Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Sonntag, 19. August 2018

Die Aussage der Serap Güler

Alles  in Maßen, bitte!

Richter sind nicht Götter und noch nicht mal Päpste mit Stellvertreterfunktion. Man darf ihre Urteile und Vorgehensweisen hinterfragen und kritisieren.

"Deshalb ist die Aussage der Serap Güler ein Faustschlag ins Gesicht der deutschen Demokratie und unserer Gesetze und gehört bestraft!"

[Maßvolle sprachliche Korrekturen]

Da geht es nicht um "Faustschläge". Eine Staatssekretärin darf ihre Meinung sagen, wie jeder andere Bürger auch. Man muss, auch formal und bei der Wortwahl, da schon die Kirche im Dorf lassen.

ZEIT-Kommentar

Flüchtlinge: Einspruch gegen Ablehnung

"Ich sehe nicht, wie man es auf dieser Grundlage rechtfertigen will, Flüchtlingen den Einspruch gegen ihre Ablehnung vorzuenthalten."

Wir müssen Antworten auf _drei_ Fragen finden. Die erste haben Sie implizit gestellt:

1. Können wir grundlegende Vorgaben unseres Rechtssysstems -- hier also: die mehrfach gestufte gerichtliche Überprüfung von Verwaltungsvorgängen -- einfach bei Migranten aussetzen?

2. Wird, wenn die Anzahl der Einssprüche gegen Verwaltungsbescheide extrem hoch ist, das Rechtssystem, wie wir es bislang kennen, irgendwann nicht doch "unhaltbar" sein?

https://www.tagesspiegel.de/politik/verwaltungsgerichte-ueberlastet-zahl-der-verfahren-wegen-asylklagen-verdoppelt/20802054.html

3. Wie steht es um den "inneren Frieden" des Landes, wenn die Einsprüche von Migranten vom Steuerzahler bezahlt werden, während Deutsche die Kosten solcher Überprüfungen bis hin zu den letzten finanziellen Konsequenzen selbst tragen müssen?

Altersstruktur der Länder

Ein ZEIT-Kommentar, etwas ausführlicher, weil hier ohne Umfangsbeschränkung:

--

Oben, unter 19.1ff., wird, durchaus kontrovers, auf die Altersstruktur von Polen, Ungarn und Deutschland hingewiesen.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-08/ungarn-asylbewerber-nahrungsentzug-hungarian-helsinki-committee?cid=21937753#cid-21937753

Da alles mit allem zusammenhängt und wir ohnehin von dem Verhalten Ungarns gegenüber Migranten reden, sollte man auch mal das Ende der CIA-Factbook-Aufstellung anschauen, also den Teil, in dem die Länder mit dem jüngsten Altersdurchschnitt aufgeführt sind:

--

200 KENYA 19.7 || 201 YEMEN 19.5 || 202 RWANDA 19.0 || 203 SIERRA LEONE 19.0 || 204 GUINEA 18.9 || 205 TIMOR-LESTE 18.9 || 206 SENEGAL 18.8 || 207 AFGHANISTAN 18.8 || 208 GABON 18.6 || 209 CONGO, DEMOCRATIC REPUBLIC OF THE 18.6 || 210 CAMEROON 18.5 || 211 SAO TOME AND PRINCIPE 18.4 || 212 NIGERIA 18.4 || 213 BENIN 18.2 || 214 SOMALIA 18.1 || 215 ETHIOPIA 17.9 || 216 CHAD 17.8 || 217 LIBERIA 17.8 || 218 TANZANIA 17.7 || 219 BURKINA FASO 17.3 || 220 SOUTH SUDAN 17.3 || 221 GAZA STRIP 17.2 || 222 MOZAMBIQUE 17.2 || 223 BURUNDI 17.0 || 224 ZAMBIA 16.8 || 225 MALAWI 16.5 || 226 ANGOLA 15.9 || 227 UGANDA 15.8 || 228 MALI 15.8 || 229 NIGER 15.4 2017 EST.

--

Ich weiß, ich weiß, man soll mit Bildern und Vergleichen vorsichtig sein; aber eine "Drucksituation" in Afrika ist das wohl schon. Mit der Europa auf lange Zeit konfrontiert sein wird.

--

* Die CIA hat ja bei vielen europäischen Menschen keinen guten Ruf; aber das "Factbook" der CIA wird, wenn ich es recht sehe, so schnell nicht angezweifelt. Was auch heißt: Die vielgepriesenen "Fakten" sind das Eine, die Interpretationen über den Fakten aber das wichtige Andere. Meine These: Das Preisen der "Fakten" ist was für die schlichten Gemüter, denn die Fakten sind genau dann und nur dann Fakten, wenn sie unstrittig sind. Das eben macht sie zu Fakten. Jenseits davon beginnt die Meinung und die Interpetation über den Fakten.

Samstag, 18. August 2018




brosswag 12.08.2018
4. Meine Meinung zum Thema
Das Regime hat China wirtschaftlich auf DEN Stand gebracht in dem es ist. Ich sehe keinen Grund, dass dieses Regime unbedingt beseitigt werden sollte, wenn ich mir die Frage stelle was danach kommen könnte. Freiheit für Anarchismus (Selbstverwirklichung ohne Grenzen?) Wenn sich der Student nicht als Gast betrachtet und sich in die staatlichen Richtlinien nicht einfügt, wäre er auch in meinem Haus am falschen Platz und würde ihm nahelegen es zu verlassen.

SPIEGEL ONLINE

Von Nazis geraubte Cranach-Bilder

derStandard.at

Kultur

23. August 2016, 22:28
Von Nazis geraubte Cranach-Bilder bleiben in den USA

Nicht alle Beteiligten sind zufrieden
Los Angeles – Zwei von den Nazis geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) bleiben in den USA. Wie die "Los Angeles Times" berichtete, wies ein Gericht in Kalifornien die Forderung der Goudstikker-Erbin Marei von Saher ab, das zweiteilige Altarbild mit einer lebensgroßen Darstellung von Adam und Eva an die Familie zurückzugeben.

Die Norton Simon Art Foundation in Pasadena sei der rechtmäßige Besitzer der Bilder, urteilte Richter John F. Walter vor dem Bezirksgericht in Los Angeles in der vergangenen Woche. Die jüdische Familie habe sich vor Generationen bewusst gegen eine Rückführung der Kunstwerke entschieden, sagte er zur Begründung.

Die Entscheidung ist ungewöhnlich. In anderen Fällen von Raubkunst wurden die Werke zumeist an die Erben ihrer jüdischen Vorbesitzer zurückgegeben. Diesmal ist die Sachlage komplizierter.

Laut den Gerichtsakten hatte der Nazi-Reichsmarschall Hermann Göring die Familie des auf der Flucht verstorbenen Kunsthändlers Jacques Goudstikker aus Amsterdam 1940 zum Verkauf dieser und anderer Bilder gezwungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die Alliierten die Raubkunst an die Niederlande zurück. Die Familie Goudstikker entschied damals, die Werke nicht zurückzufordern. Niederländischem Recht zufolge hätte sie dafür die von Göring erhaltene Summe zurückzahlen müssen. Nach dem Verstreichen der Rückforderungsfrist wurden die Gemälde der niederländischen Regierung übergeben.

Hier beginnt eine zweite mutmaßliche Kunstraubgeschichte um die russische Adelsfamilie Stroganoff. Laut der "Los Angeles Times" hatte der russischstämmige George Stroganoff-Scherbatoff aus dem US-Bundesstaat Connecticut in den 1960er-Jahren angegeben, die Gemälde seien nach der Russischen Revolution von 1917 von den Sowjets aus seinem Familienbesitz beschlagnahmt worden. Von ihnen hatte Jacques Goudstikker die Bilder 1931 auf einer Auktion in Berlin erworben. Stroganoff-Scherbatoff bat laut Bericht um deren Rückgabe.

Die Regierung in Den Haag erkannte die Familie Stroganoff als rechtmäßigen Besitzer an und händigte das zweiteilige Altarbild an sie aus. 1970/71 verkaufte die russische Familie das Werk an die Norton Simon Kunststiftung. Einer von der Zeitung zitierten Schätzung zufolge soll Cranachs Werk bis zu 24 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) wert sein.

