Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 16. Januar 2018

Kosten Migration (Beispiel)

"*** Damit reden wir immer noch über von Kosten von bis zu 75 Milliarden € pro Jahr, für die der Staat Vorsorge treffen oder die als versteckte Schulden anfallen. ***

Ich halte Sie nicht für besonders intelligent, wenn Sie auf solche Falschinformationen hereinfallen - 75 Milliarden jährlich für 1 Mio. Einwanderer wären € 75.000 jährlich je Einwanderer."

--

Zwischen "Intelligenz" und "eine Information für korrekt halten" würde ich keine Verbindung herstellen, von "offensichtliche Ungereimtheiten akzeptieren" mal abgesehen. Jeder sucht sich das, was seine Meinung stützt. Wenn er nicht wirklich selbstkritisch zu Werke geht.

Nur mal so als Beispiel: "Für die Unterbringung in einer Erstaufnahme-Einrichtung zahlt Hamburg beispielsweise 1951,11 Euro pro Flüchtling und Monat. 856 Euro davon sind Miete und Personalkosten, 434 Euro für Essen und Trinken – 1100 Euro für Kinderbetreuung, Fahrkosten oder Hygieneartikel." Grob gerundet: 24.000 Euro pro Jahr. Jetzt fehlen aber alle Nebendinge: Verwaltung BAMF usw. Rechtsanwälte / Gerichtsverfahren. Ggf. Abschiebungskosten. Sollen die Kosten für zusätzliche Lehrer / Schulgebäude mit dazugerechnet werden? Usw. (morgenpost.de)

Vernünftig wäre es, wenn alle Parteien mal ihre Modellrechnungen einzeln veröffentlichen würden. Das würde mich interessieren.

--

Auf die Idee, mal selbst zu addieren, bin ich zunächst nicht gekommen: 856+434+1100 = 2390

(zeit.de)

Das "Faktum" und das Sein-Sollen-Problem

Notizbuch, zu einem Kommentar in der ZEIT:

--

"Damit ist auch nicht zu rechnen, weil die Hetze einem psychischen Bedürfnis genügt und nichts mit Fakten zu tun hat."

Ich plädiere noch einmal NACHDRÜCKLICH dafür, dass sich die ZEIT in einem ausführlichen Artikel mit den Problemen und Implikationen des Begriffs "Faktum" auseinandersetzt, so, dass man anschließend, auch mit den berühmten und inzwischen nobilierten 'fake news' auf diesen Artikel verweisen kann.

Wichtiger Aspekt: Die Sein-Sollen-Problematik ist in der Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie bereits vor langer Zeit hinreichend diskutiert worden. Wichtig hier: Aus einem So-ist-es (Faktum, mit der Problematik der korrekten Feststellung) lässt sich ein So-sollte-es-sein (wünschbares Ziel) nicht ableiten. Heißt: Auf Fakten zu verweisen ist in diesem und ähnlichen Zusammenhängen vollkommen sinnlos. Es ist einfach ermüdend, wenn hier immer wieder solch schlichte Zusammenhänge unbekannt sind.

Kopflos Wildschweine jagen


--

Afrikanische Schweinepest. "Kein Grund, kopflos Wildschweine zu jagen" | Sie greifen Jogger an und verbreiten die Schweinepest: Sind Wildschweine unsere neuen Problemtiere? Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung | Interview: Dagny Lüdemann 15. Januar 2018 | 252 Kommentare

--

"Kein Grund, kopflos Wildschweine zu jagen"

Natürlich muss ein Jäger, wenn er vernünftig schießen will, noch seinen Kopf auf dem Hals haben!

(Blöder Kalauer! Verzeihung.)

Kurz nachgedacht: Wenn man nicht gleich alle Wildschweine abschießen will -- und auch noch über eine gewisse Zeit alle "zugewanderten" aus dem Osten --, verringert man lediglich das Risiko um ein paar Prozent. Das heißt aber auch, dass diese Tierkrankheit in die deutschen Wildschweinpopulatioen einwandern wird, Abschießen hin oder her.

--

"FriendlyGrizzly #4.1 — vor 11 Stunden || Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mf || Antwort auf #4 von Mazzeltov"

Schade! Was man in diesem konkreten Fall "unterstellen" kann, das hätte mich wirklich interessiert! Dass es um eine jüdisch-arabische Verschwörung geht, von wegen 'Schwein'?

--

Montag, 15. Januar 2018

Die 10 schnellsten Fußballer / Körpergröße

Notizbuch

(Nachdem ich mir ein Video angesehen habe, das die 10 schnellsten Fußballer zeigt. Zu meiner Überraschung waren Robben und -- Messi dabei! Das ist nicht in jeder Aufstellung so, was Messi angeht. Und nicht alle Rankings stimmen überein.).

"... Natürlich werden wir jetzt die schnellsten Marathonläufer anschauen, um herauszufinden, ob diese tatsächlich so klein sind wie alle behaupten. Nehmen wir als Beispiel mal den schnellsten Marathonläufer unserer Zeit: Eliud Kipchoge. Mit gerade einmal 1.67m Körpergröße ist er fast so groß wie ich, aber läuft den Marathon fast doppelt so schnell wie ich. Auch sein inoffizieller Rekordversuch, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, den er nur knapp verfehlte, war erstaunlich. Na gut, dieser Vergleich ist jetzt nicht unbedingt fair. Aber bei diesem Vergleich kann man schon erahnen, dass nicht unbedingt ein Zusammenhang zwischen Körpergröße und Schnelligkeit beim Laufen besteht. Auch wenn man sich die Top 100 Marathonläufer der Welt anschaut, sind diese im Durchschnitt knapp 1.69m. So kann man z.B. festhalten, dass kleine Läufer keine Nachteile haben, um ein schneller Läufer zu werden." (laufzeitschrift.de)

Stavros Louca noch einmal

Ich komme noch einmal auf Stavros Louca, den Mathe-Super-Lehrer zurück. Geboren in Zypern, als Lehrer ungewöhnlich erfolgreich in Schweden. Ein längeres Zitat aus einem Geo-Buch, Schule: Was ist ein guter Lehrer? (eBook, nur 99 Cent!)

"" ... Auf den Lehrer kommt es an“, heißt die neue Devise, denn, wie die Unternehmensberatung McKinsey nach einer internationalen Erhebung schrieb: „Ein Schulsystem kann nicht besser sein als seine Lehrer.“ In Schweden gilt das seit der Femsehserie als Gemeinplatz. Die Sendung, ein großer Quotenerfolg, hat die dortige Bildungsdebatte grundlegend verändert. „Wir haben nun keine Entschuldigung mehr“, sagt eine Schuldirektorin. Lehrer könnten sich nicht mehr darauf hinausreden, dass schlechte Schüler halt aus bildungsfernen Elternhäusern kämen oder unterbegabt seien. „Das Experiment hat gezeigt: Wir Lehrer können den familiären Hintergrund jedes Kindes ausgleichen. Wir müssen nur gut genug sein.“ Und Stavros Louca erzeugt pädagogische Wunder im Jahrestakt. Seine Heimatschule, ein schmuckloses Geviert aus Holz und Stahlblech, liegt in Stockholms größtem „Problemgebiet“, in Rinkeby. Rund 90 Prozent der 15000 Einwohner waren nicht in Schweden geboren oder sind Kinder im Ausland geborener Eltern. An der Bushaltestelle, nicht weit vom „Afro Frisör“, warten verschleierte Somalierinnen, das einzige Reisebüro hat sich auf Eilige in den Irak spezialisiert. Die Schüler der Rinkebyskolan stammen sogar zu 99 Prozent nicht aus Schweden, und über das fehlende Prozent ist sich der Direktor nicht sicher — könnte sein, dass das letzte einheimische Kind gerade die Schule verlassen hat. Es kann ihm gleichgültig sein. Denn die Schule entlässt seit Jahren die besten Schwedisch-Schüler des Landes. Viermal in Folge waren auch Loucas multikulturelle Mathematik-Schüler mit Abstand die besten Schwedens. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften hat Louca ausgezeichnet. Aber macht seine Leistung den 57-Jährigen zum Vorbild? Oder eher zum Vorwurf an eine Lehrerschaft, die mehrheitlich pädagogische Kunststücke weder versucht noch für möglich hält? Doch selbst wenn sie mit aller Kraft danach streben würden: Könnten wirklich alle Lehrer lernen, auf dem Niveau von Stavros Louca zu unterrichten? Ließen sich Wunder wie in Rinkeby in Serie produzieren, wenn nur die Lehrerausbildung besser wäre? Oder sind Schwedens Superlehrer schlicht Naturtalente - einmalig und nicht kopierbar?"

