht mehr frisch:

"Nach der Absage des ZDF-Manns Claus Kleber geht die Suche des Nachrichtenmagazins nach einem neuen Chefredakteur weiter. Sie begann, als der Vertrag des langjährigen Chefs Stefan Aust nicht über 2008 hinaus verlängert worden war. Inzwischen spekulieren Branchenkenner über ein spektakuläres Comeback."

Und was also ist der Stand der Dinge? Gut, Weihnachten, Fest des Friedens, war zwischendurch mal. Aber wurde nicht zwischen den Jahren eifrig weitergesucht?

Auf der Suche findet man Kerner, der für mich ein Problem ist: Aussehen tut er immer wie ein sehr freundlicher, doch etwas unterbelichteter Gymnasiast. Also wundere ich mich, dass er allüberall im Fernsehen erscheint. Und dann redet er aber durchaus witzig und differenziert im Interview, also doch wohl ohne die Hilfe der Gag-Schreiber. Und so kann es sein, dass JBK doch nicht so überbewertet ist, wie ich und andere [sic] so manchmal glauben.

"SZ: Warum haben Sie Aust 2000 während der Olympischen Spiele in Sydney in Ihre Sendung eingeladen?

Kerner: Es war das einzige Mal. Und es hätte vielfach Grund gegeben, ihn erneut einzuladen.

SZ: Aust wurde nach Australien eingeflogen.

Kerner: Schwimmen ging nicht. Stefan Raab und Wolfgang Schäuble wurden damals auch eingeflogen. Sie waren Gäste meiner Sendung. Aust ist ein großer Liebhaber der Reiterei und konnte sachdienliche Hinweise geben in einer Sportart, in der ich nicht so zuhause bin."

Fundsachen heute 1: Bai Ling

Dass eine noch recht junge Frau bei ihrem Geburtsdatum um drei bis fünf Jahre schummelt, wird häufiger vorkommen. Aber gleich neun Jahre? Wikipedia jedenfalls vermeldet:

"Bai Ling [...] (* 10. Oktober 1970 in Chengdu) ist eine chinesische Schauspielerin. Nach den Angaben ihres Vaters soll Bai Ling am 10. Oktober 1961 geboren sein."

Und dass sich eine Frau aus dem Großen Roten Reich so offenherzig und barbusig zeigt, hätte man auch nicht so leicht vermutet.

[ Viele, viele Bilder! ]

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NACHTRAG (16.10.2014): "Die "Berlinackte" ist zurück. Bai Ling wieder im Nacktkleid auf dem roten Teppich". (rp online)

Dienstag, 1. Januar 2008

Mindestlohn

So kann es gehen:

"FDP-Chef Guido Westerwelle warf der Bundestagsmehrheit vor, sie wolle nur den »Staatsmonopolisten« Post AG schützen." (Quelle)

Wie wäre es mit der Sichtweise: Da beuten Kapitalisten frohgemut arme Schweine aus, um Kasse zu machen. Und wenn das nicht mehr in vollem Umfang geht, dann schaffen sie ohne mit der Wimper zu zucken Arbeitslose. Um der Politik mal zu zeigen, wo Bartel den Most holt und wo der Hammer hängt. Ja, eben: Nicht bei der Sichel, sondern in den Vorstandsetagen.

weltgeschichte

Das Jahr fängt gut an! Ich suche bei google "die 100 wichtigsten ereignisse der weltgeschichte" und finde das:

Sonntag, 23. Dezember 2007

Fundsachen: Karrieren

Erst mal ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat:

"... Die Zierde, Lothar Bossle, war Juso-Vorsitzender und führender SDS-Funktionär, bevor er sich zur CDU bekehrte. 1972 gründete er rechtsaußen eine „Aktion der Mitte", die mit Industrie-Millionen in Wahlzeitungen und großen Zeitungsanzeigen Schlammschlachten („ein Sozialismus, der von 1933 bis 1945, war genug") gegen die sozial-liberale Koalition führte."

Der Kontext ist hier nachzulesen.

Und zu dem Mann der Wikipedia-Eintrag.

Sucht und Süchtig machen

Was ich mir noch vornehme: die Übergänge vom legalen zum illegalen Anfixen genauer zu bestimmen. Also denn. Die offizielle, gesetzlich vorgeschrieben Schnellsprechansage: "Glücksspiel kann süchtig machen..." Die Schnäppchen-Versprechungen. "Mediamarkt. Ich bin doch nicht blöd!" Ergänze: "Aber latent konsumsüchtig!" Und dann vor allem, meine Lieblingssparte: Die Anfix-Probepackungen auf den PCs, die man so kauft. Vorinstalliert. Drei Monate zur Probe. Oder: Die Vollversion, leicht hier online zu erwerben, kann noch das. Und das. Und das auch noch. -- Bitte geben Sie ihre MasterCard-Nummer an." Ein kleiner Ekel kann da nicht mehr runtergeschluckt werden.
Was wir aber festhalten wollen, eben: Die Übergänge sind absolut fließend. Vom Schulhof-Ansprech: "Hey, willste mal Stoff? Kostenlos!" bis zu den Handy-Versprechen: "Flatrate Festnetz, Flatrate PC, Flatrate Handy. Alle 0,00 Euro."

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Sprachfragen: der oder das Blog?

Die Frage sollte eigentlich entschieden sein, denn Blogs sind ja wichtig und eingeführt. Sagt man also der Blog oder das Blog. Zuerst die reinen Fakten, die faktischen Fakten sozusagen, wie sie uns von Google übergeben werden:

85.500 für "das Blog von"
80.100 für "der Blog von"

Auch wenn Blog als Neutrum knapp an der Spitze liegt -- man muss sich die absoluten Zahlen ansehen --, ist die Sache doch, was die Sprachnorm angeht, unentschieden. Die Gründe für die Abweichungen sind auch klar: der Blog erinnert an der Block. Das schlägt durch. Und das Blog geht auf die Wortzusammensetzung ein WWW+das Logbuch.
Der Wikipedia-Befund:

"Genus Im deutschen Sprachgebrauch überwiegt leicht der Gebrauch des Wortes mit sächlichem Artikel vor dem mit männlichem Artikel. Mit der 24. Auflage wurde das Wort in den Duden aufgenommen (zusammen mit bloggen, Blogger und Bloggerin); dabei wurde die sächliche Form als Hauptvariante und die männliche Form als zulässige Nebenvariante dargestellt, was jedoch weiterhin umstritten ist, nicht nur aufgrund anderer, erwiesenmaßen falscher Schreibweisen im Duden (siehe z.B. Dönerkebab)."

Das Witzig-Unfachliche an der Argumentation der WP: Die WP-Leute, die hier sprechen, können es nicht lassen, irgendwo im tiefen metaphysischen Hintergrund das vorhandene und mit den richtigen Mitteln zu entdeckende "Sprachrichtige" zu postulieren. Das es auf jeden Fall gibt, das der Duden aber nur nicht kennt, usw. Aber linguistisch sinnvoll sind nur zwei Vorgehensweisen: a) Wiesenweg-Methode: 'Mal sehen, wie es sich in der Schreib- und Sprechpraxis so entwickelt.' Und, b) jenseits unserer angeborenen Bescheidenheit müssen wir uns beteiligen mit dem Satz: 'Mein sehr gut entwickeltes Sprachgefühl sagt mir, dass wir die Variante X der Variante Y vorziehen sollten.'

Ich mit meinem Sprachgefühl bin für: der Blog. (Argument: Hoch lebe die oberflächliche, lautliche Analogie!)