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Sonntag, 31. März 2013

Penso che ci siano svariati altri lavori, Linda ...

Über das "Tagebuch einer jungen Frau" im ZEIT Magazin des vergangenen Jahres habe ich mich schon, recht kritisch, geäußert. Nun habe ich beim Papierwegwerfen noch ein altes ZEIT-Maganzin gefunden (Nr. 43, 18.10.2012). Das "Tagebuch" (S. 8) vermerkt hier als Titel: Toskana. Das ist mir sehr sympathisch. Ich wäre ein Mann aus der Toscana des 14. Jahrhunderts, wenn das Schicksal mich nicht nach Deutschland und ins 20. Jahrhundert geworfen hätte. Anyway. Man sieht auf dem Bild unserer Fotografin eine zerkräuselte Wasseroberfläche von oben, Gischt, und mitten drin einen roten Haarschopf, der aus dem Wasser ragt. Nur den Schopf ist zu sehen, kein Gesicht, kein Körper. Das Bild könnte auch an einem Teich in Herford oder Castrop Rauxel entstanden sein.

Die Anmerkungen der Fotografin: "Ich bin ein Workaholic, das ist gut für meine Arbeit. Aber es ist mir auch wichtig, Auszeiten zu nehmen, mich zu erholen ..." 

Der Zusammenhang zwischen Bild und Text ist nicht sogleich klar, aber sei's drum. Der Anfang des Texts erinnert jedenfalls an einem Kommentar, den ich gestern gelesen habe. Ein italienisches Fotomodell beklagt sich da über das Reisen und den Stress, und die Kommentatorin merkt Folgendes an:

"Penso che ci siano svariati altri lavori che, come quello di modella, prevedono lunghi e continui viaggi solitari intorno al mondo e che, a differenza del lavoro di modella, sono incarichi molto più faticosi, poco soddisfacenti e sottopagati, e in alcuni casi anche molto più umilianti (ad es. cuoco di bordo, cameriere/a, facchino, spogliarellista)."

"Ich denke, dass es noch andere Berufe gibt, in denen man, ähnlich dem Beruf des Fotomodells, lange und einsame Reisen rund um die Welt macht, in denen aber, im Unterschied zu dem Fotomodell, viele Tätigkeiten anstrengender, weniger erfüllend und dazu unterbezahlt sind, und in manchen Fällen geht es auch um unwürdige Arbeiten (Beispiele: Schiffskoch, KellnerIn, Portier oder StripperIn)."

Mal noch etwas deutlicher: Eine junge Fotografin, die von ihrer so anstrengenden Arbeit spricht, die hat die normale Bedeutung dieser Worte anstrengend und Arbeit nicht begriffen. Zwar sprechen viele Auserwählte mit Traumjobs von dem, was, jenseits des Vordergründigen, so unglaublich anstrengend ist. Aber keiner zwingt jemanden Profifußballer, Fotomodell oder Fotografin zu werden. Wie wäre es mit Stripperin auf einem Traumschiff für Herren? Oder, wenn da die Nachfrage nach Stripperinnen nicht groß genug ist und außerdem das Reisen zu sehr ermüdet: dann einfach als Stripperin in Dortmund oder in Göteborg arbeiten!

John Lanchesters Finanzkrisen-Analyse


"Ein Beispiel für Gier ist seine Romanfigur Roger, ein Investmentbanker in der City, dessen Albtraum: dass sein Jahresbonus nicht mehr wie erwartet eine Million Pfund betragen könnte. Sollte man das Einkommen solcher Menschen nicht an sich limitieren? „Das ist Angelegenheit der Shareholder, es ist ihr Geld“, erwidert Lanchester, „sie sind aber oft Komplizen der Manager. Dieser Aspekt wird in der Debatte oft verschwiegen.“"

Nun ja, das liest man öfter, das mit den Aktionären. Nur -- es stimmt nicht. Es geht um zwei Stufen, die in sich noch einmam kompliziert aufgebaut sind:

a) Realindustrie: Ein Unternehmen erwirtschaftet, sagen wir neutral: Gewinn. Dieser Gewinn wird verteilt zwischen Aktionären, oberstem, oberem, mittlerem ... unterstem Management und Arbeitern vor Ort. Wenn sich die Aktionäre mit dem obersten Managment verbünden, dann drücken diese beiden mächtigsten Gruppen den Rest an die Wand.

b) Finanzindustrie: Diese Leute spielen mit a) Monopoly. Sie finden heraus, wie man a) so zurechtstellt, dass man das Unternehmen am besten melken kann. Da die Leute der Finanzindustrie als Aktionäre oder Schnell-Besitzer, Filetierer-und-Verkäufer auftreten, ist die Rollenverteilung klar. Man bringt die Manager dazu, kurzfristig das Unternehmen auszusaugen, nimmt den Gewinn mit und zieht weiter.