Ich habe mich ein wenig in Diskussionen umgetan, habe herumgelesen. Diese Meinung kommt besonders oft vor will mir scheinen:
  • Prima! Schön für den Stavros! Aber er hat halt ein glückliches pädagogisches Naturell. Dazu sicherlich eine gehörige Portion Fachwissen. Nur -- ein gutes Naturell kann nicht jeder haben. Auch nicht jeder Lehrer. 
  • Selbst wenn wir durch Tests voraussagen könnten, ob jemand ein guter Lehrer wird: Wir hätten einfach nicht genügend gute Anwärter, um genügend Lehrer für die Schulen zu bekommen.
Mir will scheinen, als sei das zu kurz gesprungen. Die folgenden Punkte muss man angehen:
  • Man müsste erst einmal herausfinden, was sich von Stavros, unabhängig vom "Naturell", abschauen, formulieren & erkennen, dann lehren lässt. 
  • Es gibt außerdem die Verhaltenspsychologie-These, dass nicht nur der Charakter, die Psyche das äußere Agieren bestimmt, sondern dass auch ein verändertes Agieren nach einiger Zeit die Psyche formt und verändert.
  • Vielleicht ließe sich da ja ein Test ableiten, welche Eigenschaften Lehramtsstudenten haben sollten, damit sie gute Lehrer werden, die Kinder und Jugendliche zum Erfolg führen und anschließend selbst, weil erfolgreich, glücklich leben. 
  • Andere Studenten könnte man dem entsprechend von einem nicht so glücklichen Leben bewahren, wenn man relativ sicher sagen kann: "Als Englischlehrer am Gymnasium wirst du wahrscheinlich nicht glücklich werden! Aber in der Erwachsenenbildung wirst du wahrscheinleich zufrieden sein."
Dann könnte man weiterforschen, im Sinne der diskussionswürdigen Thesen der 2013 verstorbenen Harvard-Forscherin Nalini Ambady, die gezeigt hat, dass ein extrem schnelles Urteilen über Lehrer offenbar in den Genen der students verankert ist. (Nein, ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied zwischen College-Studenten und Schülern in der 9. Klasse Highschool / Gymnasien gibt.) Warum um Himmels willen werden diese Studien nicht in Deutschland reproduziert und also bestätigt oder widerlegt? Da geht es doch um absolute und absolut wichtige Grundlagenfragen!

mundmische.de

Frage: Was haben die Seite mundmische.de und Bornemanns 'Sex im Volksmund' miteinander gemein?

Antwort: Es werden größtenteils Privaterfindungen oder Kleingruppen-Sprachgebräuche mitgeteilt, die mitunter witzig, oftmals aber einfach nur extrem pubertär-eklig sind.*

--

* Bei mundmische.de ist das mit dem Kleingruppen-Erfinden allerdings ziemlich klar, auch wenn dann der Untertitel der Seite "Wörterbuch der deutschen Umgangssprache", einfach falsch ist. (Es geht meist gar nicht um Wörter, sondern um erfundene Redewendungen.) Bei Bornemann wird noch so getan, als gehe es um Belege, die es auch gebe. Darum: "wissenschaftlich"! Das mit den Belegen mag sogar so sein -- obwohl vieles schon so klingt wie "vom Autor nach dem dritten Whiskey erfunden" --, doch es sind, wenn denn, Belege der Art: Schüler 1: "Morgen kommt der Bornemann und will wissen, wie wir über Sex reden!" Schüler 2: "Ok, lass und dem was schön Erfundenes erzählen! Wer hat eine Idee? Hand hoch!"

Sonntag, 14. Januar 2018

Bitcoin

Bitcoin? Kenn ich!

Natürlich gibt es die, die die Gier befeuern. Und wahrscheinlich doch auch wieder sehr gut an der Gier und am Ende den Verlusten anderer verdienen werden.

--

Und das ist Sven Hegel

Das Genie hinter dem Bitcoin Code

Hi - ich bin ein ehemaliger Software-Entwickler bei einem großen Unternehmen, welches ich lieber nicht nennen würde.

Ich habe eine Bitcoin-Trading-Software entwickelt die über €18.484.931,77 an Profiten in den letzten 6 Monaten eingebracht hat.

Die Software macht Leute schneller zu Millionären als die ersten Investoren bei Uber, Facebook oder AirBnB.

Wenn du selbst eine Million mit Bitcoin machen willst, guck dir das Video hier oben an um herauszufinden wie.


Dein Freund,

Sven Hegel

--

Nein, nie würde ich behaupten, dass jemand, den ich nicht kenne, ein Betrüger ist! Wenn allerdings irgend jemand sehr schnell im Zusammenhang mit Geld sich als Freund einführt und / oder einen totsicheren Tipp hat, dann würde ich sehr, sehr vorsichtig sein. Und sich an Namen erinnern.

--

Eine badende Blondine im riesigen Champagnerglas, ein ausgewachsener Elefant, ein paar musizierende C-Promis, dazu Luxuskarossen der Fabrikate Ferrari, Lamborghini, Porsche und Bentley in der Auffahrt – derart opulent hat Jonas Köller seinen 30. Geburtstag gefeiert. Als die Stimmung auf dem Siedepunkt war, kam noch sein Kompagnon Stephan Schäfer dazu. Er schwebte per Helikopter ein.

Welcher Anleger würde solchen Menschen wohl seine Ersparnisse anvertrauen? Nun, es waren Tausende. Köller, inzwischen 33, und Schäfer, 35, das sind die Gründer der Immobiliengruppe S&K, die vor knapp zwei Jahren aufflog. Die Anleger hatten ihnen bereitwillig mehrere Hundert Millionen Euro gegeben – nicht zuletzt, um das Luxusleben der beiden zu finanzieren.

Das behauptet zumindest die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Zwei Jahre nach der bundesweiten Razzia bei der mutmaßlich betrügerischen Immobiliengruppe S&K wurde heute Anklage erhoben. Der Verdacht richtet sich gegen die beiden Firmengründer Köller und Schäfer sowie fünf weitere Beschuldigte, die sich wegen schweren Betrugs sowie schwerer Untreue vor Gericht verantworten sollen, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber sagte. (welt.de)



--

Ach ja, Stefan Köller, S&K? Da war doch mal was....?

Ach so, und wer ist noch mal Sven Hegel? Da findet man so allerlei. Auch das sollte man gründlich durchlesen.

Freitag, 12. Januar 2018

Das Ende der Film-Zigarette

Was eine Filterzigarette ist, weiß ich. Was aber ist eine "Film-Zigarette"? Eine Zigarette, die aus alten Filmen hergestellt ist? Kann man Zelluloid denn rauchen?

PANORAMA Freitag, 12. Januar 2018 Artikel 6/7 || Rauchen im Film | Das schreit nach Zensur! || Die ersten hundert Jahre Filmgeschichte mögen ohne Nikotin undenkbar gewesen sein - aber jetzt? Leben wir in der Zukunft. Trotzdem wird in Serien wie "Mad Men" Kette geraucht. Die Drogenbeauftragte fordert nun das Ende der Film-Zigarette. VON MARTIN ZIPS (sueddeutsche.de)

Die Drogenbeauftrage? Von wem wo beauftragt? Na gut ...

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat gerade vorgezählt, dass in 33 von 39 Filmen, die 2016 und 2017 für den Deutschen Filmpreis nominiert wurden, geraucht wird. Sie sagt: So geht es nicht weiter.

Das wird jetzt die Frau Mortler aber halt auf etwas aufprallen, nämlich auf die grundgesetzlich garantierte "Freiheit von Wissenschaft und Kunst" (Art. 5 Absatz 3). Und anschließend wird sie wohl vom gesunden Menschenverstand wieder auf die Beine gestellt: Wo kommen wir hin, wenn unerwünschte, ungesunde, gefährliche Dinge nicht mehr im Film und sonstwo dargestellt werden dürfen? Nein, Film, Fernsehen, Romane, Zeitungen usw. habe die Aufgabe uns das Leben, so wie es ist, vor Augen zu führen. Unter anderem haben sie diese Aufgabe.

Was bliebe denn sonst noch? Im Film sollte nicht mehr gezeigt werden:

  • Alkohol bzw. Trinken desselben und Betrunkene
  • Alle anderen Drogen
  • Waffen, Schießen und Morden bwz. Töten
  • ...

Lieferungen von Waffen oder Munition nach Libyen

Notiz:

Die griechische Küstenwache hat einen Frachter gestoppt, der 29 Container mit mehreren Tonnen Sprengstoff an Bord hatte. Wie ein Sprecher der Küstenwache weiter sagte, sei der Frachter „Andromeda“ eine „fahrende Bombe“ gewesen. Eine Gefahr für Menschen und Umwelt. [...]
Lieferungen von Waffen oder Munition nach Libyen hat die EU wegen des Bürgerkrieges in diesem nordafrikanischen Land verboten. Die achtköpfige Besatzung des Frachters wurde festgenommen und soll der Justiz übergeben werden, teilte die Küstenwache mit. (welt.de)

Ist diese Gesellschaft noch bei Trost?

