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Montag, 16. Juli 2018

Fußball-Nachlese

Und schließlich noch ein wenig Fußball-Nachlese:

Die WM sei schlecht gewesen, heißt es allerorten. Meine Ansicht: Sie war in Deutschland schlecht, weil Deutschland Vorrundenletzter seiner Gruppe wurde.

Wir sehen, wenn wir ehrlich sind, dass das Leben und seine Titel im Kleinen wie im ganz Großen aus vielen Zufällen besteht. War es nun Handspiel, war es eine Schwalbe? Mußte der Kopfball als Eigentor-Kopfball ins Tor und nicht drüber? Wirklich?!

Kolinda Grabar-Kitarovics Verhalten

Es gibt halt überall und in jedem Fall Grantler und Kritikaster.

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Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic gab auf der WM-Bühne ein sympathisches Bild ab. Doch wer ist die herzlich wirkende Staatschefin und wofür steht sie politisch? Ihr Wirken ist durchaus ambivalent.

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Sie wolle „politische Punkte sammeln“

Doch nicht jeder hieß diesen öffentlichen Auftritt gut. In einem Gastbeitrag für WELT betitelte der serbokroatische Schriftsteller Danko Rabrenovic Grabar-Kitarovics Verhalten bereits nach dem Halbfinale als „peinlich“. Sie wolle „politische Punkte sammeln, indem sie in der VIP-Loge jedem um den Hals fiel, der sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnte. Von der Bundeskanzlerin und anderen Staatschefs bin ich etwas anderes gewohnt“, schrieb er. Auch auf der Pressetribüne des Moskauer Luschniki-Stadions sorgte Grabar-Kitarovic beim Finale eher für Irritationen als für Bewunderung: Instrumentalisierte sie den Sport mit ihrem Auftritt? 

Insgesamt ist Grabar-Kitarovic in Kroatien beliebt. „Sie ist eine überparteilich akzeptierte Politikerin und Staatsfrau. Nicht eine mit ideologischen oder weltanschaulichen Akzenten, sondern eine aus dem Volk“, analysierte Politologe Zarko Puhovski gegenüber dem Schweizer Rundfunk. Zuletzt schwächelte sie in Umfragen zwar etwas, durch ihr Auftreten bei der WM steigen ihre Sympathiewerte aber wieder. Als Staatspräsidentin agiert sie im politischen System Kroatiens ähnlich losgelöst von der Tagespolitik wie der deutsche Bundespräsident, muss für ihr Amt sogar ihre Parteimitgliedschaft in der rechtskonservativen Regierungspartei HDZ ruhen lassen. In der „Forbes“-Liste der mächtigsten Frauen der Welt landete sie zuletzt auf Platz 39, hinter der britischen Queen (Platz 26), aber vor Beyoncé Knowles (Platz 50) und Hillary Clinton (Platz 65). (welt.de)

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"Strafgebühr in Notaufnahmen"

Fund / Argumentation:

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Strafgebühr in Notaufnahmen
Contra: "Abzocke auf Kosten des Patienten"
Von Horst Kläuser, WDR

Was für eine blöde Idee! Nur wer später auch stationär aufgenommen wird, soll ohne Extragebühr in der Notaufnahme des Krankenhauses behandelt werden? Gehts noch? Was ist mit dem Heimwerker, der sich die Säge bis auf den Knochen rammt, aber mit dickem Verband nach Hause gehen kann? Was mit dem Mädchen, das nach dem Sturz von der Schaukel mit einem Pflaster wieder in den Sandkasten zurückkehren darf? Im Krankenhaus sortiert dann der gelangweilte Pförtner in ernst und weniger ernst. (tagesschau.de)

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"Afrikas ärmste Regionen"

Noch ein ZEIT-Kommentar zu einem ZEIT-Kommentar (ZEIT-Artikel). Vielleicht wird er ja freigeschaltet. > Freigeschaltet.

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Oben schreibt jemand (#97):

"Eine koordinierte Europahilfe vor Ort und ausreichenden Fachpersonal sind Stabilität und Flucht nach Europa langsam und kontinuierlich zu stoppen. Afrikas ärmste Regionen sind zuerst dran. Leuchtturm Projekte reichen da nicht aus."

Vor mehr als 20 Jahren -- ich erinnere mich so gut, weil ich das einen aberwitzigen Einfall fand --, hat der SPIEGEL mal berichtet, dass ein Afrikaner in einer konkreten Elendssituation gefordert hat, die ehemaligen Kolonialmächte sollten zurückkommen und Ordnung schaffen. Wie gesagt, ich fand die Idee aberwitzig.

Heute: Nein, die Ex-Kolonialmächte können es nicht sein. Aber es muss einfach UNO-Mandate geben, die bei Bürgerkrieg und auch bei überbordender Korruption greifen. Und zwar: konsequent greifen. Mit einer Entmachtung der örtlichen Eliten.

Vor kurzem hat jemand, ein Afrika-Fachmann aus Belgien, mir erzählt: Die belgische Regierung habe vor zwei Jahren in einem afrikanischen Land eine Schule finanziert und das Geld, wie das üblich ist, an die örtliche Regierung überwiesen. Auf dass diese es einer bestimmten NGO gebe, die das Projekt realisiert. Nach einem Jahr war die Schule nicht einmal ansatzweise fertig. Erboste Rückfrage der belgischen Regierung bei der NGO, warum das nicht geklappt habe mit der Schule. Antwort der NGO: Von dem überwiesenen Geld seien gerade mal 5% bei ihr angekommen. Das andere war auf dem Weg von oben nach unten "versickert".

Ist das verallgemeinerbar?

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Europa als 'goldener Kontinent'



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BDLB #90 "Kim: Viele haben das Bild von Europa als einem goldenen Kontinent. Mir sind immer wieder Migranten begegnet, die sich gar nicht vorstellen konnten, dass es in Europa Hunger gibt. Geschweige denn, dass Menschen auf der Straße leben."

Wer hat mal Szenarien gesehen, in denen gefragt wird: Was wird wohl aus den Migranten / Flüchtlingen, die, Stand: Mitte 2018, hier sind? Aus zwei Perspektiven: 1. aus der Sicht der Hoffnungen der Angekommenen und 2. aus der Sicht derer, die hier leben und die Angekommenen -- wie lange / in welchen Belangen? -- finanzieren.