So aber, mit dieser Verteilung und Verschränkung, kann es nicht weitergehen!

Radio-Themen, Lebensthemen

Ich höre Bayern 5 und es sind gleich mehrere Themen, die mich interessieren. Herausgegriffen:
  • "Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner..." || John Lanchesters Bilanz der Finanzkrise. (Muss man wohl lesen!)
  • "Renaissance 1400 - 1460" || Das Bild einer Epoche im Florentiner Palazzo Strozzi. (Wer in der Nähe ist -- Anschauen!)
  • Wiederholung um 21.05 Uhr || Als Podcast verfügbar.
Vorher, während der Internet-Suche, stoße ich auf das hier. Eines meiner zentralen Themen.
  • 3x Kunst || Ist das Kunst oder kann das weg? || Was ist Kunst? Was ist sie wert? Und woran erkennt man das? Diese Fragen stellt und beantwortet Tina Klopp und versucht dabei den rätselhaften Mechanismen der Wertstiftung von Kunst auf die Spur zu kommen. || Über die Autorin Tina Klopp, geb. 1976 in Hamburg, studierte Politikwissenschaft und Germanistik und absolvierte anschließend die Deutsche Journalistenschule München ... und arbeitet heute als Journalistin und Autorin in Berlin. -- Stand: 27.03.2013

Samstag, 30. März 2013

Blacklist: Diese Seiten im Netz ...

... sperre ich bei der Google-Suche aus, weil sie versuchen, mich durch Werbung -- aufploppende Fenster, Videos, usw. -- in den Wahnsinn zu treiben:

 -site:computerhilfen.de

Geht natürlich auch durch eine Blocklist unter Chrome.

[ Wird fortgesetzt ]

Dienstag, 26. März 2013

WELT-Warnung

Wenn das noch einmal geschieht, werde ich die WELT aus der Suchmaschine ausschließen. Ich lese einen Artikel und -- zack! -- ist eine Werbeseite da.  Es geht ja ganz leicht. Die WELT von der Suche auszuschließen, meine ich.

Fast hätte ich noch einen Screenshot gemacht. Aber das hieße ja, diese Werbung zu verbreiten. Brrrh!

Mädchenlächeln

Es gibt ein Mädchenlächeln -- ok, auch junge Männer können so ähnlich lächeln, aber da hat das Lächeln nicht die gleiche große Wirkung. Also, es gibt ein Mädchenlächeln, freundlich, klar, ein wenig selbstirorisch sogar, dem kann man nicht widerstehen: Es ist einfach ein helles Zeichen des Lebens. Und dann bemerkt man, dass das Lächeln natürlich auf Effekt aus ist, dass es antrainiert ist. In einem bestimmten Umfang also aufgesetzt und künstlich. Und dennoch bleibt dieses Lächeln schön und einnehmend. Wahrscheinlich, weil das Leben als solches eben künstlich und auf Effekt aus ist.

Der Schlecker-Vergleich und die Fragen ...

Ich habe doch tatsächlich mal, weil mich diese Sache wirklich sehr interessiert, bei der SZ und beim FOCUS in Sachen Schlecker-Berichterstattung nachgefragt. Ein SZ-Redakteur hat die Anfrage telefonisch abgehandelt. Das hat -- für die SZ -- den Vorteil, dass ich jetzt nicht genau zitieren kann. Verstanden habe ich die vorgetragene Erklärung aber nicht. (Weil ich nicht unhöflich sein wollte, habe ich das Nachfragen nach kurzer Zeit eingestellt.) Vom FOCUS habe ich bis jetzt nichts gehört.