Unsere Autorin!

VERHÜTUNG. Tschuldigung, haben Sie Lecktücher? Verhütung Unsere Autorin hat Sex mit Frauen, ohne sich zu schützen. Sie will sich aufklären und trifft auf überforderte Apotheker und Sexshop-Verkäufer. Von Nadja Zander. 148 Kommentare (zeit.de)

Ich überdenke unser ZEIT-Abo jetzt heftig! Es wird schon Gruppen geben, die so etwas unbedingt lesen wollen. Ich gehöre nicht zu diesen Gruppen.

Mikrosensor





Forscher der Technischen Universität Eindhoven unter der Leitung von Professor Andrea Fiore und dem Hauptdozenten Rob van der Heijden haben jedoch einen genialen Sensor entwickelt, der auf ganz andere Weise ähnlich genaue Messungen ermöglicht. Sie haben dazu eine spezielle „photonische Kristallhöhle“ (photonic crystal cavity) entwickelt, eine nur ein paar Mikrometer messende „Falle“, aus der kein Lichtstrahl mehr herausfindet. Diese Falle befindet sich in einer Membran, in der das eingefangene Licht einen kleinen elektrischen Strom erzeugt. Dieser Strom wird dann gemessen.
MEMS
Der Doktorand Žarko Zobenica hat die Höhle sehr selektiv entworfen: Sie fängt nur Licht in einem sehr kleinen Frequenzbereich. Um einen größeren Frequenzbereich messen zu können, legten die Forscher zwei dieser Membranen direkt übereinander. Die beiden Membranen beeinflussen sich gegenseitig: Wenn man den Abstand zwischen ihnen minimal ändert, verändert sich auch die Wellenlänge, die der Sensor beobachten kann. Deshalb haben die Forscher ein mikroelektromechanisches System (MEMS) aufgebaut, das den Abstand zwischen den Membranen und somit die gemessene Frequenz variieren kann. Der Sensor kann so einen Wellenlängenbereich von ungefähr dreißig Nanometern wahrnehmen und darin kann das Spektrometer etwa einhunderttausend (!) verschiedene Frequenzen unterscheiden.
Zukunftsmusik
Um die Brauchbarkeit des MEMS zu demonstrieren, hat das Forschungsteam mehrere Anwendungen, einschließlich eines Gassensors, durchgeführt. Professor Fiore erwartet, dass das neue Spektrometer erst in fünf oder nach noch mehr Jahren für ein Smartphone einsetzbar ist, da der abgedeckte Frequenzbereich noch zu klein ist.

https://www.elektormagazine.de/news/mikro-spektrometer-fur-smartphones

Kapitalismus: Grundrechenarten



Bei den umstrittene Cum-Ex-Deals schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge: Bescheinigungen für die Rückerstattung der Kapitalertragsteuer wurden mehrfach ausgestellt, obwohl die Steuer nur einmal gezahlt wurde. Ob das illegal war, ist noch nicht abschließend richterlich geklärt.

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/roundup-cum-ex-steuersuender-sollen-staat-um-5-3-milliarden-betrogen-haben-5907603

"Von einem Vater ...

ist bei keinem der fünf eine Rede."

--

Es gibt aber zumindest Indizien, die auf eine möglicherweise schwierige Biografie der jungen Leute deuten: Der aus Serbien stammende P. etwa lebt in einer sozialtherapeutischen Anstalt, alle anderen Täter wohnen nach eigenen Angaben bei ihren Müttern in Hamburg. Von einem Vater ist bei keinem der fünf eine Rede.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hamburg-harburg-so-lief-der-prozessauftakt-wegen-gruppenvergewaltigung-a-1187097.html?#ref=recom-outbrain

Dienstag, 9. Januar 2018

Die neue Polizei

"So sehn Polis* aus, schalalala!"**

--

* "Bullen" ginge natürlich auch im Versmaß. Aber das Wort wäre total ungehörig!

** Also, als verdeckter Ermittler ist der Kollege mit den klaren Tätowierungen auch nicht mehr zu gebrauchen.

--



Drogenfahnder durchsuchen Wohnung an der Rothenbaumchaussee

"Deutschland. Ein Wintermärchen"

Ein Wintermärchen der neuen Sorte!

Früher -- ok, lange her -- warb die Bahn mal mit: Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Der SDS Ende der 1960er Jahre hat das, wie wir wissen, witzelnd übernommen. Und die Flughäfen, die noch keine Airports waren, wussten, wann Schluss ist und wann nicht. Wegen Schnee, nicht wegen Schlaglöchern in der Landebahn.

Und jetzt? Man versinkt im Sessel vor Scham. Oder man lacht sich kaputt. War das "Loch" nicht vorhersehbar? Genauer: Vorher sichtbar? Gibt es da keine Kontrollen, um nachts auszubessern? Gibt es noch mehr solcher Löcher? Wer ist eigentlich für so etwas verantwortlich? Kann so was auch in München vorkommen? Wie groß ist eigentlich "fußgroß"? Und wie tief? Können Flugzeugbereifungen da nicht locker mal drüber wegfahren? Ist CBA (Catastrophic Berlin Airport) inzwischen überall? Oder breitet sich dieses Phänomen aus Schlamperei und Unvermögen in konzentrischen Kreisen über Deutschland hin aus?


--

Wegen eines Lochs in der Rollbahn können seit Dienstagvormittag keine Flugzeuge am Airport Köln-Bonn landen.

Starts seien nur vereinzelt möglich, ankommende Flüge müssten umgeleitet werden, sagte ein Sprecher. Das fußgroße Loch in der Asphaltdecke der großen Start- und Landebahn, das gegen 10.00 Uhr entdeckt worden war, müsse nun ausgebessert werden. Dies könne zwei bis drei Stunden dauern. (news.de)

"Europe mysteriously transformed ..."

Stimmt es denn?

--

The genetic lineage of Europe mysteriously transformed about 4,500 years ago, new research suggests.

The findings, detailed today (April 23 [2ß13]) in the journal Nature Communications, were drawn from several skeletons unearthed in central Europe that were up to 7,500 years old.

"What is intriguing is that the genetic markers of this first pan-European culture, which was clearly very successful, were then suddenly replaced around 4,500 years ago, and we don't know why," said study co-author Alan Cooper, of the University of Adelaide Australian Center for Ancient DNA, in a statement. "Something major happened, and the hunt is now on to find out what that was."

The new study also confirms that people sweeping out from Turkey colonized Europe, likely as a part of the agricultural revolution, reaching Germany about 7,500 years ago.

For decades, researchers have wondered whether people, or just ideas, spread from the Middle East during the agricultural revolution that occurred after the Mesolithic period. (livescience.com)

--

Wie stimmt das mit der These von der Einwanderung der Indogermanen und dem Vaskonischen überein, die Theo Vennemann vertritt?

"Stranger than fiction"

Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwinden immer mehr. Und manchmal auf höchst interessante Weise. Beispiel: Wenn der Kommissar der Fiktion in der Realität von einem Gericht verurteilt wird. 

Dienstag, 09. Januar 2018 | TV-Kommissar nun vorbestraft Erol Sander akzeptiert Strafbefehl || Schmutzige Scheidungsschlacht: Die Staatsanwaltschaft erlässt einen Strafbefehl gegen TV-Star Erol Sander. Auslöser ist eine Anzeige seiner Noch-Ehefrau wegen Drogenbesitz. Der Schauspieler nimmt die Strafe zwar an, streitet aber weiterhin die Vorwürfe ab. || Der aus "Mordkommission Istanbul" bekannte Schauspieler Erol Sander muss wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes eine Strafe von 25.200 Euro zahlen, bestätigte sein Anwalt Simon Bergmann in einer Pressemitteilung. Wie die "Bild" berichtete, liegt die Anzahl der Mindesttagessätze bei über 100. Damit wäre der TV-Kommissar nicht nur vorbestraft, der Verstoß würde auch in seinem polizeilichen Führungszeugnis vermerkt. (n-tv.de)

Und dann ist da immer natürlich das noch viel Kompliziertere:
  1. In unserem realen Fernsehen gibt es eine reale Serie "Castle",
  2. und in dieser Serie schreibt die fiktionale Gestalt Richard "Rick" Castle
  3. in ihrer fiktionalen Welt fiktiv-real-fiktive Kriminal-Romane,
  4. die das Vorbild in der fiktiv-realen Kate Beckett haben, 
  5. aber die fiktiv-fiktive Gestalt Nikki Heat als Heldin anführen, wobei
  6. diese Romane dann in der Realität nachträglich von realen Ghostwritern geschrieben
  7. und in unserer Realität unter dem fiktiv-realen Verfassernamen Richard Castle in den Handel kommen.
Natürlich sind das diese Bücher dann true-false-novels. Oder false-true-novels? Oder false-false-true-novels?