Im Moment mein Szenario: 2030 werden wir halbwegs, aber eben nur halbwegs durchorganisierte Quartiere haben, die immer weiter alimentiert werden müssen. Und die Probleme, die wir heute in Ansätzen sehen -- Gewalt, Antisemitismus, Parallelgesellschaften, Rechtsdrift -- werden einfach zum Alltag gehören. Vollkommen offen allerdings: Wohin das, was ich Rechtsdrift nenne, in der Politik führen wird.

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Gahmuret #90.1 Hallo BDLB, was passiert in Ihrer Vision, wenn wir vor 2030 noch eine Wirtschaftskrise oder zumindest eine Flaute erleben? Das ist nämlich sehr wahrscheinlich. Was ist, wenn wir das alles nicht mehr bezahlen können? Antwort auf #90 von BDLB

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"... was passiert in Ihrer Vision, wenn wir vor 2030 ..."

Nun, die Frage liegt exakt auf der Linie dessen, was ich gefragt habe. Dann kommen die Probleme halt früher. Ausdrücken wollte ich: Wir hätten eine bessere Diskussion in Sachen Migration, wenn die, die den ethischen Verpflichtungen das Wort reden, sich auch zu solchen mittelfristigen Szenarien äußern würden. Im Moment habe ich das Gefühl, dass für viele gilt: "Schon wer, was die Migration angeht, über die Zukunft und über mögliche Probleme nachdenkt, ist kein guter Mensch!" Das lässt das unsinnige Lagerdenken erblühen, das wir gerade haben.

"Das Netz aber, sag’s dem Netz ..."

Eine naheliegende Umformung ist mir heute morgen bei der Lektüre des SZ-Streiflichts eingefallen. Im Streiflicht vom 16. Juli 2018 heißt es, schön forumuliert (sic):

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... Aris Donzelli hört sich entfernt so an wie Rainer Deike, der damals im ZDF die schönen Geschichten von Graf und Becker und Navratilova erzählt hat. Anderswo sprachen früher Gerd Szepanski und Volker Kottkamp. Die Stimmen des Tennis waren so groß wie das Tennis selbst, und womöglich haben sie tatsächlich weniger geredet als die Tennisstimmen heute.

Im sogenannten Netz ist aber mal wieder die Empörung gewaltig, diesmal über das angebliche Dauergebrabbel aus der Kommentatorenkabine. Und darüber, dass das ZDF erneut alles versenkt hat. Tatsächlich hat das ZDF vielen Leuten die Möglichkeit gegeben, das Spiel der tollen Angelique Kerber gegen Serena Williams zu sehen, man könnte auch mal etwas anerkennen, statt es zu behämen. Man könnte Tennis aus Wimbledon anschauen, ganz leise in sich reinhören und feststellen: Alles war früher nicht besser, manches schon.

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Die naheliegende Umformung angesichts von Shitstorms*, in dem sich die Anonymusse zusammentun, um andere fertigzumachen:

"Sag deinem Netz:
Vor der Vernunft und der ernsthaften Kritik
hab ich, wie immer, schuldigen Respekt.
Das Netz aber, sag’s dem Netz,
es kann mich im Arsche lecken!"

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* Es zeigt sich schnell, dass wir eine Begriffsergänzung brauchen: Aggressives Vorgehen gegen Einzelne und kleine Gruppen ohne Macht und aggressionen gegen Große, Mächtige (Beispiel 1, ...). Aber diese Abgrenzung ist schon wieder ein eigenes Thema.

Rechtschreibung? 'heute M/morgen'

Ich stehe in meinem Text vor dem schlichten Satz

"Ich habe übrigens heute Morgen / heutemorgen / heute morgen, als er dich zurückgebracht hat, mit Siegfried gesprochen."

Wer so etwas nicht "im Sprachgefühl" hat, der schaut halt im Duden oder in sonst einem Wörterbuch nach.

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Der Duden:

Worttrennung: heu|te Mor|gen
Beispiele: heute Morgen bin ich sehr früh aufgestanden; vgl. heute

WUSSTEN SIE SCHON? ℹ
Dieses Wort oder diese Verbindung ist rechtschreiblich schwierig (Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter).

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Wer ein wenig eigenes Sprachgefühl hat, der sagt sich, dass diese Regelung ziemlich daneben ist. Das morgen in heute morgen hat grammatisch keine Verbindung zu der Morgen. Es ist als Ganzes eine adverbiale Bestimmung. Das diese Wendung nicht in einer lautlichen Abfolge ausgesprochen wird, bleibt es bei der Getrenntschreibung. Weil aber die Wendung als Ganzes die adverbiale Bestimmung ist, sollten wir Ich bin heute morgen sehr früh aufgestanden schreiben.

Howgh, ich habe gesprochen!

P. S. Liebe Duden-Redaktion! Über die Wendung rechtschreiblich schwierig würde ich auch noch mal nachdenken. Sie ist selbst -- nein, nicht "rechtschreiblich", sondern stilistisch doch sehr fragwürdig. Sagt mir mein Sprachgefühl.

"... der selbsternannte Fachmann ..."

Der nachfolgend zitierte Abschnitt ist dem Inhalt nach wahrscheinlich sehr vernünftig. Aber warum muss der 'eigentliche Fachmann', der sich hier zu Wort meldet, seinen Vorredner so herabwürdigen. Zeigt er denn hier sein Chemie-Diplom vor? Das Diplom, das ihn zu -- ja, zu was? -- zu einem Fremdernannten macht.

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#43: Hier scheint wieder mal der selbsternannte Fachmann, der von nichts eine Ahnung hat, am Werk zu sein. Jedes Metall gewinnt an Härte, wenn es mit anderen Metallen legiert wird. Also: Wenn man nicht will, dass Aluminiumfolie nur schwer zu biegen ist und beim Versuch, sie zu biegen, auch noch bricht, dann VERMEIDET MAN den Zusatz irgendwelcher Fremdmetalle!

Jemand hat hier ganz richtig geschrieben, dass Alufolie zu 99,9% aus Aluminium besteht. So ist es! Und die restlichen 0,1% sind unabsichtliche Verunreinigungen, die technisch nur schwer zu vermeiden sind.

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Eine der Wendungen, die aus der immer mehr um greifenden Polemiksprache des Internets herausgenommen werden sollte, ist dieses mit dem selbsternannten Fachmann.

