Freitag, 20. März 2015

Die A...r von der Malware-Front!

Dass formale Intelligenz mit Moral, Anstand, am Ende einfach mit: "So was tut man einfach nicht!" nichts zu tun hat, das zeigt sich an vielen Stellen. Besonders klar zeigt es sich bei dem, was so Malware genannt wird. Da blinkt und blitzt auf einmal was auf. Und nervt. UND NERVT!


Das mit der Importand Message muss man sich blinkend vorstellen! Der Defender ist ausgeschaltet. (Bestimmt nicht von mir!) Und lässt sich auch nicht aktivieren.

[Nachtrag: Ok, ich hab rausgefunden, dass das daran liegt, dass ich die Microsoft Security Essentials installiert habe. Die übernehmen die Aufgabe des guten alten Defenders. Wie man sieht: nicht sonderlich gut.]

So, dahinter stehen natürlich formal intelligente Leute, die sagenhaft gut programmieren können. Aber eben -- um andere Leute mit ihren Blödheiten zu ärgern. Denn mit Verlaub -- dass da auch nur 1 Cent AM ENDE verdient wird, glaubt doch kein Mensch. Im Gegenteil, die, für die da geworben werden soll, prägen sich als Idioten tief ind Kauf-Unterbewusste ein. Geld fließt ausschließlich zwischen blöden Auftraggebern und blöden Programmierern. Aber es scheint, dass eben auch isolierte Geschwüre des Internets sich an ihrem Dasein freuen.

Aber, wie schon oft gesagt: Die Leute haben nicht mit mir und meiner Voodoo-Puppe gerechnet. Müsste ihnen nur jemand sagen, wenn demnächst das große Zittern über sie kommt. Also sagt es ihnen:

"Hey ihr *tiefluftholen* -- 
ARSCHLÖCHER! 
Schaut mal ..."

---
Und der Cleaner fördert eine extrem lange Meldungen zutage. Nur der Anfang:

# AdwCleaner v4.112 - Bericht erstellt 20/03/2015 um 13:32:28
...
# Option : Löschen

***** [ Dienste ] *****

[#] Dienst Gelöscht : globalUpdate
[#] Dienst Gelöscht : globalUpdatem
Dienst Gelöscht : IHProtect Service
Dienst Gelöscht : {cad8ac99-1831-4a75-b758-e4235c95af75}Gw64

***** [ Dateien / Ordner ] *****

Ordner Gelöscht : C:\ProgramData\IHProtectUpDate
Ordner Gelöscht : C:\Program Files (x86)\XTab
Ordner Gelöscht : C:\Program Files (x86)\VauaDix
Ordner Gelöscht : C:\Program Files (x86)\VaUdIxo
Ordner Gelöscht : C:\Program Files (x86)\youtubeadblocker
Ordner Gelöscht : C:\Users\User\AppData\Local\Temp\SourceApp
Ordner Gelöscht : C:\Users\User\AppData\Local\globalUpdate
Ordner Gelöscht : C:\Users\User\AppData\Roaming\pdfforge
Ordner Gelöscht : C:\ProgramData\dkpoigkmnikhcfehbhmcicpnibcglhkh
Datei Gelöscht : C:\Windows\System32\drivers\{cad8ac99-1831-4a75-b758-e4235c95af75}Gw64.sys

***** [ Geplante Tasks ] *****

Task Gelöscht : globalUpdateUpdateTaskMachineCore
Task Gelöscht : globalUpdateUpdateTaskMachineUA
Task Gelöscht : Run_Bobby_Browser
Task Gelöscht : PostPoneInstall

***** [ Verknüpfungen ] *****

Verknüpfung Desinfiziert : C:\Users\Public\Desktop\Chrome.lnk
Verknüpfung Desinfiziert : C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Google Chrome\Google Chrome.lnk
Verknüpfung Desinfiziert : C:\Users\User\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Internet Explorer.lnk
Verknüpfung Desinfiziert : C:\Users\User\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Accessories\System Tools\Internet Explorer (No Add-ons).lnk
Verknüpfung Desinfiziert : C:\Users\User\AppData\Roaming\Microsoft\Internet Explorer\Quick Launch\Launch Internet Explorer Browser.lnk
Verknüpfung Desinfiziert : C:\Users\User\AppData\Roaming\Microsoft\Internet Explorer\Quick Launch\User Pinned\TaskBar\chrome.lnk

... [ Hier geht es ungelogen ca. 2 volle Seiten so weiter ] ...