Das Museum zeigte sich erfreut über das Gerichtsurteil. "Die Entscheidung des Gerichts ist in der Sachlage begründet", sagte die Norton Simon-Kunststiftung in einer Stellungnahme. "Wir stellen die Tafeln seit 1971 fast kontinuierlich aus und werden dafür sorgen, dass sie auch in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich bleiben." Die Anwälte Sahers sagten inzwischen, ihre Klientin sei von der Entscheidung "enttäuscht". Der "Los Angeles Times" zufolge will sie Berufung gegen das Urteil einlegen. (APA, 23.8.2016)


4 Postings – Ihr Kommentar!
"Ohne den Artikel gelesen zu haben: [!] Religionen sollten aus dem öffentlichen Leben verbannt werden. Das schafft alle Probleme aus der Welt, falls es welche geben sollte [?] ."

Echt schräg!

Herausgegriffen: "alle Probleme"? Wie war das nochmal mit den atheistischen sozialistischen Staaten? Die Probleme waren alle verschwunden

"Eliten" Afrikas



Eliten: Der Hauptgrund für den Stillstand in Afrika findet sich in dem fehlenden politischen Willen seiner Eliten, ihre Länder und Menschen zu entwickeln. Die dünne Führungsschicht ist für gewöhnlich weder dem Gemeinwohl noch einer „guten Regierungsführung“ verpflichtet. Geprägt werden die politischen Systeme in Afrika häufig von einer absolutistisch anmutenden Machtfülle der Staatschefs – und einem Verständnis vom Staat, das diesen als reine Einnahmequelle der herrschenden Volksgruppe oder Familie begreift.

Allein in Nigeria haben die Machthaber (Foto: Nigerias Präsident Goodluck Jonathan) die in den letzten vierzig Jahren erhaltenen Öl-Einnahmen von mehr als 400 Mrd. Dollar verschleudert. Die Zahl der Nigerianer, die unter der Armutsgrenze leben, ist in der Folge immer weiter gestiegen - von 19 Millionen im Jahre 1970 auf heute 90 Millionen.

Handelsblatt

Freitag, 17. August 2018

Kulenkampff / Jente

Erst durch diese ARD-Sendung drauf gekommen, mal nachzulesen. Auch zu dieser Sendung wird altklug das "in Wirklichkeit" gezogen. Das Besserwissterum der Späteren, wie so oft. Und Martin Jente als ein weiteres Beispiel für die Martenstein-These.

--

„KULENKAMPFFS SCHUHE“ IN DER ARD. Mach sie alle wieder ganz. VON HEIKE HUPERTZ. 08.08.2018 || Hier ist die Welt wieder in Ordnung: Hans-Joachim Kulenkampff in seiner erfolgreichen Quizsendung „Einer wird gewinnen“. Bildbeschreibung einblenden Beruhigungsmittel für eine traumatisierte Generation: In ihrem Filmessay „Kulenkampffs Schuhe“ zeigt Regina Schilling auf, was die Nachkriegsunterhaltung der Bundesrepublik in Wirklichkeit war.

...

Unter der Oberfläche der Harmlosigkeit dieser Unterhaltungsshows gibt es überall Bodenloses. Einiges sieht man erst durch Schillings Film. Manches ist vorher bekanntgeworden. Martin Jente, der als Butler Kulenkampff am Ende der Show stets hinauskomplimentiert und der auch Produzent von „EWG“ ist, diente als SS-Hauptscharführer und Adjutant im Führerhauptquartier, wie sich bei Sichtung seines Nachlasses herausstellt. (faz.net)

--

Im Juni 1933 wurde Jente SS-Mitglied und war Angehöriger des SS-Sturms 1/6 in Berlin (Ausweis-Nr. 203.494). Am 20. April 1935 erfolgte eine Beförderung Jentes zum SS-Oberscharführer, im September 1936 eine weitere Beförderung zum SS-Hauptscharführer. Auch war er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 3.472.834). Von 1939 bis 1945 leistete er Wehrdienst bei der Kriegsmarine. Er war Adjutant im Führerhauptquartier.

GROSSER, GEKONNTER NEUANFANG

Im Jahr 1945 gründete er das Kabarett ‚Die Hinterbliebenen‘ in Bad Reichenhall, dem er bis 1949 angehörte. Später betätigte Jente sich als Journalist beim Hessischen Rundfunk und schrieb Artikel für die Frankfurter Neue Presse. (wikipedia.de)

Ashwaq T.

--

16.08.2018

Donnerstag, 16. August 2018. "Ich hab so viel Angst" Jesidin fürchtet IS-Peiniger in Deutschland . Von Issio Ehrich. Monatelang ist Ashwaq T. dem IS-Wächter Abu H. ausgeliefert. Er hält die 15 Jahre alte Jesidin als Sklavin. Sie flieht nach Deutschland. Dort fühlt sie sich sicher - bis sie glaubt, ihren Peiniger in Schwäbisch-Gmünd wiederzuentdecken. Teilen Twittern Teilen Seite versenden Seite drucken Zur Startseite Der Videoclip beginnt ganz harmlos: Eine junge Frau blickt in die Kamera. "Hallo, ich bin Ashwaq", sagt sie. "Ich bin ein jesidisches Mädchen." Was folgt, ist schwer zu ertragen. Ashwaq T. erzählt eine Geschichte wie aus einem Albtraum. Einem Albtraum, der sie bis nach Deutschland verfolgt." (n-tv.de)

--

Stimme es oder stimmt es nicht?

Michael G. (21) und Cora (18)

Wie verhält es sich in diesem Fall -- rein juristisch?

Früher haben Männer auf dem bayerischen Land zu ihren vertrauten Freunden gesagt: "Ich warte nur, bis ich mal wieder voll besoffen bin, dann hau ich dem Sepp den Maßkrug übern Schädel!"

Die Männer wussten genau, dass es für Totschlag viel, viel weniger Knast gibt als für Mord.

Folgerung > Es gilt der Ratschlag an Brutalos jeglicher Art: "Berausche dich heftig, aber vergiss dennoch nicht, was du tun willst!"

Der "Nachweis vorsätzlichen Berauschung zum Zwecke der Strafminderung" ist da ja doch kaum zu führen. 

--

CORA ERSTOCHEN | War Michael wirklich im Vollrausch? | Michael G. (21) hat Cora (18) erstochen. Jetzt erhob die Staatsanwaltschaft Anklage – aber nicht wegen eines Tötungsdeliktes, sondern wegen "vorsätzlichen Vollrausches". | Michael G. (21) hat Cora B. (18) erstochen. Jetzt erhob die Staatsanwaltschaft Anklage – aber nicht wegen eines Tötungsdeliktes, sondern wegen "vorsätzlichen Vollrausches" | | 16.08.2018 - 06:58 Uhr | Bergen – Er hat seine junge, hübsche Freundin Cora B. (18) mit gezielten Messerstichen in den Hals umgebracht. Da sind sich die Ermittler sicher. | | DER FALL | Michael G. zeigt seine Muskeln. Das Foto ist etwa zwei Jahre alt. „Damals ging er oft in die Mucki-Bude“, so Nachbarn | ANKLAGE GEGEN MICHAL G. | Erstach er seine Freundin (†18) im LSD-Rausch? | Nach dem Mord an der jungen Frau (†18) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihren Freund Michael G. (21) erhoben. | Michael G. zeigt seine Muskeln. Das Foto ist etwa zwei Jahre alt. „Damals ging er oft in die Mucki-Bude“, so Nachbarn | IN POLEN VERHAFTET | Tötete dieser Locken-Kopf seine Freundin? | Ein junger Mann mit nacktem Oberkörper und lockigem Haar posiert vor der Kamera. Tötete dieser Lockenkopf seine 18-jährige Freundin? | In dieser idyllischen Siedlung am Ortsrand geschah der Mord | MORD AN 18-JÄHRIGER | Polizei fahndet weltweit nach Freund (21) des Opfers | Nach dem Fund der Leiche einer jungen Frau (18) in Bergen kommen jetzt neue Details ans Licht. Jetzt gibt es einen internationalem Haftbefehl. | Höchststrafe: 5 Jahre. Im günstigsten Fall kommt der mutmaßliche Killer mit Geldstrafe davon! | | Eine Anklage, über die selbst Juristen den Kopf schütteln! | Die Staatsanwaltschaft Celle begründet ihre Entscheidung so: Michael G. und seine Freundin hätten im Haus seiner Eltern die Droge LSD konsumiert. | | ... | | Ob und wie viel LSD er tatsächlich zur Tatzeit intus hatte, konnten die Ermittler aber nicht sicher feststellen! | | Denn: Der Beschuldigte wurde erst vier Tage später in Polen festgenommen. | | Die Polizei geht davon aus, dass er es selbst war, der nach der Tat den Notruf wählte, dann ergriff er die Flucht. Erst nach der Fahndung stellte er sich. Er schweigt zu den Vorwürfen. | | HANDELTE MICHAEL G. WIRKLICH IM WAHN? | | Der bekannte Strafrechtler Raban Funk zu BILD: | | "Es ist Sache des Gerichts, ein psychiatrisches Gutachten zu bewerten. Von vornherein Vollrausch statt Totschlag anzuklagen, ist strategisch sehr ungewöhnlich!" | | Prof. Christoph Möller, Leiter der Therapiestation Teen Spirit Island: | | "LSD kann wahnhaften Realitätsverlust hervorrufen. Im schlimmsten Fall können Halluzinationen auch zu einer Gewalttat führen. Das ist aber die Ausnahme!" (bild.de)

--

Flixbus-Unfall: im Kontext

Unsere Sucht, Entfernungen zu überwinden.