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Bei der Suche nach dem Zitat oben (das ich auf die Schnelle nicht finde; es ging um Alufolie in irgendeinem Forum) noch ein Fund, so nebenbei:

SKURRILES AUS DEM INTERNET, JUNKIES, TROLLE UND SPAMMER IM INTERNET TUMMELN SIE SICH LEIDER UND "BEWERTEN" ANDERE MENSCHEN! DAS SIND DIE SCHATTENSEITEN DES INTERNET. Prof. Dr.-Ing. Andreas Wittmann, Rechtsanwalt Detlef Burhoff, Dr. med. Bernd Roggenwallner, Mordfall Wetter-Wengern, Gustl Mollath und Dachschaden Sobottka im Größenwahn. lastactionseo, womblog, wir in nrw, ruhrbarone Dachschaden Sobottka und der irre Prof. Andreas Wittmann nun gemeinsam gegen den Psychiater Dr. Roggenwallner. Der Irrsinn in seiner reinsten Form. (dasgewissen.wordpress.com)

Trolle sollte man auch aus dem Wortschatz streichen. Ein weiteres Bequemwort, das oft selbstreferentiell verwendet wird, ohne dass der Verwender das bemerkt. (Das lasse ich mal so kompliziert, wie es klingt, einfach stehen.)

Samstag, 14. Juli 2018

Das Boulevard-Magazin im Ersten



Kamilla Senjo

BRISANT



Freitag, 13. Juli 2018

Heinz Erhardt - Wir können das auch lassen...

Eine Deutschstunde in Sachen Iidiotmatik des Deutschen! --

Kultstatus

Darauf kommt's an! Hochintelligent zu wirken! Wie macht man das nur, dass man so wirkt? Sprechpausen an unpassenden Stellen vielleicht? Seminare mit Kultstatus! Menschenskind!

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Wer Avital Ronell erlebt, bekommt eine Vorstellung davon, was mit dieser Beschreibung gemeint sein könnte. Ronell ist eine zierliche Frau, oft tritt sie mit Sonnenbrille und Tüchern im kurzen, dunklen Haar auf. Sie wirkt schräg, irgendwie fragil, zugleich hochintelligent. Vor ihrem akademischen Leben war sie Performancekünstlerin. Ihr mitunter frivoles Auftreten sticht heraus aus dem üblichen Hochschulbetrieb, sie pflegt einen unkonventionellen Umgang mit Studierenden, flucht auch mal in ihren Seminaren. Auf manche mag das einschüchternd wirken, andere scharen sich wie Jünger um sie. Ronell gilt als zentrale Theoretikerin des Dekonstruktivismus, sie hat in Princeton und bei Jacques Derrida in Paris studiert. (sueddeutsche.de)

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Aber auch eben:

12. Juli 2018. Avital Ronell. Linke Intellektuelle unter "Me Too"-Verdacht. Avital Ronells Seminare haben Kultstatus - auf Youtube gibt es zahlreiche Videos. Gegen die US-Professorin Avital Ronell läuft ein Verfahren wegen möglichen sexualisierten Machtmissbrauchs - und lässt ihre konservativen Gegner jubilieren. Von Karin Janker

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Cronenberg. Scorsese. Rohmer.

NOTIZBUC H:

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Ich bin so groß wie Gott.  „Wintermärchen“ und andere Filme auf der Berlinale 1992 28. Februar 1992 ZEIT NR. 10/1992 Von Andreas Kilb

...

In Jutta Brückners „Kolossale Liebe“ macht die Kunst die Kunst zunichte. Ich ging hin, um Kirsten Dene als Rahel Varnhagen zu sehen, aber eine furchtbare Soße aus Videotricks und experimentellen Klecksen hatte ihr Spiel unsichtbar gemacht. In Birgit Heins „Die unheimlichen Frauen“ gibt es dafür Live-Masturbation ohne Filter, und Ulrike Ottinger hat aus der Taiga neun Stunden Film mitgebracht, das längste deutsche home movie aller Zeiten.

Das waren „unsere“ Beiträge in Berlin. (zeit.de)

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"Der Crash von Crush"

Lokomotiv-Duell

Dieser Frontalzusammenstoß war die Attraktion von 1896: In der Prärie von Texas wollten Zehntausende erleben, wie zwei 40-Tonnen-Loks mit Volldampf ineinander rasen - das Spektakel endete in einem Debakel.


Donnerstag, 12. Juli 2018

Die Gespaltenheit im Land

Mein ZEIT-Kommentar zu 

Flüchtlinge. Seehofer nennt Suizid von abgeschobenem Afghanen zutiefst bedauerlich Nach seiner Abschiebung aus Deutschland hat sich ein Afghane das Leben genommen. Gegen Innenminister Horst Seehofer wurden Rücktrittsforderungen laut, er wies sie zurück. 11. Juli 2018. 1.054 Kommentare

Wird noch geprüft.

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Was einen bei dieser Diskussion wieder einmal ratlos machen kann: die Gespaltenheit im Land. 

Diese einseitige Sicht auf die politischen Dinge. Die Süddeutsche macht heute auf mit einem Bild von Menschen, die mit ernsten Gesichtern die Bilder der Opfer der NSU-Morde vor dem Gericht hochhalten. Und auf AfD-nahen Web-Seiten werden die Verbrechen von Migranten aufgelistet. Die Unterstützer der jeweiligen Seite kämen niemals auf die Idee, die Bilder der Gegenseite hochzuhalten. 

Ein Einzelfall auch hier, beim Selbstmord dieses Afghanen? Oder einfach eine naheliegende Klassifizierung? Unter den vielen, die nach Deutschland gekommen sind, gibt es auch eine Minderheit, die psychisch krank ist. Durch wessen Schuld auch immer. Es gibt ja auch viele suizidgefährdete Deutsche. Manche, Deutsche wie Immigranten, sind dazu kriminell. Aber auf der Seite der Eingewanderten wird alles ganz rasch symbolisch. 

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Der Ton der Auseinandersetzung auch hier:

"Hallo, liebe Menschenfeinde und asoziale Apologeten des Irrsinns, ihr habt völlig Recht. eure Intelligenz lässt mich vor Ehrfurcht erzittern und eure Gefühlskälte ist bewundernswert."

