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Donnerstag, 21. Dezember 2006

Deutsches zur Vorweihnachtszeit

Am Morgen, jetzt schon, scanne ich für das Archiv einen Artikel von Navid Kermani aus der SZ von heute. (Einen unglaublich schönen, klugen Text, nebenbei gesagt. Wer die SZ hat: Seite 22. Zum Nachlesen.)

Die OCR macht Fehler. Natürlich ...

"Die Frage, was deutsch ist an der deuchen Literatur, möchte ich beantworten, indem ich über den exemplarischen deutschen Schriftsteller spreche."

... und das Korrekturprogramm von OpenOffice macht für "deuchen" zwei Korrekturvorschläge. Nämlich die:


Bevor jetzt jemand aufstöhnt, weil ihm Angst wird ums Herz, sage ich: "deutsche Seuchen keuchen?" Hey, das ist vorbei, Mann! Das war heute! Morgen ist 2007. Es geht aufwärts, Mann! Kultur, Konjunktur, KasselDokumentaTour -- geht alles aufwärts! Hoch hinauf. Nix mit Seuchen und mit Keuchen. Nur keine Panik, Mann! Keine Panik!

Dienstag, 19. Dezember 2006

Political Correctness

In einem Forum des Wiener 'Standard' schreibe ich: "Mir geht das ganze Political-Correctness-Gerede samt sämtlicher PC-Citronen [sic] langsam aber sicher (und auch unglaublich) auf die Nerven!" Worauf dann a) eine Leserin gratuliert, weil solcherlei Ansichten meist zensiert würden und ich es geschafft hätte, diesen Satz durch die Zensur zu bringen. Zwei Leser -- vermutlich Männer -- sagen, dass das, was ich da gesagt habe, meine Privatbefindlichkeit sei, die niemanden interessiere. Gönnerhaft fügt der zweite Kritiker hinzu, ich dürfe aber da immerhin "posten, was das Zeug hält".

Seltsam, diese selbstverliebte Scheinselbstsicherheit der allzeit Korrekten, denke ich. Und dann schreibe ich auch noch das:

"Weil ich grad mal wieder vorbeigeschaut habe, summarisch nach oben: Ich bin immer davon ausgegangen, dass dieses Forum dazu da ist, damit Menschen ihre Meinung sagen. Eine Meinung zu einer 'Privatbefindlichkeit' umzuetikettieren ist nicht sonderlich einfalls- reich. Vorsichtig und höflich formuliert. Ich nehme einmal an, dass die Privatbefindlichkeit-Richtung ungefähr die ist: 'Wer nicht das annimmt und vertritt, was ich selbst annehme und vertrete, der äußert hier seine niemanden (= nicht mich) interessierenden privaten Gefühle.' Nun ja..."

Das kopiere ich hierher für den Fall, dass doch noch gestrichen wird. Ich würde es gerne erhalten. Und eine Vorstufe ist ohnehin schon erreicht. Der rüberkopierte Link funktioniert nicht. Da steht immer die neueste Zitrone. Man muss also händisch das "Sündenziegen-Monster" suchen. Dann ist man vor Ort.

Samstag, 16. Dezember 2006

Eine Geschichte, die so beginnt?

Er könnte, überlegte er, doch damit anfangen, seine Autobiographie zu schreiben. Er war jetzt 57 Jahre alt. Natürlich ein wenig jung für einen solchen Lebensbericht. Aber doch auch wieder nicht zu jung. Denn immerhin lag die unerwartetste Veränderung seines Erwachsenenlebens nun schon drei Monate hinter ihm. Er war jetzt nicht mehr Journalist. Er war, zu seiner eigenen Überraschung, auf einmal Lehrer. Für Deutsch und Geschichte. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht. Er selbst am wenigsten. Die Tage bei seiner Psychotherapeutin hatten diese Veränderung bewirkt. Daran gab es für ihn keinen Zweifel.

Die Vorgeschichte -- musste er die Vorgeschichte auch erzählen?

Die Vorgeschichte würde er sehr kurz abhaken. Er würde ja ohnehin darauf zurückkommen müssen, wenn diese eigenartigen Ereignisse in der Abfolge der Ereignisse an die Reihe kam. Für den Anfang würde genügen: Er hatte einen Aufstieg erlebt. Noch einmal einen. Eine große, eine wirklich bedeutende Zeitung. Ein wichtiges Ressort. Das Politik-Ressort und dazu den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs. Mit Aussicht, in zwei, drei Jahren Cheferedakteur zu werden. Und dann hatte er sich von Anfang an überfordert gefühlt. In einer Weise, wie er es nicht für möglich gehalten hatte. Er schlief schlecht, er träumte zum ersten Mal in seinem Leben Albträume, die sich zu Serien verketteten, und er schrieb schlecht. Seine Artikel waren katastrophal schlecht und seine Kommentare ungenießbar. Er war der erste, der das wußte. Endlich, nach sechs quälend langen Wochen, war er zum Arzt gegangen. Burn out würde man heute nicht mehr so gerne sagen, meine dieser Arzt. Die Grenze zur schlichten Depression, die aus der Überarbeitung, vom Stress kam, sei ohnehin kaum auszumachen. Er könne sich die Bezeichnung selbst aussuchen. Feststehe aber, dass er sehr aufpassen müsse. Es gehe ihm nicht gut. Mehr noch: Er stehe kurz davor, in eine wirkliche Depression abzustürzen.

Und er? Was hatte er getan? Er hatte sich eine Flasche Whiskey gekauft und war, mit der Flasche im Koffer, in die Berge gefahren. Er hatte den letzten Lift nach oben genommen. Er hatte sich unterhalb des Gipfels zwischen die Bäume gesetzt. Dann hatte er angefangen zu trinken. Er war gut angezogen. Es war Sommer. Er wusste, dass er nicht erfrieren würde in dieser Nacht. Er wusste allerdings auch, dass er, wenn es Winter war, zurückkommen konnte. Und dann war das, eine solche Nacht, das Ende. Er hatte ein nicht näher zu beschreibendes Prickeln gespürt bei diesem Gedanken.

Sonntag, 10. Dezember 2006

Philip Roth, oder: das Hochton-Schwadronieren

Ich, der ich als Lektüre die einfachen Romane von Michael Crichton, Thomas Harris und auch Robert Harris, Ken Follett usw. bevorzuge, also Schlichtgemüt-Spannendes, ich bekomme den 'Menschlichen Makel' ('The human stain') von Philip Roth geschenkt. Jenen Roman, der gleich auf der Vortitelseite von FAZ, ZEIT, Tages-Anzeiger, FR und WELT gelobt wird. Ich lese gleich mal hinein. Und was soll ich sagen? Nichts kann ich sagen. Ich kann nur fragen: Ist dieses träge dahintreibende Herumschwadronieren mit langen Sätzen und Sex-Sottisen wirklich die große Romankunst, die die Kritiker wollen? Oder trifft hier die eine Klasse der Schwadroneure ein zentrales Mitglied der anderen Klasse des Hochton-Schwadronierens, und dann geht das Loben des erstaunlichen Hochtons los?

Textprobe, S. 168: "'Hätte Clinton sie in den Arsch gefickt, dann hätte sie [die Praktikantin Monica Samille Lewinsky] vielleicht den Mund gehalten.' [...] 'Er hätte sich ihrer Loyalität versichern können, wenn er sie in den Arsch gefickt hätte. Das wäre ein Pakt gewesen."

Ich verstehe schon, so was müssen die großen Erotikanten unter den Kritikern, wie Marcel Rreich-Ranicki oder Hellmuth Karasek, einfach gut finden! Und die WELT -- es ist in dem Buch nicht zu lesen, wer da besprechend zur Stelle war. Der Rezesent der WELT also weiß zu urteilen: "Was für ein Roman! Was für ein ungeheurer, großartiger, menschenkluger Roman!" Und ich? Ich weiß endlich, was es mit dem mir bis dato unbekannten Prädikat menschenklug auf sich hat. Da wär ich von alleine so leicht nicht draufgekommen. Das geb ich zu. Diese Sprache, diese gewaltigen Einsichten des Philip R.

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Nachtrag: Wer das Thema liebt -- also nicht Roth, sondern das andere Thema --, der sei auf den passenden Zufallsfund Nr. 17 auf der CD von Les Derhos'n, Titel: Voll unter die Goethelinie, hingewiesen ...

Sex und die Rechtschreibung

Bemerkenswert! Ich suche während des Aufsatz-Korrigierens Rechtschreibvarianten bei Google. Mein neues Hobby, damit das Korrigieren nicht ganz so eintönig wird. Jetzt also: Wie oft kommt pinibel statt penibel vor?* Da werde ich unter anderem auf eine Seite verwiesen, auf der eine Lady83 von "Sex mit Verwandten" berichtet. Diese Lady wird, nehme ich mal an, nicht 83 Jahre alt sein und an ihre Jugend zurückdenken. Wahrscheinlich ist sie Jahrgang 1983. Anyway.