Die Billigflüge sind immer wieder ein Thema. Die Billigbusse sind inzwischen normal.

Wie leben wir eigentlich so? Wer muss wirklich warum von A nach B? Muss man, um Ferien zu machen, eben mal nach Thailand? Ist das ein Teil der persönlichen Freiheit, ohne die es nicht geht?

Der Flixbus-Unfall und seine allgemeine Umgebung an Fragen.

--

17.08.2018 - 11:13 Uhr

Linstow – Die morgendliche Fahrt mit einem Flixbus hat auf der A19 Rostock-Berlin ein jähes Ende gefunden: Der Bus verunglückte in der Nähe von Linstow (Mecklenburg-Vorpommern).

...

Der tschechische Fahrer, der zum Unfallzeitpunkt am Steuer saß, wurde laut Polizei ebenfalls ärztlich untersucht und werde zum Unfallhergang angehört. Ein vor Ort durchgeführter Atemalkoholtest ergab 0,00 Promille.

Eine Flixbus-Sprecherin bestätigte, dass es sich um einen Fernbus ihres Unternehmens handelt. Der Bus mit mehr als 60 Passagieren aus 22 Nationen und zwei Busfahrern an Bord kam aus Schweden. Die Buslinie führe von dort über Dänemark und Rostock nach Berlin.

Laut Fahrplan starten diese Linienbusse um 23.40 in Kopenhagen in Dänemark. (bild.de)

--

Vermutung (die man als Privatmensch ja anstellen und öffentlich sagen darf: Übermüdung des Fahrers. Am Steuer eingeschlafen. Mal schauen ...)

Donnerstag, 16. August 2018

"Verfall der Sitten"

Das ist eine altertümliche Redewendung. Aber hin und wieder braucht man sie doch.

--

Einst war Jhon Jairo Velásquez der Chef-Auftragsmörder des kolumbianischen Drogenlords Pablo Escobar. Etwa 300 Menschen hat er nach eigenen Aussagen umgebracht, zum Teil mit bloßen Händen. Den Tod einiger Tausend hat er beauftragt. Richter, Journalisten, Polizisten – selbst seine eigene Freundin ließ er hinrichten, nachdem sie ihn verraten haben soll. (Tagesspiegel)

24 Jahre lang büßte Velásquez im Gefängnis. Als letzter Überlebender des engsten Kreises rund um Escobar nutzte er sein Wissen und seine Kontakte, um die Haft zu verkürzen – und zu überleben. Aus Angst vor Racheakten der Hinterbliebenen saß er die meiste Zeit in Einzelhaft.

Seit seiner Freilassung im Jahr 2014 arbeitet er allerdings an einer anderen Karriere: als YouTuber.
Mit Videos über seine Vergangenheit macht er Werbung für sich, Hunderttausende liken seine Clips. Von Musikvideos über Filmtrailer und Interviews bis hin zu stundenlangen Monologen – damit bereitet der als "Popeye" bekannte Massenmörder schon seinen Weg in ein neues Berufsfeld vor: die Politik. (welt.de > bento.de)

--

"Hunderttausende liken seine Clips". Jaja, Hunderttausende! Die sind heute schnell gefunden. Um zu liken. - Die Welt verblödet. Das war zwar wahrscheinlich schon immer so. Aber heute ist es öffentlich, dank Internet.

Die Grenzen des Rechtsstaats

Eine Meldung und ein paar Kommentare, diesmal aus der WELT.

--

POLITIK GERICHTSPRÄSIDENTIN
„Hier wurden offensichtlich die Grenzen des Rechtsstaates ausgetestet“
Im Fall Sami A. geraten die zuständigen Behörden in die Kritik. Nordrhein-Westfalens ranghöchste Richterin Brandts sieht das Vertrauensverhältnis zwischen Behörden und Justiz beschädigt.
Quelle: WELT/ Matthias Heinrich



Die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen macht der Politik große Vorwürfe. Die Gewaltenteilung stünde im Fall Sami A. auf dem Spiel, ist Ricarda Brandts überzeugt. Sie hat einen Rat für alle Richter. ...


--

Thomas W.
„Es gab Beleidigungen und Bedrohungen in einem für das Gericht bislang beispiellosen Ausmaß. Das steht einem Rechtsstaat nicht gut zu Gesicht.“



Der letzte Satz ist eine einseitige Stellungnahme durch die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen, aus meiner Sicht aus einer Froschperspektive.




Die Gerichtsurteile werden immer "im Namen des Volkes" gefällt. Es steht einem Rechtsstaat natürlich gut zu Gesicht, wenn die Gewaltenteilung strikt eingehalten wird, im Namen des Rechts UND des Volkes, Art. 20 GG. Das war und ist durch die einsame Entscheidung der BKin im September 2015 mMn außer Kraft gesetzt worden.




Benedikt K.

vor 3 Stunden
In der Realität ist es eine Minderheit, die so denkt wie Sie. Diese Minderheit ist zwar besonders laut, aber das rechtfertigt nicht, in deren "Namen" die rechtsstaatlichen Prinzipien aufzuheben.



Rolf K.

vor 2 Stunden
Auch wenn der aktuelle Stand mit 76 zu 7 Herzen natürlich keine repräsentative Meinungsumfrage darstellt, so deutet dieses klare Verhältnis nun nicht gerade auf eine Minderheitenmeinung hin.

Bernardo d.
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Dieser wird nach Prüfung allen angezeigt.
"In der Realität ist es eine Minderheit, die so denkt wie Sie."


Woher wissen _Sie_ das? Ich würde da gerne mal eine der ZDF-"Wochenfragen" drauf verwenden, um mehr Klarheit in die Sache zu bringen. Wenn die Kommentar hier nicht vollkommen selektiv sind, dann stimmt das mit der Minderheit jedenfalls nicht.


--

Mittwoch, 15. August 2018

Elsa Terenzani

Und noch eines oben drauf:

--

2016 -- Utopien. Sehnsucht ohne Ort? Von wegen! Seite 3/4: 

An die 70.000 Asylbewerber sollen sich derzeit in Griechenland aufhalten. Der griechische Staat kann ihnen fast nichts bieten. Deswegen ist Elsa Terenzani eingesprungen, 26 Jahre, die kurze Jeanshose und das labbrige T-Shirt mit Holzlasur bekleckert. Seit Tagen schon schmirgelt sie Stühle und Tische ab. Eine dünne Schicht Sägemehl hat sich auf ihre Brille gelegt. "Europa sollte sein wie Khora", sagt die Kunsthistorikerin aus dem nordfranzösischen Lille. Wenn Menschen vor Krieg und Terror flüchten, sollten sie in Europa einen sicheren Ort finden. Da sind sie wieder, die safe places des Dramaturgen Falk Richter. Das Schlimmste, was Europa passieren könne, seien "französische Verhältnisse", findet Terenzani. Sie erzählt von Nuit debout, einer Diskussionsbewegung junger Franzosen, die sich im Sommer auf öffentlichen Plätzen versammelten. "Bei Nuit debout reden und reden und reden sie nur. Über sich selbst. Aber tun nichts für die anderen." Von überall in Europa strömen junge Leute nach Griechenland, um ihren Beitrag zur Khora-Utopie zu leisten. "Nur die Franzosen sind nicht da. Zu viele kümmern sich nur noch um Frankreich." Terenzani faltet ein Stück Schleifpapier und lässt ihre Wut an einer splitterigen Tischplatte aus. (zeit.de)

--

Wovon lebt Elsa denn da in Griechenland, als Kunsthistorikerin aus Frankreich, denn so? Wirklich vom Möbel-Renovieren? Wohin gehen diese Möbel dann? Haben die Griechen Geld dafür? 