Da hab ich jetzt gestaunt. Dann habe ich mir gesagt: Die Wörter können sich ja nicht dagegen wehren, dass man sie so zusammenstellt; aber ein Diskussionsbeitrag in der Sache ist das nicht. Wenn man die "andere Seite" gleich mal als "asoziale Apologeten des Irrsinns" flachstempelt, kann man dann erwarten, dass dem selbsternannten Menschenfreund auf der Gegenseite irgend etwas Sinnvolles geantwortet wird?

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Mittwoch, 11. Juli 2018

Laurent Simons

Schnell wird einem klar: ...

Höchstbegabt Achtjähriger sucht Studienplatz | In den Niederlanden macht ein Wunderkind von sich reden: Der achtjährige Laurent Simons hat gerade sein Abitur gemacht. Nach einer kurzen Sommerpause will er mit dem Studium beginnen. | ... Mittwoch, 11.07.2018 ... | Hochbegabt, Genie, Wunderkind: Schon jetzt wird Laurent Simons mit Superlativen bedacht, die seine hohe Intelligenz vermutlich nur unzureichend beschreiben. Der belgisch-niederländische Junge mit einem IQ von 145 wird in den Medien bereits mit Einstein und Stephen Hawking verglichen. | Gerade hat der Achtjährige Abi gemacht und sucht nun nach einer Universität, wo er Mathematik studieren möchte. Allerdings soll der Junge aus Amsterdam nicht im Hörsaal sitzen, sondern Einzelunterricht bekommen. (spiegel.de)

Um ein Einstein zu werden, müssen neben die (mathematisch-naturwissenschaftlich definierte) Intelligenz noch drei andere Eigenschaften hinzukommen: 1. eine extreme und extrem von Neugier gesteuerte Kreativität und 2. eine gedankliche Unabhängigkeit, die vorgebliche ewige Wahrheiten und Selbstverständlichkeiten in Frage stellt, und schließlich 3.: Der Junge muss irgendwann "seiner Fragestellung" begegnen. Bei Einstein war es als Einstieg wohl die Sache mit dem 'photoelektrischen Effekt' im Jahr 1905. Was könnte es für Laurent Simons sein? Ohne diese große, eigene Fragestellung wird er wahrscheinlich nur ein hervorragender Wissenschaftler, vielleicht sogar ein Nobelpreisträger. Aber ein Einstein wird er dann nicht.

Dienstag, 10. Juli 2018

"Schlimme Belästigung"

Manchmal möchte ich doch Deutschlehrer spielen! Natürlich die ist Frage, ob das gegenüber Journalisten erlaubt ist.

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DORTMUND

Sex-Überfall am Dortmunder Hauptbahnhof: Zwei 19-jährige Frauen wollten nur zum Zug

Dominik Göttker, am 09.07.2018

Zwei 19-Jährige wollten nur in den Zug steigen, doch am Hauptbahnhof wurden sie belästigt.

Dortmund. Schlimme Belästigung im Dortmunder Hauptbahnhof. Zwei junge Frauen (beide 19) hatten am frühen Samstagmorgen drei Männer (18, 18, 19) kennengelernt.

[Wie ist jetzt der Zusammenhang zwischen kennenlernen und belästigen? Wenn A in einer solchen Situation B belästigt, dann redet man normalerweise nicht davon, dass sich A und B "kennenlernt haben.]

Sie wollten die 19-Jährigen zum Hauptbahnhof begleiten. Am Gleis angekommen wurde es aber ungemütlich. Einer der jungen Männer (18) versuchte die beiden Frauen anzüglich zu berühren, sie sogar zu küssen.

Trotz mehrfacher Aufforderung der Frauen ließ er nicht von ihnen ab. Dabei wurde er von seinen Begleitern abgeschirmt, sodass andere Fahrgäste die Tat nicht sehen konnten. Als sie sich gegen die Aufdringlichkeit wehrte, beleidigte er sie auch noch.

Die 19-Jährigen begaben sich daraufhin zur Wache der Bundespolizei. Zunächst folgten die drei Männer den Frauen, ergriffen aber die Flucht, als sie bemerkten, wohin diese gingen.

Bundespolizisten konnten sie jedoch verfolgen und kurz darauf stellen. (göt) (derwesten.de)

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Und natürlich wieder die inzwischen obligatorische Frage: Lässt sich nicht ein wenig mehr über "die drei Männer" sagen? Waren es nun Asylsuchende oder nicht? Es hieß doch mal: Wenn nichts gesagt wird, nimmt der Normalo inzwischen an, dass ja. Nichts zu sagen ist also auf jeden Fall "kontraproduktiv" im Sinne des Flüchtlingsschutzes.

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Noch einmal nachgesehen. Die Vermutung bestätigt sich:

Dortmund (ots) - Zwei 19-jährige Frauen wurden am frühen Samstagmorgen (7. Juli) im Dortmunder Hauptbahnhof von Männern belästigt. Bundespolizisten konnten Täter nach kurzer Flucht stellen.

Im Bereich der Dortmunder Innenstadt lernten zwei 19-jährige deutsche Staatsangehörige drei Männer (18, 18, 19) kennen. Die tadschikischen Staatsangehörigen begleiteten die Frauen im Anschluss zum Dortmunder Hauptbahnhof. Am Gleis angekommen, versuchte dann ein 18-Jähriger die Frauen zu küssen und anzüglich am Körper zu berühren. Des Weiteren beleidigte er die Frauen verbal unsittlich. Trotz mehrfacher Aufforderungen der Frauen unterließ der 18-Jährige seine Handlungen nicht und soll dabei von den zwei weiteren Begleitern vor anderen Reisenden abgeschirmt worden sein. Die 19-Jährigen begaben sich daraufhin zur Wache der Bundespolizei. Zunächst folgten die drei Männer den Frauen, ergriffen aber die Flucht als sie bemerkten, wohin diese gingen. Bundespolizisten konnten sie jedoch verfolgen und kurz darauf stellen.

Gegen die Männer wird nun wegen sexueller Belästigung ermittelt. (presseportal.de)

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Montag, 9. Juli 2018

Migration: Falsches Denken in Modellen

Was man nicht so alles findet!

"Seit September 2015 dominiert die Flüchtlingsdebatte die deutsche Politik. Kaum eine Wahlkampfrede, kaum eine Talkshow, die nicht irgendwann bei den immergleichen Fragen landet: Wie viele sollen kommen dürfen? Wie viele Zuwanderer verkraftet die Gesellschaft? Wann muss Schluss sein? Wie sichert die Europäische Union ihre Außengrenzen? Wenn so lange in eine Richtung gedacht wurde, sollte man die Frage vielleicht einmal umdrehen: Was wäre, wenn alle Menschen kommen könnten, die wollen? Wenn alle Grenzen offen wären?