########## EOF - C:\AdwCleaner\AdwCleaner[S0].txt - [15004  Bytes] ##########

Ein Liberaler!

Ja da schau an! Die Seite hätte ich nie gefunden, wenn sie mir nicht vollkommen zufällig über den Weg gehuscht wäre. (Zettels Raum. Vielleicht aus Südtirol? Wegen des .it? Na ja, egal.) Dabei hat dieser Blogger Prominentenstatus erlagt und sogar mit der WELT ein Interview geführt. Per Mail, um die Anoymität zu wahren. Sympathisch. Alles sehr erstaunlich.

"Es ist liberal, ohne linksliberal zu sein. Ich bin ein in der Wolle gefärbter Liberaler. Auch ein "Wirtschaftsliberaler", weil mir scheint, dass Private das meiste besser können als der Staat. Wirklich am Herzen liegen mir aber die Bürgerrechte. Ich bin vor allem ein Bürgerrechtsliberaler. Im 19. Jahrhundert stand man als Liberaler vor allem gegen den Polizeistaat und trat für größere Befugnisse der Parlamente ein. Es war der strenge, der oft autoritäre "Vater Staat", gegen den man bürgerliche Freiheiten zu erkämpfen und zu sichern trachtete. Heute aber werden unsere Freiheiten durch "Mutter Staat" bedroht – durch den fürsorglichen, den auch immer mehr ideologisch gefärbten Staat, der in alle Lebensbereiche hineinregieren will. Der uns Bürger vielleicht nicht mehr als Untertanen sieht, aber als Unbeholfene. Denen also geholfen werden muss; von der Wiege bis zur Bahre und in allen Bereichen ihres Denkens, Wertens und Verhaltens."

Und ich bin ein Argumentationsliberaler. Und so ganz leuchten mir diese -- nun, nicht Argumente, sondern Überzeugungen nicht ein. Ich glaube, der schöne, gewohnte, oft beschworene Gegensatz von 

HIER STAAT 


 hier kleiner liberaler Bürger  

der geht in einer halbwegs entwickelten Gesellschaft nicht auf. Nicht im Modell und nicht in der Wirklichkeit. Ja, nicht mal in der Wirklichkeit. Im 19. Jahrhundert? Vielleicht. Heute? Nicht mehr. Aber dazu ein andermal. 

Donnerstag, 19. März 2015

Niggemeier, Martenstein & das Schwein

Gleich vorweg: gemeint ist das Sparschwein.

Sodann: Des Journalisten Stefan Niggemeiers Namen hatte ich schon mal gehört; aber wenn mich letztes Jahr um diese Zeit gefragt hätte, wer das ist, hätte ich lange überlegen müssen. Und es wäre mir nichts eingefallen. Ich weiß von ihm, weil Harald Martenstein in einer ZEIT-Magazin-Kolumne mit komischer Verzweiflung aufgemacht: Er wisse nicht, warum ihn der Kollege Niggemeier mit derartiger Penetranz verfolge.

