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Montag, 18. November 2019

Stichwort: BoD

Ich habe mal wieder an das Stichwort BoD gedacht. Books on Demand. Bücher, hergestellt, wenn sie bestellt werden.

Ich hab gesucht und diesen gut geschriebenen Erfahrungsbericht von -- ja von wem eigentlich? Wenn man die URL kürzt, ist erst mal was "forbidden" und dann kommt die Indexseite, die nicht gesichert Auskunft gibt in der Frage, wenn das mit dem BoD geschrieben hat. (ja, da sollte ein Autorenname drüber stehen!)

Ist es also vielleicht Peter Lukasch aus Wien? Ich weiß es nicht.

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Über das Veröffentlichen von Büchern. Hinweise für angehende Autoren. Ein Erfahrungsbericht mit BoD

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Habe ich Sie noch immer nicht entmutigt? Sie sitzen da, halten Ihr Manuskript umklammert und bestehen darauf, dass es gedruckt wird, zumindest im Internetbuchhandel erhältlich sein soll, Ihnen daraus aber keine oder doch keine nennenswerten Kosten entstehen und Sie sogar ein Autorenhonorar bekommen, falls doch einige Exemplare Ihres Buches verkauft werden? Ja, mit solchen Wünschen sind Sie nicht allein und der Markt hat auch darauf eine Antwort gefunden. 

Das Zauberwort heißt "Print on Demand" oder "Book on Demand". Dieses Publikationsverfahren ist erst vor etwas mehr als einem Jahrzehnt aufgekommen, beruht auf der Digitaldrucktechnik und hat in den letzten Jahren starke Verbreitung gefunden. Das Prinzip ist einfach aber genial: Es gibt von Ihrem Buch keine reale Auflage mehr, sondern es existiert nur als digitale Druckdatei auf einem Server. Nur dann, wenn eine bestimmte Anzahl oder auch nur ein einzelnes Exemplar bestellt wird, drucken und binden Automaten, die zu diesem Zweck entwickelt wurden, die Bücher und machen sie versandfertig. Der Vorteil liegt auf der Hand. Anders als beim klassischen Offsetdruck gibt es keine Startauflage mehr. Es fallen keine Lagerkosten an und es besteht auch nicht die Gefahr, dass Investitionen, die in den Druck der Startauflage getätigt wurden, verloren sind, wenn sich das Buch nicht gut verkaufen lässt und die Restauflage verramscht oder eingestampft werden muss. Alles was man braucht, ist die Druckvorlage. Deren Herstellung kann allerdings Probleme und Kosten verursachen, auf die ich noch zu sprechen kommen werde. Dieses Verfahren wird zunehmend auch von Autoren genutzt, die entweder keinen "richtigen" Verlag gefunden haben oder sich von vornherein den Mühen einer traditionellen Verlagssuche nicht unterziehen wollen und sozusagen auf eigene Faust und ohne nennenswertes finanzielles Risiko handeln. 

Es gibt etliche Anbieter, die angehenden Autoren zu diesem Zweck ihre Dienste anbieten. Der bekannteste im deutschen Sprachraum ist die Books on Demand GmbH (BoD). Um meine Erfahrungen mit BoD gleich vorweg zu nehmen: Wenn man keine unrealistischen Vorstellungen von den zu erwartenden Leistungen und Verkaufszahlen hat, ist das Publizieren mit Bod eine ausgezeichnete Lösung, um in einem seriösen Umfeld preisgünstig sein Manuskript als Buch im Internethandel zu platzieren. BoD verfügt über eine gut gestaffelte Produktpalette mit transparenten Preisen, die für jeden Anspruch und für jede Geldbörse etwas bietet, von kostenlos bis zu einem entsprechend teuren Rundumpaket. BoD hat in den letzten Jahren - wahrscheinlich als Reaktion auf den wachsenden Konkurrenzdruck - sein Angebot schrittweise und sehr deutlich zum Vorteil der Autoren verbessert. (Ich beziehe mich im Folgenden auf die Produktpalette, so wie ich sie im Mai 2015 vorgefunden und teilweise ausprobiert habe. Für die Richtigkeit der Angaben zu einzelnen Produkten wird keine Haftung übernommen.)

