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Samstag, 15. Januar 2022

Is Beauty Relative?

 






Montag, 9. November 2020

Das Volk - 75 Jahre und ein Teilfortschritt

 


"Kein Volk, kein Hirn, kein Führer!"

Warum ein Teilfortschritt? Nun ja, einfach weil das Original deutlich schlimmer ist. Aber unangenehm genug ist dieses Aufplustern derer, die von Nichts eine Ahnung haben, aber die Experten runtermachen, natürlich doch.

Mittwoch, 18. März 2020

Seltsame ZEIT-Fragen

Ist das denn vollständig subjektiv und noch dazu an der Sache vorbei? Natürlich ist das eine Möglichkeit. Ich bedenke das ja!

Der Ausgangspunkt ist diese -- ja was? Eine Meldung ist es ja nicht. Eher ein Kommentar, ein Meinungsartikel. (zeit+.de)

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 Die Wissenschaft gibt jetzt der Politik die Richtung vor. Was heißt das für die Demokratie? Von Mariam Lau | DIE ZEIT Nr. 13/2020, 19. März 2020

Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité

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Ja nun, heißt das was "für unsere Demokratie"? 

Da stellt sich für mich erst einmal wieder die Frage, warum eigentlich Experten keine Regierung bilden können. Wenn, dann sind Expertenregierungen ja Übergangsregierungen. Warum eigentlich?

Und -- der Ausgangspunkt: Wieso soll der Professor Drosten der neue Kanzler sein? Ich meine, wenn ein Richter einen Psychologen als Gutachter um seine Einschätzung bittet, wird dann der Gutachter gleich zum Richter?

Das dritte, was ich zu beobachten glaube, dass die Journalisten von ZEIT und SPIEGEL zunehmend das letzte Quentchen (sic) an Kritikmöglichkeit aus Dingen herausquetschen, um sich irgendwie zu profilieren. Wobei das, ausweislich fast einheitlicher Kommentare, auch ziemlich nach hinten losgehen kann. Wie letzthin die Reinhard-Mey-Kritik im -- nein, es war doch auch in der ZEIT.

Reinhard Mey. Der bashende Barde. Parteienkartell, Lügenpresse, Feminazis: Ressentiments sind heute Sache der neuen Rechten. Doch erschreckend viele finden sich schon bei einem eher linken Liedermacher. Von Michael Ebmeyer 15. März 2020 || 649 Kommentare (zeit.de)

Samstag, 25. Januar 2020

AfDAC

Es gibt sie eben, die genialisch verdrehten Lustig-Gehirne! Beim Postillon zum Beispiel.

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Freitag, 24. Januar 2020

Weil ADAC nicht mehr strikt gegen Tempolimit ist: Raser gründen Alternative für Deutschen Automobil-Club (AfDAC)

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Dienstag, 11. Juni 2019

Faulkner und "Burning" (Film)

Notizbuch

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FILM-TIPP „Burning“: Und alle Rätsel bleiben unerklärt So, 09.06.2019 Von Cosima Lutz „Burning“, der 2018 auf dem Filmfestival in Cannes gefeierte Film des südkore­anischen Regisseurs Lee Chang-dong („Secret Sunshine“), erhebt das Spiel von Sichtbarem und Unsichtbarem, Vorhandenem und Nichtexistentem so virtuos und elegant zum Thema seines Mystery-Thrillers, dass bis zur letzten eindeutigen Tat trotzdem alles ungeklärt bleibt. Inspiriert von Haruki Murakamis Kurzgeschichte „Scheunenabbrennen“ aus dem Jahr 1983, die sich wiederum auf William Faulkners Erzählung „Brandstifter“ von 1939 bezieht, nimmt sich der Regisseur fast zweieinhalb Stunden Zeit, um aus Motiven beider Erzählungen ganz langsam ein sehr zeitgenössisches Gespinst aus Wahn und Wirklichkeit zu weben. ... „Burning“ Südkorea 2018, 148 Min., ab 16 J., R: Lee Chang-dong, D: Yoo Aah-in, Jeon Jong-seo, Steven Yeun (abendblatt.de)

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Bleibt die Frage: ist das wieder mal so ein FilmFilm-Kritiker-Film oder tatsächlich ein sehenswerter, spannender Film? Die Antwort findet wahrscheinlich der Interessierte nur, wenn er sich den Film auch tatsächlich ansieht.

Montag, 12. November 2018

"Mal eine andere Sichtweise ...

...auf die Causa Seehofer"

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Beim SPIEGEL hinterlassen. Wird noch geprüft. Hier schon zu lesen.

(Tatsächlich noch durchgerutscht! Der SPIEGEL macht die Kommentar-Möglichkeit ja, verglichen mit der ZEIT, ziemlich schnell zu.)

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Es entspricht dem Geist und dem Stil dieser Zeit, politische Dinge ungefähr in diesem Ton zu kommentieren:

"Das wäre der GAU für die Republik, was die CSU und Bayern betrifft, ist mir ziemlich egal, aber Herrn Seehofer weiter als Innenminister ertragen zu müssen, grenzt an Nötigung." (Mal im Original gelassen; an der Syntax könnte man noch ein wenig feilen.)