Also präzisiere ich mal und frage gleichzeitig, ob bei der Wikipedia jemand die Sache erklären kann:

--

Der FOCUS meldet:

"Rund 660 Millionen Euro Forderungen haben Gläubiger von Schlecker nach der Pleite der Drogeriekette angemeldet – und Firmengründer Anton Schlecker soll sein Vermögen in Sicherheit gebracht haben. Nun haben sich Familie und Insolvenzverwalter auf einen Vergleich geeinigt. Im Streit um übertragenes Vermögen aus der früheren Drogeriemarktkette Schlecker haben sich Insolvenzverwalter und Familie auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mtteilte."


Auch wenn die Wikipedia nicht die Welt an sich erklären kann, wer da durchblickt sollte sich Verdienste um das Volk, das nicht verstehen kann, erwerben.


Meine Überlegungen, die an irgendeiner Stelle falsch sein müssen:


a) A. Schlecker hat, wie oft gemeldet, sein Unternehmen als Vollkaufmann geführt. Das garantierte ihm maximale Entscheidungsfreiheit, ohne Aktionärsversammlung und so, aber auch eine volle Haftung mit allem, auch mit dem (dann eigentlich gar nicht vorhandenen) Privatvermögen.


b) Wenn AS, nun ja, genauer wohl: einen kleinen Teil seines einst riesigen Vermögens jenseits der Insolvenzmasse geparkt hat, dann müsste dieser Teil des Vermögens nach a) zurückgeholt werden; AS könnte jedenfalls nicht 10,1 Mio. zahlen. Wovon denn?


c) Wenn er seinen Kindern oder sonstwem irgendwann legal Vermögen überschrieben hat, dann gehört das denen, und sie müssen nichts zahlen. War die Überschreibung kurz vor Torschluss und illegal, dann gibt es nichts zu "vergleichen", sondern nur illegales Geld zurückzuholen.


So, wer klärt mich -- und vielleicht auch viele andere -- über einen entsprechenden Denkfehler auf?

Montag, 25. März 2013

Bei FOCUS Online ...


"Ursprünglich wollte Scheguljow Beresowski bereits im vergangenen Jahr interviewen, nachdem jener <? jener?!> mit seiner millionenschweren Schadenersatzklage <? die Klage ist doch nicht millionenschwer, es geht um Millionen>  gegen den seinen <? na was denn nun?> Landsmann und Ex-Geschäftspartner Roman Abramowitsch vor Gericht gescheitert war."

Facebook is going down. Soon!

Ich prophezeie mal -- kühn --, dass Facebook, wenn es keine grundlegende Reform hinkriegt, demnächst untergehen wird. Woraus ich das schließe? Aus Werbe-Spalten wie dieser, abgespeichert unter dem Dateinamen

haizara_facebook-bloedanzeigen.jpg


Herausvergößert das:




Und der Text, such- und lesbar:

Treue Mann GESUCHT!
trydatingonline.com
Single-Frauen suchen eine
Beziehung mit einer
treuen Mann. Schaue die
Fotos von Frauen !

Da verweisen wir doch
mal auf das frühere Posting mit
LOVE STILL EXIST
GRAMMAR NOT

Samstag, 23. März 2013

Bücher verkaufen -- bei ...

Eine kleine empirische Untersuchung über den Wert von Büchern, heute.

Ankauf bei: momox.de

3-548-27511-7
Pablo Picasso. Eine Biographie. Buch von OBrian, Patrick. (Taschenbuch). Ullstein Taschenbuchvlg. April 1985.
Diesen Artikel können wir leider nicht ankaufen.

3-506-76981-2
Unterwegs zur Wahrheit. Konzise Einleitung in die theoretische Philosophie. Buch von Quine, Willard van Orman. (Broschiert). Januar 1995.
1 €

ISBN im Buch: 978-3-8297-1 ist falsch. Richtig ist: 3-8252-3897-0
Wortschatzanalyse. Buch von Hilke Elsen. (Taschenbuch, 1, 256 Seiten). UTB GmbH, Januar 2013.
5,36 €

Mittwoch, 20. März 2013

Michael T. Lefèvre?

Jetzt doch mal im Wortlaut: 

"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?" 