Gut. Jetzt habe ich mal in die Suche eingegeben:

site:stefan-niggemeier.de martenstein

Das ergibt:

Ungefähr 162 Ergebnisse (0,29 Sekunden)


Na ja, ungefähr. Aber so ist Google halt. Genau, sehr genau. Denn es könnten in der nächsten Sekunde ja schon zwei Funde mehr sein, schnell wie der Stefan Niggemeier schreibt. Für einen einzelen Blog ist 162 schon nicht schlecht. Da hat der Martenstein wieder mal recht


Dann schau ich mir auch das Neueste vom Neuen an


Niggemeier: Der Martenstein ist auf uralte Kamellen reingefallen. Die Banken in England würden wegen der muslimischen Gefühlswelt keine Sparschweine mehr an die Kinder verteilen. Am Schluss dieser Einlassung finden sich dann diese Absätze:


Nachtrag, 18:30 Uhr. Der „Tagesspiegel“ hat online den Sparschwein-Absatz gelöscht und durch folgenden Hinweis ersetzt: // In einer früheren Version dieser Kolumne war mit Bezug auf das „Handelsblatt“ von Sparschweinen die Rede, die britische Banken aus Rücksicht auf muslimische Kundschaft nicht mehr anböten. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier wies uns darauf hin, dass es dazu keine Belege gebe, sondern im Gegenteil Dementis. Weil auch wir keine Belege dafür finden konnten, haben wir diesen Abschnitt herausgenommen. Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung.


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Nachtrag: Also, das muss man dann doch vorab im Original hier nachlesen! Und dann: Wer sich da vor Lachen fast ...  Na, ist jut. Also, die, die sich da vor Lachen nicht mehr eingekriegt haben, die melden sich bitte auf dieser Seite. Und die anderen? Die bilden bitte eine andere Gruppe. Da drüben, bei den ernsthaften Schülern.

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*flüster* Wissense wat? Soll ich mal sagen, wie es sich, glaub ich, verhält? Kommense mal näher. *flüster-flüster* Der Martenstein und der Niggemeier stecken unter einer Decke! Die gehen öfter mal ein Bier trinken zusammen, und dann denken die sich so die Schoten aus. Sagt der Niggemeier: "Hey, Martenstein! Ich habe da eine tolle Story mit Schbarschweinen." Sagt der Martenstein: "Lass hören, Niggemeier!" ... Martenstein: "Meinst du das geht?" Niggemeier: "Jou, das geht ab, Alter!" Martenstein: "Na gut, Niggemeir, dann schreib ich das dann mal morgen. Aber dass du mir dann übermorgen auch zur Stelle bist!" Niggemeier: "Ehrensache, Martenstein. Kannst dich auf mich verlassen. Wie immer. Prost!" Martenstein: "Prost, Niggemeier!"

Ach Gott, die schöne Internet-Welt!

... Ganz ohne Ironie. Ich stelle die Frage:

auf welche größe kann man 8 megapixel bilder vergrößern?

Und ich bekomme die Antwort hier, in Schuschels Welt. Bis ungefähr A4 also.

8 Mpix *)3.456 x 2.304
585 dpi
488 dpi
293 dpi
219 dpi
146 dpi
110 dpi

Zur Theorie des Fälschens

Den Kontext kann man dann morgen nachlesen. Sicher aber bleibt, dass der Satz: "Haben wir denn nichts Besseres zu tun?" meist gewaltig in die Irre führt.

"... Soweit so gut: Doch dann zeigt der TV-Mann in seiner Sendung ein "Making of" des angeblich gefälschten Videos. An einem Bildschirm erklärt ein Mitarbeiter, wie mithilfe eines Videobearbeitungsprogramms die Hand ausgetauscht wurde. Die Szene hatte das Team angeblich zuvor aufwändig in einem Studio mit einem Double nachgedreht. Von dem ist am Ende nur noch der Unterarm zu sehen. Dieser wird dann vor laufender Kamera in das Varoufakis- Video eingefügt - und ist nicht mehr vom Original zu unterscheiden. / Anschließend schüttet Böhmermann Häme über seinen Kollegen Günther Jauch und die Öffentlichkeit aus, die die angebliche Ente von der obszönen Geste nur zu gerne geglaubt habe. Ob Böhmermann das Video wirklich gefälscht hat, oder nur so tut und damit die Öffentlichkeit zum Narren halten will, bleibt unklar." (sueddeutsche.de)

Nun ist Böhmermann, das neue Leuchtspurgeschoss am Medienhimmel, ja durchaus in paar Lacher wert;* aber dass mitten in der Griechenland-Finanzkrise so ein Humbug zu einem solchen Hin und Her führt -- mein lieber Scholli!