Dabei ist der Ton dieser Einlassung, verglichen mit anderen Kommentaren bei SPIEGEL, ZEIT und Süddeutscher, ja durchaus noch gemäßigt.

So, und jetzt die andere, meine Sicht: Politiker sind Leute, die Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen, die dem Normalbürger ganz und gar abgehen. Gute Politiker können beispielsweise -- oft, nicht immer, klar -- gut frei reden, was sonst kaum jemand kann. Sie ertragen Kritik, auch unverschämte. Was sonst kaum jemand kann. Sie demonstrieren auf selbstverständliche Weise und öffentlich großes Selbstbewusstsein. Ich möchte die Kommentatoren hier mal vor eine TV-Kamera agieren sehen! Die Liste ließe sich fortsetzen. -- Hier nur: Man muss natürlich nicht alles besser können, was man kritisiert. Wer Manuel Neuer kritisiert, muss selbst kein guter Torwart sein. Aber sich mal als Kritikaster ein bisschen zurückzunehmen angesichts des Könnens anderer, das wäre oft -- nein: immer sehr gut.

In diesem Sinne mein ehrliches Wort: "Danke für Ihre Leistungen und Ihr Engagement für das Gemeinwesen, Herr Minister Seehofer!"

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Ein Kommafehler stehengeblieben! Ärgerlich natürlich.

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Noch eine Überlegung, angestoßen von solchen Kommentaren wie dem oben zitierten: Die Kommentare des Volkes, in dem Leserbriefen und den Internet-Kommentaren, entsprechen der Rolle des "politischen Hofnarren" an den Höfen des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Sie plappern fröhlich und mitunter auch sehr kenntnisreich daher. Ernst genommen aber werden sie von denen, die die Macht haben, aber natürlich nicht.

Mittwoch, 7. März 2018

Amazon-Kritik

Kleine Amazon-Kritik-der-Kritik, im Vorbeigehen.

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["Langweiliges BlaBla von nem Klugscheißer. Wahrscheinlich Lehrer, Pädagoge oder sonst was."

Und Ihr Beruf? Automechaniker? IT-ler? Und welche Eigenschaften würden Sie sich selbst so zuschreiben? Äußerst unangenehmer Brutalo-Kritiker mit stets beleidigenden Tendenzen?]

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Ich wollte immer schon einmal wissen, wie die Rezensionen und im Grunde genommen auch alle anderen Nutzer-Mitteilungen von Amazon kontrolliert werden.

Eingeschoben: Wir sagen gerne „von Amazon“, und das kann zweierlei bedeuten. Es kann entweder ein findiges Programm hinter Antworten stecken, oder die Texte werden von Menschen gelesen, die wir als Personen natürlich nie kennenlernen, und dann nach gewissen Vorgaben beantwortet. Wenn Letzteres der Fall ist, dann ist da natürlich immer ein gewisser Interpretationsspielraum. Was geht, und was geht nicht? Wenn Ersteres gilt, dann muss es einen wirklich guten Algorithmus geben, der menschlichem Verstehen und Interpretieren nahekommt. Mich würde einfach aus angeborener Neugierde interessieren, wie sich das hinter den Kulissen so verhält.

Zurück zu diesem Fall: da hatte also jemand sich die Mühe gemacht, eine lange Kritik zu schreiben. Und jemand anderes spricht von Blabla von „nem Klugscheißer“. Zwei Berufe, mit denen der Absender Klugscheißer assoziiert, werden gleich dazugeschrieben. Das also scheint der mitlesenden Instanz bei Amazon akzeptabel. Meine Kritik der Kritik aber nicht. So, und jetzt fragen wir doch mal bei Amazon nach, und dann trage ich nach ein paar Tagen die Antwort – oder eben auch die Nicht-Antwort – hier ein.

P. S. Nachdem ich eine E-Mail-Adresse mit „allgemeine Fragen an Amazon“ gesucht hatte, bin ich auf Seiten verwiesen worden, in denen es gar nicht mehr so gesittet zugeht, wie ich es an und für sich bei Amazon gewohnt bin. Viele Klagen über das Verhältnis von „Amazon“! Es wird also auch hier klar: Wo Menschen sind, da menschelt's. Dass Amazon insgesamt den „menschlichen Faktor“ gut im Griff hat – das bedingungslose Kundenfreundlichkeit –, das ist immerhin eines der Geschäftsgeheimnisse des Ladens. Wenn hier etwas schief läuft, kann sich das ganz rasch in einem negativen Image und damit auch in einem Niedergang der Geschäfte auswirken. Aber das sind jetzt natürlich eher geschäftsphilosophische Überlegungen.