Jou, Thomas, das hast du wirklich sehr schön gesagt. Zwar kaum Inhalt, aber dafür klingt die Sache sehr -- wie soll ich sagen... Anheimelnd. Mir fällt im Moment nichts Besseres ein. Und: Mach's doch einfach! Nenn' ihn unergründlich! Einfach so! Und dann studier' Physik, um auch die andere Perspektive zu kennen. Die mit Raumzeit und so. Ob du da auf einen Brunnen kommst? Na ja, auf einen Tunnel immerhin. Ist ja sowas ähnliches wie ein Brunnen. Nur mehr oder weniger -- horizontal. Aber auch: maskulin. der Tunnel so wie der Brunnen. Und diese Symbolik! Gefällt dir bestimmt, das Maskulin-Symbolische da.

Was? Nach dem Tod sei es für ein solches Studium ein bisschen zu spät, sagst du? Hast du auch wieder recht ... 

--

Aber nun denn, angeregt von dem eigenartigen Erinnerungschub, gestern: Was macht eigenlich "Michael Léfevre"? Google findet nichts. Und ohne Anführungszeichen -- vielleicht hat er ja einen eine kleine Veränderung vorgenommen und heißt jetzt Michael T. Lefèvre? - Auch nichts Passendes. Nun denn ...

1971, ein denkwürdiges, aber lang vergangenes Jahr!

Hier vermittelt durch das Archiv der ZEIT.

--

"Im Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1970/71 hatten die drei marxistisch gestimmten Dozenten Dr. Manfred Lefèvre (33), Dr. Horst Domdey und Dr. Friedrich Rothe (32) drei germanistische Proseminare angekündigt. Deren Titel erregten bei der Obrigkeit zunächst keinerlei Aufmerksamkeit:

Deutsche Literatur von der Kapitulation bis zur Währungsreform (Lefèvre),
Literatur des CDU-Staats (Domdey),
Literatur zum Aufbau des Sozialismus in der DDR (Rothe)"

--

Jesses na, was ist aus ihnen geworden? Von Lefèvre, nachdem ich gesucht habe, finde ich keinen Wikipedia-Eintrag und auch sonst nichts aus neuerer Zeit.

Wer die Zeit kennt, der weiß, dass die damaligen Links-Germanisten zum allergrößten Teil Zeitgeist-Mitläufer waren. Man muss, um das einordnen zu können, Martensteins These lesen.

Dienstag, 19. März 2013

Die Familie von Anton Schlecker

Versteht das einer, was der FOCUS da meldet?

Rund 660 Millionen Euro Forderungen haben Gläubiger von Schlecker nach der Pleite der Drogeriekette angemeldet – und Firmengründer Anton Schlecker soll sein Vermögen in Sicherheit gebracht haben. Nun haben sich Familie und Insolvenzverwalter auf einen Vergleich geeinigt.
Im Streit um übertragenes Vermögen aus der früheren Drogeriemarktkette Schlecker haben sich Insolvenzverwalter und Familie auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mtteilte.

... soll in Sicherheit gebracht haben? Wieviel denn? Das klingt nach: ... hat 142 Mio. beiseite geschafft und zahlt jetzt davon, großmütig, 10,1 Mio. an die Gläubiger? Oder ist es doch anders? -- Ganz schlicht fragen muss man ja: Wenn jemand wie Schlecker vollkommen und ganz und gar und endgültig pleite ist, wie das doch immer in den Berichten so hingestellt wurde, wovon zahlt er denn dann 10,1 Mio. Euro?!

Die SZ ist da etwas genauer:

Ein Schlecker-Sprecher präzisierte die Entscheidung: "An Angehörige übertragenes Barvermögen muss zurückgezahlt werden. Die übertragenen Immobilien und Sachgüter werden von Angehörigen zu Summen ausgelöst, die unabhängige Gutachten jeweils als realistischen Marktwert ausweisen."

Diese verquaste Sprache wieder: zu Summen ausgelöst... Heißt das: müssen zu marktüblichen Konditionen verkaufen? Oder doch was anderes?

Und die Frage von oben -- wovon zahlt Anton Schlecker denn 10,1 Mio. Euro? --, die bleibt natürlich ...