Die erstaunlichste Folge wäre ein deutlich höherer Wohlstand für alle. Wirtschaftsforscher ermittelten in vier unterschiedlichen Studien, dass sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt um einen Wert zwischen 67 und 147 Prozent erhöhen würde. Der Grund: Eine Arbeitskraft, die von einem armen Land in ein wohlhabendes zieht, entfaltet – unter anderem durch einen effizienteren Arbeitsmarkt sowie bessere Arbeitsbedingungen und Hilfsmittel – eine erheblich höhere Produktivität." (brandeins.de)

Mich erinnert das daran, dass formal denkende Menschen, Wissenschaftler, in Modellen denken. Was gar nicht anders geht. Nur blenden die Modelle manchmal Größen aus, die man nicht ausblenden darf und ziehen Analogien, die man nicht ziehen darf. Beispiele für formales Denken und Fragen: 
  • 7.000 Arbeiter errichteten die Cheopspyramide in 20 Jahren. Wie lange hätten 5 Arbeiter gebraucht? 
  • Mathematikerwitz: Sagt der Professor in der Vorlesung den anwesenden 11 Studenten: "Wenn jetzt 13 Studierende rausgingen und zwei kämen rein, dann wäre keiner mehr da!"
Etwas ernsthafter würde ich auf ein paar Probleme hinweisen, die wir heute schon haben:
  • Unterricht in den Schulen mit den bekannten Problemen. (30 Kinder in einer Klasse, davon sprechen 3 muttersprachlich Deutsch)
  • Unterschiedliche kulturelle Normen (z. B. Nicht-Gleichstellung von Frauen)
  • Wohnungsnot (Konkurrenz zu den ärmeren Einheimischen)
  • Parallelgesellschaften und Armenviertel
  • Verteilungskämpfe
  • Politische Radikalsierung
Manchmal wundert es nicht, dass der Volksmund sagt: ...

Ach, das lassen wir besser!

Sonntag, 8. Juli 2018

Rwanda: "Without hate or vengeance"

Notizbuch:

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Amongst the suspects we have discovered are three doctors, a priest, a former governor - most of them are respected members of society.

It's very difficult to know the true number of genocide suspects currently living in France - but so far we have filed complaints against about 25.

Without the work of our organisation, the Collective of Civil Plaintiffs for Rwanda, and others who have helped us there would be no investigation of genocide suspects in France. (bbc.com)

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Samstag, 7. Juli 2018

That's Marketing!

"Makabres Angebot: Ein belgisches Bestattungsunternehmen offeriert aus Freude über den Einzug der Roten Teufel ins Halbfinale der Fußball-WM ein besonderen Geschenk. Der erste verstorbene Spieler der belgischen Elf, die sich am Freitagabend im Viertelfinale mit 2:1 gegen Rekord-Weltmeister Brasilien durchgesetzt hatte, erhält von dem Unternehmen eine kostenlose Beerdigung, inklusive Sarg."

Nielsen: 'Der europäische Frühling'


Notizbuch, eben gefunden:

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"Dänemark schickt seine Flüchtlinge, alle neu angekommenen und die vielen schlecht integrierten, in den Osten von Afrika. Sie leben nach dänischem Recht in einer zu diesem Zweck errichteten Containerstadt für 300 000 Bewohner an der Küste von Mosambik, eingezäunt und streng bewacht. Das Gelände hat die Kopenhagener Regierung für 99 Jahre gepachtet. | Kaspar Colling Nielsen erzählt davon in seinem dystopischen Zukunftsroman „Der europäische Frühling“. Ein Bestseller. Drei Monate nach dem Erscheinen haben die Sozialdemokraten jetzt für den näher rückenden Wahlkampf ein Programm zur Ausländerpolitik vorgelegt, zu dem der Autor auf Facebook meint: „Wie aus meinem Roman gepflückt.“ Im Roman ist Parteichefin Mette Frederiksen auch Ministerpräsidentin und erntet rasenden Beifall für ihre Brandreden gegen Muslime, die sich nicht von Terror distanzieren. In der Kopenhagener Gegenwart hat die 40-Jährige nach allen Umfragen beste Aussichten auf den baldigen Wechsel von der Opposition an die Regierungsspitze, erst recht mit ihrer Ankündigung, das Asylrecht auf dänischem Boden komplett abzuschaffen." (fr.de)

Freitag, 6. Juli 2018

232-mal so viel wie seine Mitarbeiter

Notizbuch:

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Vergütung. Post-Chef Frank Appel verdient 232-mal so viel wie seine Mitarbeiter. Dax-Vorstände wie Siemens-Chef Kaeser oder VW-Boss Diess bekommen im Schnitt 71-mal so viel Gehalt wie ihre Mitarbeiter - und die Gehaltsabstände nehmen seit Jahren zu. In diesen Konzernen sind sie besonders krass. (spiegel.de)

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Dass ausgerechnet der Post-Chef vorne liegt! Ein Unternehmen, dessen Vorgänger "Die Post" einmal Briefträger verbeamtet hat. Das waren ehrenvolle Berufe! Und heute schleichen gehetzte Migranten an die Haustüren, die nur schlecht Deutsch sprechen. Und die hundmiserabel bezahlt werden.

By the way -- wir wird denn der "Mitarbeiter-Lohn" errechnet?

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Zum ersten Mal bin ich ja durch Ehrhard Eppler. Ich werde einmal genauer hinschauen müssen. Und den Namen Zumwinkel darf man in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen.

Donnerstag, 5. Juli 2018

"Die meisten haben sich angepasst"


Ich bin auf der Suche nach politischen Seitewechslern. Horst Mahler ist bekannt. Und sonst? Gibt es auch Leute -- Männer ja wohl -- die von der extremen Rechten zur Mitte oder zur extremen Linken gewechselt sind?

Beim BK eine Sendung, ein informativer Text:

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Die meisten, darf man annehmen, haben sich angepasst und als linksliberale Besitzbürger häuslich eingerichtet. Joschka Fischer mutierte vom Staatsfeind zum Staatsmann. Jürgen Trittin nahm – wie viele „Antiautoritäre“ – zuvor noch den bizarren Umweg über ultra-autoritäre kommunistische Sekten. Damals passte der Marxismus gut ins aufrührerische Konzept der 68er-Kerntruppe, der Vätergeneration und ihrem (angeblichen Nazi-Überbleibsel) Antikommunismus eins auszuwischen.