"Zweifelhafte Quellen"


Von meinen Streifzügen durch den Dschungel des Internet bringe ich heute mit: Einen Hinweis auf den besonderen Status der Zeitschrift Cicero:

--

Zweifelhafte Quellen
Bei den Recherchen zu den unseriösen Quellen sind wir auch oft auf Medien gestoßen, die nicht zweifelsfrei zu der Liste hinzugefügt werden konnten, aber dennoch keinen astreinen Eindruck hinterlassen haben. Aus diesem Grund haben wir die Sektion mit “Zweifelhafte Quellen” hinzugefügt.

In dieser Liste werden Medien alphabetisch aufgelistet, die nicht per se unseriös sind, aber bei denen Vorsicht geboten ist.

Cicero
Das Debatten-Magazin Cicero ist 2004 gestartet und veröffentlichte diverse Meinungsartikel. In den letzten Monaten fand in diesem Magazin — laut Recherchen der taz — ein Rechtsruck statt. Cicero veröffentlicht derzeit tendenziell rechtslastige Meinungen. (medium.com)

--

Jetzt müsste natürlich als Retourkutsche der Cicero die taz unter 'Blatt des linkslastigen Tendenzjournalismus' führen.

Ich jedenfalls halte den Cicero, auch und gerade nach der Lektüre des Januar-Hefts 2018*, für angenehm kritisch und selbstreflektiert. Was ich von der taz und der medium.com-Seite bis auf Weiteres nicht sagen würde.

--

* CICERO IM JANUAR: Schiffbruch – Die Vertrauenskrise der Medien.

NFN (near fake news): Polizist erschlägt Hund 2

[ Beide Einträge zu diesem Thema ]

Seltsamerweise hat mich diese Huffington-Post-Meldung über den erschlagenen Hund nicht losgelassen, und heute, 08.01.2018, habe ich an die HP eine Mail geschrieben. Link hierher, auf diese Übernahme im Blog, und dann die Frage, ob es denn da inzwischen weitere Hintergründe gäbe, die ich nicht kenne. Innerhalb einer Stunde hatte ich eine Antwort. Wirklich gut und -- sehr erstaunlich, weil die Antwort auch wirklich auf meine Fragen einging. Mit zwei Links, die weiterhelfen, wie ich finde. Ich zitiere mal aus dem, was mir mitgeteilt worden ist:
Hier das in meinen Augen Wichtigste, das man vor allem aus beiden Artikeln herausholen kann:
  • Ein Polizist hat einen Golden Retriever in der Öffentlichkeit totgeschlagen. (Das wissen wir schon.)
  • Menschen haben berichtet, dass sie von dem Hund angegriffen und verletzt worden seien.
  • Der Polizist sagte, dass er den Hund getötet habe, um zu verhindern, dass weitere Menschen angegriffen werden.
Die Meldungen auf channelnewsasia.com sind noch einmal erstaunlich. Vorab:

Die Sache hat sich in Changsha (7 Mio. Einwohner), der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan  abgespielt.

Inzwischen sind zwei Menschen zu 5 Tagen Haft verurteilt worden. Nicht der Polizist, dessen Vorname mit Chen angegeben wird, sondern ein Mann, weil er den Polizisten öffentlich beleidigt hat, der andere, weil er die Privatadresse und ein Bild des Polizisten im Internet gepostet hat.

Die Polizei gab an, dass der Hund getötet worden sei, um zu verhindern, dass er weiterhin Fußgänger angreife. Erschlagen hätten ihn Chen und ein weiterer Beamter, weil sie keinen Besitzer hätten ausfindig machen können und keine 'dart gun', also keine Pistole mit Betäubungspfeilen, dabeigehabt hätten. 


Fragt sich der Europäer aus der Ferne, wie lange und wie man wohl nach einem Besitzer gesucht hat und ob man den Hund nicht hätte erschießen können. Und wenn schon -- nun ja, erschlagen, ob nicht ein Hund mit einem einzigen Schlag hätte besinnungslos sein müssen. Oder, weil er ja nun schon mal angebunden und damit ungefährlich gemacht worden war -- man hätte den örtlichen Hundefänger, den es ja mit Sicherheit gibt, anrufen können. Dass die Stadt ein Problem mit 'bösen Hunden', 'mad dogs, also offenbar besitzerlosen, angriffslustigen Hunden hat, ist ein von hier aus besehen ebenfalls seltsames Problem.

Schlussbemerkungen: 1. Ohne Smartphones und deren Videofunktion und ohne das Internet hätten wir nie etwas von diesem Vorfall erfahren. Lob oder Tadel der neuen Techniken? 2. Sollen wir in Zukunft den sprichwörtlich gewordenen Sack Reis, der in China umfällt, durch den 'Hund, der in China totgeschlagen wird' ersetzen?

Beide Einträge zu diesem Thema ]

--

P. S. Eine Jung-Mao-Skulptur in oder in der Nähe von Changsha, die die Wikipedia überliefert, ist vorzeigenswert. Und der Europäer aus der Ferne fragt sich: "Wie war das noch mal mit dem Personenkult in den Staaten auf dem Weg zum Kommunismus...?"



Montag, 8. Januar 2018

Deutsche Tabus und linke Sprachregeln

Wenn doch nicht alles so komplex und kompliziert wäre! Im Cicero (Januar 2018, S. 92ff.) wird der Schriftsteller Uwe Kolbe interviewt. Lesenswert!

"Wir sind Neandertaler im Auto des 21. Jahrhunderts. Der Schriftsteller Uwe Kolbe über deutsche Tabus, linke Sprachregeln  und den falschen Charme von Bertold Brecht"

--

Was die linken Sprachregeln angeht -- wo beginnen und wo enden die? Gibt es sie schon bei der ZEIT  und beim SPIEGEL oder erst bei der taz? Und wo werden diese Sprachregeln durchbrochen, hin zu Freiheit der Berichterstattung? Die Spanne und die Spannung zwischen linksliberal und rechtskonservativ wo verlaufen die? Und dann noch linksradikal vs. rechtsradikal! Und dann gibt es ja noch das ganz Andere: islamisch vs. islamistisch. Usw.

Alternativseiten, ja oder nein?



...

Natürlich muss man sich diese Seiten nicht mühevoll selbst zusammensuchen. Das erledigt schon mal die Gegenseite, z. B. mit "Das ABC der unseriösen Quellen -- eine Übersicht" (bei medium.com).

Aber sind die Seiten denn nun alle unseriös? Oder bringen sie nur das, was wegen "linker Sprachregeln" von der "Systempresse" nicht öffentlich gemacht wird? 

Auch lesenswert:

Plattform "Unzensuriert" "Die rechte Blase im Netz wächst". Die FPÖ-nahe Plattform "Unzensuriert" expandiert aus Österreich nach Deutschland. Im Bundestagswahlkampf könnte sie AfD-Propaganda machen. MATTHIAS MEISNER (tagesspiegel.de)

--

Ich wette, Uwe Kolbe fühlt sich komplett falsch interpretiert, wenn man die Fragen so stellt. Aber wie soll man sie denn stellen?

Werbung im Internet: Internet-Krätze

Die folgenden Seiten kommen auf meine Index-Seite "Online-Werbung > Internet-Krätze":
  • www.handels-register.net/personen/Peter+Dörge.html (Ich gehe mal davon aus, dass weder die Seite handels-register.net noch der Herr Peter Dörge was für diese Sache können. Zuerst denke ich: Die Seite wurde einfach von http://download.weatherblink.com oder von einer anderen Seite gekapert.. Dann, mit kurzer Suche, weiß ich es besser. Die Seite selbst ist die Abzock-Seite, denn...)
  • Kleiner Zusatzhinweis: Wenn man bei handels-register.net auf Impressum / Kontakt drückt, wird man ebenfalls auf die wheaterblink.com-Seite weitergeleitet. Da fragt man sich dann schon, ob die Handelregister-Seite nicht als reine Falle eingerichtet worden ist.
  • Dann die Seite unten, mit der Rückenansicht: top.pc-games.org, die man besser nicht anklicken sollte.
--

Die Sache jetzt im Einzelnen:

Wieder ein Mysterium: Ich suche, im Zusammenhang mit dem Mikrozensus 2017, nach einer Frau, die die Fragen stellen wird, im Internet. Ich finde die Dame bei gleicher Eingabe bei Google, "NN", Gemeinde, kurz nacheinander mit 1, mit 3 und mit vielen Stellen. Schon mal seltsam. Vielleicht erklärt sich da allmählich, warum die Zahlen der Google-Funde oft extrem schwanken.