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Der Versuch, mit Amazon in dieser Sache Kontakt aufzunehmen, ist durchaus nicht einfach. Eine Anfrage -- weil keine entsprechende E-Mail-Adresse zu finden ist -- an die allgemeine Adresse info@amazon.de bringt die automatische Antwort:

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Guten Tag,

Diese E-Mail-Adresse hat lediglich Benachrichtigungsfunktion, hier koennen leider keine eingehenden E-Mails beantwortet werden.

Das sollte aber nichts ausmachen:

Wir sagen Ihnen, wie Sie an die gewuenschten Informationen kommen oder wie Sie Aenderungen an Ihren Bestellungen vornehmen koennen.

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Dann folgen nur Möglichkeiten, die mit diesem Themenbereich überhaupt nichts zu tun haben.

Montag, 8. Januar 2018

Deutsche Tabus und linke Sprachregeln

Wenn doch nicht alles so komplex und kompliziert wäre! Im Cicero (Januar 2018, S. 92ff.) wird der Schriftsteller Uwe Kolbe interviewt. Lesenswert!

"Wir sind Neandertaler im Auto des 21. Jahrhunderts. Der Schriftsteller Uwe Kolbe über deutsche Tabus, linke Sprachregeln  und den falschen Charme von Bertold Brecht"

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Was die linken Sprachregeln angeht -- wo beginnen und wo enden die? Gibt es sie schon bei der ZEIT  und beim SPIEGEL oder erst bei der taz? Und wo werden diese Sprachregeln durchbrochen, hin zu Freiheit der Berichterstattung? Die Spanne und die Spannung zwischen linksliberal und rechtskonservativ wo verlaufen die? Und dann noch linksradikal vs. rechtsradikal! Und dann gibt es ja noch das ganz Andere: islamisch vs. islamistisch. Usw.

Alternativseiten, ja oder nein?



...

Natürlich muss man sich diese Seiten nicht mühevoll selbst zusammensuchen. Das erledigt schon mal die Gegenseite, z. B. mit "Das ABC der unseriösen Quellen -- eine Übersicht" (bei medium.com).

Aber sind die Seiten denn nun alle unseriös? Oder bringen sie nur das, was wegen "linker Sprachregeln" von der "Systempresse" nicht öffentlich gemacht wird? 

Auch lesenswert:

Plattform "Unzensuriert" "Die rechte Blase im Netz wächst". Die FPÖ-nahe Plattform "Unzensuriert" expandiert aus Österreich nach Deutschland. Im Bundestagswahlkampf könnte sie AfD-Propaganda machen. MATTHIAS MEISNER (tagesspiegel.de)

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Ich wette, Uwe Kolbe fühlt sich komplett falsch interpretiert, wenn man die Fragen so stellt. Aber wie soll man sie denn stellen?

Montag, 2. Oktober 2017

"Heimliche Wahlhelfer der AfD"

Wieder haben ZEIT-Journalisten was AfD-iges ausgegraben!

"AfD-Wahlkampf. Heimliche Wahlhelfer der AfD || Offiziell nimmt die AfD keine Neonazis auf. Aber sie ließ sich in Wahlkämpfen von Vertretern eines Vereins helfen, der tief ins rechtsextreme Milieu verstrickt ist. Von Christian Fuchs und Astrid Geisler 2. Oktober 2017 || Im Sommer 2016 erreicht einen Funktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) eine ungewöhnliche Anfrage. Ein AfD-Politiker aus Norddeutschland meldet sich. Offiziell arbeitet die Partei nicht mit den Identitären zusammen, weil die Gruppe von ehemaligen Neonazis durchsetzt ist und vom Verfassungsschutz beobachtet wird."


"Mein Gott, nimmt das mit der AfD denn gar kein Ende?! Lasst die AfD-MdBs sich doch erst mal im Bundestag zurechtfinden und nachschauen, wo die Toiletten sind! Und dann ihre ersten Reden vorbereiten und halten! | Dass die meisten der AfD-Wähler Protestwähler ohne rechtsextreme Affinitäten waren, wurde doch schon am Wahlabend von den Demoskopen betont. Und diese Protestwähler werden bei der Stange bleiben, solange eine geschlossene Phalanx der Zeitungen, die zur Gruppe der Linksliberal-Besitzstandswahrer und -Profi-Weltdeuter gezählt werden, nicht müde wird, der AfD berichterstattend hinterherzuhecheln."

Montag, 10. Oktober 2016

Malewitsch und Kishon

Dieses Bild, diese Idee! Eines der großen Ereignisse, in der sich -- nach Meinung von Kishon* und nach Meinung der einfachen Leute -- das Volk von der Kunst weggedrängt wurde. An die Macht kamen die Höflinge der nackten Kaiser. Natürlich gibt es viele, viele andere, die nach Meinung des Volkes da auch genannt werden müssen, nicht wahr, Mr Pollock? Und auch gleich Sie, Mr Serra!

