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Sonntag, 16. Dezember 2018

Differenzieren und pauschalisieren

Notizbuch 

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Im Arsenal des linksliberalen Vokabulars gibt es kaum Worte, die häufiger gebraucht wurden als differenzieren und pauschalisieren. Besonders beim Thema Migration avancierten diese Verben zum Lackmustest der richtigen Gesinnung. Wer differenziert, ist ein rechtschaffener, demokratietauglicher Bürger, er ist intelligent, vorurteilsfrei und hat die Zukunft auf seiner Seite. Wer pauschalisiert, hat den Hang zur Vereinfachung, er steht unter Verdacht, rechtslastig und womöglich Rassist zu sein und ist ein ewig Gestriger. Beide Wörter stehen also für entgegengesetzte Wertvorstellungen. In jeder Talkshow werden Kontroversen entlang der Achse zwischen richtig (differenzieren) und falsch (pauschalisieren) gebetsmühlenartig ausgetragen.

Das sind Scheingefechte um die linksliberale Deutungshoheit, die infolge der Flüchtlingskrise viel von ihrer Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. (cicero.de)

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Dienstag, 24. Juli 2018

Kommunikation funktioniert -- wie?


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"Sie schließen wirkich nicht Ihre haustür wohnungstür ab? -- Nein. Tu ich nicht. Sie fällt ins Schloß und kann von außen nicht geöffnet werden. Aber abschließen tu ich nicht."

Immer wieder Staunen über die sprachlichen Feinheiten in den Diskussionen hier. Andernorts wäre wohl die Rede von Beckmesserei und Haarspalterei.

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"Nur so funktioniert Kommunikation doch richtig, oder?"

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Entschieden: Nein!

In der Kommunikation müssen einfach Voraussetzungen angenommen und nicht mehr problematisiert werden. Sonst klappt Kommunkation nicht. Darum gibt es ja auch die Hinweise auf "Haarspalterei", "Erbsenzählerei" usw.

In der Sprache der Linguistik: pragmatische Präsuppositionen müssen gelten und akzeptiert werden. -- Es gibt länger zurückliegende Forschungen von Erving Goffman zu der Frage, was passiert, wenn jemand ständig problematisiert und jeden Wort definiert haben will. Ergebnis: Die Kommunikation bricht zusammen, weil die Gesprächspartner ausrasten.