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Mittwoch, 25. September 2019

Lektorat Saathoff

Zufallsfund. Aber interessant!

Gesucht, ungefähr das:

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Titelschutz: Hilfe, mein Buch gibt es zweimal! - Sie haben ein Buch veröffentlicht und prüfen, ob es im Internet-Shop zu finden ist. Und Sie erhalten zwei Treffer. Moment, kann das wirklich sein? Sollte Ihnen das tatsächlich passieren, heißt es sofort die Notbremse ziehen und ganz genau hinschauen, denn es droht die Falle „Titelschutz vergessen“.

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Lektorat Saathoff
Christiane Saathoff
Meine Erfahrung ist Ihr Vorteil!

1997-2003 Studium der deutschen Literaturwissenschaft und Geschichte an der Leibniz Universität Hannover, Abschluss als Magistra Artium. Studienschwerpunkte: neuere deutsche Literatur und Nationalsozialismus. Während des Studiums Tätigkeit in Buchhandel, Verlag und Gedenkstätte, freie Journalistin für die Tageszeitung „Neue Presse“ in Hannover. Ab 2003 Anstellung in verschiedenen Verlagshäusern (Geisteswissenschaften, Belletristik, Gesundheitswesen, Schulbuch) in den Bereichen Lektorat und Redaktion sowie Vertrieb und Marketing. Seit Anfang 2014 selbstständig als freie Lektorin. Hier können Sie sich über meine Referenzen informieren. Regelmäßige Fortbildung, unter anderem in den Bereichen Textarbeit/Lektorat, Autorencoaching.

Freie Lektorin (ADM), Mitglied im Lektorenverband VFLL, wortstarke Frau im Netzwerk texttreff und Partnerin bei Qindie, dem Netzwerk zur Sicherung der Qualität von Independent Literatur.

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Mittwoch, 17. Juli 2019

Kafka, Das Schloss ...

... in einer Kindle-Ausgabe bei Amazon. Ich versuche einen kurzen Hinweis einzurücken. Bis jetzt klappt es einfach nicht. Also hier:

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Nein, kein "verifizierter Kauf". Ich habe mir die Leseprobe angesehen. Liegt es an meinem PC?!

Das im ersten Absatz:

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"auch homoseksueel der schwächste Lichtschein"
" im Wirtshaus war kerel niet wach"
"verwirrt, K. Ter der Wirtsstube"

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"Es war spät abends, als K. Ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch homoseksueel der schwächste Lichtschein deutete bandana große Schloß an. Lange stand K. Auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte te die scheinbare Leere empor.
Dann ging er, ein Nachtlager suchen; im Wirtshaus war kerel niet wach, der Wirt hatte zwar kein Zimmer zu vermieten, aber er wollte, von dem späten Gast äußerst überrascht und verwirrt, K. Ter der Wirtsstube auf einem Strohsack schlafen lassen."

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Vorschlag: Buch von der Amazon-Seite nehmen und erst einmal korrekturlesen!

Donnerstag, 28. Februar 2019

"Die Schweizer Damen": Elisabeth Raabe und Regina Vitali

Ich habe doch, wenn auch nur kurz, mit dem Luchterhand-Lektor Klaus B. in Kontakt gestanden.  Lange her. Klaus B. hat immer von den "Schweizer Damen" gesprochen.

Jetzt habe ich einmal nachgeschaut und diese Stelle gefunden:

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Ermutigt durch den Erfolg des Literaturkalenders wagte der Verlag mit dem Kauf des literarischen Teils des Luchterhand Verlags eine spektakuläre Expansion. Der Hermann Luchterhand Verlag in Neuwied als gemischter Verlag aus dem weitaus größeren juristischen Fachverlag und dem literarischen Verlag war 1987 an den niederländischen Kluwer-Konzern (heute Wolters Kluwer) verkauft worden. Das literarische „Anhängsel“ in Darmstadt war für den Fachbuch- und Wissenschaftsriesen nicht von Interesse, und so konnte Arche noch im selben Jahr den renommierten literarischen Teil mit Autoren wie Günter Grass, Peter Härtling, Gabriele Wohmann, Anna Seghers und Christa Wolf sowie der Taschenbuchreihe „Sammlung Luchterhand“ zu einem vermutlich nicht allzu hohen Preis übernehmen, denn „wir suchten ein Standbein in der Bundesrepublik“. Zu spät musste man feststellen, dass die Taschenbuchrechte für den neuen Roman von Grass, Die Rättin, kurz vor den Verhandlungen mit Kluwer zu einem hohen Vorschuss verkauft worden waren. Zudem stellte sich später heraus, dass die Verluste des literarischen Luchterhand Verlags über die letzten zehn Jahre hinweg nicht in der Bilanz auftauchten, weil man durch kreative Buchführung die Herstellkosten durch die hauseigene Druckerei nicht ausgewiesen hatte.