Helmut Arntzen und der SPIEGEL

Ich habe nun mal den SPIEGEL und sein E-Paper abonniert, und darum habe ich heute das herausgefischt, aus dem tiefen Brunnen der nahen Vergangenheit:

Datum: 7. November 1977 | Betr.: Analyse | "Die Verschlungenheit von scheinbarer Sprachbeherrschung, Sprachbeherrschtheit und den Legitimationsversuchen mit Hilfe der aus der Sprache gewonnenen Destillate als vorausgesetzte Gegebenheiten, welche nunmehr das Sprechen massregeln sollen, ist in der "Hausmitteilung" (S. 3) zu studieren." | Ja, denn. Der Münsteraner Germanist Professor Helmut Arntzen hat zusammen mit fünf anderen Wissenschaftlern ein SPIEGEL-Heft -- 28/1972 -- analysiert und die Resultate, siehe Zitat oben, nun als Buch in der Reihe "Karl-Kraus-Studien" vorgelegt ("DER SPIEGEL 28/1972". Wilhelm Fink Verlag, München; 224 Seiten; 36 Mark). Zwar wird konzediert: "Die Geschichte der Bundesrepublik ist ohne Rücksicht auf den SPIEGEL nicht zu schreiben, die Nachkriegsphase der deutschen Sprachgeschichte als Geschichte des Bewusstseins auch nicht, und was zwischen ironischem Feuilleton und kritischem Dokumentarismus als deutsche Literatur der Zeit seit 1945 gilt, das wird in vielem auf die Sätze und stories des SPIEGEL zurückzuführen sein" (Arntzen). | Aber natürlich überwiegt das Kritische. In den fünf Jahren, in denen sich die Wissenschaftler über ein einziges Heft gebeugt haben, fanden sie heraus, dass der SPIEGEL kein Spiegel sei, dass der SPIEGEL-Leser aus seinen Briefen an den SPIEGEL lernen müsse, er sei so lange eine "lächerliche Figur ... so lange er noch nach Tatsachen sucht", dass -- mit Blick auf die Rubriken -- "panorama" ein "Titel für das Geringfügigere" sei, "szene" aus dem achtzehnten Jahrhundert stamme und: "Dass das in dem Fremdwort "Personalien" enthaltene Wort Person (persona) ursprünglich dem Bereich des Schauspielerischen angehört, wird erst wieder im SPIEGEL deutlich ...". Und dergleichen mehr. | Der Österreicher Karl Kraus (1874 bis 1936), dessen Andenken diese Studienreihe gewidmet ist, war als Herausgeber der "Fackel" selber Journalist und daher einer der witzigsten Kritiker seines Berufsstandes. Er spottete: "Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können -- das macht den Journalisten." Er hat die Möglichkeit offengelassen, keinen Gedanken zu haben und auch das nicht ausdrücken zu können.

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29.04.1974 | RÜCKSPIEGEL | Zitat | Der Münsteraner Literaturhistoriker Professor Helmut Arntzen in einem Vortrag in Wien über "Karl Kraus heute": || Weit mehr noch als in der bürgerlichen und linken Presse seiner Zeit hätte Karl Kraus in Blättern wie dem SPIEGEL die endliche Erfüllung der Phrase als Weltverwandlung gesehen. So katastrophal sich der sprachlos gewordene Geschichtsgang auch vollziehen mag, er ist in der Phrase des Blattes, seinen Rubriken, Stories und Metaphern besorgt und aufgehoben, und dem Leser erscheinen alle Katastrophen nur als ein Heft, während große Literatur immer, wie sehr erst heute, das Katastrophale dort kenntlich zu machen hat, wo es als nur Alltägliches begegnet ... Nirgendwo ist einprägsamer das Ensemble der Phrasen als Beispielsammlung ihrer Möglichkeiten beisammen als in dem Nachrichtenmagazin, das in diesem Untertitel auf den Zusammenhang von Information und Warenlager aufmerksam macht und das zum Titel bereits eine Phrase hat, als würde hier Wirklichkeit gespiegelt und nicht nur die Fähigkeit der Schreiber, Sprache zu beherrschen.