Kunst: Schwarzer Stoff || Kasimir Malewitsch, das »Schwarze Quadrat« und seine Folgen – eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. | Von Petra Kipphoff | 29. März 2007 / 1. April 2007 | DIE ZEIT, 29.03.2007 Nr. 14 Der Weg zu Kasimir Malewitsch, dem Gottvater des Schwarzen Quadrats, beginnt in der Hamburger Kunsthalle im Makart-Saal, einem Raum, der hält, was er verspricht. Auf einer abendfüllenden Leinwand drängeln sich leicht und schwer bekleidete Figuren rund um den gloriosen Einzug Kaiser Karls V. in Antwerpen, so, wie sich Hans Makart, der Malerfürst der Wiener Gründerzeit, das Geschehen von 1520 im Jahr 1878 ausmalte. An anderen Wänden, auf- und übereinander gereiht in der sogenannten Petersburger Hängung, Dokumente derselben großbürgerlichen Bilderseligkeit, Porträts bedeutender Männer oder wackerer Bauern, Szenen der nahen Idylle und fernen Exotik. Nur ein Grubenwagen mit angekokelten Holzscheiten von Jannis Kounellis löst eine leichte Irritation aus. Wer hier steht, der begreift auch ohne lange Einleitung, dass er ein Erdbeben der Kunst nacherlebt. Zwei Zitate von Malewitsch sieht er im Durchgang zum nächsten Raum, der Makart von Malewitsch trennt, dazu Claes Oldenburgs großen Lichtschalter aus schmuddligem, weißen Leinen (1963). Malewitsch, 1927: »Die Welt als Empfindung der Idee, unabhängig vom Bild – das ist der wesentliche Inhalt der Kunst. Das Quadrat ist nicht das Bild. So, wie der Schalter und der Stecker auch nicht der Strom sind.«

»Die Welt als Empfindung der Idee ...« Das sind doch Sätze, die später von den nicht-geisteswissenschaftlichen Aufklärern leichthin und mit fester Stimme als Geschwurbel bezeichnet wurden. Zumindest, wenn nicht gleich klar war, dass die Sätze von einem Anerkannten stammten. Auf der anderen Seite war die Nackte-Kaiser-Verteidigung -- die Menschen, die solche Sätze als schwurbelig und vollkommen beliebig bezeichnen, das seien reaktionäre Kleinbürger ohne jedes Verständnis für moderne Kunst --, dieses Verteidigung war höchst wirkungsvoll. Wer will sich, auf dem Weg ins Bürgertum, so etwas schon gerne nachsagen lassen? Es ist extrem schädlich für das eigene bürgerliche Leben, wenn man im Ruf steht, ein Kunstbanause zu sein.

Und auf der anderen Seite? Ich habe mir dann irgendwann doch das Büchlein "Das kann ich auch" über Amazon gekauft. Nachdem ich es in Murnau im Museum noch liegengelassen hatte. Ich erwartete einen ironisch aufgeladenen Anti-Kishon. Und siehe da -- es war Kishon im Quadrat. Vielleicht sollte ich die Diskussion, ganz ruhig, ohne vorschnelle Parteinahme noch einmal aufrollen. Ob sich jemand dafür interessiert oder nicht ...

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* Auf der Suche nach irgendeiner Besprechung von Kishons Büchern -- keine größere Zeitung hat offenbar seinerzeit etwas dazu gebracht -- stoße ich auf diese Stelle bei faz.net:

"... Ich werde das Einschreiben trotzdem nicht abholen. Seit gut sechs Jahren ist der Briefkasten mein Feind. Der Briefkasten ist, zusammen mit meiner unschwer auffindbaren Adresse, das Einfallstor für Leute, die, unhöflich formuliert, schwer einen an der Waffel haben. Ich erwarte hier ansonsten keine Einschreiben, das ist nur mein Zweitwohnsitz, und die Hauptadresse steht nicht im Netz. Wenn hier Einschreiben oder dicke Briefe kommen, stammen sie meistens von Frauen. Frauen, denen die Abgeordneten des Bundestags ihr Treiben erleichtern, sollte jemand das Pech haben, mit ihnen mehr als das Ablehnen von Post zu tun zu haben. | Der klassische männliche Stalker in meinem Fall wünscht mich – der ich Atheist bin – zu meiner 'Kinderfickersekte nach Rom', ist linksextrem und belästigt mein FAZ-Blog mit einer IP-Adresse des Norddeutschen Rundfunks, oder bastelt mutmasslich zusammen mit seinem in München arbeitenden Kumpel Fakeprofile in meinem Namen, um andere anzupöbeln. Das ist der Normalzustand in der Migrationskrise, auch Martenstein und andere Kollegen sahen sich massiven Anfeindungen auf vielen Ebenen ausgesetzt. Der klassische männliche Feind im Netz lässt gern durchblicken, dass er meine Artikel für Folgen meines ungestillten sexuellen Verlangens hält, aber die Sache mit den Frauen begann 2010 an einem Samstag im Sommer, als meine Freundin bei mir war und wir zum Wochenmarkt gingen. Aus dem Briefkasten schaute ein dickes Couvert, ich zog es heraus, öffnete es und schaute hinein. ..."