Lady83 beschreibt also im Umfang knapp, doch in der Sache detailliert von einer sexuellen Begegnung mit ihrem Cousin. Und was bricht los? Nicht eine Berichtsflut: 'So was hab ich auch schon mal gemacht.' Oder: 'Pervers!' Oder: 'Die Gelegenheit hatte ich leider noch nie.' Nein, nichts dergleichen. Sondern eine lang hingezogene Diskussion über die Rechtschreib- und Formulierschwächen von Lady83. Die tatsächlich mit ihrem holpernden Schreiben die Geduld arg strapaziert. Aber ich dachte eben: 'Wer ständig so nahe am Orgasmus lebt wie diese Dame, der kann einfach nicht besser schreiben! Wie denn auch. Wenn sie doch beständig nur an das andere denkt?!'

Einer der "User" stellt dann penibel [sic] die Rechtschreibfehler der anderen "User" zusammen. Es ist eine Freude!

Summa: Deutschland hat die Rechtschreibreform wahrlich verdient.

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311.000 Seiten auf Deutsch für penibel
1.250 Seiten auf Deutsch für pinibel
1.290 Seiten auf Deutsch für peniebel
188 Seiten auf Deutsch für piniebel

So, und jetzt kommt es:

6 Seiten auf Deutsch für penisibel (!)

Wie man leicht sieht: Nicht nur in der Quantenphysik ist die Welt ein Wolkengebilde aus unfassbarer Statistik. Das gilt auch und vor allem für die Sprache und am Ende gar -- für das gesamte Sein.

Samstag, 9. Dezember 2006

Nihil humanum ...

... mihi alienum est.

Also denn! Es sei hier ein schöner, ausführlicher, bemerkenswert differenzierter Bericht über Britney Spears gepriesen. Ich hab es erst auf den zweiten Blick gesehen: natürlich von jetzt.de der Süddeutschen Zeitung.

"... Die jüngsten Fotos stammen aus Beverly Hills und zeigen die derangierte Britney, diesmal mit Höschen, als besoffene Ikone des Trash."

Testberichte

Wer schaut nicht schon mal im Internet nach Testberichten, wenn er etwas Neues kaufen will? Eine der Adressen, die sich bei Google rechts in der Geschäftsspalte einblenden, ist regelmäßig die von preisvergleich.de. "Kaufen Sie nicht die Katze im Sack und finden Sie hier Testberichte!" Das Problem: Es poppt bei dieser Site erst mal bildschirmfüllend ein hässliches Fenster auf und dann muss man wieder von vorne anfangen und selbst suchen. Obwohl ja schon durch die Google-Eingabe klar war, wonach man sucht. Das ist mir zuviel. Ich gehe da nicht hin bzw. schnell wieder weg.

Freitag, 8. Dezember 2006

klarmobil

In letzter Zeit findet man in den Zeitungen viel über die Kundenfreundlichkeit, die die Telekom jetzt einführen will. Und T-Mobile soll zur Telekom zurück?

Hier mal so viel: Ich bin vor zwei Monaten von der unendlich bräsigen, teuren T-Mobile (schon diese übermodische-anglisierende Namensgebung der Firma ärgert mich inzwischen!) zu klarmobil gewandert und habe die Rufnummer mitgenommen. Und siehe da! Die 40-Euro-Rechnungen eines Wenigtelefonierers sind bei klarmobil auf Fast-Nichts geschrumpft. Im Moment telefoniere ich immer noch mit dem Start-Guthaben.

Jemand sagte, als ich bemerkte, ich telefoniere mit klarmobil: "Ja, Discounter..." Ja, Himmel noch mal! Ich will doch nicht mit meinem Handy mein Image polieren. Ich will damit einfach telefonieren! Und ich will nicht mit meiner Monatsrechnung die schön hohen Vorstandsgehälter bei T-Mobile finanzieren.

Montag, 4. Dezember 2006

TAZ-Sprachgefühl

Tja, die Sprachgefühligen von der TAZ! "Morgen früh nach dem Krieg" orakelt sie. Um dann zu erklären: "Die 'FAZ' übernimmt jetzt doch die reformierte Rechtschreibung". Ein wenig viel triumphierendes "Na also, jetzt habt ihr's" klingt da mit.

Und dann aber:

"Was ist eigentlich schlecht dabei, wenn Schüler wählen können zwischen 'morgen früh' und 'morgen Früh', weil 'Früh' genau so wie 'Abend' oder 'Morgen' als Substantiv verstanden werden kann?"

Ja, "Holla!" erst einmal! Jetzt dürfen sie wählen, die Schüler! Immerhin! Da legst di nieder!

Und dann -- wie sagte schon der große Handke? "Das sprachunsensible Mündel will Vormund sein." Hat es denn wirklich im Gefühl, das TAZ-Mündel, was ein Substantiv ist? Wohl kaum. Kann es denn nicht verstehen, daß "der Morgen / der Abend" was anderes ist als "morgen abend" und noch mal was anderes als "morgen am Abend"? Nein, es kann nicht. Aber es muß halt mitreden, das Mündel. In der ihm zur zweiten Haut gewordenen progressiven Selbstsicherheit.

Sonntag, 3. Dezember 2006

Geld kommt zu Geld

Sagen wir es erst mal allgemein so: Ein Gründer hat eine vielleicht sehr gute Idee. Er glaubt jedenfalls daran. Eine Idee, die auch Geld bringen könnte. Zwei Gespräche mit hochkarätigen, allerdings auch etwas angeschlagenen Profis der Branche, um die es geht. Beide winken ab. Ein erhebliche Größe des Betriebs = viel Kapital müsse von Anfang an sein, so der eine. Er arbeite jetzt, wie ein Rechtsanwalt, beratend. Das Honorar betrage 360 pro Tag = 8 Stunden. So der andere.

Der potentielle Gründer zuckt zusammen und überlegt, ob er jetzt wohl wenigstens das Essen des Zweiten bezahlen muss. Wenn der Mann sich schon zu diesem Arbeitsessen mit ihm, dem Gründer, trifft.

Unterm Strich weiß der Gründer jetzt immerhin: Deutschland besteht, wirtschaftlich gesehen, aus satten, das Risiko wie das Neue scheuenden Bürgersleuten, mit denen man nur was auf die Beine stellen kann, wenn man schon zu ihnen gehört.

Darauf hin beschließt der Gründer, daß er erst einmal ein Projekt, das, womit er immer anfangen wollte, selbst auf die Beine stellen wird. Wenn es klappt, kommt so viel Geld herein, daß er halbwegs groß gründen kann. Wenn es nicht klappt, weiß er mehr und hat nicht viel verloren.

Samstag, 2. Dezember 2006

Rechtschreibreform und Paranoia

In Theodor Icklers "Rechtschreibtagebuch", hier, ein Bericht über seinen, Icklers, Besuch bei der FAZ, die sich fragt, ob sie nicht demnächst mit der alten Rechtschreibung allein dastehen wird. Was einem nun Angst machen kann: Gute, überraschende Querverbindungen schlagen zu können, ist ein Zeichen von Kreativität und Sprachwitz. Ganz klar. Das "Streiflicht" der Süddeutschen Zeitung ist beinahe jeden Morgen ein Zeugnis für diese Tatsache. Aber wie das so ist -- so etwas, die Kreativität, kann sich mit dunklen Geistesmächten verbinden, und sie kann sich verselbständigen. Dann kommen Verbindungen heraus, die diesem Kommentar zu Ickler ähneln.

"Vielleicht fragen sich diese Geistesgrößen auch, wieviel 'Prozent' ungesundes Polonium im Körper des verstorbenen Alexander Litwinenko vorhanden waren. Vielleicht 0,0001 Prozent? Oder 0,001 Prozent? Egal, jedenfalls nicht der Rede wert. Wenn 99,999 Prozent der Körpermasse in Ordnung sind, ist doch alles paletti. Litwinenko ist wohl an Altersschwäche gestorben, und Haarausfall soll bei erwachsenen Männern nichts Ungewöhnliches sein."

Ach ja, man muß vielleicht erklären: Hinter diesem Bild steht die Annahme, daß die gesunde deutsche Sprache auch schon durch geringste Dosen des extrem starken Rechtschreibirrtumsgifts umgebracht werden kann.

So etwas, diese Art der querverbindenden Kreativität, kann einem schon Angst machen. Bei so etwas letztendlich Läppischen wie der Rechtschreibung kommen solch tiefdunkle Phantasien und Aggressionen ans Licht. JessesMariaundJosef!