--

25.05.1970 | SCHRIFTSTELLER / HANDKE || Unerschrocken naiv | Ein Oberseminar über Handke unter dem Titel "Wie entsteht ein bekannter Schriftsteller?" hält in diesem Semester der Germanistik-Ordinarius Professor Dr. Helmut Arntzen an der Universität Münster. Es ist bereits die zweite Lehrveranstaltung dieser Art: Ein erstes "Peter-Handke-Seminar" findet seit letztem Winter an der Freien Universität in Berlin statt, als Veranstaltung der "Roten Zelle Germanistik" (Rotzeg). Zu ihren erklärten Absichten gehört es, "die vielen Erstsemester, die für Handke schwärmen, kritisch aufzuklären" (so der Seminarleiter Dr. Manfred Lefèvre, 32, ein Bruder des ehemaligen SDS-Sprechers Wolfgang).

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Dann gab es da, so aus dem Gedächtnis heraus gesagt, noch eine vierte Stelle, die ich auf die Schnelle nicht gefunden habe. Aber ich glaube, da hat der SPIEGEL, boshaft und nachtragend, wie er nun mal ist,  in den 1980er Jahren den Eigennamen dann weggelassen und nur von einem "namenlosen Germanistik-Professor aus Münster" gesprochen. So oder so ähnlich.

Samstag, 16. März 2013

Milliardenschaden für deutschen Fiskus

Auch das noch! Jaja, nur die Blöden arbeiten und zahlen Steuern. Die Experten lassen arbeiten und zahlen keine Steuern. Gell, Herr Brüderle!

SZ 16. März 2013 Milliardenschaden für deutschen Fiskus
Schwerer Betrugsverdacht gegen Banken

Die HypoVereinsbank soll den Fiskus um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Geldinstitute und Händler sollen den deutschen Fiskus durch kriminelle Aktiengeschäfte um viele Milliarden Euro geprellt haben. Jetzt ermitteln Staatsanwälte in Hessen und Bayern unter anderem gegen Beschäftigte der HypoVereinsbank. Bei den betreffenden Geschäften sollen die mutmaßlichen Betrüger äußerst trickreich vorgegangen sein.

Freitag, 15. März 2013

Grammar not

Ich weiß nicht mehr, wo ich dieses Bild her habe. Bei Gelegenheit werde ich nachsehen. Schön ist es allemal.


Sprache, Grammatik, Liebe, Grafiti

Google-Konten-Hacker 2

Eigentlich würde ich ja -- Zohan gedenkend -- sagen: "Leg dich nicht mit Google an!" Aber das versuchen offenbar viele immer wieder. Die schlechten unter diesen Deppen erkennt man an der Google-Translate-Übersetzung. Kann aber auch sein, dass sie jemanden anheuern, der sagt, er kann Deutsch.

Hier wieder so ein Versuch. Immerhin, die Retour-Adresse, die muss man erst mal kriegen!

Vergrößern? Draufklicken!


Oder...??! Benutzt vielleicht Google tatsächlich seine eigene Übersetzungsmaschine?! Wenn ja -- wissen die Google-Menschen denn nicht, dass Google Translate nur für den schnellen Hausgebrauch geeignet ist, nicht für Texte, die tatsächlich an die Öffentlichkeit bzw. am mich gehen?!



Montag, 11. März 2013

Hamburg-Tatort mit Schweiger

Nein ich habe den Tatort nicht gesehen. Weil ich mir nur den Münster-Tatort ansehe. Zu Til Schweiger habe ich keinen Draht. Muss nix heißen. Aber so liest man's nun, und die Kritik ist halt die Kritik, ist die Kritik ...

... "Deutlich negativer fällt die Kritik auf "Spiegel-Online" aus: "Bei diesem 'Tatort' ist einiges durcheinandergeraten. Die Vorbereitungen waren ein Ringen, bei dem Schweiger der öffentlich-rechtlichen Anstalt NDR so viel Mitsprache abrang, wie sie keinem anderen 'Tatort'-Darsteller zugestanden wird", schreibt Christian Buß. Und kommt zu dem vernichtenden Urteil: "Dieser 'Tatort' will großes Kino sein - doch am Ende ist er nur eine Glamour-Ruine wie die Hamburger Elbphilharmonie, die hier einmal jämmerlich im Nebel rumsteht."

Begeisterung bei "Zeit" und "Welt"

Ganz anders bei "Zeit-Online". Dort kann sich Adam Soboczynski vor Begeisterung kaum einkriegen: Der "Tatort" gehöre "definitiv zu den großartigsten seit sehr langer Zeit." Was vor allem an Schweiger liege: "Im 'Tatort' zeigt er sich aber als das, was es in Deutschland eigentlich gar nicht gibt: als verdammt guter, grober, lässiger Action-Star. Man will mehr davon.""