Nun aber: Als ich die erste Funstelle aufrufe, bekomme ich wider Erwarten nichts zu dem eingegebenen Namen, sondern das:


Jetzt aber kommt's erst: Bei Betätigen des Rück-Buttons im Browser erscheint nicht etwa die vorausgehende Google-Seite, sondern das hier:


Da sind wir mal wieder bei dem Phänomen der Internet-Krätze, die via dümmlicher Online-Werbung verbreitet wird. 

Und immer, immer wieder die Frage: Glauben irgendwelche Firmen, dass sie mit einem solchen bescheuerten Vorgehen einen Blumentopf -- und sei es auch nur mit Kakteen -- gewinnen können? Von Klicks oder gar Kunden mal ganz abgesehen.

Sonntag, 7. Januar 2018

Unmengen an Energie

Überlegen wir mal ...

--

Mathematik : Die größte bekannte Primzahl ist gefunden Hunderttausende Menschen lassen ihre Rechner gemeinsam nach Primzahlen suchen. Jetzt wurde von dem Netzwerk die 50. Mersenne-Primzahl entdeckt. Von Andreas Loos | 5. Januar 2018 | 302 Kommentare

"Hier verbrauchen hundertausende Computer ebenfalls Unmengen an Energie, aber ohne jeglichen Nutzen." (zeit.de)

Mal abgesehen davon, dass das Computer waren, die, ob mit, ob ohne Primzahlen-Suche, wahrscheinlich durchgelaufen wären, wohin kommen wir mit solchen Hochrechnung-Fans? Die Sache ist natürlich ganz einfach: man multipliziert Einzelfälle mit X, hier dem Energieverbrauch, und schon ist man bei einer gigantischen Größe, die man verkünden kann.

Zwei solcher Wunderrechnungen sind mir noch im Gedächtnis: 
  • Man sollte bei Tanken nicht versuchen, den nächsten vollen Betrag durch "Nachtanken" nach dem automatischen Stopp zu erreichen. Warum nicht? Wurde seinerzeit nicht gesagt. Aber dafür: Dass da X Tonnen Benzin im Jahr verbraucht = verschleudert werden. Ich vermute: weil in den Sekunden des Nachtankens aus dem Tankstutzen sonundsoviel Milliliter Benzin verdunsten. Beeindruckend, diese Überlegung? Eher nicht. Mal für 10 Minuten nicht mit Bleifuß fahren bringt wahrscheinlich das 27fache an Benzineinsparung.
  • Unter der Dusche solle man pinkeln! Energieeinsparung! -- Gedankengang wahrscheinlich: Spart einen Toilettgang à 10 Liter Wasser. Wieder beeindruckend!
Schlussfolgerung: Multiplikationsstatistiker: die einfach gestrickten Scharlatane der Statistiker-Zunft.

Samstag, 6. Januar 2018

Lydia Lopokova and John Maynard Keynes

Fund. Zur weiteren Verarbeitung.

Beauty and the Brain BLOOMSBURY BALLERINA 

by Judith Mackrell

With the exception of Arthur Miller and Marilyn Monroe, there can have been no odder celebrity couple than Lydia Lopokova and John Maynard Keynes. She was a prima ballerina who delighted audiences with her delicacy, exuberance and charm. He was a renowned economist whose intellect made even Bertrand Russell feel inadequate, and a committed homosexual along with his friend Lytton Strachey. ... Their circle responded with derision. One establishment grandee recorded in his diary: 'Maynard Keynes marrying a chorus girl.' While Virginia Woolf, never one to let pass a cutting remark, wrote: 'They say you can only talk to Maynard now in words of one syllable.' Nevertheless, theirs was a deep and enduring love.

Lydia Lopokova & Maynard Keynes Ballerina Lydia Lopokova (1892-1981) and her husband, economist John Maynard Keynes (1883-1946) 

Polizei sucht diesen Spanier ...


FUHR ER TÜRSTEHER ABSICHTLICH UM? Nach Disko-Attacke: Polizei sucht diesen Spanier 1500 Euro Belohnung ausgesetzt ... Veröffentlicht am 06.01.2018| Er soll mit einem Wagen gezielt in den Eingang eines Düsseldorfer Clubs gerast sein, ein Türsteher (36) erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Jetzt fahndet die Polizei öffentlich mit einem europäischen Haftbefehl nach Mohand Abderrahman (22). Für Hinweise, die zur Ergreifung führen, lobte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf 1500 Euro Belohnung aus. (bild.de)

Mohand Abderrahman -- typisch spanischer Name.

--

Nachtrag (08.01.2018): Voller Name, vollständiges Autokennzeichen. So etwas gibt es in Deutschland ja nur ganz selten. (Ich bin immer noch unschlüssig, ob ich mich der Täterschutz-vor-Opferschutz-Fraktion anschließe oder nicht.)

Das Internet und: der Fleischmarkt

Das Internet bringt alles, aber auch alles durcheinander. Jetzt das, vorerst in der Schweiz, demnächst in Süddeutschland, dann überall:

Mit neuer App: Migros greift Viehhändler an und will Bauern zu Direktlieferanten machen

Eine simple App, doch sie hat das Potenzial, den Schweizer Fleischmarkt nachhaltig zu verändern: Ab Februar ist es Landwirten möglich, ihr Schlachtvieh direkt über eine App bei Micarna, der Fleischverarbeiterin der Migros, anzumelden. philipp felber / schweiz am wochenende | Bis jetzt übernahm dies jeweils ein Zwischenhändler. Die Bauern sollen dadurch mehr verdienen. (watson.ch)

Freitag, 5. Januar 2018

Amiri: Kopftuchpflicht

Mein Onkel Schorsch aus Inning ist zum Scherzen aufgelegt. Er liest mir vor:

"Amiri, Tochter eines Iraners, hat schon früher darauf verwiesen, dass die Kopftuchpflicht selbst für höchstrangige Staatsgäste gilt: "Gäbe es also einen Besuch in nächster Zeit von Angela Merkel, sie müsste ein Kopftuch aufsetzen." Der Kopftuchzwang begann mit der Islamischen Revolution von 1979. Ayatollah Ruhollah Khomeini forderte wenige Tage nach der Machtübernahme, dass Frauen einen Hidschab tragen sollten, "statt sich zu schminken und ihre Reize zu zeigen"." (sueddeutsche.de)

Und mein Onkel, der Schorsch, spinnt die Sache zu einem schönen Ende: Bayern solle unabhängig werden, dann die Lederhosenpflicht, auch für Staatsgäste, einführen, dann den "Obersten Führer Ali Chamenei" einladen, mit dem Hinweis: Auf dem Kopf und obenrum, dürfe er tragen, was er wolle; aber Lederhosen -- Lederhosen seien nun mal Pflicht in Bayern. Auch für Staatsgäste.

Ich sage, das sei doch an den Haaren herbeigezogen. Am Kopftuch vielleicht, aber nicht an den Haaren, erwidert der Schorsch ungerührt.

1000 Apps belauschen Nutzer

Diese Meldungen sind selbst für mich, der ich datenschutzmäßig zu den vollkommen Unänstlichen gehöre, sagen wir: bemerkenswert:

ABHÖR-SOFTWARE 1000 Apps belauschen Nutzer übers Smartphone-Mikro Von Andreas Floemer | Stand: 03.01.2018 | Alphonso Lauschangriff über das Smartphone-Mikrofon: An die 1000 Apps hören permanent zu, um die Geräusche für Werbezwecke auszuwerten. Darunter sind auch viele Spiele, die sich speziell an Kinder richten.

Mark Zuckerberg klebt MacBook-Kamera und -Mikrofon ab | Florian Matthey am 22.06.2016 | Ihr kennt sie sicherlich auch: Menschen, die die Kamera ihres Laptops abkleben. Man mag darüber schmunzeln – aber völlig sinnlos ist es nicht. In einem Foto ist zu sehen, dass selbst Mark Zuckerberg Kamera und Mikro an seinem MacBook abklebt.

Die Frage ist ja, ab genau das nicht unter harte Strafe gestellt werden sollte. Bei jeder einzelnen Website wird inzwischen, offenbar doch wegen gesetzlicher Regelungen, darauf hingewiesen, dass Cookies gesetzt werden, aber solche Lauschangriffe dürfen sein bzw. werden nicht geahndet?  Erstaunlich. 

In anderen Bundesländern die CSU wählen?