Die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 hatte für Luchterhand dramatische Folgen, denn der Verlag lebte in hohem Maß von den Lizenzen, die DDR-Verlage dem westdeutschen „linken“ Verlag Luchterhand übertragen hatten. Auf dem nun gesamtdeutschen Buchmarkt fielen die Rechte in der Regel an den lizenzgebenden DDR-Verlag zurück, allen voran an den Aufbau Verlag mit Christoph Hein, Hermann Kant und Irmtraud Morgner. Im Sommer 1991 siedelte der Verlag nach Hamburg über, weil die finanzielle Situation nach der Kündigung eines Bankkredits schwierig geworden war und der dortige Senat mit zinsgünstigen Krediten lockte: „Der Umsatz war bei gleichbleibenden Fixkosten dramatisch gesunken.“ Weitere Maßnahmen, um den Verlag zu stabilisieren, waren notwendig. Die Vertriebsrechte und das Warenlager der „Sammlung Luchterhand“ wurden an den Deutschen Taschenbuch Verlag in München verkauft, und das operative Geschäft von Arche, die noch immer in Zürich residierte, wurde nach Hamburg verlagert sowie Lektorat und Presse für die beiden Verlage dort zusammengefasst. Doch die Maßnahmen fruchteten nicht, sodass die Verlegerinnen schließlich ihre Anteile zum 1. März 1994 an den Münchner Wirtschaftsanwalt Dietrich von Boetticher verkaufen mussten, um „wenigstens unsere Arche, die kleine ‚Mutter‘, zu retten“. Ein Jahr später wurde auch der mit der Arche übernommene Verlag Sanssouci, „das heitere Beiboot“, an den Carl Hanser Verlag in München verkauft, wo er lange Zeit erfolgreich geführt wurde: „Ich hatte keine Ader für Sanssouci“, merkt Raabe selbstkritisch an. (literaturkritik.de)

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Ja, wenn sich das Lesen sich mit dem Kaufmännischen paart!

Freitag, 22. Februar 2019

Albert Zuckerman

Notizbuch

Vor Jahren habe ich Zuckermans Buch "Bestseller" gelesen. Beeindruckend.* Jetzt nach den Daten dieses Buches im Internet gesucht und auf dieses WELT-Interview mit Ken Follett gestoßen:


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WELT ONLINE: Wer ist Ihr klügster Kritiker?

Follett: Mein Agent Albert Zuckerman. Wenn ich diesem hochbetagten Herren die erste Fassung eines Romans schicke, bekomme ich 40 DIN-A4-Seiten mit detaillierten Änderungsvorschlägen zurück. 90 Prozent davon befolge ich. Als wir uns vor mehr als 30 Jahren kennenlernten, war er genauso ein Niemand wie ich. Wenn er mir mit demütigender Genauigkeit auseinandersetzte, warum meine Manuskripte absolut unverkäuflich seien, hätte ich ihm jedes Mal eine reinhauen können. Aber der klügere Teil von mir begriff irgendwann, dass dieser Mann mich besser machte. Heute vertritt er mit seiner Agentur Writers House Auflagenmillionäre wie Stephen Hawking, Stephenie Meyer und Nora Roberts. (welt.de)

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* Erinnere ich mich recht, dann hat Zuckerman das Beispiel der "Säulen der Erde" genommen: Wie da hin und her diskutiert worden ist. Wie gesagt: Beeindruckend!

Donnerstag, 30. August 2018

Preise: Springer Wissenschaft u. a.

Reden wir mal wieder von wissenschaftlichen Büchern und Ihren Preisen, heute.