Das böse Wort vom „Linksfaschismus“
Fischer und Trittin haben ihren politischen Kompass nicht völlig neu justiert. Aber sie entsorgten, was der Philosoph Jürgen Habermas (selbst ein Linker) einst mit dem bösen Wort vom „Linksfaschismus“ meinte: Die den Ur-68ern eigene, alle Moral untergrabende Haltung aus Aktionismus und Gewaltneigung.

Der Mitbegründer der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) und nun im rechten Lager aktive Berliner Anwalt Horst Mahler zeigt am 20.4.2001 im Gebäude des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts einen Teil der 388 Seiten umfassenden Stellungnahme der NPD zum Verbotsantrag der Bundesregierung; rechts der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt. Anschließend gaben Mahler und Voigt den Schriftsatz an der Gerichtspforte ab. Zu ihrer Verfahrensstrategie wollen sich die NPD-Vertreter am 23.4. in Berlin äußern. Das Bundesverfassungsgericht hatte der Partei bis zum 23. April Zeit gegeben, um auf den Ende Januar 2001 eingereichten Regierungsantrag zu entgegnen. Zu den Ende März eingegangenen Verbotsanträgen von Bundesrat und Bundestag darf die Partei bis zum 1. Juni Stellung nehmen. | Bild: picture-alliance/dpa
Horst Mahler als NPD-Anwalt

Horst Mahler trieb dies zum Exzess. Er gründete die RAF mit, bevor er sich zum bekennenden Nationalsozialisten und Holocaustleugner wandelte. Mahler ist keineswegs völlig aus der Art geschlagen. Reinhold Oberlercher, Bernd Rabehl, Klaus Rainer Röhl, Günter Maschke und andere 68er-Promis kamen ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite des politischen Spektrums an.

Aktionistisch, egozentrisch, gewaltbereit
Der militante Aktionismus, nicht die Linkspolung, war der gemeinsame Nenner der Rebellen. Wolfgang Kraushaar, 68er-Kenner wie nur wenige, bezichtigte APO-Ikone Rudi Dutschke der egoistischen Willkür. Maßgeblich gewesen seien auch für ihn

"die Feier des Illegalen, […] die Entschlossenheit zum antiimperialistischen Kampf und die damit verbundene Entgrenzung der politischen Gewalt."

Wolfgang Kraushaar
Der (vermeintlich) linke Antiimperialismus, die „Befreiung“ Vietnams aus den Fängen der USA - und die Vorstellung eines blockfreien, souveränen und wiedervereinigten Deutschlands: für Dutschke zwei Seiten einer Münze. Wäre Dutschke kein Marxist gewesen, sein Antiamerikanismus hätte nahtlos an die extreme Rechte andocken können. Zehn Jahre nach 1968 - und zehn Jahre, nachdem der Rechtsextremist Josef Bachmann ein Attentat auf das „dreckige Kommunistenschwein" Dutschke verübt hatte - schrieb er:

"Der tief moralisierende Internationalismus hatte zweifellos Elemente der Fremdbestimmung und der Sehnsucht nach einer echten Identität in sich."

Rudi Dutschke, Aufrecht gehen
Aus heutiger Sicht eine geteilte „Sehnsucht" - auf anderer Seite zwar, und der Ton ist aggressiver geworden. Mit denselben Signalwörtern wie Dutschke agitiert nun eine Neue Rechte für nationale Identität, gegen eine angebliche moralische Bevormundung von links und Fremdbestimmung von außen.

Ein rechter Dutschke
Ganz ohne linken Ballast, aber mit der typischen revolutionären Entschiedenheit trat seinerzeit Henning Eichberg auf. Fast unbemerkt freilich, denn er hielt sich mit Langhaarfrisur und Anarcho-Outfit strikt an die 68er-Kleiderordnung. Dass Eichberg den Begriff „Ethnopluralismus“ – heute Mantra der extrem rechten „Identitären“ – neu begründete, fiel erst bei näherem Hinsehen auf. Ethnopluralismus – das ist die wohlklingende Bezeichnung für eine rassistisch motivierte (Rang-)Ordnung der Völker.

Die Neue Rechte und der Mythos „68“
Niemand tut heutzutage mehr für den – in diesem Fall zum Feindbild hochgetunten – Mythos des porentiefrein linken „1968“ als die extreme Rechte: Vor 50 Jahren hätten „Psychopathen“ und „Volksverräter“ das Teufelswerk „Multikulti“, „Genderwahn“ und „Meinungsdiktatur“ in Gang gesetzt.

Dabei blasen unter anderem die „Identitären“ mit den Mitteln der 68er zur Konterrevolution. Sie kopieren das „antibürgerliche“ Aufbegehren gegen Werte und Moral. Das Ziel ist damals wie heute dasselbe: den angeblich repressiven Charakter des „herrschenden" demokratischen „Systems“ durch gezielte Provokationen bloßzustellen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

"Sex zu dritt"

"Wie kann ich meinen Freund zu einem Dreier überreden? Zwei plus eins: Für die meisten Paare bleibt Sex zu dritt Fantasie. Wie redet man darüber, ohne dass der andere denkt, er hätte allein nicht mehr genug im Bett zu bieten? Von Angelika Eck"

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Oben hat jemand geschrieben:

"Ich meine es reicht mit solchen Artikeln. Bin ja nicht prüde, aber was soll das in einer konservativen Zeitung."


Gleich schreibt einer dazu, dass sich die ZEIT ja nicht als konservativ verstehe.


Ich glaube, das ist es alles nicht. Die Anmerkunge muss sein: SEX SELLS!


Heißt: Die Zeitungen brauchen Geld, auch die ZEIT. Ausgelotet werden Plus-Angebote, gesondert zu bezahlen, und "die Jungen", die keine ZEIT mehr lesen, müssen als Zielgruppe "erschlossen" werden. Da gibt es dann Bento vom SPIEGEL. (Ich fand Böhmermanns Bento-Darstellung extrem zutreffend!) Oder ZEIT Campus (gerne auch mit Sex-Themen).

Bill Clinton im Beirat der Zeitungen: "It's the econonym, stupid!" And sex is economy!