Zitat:

--

In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage ist die Union deutlich stärkste Kraft mit 33 Prozent (ein Prozentpunkt mehr als im Vormonat). Unverändert 21 Prozent würden die SPD wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die AfD kommt auf 13 Prozent, die Grünen erreichen 11 Prozent und FDP und Linke kommen auf je 9 Prozent. Die Mehrheit der Deutschen findet, dass die CSU unverhältnismäßig viel Macht innerhalb der Union hat. 56 Prozent der Befragten gaben dies in der Umfrage an - selbst 40 Prozent der Unions-Anhänger stimmten der Aussage zu. 41 Prozent der Befragten fänden es zudem gut, auch in anderen Bundesländern die CSU wählen zu können. (welt.de)

--

Was würde das mit der bundesweiten CSU für die Wahlergebnisse bedeuten? Wählerwanderungen:

Von ... zur CSU

CDU
SPD
FDP
...

Von CSU zu

...

Eigentlich eine Win-Win-Situation. Wenn -- ja, wenn die CSU dann nicht auf der Bundesebene zu einer 7-9%-Partei würde.

Und weiter?

Wieder mal: die Werbung (STERN)

Fund:



Der Tag der fetten Katzen

Eine SPIEGEL-Meldung, mal ausführlich. Sie bleibt zu kommentieren.

"Astronomische Gehälter, magere Löhne

Tag der fetten Katzen

Seit Mittwochabend müssen Top-Manager nicht mehr arbeiten - sie haben schon so viel verdient wie der Durchschnitts-Deutsche im ganzen Jahr.

VON FELIX BOHR

Der britische Humor ist berühmt. Und die Engländer sind bekanntlich selbst dann noch zum Witzeln aufgelegt, wenn anderen das Lachen im Halse stecken bleibt: Sie begehen etwa den "Fat Cat Day". Als fette Katzen gelten auf der Insel die überfütterten Topverdiener des Landes. Und Donnerstag, der dritte Arbeitstag des neuen Jahres, ist ihr Tag: Zur Lunchzeit hatten die Vorstandschefs der 100 umsatzstärksten britischen Börsenunternehmen bereits genau so viel verdient, wie der Durschnitts-Brite im gesamten Jahr verdienen wird.

Auch in Deutschland gibt es einen Tag der fetten Katzen. Die Chefs der 30 Dax -Unternehmen konnten ihn schon am Mittwoch feiern: Seit Mittwochabend müssten sie also eigentlich keinen Handschlag mehr tun und würden trotzdem so viel verdienen wie der Durchschnitts-Deutsche.

Denn sie erhalten durchschnittlich 6,1 Millionen Euro brutto im Jahr. Spitzenverdiener war 2016 SAP-Boss Bill McDermott mit 15,3 Millionen. Im Schnitt brauchen die Dax-Top-Manager also nur 2,87 Tage, um auf den jährlichen Bruttolohn des vollbeschäftigten deutschen Durchschnittsverdieners zu kommen. Denn das sind genau 48.936 Euro pro Jahr.

Die übrigen Dax-Vorstandsmitglieder können sich am kommenden Samstag freuen, die Durchschnittsverdiener abzuhängen.

Und künftig müssen die fetten Katzen noch weniger arbeiten. Denn Deutschlands Top-Manager verzeichnen einen steten Gehaltszuwachs. Sie erhalten bombastische Boni und sogar im Fall des Scheiterns häufig horrende Abfindungen. Gleichzeitig stagnieren die Gehälter ihrer gewöhnlichen Mitarbeiter.

xxx

NFN (near fake news): Polizist erschlägt Hund 1

Beide Einträge zu diesem Thema ]

Die Huffington Post schickt die Botschaft voran, dass gleich verstörende Bilder folgen werden. Man ist also gewarnt. Die unscharfen Bilder, die zeigen, wie ein Mann wiederholt auf einen Hund einschlägt – der Hund ist festgebunden und kann nicht davonlaufen und sich nicht wehren. Diese Bilder sind wirklich ekelerregend. Ich stoppe das Video nach ein paar Sekunden.

An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie schwierig das mit der Wahrheit der Berichterstattung ist. An der Ankündigung: „Video. Vorher kettete er ihn an: Polizist schlägt drei Stunden auf Hund ein, bis er stirbt" ist zunächst nichts falsch. Dass die Pronominalisierung „bis er stirbt“ im Grunde den Polizisten nach den drei Stunden sterben lässt – geschenkt. Das ist halt ein schnell hingeschriebener journalistischer Text. Wichtiger ist etwas anderes: Was ist eigentlich der Kontext dieser Meldung, wenn wir einmal von der „sensationellen Sache“ absehen? Warum wird diese Zeile auf eine schwer zu fassende Weise – nun ja –, nicht wirklich  falsch, aber ...

Natürlich ist die Frage, wo sich das Ganze zugetragen hat. Das fragt sich wahrscheinlich fast jeder, der diese Ankündigung sieht. In welcher Kultur, in welchem Kulturkreis geschieht so etwas?  (Ja, solche Meldungen gibt es auch aus Deutschland. Vielleicht nicht ganz so krass, nicht aus der Öffentlichkeit.) Normalerweise gilt ja, dass das Video aus Deutschland stammt, wenn nichts anderes gesagt wird. Seltsamerweise habe ich gedacht, dass jetzt gleich ein kleiner Einspieler aus den USA kommt. Obwohl ich die USA nicht für ein Land halte, in dem Polizisten Hunde zu Tode prügeln. Meine Vorurteile gehen da in andere Richtungen. Also was dann? 

Dem Ton des Videos nach geschrieben: „Verstörende Bilder aus der chinesischen Shang-tscha..." 

Wollte man das, um nicht als vorurteilsbeladen zu gelten, bei der Huffington Post nicht in diese Textzeile hineinschreiben? Wie wahr oder falsch ist die Meldung, wenn man den Ort und dann die weiteren Hintergründe weglässt? Und natürlich: Wie ging es da weiter? Wurde der Polizist von seiner Dienststelle, seinen Vorgesetzten bestraft? In welchem Umfang?

Also dann. Wieder so ein Vorurteil: Die Chinesen und ihr Verhältnis zu Hunden. Natürlich, ja, nicht alle Chinesen sind so! Aber ich erinnere mich natürlich sofort an die Geschichte eines deutschen Sinologen, der mir erzählt hat, er sei in China unterwegs gewesen, sei vom Besitzer eines Restaurants an einen Hundezwinger geführt worden. Der Restaurantbesitzer habe gefragt, welches wohl der schönste im Zwinger sei. Er habe arglos auf einen Hund gedeutet. Dann sei er in das Restaurant geführt worden. Und eine halbe Stunde später habe er das Essen bekommen – die feinsten Stücke von diesem Hund. Vorurteile? Gruselgeschichten? Kulturelle Eigenheiten? Wie auch immer. Dieses Video gibt es auf jeden Fall. Was sagen Chinesen zu solch einem Video? Was sagen die Behörden?

Und natürlich -- es bleibt die Frage: Warum hat dieser Polizist überhaupt auf den wehrlosen Hund eingeschlagen?!

Beide Einträge zu diesem Thema ]

Schwarzfahren

Notiz (zu einer Wikipedia-Café-Diskussion):

--

Ach, vielleicht das doch noch, weil ich heute in den Nachrichten gehört habe, dass man überlegt, dass Schwarzfahren gesetzlich doch zur bloßen Ordnungswidrigkeit zu erklären. Es ist also heute offenbar doch nicht so, dass Schwarzfahren als Lappalie eingestuft würde. Ich habe ein wenig nachgesehen und das gefunden:

Strafrechtlich kommen, je nach vorgeworfenem Verhalten, das Erschleichen von Leistungen (§ 265a StGB), die Urkundenfälschung (§ 267 StGB) oder der Betrug (§§ 263 StGB) in Betracht. Weil die Strafbarkeit unabhängig vom Zivilrecht bewertet wird, entfällt sie auch nicht durch bloße Zahlung des erhöhten Beförderungsentgelts. Die Straftat wird auch nach Zahlung regelmäßig weiter verfolgt. // Warum fällt das Schwarzfahren unter die Tatbestände „Erschleichen von Leistungen“, „Urkundenfälschung“ und „Betrug“?"

Ob das, hätten wir die us-amerikanischen three-strikes-Regel, dazu führen würde, dass extreme, notorische Schwarzfahrer irgendwann doch lebenslänglich einsitzen – je nun, dazu will ich mir kein Urteil anmaßen. Auch wenn das, für sich genommen, eine interessante Frage ist. (schwarzfahren-berlin.de (!))

Mittwoch, 3. Januar 2018

Helmut Newton: Virginity (again)

Wieder gefunden und wieder darüber nachgedacht. In den eigenen Fragen kreisen ...

--

Helmut Newton The Legend of Virginity, A Scene from Pina Bausch's Ballet, Wuppertal 1983 9 x 13 inches (22.9 x 33 cm) platinum palladium print signed lower right verso.


Und eine Illustration, jetzt nicht Krokodil, sondern Schlange, Haarschopf, nicht Beine. Aus der SZ vermutlich, vor Jahren:


Ist das ein Fast-Plagiat oder doch eine eigene Kunsttat, durch Schöpfungshöhe vom Newtonschen Bild getrennt?