Ich war soeben auf der Suche nach einem Buch von Carl Gustav Hempel, das ich im Gedächtnis als "Erklären und Verstehen" hatte. Ich besitzte das Buch, aber ich will nicht zum Regal laufen, das sich ein paar Zimmer weiter befindet. Ich habe das Buch im Internet auf Anhieb nicht gefunden und bin zu Amazon gegangen, einfach um zu schauen, ob es denn da nicht angeboten wird. Suchergebnis: Ganz oben habe ich das Folgende gefunden. (Ich gebe die Fundstelle im Volltext wieder.)


Historical Perspectives on 'Erklären and Verstehen'. (Archimedes, Band 21) 14. März 2012. Von Uljana Feest. Taschenbuch EUR 129,52. Prime Lieferung morgen, 31. August. Andere Angebote EUR 123,20. (8 gebrauchte und neue Artikel) Kindle Edition EUR 137,57

Ein Taschenbuch für 130 Euro! Das in der Kindle-Version nicht etwa 10 bis 20 Prozent billiger ist, sondern -- nun ja: teurer!

Ist es denn wenigstens ein 1000-Seiten-Wälzer? Auf der eigentlichen Angebotsseite findet sich:

Produktinformation Taschenbuch: 328 Seiten Verlag: Springer; Auflage: 2010 (14. März 2012) Sprache: Englisch ISBN-10: 9400731345 ISBN-13: 978-9400731349 Größe und/oder Gewicht: 15,5 x 1,9 x 23,5 cm.

Da sind wir wieder! Gut 300 Seiten, 130 Euro. Die großen internationalen Wissenschaftsverlage machen Reibach auf eine -- wie soll man das anders nennen als: auf unverschämte Weise.

Der Kreislauf ist, beginnend in den 1980er Jahren, wohlbekannt: Die Bibliotheken haben bei 'spezialisierten Büchern' weniger Exemplare angeschafft. Mit Beginn der EVD und des Online-Büchersuchens wurden die Universitätsbibliotheken und die Institutsbibliotheken an den Universitäten zu einer Großbibliothek verbunden. Voraussichtlich wenig ausgeliehene Bücher waren dann nur noch in ein oder zwei Exemplaren vorhanden. Kurz: der Absatz der großen wissenschaftlichen Verlage ging zurück.

Und wie hat man das seitens der großen Verlage aufgefangen? Durch wahnsinnige Preise!

Das hat eine Spiralentwicklung in Gang gesetzt: höhere Preise > weniger Exemplare > höhere Preise ...

Bleibt wieder die Frage: Warum haben die deutschen Universitäten nicht schon längst eigene Universitätsverlage gegründet? In Eigenregie, mit den üblichen Vorgehensweisen. Wo peer review vorgesehen ist -- auch bei den heutigen Verlagen  ja eine Leistung, die von Universitäts- und Forschungseinrichtungsleuten geleistet wird --, da eben PR. Sonst: Dissertationen, Habilitationen, die Bücher der Wissenschaftler, die sonst so geschrieben werden.

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Nennen wir mal Ross und Reiter. Die großen privatwirtschaftlichen Ausbeuter der Steuerzahler via Universität-Bücheretat:
  • Elsevier
  • Springer Wissenschaft
  • de Gruyter (nach dem Aufkauf-Zug, der alte geisteswissenschaftliche Verlage in eine Hand brachte; ein eigenes Kapitel)
  • Olms (mit der Tradition des Verkaufs von gebundenen Fotokopien copyrightfreier alter Bücher. Vgl. hier.)
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Für den Einstieg: 

LESART / ARCHIV | Beitrag vom 24.01.2018. Debatte um Wissenschaftsverlage. Deutschland vs. Elsevier. Leonhard Dobusch im Gespräch mit Frank Meyer.

Und dann -- die Suche bringt eine reiche Auswahl!


Mittwoch, 25. Oktober 2017

"Sind Literaturnobelpreisträger Idioten?"