"Meinen Sie das im Ernst?"

"Die CSU hat wegen Nebensächlichkeiten die Regierung gefährdet. Die Partei verliert ihren Realitätssinn. Bald könnte sie so politikunfähig sein wie die US-Republikaner. Ein Kommentar von Christian Bangel"

Lieber Herr Bangel, Wegen Nebensächlichkeiten?  Meinen Sie das im Ernst? Ich denke: Nicht die CSU ist »politikunfähig«*, sondern das gesamte politische »System« in Deutschland und Europa gerät an den Rand des Zusammenbruchs. Wir sollten die USA und den allfälligen Trump da wirklich außen vor lassen. Und die Erklärung liegt auf der Hand: Die alte GG-Asylregel ist heute nicht mehr anwendbar, wenn es nicht zu großen politischen Verwerfungen kommen soll. GG 16a wurde einst gemacht, um Flüchtlinge der Kategorien ›verfolgte Intellekturelle‹ und ›verfolgte Politiker‹ in Deutschland aufzunehmen. Mal so gesagt: um späteren Thomas Manns eine Zuflucht in Deutschland zu geben. Eine Masseneinwanderung heutigen Stils konnten sich die Eltern des GG im zerbombten Deutschland einfach nicht vorstellen.

Und jetzt also: Ob man will oder nicht – die Wähler werden ›nach rechts‹** treiben, wenn die Immigration mit Gratis-Vollkasko-Rechtsschutz*** und den hohen Kosten im Allgemeinen nicht – ja: verhindert wird. Viele Bürger = Wähler glauben, dass bisher die Probleme vor allem ausgeblendet wurden, auch von den großen Zeitungen. Auch die Probleme mit zum Teil abscheulichen Straftaten einzelner Migranten. Hier versucht Seehofer, versucht die CSU Flagge zu zeigen. Natürlich auch mit Blick auf die bayerischen Landtagswahlen im Herbst. Aber auf Wahlen zu schauen ist ja wohl ein Teil des demokratischen Procedere, oder?

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* Zu diesem Neuwort vielleicht ein andermal. »Henkels Rücktritt dokumentiert das Dilemma einer Partei der zutiefst Politikunfähigen.« (suedeutsche.de) Um welche Partei ging es da nochmal?


** Trifft die Bezeichnung denn noch wirklich?

** "Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung gemäß Artikel 16a GG grundsätzlich ausgeschlossen." (bamf.de) Wie es sich verhält, muss ja aber erst mal recht aufwendig festgestellt werden!

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Die nervigste Werbung...

kommt im Moment von

wish.com *

check24.de **

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* Wish -- da hat sich jemand was ausgedacht und genug Geld, um dieses Wish mit viel Fernsehwerbung "in den Markt zu drücken". Der Versuch, um Amazon rumzukommen. Ja, kann man mal versuchen. Aber wenn die Werbung derartig einfallslos ist, ist das, glaube ich, rausgeschmissenes Geld.

Und auch das noch: Bei der Namensfindung hätte man die dahinterstehenden Leute vielleicht darauf hinweisen können, dass englisch Wish! 'Wünschen!' zwar prima und schmissig klingt, dass aber im Deutschen der Wisch eine ziemlich negative Anmutung hat.

Hintergrundinfo von CHIP:

  • Wish ist aber lediglich eine Plattform, auf der Online-Shops aus aller Welt ihre Produkte verkaufen. Die meisten Anbieter kommen aus China. Wish selbst bietet keine Waren an, sondern tritt nur als Vermittler auf.
  • Die Qualität der günstigen Produkte lässt mitunter zu wünschen übrig, die Versandzeit von ca. 30 Tagen ebenso.
  • Die Bezahlung läuft unter anderem über Sofortüberweisung und Klarna ab. Auch wenn es sich hierbei um seriöse Zahlungsdienstleister handelt, raten wir Ihnen vom Kauf über die Wish-App ab. Denn eine wirkliche Garantie auf Lieferung und Qualität gibt es nicht.

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** Das ist jetzt sehr persönlich: Mich nervt einfach dieser grinsende, von sich selbst eingenommene Junge, der im Garten-Fußball ein Tor geschossen hat. Wie der mit beiden Daumen auf sich selbst deutet! Dieses "Schaut her, ich bin der Größte!" Und die leistungsorientierte Familie um ihn herum bestärkt ihn in dieser unangenehmen Selbstherrlichkeit. (Oh ja, solche Familien gibt es. Ich hab es selbst erlebt. "Wir sind eine leistungsorientierte Familie!", sagte die Mutter. Was hab ich sie im Stillen bedauert, diese Familie.)

(Nein, der junge Schauspieler, der da auftritt, kann gar nichts dafür! Es ist die Gestalt, in die ihn der Regisseur und damit indirekt Check24 hineingezwungen hat.)

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Die etwas andere Sache:

Irgendwo eingefangen, heißt: ungefragt wurde in Chrome umgestellt auf

https://www.startseite24.net/

Eine oberblöde Hinterfotzigkeit der Sorte: "Wenn einem geschäftlich nichts anderes mehr einfällt!" Man kann es einfach nicht anders sagen.

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Kurz nachgeschaut.

Bing-Suchmaschine über Systemsteuerung entfernen (chip.de)
Bing über Systemsteuerung löschen

Ist die Bing-Suchmaschine dennoch im Browser vorhanden, hat sich höchstwahrscheinlich eine Searchbar von Conduit mit installiert. Diese entfernen Sie am besten über die Systemsteuerung. So klappt's:
  • Wählen Sie in Windows über das Startmenü "Systemsteuerung" > "Programme deinstallieren" aus.
  • Suchen Sie in der Auflistung nach "Search Protect" von Conduit.
  • Klicken Sie das Programm an und wählen Sie oben den Deinstallations-Button aus.
  • Die Bing-Suchmaschine sollte spätestens jetzt aus dem Chrome-Browser verschwunden sein.
Wie Sie die Bing-Suche aus dem Internet Explorer entfernen, lesen Sie in einem weiteren Praxistipp.

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" ... hat sich mit installiert..." ist eine hübsche Formulierung für die oben angeführte Hinterfotzigkeit bei mangelnder Kreativität.