Prävention gegen Flüchtlingskriminalität


--

Flüchtlinge. Kriminologen fordern mehr Prävention gegen Flüchtlingskriminalität. Seit 2014 hat es mehr Gewalttaten in Deutschland gegeben, dafür seien vor allem Flüchtlinge verantwortlich, sagt eine Studie. Gewalt durch sie werde auch öfter angezeigt. 2. Januar 2018 -- 998 Kommentare

--

Mal zur Abwechslung aus der Online-Seite des SPIEGEL zum Thema.

"So fielen Syrer, Iraker und Afghanen deutlich seltener auf, Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien hingegen besonders oft."


Ich glaube, wenn man die öffentliche Wahrnehmung von Verbrechen richtig = nach ihrer Wirkung beim breiten Nachrichten-Publikum einordnen will, dann muss man wahrscheinlich die Kategorie des "Signal-Verbrechens" einführen, die in den Zeitungen und in den Nachrichten immer wieder auftauchen. Schwere Verbrechen, Mordfälle oder Terror-Anschläge. Interessant wäre es jedenfalls, die Zahlen mit den Vorurteilen der Deutschen zu vergleichen. Meine Vermutung: Mord = Afghanen, Terror = Nordafrikaner.

Und im Hintergrund dann natürlich immer der AfD-Ansatz, der in den Köpfen vieler Menschen drin ist, auch wenn es bislang nicht streng vorgerechnet wird: Wie hoch sind eigentlich die Gesamtkosten aller "Migrationsdinge"? Polizei, Rechtsanwälte, Gutachter, Richter, Gefängnisse. Dann, jenseits der Kriminalität: Unterkunft, Unterhalt nebst Handykosten. Könnte man die Altenpfleger nicht besser bezahlen, wenn es diese Kosten nicht gäbe? -- So wird dann ein sehr komplexer Wahltag-Schuh aus den einzelnen Befunden.

Dienstag, 2. Januar 2018

"Muslime zweifeln an ihrem Glauben..."

Und ich habe zu Beginn des Jahres noch Lust, bei der Wikipedia im Café eine Diskussion anzuzetteln, weil mich die Sache wirklich interessiert:

--

"Muslime zweifeln an ihrem Glauben..." Wirklich?

Ich habe mir überlegt, ob ich das einen Abschnitt weiter oben einfüge. Aber ich glaube, es ist doch ein anderes Thema. -- Ich habe ganz zum Ende 2017 einen Podcast gehört. These dort:

"Immer mehr Muslime zweifeln an ihrem Glauben, viele konvertieren, andere schwören der Religion ganz ab." Das wird als gegeben vorausgesetzt. Dann kommt die Frage: "Worin liegen die Gründe?"

Nun sehen simple Menschen wie ich die Sache ja irgendwie anders: In Europa zumindest sind die Christen auf dem Rückzug, abgelöst von einem indifferenten Nicht-Glauben der Mehrheit. Ein Nicht-Glauben, der sich zum Atheismus nicht durchringen will. (Was nicht heißt, dass es nicht viele stolze Atheisten gibt, die ihre Weltsicht -- darin übrigens den früheren überzeugten Christen sehr ähnlich -- laut und fröhlich in die Welt hinausposaunen und ihre Überzeugung als "Rationalität" verstehen. Wo ich sagen würde: Just the contrary...)

Weiter meine Sicht: Die Muslime sind die Einzigen hierzulande, die ihren Glauben selbstbewusst leben. Kämpferisch, im Aufstieg begriffen.

Dann also diese überraschende These, selbstbewusst im Vortragston. Der Podcast ist hier nachzuhören und nachzulesen. (Prima Service von SWR 2 übrigens, nicht nur hier.)

--

Mal schauen, was daraus wird.

Google Bildersuche: Die Kriegerin

Es gibt Zufallsbilder, die im eigenen Kopf durch ein paar Mal Anschauen enigmatisch werden. Dieses Bild ist so ein Beispiel:




Ich weiß nicht mehr, woher ich dieses Bild habe. Das hier verändert ist. Wahrscheinlich habe ich es irgendwo abfotografiert oder einen Screeshot gemacht.

Wenn man es im Internet via Google sucht, kommt nur Läppisches und Lustiges heraus.


"Un accident bruyant"


Notiz:

--

La décolonisation africaine n'aura-t-elle été qu'un accident bruyant, un craquement à la surface, le signe d'un futur appelé à se fourvoyer ? Dans cet essai critique Achille Mbenibe montre que au-delà des crises et de la destruction qui ont souvent frappé le continent depuis les indépendances, de nouvelles sociétés sont en train de naître, réalisant leur syîithèse sur le mode du réassemblage, de la redistributioîi des différences entre soi et les autres et de la circulation des hoîimies et des cultures. Cet univers créole, dont la trame complexe et mobile glisse sans cesse d'une forme à une autre, constitue le soubasseineîit d'une modernité que l’auteur qualifie d’« afropolitaine ».

Il convient certes de décrypter ces mutations africaines, înais aussi de les confronter aux évolutions des sociétés postcoloîiiales européennes - en particulier celle de la France, qui décolonisa sans s'autodécoloniser -, pour en finir avec la race. la frontière et la violence continuant d'imprégner les iînaginaires de part et d'autre de la Méditerranée. C’est la condition pour que le passé en commun devienne enfin un passé en partage.


Écrit dans une langue tantôt sobre, tantôt incandescente et souvent poétique, cet essai constitue un texte essentiel de la pensée postcoloniale en langue française.

Open Access

Die folgende Meldung ist keineswegs neu, und dennoch passt sie wunderbar an den Beginn eines neuen Jahres.

--

Open Access: Durchbruch bei wissenschaftlichen Texten

22.08.2013 Stefan Krempl

Laut einer von der EU-Kommission finanzierten Studie (PDF-Datei) sind rund 50 Prozent aller 2011 veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel gemäß dem "Open Access"-Prinzip im Internet kostenfrei zugänglich. Brüssel sieht damit einen Wendepunkt erreicht und weltweit die kostenlose Bereitstellung schriftlicher Forschungsergebnisse "kurz vor dem Durchbruch". Der Anteil sei fast doppelt so hoch wie zuvor erwartet. (heise.de)

--

Es ist ja nur schwer zu begreifen – im Grunde genommen ist es überhaupt nicht zu begreifen, warum die Universitäten und die sonstigen Forschungseinrichtungen das Publizieren nicht zu ihrer eigenen Domäne gemacht haben, von Beginn an. Warum da Wissenschaftsverlage dazwischen geschaltet werden mussten, die in vielen Fällen auf Kosten des Steuerzahlers den privaten Reibach gemacht haben. Das mit dem Steuerzahler erklärt sich so: Die Inhalte geschrieben, korrigiert und selektiert haben Wissenschaftler, die von der Öffentlichkeit bezahlt werden. Die Wissenschaftsverlage haben die Herstellung und Verwaltung übernommen. Bei Büchern wollten sie meistens von den Wissenschaftlern noch einen „Druckkostenzuschuss“, der in vielen Fällen willig gezahlt wurde, weil die Wissenschaftler nicht nachgefragt und keinen Einblick in die Kalkulation verlangt haben.

Am Ende der Wertschöpfungskette stand dann: dass die Wissenschaftsverlage die Institutionen, die eigentlich die finanzielle Last trugen, durch unverschämt hohe Preise noch einmal ausgebeutet haben. Der Fall des niederländischen Unternehmens Elsevier ist am bekanntesten geworden, eben auch, weil irgendwann Universitätsbibliotheken und Wissenschaftler gegen unverschämte Preise protestiert haben.

--

Anmerkung: Was man doch so alles unter der Rubrik „Eigenes“ findet! Ich gebe hier das Suchwort verlag ein. Eigentlich wollte ich herausfinden, was ich über den Olms Verlag hier geschrieben habe. Der findet sich zu meinem Erstaunen nicht. Aber so manches andere, sogar ein unvollendeter Beitrag, den ich doch zu Ende schreiben möchte.

Ok, jetzt ist er zuende geschrieben, der Beitrag. Und das mit dem Olms Verlag kommt dann irgendwann auch noch.

Streiflicht: Heino Jaeger

In diesem Jahr 2018 möchte ich versuchen, einen alten Plan in die Tat umzusetzen. Ich will das Streiflicht der Süddeutschen Zeitung immer wieder einmal rühmend hervorheben und dann einen Einzelbeitrag entsprechend kommentieren. Beginnen wir also mit dem ersten Streiflicht des Jahres, das heute einen Menschen, von dem ich noch nie etwas gehört hatte, rühmend heraushebt.