Na, wenn das nicht neugierig macht, dann weiß ich nicht.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

"...ein neues Peinlichkeitsniveau" ? -- Nun ja.

Wenn jetzt die, die früher nicht zu Wort gekommen wären, dank Internet zu Wort kommen -- ach, ich weiß nicht. Es ist halt viel Besserwisserei und Häme dabei. Wem diese Gefühlszustände der Gipfel der Aufklärung sind, der muss diese Websites natürlich gutheißen. Die anderen? Ich? Eben. Ich weiß nicht so recht, ob die wohlfeile Kritikasterei wirklich gut ist. Ich fühle mich jedenfall nicht wohl bei Kritiken wie der folgenden:

Vorurteil der Woche: Judith Rakers hat eine große Zweitkarriere als Gesellschaftsreporterin vor sich. || Wenn Sie demnächst in der Stadt unterwegs sind, schauen Sie sich ab und an mal um. Sollte Ihnen "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers mit einem NDR-Kamerateam folgen, läuft höchstwahrscheinlich etwas grundlegend falsch in Ihrem Leben. | Für ihre erste eigene Reportage-Reihe hat Rakers es sich nämlich zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Missstände anzuprangern, indem sie sich ihnen gemeinsam mit Betroffenen selbst aussetzt. Angesichts der Tatsache, dass das Genre der Ausprobier-Reportage seinen Zenith schon seit längerer Zeit überschritten hat, ist das ein gewagtes Unterfangen. Jeder Digitalkanal und fast jedes Dritte Programm kann bei Bedarf nachts um halb drei ein paar Nachwuchsjournalisten anrufen, die augenblicklich bereit wären, sich stunden-, tage- oder wochenweise in Situationen hineinversetzen, in denen sie sonst nicht wären, würde nicht eine Kamera dazu laufen. | Mit Rakers hebt der NDR die ausgelutschte Grundkonstellation aber noch mal auf ein neues Peinlichkeitsniveau. (dwdl.de Peer Schader 06.09.2014)

Und wieviel Neid auf die erfolgreiche Judith Rakers in solchen Besprechungen steckt? Wer kann das schon sagen.

Dienstag, 26. April 2016

Die USA- und Obama-Kritiker

Ich scheine -- ich mache da allerdings erst sei Kurzem mit -- bei der ZEIT immer das Schlusswort sprechen zu dürfen. Oder zu müssen. Anyway. Hier ging es um den Obama-Besuch und die Kritik an den USA und an Obama.


"St.H. Not better than G. W. B., Obama s Drohnen Krieg setzt mittlerweile absurde + perfide + pervertierte Prioritäten, Al Awlaki ein amerikanischer Staatsbürger wurde im Jemen getötet. Ein sogenannter islamischer Extremist und Prediger (warum er seine Sichtweise auf die USA änderte, das hinterfragt keiner in diesem Land der unbegrenzten Möglichkeiten) so die Sichtweise der Amerikaner.. Sein Sohn, ein sechzehnjähriger Jugendlicher wurde ebenfalls durch eine Hellfire Rackete pulverisiert. Warum? Weil er sein Sohn war! | Und was treibt JSOC so auf der Welt....Vielmehr in Gardez (Afghanistan).... | Heute brauchts nicht mehr viel für einen Friedensnobelpreis...."

Was ich immer wieder erstaunlich finde: Die Gruppe derjenigen, die bei allem und jedem und ganz grundsätzlich die Schuld bei "den USA" und in Deutschland die Schuld bei "den Regierenden" sehen, nie bei sich selbst als denjenigen, die davon profitieren, dass andere versuchen, ihnen ein halbwegs sicheres Leben zu garantieren.

Zurück zu Obama. Mein Kommentar war (und ist):

"Die für mich weitaus ehrlichste Kommentar war, gerade wegen der unpolitischen Subjektivität, der allererste, der mit: 'ich find' ihn schwer sympathisch'. Und der Rest der Kommentare, vor allem die Kommentare der schwer Enttäuschten? Die möchten, dass sie in einer idealen Welt, nein, möglichst in der besten aller möglichen Welten leben. In einer Welt, in der einer, der "Yes, we can!" sagt, am Ende auch alles kann. Sie möchten halt einen echten Erlöser. Der Realist in mir sagt: Diese erlöste Welt wird es nie geben. und man muss immer die Ideale mit den Idealen und die Realität mit dem realistisch gesehen Möglichen vergleichen. Wer hätte es denn in den vergangenen 7 1/2 Jahren besser gemacht als Obama? Wer wird es in den USA demnächst besser machen als er?"

Montag, 28. Dezember 2015

"'Was soll das?' - gefährliche Frage für den Krimi"

Schmale, kluge Analyse des Fernsehspiel-Formats "Krimi".