Ich wünsche mir manchmal, irgendwo in der Prärie der USA eine kleine, feine Farm zu haben. Weit weg von Deutschland, in dem vielleicht doch noch unter dem Obersalzberg oder wo auch immer jene endgültige Paranoia schlummert, die schließlich den Endsieg davontragen wird.

Und ich frage mich: ob dem Professor Ickler jederzeit wohl ist, wenn er sich so seine Mitstreiter anschaut?

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Ach, und dann finde ich noch das. Und ich kann tatsächlich lachen!

"Dr Duuhden hatts doch frieher guht gregelt."

"Das komt dafon wenn Leude das saagen hapen die von Duuhden und Blahsen kaine Anung hapen."

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Und wer es beim Thema "Rechtschreibung" juristisch (= "Recht und Schreibung") mag, der findet da was sehr Schönes!

Mittwoch, 29. November 2006

Das Persönliche

Wie wäre es mit diesem Textfragment?

"Nein, ich bin kein glühender FDP-Anhänger.

Diese Feststellung führt unweigerlich zu zwei Frage: Kann es überhaupt FDF-Anhänger geben, die vor liberalen Überzeugungen glühen? Und: Warum ich bin dann dennoch, in durchaus reifem Alter und nach durchaus reiflicher Überlegung, Mitglied dieser Partei geworden?

Um Letzteres verständlich zu machen, ist es am besten, ein paar kleine, ziemlich persönliche Geschichten zu erzählen. Bei der zuerst genannten Fragen, ist man schnell bei ganz Grundsätzlichem, und darum verschiebe ich die Antwort. Ich vergesse sie aber nicht."

Sonntag, 26. November 2006

Der Advokat als Bilder-Stürmer

Im SPIEGEL 46 /2006 vom 13.11.2006 findet sich der Artikel: "Teurer Mausklick. Texte und Bilder aus dem Internet auf seine Homepage zu laden kann viel Geld kosten. Anwälte überziehen Web-Nutzer mit Lizenz- und Abmahngebühren." Ich beschließe daraufhin, alle Bilder aus meinem Blog rauszunehmen und gleichzeitig dafür zu plädieren, daß es ein Zitatrecht für Bilder gibt. Das könnte schlicht so aussehen: "Bilder die eine Auflösung von 250.000 (= z. B. 500 x 500) Pixel nicht überschreiten, fallen unter das Bild-Zitat-Recht (BZR) und dürfen, bei Nennung der Quelle, im Internet und in Büchern usw. frei und ohne Einschränkung verwendet werden. Begründung: Ist es anders wird das Recht auf freie Meinungsäußerung oft nicht wahrzunehmen. Genauer: ohne das Bild, über das man spricht, als Beleg, kann man einfach nicht sagen, worum es einem geht.

Killerspiele

Wie viele fühlen sich eigentlich fremd in einer Gesellschaft, in der mit stetig wortreichem Palavern alles hin- und her gezerrt wird, damit dann -- nix geschieht?

Im Bayerischen Rundfunk, eben, eine Diskussion zum Verbot von bluttriefenden Tötungssimulationen. In der SZ vor ein paar Tagen ein Artikel über die schlimme Ästhetik dieser Machwerke. Spieler, die sich äußern, es gehe gar nicht um den weggeschossenen blutverspritzenden Kopf der Spielfigur, sondern um das abstrakte Erfolgserlebnis. Warum spielen diese Helden dann nicht mit einem Spiel aus kleinen weißen Quadraten und "Laser-Linien". Wenn getroffenen wird, wechselt die Farbe des Quadrats ins Grüne.

Dann das palavernd-dümmliche Argument, man könne ja gar nicht "definieren", was ein "Killerspiel" sei. (Wird gerne auch bei den Kampfhunde-Einteilungen verwendet.) Wer hat nur dem Volk dieses unsägliche Sich-Berufen auf die Definitionsprobleme beigebracht? Die Schule? Dann sollten die Lehrpläne einer schnellen Prüfung unterzogen werden. Wenn jeder, der argumentativ nicht mehr weiter weiß, sich auf der Definitionsposition einmauern kann, dann ist, was die Kommunikationskultur angeht, Mathäi am Letzten.

Warum wird von den Definitionsschwadronierern nicht dazugesagt, daß die Definitionsschwierigkeiten überall liegen? Wir könnten, wenn wir anfangen darüber nachzudenken, was wirklich Mord, was Totschlag im mehr oder weniger großen oder nachvollziehbaren Affekt, was Notwehr, was Hinrichten nach traditionsreichem Mafia-Codex ist, so sehr ins Grübeln kommen, daß wir dann gleich das Strafgesetz abschaffen. Die Lösung heißt doch allüberall: Es wird eine abstrakte Regelung getroffen und dann wird konkret interpretiert und verhandelt und beschlossen. So ist es doch immer im politischen Raum.

Und eine Umkehr der Beweislast wäre nicht schlecht: Lassen wir doch mal die Vorsitzenden der Spieler-Verbände erklären, was ihr Vergnügen ist, wenn sie auf dem Bildschirm Köpfe und nicht weiße Quadrate wegballern. Da würde so einiges klar werden, glaube ich.

Auch ein Aspekt zum Thema hier.

Samstag, 18. November 2006

Falsche Anschaffungen 1

Ich werde nach einer News-Group oder etwas ähnlichem suchen, in der Leute berichten, was sie alles so an Sachen angeschafft haben, die sich im nachhinein als Flop erwiesen haben. Weil sie nicht damit zurechtgekommen sind, oder warum auch immer.

Mein erstes Beispiel: Irgendwann habe ich geglaubt, daß ein "elektronischer Taschenkalender" die Lösung vieler Organisationsprobleme sei. Ein "Organizer", der noch vieles, vieles andere konnte mußte einfach her! Ich habe mir seinerzeit einen sündteuren Ipaq gekauft. Das Beste, was es gerade gab. Benutzt - nein, zu benutzen versucht habe ich ihn ca. 1 Jahr lang. Schon das Synchronisieren mit dem PC / Outlook klappte mal, oft aber auch nicht. Außerdem -- einfach unpraktisch. Zu kleine Schriften. Es fehlte das Papier-Notiz-Feeling. Also hab ich das Ding allmählich in die Ecke wandern lassen. Jetzt liegt es da rum. Soll ich das 630-Euro-Teil zum Elektronik-Schrott geben oder für 12,30 Euro bei Ebay versteigern?!

Irgendwann habe ich sogar noch versucht, einen Navigator draus zu machen. Zusätzliche Teile gekauft. Als das Aufspielen der Navi-Dateien auf den Chip nicht geklappt hat, war auch das zu Ende.

TIP DER WOCHE:
  • Finger weg von gerade angesagtem elektronischen Schnick-Schnack!
  • Bei Navigatoren Komplettsysteme kaufen und am besten gleich anschließen / einbauen / testen / vorführen lassen!

Trafo-Wahnsinn

Es kann nicht gesund sein, wenn man diesen Ärger eins ums andere Mal runterschluckt. Also -- raus damit!

Eine verhältnismäßig einfache, technische Sache: Zu vielen, vielen Geräten bekommt man einen Trafo, der die 220 V der normalen Stromleitung runterregelt auf x - y Volt und a - b Ampere runterregelt. Dazu noch zwei Richtungen.

Nun aber: Auf keinem dieser verdammten Dinger steht irgendwo, für welches Gerät oder welche Geräte es denn gemacht worden ist. Also hat man nach fünf Jahren eine Sammlung von 17 oder mehr Trafos, bei denen man nicht mehr weiß, wohin sie gehören. Außerdem: Könnte sich die Industrie nicht mal aufraffen und versuchen sich mit, sagen wir, 5 Trafo-Typen für Kleingeräte zu begnügen? Für die es dann auch I - V Einstellungen auf einem zu erfindenden Universal-Trafo gibt?

Mittwoch, 15. November 2006

Goodbye Thunderbird!

So, das war's! Nachdem Mozillas Thunderbird mir zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten alle Verbindungsdaten gelöscht hat und diese Daten sich auch nicht mit der Mozzbackup-Kopie wieder herstellen lassen, weil das Backup angeblich "corrupted" ist, lasse ich jetzt die Finger von diesem Programm. Ich hatte es eigentlich ins Herz geschlossen. Aber es ist halt bei Programmen wie bei Menschen: Auch wenn man sie sehr mag - wenn sie einen innerhalb von zwei Monaten dreimal schwer enttäuschen, dann verabschiedet man sich besser von ihnen.

Mittwoch, 8. November 2006

Rechtschreibreform

Normalerweise versuche ich mich aus dem Gezänk um die sogenannte Rechtschreibreform vollständig herauszuhalten. Mit der Überzeugung, daß durch diese blödsinnige "Reform" die Besserwisser auf beiden Seite an die Oberfläche gespült worden sind. (Die Mangan-Knollen der Sprache! Wehe, wenn sie auftauen oder zum Auftauen gebracht werden. Sie sind eine Umweltkatastrophe!)