Doch Achtung! Da ist noch was. Wer genau hinsieht -- da lässt sich der Kern der Medientheorie für die Gegenwart auspulen: Alles hängt mit allem zusammen. Und zwar an Gummischnüren. Und jeden Tag versuchen eine Million Schnurnalisten, jeder für sich, eine, die eigene zentrale Meldung durch Ziehen an einer -- an seiner Schnur, durch das Medienloch unserer Volksaufmerksamkeit zu bugsieren, um damit den Tagesjackpot zu knacken. Böhmermann war da heute mal wieder der Geschickteste. Das Bild von der Sau und dem Dorf darf damit für veraltet erklärt werden.

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* Aus dem Kontext der Wikipedia gerissen: "Böhmermann begann ein Studium der Geschichte, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln, brach dieses jedoch schließlich ab. Zuvor bewarb er sich an drei Schauspielschulen in München, Berlin und Hamburg, die ihn allesamt ablehnten." / "Böhmermann ist Urheber des Ausspruchs 'Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel'“, der u. a. von Spiegel Online und dem Kicker fälschlicherweise Lukas Podolski zugeschrieben und darum 2008 beinahe von der Deutschen Akademie für Fußballkultur zum Fußballerzitat des Jahres 2008 gewählt wurde." Nein, nicht der Spiegel oder der Kicker, auch nicht der Böhmermann sollte gewählt werden. Sondern, schon klar, der Spruch!

Mittwoch, 18. März 2015

Ach, mal weg ...

... mit dem zu Ernsthafen! Das Spielerische ist schon ernst genug.

"Trainerwechsel nach möglichem Triple? || München - Die Nachricht an sich ist nicht spektakulär. Doch wenn ein begehrter Bundesliga-Coach seinen Wohnort nach München verlegt, schießen die Spekulationen natürlich ins Kraut. | Die reine Nachricht ist so nüchtern wie unspektakulär: Ein 41-jähriger Mann mit vielversprechenden Karriereaussichten verlegt im März mitsamt seiner Familie seinen Wohnsitz von Mainz nach München. Doch da es sich bei dem jungen Herrn um Thomas Tuchel handelt, wie die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtet, bekommt die Neuigkeit eine zumindest für Fußballfans höchst interessante Note." (tz.de)

Jetzt mal ehrlich -- ich mag den Tuchel als Typ wirklich sehr. Als Typ. Ich ihn ja nicht persönlich. Aber er passt in seiner Art einfach nicht zu den Bayern, deren Fan ich, als Münchner, natürlich auch bin. Tuchel sollte sich schwer überlegen, ob er sich das mit den Bayern antun muss. Für´s erste kann er sich ja, wenn er dann in Grünwald ist, mal mit dem Kollegen Magath unterhalten. Der wird ihm sagen, was man an Prestige und nach der Bayern-Zeit an Geld verlieren kann.

Was bedeutet 'unzurechnungsfähig'?

Warum wird die Linguistik von Juristen so selten bei der Frage herangezogen, was ein -- oft entscheidendes und manchmal über Leben und Tod entscheidendes -- Wort bedeutet? Was beispielsweise bedeutet das Wort unzurechnungsfähig? Ist jemand unzurechnungsfähig, dann trägt er für sein Handeln keine Verantwortung. Wenn nicht unzurechnungsfähig, dann kann er in den USA und in anderen Ländern zum Tod verurteilt werden.