Wird Elsa das alles mit 36 auch noch so sehen? Und wenn ja, was macht sie, wenn andere Leute, egoistischer als sie, sagen, dass sie nicht für das Elend der Welt aufkommen wollen? Sie müssten ja selbst sehen, wie sie mit ihrem Geld über die Runden kommen...

Fragen über Fragen!

Rechtschreib- und Grammatik-Kontrolle

Berührt seltsam, wenn ausgerechnet faz.net die Rechtschreib- und Grammatikkontrolle ausschaltet.

--

Helfen in der neien Saison soll auch Schalke-Profi Thilo Kehrer. Er steht vor einem millionenschweren Wechsel nach Paris. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Schalker und der Klub von Tuchel am Sonntag auf den Transfer geeinigt. „Die wirtschaftliche Dimension, sprich die Ablösesumme für einen Spieler, dessen Vertrag bei uns im nächsten Jahr ausgelaufen wäre, haben uns dazu bewegt <bewogen!>*, diesen Wechsel zu befürworten“, kommentierte Schalke-Sportvorstand Christian Heidel den Coup, der nach Angaben der „Bild“-Zeitung 37 Millionen Euro wert sein soll.

Wie die Gelsenkirchener erklärten, habe auch der der 21-jährige Kehrer mit Paris Einigung über einen entsprechenden Kontrakt erzielt. Vorbehaltlich des Medizinchecks werde der Wechsel perfekt. (faz.net)

--

* Na gut, Zitat! Bleibt die Frage, ob die Zeitungen nicht die Pflicht haben, kleine Ausrutscher im Mündlichen stillschweigend geradezubiegen. (Bitte nicht: gerade zu biegen!)

Dienstag, 14. August 2018

Warum keine Suchmaschinen-Indizierung ...

... der ZEIT-Kommentarseiten?

--

Die ZEIT hat, mit viel Aufwand des Mitlesens und ggf. des Löschens von Kommentaren, die deutschlandweit sicherlich größte Kommentar-Sammlung zu eigenen Artikeln. Bei den anderen großen Zeitungen -- FAZ, SPIEGEL, FAZ, Süddeutsche --, hat man eher den Eindruck, dass sie darauf achten, nicht zuviele Kommentare zu bekommen. Für ihren Einsatz gebührt der ZEIT erstmal eine große Anerkennung. Ein paar Schwachpunkte bzw. Seltsamkeiten gibt es dennoch auch hier. Die in meinen Augen wichtigsten:
  • Das Löschen von Kommentaren bzw. das Erst-gar-nicht-Zulassen bei den Vorabprüfungen, die es immer häufiger gibt, ist sicherlich manchmal verständlich, oft auch überhaupt nicht. ("Entfernt. Bitte beachten Sie, dass die Kommentarbereiche der sachlichen Diskussion der Artikelinhalte vorbehalten sind. Danke, die Redaktion/dl" -- So oder so ähnlich.)
  • Dass alle Folgekommentare / Antworten / Anmerkungen bei gelöschten Kommentaren gleich mitgelöscht werden, ist schlicht ärgerlich. Da hat sich vielleicht jemand womöglich viel Mühe mit einer Antwort gemacht, hat Gutes und Wichtiges geschrieben und dann -- einfach weg, weil der Bezug weg ist! ("Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen[,] wurde bereits gelöscht. Die redaktion/ums")
  • Unangenehm auch, dass die Kommentar-Seiten der ZEIT von der Google-Indizierung ausgeschlossen sind. Heißt: Man kann sie nicht durchsuchen. (Weshalb es manchmal, wenn auch äußerst selten, dann doch klappt mit dem Suchen, ist ein schönes Geheimnis: site:.zeit.de "wurde bereits gelöscht").
Ich habe also mal -- auch das ist möglich -- bei der Community-Abteilung der ZEIT angefragt. Bis jetzt gibt es noch keine Antwort. Aber das will nichts besagen. Wahrscheinlich kommen da einfach zu viele Anfragen dieser und ähnlicher Sorte. Warten wir also noch ein wenig ...


--

Datum: Fr, 10. August 2018 11:35 Uhr
Adressat: community@zeit.de

Eine Frage, die mich schon seit einiger Zeit umtreibt. (Interne Diskussionen mit ZEIT-Leser-Kommentatoren haben kein Ergebnis gebracht.)

  • Warum lässt die ZEIT kein Indizieren der Kommentar-Inhalte durch Google zu?
Manchmal möchte man einfach einen Kommentar, an den man sich grob, mit ein paar Stichworten erinnert, noch einmal im Kontext nachlesen. Oder, noch etwas konkreter, am Einzelfall: Ich würde das Folgende gerne als Motto über ein Buchkapitel setzen, dafür den Kontext aber genauer nachlesen.

"BDLB #199 — vor 2 Tagen | Liz-Beth #145 — 11. August 2016 Endlich schreibt jemand das, was ich auch denke. Danke, super Artikel!"

Normalerweise findet man so etwas einfach durch

site:zeit.de "Endlich schreibt jemand das, was ich auch denke."

Das Herausnehmen der Kommentarseiten aus der Google-Indizierung macht das unmöglich.

--

Es ist tatsächlich eine Antwort gekommen. Die, zusammen mit meiner Antwort, bis auf Weiteres hier steht. (Sollte die ZEIT das nicht wollen, wird die Antwort natürlich gelöscht.)

--

"Am 14.08.2018 um 11:44 schrieb Community: 

... wir haben uns tatsächlich dagegen entschieden, komplette Diskussionen für die Google-Indizierung frei zu geben." 

--

... Vielen Dank für die Beantwortung und den Hinweis! -- Rein argumentationstechnisch ergibt sich allerdings in Ihrer Antwort die unschöne Leerstelle: "wir haben uns tatsächlich dagegen entschieden, komplette Diskussionen für die Google-Indizierung frei zu geben", WEIL ... (?) -- Nichts für ungut! So etwas zu sehen ist eine Berufskrankheit bei mir.

Montag, 13. August 2018

Wikipedia-Humor-Preis

Notizbuch:

--

Wenn es später mal den WP-Humor-Oscar gibt, werde ich diesen Satz vorschlagen:

  • "Einige weitere komödiantische Umstände später sind die beiden ein Paar."

Wehe, wenn jemand sich anheischig macht, den Satz zu ändern, und mich zwingt, in die Versionen hinabzusteigen!

11:12, 13. August 2018 (Wikipedia-Diskussion zu Die Halbzarte, mit Romy Schneider. Tolle Story!)

Sonntag, 12. August 2018

"Die Auslöschung des Kevin Spacey"


... ist ein Artikel im letzten SPIEGEL überschrieben. Ich habe ihn gestern auf Papier gelesen, jetzt sehe ich, dass er auch online steht. Zum ersten Mal lese ich da, mitten zwischen den mir oft nicht bekannten Sachinformationen, so etwas wie eine Mahnung zur Nachdenklichkeit. Immer die Frage zwischen den Zeilen: Wie das denn so ist, wenn jemand ohne formelle Verurteilung niemals mehr sich wird rehabilitieren können. Ich bin zu wenig Kenner, um da in den Artikel einzugreifen; aber die, die sich auskennen, sollten vielleicht mal in den SPIEGEL schauen.

--

Werbung: Wann zum Teufel ...

... kapiert die Werbeindustrie, dass aufploppende "Angebote" den Verbraucher vor dem Monitor in den Wahnsinn treiben? "Möglichst schnell wegklicken! Wo ist das X?", das ist die einzige Reaktion.

Das sind extrem negative Image- und Produkthinweise in Reinform. Nie werde ich das kaufen, wofür da geworben wird. Oder mich auch nur informieren. Wie kann man nur so dumm sein, diesen Zusammenhang nicht zu sehen?