Doch ab und an bricht dann doch die Wut durch.

"Das ist ein ausgesprochen süßes sowie widerlich klebriges Getränk."

Welcher Gelehrte hat sich denn diesen Satz ausgedacht?! Ein Schüler, der diesen widerlichen Satz verzapft, bekommt sinnvollerweise eins um die symbolischen Ohren. ("Weil Prügelstrafe isse jetzt abegeschafft in neue Deutschland mit neue Sprache!")

Dann lese nich noch: "die platonischen Schriften". So muß / muss / musz / mussz usw. es nun heißen. Sagt man und auch Frau.

Ihr lieben Experten von der Reform der Reform der Reform ...! So hat hat noch nie einer gesagt. Ihr führt Blödsinn per wahnsinnigem Beispiel ein. Da geht es nicht um die Groß- und Kleinschreibung. Nur ein Mensch ohne Sprachgefühl wird da "platonisch" verwenden. Das ist für die gleichnamige Liebe reserviert. Ein für allemal! Ist halt so! So entwickelt sich das Denken und die Sprache. Und nur komplett sprach-indolente Menschen kriegen das nicht mit.

Was zu einer neuen Definition des deutschen Sprachexperten führt: "Einer, der Germanistik studiert hat, aber trotzdem über Null Sprachgefühl verfügt". "Deutsches Sprachgefühl", selbstverständlich. Isse so gemeint, Herr Nachbar!

Poetry Slam

In München findet dieser Tagen der große Poetry-slam-Wettbewerb statt. Ich kann erst am Wochenende zu Veranstaltungen gehen. Aber schon jetzt präsentiere ich unter dem Motto: Die Idee ist das Normale. Auf den Kopf gestellt. die folgende Einsicht:*

They slam!
You slam!
We slam!
She / He slams!
You slam!

I slam!


--

* Wahrscheinlich ist da schon mal ein anderer auch drauf gekommen. Aber ich hab's jedenfalls nicht von einem anderen, sondern, heute morgen, aus meinem eigenen Kopf.

Sonntag, 5. November 2006

Furtwängler und Grass

Ein Zitat aus der Online-WELT:

"Erst 1947 wurde seine Entnazifizierung vollzogen. Wer Furtwänglers Verhalten und seine privaten Aufzeichnungen kennt, kommt schnell zu dem Schluss, dass er wohl eitel und geltungssüchtig war, aber weder Antisemit noch Nationalsozialist."

War er also nicht. Nicht Antisemit, nicht Nationalsozialist. Aber er war, nach Meinung wahrscheinlich der meisten Fachleute: ein großer Dirigent. "Drei Generationen nach seinem Tod ist seine Ausstrahlung noch immer so ungebrochen wie bei keinem Dirigenten sonst."


Aber ist das alles? Ich schließe mal, mit einer kurzen Vorrede, eine Feststellung und eine Frage an. Die mehr oder weniger gut versteckte Geltungssucht und Eitelkeit ist menschlich und allzu-menschlich. Nun gut. Aber es gibt Bremsen. Bremsen, die wohl immer im Unbewußten liegen, da wo diese eigenartige Sprachkonstruktion, das Ich keinen Zugang hat und also auch keine persönlichen Verdienst erwirbt. Es ist halt Schicksal und Bestimmung.

Dies vorausgesetzt: Es gibt ungebremst geltungssüchtige Menschen mit einer guten Maske aus Bürgerlichkeit, die sich dem geltenden politischen und kulturellen System in jeder Situation unterwerfen. Nicht weil sie mit dem Politischen und dem Kultursystematischen ihrer Zeit übereinstimmen, sondern, weil sie nur so an die Spitze der Berühmtheiten-Pyramiden kommen können. Und es gibt andere, deren Bremse eine eigene Form des Kontemplativen und Un-Erfolgreichen herbeizwingt. Sie bleiben -- ganz oder fast ganz -- im Verborgenen.

Wenn wir nun die Frage stellen: Wer ist wertvoller für die Kultur, diese Erfolgreichen oder jene Nicht-Erfolgreichen? Wie lautet die Antwort der Abstimmungsbürger?

Ich gebe eine Schätzung ab: 85% der bürgerlichen Menschen heute halten natürlich die Erfolgreichen für wichtiger.

Aber ist das so? Nein, es ist nicht so. Wäre, um auf das schon nicht mehr Aktuelle des Grass'schen Beispiels noch einmal zurückzukommen -- wäre Günter Grass ein weniger bedeutender Schriftsteller, wenn er sich 1960, nach dem Blechtrommel-Erfolg, öffentlich mit sich und mit derartigen Fragen auseinandergesetzt hätte? Noch einmal gesagt: Er wäre weniger erfolgreich geworden, und den Nobelpreis hätte er nicht bekommen. Aber er wäre wichtiger für diese Zeit heute, und er wäre wichtiger für die Zukunft.

--

Nachtrag am 12.03.2007, gerade bei Wikipedia gefunden:

"Im August 2006 äußerte sich Karasek in Interviews und Zeitungsartikeln (u. a. im Springer-Blatt „Welt am Sonntag“, 20. August 2006) zu Günter Grass' spätem Bekenntnis, als Jugendlicher zur Waffen-SS eingezogen worden zu sein. In diesem Zusammenhang ließ er anklingen, dass der Literat sich den Nobelpreis „erschlichen“ habe, weil das Nobelkomitee möglicherweise anders entschieden hätte, wenn Grass diesen Sachverhalt in seinem Lebenslauf dargestellt hätte."

Hätte ich nie gedacht, dass ich einmal zu Karasek kongenial sein könnte!

Nachtrag am 25.03.2007, aus der SZ:

"Der Ton der gedemütigten Unschuld, der Schmerzensschrei des geschundenen Opfers, die moralische Empörung verwundert. Aber sie verwundert jedes Mal bei Günter Grass. Ein wenig Erinnerung mag da helfen: Hatte Günter Grass das große Interview, in dem er von seinem frühen Leben und auch von seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS berichtete, der Zeitung nicht freiwillig gegeben, in einer sommerlichen Idylle unter einer Kastanie? Hatte die Zeitung, im Gegenzug, nicht einen Teil eben dieser Erinnerungen in einer prächtig aufgemachten Sonderbeilage als (dann, weil die Nachfrage zu groß wurde, verspäteter) Vorabdruck veröffentlicht? Seit fünfzig Jahren lebt Günter Grass mit den Medien, bedient sich ihrer, weiß auszuwählen, welchen publizistischen Zweck er in welcher Form und in welchem Organ am effektivsten verwirklichen kann. Und da sollte ihm entgangen sein, dass die Medien ein inniges Verhältnis zur spektakulären Nachricht unterhalten - während er selbst eben diese Nachricht anbietet wie eine heiße Ware?"

Wohl formuliert. (Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 20. März 2007, S. 11)

Freitag, 3. November 2006

Anna Politkowskaja

Daß der Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja aufgeklärt werden müsse, fordere die Organisation "Reporter ohne Grenzen". So meldet es die WELT heute. "Einen entsprechenden Aufruf haben inzwischen mehr als 4000 Journalisten unterzeichnet." Man sollte beobachten, was daraus wird. Gesichert ist: ein Land, in dem kritische Journalisten einfach so erschossen werden können, ein Land, das darüber zur Tagesordnung übergeht, ist politisch einfach nicht reif. Es ist, was Rußland angeht, eine sehr große und sehr kalte Bananenrepublik und nicht ernstzunehmen. Würden in Rußland vernünftige Maßstäbe gelten, so würden seit dem 7. Oktober wöchentliche Berichte für die internationale Öffentlichkeit herausgegeben, über Art und Fortschritt der Suche nach den Mördern. Die eigentlich schon gefunden und eingesperrt sein sollten. Mehr noch: die politmafiösen Strukturen, die einen solchen Auftragsmord erst möglich machen, wären schon lange vorher ausgeforscht und zerschlagen worden. So aber sagt Putin, wie ich gelesen habe, grinsend: Mafia in Rußland? Das Wort käme doch, soweit er wisse, aus dem Italienischen... Zyniker der Macht eben. Zyniker des Lebens und der Existenz.

Donnerstag, 2. November 2006

metabay.com

Es gibt ihn, den Begriff des "Trittbrettfahrers". Es gibt den Trittbrettfahrer überall, wo das Wort Erfolg auch nur in Umrissen einen Platz hat. Vor allem aber natürlich, wo der Erfolg im Vollbild seines Wesens in Erscheinung tritt. Wenn eBay so mächtig wird, ja nun. Also war auch das zu erwarten: metabay.com, eine Metasuchmaschine. Aber wollen wir wirklich böse oder gar hämisch reagieren? Wieso denn. Probieren wir sie einfach mal aus, die Suchmaschine.