"Bonne Terre - Das Leben des Cecil Clayton hing an einer Richterstimme. Mit 4:3 Stimmen entschied das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Missouri am vergangenen Wochenende dagegen, die Hinrichtung des 74-Jährigen in letzter Minute zu stoppen. Am Dienstagabend wurde Clayton mit einer Giftspritze getötet. || Der Mann hatte 1996 einen Hilfssheriff erschossen und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Seine Anwälte kämpften jahrelang gegen die Tötung ihres Mandanten. Sie argumentierten, dass Clayton unzurechnungsfähig sei. Das Oberste Gericht von Missouri sah das anders, der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärte sich für nicht zuständig. Auch Gouverneur Jay Nixon verweigerte die Begnadigung des Verurteilten. | Clayton hatte sich 1972 bei einem Unfall in einem Sägewerk schwer verletzt. Er verlor etwa acht Prozent seines Gehirns, darunter ein Fünftel des Stirnlappens, der die Impulskontrolle und das Urteilsvermögen steuert. Sein Bruder gab an, dass sich Clayton seit dem Unfall radikal verändert habe. Er ließ sich scheiden, wurde alkoholabhängig und gewalttätig." (SPIEGEL Online)

Warum also fragt keiner die Linguisten? Nun, wahrscheinlich, weil a) die Juristen glauben, dass sie genug sprachliche Fähigkeiten haben, um die Bedeutung von unzurechnungsfähig fachintern und für den praktischen Prozessablauf zu bestimmen. Und b) weil die Linguistik kein Instrumentarium hat, um eine Begriffsanalyse so durchzuführen, dass sie von Juristen verstanden und akzeptiert werden kann. Seltsames Fach, die Linguistik! Noch seltsameres Fach: Jura.

Dienstag, 17. März 2015

Eine Sprache können: 0 - 100

Meine alte Überlegung: Die Behauptung, dass einer* eine Sprache 'kann',  ist eine schwierige, weil extrem vage Behauptung. Sie geht von 

  • 0 = kein einziges Wort dieser Sprache sprechen / schreiben können und die Sprache, wenn sie neben einem gesprochen wird, nicht erkennen. (Schon mal eine ziemlich komplexe Geschichte.)
  • 50 = sich im Alltag schriftlich und prima ausdrücken können und keinerlei Schwierigkeiten haben. Aber die Sprache holpert, vor allem im Schriftlichen. Schulnote darum: höchstens eine 4 (bei 6 Notenstufen).
  • 70 = der Bereich guter muttersprachlicher Sprecher. Schulnote: 2 - 3.
  • 90 = der Bereich extrem guter, auch sprachspielerisch begabter Journalisten und sprachlich sehr wendiger Schriftsteller. Schulnote: 1.
  • 100 = das Ideal, das von einem konkreten Sprecher der Einzelsprache nicht erreicht werden kann.
Und die Kritik am sprachlich Vorliegenden? Sollte man mit einem Sieb vergleichen. Je nach Maschengröße. Extrem groß: Man lässt alles durchgehen, solange man nur ungefähr weiß, was 'gemeint' ist. Extrem eng: Es bleibt jeder, auch der kleinste Verstoß gegen sprachliche Normen hängen.

Jetzt müssen Tests her! Wie einig sind sich welche Korrektoren / Beurteiler bei einem konkreten Gespräch / einem konkreten Text?

--

* Achtung! Durchgängig generisches Maskulinum. Gewollt und aus stilistischen Gründen sinnvoll.

Montag, 16. März 2015

Bilderrätsel 001

Woher ist das? (Originalfoto)


Antwort hier.

Was, bitte, ist heute ein 'Orchideenfach'?

Früher, als ich studiert habe, waren Orchideenfächer so was wie Asyrologie oder die kleinen Sprachen wie Baskisch oder Gälisch. Literaturwissenschaft war ein Großfach, quer durch die Philologie, nicht nur wegen der Deutsch-, Englisch- und Französischlehrer. Gestandene ältere und auch jüngere Herren nannten sich stolz "Professor für Literaturwissenschaft" und machten sich viele Gedanken, wie man Rilkes nun wirklich schwer zu verstehenden Grabspruch zu verstehen habe. Und was lese ich heute, eher zufällig?