--

Nachtrag (16.08.2018 08:08): Mit Abstand mal noch zwei Gedanken.

1. Die großen Werbeexperten sagen: "Es bleibt immer was hängen!" Heißt: Hauptsache der Name der Firma oder des Produkts wurde wahrgenommen. Auch wenn der Mensch vor dem Bildschirm sich kurz sehr ärgert -- gesehen hat er's doch. Und darauf kommt es an!

2. Weitergehend: Nicht oder nur sehr bedingt von sich auf andere schließen! Vielleicht gibt es Menschen, die da ganz anders reagieren. Sich gar nicht ärgern. Vielleicht sogar mal klicken, um zu sehen, was die Werbung denn so verspricht.

Samstag, 11. August 2018

"Das nächste Ziel von Syriens Machthaber"

Wieder eine Überlegung zur Weltpolitik, noch freizuschalten. Oder auch nicht.

--

Idlib. Niemand wird Assad aufhalten. Das nächste Ziel von Syriens Machthaber ist Idlib. Fällt der letzte Zufluchtsort für Baschar al-Assads Gegner, hat das Regime gesiegt – mit Folgen auch für Europa. Eine Analyse von Kristin Helberg (zeit.de)

--

Meine Überlegung, zur Diskussion, immer wieder: Die arabischen Staaten können oder wollen einfach keine westliche Demokratie. Was hat der "arabische Frühling" gebracht? Jetzt mal ehrlich und konkret! Bürgerkrieg, Chaos. Im besten Fall eine neue Diktatur wie in Ägypten. Und eingesperrt und -- so aus Sicht der Geheimdienste: notwendig -- gefoltert wird von jeder Seite.

Wenn Assad es schafft, vor allem mit den Kurden eine halbwegs vernünftige Halbautonomie auszuhandeln und die Türkei draußenzuhalten, das wär doch was. Vielleicht könnte er, aufgeklärter und siegreicher Despot, der er dann ist, der Türkei sogar zeigen, wie man die Kurden einbindet, indem man sie sich soweit wie möglich selbst verwalten lässt.

Orthorexie

Meine Tante Anna, von der hier schon mal die Rede war, pflegte zu sagen: "Wie man's macht, macht man's verkehrt!"

Also -- vegan, wenn man es denn schafft? Wär doch toll, oder?

Aber nun, "hinter'm Horizont geht's weiter":

"Ernährung. Gesund, gesünder, Essstörung. || Glutenfreies, fettarmes, veganes Superfood: Immer mehr Menschen wollen gesund essen. Das Problem: Manchmal führt genau das an den Rand einer Essstörung – zur Orthorexie. Von Katharina Schmitz" (zeit.de)

Orthorexie -- was'n das denn? Anorexie, Bulimie, Binge-Eating. Vom Anthropophagismus mal ganz zu schweigen. Und haben wir für das Leiden, das zu Adipositas führt, wirklich kein Fremdwort und sind auf das deutsch-makabre Fresssucht angewiesen? Kann doch nicht sein, oder?

Jetzt also noch was? Orthorexie.

"Der Ausdruck Orthorexia nervosa ist der vorgeschlagene Name für das Krankheitsbild einer Essstörung, bei der die übermäßige Beschäftigung mit der Qualität der Lebensmittel aufgrund selbst auferlegter Regeln zu psychischen und/oder physischen Beeinträchtigungen führen kann." Sagt die Wikipedia in all ihrer Weisheit. Früher hätte man das vielleicht mal Reformhauskrankheit genannt...

Airbnb nach zehn Jahren

Mein ZEIT-Kommentar mal wieder.

--

Wie viel ist von der Ursprungsidee der Homesharing-Plattform Airbnb nach zehn Jahren übrig geblieben? Hat sie wirklich derart die Welt verändert, wie kalifornische Techfirmen es gerne von ihren Ideen behaupten? Und wie geht es nun weiter mit dem Tourismus ebenso wie mit den Städten, die unter ihm ächzen? Airbnb hat mit alldem etwas zu tun. Für viele Menschen, die ihre Wohnungen oder nur Zimmer zeitweise über die Plattform vermieten, ist das zum schönen Nebenverdienst geworden. (zeit.de)

--

Vorab: Meine Kenntnisse zu AirBnB sind nicht sonderlich groß. Zwei Monate Rom vor drei Jahren zum Beispiel. Ein Zimmer im Zentrum, in einer Wohnnung. Das Konto war in Irland. So halt.

Was mich aber interessiert: Woher kommt das Recht, da staatlicher- bzw. städtischerseits einzugreifen? Wenn: freie Marktwirtschaft. "Eigentum verpflichtet" nach Art. 14, 2 GG? Na ja, da gibt es ganz andere Fälle in der "Ganzgroßwirtschaft", bei denen man das anführen könnte. Wenn Wohnungen fehlen, dann sollte an ganz anderen Stellschrauben gedreht werden, glaube ich. Wenn die ländlischen Gebiete, z. B. in Franken und im Mecklenburg attraktiver gemacht würden, wäre schon viel gewonnen. Ich finde nämlich, dass vor allem gilt: Staat sein, verpflichtet!

Freitag, 10. August 2018

Matthias Güldner

Wieder so ein Zufallsfund. (Der einzige Wikipedia-Artikel, in dem das Wort "weggebissen" vorkommt!*)

--

"Zu Internetsperren

2009 unterstützte Güldner die umstrittene Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, Internetseiten zur Bekämpfung von Kinderpornografie zu sperren (vgl. Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen).

Im Juli 2009 fasste Güldner seine Position in einem Gastkommentar in der Zeitung Die Welt zusammen. Er erklärte, die Auseinandersetzung um die Internetsperren würden sich in seinem Kern gar nicht um die Bekämpfung von Kinderpornografie drehen. Aus seiner Sicht gehe es vielmehr „knallhart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt“. Die Anhänger dieser Virtualisierung kämpften aus seiner Sicht „mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes“. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen wolle, werde aus der Sicht Güldners „mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen“. Güldner bezeichnete die Argumentation der Gegner des Gesetzesbeschluss als „Trend“ und sah kein Potential für einen grundgesetzwidrigen Missbrauch der durch diesen geschaffenen technischen Voraussetzungen. Aus der Sicht Güldners könne die „ignorante Argumentation“ gegen Web-Blockaden nicht erklärt werden. Gegnern der Internetsperren, die deren Wirksamkeit bezweifelten und die Möglichkeit zur Umgehung erwähnten, warf Güldner vor, sie hätten sich „wohl das Hirn herausgetwittert“. Man könne sonst auch andere gesetzliche Regelungen, die umgangen werden könnten, abschaffen. Güldner erklärte weiterhin:

„Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.“

Einige Mitglieder aus Güldners Landesverband reagierten auf diese Äußerungen mit einem Parteiaustritt. Der Bundesvorstand der Grünen distanzierte sich in einer Erklärung von den Ausführungen Güldners. Er stellte fest, dass der Beitrag Güldners nicht nur der grünen Programmlage widerspreche, sondern gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagierten, einen aus Sicht der Grünen nicht akzeptablen Ton anschlage. Der Bundesvorstand der Grünen Jugend kritisierte in einem Offenen Brief an Güldner unter der Überschrift „Die Ignoranz des Matthias Güldner“, Güldners „realitätsferne Polemik“ sei „diffamierend“ und „ignorant“."

--

Ich verstehe die Sache offen gestanden nicht. Wie können die Grünen gegen eine Sperrung von kinderpornographischen Seiten sein?! Das kann es doch wohl nicht bedeuten. Oder doch?

--

Nachgelesen. Das hier scheint die beste Erläuterung:

--

"Das Netz ist nicht bürgerrechtsfrei | Stellungnahme des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Beitrag des Bremer Abgeordneten Matthias Güldner"

--

"Das Vorhaben von Frau von der Leyen und der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD den Aufbau einer umfassenden Sperrinfrastruktur umzusetzen haben wir klar abgelehnt. Auch im Kampf gegen Kinderpornografie gelten rechtsstaatliche Grundsätze, diese werden jedoch mit dem jetzt beschlossenen Gesetz nicht gewahrt.

Das Bundeskriminalamt bekommt eine nahezu unkontrollierte Befugnis und Telekommunikationsunternehmen werden erneut als Hilfssheriffs herangezogen. Wir Grüne kämpfen für ein rechtsstaatliches Vorgehen und einen wirkungsvollen Kampf gegen solche widerlichen Taten.