Umschnall-Dildo als Blickfang

Manchmal genügen zwei Sätze. Mit denen Ulrich Weinzierl vom Theater berichtet. Konkreter: Vom Wiener Burgtheater, von Kennern "von der Wiener Burg" abgekürzt. Blickfang-Titel, reißerischer: "Viel Freude mit dem Umschnall-Dildo". Es geht um Neil LaBute, Dramatiker, dem eine Fließbandproduktion von Dramatischem nachgeraunt wird und einem Stück mit dem Titel: "Some Girl(s)".

Jetzt die Sätze:

"Der Mann in den bald besten Jahren auf der Suche nach den erloschenen Flammen ist Christian Nickel, ein netter, adretter Knabe Marke Arsch mit Ohren und Brille."

Ich zucke zusammen. Ist da die Rolle oder der echte Schauspieler ein Arsch mit Ohren? Es löst sich die Frage mit dem zweiten Satz auf.

"Von Christian Nickels 'Mann', der gerne weniger schäbig wäre, als er ist, gilt das schöne Wort Sigmund Freuds über den Hysteriker: 'aus allen Poren dringt ihm der Verrat.'"

Na, gottseidank! Die Figur ist gemeint. Allerdings, nicht zu überlesen: "Von Christian Nickels 'Mann' ... gilt das schöne Wort Sigmund Freuds". Also doch auch noch -- so wie der Nickels den Mann 'angelegt' hat, da ist er schon für ihn irgendwo auch verantwortlich. Und schon wachsen dem Schauspieler die Ohren an der unpassenden Stelle ... Früher wäre eine solche Besprechung Anlaß für gleich zwei Duelle gewesen. Eins mit dem Schauspieler. Und hätte der Rezensent diesen Zweikampf überlebt, hätte ihn der Autor unfehlbar niedergestreckt.

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Unglaubliches, Unglaubwürdiges

Ich sehe Wissenschaftssendungen gern, auch und besonders solche über Meeres- und Meereswellenforschung. Aber wie steht es um folgende Berichtsteile:

"Einige Jahre später spürte ein englisches Taucherteam in 9000 Metern Tiefe das Wrack der Derbyshire auf."

Genauer steht es woanders: "The second expedition was conducted in two phases during 1997 and 1998 using two underwater vehicles, one to obtain a broad view of the wreckage and the other for a more detailed inspection."

Erstens gibt es nicht viele Stellen, an denen das Meer 9000 Meter tief* ist, und zweitens kommt da kein "Taucherteam" hin. (Allerdings, südlich von Japan, wo das Schiff gesunken ist, kann das Meer verdammt tief sein.)

Oder: "Jeden Tag versinkt ein Schiff in den Weltmeeren." Ein Boot vielleicht, aber doch kein Schiff -- jeden Tag!** Oder ist das Schiffeversenken so gewöhnlich, daß einfach niemand drüber spricht. Kaum denkbar. Denn wenn eines sinkt, kommt es in der Tagesschau. Also, das sind Meldungen, die beeindrucken sollen. Warum so?

--

* NACHTRAG: Das mit den 9.000 Metern hat mir doch keine Ruhe gelassen. Die folgende Feststellung aus einem Bericht über den Derbyshire-Untergang, scheint mir wesentlich plausibler: "The sea is about 4200 metres (2½ miles) deep at this point." Auch da taucht kein Taucher mehr hin. Eine Schlamperei mit der Maßeinheit 'Fuß' kann die Angabe wohl auch nicht sein, denn 9.000 feet wären, sehe ich es recht, knapp 2.750 Meter.

** Auch über die Zahl der Schiffsverluste macht der erwähnte Bericht Angaben: "In the 1980s about 17 ships like the Derbyshire were. being lost each year. The figures for the last ten years (1993-2002) is 108 ships."

Der Wert eines Linienrichters, bei Licht betrachtet

Gestern wurde bekanntlich das Pokalspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC abgebrochen. Da läßt uns eine Meldung aufhochen, die den Wert eines Linienrichters in Relation zu dem eines Bundesliga-Profis oder überhaupt eines Spielers stellt:

"Auch Hertha-Coach Falko Götz war außer sich: 'Das ist sehr bedauerlich, was hier passiert ist. Man muss bedenken, dass so ein Geschoss auch einen Spieler hätte treffen können', meinte der Ex-Profi und wünschte Voss alles Gute."

Also, wenn das ein Profi gewesen wäre! Nicht auszudenken! So aber -- geht scho. Alles Gute dann, Herr Linienrichter! Auch von dieser Stelle aus.


Mittwoch, 25. Oktober 2006

Das MK-Land im Ausschnitt

Ja, auf was man so alles stößt im Multi-Kulti-Land! Ich weiß schon nicht mehr, über welche Holz-Link-Wege ich auf diesen taz-Journalisten-Blog gestoßen bin, aber erwähnt zu werden verdient er allemal. Der Beitrag des -- Eigenbezeichnung-- "Aushilfs- hausmeisters" Helmut Höge beginnt launig so:

"Heute hat mich doch glatt ein Praktikant gesiezt. Das ist eines der vielen Zeichen, dass es mit den alternativen Duz-Betrieben langsam zu Ende ..."

Aber dann, gegen Ende des wahrhaft langen Beitrags mit allerlei weiteren Schmankerln aus der Welt der Journalisten-Halbwelt:

"[...] Ich kenne [...] eine ganze Frauenclique, die gleich sechs Nigerianer auf einen Schlag geheiratet hat. Sie treffen sich einmal im Monat, um im Rahmen einer kleinen Party gemeinsam die in der Zwischenzeit angefallene Papiermagie zu erledigen. Der Geschäftsführer vom Kaffee Burger heiratete eine Weißrussin - aber das zählt nicht, da er es völlig unpolitisch bloß aus Liebe tat. Mein Freund Murat aber: Er verheiratete seine bulgarische Freundin für 2.000 Euro mit einem deutschen Fixer. Und meine Freundin Noy, eine thailändische Ein-Frau-Schlepperbande - sie verheiratet laufend “ihre Mädchen” mit irgendwelchen dubiosen Geschäftsmännern (solche Ehen sind übrigens die “glücklichsten”, wie gerade die Untersuchung einer thailändischen Soziologin aus Kassel ergab)."

Ich sollte da vielleicht bei Gelegenheit mal genauer in die Szene spähen. Derweil, heute, Ruprecht Polenz, CDU, im Radio über Totekopf und heruntergelassene Hosen von deutschen Soldaten in Afghanistan parliert.

Dienstag, 17. Oktober 2006

"Marco" -- die sinnige, doch nicht-korrekte Frage

Die Süddeutsche von heute, 17. Oktober 20006, meldet in der Rubrik "München" daß ein Marco Z. seine Ex-Partnerin und auch gleich deren Freundin erstochen habe. Erkennbar wird der soziale und der familiäre Hintergrund von Marco Z. ausgeblendet, obwohl der Vater bei der Zerstückelung der Leichen mitgeholfen hat. (Dafür, für das Mit-Zerstückeln, kann der Vater nicht verurteilt werden. Das ist nur eine Ordnungswidrigkeit. Das wußte ich offen gestanden bis heute auch nicht.) Überhaupt: extrem bizarr. Nach der Tat geht Marco, die Leichen in der Wohnung zurücklassend, und macht die Theorie-Prüfung für den Motorrad-Führerschein. Besteht die Prüfung. Das mit dem politisch-korrekt ausgeblendeten Hintergrund finde ich ärgerlich und schaue im Internet mit den Such-Worten "marco münchen erstochen" nach.

Wieder erstaunlich: die erste Meldung betrifft nicht Marco Z. Das ist ein anderer, ein Marco R.

Chat-Partnerin erstochen: 33jähriger kommt in die Psychiatrie Nürnberg - Es war ein Flirt mit dem Tod: Im April 2002 verabredete sich die Köchin Giuseppina di L. (21) mit ihrem Chat-Partner Marco R. (33) zum Spaziergang in einem Nürnberger Park. Dort wurde der arbeitslose Schlosser zudringlich. Er zückte ein Messer, wollte mit der hübschen Italienerin schlafen - als sie sich jedoch weigerte, tötete er sie mit mindestens 83 Messerstichen.

Könnte es denn sein, daß die Menschen, die von ihren Eltern vor 30 bis 40 Jahren auf den Namen "Marco" getauft -- jedenfalls so eingetragen worden sind, ein erhöhtes Risiko für derartige Straftaten aufweisen? Wird so etwas jemals erforscht werden, die Regelmäßigkeiten in den Namen und Vornamen von Gewalt-Straftätern? Wahrscheinlich nicht. Warum eigentlich nicht?