Dienstag, 3. Juli 2018

Ankerzentrum

Erkenntnisse aus dem Wikipedia-Café:

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Rein semantisch ist "Ankerzentrum" dorch ein Synonym für "Hafen". Etwas weiter gefasst könnte damit ja auch ein Flughafen gemeint sein. In Berlin würde sich gerade eine freie, ungenutzte Fläche dafür anbieten. Ach Mist, das ist ja jetzt ein Parkplatz ... -- morty

...

"Rein semantisch ist 'Ankerzentrum' doch ein Synonym für 'Hafen'." -- Bei der Komplexität der Semantik in der deutschen Wortbildung eine sehr kühne These! Könnte auch ein Zentrum sein, in dem die Anker für den Rest Europas hergestellt werden. Oder Europa gibt seine Anker in diesen deutschen Zentren ab, und die Anker werden, zusammen mit allen Migranten, da gesammelt? -- Aber wie dem auch sei, was schon interessieren würde: Wer erfindet eigentlich die neuen zentralen politischen Begriffe in Deutschland? Gibt es dafür eine Stabsstelle im Kanzleramt? Die ''Leitkultur'' und das ''BAMF'', das allen so leicht von den Lippen geht. Offenbar nur ich muss an ''Kampf'' und ''Krampf'' (und, nur für die Kenner: an [''Stampf'']) denken. Und jetzt also ''Ankerzentrum''! -- Delabarquera

Das ist einfach ein Trum (Maschinenbau), was irgendwie an Kerzen drangemacht wird. Ist doch ganz einfach. -- Nurmalschnell

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Ich trage nur hier nach:

Was bin ich mal wieder für eine uninformierte Blindschleiche! Die Bemerkung mit dem "Trum" und den Kerzen (wobei ich die Anmerkung nicht verstehe; das nur nebenbei) hat mich doch mal nachsehen lassen: "Als Ankerzentren (AZ) werden geplante Aufnahmestellen für Asylbewerber in Deutschland bezeichnet. Die Bezeichnung erscheint im Koalitionsvertrag der Großen Koalition von 2018 und steht für „Ankunft, Entscheidung, kommunale Verteilung bzw. Rückführung (AnKER)“. In einem Ankerzentrum sollen Flüchtlinge unterkommen, bis sie in Kommunen verteilt oder aber in ihr Herkunftsland abgeschoben werden." Ein Akronym also! Wobei -- die Abkürzung ist, wie man sieht, ziemlich kühn konstruiert! Wo kommt denn das KER eigentlich her?

Kevin, SPD: Noch'n Kommentar

"Die CDU hofft auf die Zustimmung der SPD zum Asylkompromiss der Union. Den Begriff "Transitzentren" lehnt diese jedoch ab. Juso-Chef Kevin Kühnert kündigt Widerstand an."

Ich hab viel übrig für den Juso-Kevin, wirklich. Aber er sieht nicht, was viele in der Wolle gefärbte SPDler nicht sehen wollen und wahrscheinlich nicht sehen können: dass man gehen die "Stimmung im Volk" keine Politik machen kann. Das heißt -- kann man eine gewisse Zeit schon, aber irgendwann sind dann Wahlen. Und das Problem der SPD nach Schröder war, glaube ich, dass sie sich in der Innenschau im Besitz von Wahrheit und Gerechtigkeit wähnte, dass sich die Genossen gegenseitig in dieser Auffassung bestärkt haben. Und dass keiner gemerkt hat, wie sie sich von den Auffassungen ihrer Wähler immer weiter entfernt haben, die SPDler. Und dann kamen immer wieder mal diese blöden Wahlen! Und dieses blöde Wahlvolk hat doch tatsächlich ...!

1998: 40,9% | 2002: 38,5 | 2005: 34,2 | 2009: 23,0 2013: 146 25,7 2017: 20,5

Montag, 2. Juli 2018

Ist die CSU wirklich "vernebelt", liebe ZEIT?

"Das ist ein Kommentar, und in der Hitze des schnellen Schreibens darf man schon mal von einer "vernebelten CSU" sprechen. Was soll's.

Was aber zu bedenken bleibt: Die Art, wie in den großen Zeitungen (meine sind: SPIEGEL, SZ und eben die ZEIT im Abo) berichtet wird, beflügelt das böse Wort von der "Systempresse": Im Moment: "Merkel muss bleiben!" Und: "Die CSU ist die Böse!" Da muss es doch noch eine Beobachterposition in der Draufsicht geben: Die meinen das, und die anderen meinen was anderes! So halt.

Wenn ich mich selbst mal als Bioindikator nehme: Ein Problem wird sein, wenn den großen Zeitungen in mittlerem Stil die Abos wegbrechen. Weil ein Teil der Leser das Systemerhaltende einfach nicht mehr mag. Und dann der Kreislauf mit den Anzeigenpreisen in Gang kommt. Keine große Sache für den einzelnen Leser: Er kann ja beim Frühstück auch über Google News versuchen, einen Nachrichtenüberblick zu bekommen.

Also, Freunde von den großen Zeitungen -- aufgepasst!"

Genderism

Bei den Kommentaren in der ZEIT fällt es mir auf: Manche Formen entziehen sich dem gendergerechten Schreiben, einfach weil Rechtsanwält*innen halt nur noch urkomisch klingt und aussieht. Und wenn wir dann demnächst zwei Bundeskanzler*innen gehabt haben werden (endlich mal wieder ein Futur II!), dann ist das nicht mehr mein Sternchen-Land.

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War das mit den Anzeigen hier schon immer so, und es fällt mir jetzt erst auf? Weil passend.

"Rechtsanwälte für Gesellschaftsrecht" werden gesucht.

Welche Rechtsform hatten nochmal CDU & CSU?

...

Ach ja, "Rechtsanwälte (m/w)"! Soviel Genderism muss sein, mit Blick auf die "Bundeskanzler (m/w)".

Der Tabubruch als Lebenselexier.

Das muss ich noch schnell rüberkopieren, bevor es die ZEIT löscht!

Da hatte jemand geschrieben -- irgendwie: dass die CSU so gut laufe wie Schäuble. Dannn die kritische Antwort. Dann das Löschen der ersten Bemerkung, sodass die anschließenden Widerworte gleich und automatisch mit gelöscht werden.

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"Der deutsche Humor steht am Abgrund."

Wohl wahr.

Seit die Titanic es vorgemacht hat, dass man mit gelb eingenetzten Papstsoutanen in Deutschland Lacher auf seiner Seite hat, ist einfach kein Halten mehr. Der Tabubruch als Lebenselexier.