"Schade, dass Literaturwissenschaft anscheinend unsexy ist. Auch wenn das nur ein seltsamer, unbedeutender Typ sagt, der selbst ziemlich unsexy ist. Es mag ein Orchideenfach sein, doch warum betrachtet man davon nur die negativen Aspekte?" (Melina Brüggemann, Was es heißt, ein Orchideenfach zu studieren.  unikatmuc.de)

Also, wenn mich da ein Jurist auf einer Party anmachen würde, weil ich Literaturwissenschaft studiere, ich würde sehr kühl kontern: "Ich tue was für mich und die Ewigkeit, und du, Juristendödel, tust was für's Geld und den Tag!" Und vielleicht würde ich noch hinzufügen: "Ich erwarte aber nicht, dass du das verstehst. Du studierst ja schließlich so ein komisches Nützlichkeitsfach und nicht Literaturwissenschaft."

Donnerstag, 12. März 2015

zuallererst / zu allererst ?

Beim Korrigieren -- ich krieg die Krätze!

"Beispiel: zuallererst müssen wir überlegen, ob die Sache überhaupt sinnvoll ist" (Duden)

Da wird jetzt alles bis hin zum Lächerlichen auseinander geschrieben (!) und dann wird ein Silbenungetüm zuallererst gebildt, wo doch zu allererst prima ging und der Aussprache entlanggeht. Die Krätze! 

Von der inhaltlichen Doof-Eleganz des Beispielsatzes wollemer erst ma gar nicht redn!

Die Bayern haben gestern abend ...

...7:0 gegen Schachtjor Donezk gewonnen. (Wer sich als Russisch- oder Ukraine-Kenner gerieren will, der schreibt neuerdings: Schachtar Donezk.) Und allenthalten heißt es: Die Knappen aus der Ukraine mussten zu zehnt spielen, darum ...

Aber dann schauen wir doch zu Chelsea und PSG rüber! Da haben 10 Spieler aus Paris -- ohne den "Superstar" Zlatan! -- gegen Chelsea gewonnen und sind weitergekommen. Also, einen solchen Sieg nicht einfach kleinreden. 10 sind im Zweifelsfall eine Macht.

"Zwei in der Selbstfindungs­hölle"

Ich habe von Sibylle Berg kein Buch gelesen. Genauer: Ich habe bislang rein gar nichts von von Sibylle Berg gelesen. Sie begegnet mir aber im Moment im Feuilleton und im Netz auf Schritt und Tritt. Auffallend: dass ich sie nicht auf ein einziges Äußeres festlegen kann. Sehr unterschiedliche Bilder werden überliefert, von schön-pubertär-traurig bis unansehnlich-ältlich-verhärmt. Vielleicht passt das zu dem, was mir heute bei österreischen Kurier Online und dem Bild dort aufgefallen ist: Frau Berg hat was Ägyptisches, was Sphinxhaftes an sich.

" ~ || Sibylle Berg präsentiert ihren neuen Roman am Sonntag im Wiener Rabenhof. | Die deutsche Autorin Sibylle Berg polarisiert mit ihren Büchern und Kolumnen. Auch in ihrem neuen Roman "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand" geizt sie nicht mit drastischen Formulierungen und schickt Chloe und Rasmus, ein von der Ehe und dem Alltag frustriertes Paar, durch die Selbstfindungshölle." 12.03.2015

Und ich frage mich, ob die Autorin Sibylle Berg Chloe, den Film, kennt. Ich nehme es an.

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Fortsetzung: "Im neuen Psychothriller GONE entdeckt Jill Parrish (Amanda Seyfried) eines Nachts, dass ihre ..."

Dienstag, 10. März 2015

Geld: Bitte beachten Sie! ...