Ein paar Klicks weiter dann ein Bericht mit einem Foto eines fremdländisch, doch gut aussehenden jungen Mannes. Und dazu der Kommentar der Leser:

Werner : Selber schuld wenn man sich mit solchen Typen einlässt. Die Mädels hätten sich ja gleich einen Ayatollah nehmen können, wie man sieht, sind die schnell dabei, die Hände abzutrennen, und wohl nicht nur das... (27.06.05 14:11)
Patrick Gruban : Ich finde er sieht besser aus als unsere Kanzlerkandidatin, aber das ist ja Geschmackssache... (27.06.05 14:45)
drsno : @Werner: Was für ein Glück dass man den Menschen das kriminelle Potential immer gleich ansieht, gell? mann mann mann ... wenigstens scheint das medial geprägte Weltbild zu funktionieren. (27.06.05 18:04)

Von einem solchen Mord kommt die Leserschaft darauf, daß der Mörder da besser aussieht als... Und darauf der aufgeklärte, medienkritische Mensch, der vermerkt, daß man dem Mörder sein Mörder-sein nicht ansieht. Auch nicht besser.

Man glaubt, man ist im Wahnsinns- und Deppenland. Es ist zum Auswandern!

Sonntag, 15. Oktober 2006

"Völlig gaga!"

Klaus Kocks ist Professor. In zweiter Linie, sagen wir mal. In erster Linie ist er PR-Berater. Und als solcher gibt er der ZEIT ein durchaus lesenwertes Interview. Alles ist PR. Das Geschäft der Manipulation. ("Völlig gaga!" DIE ZEIT 42 / 12.10.2006, S. 69) Es wird launig und mit durchaus witzigen Formulierungen vorgeführt, was Siemens und der Chef von Siemens alles PR-mäßig falsch gemacht haben. Am Ende bleibt die Frage: Ist es wirklich so, daß alles eine Image-Frage ist?

Dienstag, 10. Oktober 2006

Grenzen der multi-kulturellen Gesellschaft?

So geht das: Vergangenen Samstag fahre ich in der Münchener U-Bahn. Lesend. Irgendwann frage ich mich, was heute hier eigenartiger ist als sonst. Ich schaue mich um. Der Wagen ist voll, nicht überfüllt. Leute unterhalten sich, diskutieren, relativ laut. Eine Gruppe ist zu hören, weil sonst alle schweigen. Vier Leute reden laut -- auf russisch. Daneben sind, ich schaue weiter, zwei Münchener Frauen mit Einkaufskörben. Der Rest der Anwesenden, daran und daran unzweifelhaft erkennbar -- es sind alles Menschen "mit Migrationshintergrund", wie das heute so heißt. Ich, der ich mich für nicht im mindesten für "xenophob" halte, habe ein seltsam flaues, schlecht zu benennendes Gefühl.

Ich hätte diese Situation und das Gefühl wahrscheinlich vergessen. Aber dann heute in der SZ ein Artikel von Petra Steinbrecher. Ein Bericht, der so beginnt:

Der Mensch ist eine Schildkröte. Er wünscht sich einen Panzer, unter den er sich zurückziehen kann, wenn es eth­nisch allzu bunt wird in der Nachbar­schaft. Denn der Mensch mag es nicht, wenn er Sprachen nicht versteht, fremde Riten erlebt, anderen Religionen ausge­setzt wird oder seltsame Sitten prakti­ziert sieht. Eine gewisse Menge an Fremd­heit kann er gerade noch ertragen. Zuviel davon und er verliert das Vertrauen – in seinen Nachbarn genauso wie in den Bür­germeister, den Gemüsehändler, in den Staat und in die Zeitung, die er liest.

Dies ist das Fazit einer alarmierenden Studie, die der in Harvard lehrende Poli­tikwissenschaftler Robert Putnam jetzt vorgelegt hat. „Wir verhalten uns wie Schildkröten", erläutert er, „angesichts von menschlicher Unterschiedlichkeit verstecken wir uns."

Da also entsteht die Frage, ob wir uns nicht, wenn wir nicht zukünftige harte soziale und am Ende rassistische Auseinandersetzungen durch Wegsehen, Weghören, Wegfühlen heraufbeschwören wollen, mit Putnam und unseren eigenen Gefühlen auseinandersetzen sollten. Wieviel Fremdheit vertragen wir, die Liberalen unter den Bürgern? Selbst wir. Und wie ist es erst dann mit denen, die keine Arbeit und wenig Selbstgewißheit haben?

Wer es genauer wissen möchte, kann mal hier beginnen ...

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Aus unserer Reihe ...


... Der leicht abwegige Internet-Fund: Da rezensiert ein Herr Möseneder im STANDARD über Minderjährigen-Prostitution in Wien, und drunter rückt der STANDARD ein - na ja. Halt was zu nackten Mächen und zu Unterwäsche für Mädchen. So funktioniert das automatisierte Marketing des WordWideWeb eben. Stichwort her - Werbung hin.

--

Wer genauer nachschauen möchte: "Sex mit Minderjährigen ab 20 Euro. Ein Jahr nach der "Callgirl-Affäre": Minderjährige Prostituierte gibt es auch mitten in Wien, bestätigt eine neue Studie."

Samstag, 30. September 2006

Hass und Furcht

Die SZ bringt in ihrem Magazin 39 vom 29. September ein Titelbild: Idyllisches, ein wenig gestrig wirkendes Dorf im Ausschnitt. Fachwerkhäuser und Wäsche auf der Leine im Vorgarten. Dazu die Unterschrift: "Hier wohnt der Hass. Ostdeutschland ist schön. Für Weiße". Im Heft dann kleine Geschichten von alltäglicher Bepöbelung von Schwarzen und halt "Andersfarbigen" im Osten.

Zwei Anmerkungen. Zum einen wird es langsam Zeit, nicht um die Sache herumzureden. Insofern war die No-go-area-Diskussion zur Fußball-WM vernünftig. Nur ist sie wieder eingeschlafen. Nicht herumreden heißt:

a) Auch einzugestehen, daß es ein seltsames Gefühl auch für durchaus tolerant-liberale Deutsche gibt, wenn in öffentlichen Verkehrsmitteln der Anteil von "evident nicht-integrierten Ausländern", gleich welcher Hautfarbe, über ein bestimmtes Maß anwächst. Wodurch dieses Kennzeichen "nicht-intregriert" gemacht ist, muß bestimmt werden. In bestimmten Fällen besteht es einfach aus einer sehr großen Lautstärke des Redens mit anderen in einer sehr fremden Sprache. Es sollte politisch anerkannt sein, daß das Gefühl der Menschen, im eigenen Land -- nein, nicht fremd zu sein, sondern keine öffentliche Identität von Sprache, Sitten und Gebräuchen mehr zu finden, zu Aggression und Fremdenfeindlich führt. Wahrscheinlich eine anthropologische Konstante. Solche gibt es, ob man will oder nicht.

b) Es ist auf keinen, aber auch auf gar keinen Fall zulässig, daß Landesteile zu No-go-areas für Andersfarbige oder Irgendwie-anders-seiende werden. In offensichtlichen NGA müssen unkonventionelle Mittel her, für die auch die gesetzlichen Grundlagen da sein müssen. Eine solche Maßnahme wäre: Immer wieder einen Schwarzen durch ein solches Gebiet gehen zu lassen, auch nachts, und die Reaktionen der Passanten per Video zu dokumentieren und anschließend öffentlich zu zeigen. Im Fernsehen oder im Internet. Auch: Solche Menschen von einer Polizeigruppe in Zivil begleiten zu lassen, um an Ort und Stelle einzuschreiten, wenn etwas Gesetzwidriges passiert.

Denn: Die Situation wird kritisch, wenn das normale Bürgertum fremdenfeindliches Verhalten klammheimlich und tiefinnerlich gutheißt. Das hat natürlich auch mit dem unter a) Gesagten zu tun; aber es kann nicht toleriert werden, daß irgendwo Leute mit der in ihrem Hirn verankerten Behauptung leben: sie könnten sich nur wohlfühlen, wenn sie dumpf unter Ihresfarbigen und -denkenden dahinleben. Und wenn diese Leute dann entsprechend fremdenfeindlich handeln.

Ein Vorschlag an die Medienforscher

Das Problem würde sein, daß sich als erstes die BILD-Zeitung auf diese Unterschung stürzen und eine Serie daraus machen würde. Serientitel wahrscheinlich: Deutschlands wahnsinnige Verbrecher. Auf der anderen Seite: Kann ein vernünftiges Forschungsvorhaben nur deshalb unausgeführt bleiben, weil BILD daran Interesse hat?