Daher ist unser Ziel, die Betreuung und Hilfe für die Opfer zu verbessern, die Verfolgung zu intensivieren und solche Inhalte konsequent aus dem Internet zu entfernen. Wir sagen: Löschen statt Sperren!

Der Beitrag von Matthias Güldner vom 27. Juli 2009 in der WELT widerspricht deshalb nicht nur unserer grünen Programmlage, sondern schlägt gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagieren, einen aus unserer Sicht nicht akzeptablen Ton an."

--

Wieder das Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

--

* In den Wikipedia-Diskussionen kommt das Wort allerdings häufig vor. In manchen Fällen sind sogar Tiere gemeint.

"Schade, dass du nicht mehr schreibst!"


--

"... Tage später, ich treffe Christine, sie strahlt wie immer, vielleicht sogar noch eine Spur herzlicher. Sie sagt dann mit überraschender, geradezu überschwänglicher Wärme, wie schade es doch sei, dass ich nicht mehr schreibe. Ich sagte, aber ich habe doch gerade, also Hélène Cixous, die große Poetin, und davor Jeanne Mammen und Claude Simon und jetzt Ishiguro, den Literaturnobelpreisträger … stammelnde Bibliografie. Als Lebensbeweis. Absurd. Als rede man gegen seinen Schatten an."

--

Wenn das mit dem "Schade, dass du nicht mehr schreibst!" so oft vorkommt: Da würde es sich doch anbieten, eine "erweiterte Visitenkarte" herzustellen, am Ende jeden Monats aktualisiert, mit allem, was so in den letzten drei Jahren erschienen ist. Raus aus dem Laserdrucker, immer 10 Exemplare Kleingedrucktes in der Handtasche. Und dann geheimnisvoll schweigend überreichen. -- Wär das nichts?

Donnerstag, 9. August 2018

"Die Poleposition der Karmapunktevergabe"

Mein Kommentar:

--

Also diese Hitze mal wieder ...!

Man möchte doch in diesen heißen Tagen durch den Lead eingeführt werden, damit man weiß, ob man weiterlesen soll oder nicht! Hier also:

"Lewis Hamilton. Leute, echt jetzt! || Der Rennfahrer Lewis Hamilton hat einen Strand aufgeräumt und hofft auf die Poleposition der Karmapunktevergabe. Wenn das Prinzip Schule macht, was tut dann Markus Söder? Von Carmen Böker."

War das kurz vor dem Hitzschlag der Autorin in die Tastatur geflossen? Was bedeutet das denn?! (zeit.de)

--

»Jewish Antifa Berlin«

Notizbuch:

--

Lieber beschwert er sich darüber, dass Linke die »Jewish Antifa Berlin« kritisieren. Die »Jewish Antifa«, die Langer absurderweise als »eine der größten jüdischen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik« bezeichnet, ist eine besonders wirre Gruppe der antiisraelischen Boykottbewegung BDS, an deren antisemitischer Motivation kein Zweifel bestehen dürfte. Mitglieder dieser Gruppe zogen am diesjährigen »Nakba-Tag« – »Intifada bis zum Sieg« gröhlend – durch Berlin-Neukölln und veröffentlichen auf ihrer Website Statements wie: »Es ist erstaunlich, dass diejenigen, die einen ›Islamischen Staat‹ ablehnen würden und sicherlich auch die Idee, staatlich zugestandene Rechte und Freiheiten an die ethnische und religiöse Zugehörigkeit seiner Bürger und Bürgerinnen zu binden, keinerlei Bedenken bezüglich eines ›Jüdischen Staates‹ haben.« (jungle.world)

ExWiki sagt: ...

Notizbuch (keine Korrekturen / Veränderungen vorgenommen):

--

ExWiki sagt: | 28. März 2013 || Ich war lange bei der Wiki und habe mir dort auch leidenschaftliche Edit-Wars gegeben. Selbst bei den hitzigsten Kämpfen galt aber eine Regel: Auf den Diskussionsseiten zu den Artikeln wird nicht zensiert. Auch das ist vorbei. Als ich zu einem politisch umstrittenen Artikel auf eine relevante Studie verlinkte (nur auf der Diskussionsseite, ohne Editieren des Arktikels) wurde dies wegzensiert, praktisch unsichtbar für alle, die nicht mit der Dokumentation vertraut sind. Begründung: Nicht relevant (in Wahrheit: Störend). | Das Regelwerk, dass garantieren soll, dass die Wikipedia den Ansprüchen einer Enzyklopädie gerecht und nicht von Ideologen vereinnahmt wird, wird von den Mächtigen dort in totalitärer Manier völlig willkürlich ausgelegt. Andersdenkende werden mit Wiki-Bürokraten-Sprech kaltgestellt und das letzte Wort hat ein Admin, der nicht nur zensiert, sondern gleich noch die IP-Adresse sperrt, was heißt dass einem auch der „Rechtsweg“, den Wikipedia vorsieht, um sich gegen Willkür zu schützen, versperrt wird. | Eine kleine Clique dort hat die Macht und die setzt ihre Politik durch. Alle Artikel, die davon betroffen sind kann man getrost nur noch als Propaganda begreifen. (2013, netzpolitik.org)

Gibt es sie, die deutschen Eigenschaften?

Nicht nur hier hat der ranzösische Soziologe Emmanuel Todd Wichtiges zu sagen!

--

Todd: Rechthaberei, Maßlosigkeit und Hybris sind etwas sehr Deutsches, zumindest aus der Sicht der anderen. Das hat Europa ja gerade in der Migrationskrise und dem abenteuerlichen Verhalten von Frau Merkel wieder erlebt. Die plötzlich zunehmende Bedeutung Deutschlands in Europa und in der Welt, die nicht das Ergebnis eines bewussten Projekts war, sondern eher die zwangsläufige Folge der Wiedervereinigung und der ökonomischen Effizienz, brachte einem Land, das sich selbst nicht mehr verstand, die Führungsrolle in der Europäischen Union ein. (spiegel.de - Abo-Artikel, sehr lesenswert!)

--

Mittwoch, 8. August 2018

Hassan Ly in Spanien

Und noch einmal: Mal schauen, ob die ZEIT das freigibt.

--

Migration. Wie Hassan Ly in Spanien landete. Hassan Ly aus Guinea träumte von einer Karriere als Journalist. Stattdessen zahlte er Schleusern 2.500 Euro und ist nun Asylbewerber in Spanien. Über einen, der hofft. Von Karin Finkenzeller, Algeciras.

--

"Hassan Ly aus Guinea träumte von einer Karriere als Journalist."

Ich meine -- das ist doch hierzulande nicht anders. Junge Leute träumen von etwas. Weil sie im Internet sehen, dass es interessante Berufe und Tätigkeiten gibt. Die noch dazu Geld und eine gewissen Berühmtheit bringen. Ob sie das Zeug dazu haben und, sagen wir es ruhig: das Glück, diese jungen Leute, das ist doch immer eine vollkommen andere Frage.

Wenn man 15jähirge hierzulande fragt, was sie sich denn vom Leben erträumen, sagen sie ja auch nicht ganz selten: "Filmstar! Oder Hartz IV."

Jetzt müsste man mal schauen, was Hassan in irgendeinem journalistischen Bereich so kann. In der Sprache seiner Wahl. Dann erst wird die Sache zu einer vernünftigen Problemstellung. Alles andere ist Zeitungsgedöns. Kann man bringen. Weil: Morgen schon vergessen.

Wird "dem Türken" wird hier nichts verziehen?

Ein Kommentar, der gestern auf dem Bildschirm stehengeblieben ist.


--

Über das Ganze möchte man schreiben: Gemach!

"Mesut Özil. Dem Türken wird hier nichts verziehen. Mesut Özil und die Deutschtürken: Dass ausgerechnet ein Integrationspreisträger sich nun wie ein Bürger zweiter Klasse fühlt, wird dieses Land um Jahre zurückwerfen."

Meine Sicht:

1. "Dem Türken" wird, wie auch "dem Deutschen" oder sonstwem "hier" unglaublich viel verziehen. Wenn man allerdings bei jeder Kritik dünnhäutig reagiert und sich gleich in den Schmollwinkel verzieht, um von dort aus laut zu klagen -- ja dann!