Freitag, 8. März 2013

Leicht esoterische Fragen

Heute: August Schleichers indogermanische Fabel. Von mir nachgefragt in der Wikipedia:

"Hab ich was überlesen? Wie ist denn Schleicher oder wer auch immer auf diese hübsche, leicht aberwitzige Fabel gekommen: "Ein Schaf, das keine Wolle mehr hatte, sah Pferde, eines einen [?!] schweren Wagen fahrend,...". Hat Schleicher den Text in einem poetischen Anfall selbst erfunden? Oder gab es diese Story im Englischen als Volksfabel? -- Ach ja, und auch das noch: "In englischer Übersetzung bedeutet sie: On a hill, a sheep that ..." Hilft es in der deutschen Wikipedia, ein tieferes Verständnis des Texts zu finden, wenn man eine englische Übersetzung liefert? (Vielleicht analog zu Paul Feyerabend Hinweis, dass es "die einst recht beliebte Forderung [gab], Zweifelsfragen durch Übersetzung ins Lateinische zu klären"?)"

Mittwoch, 6. März 2013

BILD - das ist unter anderem ...

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... DEUTSCHLANDS SCHNELLSTE MEINUNG


JA! Antwort A

NEIN! Antwort B

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In Bayern gibt es Landstriche, in denen es heißt: "Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben!" Usw. Auch, dass allzu viel Euphorie kein Glück bringt. Hochdeutsch die Aufforderung: "Beschrei' (= Verwünsche) es nicht!" -- Nun denn: Viel Glück, Ihr Dortmunder! Besiegt alle, nur nicht die Bayern!

Kill German Wikipedia?

Etwas Seltsames fällt heute morgen auf: Bei Google stehen auf einmal die englischsprachigen Wikipedia-Artikel an der Spitze. Und im konkreten Fall "Kill Bill" nicht nur das. Es wird auch nicht auf den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel verlinkt!

(Zum Vergrößern: auf das Bild draufklicken!)


Und man kann Google noch nicht mal locken, das Deutsche zu bringen!



Ist da eine Gruppe chinesischer oder iranischer Hacker am Werk?!

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Nachtrag: Nein, meine Blocklist enthält keine Einträge, blockt aber die Wikipedia ab. Wie sich zeigt, wenn ich auch noch wikipedia bei Google mit eingebe. Wer das eingerichtet hat? Jemand hinter meinem Rücken? Oder doch iranische Hacker? Was sollten die aber für ein Interesse haben?!

David Carradine

Vor kurzem kam beim Abendessen die Rede auf David Carradine. Die Älteren kannten ihn noch als Kwai Chang Caine in "Kung Fu". Aufgenommen durch das "Everybody was Kung-fu fighting" von Carl Douglas.

Aber nur BILD (natürlich via Google) überliefert dann das wirklich Interessante!
  • "Suite 352 des „Swissotel Park Nai Lert Hotel" in Bangkok"
Das Leben, ein Theater! Mit bizarr anmutenden, sprechenden Namen mitunter.
  • "„Die Umstände unter denen David Carradine verstarb, deuten auf eine autoerotische Selbststrangulierung hin", sagt die Direktorin der Gerichtsmedizin, Khunyinmg Pornthip."
Dann wird BILD ungewohnt dezent, nicht ohne auf die eigene Tugendhaftigkeit gehörig hinzuweisen:
  • "Wie der wahre David Carradine vielleicht aussah, war gestern auf den Titelseiten der Zeitungen in Bangkok zu sehen. Sie zeigten das Foto eines nackten Mannes, der mit gefesselten Händen an der Garderobenstange seines Wandschranks hängt. -- Wir haben es Ihnen erspart."
Ach, und fast hätte ich es vergessen. Auch das ist wunderbar getroffen:
  • "„Tu nichts, wobei du nicht tot erwischt werden willst“, schrieb Schauspieler John Carradine († 82) seinem Sohn David ins Stammbuch. Der weltberühmte Kung-Fu-Darsteller konnte sich nicht daran halten."