"Tatort mit Ulrich Tukur | Ein Bruch mit der Glückseligkeit | Von Joachim Huber | Der Tatort aus Wiesbaden war ein verwirrendes Experiment. Das darf mal sein, muss aber die Ausnahme bleiben, wenn der Tatort nicht sterben soll. Ein Kommentar.In diese Glücksseligkeit ist am vergangenen Sonntag der „Tatort: Wer bin ich?“ mit Ulrich Tukur eingebrochen. Mindestens ein Film-im-Film, ein Metakrimi, 90 Minuten, die nicht wenige der sieben Millionen Zuschauer verstörten, verärgerten. Die Produktion des Hessischen Rundfunks brachte eine für das Krimiformat gefährliche Frage, herauf: Was soll das? Sind die Redakteure, die Produzenten, die Schauspieler der Ulrich-Tukur-Schwergewichtsklasse derart selbstverliebt, dass sie sich nur noch für Stoffe und Dramaturgien interessieren, die ihnen gefallen? Die Wiedergeburt des Experimentalfilms ausgerechnet am Sonntag um 20.15 Uhr? | Der „Tatort“ läuft in seinem 45. Jahr, 2015 gab es mit 40 Premieren so viele wie nie zuvor. Da kann es den neun ARD-Landesrundfunkanstalten nicht genügen, Krimis quasi nach der „Tatort“-Schablone zu fertigen. Erste Minute: Mord; 46. Minute: „Wo waren Sie gestern zwischen 20.15 Uhr und 21.45 Uhr?“; Schlussminute: Geständnis, Verhaftung. Fernseher aus, Krimi tot. ... Es gab mancherlei Entgrenzung: Der NDR setzte einen Fall nach drei Jahren fort, der HR produzierte einen Shakespeare-Western, Til Schweiger schießt seinen „Tatort“ erst im Kino zu Ende, in Münster wird die Klamaukschraube zum Quietschen gebracht, die Kommissare in Dortmund und in Saarbrücken sind nicht ganz von dieser Welt." (Tagesspiegel)

Allerdings weiß man am Ende nicht so recht, was der Kommentator Huber denn so erwartet vom "Tatort". Das Gewöhnlich-Gewohnte? Den 1/10-Eperimentalfilm? Das ganz unspezifisch 'Ungewöhnliche', das sich mit den Zuschauergewohnheiten nicht beißt und nicht die Frage 'Was soll das' heraufbeschwört? Ich würde ihm gerne Buch und Regie für eine der kommenden Folgen übergeben. Auf dass er sich beweise.

Dienstag, 12. Mai 2015

Mario Götze

Wie entstehen im Alltag des "Medien-Konsums" bei mir leichte Ekelgefühle? Wenn ich sehe, dass die Medien und ihre Konsumenten so gar kein Gedächtnis haben.

DFB-Manager verteidigt Mario Götze: "Ich finde es unsäglich!" Bierhoff sauer auf ... || FOCUS Online - ‎vor 34 Minuten‎ | DFB-Manager Oliver Bierhoff - "Unsägliche" Kritik an Mario Götze Süddeutsche.de || Fußball: Bierhoff verteidigt Götze: Massive Kritik "unsäglich"ZEIT ONLINE || 8. Mai 2015, 18:49 Uhr || Kritik an Mario Götze || Falsche Gesten zur falschen Zeit | Mario Götze müsste ein Volksheld sein - aber er ist es nicht.

Die Medien und die, die ihnen folgen, haben kein Gedächtnis! Mein Gedächtnis geht so: Wenn es diesen Götze nicht gegeben hätte, wäre Deutschland nicht Weltmeister 2014 geworden. Das stellt für mich Mario Götze erst mal für fünf Jahre -- ach Gott, eigentlich für immer kritikfrei. Wenn ich einen Einstein kritisiere, weil er die Quantenstatistik nicht mehr so ganz mitbekommen und verstanden hat, mache ich dann Einstein als Person heruntern? Nein.

Aber Götze! Der Fußball ist ebene in verlotterts Gewerbe! (Ich schreibe lieber: verloddertes Gewerbe. Und bitte nicht: verloddartes Gewerbe!)

Götze also wird rauf und runter kritisiert. Ist nicht freigestellt. Nicht in der Fußball-Dödel-Republik Deutschland. Da kommen nämlich alle Dödel herbeigehupft und kritisieren Götze in Grund und Boden. Die Dödel eben.

Montag, 4. Mai 2015

Fifty shades of Martenstein 2

Ich bin ja ein Verehrer der Kolumnen von Harald Marteinstein. Heute habe ich per ihn per Zufall als Video-Filmkritiker gesehen (11.02.2015 Mit beim Tagesspiegel), und muss sagen: Er schreibt besser als er redet. Als Redner -- ich habe ihn auch schon als Vorlesender eigener Werke in einer Berliner Kirche gesehenen --, als Redner also ist er einer vom Typus 'selbstverliebt-witzelnder Haspler'. Und da war der Dieter Hildebrand, Gott habe ihn selig, natürlich viel besser. Der, Werner Fink und Heinz Ehrhard, die haben da Maßstäbe gesetzt -- Fink und Ehrhard sogar ohne Selbstverliebtheit --, die schwer zu toppen sind. Das bei Marteinstein ist nicht wirklich gut. Und warum, habe ich mich wieder mal gefragt, sieht der Martenstein immer mehr wie der 60jährige Peter Handke aus? Na ja, vielleicht doch nicht. Handke ist schon ernster Und lächelt, wenn er lächelt, eine Spur scheuer. Irgendwie. (Nummer 1 / Martenstein + Grey findet sich übrigens hier.)