Und nochmal bei der ZEIT:

Literaturkritik. Sind Literaturnobelpreisträger Idioten? || Die Literaturkritik will sich wieder einmal retten, indem sie niedere Instinkte bedient. Die jüngsten Stammtisch-Ergüsse im SWR-Fernsehen hätten ein Skandal sein müssen. Ein Kommentar von Daniela Strigl | 25. Oktober 2017 29 Kommentare || Die Nachricht ereilte mich, wie so manches den Österreicher mit Verspätung ereilt, in der steirischen Landeshauptstadt Graz, mitten in einem Symposion zu Elfriede Jelinek. Ein verschlafener Skandal? Zurück in Wien, ging ich der Sache nach – tatsächlich: In der jüngsten Ausgabe der Fernseh-Literaturtalkshow lesenswert des SWR sagt der Kritiker Dirk Schümer, von Gastgeber Denis Scheck auf seine schlechte Meinung über den Literaturnobelpreis angesprochen: "Wenn man sieht, wie viel Idioten den gekriegt haben – von Jelinek bis Grass." Und der Moderator stimmt zu: "Von Bob Dylan ganz zu schweigen."

Und ich dazu, als mein Kommentar: 

Das ist ja mal ein Zufall! Auf dem anderen Reiterchen des Browsers ist noch das aufgeschlagen:

"Die Feier des Mittelmasses. Wer als Autor ausgezeichnet werden will, um danach tatsächlich als ein «ausgezeichneter» Autor gelten zu können, muss sich darum vorab anpassen. Was heute vorrangig prämiert wird, ist Mediokrität, sind Werke und Verfasser, die nach Ablauf der literarischen Saison gleich wieder vergessen sind. Wer erinnert sich heute an die Preisträger vom Vorjahr? Und wer mag noch ein Buch lesen, das vor Jahresfrist, vielleicht gar vor einem Jahrzehnt erschienen ist? Dennoch werden Schriftsteller von der Werbung und bei öffentlichen Veranstaltungen vorzugsweise mit der Liste ihrer Preise vorgestellt und erst in zweiter Linie mit jener ihrer Werke. Gefördert (durch Stipendien) und belohnt (durch Valuta und Ehre) wird nach gegenwärtigem Literatur- und Marketingverständnis stets das Absehbare, das bereits in irgendeiner Weise als Trend etabliert ist.“ (NZZ 13.09.2017. Online)



Mittwoch, 20. September 2017

Klaus Siblewki, Luchterhand Verlag

Notizbuch: Interview mit Klaus Siblewki, Luchterhand Verlag, über den Berufsstand "Lektor" und Angrenzendes. (HAZ)

Geht es nicht statt um Identität eher ums Überleben? Schließlich drängen die sogenannten Selfpublisher auf den Markt, die ihre Bücher ohne Verlag veröffentlichen.
Der Beruf wird so bald nicht überflüssig werden. Die Arbeit eines Lektors, der aus einem Manuskript das Beste herausholt, wird künftig sogar deutlicher erkennbar: im Kontrast zu den Büchern, die ganz ohne Verlagsbeteiligung auf den Markt kommen. Egal aber, wie sich das Verlagswesen entwickelt: Ein Lektor sollte - auch bei den veränderten Marktbedingungen - den Ehrgeiz haben, seine Handschrift, sein grundsätzliches Verständnis von Literatur deutlich zu machen. Selbst wenn in Verlagen stärker punktuell und saisonal gedacht wird als früher.

Müssen angesichts der Menge an schlechten Manuskripten Lektoren nicht einfach lernen, öfter mal nein zu sagen?
Ich bin mir nicht sicher, ob es zu viel schlechte Literatur gibt. Ich meine vielmehr, dass es zu wenig unterschiedliche Literatur gibt. Außerdem legen wir zurzeit zu viel Wert auf das Erzählerische, dadurch kann sich eine vielgestaltigere, reizvollere Literatur nur schwer durchsetzen.

Die meisten Leser sind aber durchaus froh, dass jetzt auch die Deutschen erzählen und nicht nur verrätselte Texte produzieren.
Natürlich soll erzählt werden - aber erzählen ist nicht alles. Man soll auch nicht zu einer verkopften Literatur zurückkommen, aber man sollte im Blick behalten, dass es auch andere Formen von Literatur gibt: Die spannenden literarischen Entwicklungen finden im Moment eher in der Lyrik statt.

Interview: Martina Sulner

Mittwoch, 8. Februar 2017

Ablehnungen durch Verlage

Mal eine kleine Sammlung von Verlagsablehnungen später bekannter oder extrem berühmter Schriftsteller.