Worum geht es?

Es geht um die bizarren Meldungen über Kriminalfälle und Gerichtsurteile zu diesen Fällen, die immer wieder in der Zeitung stehen. Beispiel, aus einem NZZ-Bericht: Eine Mutter tötet im Abstand von zwei Jahren zwei gerade geborene Kinder und bringt den Ehemann dazu, die kleinen Leichen im Keller in Beton zu versenken.

Nicht die Tat als solche ist das Wichtige, sondern die dada-kafkaeske Eigenartigkeit der umgebenden Umstände, mitten in der Normalität. Und weil Forschung ja keine Tabus kennen darf, wird auch gefragt werden dürfen, ob solche bizarren Taten im Osten des neuen großen Deutschland häufiger sind als im Westen. Wobei gleich darauf hingewiesen werden kann, daß jener idyllische Hof in Rotenburg im Westen der Republik liegt. Diese Tat würde ja auf einer Skala der Verrücktheiten wahrscheinlich doch an die erste Stelle rücken.

Freitag, 29. September 2006

Spice Girls, 2 male and 1 female

Immer noch mein Videofavorit: die männlichen Spice Girls!


[ Hier gibt es auch andere Videos ]

Donnerstag, 28. September 2006

Menschengesichter

Menschen haben so verschiedene Gesichter!

Ein Experiment: Welche Michelle Pfeiffer ist die, die Sie sehen wollen? Mal angenommen, Sie wollen Michelle Pfeifer sehen. Und welche Person wollen Sie nicht sehen, weil es nicht die ist, die Ihnen authentisch erscheint? Sind die authentischen Fotos -- die, die einen Menschen so abbilden, wie er normalerweise sich zeigt -- die besten Fotos? Natürlich nicht. Wie will jemand sich selbst sehen und gesehen werden. Ernst-nachdenklich? Überdreht-fröhlich? Ironisch-forschend? Hat das Einfluß auf unser Normalbild, wenn wir den Menschen nur von der Leinwand und vom Fernseher her kennen?

Hier gibt es eine gute Beispielsammlung, um, mit Beispielmaterial versehen, weiter nachzudenken:


One Word a Day

Hier und heute werbe ich mal für eine schöne Idee namens "One Word a Day". Jeden Tag ein seltenes englisches Wort, oft auch ein Ausdruck, per E-Mail zugeschickt von Paul Smith. Das Beispiel für heute:


Your choice was right!

listen to pronunciation

vixen

Definition:

b) an angry woman

German translation:

vixen = zänkisches Weib, Furie, Drachen, gehässige Frau, Giftnudel; die Füchsin

---
How important is this English word?
vixen: 8,780,000 Google Hits


Sample text:

Scarlett Johansson is only 19, but the talented young Hollywood actress' growing reputation as a VIXEN is becoming as sizzling as her professional acclaim as a hot actress.


(Chicago Sun Times, August 10, 2004)


Did you know?

vixen
noun

1. a shrewish ill-tempered woman
2. a female fox
3. a highly attractive woman

(Merriam-Webster Online Dictionary)

===

Doch noch ein kleiner Kommentar: Daß vixen auch 'Füchsin' heißt (fox - vixen), sollte bei den hier angeführten "Frauentypen" rausfallen, denn es ist ja die wörtliche Bedeutung -- sozusagen. Für das weibliche Tier. Schön auch, daß vixen sowohl steht für: 'Schreckschraube' oder 'Xantippe' wie auch für -- ja wer oder was? 'Femme fatale'? 'Sexbombe'? Anyway.

Und nicht vergessen wollen wir doch Russ Meyer mit 'Vixen' und, eins obendrauf: 'Super Vixens'.

Jobs

Hans-Friedrich sagt, daß er jetzt nicht mehr so viel Zeit hat zum Bloggen. Er hat einen neuen Job, den zweiten neben dem ersten. Da bleibe einfach zu wenig Zeit. Questo povero!

Dienstag, 26. September 2006

Die Wunderwelt von Ebay

Aus der Wunderwelt des weltgrößten Online-Versteigerers: Ein mp3-player, gute Nachahmung (= Fälschung?) des ipod-Designs. Nun gut. Aber jetzt kommt's!

Inkl. eine Apple iPod Nano Socks
ab einem Gebot von 89,- €.
Ein Highlight, der den Player sicher aufbewahrt.

Mal abgesehen davon, was man von der Aufbewahrung eines solchen Kleinteils in einem kleinen Socken hält -- ist es nicht vielleicht doch ein bißchen albern? --, ist ja doch die Frage, ob Apple aus seinem Überangebot der Socken einen Teil weiterverhökert, damit die fernöstlichen Nachahmungen darin untergebracht werden. Oder sind die Socken so echt Apple wie der Player?

So richtig spannend und echt aufreizend wird die Frage, wenn es heißt:

"inkl. original Apple iPod Nano Socks"


Also, ihr poetischen der kommerziellen Landstraße! Es ist eine Freude, hinter euch herzulesen!

Donnerstag, 21. September 2006

Die Welt des Geschäftlichen

Heute ist der Tag der wahnsinnigen Einblicke in die wahnsinnige Welt des Geschäftlichen!

Der T-Mobile-Computer, der mich bei meinem Anruf empfängt, will mit mir reden. Ich soll einfach sprechen. Ihn gerne auch unterbrechen, wenn ich möchte. Ich sage langsam und überbetont: "Mein Vertrag". Er antwortet: "Sie wollen günstige Verbindungen in die Türkei?" Ich wiederhole das mit dem Vertrag. Er will unbedingt, daß ich mit der Türkei telefoniere.

Und dann schaue ich noch am Abend bei Ebay nach einer Funk-Armbanduhr. Und ich finde? Dieses geschmackvolle Prunkstück im so exklusiven wie zeitgemäßen Stefan-Raab-Design! Und klicke erschrocken die Seite schnell wieder weg. (Um sie dann doch noch einmal herzuholen, weil ich sie hier zu verewigen will. So ist das halt.)


Mein Abendgebet, es lautet heute: "Herr, schmeiß Hirn und Gschmack roa!"

Web-Gier ...

... oder: Von Google lernen, heißt siegen lernen! -- Das folgende richtet sich an alle Webdesigner und Testseiten-Betreiber.

In einem Karstadt-Prospekt ist ein Tisch-Gefrierschrank BEKO FCN 1500 HCA für 199 Euro angeboten. So was suchen wir. Nur noch mal schnell nach einem Testbericht geschaut. Da geht es dann los.
  • Die STIFTUNG WARENTEST will auch die kleine Übersicht nur noch gegen Cash rausrücken. Jedenfalls hab ich die Übersicht, die ich früher immer als Anfangsinformation genommen habe, nicht gefunden. War diese Stiftung nicht mal mit öffentlichen Geldern unterstützt? Hat sich das geändert? Wenn nein: Sollte man da nicht ein Minumu wenigstens ohne -- die vor allem umständliche -- Bezahlung eines Online-Testberichts bekommen?!
  • Dann die unzähligen Testseiten: Die meisten greifen über Google das Stichwort "test" ab und sind dann "optimiert". Will heißen: Sie locken mich erst mal auf ihre Seite, wo es dann eine Wüste von Hinweisen gibt. Nur nicht das, was sich suche. Ich bin da schneller weg als ich vorher geklickt habe. Kann das -- auch im Interesse der Betreiber solcher Seiten -- sinnvoll sein? Wohl kaum.
Das mit Google. Adressiert an die Testseiten-Betreiber:

Warum wurde Google so erfolgreich? Natürlich wegen des internen Konzepts der Seitenbewertung und der schieren Menge der erfaßten Seiten. Aber eben doch auch wegen seiner Schnörkellosigkeit. Weiß. Klare Struktur. Ergebnis getrennt vom Kommerz.

Ist das so schwer zu kapieren, liebe Seitenbetreiber? Dafür, daß ihr mit allen Tricks versucht euch an die Spitze zu pushen, kann Google nur sehr bedingt was. Ihr versucht's ja mit Linkfarmen und allem Teufelszeug. Daß ich -- und sicherlich nicht nur ich -- euch nach dem ersten Klick schon für gierige ****** halte, die die schlichtesten Dinge nicht erkennen, könnt nur ihr selbst was. (Das gesternte Wort war mir beim Durchlesen zu beleidigend. Ich hab es gestrichen, und jeder darf das Wort, das ihm einfällt, einsetzen.)

In diesem Sinne...!

Ach ja, und für die, die es anschaulich mögen, hier nur zwei Beispiele. Denen in einem bestimmten Umfang Unrecht geschieht, weil es da auch 50 andere, gleich schlechte Seiten gibt.


Wer sich genauer mit der Sache befasssen möchte, kann bei Google mal

test "beko fcn 1500"

eingeben und klicken und schauen, was dann passiert.