"Meine Kollegin Özlem Gezer hat in Istanbul herausgefunden, was zwei Menschen verbindet, die eigentlich nichts verbindet: Ein pensionierter Oberstudiendirektor in Deutschland kauft Aktien, die ihm ein Mann von Istanbul aus am Telefon empfiehlt, immer wieder, bis er kein Geld mehr hat. Mich erinnert das an den Anfang der Finanzkrise, als mir ein Banker erklärte, es gebe in jeder Bank sogenannte A&D-Kunden; das A stand für "alt", das D für "doof". Und Özlem Gezer bringt den Betrüger sogar dazu, ihr zu erklären, wie das Geschäft funktioniert."

Also aufgepasst, Damen und Herren, die ihr vielleicht zu der A&D-Fraktion gehört!

P. S. Allerdings stand vor Jahren im SPIEGEL auch die Geschichte einer deutschen Frau, die -- in Nigeria, glaub ich -- hinter ihrem Geld her war. Diese Frau war weder doof noch alt. Sie hatte, sagte sie, einfach einem Aussetzer, als sie einem "nigerianischen Bankier" oder so eines große Summe ihres Geldes anvertraute, um es schnell zu mehren.

P.P.S. So bin ich auf Hauke Goos gekommen: Im letzten SPIEGEL von ihm eine so anrührende wie depremierende Geschichte über eine Scheidung. Tenor: Wenn zwei, die sich mal liebten, ein Kind zusammen haben, keinerlei gemeinsame Sicht mehr auf ihr Leben haben und das Leben, hier vor allem des Mannes, wirklich zum Albtraum wird.

Die vier Grundsätze des Ted Nelson

Was für eine schöne Entdeckung, die vier Grundsätze des Ted Nelson:

  • Die meisten Menschen sind Idioten.
  • Autorität ist meist heimtückisch.
  • Gott existiert nicht.
  • Alles ist falsch.

Warum ist mir das nicht schon viel früher aufgefallen?

Samstag, 7. März 2015

Liebe Redaktion von ComputerBild!

Ich habe mir mal wieder beim Händler eure Zeitschrift gekauft, die Nr. 6 / 28.02.2015. Die Version für 3 Euro 50 immerhin. Eine eher nostalgische Handlung. Vor Jahren habe ich das oft gemacht. Aber inzwischen -- nun ja, die Käufe, wie auch der Kauf ver CHIP, sind selten geworden.

Anyway. Ich wollte eben den PC-Putzer mal ausprobieren. Da wird ja vollmundig geworben. Unter anderem mit "18% gründlicher als CCleaner".

Was geschieht und lässt sich berichten?
  • Nun, erst mal wird klar, dass das eine Werbeaktion von Abelsoft ist. Man muss mit E-Mail-Adresse einen Freischalt-Code anfordern.*
  • Dann rödelt die Installation jetzt seit ungelogen einer halben Stunde vor sich hin, mit diesem schönen, in der Realität sehr bewegten Bild.



Na gut, vielleicht liegt es ja an meinem PC. Der ist auf unerklärliche Weise langsam geworden. Aber es sei gesagt -- solche verdeckten Werbeaktionen sind ärgerlich. Und ärgerlich ist auch, Programm auf der DVD großartig anzupreisen, die man im Netz jederzeit auch runterladen könnte.

So jedenfalls wird die Sache nichts, und die nächsten Monate über bin ich von jeder Kaufabsicht geheilt.

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* Ich kenne die Fa. Abelsoft, seit die irgendwann meine E-Mail-Adresse herausbekommen hat. Wahrscheinlich habe ich aus dem Internet heraus ein Programm installiert und dabei ein Häkchen nicht weggenommen. Und seitdem werde ich ich mit Werbemails bombardiert. (Wann begreifen solche Firmen eigentlich, dass in der Werbung grundsätzlich weniger mehr ist und dass man sein Image ganz schell kaputt machen kann und die ganz große Abneigung auf sich zieht, wenn man es übertreibt? Aggressive Werbung hat doch beispielsweise und seinerzeit schon die große AOL ruiniert! "Ein Amerikaner startete daraufhin die Protestaktion No More AOL CDs. Sein Ziel: Sein Ziel: Er wollte eine Million AOL-Werbe-CDs sammeln und diese dann öffentlichkeitswirksam vor der AOL-Hauptzentrale per Lkw abkippen. Dazu kam es jedoch nicht: Als AOL selbst von der Protestaktion erfuhr, beendeten sie die CD-Kampagne." (Wikipedia) Remember?)