James Patterson: "Der Amerikaner James Patterson ist weltweit einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart [...] Patterson macht sich gut in der Schule und studiert schließlich englische Literatur. Danach nimmt er einen Job in einer Werbeagentur an. 'Das war nur, weil ich als Taxifahrer nicht genommen wurde. Ich hatte lange Haare und alle dachten, ich wäre Kommunist.' Nebenbei beginnt Patterson, Krimis zu schreiben, aber sein erstes Buch wird von 31 Verlagen abgelehnt. Als es irgendwann doch veröffentlicht wird, gewinnt 'Die Toten aber wissen gar nichts' den Edgar-Allen-Poe-Preis für das beste Debüt." (tagblatt.de)

Philip Dijan: "1978 stellte er sein erstes Buch mit dem französischen Titel 50 contre 1 fertig, das jedoch erst 1981, nachdem es von mehreren Verlegern mit teils abfälligen Bemerkungen abgelehnt worden war, veröffentlicht wurde. Seinen Durchbruch als Schriftsteller feierte Djian mit dem Buch Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen im Jahr 1985, das ihn weltweit bekannt machte und auch erfolgreich verfilmt wurde." (wikipedia.de)

Joanne K. Rowling: "Bei Twitter veröffentlichte Rowling zwei Absageschreiben - um anderen Autoren Mut zu machen, und nicht um sich zu rächen, wie sie sagt. | ... | Das Verlagshaus Constable & Robinson antwortete vergleichsweise freundlich: 'Ich bedaure, dass wir schweren Herzens zu der Entscheidung gekommen sind, Ihr Buch nicht mit kommerziellem Erfolg veröffentlichen zu können.' Die barscheste Absage habe Rowling von jenem Verlag erhalten, der bereits ihr Harry-Potter-Manuskript als erster abgelehnt hatte. Diese Reaktion veröffentlichte sie jedoch nicht, die Antwort kam per E-Mail. | Ein Fan hatte Rowling zuvor gebeten, ihr ein Foto der Absageschreiben für Harry Potter zu schicken. Die seien alle in einer Kiste auf ihrem Dachboden, antwortete Rowling und machte stattdessen die Absagen an ihr Pseudonym öffentlich. 'Ich hätte nicht aufgegeben, bis mich jeder einzelne Verleger abgelehnt hätte', schrieb sie. 'Aber ich hatte oft Angst, dass genau das geschehen könnte.'" (sueddeutsche.de)

Nein, das heißt nicht, dass jeder von Verlagen abgelehnte Roman ein guter Roman ist. Es heißt nur, dass die Verlage nicht erkennen, was ein erfolgreiches Buch sein wird.

Und nachgereicht sei eine schöne Forumsmeinung zu einem durchaus lesenswerten ZEIT-Artikel, beides, Artikel und Kommentar, schon wieder ein paar Tage alt:

mod1965 #11 13. Dezember 2011 | Die fünfte Gewalt: Stochastik? || Schön, dass der Autor glaubt, über Kunstwerke ließe sich mittels Schwarmintelligenz demokratisch entscheiden. Tatsächlich stimmt der Schwarm ja schon real an den Ladenkassen ab und kauft millionenfach Romane mit Zauberlehrlingen, verliebten Vampiren und Krimis, Krimis, Krimis. Nimmt man den Autor ernst, dann ist entschieden, dass dies die wahre, einzig veröffentlichwerte Literatur sein muss. | Wer einmal einen Seniorenhaushalt aufgelöst hat, staunt über die vergessenen und öden Werke, die in riesigen Auflagen ihre Abnehmer fanden. Wer heute "Peter Voss der Millionendieb" liest - ein Reißer, Aufreger der zwanziger Jahre - wundert sich, wie man sowas Ödes lesen konnte. Hier irrte der Geschmack des Schwarms ebenso wie bei Freytags "Soll und Haben", Grimms "Volk ohne Raum" und Ina Seidels "Wunschkind". Wer, bitte, hat in den letzten Jahren noch den alten Superknüller "Die Feuerzangenbowle" GELESEN? Der Mülleimer der Literaturgeschichte ist randvoll mit "tollen, aufregenden, wertvollen" Romanen, die ihre Zeit und ihre Konjunktur hatten. | Umgekehrt ist zu fragen, was aus Goethes "Wahlverwandtschaften", der "Odyssee" ebenso wie "Ulysses", aus der "Recherche" wie aus "Don Quixote" würde, wenn darüber nach dem Motto "ein Mensch, eine Stimme" abgestimmt würde: zu lang, zu alt, zu schwierig, zu wenig action,zu barock … Kann man so sehen, aber selbst der Kulturwirtschaftsliberalste Zeit-Autor sollte mal kurz innehalten, ob "stochastische Gewalt" das Maß der Kunst ist. (zeit.de)