Dienstag, 5. März 2013

Amazon-Diskussion: leto meint: ...

Glaube keiner, dass Öffentlichkeit nichts bewirkt:

--

~
Auch wenn praktisch schon alles gesagt wurde - es ändert sich sicher nur etwas, wenn genügend Menschen ihre Empörung äußern und mit Kaufboykott drohen. In dem Sinne: es ist einfach eine Schande! Auch ich war sehr aktive Kundin von amazon, werde aber schweren Herzens (wegen des großen Angebots an Waren, der Möglichkeit, günstig gebrauchte Artikel zu kaufen und der guten Serviceleistungen) so lange auf weiter Käufe verzichten, bis glaubwürdig versichert wird, dass menschenwürdige Verhältnisse herrschen. Leider können wir so wenig tun, aber wenigsten das!"

--

Nach 1 Jahr schauen wir mal, ob sich bei Amazon was geändert hat bzw. ob es noch eine solche Diskussion gibt.

Trost im Liebesleid


Rubens Barrichello
spielte einstens Cello,
oben da, am Waldesrand,
als er seine Liebe fand.

Ein Mädchen war's, aus Trinidad,
das hatte seinen Liebsten satt.
Sie schrie den Barrichello an,
dass sie niemanden leiden kann.

Nicht jetzt, nicht morgen, niemals mehr!
Dann aber weinte sie doch sehr.
Der Rubens wollte sie nun trösten.
Gemeinsam sie das Mieder lösten.

---

[ 21.04.2007 13:20 PST ]


Montag, 4. März 2013

Ey, Respekt, Alter!

Die Entfernung zwischen Türkei und Europa ist offenbar doch größer als viele annehmen. Angela Merkel scheint zu wissen, was sie tut bzw. wogegen sie ist:

Zoff um Einsatz in der Türkei | Westerwelle fordert mehr Respekt für deutsche Soldaten | Montag, 04.03.2013, 08:10 (Reuters) | Derzeit sind etwa 300 Bundeswehrsoldaten in der Türkei stationiert, um das Land mit „Patriot“-Flugabwehrraketen zu schützen Deutsche Soldaten in der Türkei beklagen sich über Schikanen. Während Außenminister Guido Westerwelle Respekt für deutsche Soldaten fordert, warnt der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus vor einseitiger Schuldzuweisung – und fordert klarere Absprachen. (FOCUS Online)

Und die Warnung vor den einseitigen Schuldzuweisungen, kann wohl nur heißen, dass auch die deutschen Soldaten irgendwie schuld sind. Man würde den Wehrbeauftragten gerne fragen, wie und inwiefern.

So ganz intuitiv würde man doch annehmen, wenn jemand kommt um zu helfen, dann können in freundschaftlichen Ton, vielleicht sogar mit einem gelegentlichen 'Danke für die Hilfe' dazwischen, die Absprachen vor Ort getroffen werden. Da muss nicht 'den Regierungen' die Last auferlegt werden. Wenn aber die nicht-muslimisichen Deutschen als Besatzer empfunden werden, ja dann -- siehe oben. Und irgendwie ist man wieder bei der Parole -- und fragt sich, was das mit dem Stammtisch zu tun haben sollte --, warum in der Türkei keine Kirchen gebaut, ja noch nicht einmal erhalten werden dürfen, wenn bei uns Moscheen als selbstverständlich gelten oder jedenfalls gelten sollen.

--

Nachtrag: O - kay... Im Radio gestern gehört, dass die Latrinen bei der Bundeswehr in der Türkei jetzt von einer ortsansässigen Reinigungsfirma gereinigt werden. Ich weiß jetzt nicht so recht -- bei ordnungsgemäßer Benutzung und wenig Dreck? Könnte man da nicht doch intern eine Einteilung machen, dass jede/r mal nach dem Rechten sieht und ggf. ein wenig putzt?

Sonntag, 3. März 2013

Frau Schavan

Ach Gott, wie kann frau nur ...?!

Sie zeichnend ihn aus.

Sie grinst über seinen Rücktritt ...


Sie lässt sich trösten.

Nicht dass jefraud einen Fehler gemacht hat, ist das Problem. Sondern das frau nicht mehr daran denkt, dass sie vielleicht auch ein paar Fehler in ihrem Leben gemacht hat.