--

Es ist tollkühn und unnütz, Prognosen für ein noch dermaßen entenkükenhaftes Jahr abzugeben, trotzdem soll bereits jetzt unumstößlich und bindend verkündet werden: 2018 wird ein Heino-Jaeger-Jahr. Zum einen deshalb, weil der unsterbliche Komiker Heino Jaeger soeben seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert hätte, wenn er nicht vor zwanzig Jahren in einer Irrenanstalt gestorben wäre. (Süddeutsche Zeitung, Dienstag, den 02. Januar 2018. Seite 1)

--

So etwas macht natürlich neugierig. Heino kannte ich bislang nur im Zusammenhang mit dem Heino, dem Original ohne Nachnamen. Und von Heino Ferch, den ich dunkel als „Schauspieler“ im hinteren Gedächtnis gespeichert habe.

Schaut man nach, dann scheint es auf den 1. Blick so zu sein, dass der Name Heino ein Name von Witze machen ist. Denn man findet da zunächst einmal: Heino Trusheim, geboren 1970, Stand-up-Comedian und  dann, auf Dänisch, Heino Hansen (komiker). ("Heino debuterede som stand-up komiker i november 2008 på Bispebjerg Comedy Corner.") Besagter Heino Jaeger ist nicht unter den ersten Funden. Was aber natürlich nichts heißt, denn man darf einfach nur nicht heino komiker in die Suchmaschine eingeben. Sondern heino jaeger komiker.


Heino Erik Jaeger (* 1. Januar 1938 in Hamburg-Harburg; † 7. Juli 1997 in Bad Oldesloe; auch Jäger geschrieben) war ein deutscher Maler, Graphiker und Satiriker.


Noch ein paar Einzelheiten:

Nachdem er 1983 aus Protest gegen den Fernsehlärm einer Nachbarin in seiner Wohnung Feuer gelegt hatte und dabei sein Atelier vernichtet worden war, war Jaeger kaum noch künstlerisch aktiv. Nach mehreren weiteren von ihm selbst verursachten Bränden und nach Feststellung einer „fortschreitende[n] Verwahrlosung und Alkoholsucht“ wies ihn die Hamburger Gesundheitsbehörde Mitte der 1980er in die geschlossen Psychiatrie Ochsenzoll ein. Später wurde er ins Sozialpsychiatrische Pflegeheim Haus Ingrid in Bad Oldesloe verlegt. Nach fast zehnjährigem Pflegeheimaufenthalt starb Heino Jaeger dort an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde auf dem nahe dem Heim liegenden alten Bad Oldesloer Friedhof beigesetzt. ... Nach seiner Einweisung in die Psychiatrie fiel Jaeger der Vergessenheit anheim. Loriot fragte: „Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb? Wir haben ihn wohl nicht verdient.“ Für Eckhard Henscheid ist er der Mozart der Komik.

Nun gut, damit habe ich meinem Beitrag zur Wiederentdeckung von Heino Jaeger geleistet. Wenn es Weiteres von meiner kleinen Entdeckungsreise zu berichten gibt, werde ich hier berichten.

--

Textproben Jaeger:

Passkontrolle

Neues vom Sport

Pfarrer Jaeger

Alles über Fisch

--

Noch ein Fund:

"Mozart der Komik"

Erinnerung an Heino Jaeger

"Jaeger kam immer zu früh oder zu spät. Als er Ende der Sechziger entdeckt wurde, musste man links oder sensibler Liedermacher sein. Jaeger war unpolitisch, schlimmer: bekennender Nostalgiker. Mit Hingabe studierte er die Spinner und Spießer, die vom Zeitgeist aussortiert wurden: bräsige Kulturfilmer, monomanische Kleintierzüchter, munter schwadronierende Rentner, senile Künstlerlegenden, kregle alte Nazis. Wenn er in den Rumpelkammern der Geschichte das Verdrängte und Vergessene aufstöberte, scheute er sich nicht, Hitler in Wort und Bild neu zu erfinden, bunte Fabelwesen in SS-Uniformen zu stecken oder Kriegstrümmer zum Freizeitidyll umzuschminken. Versteht sich, dass sein eigenwilliger Surrealismus auf Ratlosigkeit oder gar Empörung stieß. Jaeger konnte aus dem Stegreif unvergessliche Typen entwerfen und schier alle Sondersprachen, Berufsjargons, Dialekte und Tonfälle nachahmen. Sein Desperado-Humor war selbstmörderisch: Jaeger äffte Polizei und Behörden, Ärzte, Seelsorger und Sozialhelfer noch nach, als er schon ihr Sorgenkind geworden war. Er biss die Hand, die ihn fütterte, verprellte Auftraggeber, Freunde und Gönner. Aber noch in der Psychiatrie wollten ihn seine Ärzte für ihre Privatpartys engagieren." Martin Halter STZ 17.02.2006 STUTTGARTER ZEITUNG

(Hier: netplanet-harburg.netsamurai.de

Freitag, 29. Dezember 2017

Sun Mingming

Sind Menschen beeindruckend, wenn sie wirklich sehr groß sind? Einerseits ja, natürlich. Man kanns ja auch schlecht übersehen. Auf der anderen Seite sind wir gewohnt, dass nicht die Körpergröße beeindruckend ist, sondern Leistungen, oft auch intellektuelles Vermögen.

Wie dem auch sei, die Website solidesnake.com vermeldet dies:

--

Die beeindruckendsten Athleten aller Zeiten

Sun Mingming

Als größter Basketballspieler aller Zeiten hat er es in das Guiness Buch der Rekorde geschafft. Was ziemlich unüblich für einen Chinesen ist, da diese meist kleiner sind. Trotz seiner Größe von 2,83m hatte er nicht das Glück, bei den Los Angeles Lakers aufgenommen zu werden und spielt aktuell für die japanische Basketballliga, wo er den Großteil seiner Karriere verbringt.

--

2,83 Meter groß? Da stutzt man dann doch. Und weil ich gerade Zeit habe schaue ich einmal bei der Wikipedia nach.

"Sun Mingming (Chinese: 孙明明; pinyin: Sūn Míngmíng, born August 23, 1983) is a Chinese professional basketball player and actor. He is currently the tallest professional basketball player in the world, and was measured by the Guinness World Records as 7 ft 9 in (2.36 m) tall."

Natürlich ist 2,36 m auch eine stolze Größe, aber das mit den aberwitzigen 2,83 m ist damit vom Tisch.

Das Verb 'faseln' mal wieder

Von der Seite mit den ZEIT-Kommentaren:

--


"Bassam Tibi gibt der Baseler Zeitung ein Interview. Ich komme über einen Forum-Beitrag der ZEIT darauf. Die Fragen, und er sagt unter anderem:

Sind Muslime besonders schwer inte­grierbar?
Seien wir ehrlich, ein Hindu oder Buddhist integriert sich sicher leichter. Das Gerede, die schlechte Integration von Muslimen habe mit dem Islam nichts zu tun, ist Quatsch. Der Islam macht den Muslimen Schwierigkeiten bei der Integration, solange er nicht reformiert ist.

Das heisst: In Deutschland tritt gerade der Worst Case ein. Schlecht integrierbare Menschen treffen auf eine Gesellschaft, die nicht fähig ist, Menschen zu integrieren?
Genau! Ich hatte zwei Vorstellungen im Leben und kreierte dazu zwei Begriffe: den des Euro-Islams und den der Leitkultur. Heute muss ich einsehen: Deutschland ist unfähig, eine Hausordnung für das friedliche Zusammenleben anzubieten. Die Muslime in Deutschland sind ihrerseits unwillig, sich zu einem europäischen Islam zu bekennen. Ich halte mittlerweile beides für Utopien. Ich kapituliere."

--

Nische #254.1
Ja, der Tibi. Hat begriffen, dass seine eigenen VORSTELLUNGEN nicht zutreffen. Wer von Hausordnung und Anpassung faselt, glaubte wohl, dass die Regeln der schwäbischen Kehrwoche beispielgebend sein können.

Aus Irrtümern sollte man lernen und neue Wege suchen. Neue Wege bestünden im aufrichtigen Austausch auf Augenhöhe und der Vereinbarung vernünftiger und wechselseitiger Regeln im Umgang miteinander.

Das hat er bei seiner Idee übersehen: den erforderlichen Austausch.

Antwort auf #254 von BDLB

--

BDLB #254.2
"Wer von Hausordnung und Anpassung faselt ..."

Ich habe mich immer wieder mal dafür eingesetzt, dass man das Verb 'faseln' einfach aus der öffentlichen Diskussion streichen sollte. Dafür plädiere ich auch hier. Und im Übrigen nehme ich, vor allem anderen, mal an, dass der Herr Professor Tibi differenzierter zu denken und zu argumentieren vermag, als Menschen, die das dümmliche Wort 'faseln' in ihrem argumentativen Köcher mit sich führen.

Antwort auf #254.1 von Nische