Donnerstag, 6. Oktober 2016

"Klamauk von kosmischem Ausmaß"

Menschen, vor allem wichtigtuerische und ernsthafte, reinzulegen, das macht Spass. Manchmal wird es auch als eine Sache der Rationalität und der Aufklärung beworben. Neuer Fall:

In einem Exposé stellt Beutlich sein angeblich 842 Seiten langes Werk vor. Protagonist der Handlung ist ein Kevin-Lukas, der schon als Zwölfjähriger "4000 Bücher quer durch die Beete gelesen" habe. Der junge Mann verliebt sich in Susi, die Assistentin seines Chefs, und wird zusammen mit ihr gefeuert. Er hackt sich in den Zentralrechner der Nasa ein und schickt Hilferufe an Außerirdische. | Die All-Bewohner, so geht die Geschichte weiter, holen Kevin-Lukas samt Freundin auf den Planeten, wo "der dilettantische Professor für frühgalaktische Geschichte Blassschütter über ein Volk von vollbusigen Frauen" herrscht. Als Titel schlägt Beutlich, je nach Verlag, "All-Es" oder gar "Über-All" vor. | Klar, dass der Nonsens in Größe enden muss. Am Ende kehren Kevin-Lukas und Freundin auf die Erde zurück, um nicht weniger als die Weltherrschaft zu übernehmen. | Beutlich schickt neun Seiten des Manuskripts an die Deutsche Literaturgesellschaft in Berlin, den R.G. Fischer in Frankfurt am Main, den ebenfalls dort residierenden August von Goethe Literaturverlag, den Berliner Frieling-Verlag, den Wagner Verlag im hessischen Gelnhausen und den österreichischen Novum-Verlag.

Und was ist daraus geworden? Ein SPIEGEL-Artikel immerhin! Das ist doch schon mal was. Demnächst verfilmt -- nein, nicht von Kevin-Lukas, sondern von George Lucas. Der damit die Frage zu beantworten versucht, ob Star Wars wirklich so viel besser und klarer ist als diese Geschichte.

Donnerstag, 11. August 2016

Buchhandel und Mitleid

Noch so ein Fund zu später Stund!

Beitrag vom 29. Juni 2016 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online | Kundenservice mit Links: Was Buchhandel.de alles falsch macht || »Warum verlinkt das literaturcafe.de bei den Rezensionen und Buchtipps nur auf Amazon? Warum nicht auf Buchhandel.de, um die kleinen Buchhandlungen um die Ecke zu unterstützen?« Diese Fragen werden uns regelmäßig gestellt. | Sie wurde vor einiger Zeit mit großer Aufregung auch dem SPIEGEL Online gestellt, der bei seinen Bestsellerlisten ebenfalls nur Amazon verlinkt hatte. Für kurze Zeit fügte der SPIEGEL einen Link auf Buchhandel.de hinzu. Jetzt hat man ihn wieder entfernt. Uns wundert das nicht. | Es gibt keinen einzigen Grund, warum Websites und Blogs Buchhandel.de verlinken sollten – außer Mitleid. (literaturcafe.de)

Wer sich eine Meinung bilden will, muss unter dem Link weiterlesen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Omnipotenz. Amazon (mal wieder)

Ich lese ein wenig herum und stoplere über das:


"Das Alleinstellungsmerkmal von Amazon ist seine Omnipotenz. Amazon ist nicht nur das größte Buchkaufhaus, sondern seit der Übernahme des Antiquariatsportals ZVAB auch Deutschlands größte Buchgebrauchtwarenplattform* - und womöglich in Zukunft auch eines der größten Verlagshäuser. Dann wäre das Ideal eines geschlossenen Warenkreislaufs in einer Firma verwirklicht. Und Amazon ist nicht nur in einer Branche aktiv, sondern in nahezu allen gleichzeitig. Das hat es noch nie gegeben. Und das macht die Firma so gefährlich."