Freitag, 6. März 2015

Neubeginn

Ich fang´ es jetzt noch einmal an,
Das Leben und das Streben.
In meinem Alter ist man Manns
genug, dem Alter Zeit zu geben.

MONDAY, MARCH 08, 2010

Deutscher Pokal

(Im süddeutschen Tonfall vorzutragen!)

Es ham die Bayern, die aus München,
gegn Schalke wieder mal gesiegt!
Und morgen wern die Robben lynchen,
die Schalker, weil - ihr Südpol glüht!

WEDNESDAY, MARCH 24, 2010

Widerstand gegen das Unvermeidliche

"Man kann´s nicht zwingen, dass sich´s reimt!"
sprach einst der Dichter-Gott.
Da fühlte ich mich sehr geleimt.
und wollte nur noch fott.

WEDNESDAY, APRIL 21, 2010

Der WP-User Oltau

Ich will einfach festhalten, was der Wikipedia-Mitarbeiter Oltau auf seiner eigenen WP-Seite schreibt:

"Dieser Benutzer ist bis auf weiteres nur noch eingeschränkt in der Wikipedia aktiv. Ausschlaggebend ist diese unendliche Diskussion zu einem von mir erstellten Artikel und der damit verbundene Rückzug des Artikels als Beitrag zu Schon gewusst? Das System Wikipedia krankt jedoch an mehreren Dingen. Das betrifft einmal die unkontrollierbare Vermehrung von Sockenpuppen tätiger oder gesperrter Accounts und die damit verbundenen ständigen Störungen bei der Artikelarbeit. Zu einer Verifizierung oder nachvollziehbaren Registrierung aller angelegten Accounts kann man sich nicht durchringen, da dies die freie Mitarbeit einschränke, obwohl diese auch per IP möglich wäre. Weiterhin ist mittlerweile eine Vielzahl von Parteien- oder Interessenaccounts zu vermerken, und dies nicht nur im Wirtschaftsbereich, die sich gegebenenfalls unterstützen, so dass in vielen Artikeln keine differenzierte Darstellung mehr möglich scheint. Der geforderte neutrale Standpunkt und die Belege unterliegen vielfach einer Auslegung. Hinzu kommt aus meiner Sicht oft fehlerhaftes administratives Eingreifen, wie erst kürzlich auf meiner Diskussionsseite, oder auch bei der Abarbeitung von Vandalismusmeldungen. Dies alles hat mich nun dazu bewogen, meine Arbeit hier einzustellen. Ich habe es nicht nötig, mich länger mit irgendwelchen anonymen Accounts herumzuärgern, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Meine bisherige Artikelarbeit ist unten weiterhin einsehbar, ich werde jedoch keine weiteren Artikel mehr anlegen. Und das betrifft nicht nur Bereiche, wo Ärger scheinbar vorprogrammiert ist, sondern auch andere, denn ich bin nicht mehr gewillt, durch meine Mitarbeit die Glaubwürdigkeit eines Projektes zu unterstützen, die in vielen Bereichen nicht gegeben ist, wo Deutungshoheit vor Meinungsvielfalt geht. -- 11. Jan. 2015 

Auf der Diskussionsseite dazu: ein paar Vorschläge gegen die Frustration. Eine Frustration, die die WP mittelfristig zu einem toten Unternehmen machen kann. Merke: Auch die Institution Brockhaus ist untergegangen. Aus anderen Gründen als dies bei der WP der Fall wäre. Aber die Gründe des Untergangs sind immer unterschiedlich.