Sonntag, 22. März 2015

Quasseln, sorry und bescheuert

Eine blonde junge Frau beim FOCUS spricht einen Kommentar. Über Griechenland und den Euro. Sie plädiert dafür, Griechenland "kontrolliert pleite gehen zu lassen". Die Szene ist etwas unglücklich aufgenommen. Die Frau wirkt wie eine Krankenschwester vor dem Bett eines Patienten. Na ja, vielleicht ist das ja vom FOCUS beabsichtigt und bildlich zu verstehen: Antonia Schäfer, die Kommentatorin, steht vor dem Bett des todkranken Patienten Griechenland. 


Wie auch immer. Es kommen dann Kommentare der Leser resp. Zuschauer. Einer dieser Kommentare geht so:

"Sie hat nichts verstanden! || von Jan Appel 19.03.2015 || Quasselt über eine Sache, die sie nicht versteht! Sorry, die ist mehr wie bescheuert! Es geht nicht um die Griechen, es geht um eine neuen Weltordnung und wir sind nur die doofen Konsumenten! Der Euro wird weiter gehen, egal was das kostet und die Griechen sind dabei! Sie wollen die Regierungen dezentralisieren! EU in Brüssel als Hauptstadt! Je weniger Regierungen um so leichter lässt es sich für die Großen Banken handeln und die Regierungen unterdrücken! Damit die 4 Großen Familien der Welt noch reicher werden, denen ist das egal wieviele Menschen sterben! Rockefellers, Rothschild, Kuhn Loeb, Warburgs! Das sind die die bestimmen was hier ab geht!"

Es ist schon erstaunlich, für wie klug sich der Jan Appel wohl hält. Er glaubt, dass er andere einfach so, mir nichts dir nichts, "bescheuert" nennen darf? Ja reicht seine eigene Intelligenz dafür wirklich aus? Hat er sich das mal gefragt? Oder hat er das gar prüfen lassen? Die 4 großen Familien? Woher weiß denn der große Jan so genau, dass das die entscheidenden Player sind? Hat er das von einem Geheimdienst, der die neuen Zion-Protokolle gesichtet und das rausgefunden?

So, und nun mal im Ernst: Ich plädiere für einen Kommunikationsunterricht an den Schulen, mit Nachschulungsmöglichkeit für Erwachsene: Wörter wie quasseln, sorry (in der Verwendung wie hier; Also, ey, sorry, ne! Aber da ...) und bescheuert schließen einen Menschen von jeder sinnvollen Unterhaltung aus. Oder sagen wir mal so: Diese Leute, die diese Wörter lieben, die dürfen ihre eigenen Räumlichkeiten aufmachen und ihre Lokale besuchen und sich mit ihresgleichen unterhalten. Ich möchte solchen Menschen möglichst in keiner denkbaren Situation begegnen. Und weil dem so ist, werde ich halt doch von nun an drei mal überlegen, ob ich noch bei FOCUS Online nachsehe oder gar den FOCUS kaufe. (Was ich eh sehr selten getan habe.)

Freitag, 19. Dezember 2014

Wikipedia: (unqualifzierte?) Kritik?

Michael Brückner: Die Akte Wikipedia. Falsche Informationen und Propaganda in der Online-Enzyklopädie. Rottenburg 2014.

Und die Diskussion dazu!

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Noch eine Anmerkung von mir, hier: "Ich lese ein wenig herum. Das Stichwort "Ausmisten" fällt mir ins Auge. Und dazu immer wieder der Gedanke, warum denn die doch eher schlichte Frage so schwer in manche Köpfe zu kriegen ist: Wer bestimmt beim Ausmisten, was Mist und was Stroh ist? Und was Stroh ist, aus dem sich Gold spinnen lässt? -- Ganz ernsthaft: Ich habe Probleme mit Leuten, die immer schon -- und ganz schnell! -- wissen, was die Wahrheit, das Richtige, das Zulässige ist. Sie sind meinem Empfinden nach, unabhängig von den Inhalten, nicht die sympatischen Zeitgenossen. Und ich mag halt sympathische Menschen, auch in der Wikipedia."

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Die Übersicht über die Wikipedia-internen Seiten. Besonders interessant: Wiki-Stress, mit schönen Bildern zur Veranschaulichung.

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"Die deutsche Wikipedia [...] hat [...] Preise im hauseignenen Schreibwettbewerb vergeben. Mehr als 70 Beiträge waren im Rennen, mit Themen von der Blauflügel-Prachtlibelle bis hin zur britischen Monarchie. Gewonnen hat schließlich ein Text zu einem Begriff der, so die Jury, zwar jedermann bekannt sei, "dessen Hintergründe uns aber heute nur noch oberflächlich bewusst sind": Der Eintrag behandelt das Thema "Wahnsinn"." (SPIEGEL Online)

Samstag, 5. Juli 2014

"In der Opposition amüsiert man sich". -- Soso ...