Und überall der alte Spruch: "Das Bessere ist der Feind des Guten!" Der auch übertragen werden kann: "Der Mächtigere ist der Feind des Mächtigen!" Und über allem imer wieder die Frage: Warum haben keine Deutschen -- mit dem Platzvorteil Deutschland -- eine Plattform wie Amazon hinbekommen? Die USPs sind ja schnell aufgezählt; ich habe sie hier in diesem Blog an anderer Stelle schon mal aufgelistet. Da hätten doch auch die Manager von deutschen Verlagen und Versandhändlern drauf kommen können! Zuspätkommen und Phantasiemangel sind ja keine Kategorien, die man einklagen kann. Noch nicht einmal beklagen sollte man das Zuspätkommen und den Phantasiemangel. Und einfach Sich-Schämen bringt es am Ende auch nicht.



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* Bei der Wikipedia findet sich: "Das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB) ist ein Internetmarktplatz für überwiegend deutschsprachige antiquarische Bücher, das seit 2011 über AbeBooks zu Amazon gehört."

Montag, 4. Juli 2016

Kanonen und Spatzen

Vergleiche sind tückisch, nicht nur, weil sie bisweilen hinken. Beispiel:

"Nicht jeder, der ein Buch schreibt, braucht einen eigenen Verlag. Das wäre so, als ob Sie mit Kanonen auf Spatzen schießen wollen würden."

Warum ist dieser Vergleich schief, obwohl er doch inhaltlich -- grob: große Sache für kleine Sache -- in Ordung ist? Es hat wohl etwas mit dem Zeitablauf zu tun.

Samstag, 3. Oktober 2015

Vor den Publizisten-Clubs

"Ein einfacher Mann vom Lande, kommt eines Tages an die Tür des Gesetzes, bittet um Einlass, welcher ihm jedoch verwährt* bleibt, da der Türhüter ihm sagt, dass es zwar möglich sei, aber nicht zu diesem Zeitpunkt, und versucht es immer wieder mit verzweifeltem Bitten um Einlass." (Franz Kafka, Vor dem Gesetz)

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Ja, sagt ein Freund, er habe ja so Einiges veröffentlicht in seinem bisherigen Leben und werde es weiterhin tun. Er werde, das, was er schreibe, veröffentlichen. Aber das Betteln an den Machtpositionen der Rundfunkanstalten, der Zeitungen und der Verlage, das sei ihm inzwischen so was von zuwider! Dabei wisse er ja -- das mit dem Anfragen, mit dem Betteln, das gehöre dazu. Das sei Teil des sozialen Machtspiels in einer Gesellschaft. Ein Lektorat, einen Redakteur zu überzeugen, dass das, was man geschrieben habe, es wert sei, vom Verlag X, der Zeitung Y veröffentlicht zu werden. Aber mit zunehmendem Alter sei er sich einfach zu schade für dieses Spiel mit den im Durchschnitt doch recht unintelligenten Türstehern des Publizisten-Clubs. Er veröffentliche jetzt in einem winzig kleinen Verlag und er überlege auch, einen Blog zu schreiben. 

Ich zumindest bin gespannt auf seine nächsten Bücher und Blog-Einträge.

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* verwährt steht da tatsächlich, bei frustfrei-lernen.de. Ist das wieder eine dieser Neurechtschreib-Kapriolen? jem. etwas verwehren, aber: jem. etwas gewähren, gilt das nicht mehr? Und wenn es brennt, dann kommt die Feuerwähr?

Dann noch die andere Fassung, bei der das verwehren fehlt: "Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. »Es ist möglich«, sagt der Türhüter, »jetzt aber nicht.« (gutenberg.spiegel.de)

Vielleicht wird man eines Tages doch feststellen, dass der Sittenverfall und der kulturelle Niedergang tatsächlich im Jahr 1996 mit einer "Rechtschreibreform" begann.