2. Dass Mesut Ö. Integrationspreisträger wurde, hängt vor allem damit zusammen, dass unsere Institutionen was vorweisen wollen: "Schaut mal! Türkischstämmig und in der Nationalmannschaft!" Die Frage, ob man besonders gut integriert ist, nur weil man sehr gut Fußball spielen kann, wird da nicht gestellt. Sie sollte aber gestellt werden, diese Frage.

3. Ob sich Mesut jetzt "wie ein Bürger zweiter Klasse fühlt" müsste man ihn erst mal fragen. Ich bezweifle das. Er lebt einfach "einkommensmäßig" soweit über den Bürgern der ersten 10 Klassen, egal ob türkisch oder deutsch, dass so etwas hier nicht greift.

4. Wohin wird "dieses Land" denn zurückgeworfen, wenn es denn geworfen wird? Das würde ja voraussetzen, dass es, sagen wir: seit 2000, einen Fortschritt gegeben hat. Hat es den gegeben? Es war, was das Leben der "Türkischstämmigen" angeht, ein Auf-und-Ab, aber doch kein Fortschritt, oder?

--

Ob die ZEIT das bringt? Abwarten.

"Super Artikel!"

"BDLB #199 — Liz-Beth #145 — 11. August 2016 

Endlich schreibt jemand das, was ich auch denke. Danke, super Artikel!"

Ich habe lange suchen müssen, bevor ich die Kommunikation" Zeitung - Leser" so auf den Punkt gebracht fand!

Dienstag, 7. August 2018

Absatz über Rassismus in Sachsen

Notizbuch:

--

"Edit-War" zu Sachsen Kritische. Infos vom Dienstrechner aus Wikipedia-Einträgen gelöscht. Wikipedia gehört zu den am häufigsten genutzten Seiten im Internet. Was dort steht, gilt als geprüft. Doch über manchen Eintrag gibt es auch Streit. Aktuell zeigt sich das in Sachsen. Ein Unbekannter hat den Beitrag über den Freistaat geändert, weil er den Absatz über Rassismus in Sachsen für reine Meinung hielt. Pikant ist das, weil der anonyme Autor aus dem sächsischen Verwaltungsnetz heraus arbeitete. Das zeigt die IP-Adresse, die bei Wikipedia öffentlich einsehbar hinterlegt ist. von Ine Dippmann, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Sachsen.

"Kampf um Deutungshoheit"

Ein längerer Ausschnitt aus der FAZ zum Thema Wikipedia.

--

"EDIT-WAR" AUF WIKIPEDIA

Die Lotsen bleiben an Bord

VON DANIEL GRINSTED 01.02.2011 (faz.net)

Wikipedia, kürzlich zehn Jahre alt geworden, ist bei der digitalen Kanonbildung längst federführend. Wie hart hier der Kampf um Meinungshoheit oft ausgefochten wird, lässt sich am aktuellen Fall der Gorch Fock studieren.

Wissen ist Macht. Das wusste schon der chinesische Kaiser Yongle. Im Jahr 1403 entsandte er Tausende von Gelehrten in jeden Winkel seines Reiches. Ihr Auftrag: Informationen aus allen Wissensbereichen zusammenzutragen – von Kunst bis Medizin, von Religion bis Landwirtschaft. Am Ende der fünf Jahre währenden Recherche waren 23.000 Schriftrollen zusammengekommen. Bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts galt die chinesische Enzyklopädie als umfassendste der Welt. Dann kam Wikipedia.

...

Inklusionisten versus Exklusionisten

Zu der Frage, was bei dem in mindestens 257 Sprachen vorliegenden Nachschlagewerk gefunden werden soll und was nicht, haben sich zwei Lager gebildet: Auf der einen Seite stehen die Inklusionisten. Sie sehen in der digitalen Natur des Lexikons den Auftrag, so viele Informationen wie möglich aufzunehmen. Schließlich begrenzt kein Bücherregal die Zahl der Lemmata. Weitergedacht bedeutet das: Wie in Borges’ Erzählung von der Karte im Maßstab 1:1 fiele Wikipedia irgendwann mit der Welt zusammen. Und würde dadurch vielleicht obsolet.

Ihnen entgegen treten die Exklusionisten: Für sie steht die Frage nach der Relevanz im Mittelpunkt. Warum ein Begriff wichtig genug ist, um Eingang in die Enzyklopädie zu finden, ist mehr oder weniger streng geregelt. So kann ein Dorf Erwähnung finden, wenn es auf einer Landkarte eingezeichnet ist, ein Koch muss mindestens einen Michelin-Stern besitzen. Ein Schriftsteller, der zwei Bücher veröffentlicht hat, darf hinein, der Debütant muss draußen bleiben.

...

Kampf um Deutungshoheit

Wie groß die Macht eines Autors ist, hat der Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg gezeigt. Vor zwei Jahren hatte ein Beiträger den zehn Vornamen des Politikers einen fiktiven elften hinzugefügt. Zahlreiche Medien übernahmen diese Angabe. Dieser Vorfall veranlasste Wolfgang Stock und Johannes Weberling, an der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) das Projekt „Wiki-Watch“ ins Leben zu rufen. Auf dessen Website werden der Grad der Zuverlässigkeit eines Eintrags sowie nichtüberprüfte oder umstrittene Passagen angezeigt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Autoren und Bearbeitungen ausgewiesen. Und da gibt es einen aktuellen, hochspannenden Fall, einen „Edit-War“, wie es im Wiki-Watch-Blog heißt, nämlich den der – Gorch Fock.

...

Die mächtigen Unbekannten

Angesichts der Bedeutung von Wikipedia wirkt es fast schon bizarr, dass so wenig über die Menschen bekannt ist, die bei der deutschsprachigen Version die Fäden in der Hand haben. Die bestimmen, was Eingang findet und was nicht. Die Einträge sperren oder löschen können und dies – laut Wolfgang Stock – im Vergleich zu ihren amerikanischen Kollegen besonders gern tun. Anders als ursprünglich beabsichtigt, herrscht bei Wikipedia anscheinend eine verschworene Gemeinschaft, die oligarchisch über die „kollektiv erstellte“ Enzyklopädie wacht. An der Spitze der Hierarchie stehen 281 Administratoren. Was ist über sie bekannt? In einer Umfrage von Wiki-Watch gab ein Fünftel von ihnen Auskunft. Demnach ist der durchschnittliche Administrator ein etwa vierzig Jahre alter, linksliberal gesinnter Mann mit Abitur oder Hochschulabschluss. Als Motivation für seinen Einsatz gibt er an, Wikipedia besser machen zu wollen und dafür täglich siebzig Minuten zu investieren.

Man könnte diese Verwalter des Wissens als mächtigste Unbekannte Deutschlands bezeichnen. Sie gestalten die Meinung und das Weltbild von Millionen von Menschen. Vollständige Neutralität, das zeigt der Kampf um die politisch heikelsten Stichworte, bleibt eine Utopie, Wikipedia ist nicht mehr als die Summe seiner Teile. Aber eben auch nicht weniger.

Montag, 6. August 2018

Merve Kayikci

Der Versuch, bei den ZEIT-Kommentaren einen Link auf das Nachfolgende zu setzen, ist gescheitert

"Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diesen Beitrag nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/rg"

Ich habe das mit "Vollkommen in Ordnung" kommentiert. Wobei natürlich die Gründe für die Streichung des Links schon interessieren würden. Steht im Nachfolgenden wirklich Schlimmes? Wie steht es um die ZEIT-interne Meinungsfreiheit?

--

Auf den Namen ~ bin ich gestoßen, weil es diesen Artikel in der ZEIT, Abt. Campus gibt.

--

GENERATION Y. Von Merve Kayikci. 24. Juli 2018, 12:44 Uhr 1.045 Kommentare. Wir undankbaren Deutschtürken. Es geht nicht um Rassismus. Ich bin Deutschtürkin und kann nicht anders, als die Özil-Debatte auf mich zu beziehen. Und ich glaube nicht, dass es hier nur ums Deutschsein geht.

Ich weiß: Keiner hat Lust, einer jammernden, Kopftuch tragenden Muslimin zuzuhören, die alles, aber auch wirklich alles, auf sich bezieht und sich von allem unfassbar angegriffen fühlt. Zum Beispiel, wenn mich eine Redaktion immer als Interviewpartnerin zu Kopftüchern anfragt. Aber wenn ich selber über das Thema schreiben will, höre ich immer: Nein, lieber nicht.