Ich bin nach meiner eigenen Einschätzung kritisch und zuweilen vielleicht auch überkritisch. Nun lese ich, dass die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende einen Brief "voller Tipp-, Komma- und Grammatikfehler" geschrieben hat. Und ich reagiere überhaupt nicht kritisch.

"Tatsächlich hat auch nicht ein Referent oder eine Referentin, sondern die Ministerin selbst die Fehler gemacht. "Das war die iPhone-Falle", sagt ihr Sprecher Thomas Schunck. Die Ministerin habe von unterwegs unter Zeitdruck über das iPhone schnell ein paar Änderungswünsche am – fehlerfreien – Originalschreiben durchgegeben. Diese seien dann zwar eingefügt, aber nicht mehr korrigiert worden. "Im Ministerium arbeiten wie überall auch nur Menschen", sagt Schunck. "Aber natürlich ärgern wir uns trotzdem." || In der Opposition im Kieler Landtag amüsieren sich einige derweil hinter vorgehaltener Hand köstlich über die Fehler. Das ist ein bisschen so wie früher, wenn man den Lehrer dabei ertappte, dass er etwas nicht wusste."

Warum nicht kritisch? Nun ja, weil mir das mit den Fehlern egal ist. Allerdings bleibt ein gewisses Erstaunen. Ein Mensch in einer Führungsposition schickt einfach keine Briefe wohin auch immer, die nicht von mindestens zwei Kontrollinstanzen gegengelesen worden sind. Wieder einmal muss ich daran denken, dass ich vor langer Zeit gehört habe, Günter Grass' Blechtrommel habe seinerzeit ein pensionierter Gymnasiallehrer korrigiert, weil im Manuskript so viele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler drin waren. Na und? Nur eben -- unredigiert drucken kann man ein Manuskript natürlich nicht. 

Sonntag, 22. Juni 2014

Bierernste Kritik

Mag ich die Deutschen? Dumme Frage. Wer soll das schon sein, "die Deutschen"? Auf der anderen Seite -- eine bestimmte Gruppe von Menschen, nennen wir sie mal die 'Gruppe der besserwisserischen Alleskritiker', die scheint in Deutschland überrepräsentiert zu sein. Wie anders soll man sowas verstehen?

Ein Junge zeigte seinem großen Vorbild stolz ein Tattoo mit Schweinsteigers Namen auf dem Rücken und Arm. / Erfreut durch so viel Verehrung postete Schweini das Foto in seinem Facebook-Account. / Die Reaktion der Nutzer fiel jedoch alles andere als positiv aus./ Ein Nutzer spöttete über Schweinsteigers derzeitiges Reservisten-Dasein in der DFB-Elf: „Da nutzt er alle Mittel um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, nachdem er auf dem Platz ja nicht mehr zu sehen ist. Bei der WM spielen wird er sowieso nicht mehr! Manchmal muss man der Wahrheit ins Auge sehn.”/ Eine andere Stimme ging in dieselbe Richtung: „Spielt er oder macht er nur Strandurlaub?” / Hauptbestandteil der Kritik war aber das Tattoo des Jungen, bei dem nicht klar ist, ob es sich um ein gestochenes oder aufgeklebtes handelt. / Ein Facebook-Nutzer kommentierte: „Ein tätowiertes Kind? Manch einer überlegt nicht was er da postet!” Ein weiterer spang auf diesen Zug auf: "Der (Junge; d. Red.) hat sich das ganze Leben versaut."

Wenn sich Kritik und Bier paaren, heißt das Kind bierernste Kritik.

Donnerstag, 28. November 2013

Helmut Dietl

In der ZEIT das Interview, das Helmut Dietl dem Giovanni di Lorenzo gegeben hat. Schon mal eigenartig: Einer aus Schwabing erkrankt, teilt das in Hamburg mit, und schon reist der Journalist zum Interview nach München. Klagen Dietls über die Verrisse seines "Zettl". Ich schaue nach und finde in SPIEGEL Online:

Es gibt eben nicht länger die alte Kraftmeierei zwischen Schreibern und Magnaten, jedenfalls nicht mehr in dieser unverstellten Art. Niederschreiben oder mit Geld "zuscheißen" - eine Redewendung, die in "Kir Royal" geprägt wurde -, so einfach wie es damals im sinnenfrohen und sittenrohen München herging, ist das nicht mehr. Dietl ist ein großer Könner, wenn es darum geht zu zeigen, wie Politik aus dem Unterleib gemacht wird. So aber funktioniert die Berliner Republik mit Angela Merkel als oberster Repräsentantin nun mal nicht.

Jaja, die Bundeskanzlerin macht den Unterschied. Schon richtig.