--

Zuerst ging es mir um den Inhalt, denn auf einmal um die Person. Denn ich habe entdeckt, dass mich diese junge Frau irgendwie irritiert hat. Mit -- ich wollte es kaum glauben, aber dann, ja: ihrem Kopftuch. Die Frage war einfach da: Warum trägt sie es? Kann man Türkin und Muslima nicht ohne Kopftuch sein? Braucht sie es, weil sie dadurch eine andere Identität gewinnt? Wenn ja: Welche? Will sie sich nicht doch abgrenzen von den "Deutschinnen"? In welcher Hinsicht? Schlampen im Minirock? Ich habe mich erinnert, dass ich vor Jahren -- ja, lange her, mit einer Türkin befreundet war. Da war die Türkei noch total kemalistisch, das heißt: von einer durchaus fanatischen Laizität geprägt. Ein Kopftuch war -- wäre als extremes Zeichen der Rückständigkeit gesehen worden. Türkinnen waren westlich. Modern. Und heute?

Ich habe mich also noch ein wenig umgesehen. Der SPIEGEL habe sich für sie bzw. für einen ihrer Tweets interessiert, stellt ~ fest.


In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL ist diese Woche ein Artikel mit mir erschienen. Fiona Ehlers, die Redakteurin, die mich interviewt hat, benutzt selber gar kein Twitter. Sie hat eine Meldung in der Welt oder im Tagesspiegel gesehen, sagte sie mir und wollte der Geschichte hinter dieser Meldung auf den Grund gehen.

--

Ok, da darf man durchaus stolz sein. Ich habe überhaupt nichts dagegen. Aber dann ein Auszug, offenbar aus dem SPIEGEL-Artikel:

--

Merve Kayikci ist eine aufgeweckte junge Frau, sie lebt mit Eltern und vier jüngeren Geschwistern in Korntal-Münchingen bei Stuttgart, Heimat der evangelischen Brüdergemeinde, einst „Rom des Pietismus“ genannt. Merve wird oft gefragt, wie sie es mit der Religion halte. Kummer mit dem Glauben ist sie gewohnt.

--

Da bin ich dann doch etwas zusammengezuckt. Vielleicht meine Überempfindlichkeit. Aber "aufgeweckt" in diesem Sinn hat man doch mal Kinder genannt, nicht junge Frauen, oder? Soll das ein Kompliment, eine Anerkennung sein? 

Und das mit dem Glauben? Kummer damit? Wofür steht das? Ist das nicht ein gesuchter Kummer, wieder eine Art verquerer Sicherheitssuche? Ein Folgen? Dem heutigen türkischen Präsidenten mit seiner freinsinnigen und im Grunde genommen furchtbar zerstörerischen Unterscheidchung von Integration und Assimilation? Das hatten ich hier schon mal ...

Ich muss noch ein wenig darüber nachdenken. 

Wikipedia-Nützliches

Heute eher zufällig entdeckt, dass man die "Hauptautoren" von Wikipedia-Artikeln mit einem einfachen Skript in der eigenen Benutzerseite anzeigen lassen kann. Ich war ziemlich überrascht.

Ausprobiert:

Araber. Von Xxedcxx (26 %), Dexterward (19 %), 84.130.218.87 (6 %), M Huhn (5 %), Bar Nerb (2 %), 434 weiteren Autoren (41 %)

Bettina Wulff. Von JosFritz (17 %), Nemissimo (14 %), Jocian (7 %), Neun-x (6 %), Vsop (4 %), 303 weiteren Autoren (53 %)

Filterblase. Von Mike Krüger (31 %), Tina Maier (29 %), Tomwsulcer (18 %), Mopskatze (4 %), 85.176.42.152 (3 %), 108 weiteren Autoren (16 %)

Jesus Christus. Von Jesusfreund (68 %), Kopilot (5 %), Gretelputze (4 %), Turris Davidica (2 %), A.Samot (1 %), 378 weiteren Autoren (20 %) (Daten für eine ältere Version)

Josef Stalin. Von Peter Nowak (16 %), Kl833x9 (14 %), Herr Klugbeisser (3 %), Slomox (3 %), Timur und sein Trupp (2 %), 1275 weiteren Autoren (62 %) (Daten für eine ältere Version)

Lügenpresse. Von Mautpreller (27 %), Elektrofisch (23 %), The Brainstorm (5 %), Kolya (5 %), Gonzo.Lubitsch (4 %), 222 weiteren Autoren (36 %)

New York City. Von 84.189.164.29 (9 %), 84.189.142.174 (8 %), Man-u (6 %), 217.231.1.65 (4 %), Lilienpheld (4 %), 1389 weiteren Autoren (69 %) (Daten für eine ältere Version)

Schwarzes Loch. von 195.93.60.10 (7 %), Ce2 (5 %), Flynx (5 %), Meier99 (4 %), 217.48.137.218 (3 %), 1278 weiteren Autoren (75 %) (Daten für eine ältere Version)

Zyste (Medizin). Von Supermartl (31 %), MBelzer (31 %), R-E-AL (20 %), Hyronimus299 (4 %), 46.126.68.33 (2 %), 64 weiteren Autoren (13 %) (Daten für eine ältere Version)

Eine Forsa-Umfrage: Markus Söder



"Umfrage. Mehrheit mit Arbeit von Markus Söder unzufrieden. Bayerns Ministerpräsident erreicht in einer Umfrage im Vergleich mit anderen Regierungschefs die niedrigsten Werte. Am beliebtesten bei seinen Wählern ist ein Grüner. 6. August 2018" (zeit.de)

-- Mein Kommentar --

Ich misstraue solchen Umfragen grundsätzlich, einfach weil wir solchen Umfragen zufolge heute Frau Hillary Clinton als US-Präsidentin hätten und es keinen Brexit gäbe. 

Die Wahrheit ist aufm Platz bzw. in der Wahlkabine. Warten wir doch den 14. Oktober einfach mal ab! 

Noch dazu:

1. Da gibt es den Ausdruck der self-fulfilling prophecy. Hier übersetzt: Es wird mit allen Mitteln verrsucht, Söder und Seehofer runterzumachen, auf dass sich der halbseidene Befund von vorher in Wahlen dann widerspiegele. 

2. Das Internet der Anonymusse hat es mit sich gebracht, dass Häme und Runtermachen aus einer linksliberalen Position heraus zum absolut normalen Alltagsgeschäft der öffentlichen Medien geworden ist. Und weil sich die linksliberale Position ja grundsätzlich im Recht und im Reich der Wahrheit wähnt, wird das in der veröffentlichten Meinung kaum jemals zum Thema gemacht.

--

Elfen und Trolle auf der A2

Das ist doch mal eine Meldung, die heraussticht! Deutschland wird halt -- und zwar in jeder Hinsicht -- bunter!

--

06.08.2018

Verursachen ?
Es ist eine äußert ungewöhnliche Methode, um die Unfallhäufigkeit auf der Autobahn 2 zu reduzieren: Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) berichtet, hat die selbst ernannte Elfenberaterin Melanie Rüter die Strecke "energetisch versiegelt" - und zwar mit der Unterstützung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Als Ursache für die vielen Unfälle auf der A2 macht Rüter "aufgebrachte Naturwesen" aus, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten. Konkret richtet sich der Verdacht gegen Elfen, Zwerge und Trolle. Die Autobahn 2 ist in den vergangenen Monaten aus den Negativ-Schlagzeilen kaum noch herausgekommen. Fast täglich gab es hier schwere Verkehrsunfälle, häufig kamen dabei Menschen ums Leben.

...

Behörde nimmt Angebot der Elfenberaterin an
Wie die Elfenberaterin Melanie Rüter aus Deensen (Landkreis Holzminden) gegenüber NDR.de bestätigte, hat sie am 19. Juni zusammen mit einer Tierkommunikatorin und zwei Mitarbeitern der Landesstraßenbaubehörde fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig aufgesucht. "Ich hatte der Behörde einfach mal eine E-Mail geschrieben, aber ehrlich gesagt nicht mit einer Antwort gerechnet", sagte Rüter. "Ich hätte eher erwartet, dass die einen Wagen vorbeischicken, um mich einliefern zu lassen." Das geschah nicht, stattdessen erfolgte die Einladung zum Besuch der A2. (ndr.de)