Mittwoch, 20. September 2006

Pop-Formel

Gibt es sie wirklich -- die Pop-Formel? Der Autor plauderte kenntnisreich und entspannt eben im Deutschlandfunk.

Die Pop Formeln
Volkmar Kramarz
Preis: 19.95 Euro

Dienstag, 19. September 2006

Sprachgefühl für Software-Häuser

So was lesen wir ja immer und haben uns daran gewöhnt. Im Sinne des Sprachgefühls betrachten wir mal die folgenden Zeilen doch genauer:

"Der Autor dieses Programms haftet nicht für Schäden an Soft- oder Hardware oder Vermögensschäden, die durch das Benutzen des Programms entstehen, es sei denn diese beruhen auf einem grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Handeln des Autors, seiner Erfüllungsgehilfen oder seiner gesetzlichen Vertreter."

Was fällt auf? Na ja, gleich die Vermögensschäden! Da stellen wir uns doch vor: ein Netzwerk mit allen Firmendaten -- unersetzlich! Kein Backup weit und breit. Und dann das Progamm gestartet und -- DER CRASH DER ULTIMATIVE. Oder das Programm macht, daß der PC im Einfamilienhaus Feuer fängt und das ganze Haus...! Nicht auszudenken! Schließlich: die "Erfüllungsgehilfen". Wenn man da keiner an das schöne Wort "Helfershelfer" denkt. Gauner, Betrüger, Hehler, usw.

Wir sehen, auch beim Programmieren ist, wenn es an die Oberfläche geht, ein wenig Sprachgefühl nicht schlecht.

Mittwoch, 13. September 2006

Die Erotik der neuen deutsche Rechtschreibung

Oh du heiliges Institut für deutsche Sprache!

"Das Geräusch ließ sie {zuammen zucken / zusammenzucken}."

OpenOffice unterkringelt und schlägt tatsächlich die erste Variante vor. Ich weiß nach der xten Reformüberarbeitung nicht mehr, was im Moment vom Duden oder vom IdS oder der Staatlichen Kommission zum Rückbau der dritten Reformvariante (SKRDR) empfohlen wird. Es ist mir offengestanden* auch egal Ich würde jedenfalls diese erste Möglichkeit reservieren für den Satz: "Komm, Liebling, lass uns zusammen zucken." Und ich lasse offen, ob es sich da um eine verkappte Aufforderung zum Beischlaf handelt.

Dann ist da auch noch das, im selben Satz:

"heraus zu hören", meinetwegen. Verdächtige Geräusche aus dem Schlafzimmer. Ja, nun gut. Nichts Menschliches ist mir fremd. Fast jedenfalls, mit Blick auf die deutsche Sprache. Aber "heraus zuhören"? Das übertrifft die kühnsten erotischen Phantasien. Das gleitet ab ins Perverse! Da nähern wir uns der Sprach-Sodomie!

--

* Hier ohne weiteres auch: offen gestanden, weil das Sprachgefühl nach dieser Reform ja korumpiert ist. Kann man nix machen. So ist er eben, der Mensch. Gewöhnt sich auch noch an das Blödeste. Früher war offen gestanden ja mal was, was man über Tore und Türen sagte und nicht über geistige Haltungen. Aber bitte! Wir sind doch nicht kleinlich!

Montag, 11. September 2006

Heute vor fünf Jahren

Heute vor fünf Jahren also. Und ausgerechnet die Süddeutsche Zeitung leistet sich eine veritable Geschmacklosigkeit. Hinter dem strahlenden, die Einschaltquoten-Erwartungen nicht ganz erfüllenden Papst-Besuch überschreibt Andrian Kreye seinen Artikel im Feuillleton mit "Tanz den Apokalypso" und erklärt im Untertitel: "[...] Seitdem berauscht sich Amerika am eigenen Untergang".

Wenn man die Formulierungen auch nur etwas genauer besieht, dann wird da erst einmal der Tod von 3.000 Menschen, bewußt herbeigeführt von durchgeknallten Fanatikern, zu einer Feuilleton-Formulierungs-Fingerübung. Was an sich schon daneben ist. Diese im Deutschen hoch gewagte Konstruktion des transitiven tanzen + Personenname, "Tanz den ...", wo kommt sie her? Wer hat sie erfunden?

"Geh in die Knie / und dreh dich nach rechts / und dreh dich nach links / klatsch in die Hände / und tanz den Adolf Hitler / und tanz den Mussolini / und jetzt den Jesus Christus ..."

Zeilen, die erdichtet wurden, um, inhaltlich sinnfrei, via Provokation auf dem großen Schwapp der Medienflut nach oben zu kommen. Es ist wie in der Werbung, wo auch oft Sloganschreiber sich an der eigenen Kreativität berauschen und nur die erste Ebene des Sinns, die des aufmerksamkeit-sichernden Gags, sehen, ohne die zweite und die folgenden Ebenen noch zu erkennen oder erkennen zu wollen. Hier also: Kalypso. Tanzen. Apokalypse. Tanz-den... Wow! Das ist es! Was für eine feine Überschrift. So feinsinnig passend, eingepaßt ins wohlfeile USA-bashing. So ungefähr müssen dem SZ-Menschen die Gedanken durch den Kopf geflutet sein, und er, der Journalist, er filtert nicht, er denkt nicht nach. Er schreibt hin.

Berauscht sich Amerika am eigenen Untergang? Das ist, von der Erkenntniskraft her gesehen, noch weit unter Feststellungen der Sorte: "Der Russe trinkt gerne Wodka." Der Satz mit Amerika trifft auf nichts zu, nicht einmal auf den Präsidenten der USA. Könnte denn nicht jemand kommen und sagen: "Die USA sind ein sehr differenziertes Land. Die politischen Hauptströmungen sind ..." Dann könnte man am Ende gar überlegen, wie es kommt, daß bestimmte europäischen Verallgemeinerungsborniertheiten die USA nicht erreichen und dort also nicht wahrgenommen werden.

Im übrigen, zum heutigen Tag: Zeitungsartikel und Radioberichte, die das individuelle Leid einer Witwe herausstellen, sind wertvoller, weil passender als das Analyse-Gelaber derer, die am Ende doch immer nur Beliebiges aus ihrer Zeitgeistkiste ausbreiten. Manchmal ist die Zeit des Gedenkens, nicht der Klügelei. Das hätte seinerzeit der Bundestagspräsident Jenninger wissen können und heute der Journalist Kreye.

--

NACHTRAG: Vielleicht bin ich einfach zu empfindlich. Das "Online-Spezial" des ZDF läßt mich an eine neue Biersorte beim Oktoberfest denken, nicht an eine Gedenksendung oder -seite. Einfach ein bräsiges Wort, dieses Online-Spezial.

Und dann davor und daneben: Die Alternativen an der Zapfsäule! Eine feinsinnige Anspielung darauf, daß es im Leben und also auch beim 11. September doch immer nur um das eine geht: um Öl?!

11. September
Ein Blick fünf Jahre zurück. Online-Spezial mit Ihren Erinnerungen und aktuelle Berichte.



Sonntag, 10. September 2006

Die feine Unterstellung

Ich wollte mich, grad eben, informieren, ob es zur Desktop-Suche via Copernic eine Alternative gibt und finde diesen schönen Text:

Die Zielgruppe solcher Tools ...
... dürften wohl die Raubkopierer bzw. Tauschbörsennutzer sein, die schon mal den Überblick über das Gestohlene auf ihren Rechnern verlieren. "Hab letzten Monat 300 GB gesaugt ..." oder so ähnlich ... bäh!!! (22. Juni 2006 15:50)*

Keine Ahnung, was diese Dame oder dieser der Herr so arbeitet und denkt. Wer täglich fünf Brief und 15 E-Mail schreibt und 10 Dateien bearbeitet, hat ja nach 10 Jahren auch so einiges zusammen. Ohne "Saugen".

Im übrigen und immer wieder Erstaunen: Was für ein Ton doch herrscht, auf den Brettern, die die Weite Wüste Welt bedeuten. Der Kritiker versteckt sich, und der Kritikaster kommt herfür.

--

* Die Stelle rüberkopiert und dann via Google nicht wieder gefunden. Aber: nicht erfunden.

Vorschläge für Fälscher

Vom heutigen Tag an erscheinen hier unregelmäßig Vorschläge, was man in China und sonstwo auf der Welt auch noch fälschen könnte. Bevorzugt werden Dinge ausgestellt, die (a) einfach, (b) eine gute Idee und (c) eine zumindest dem ersten Augenschein nach wahnsinnige Überteuerung bedeuten. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß Fälschen verboten ist und einen Diebstahl geistigen Eigentums bedeutet, mit westlichen Werten mithin absolut unvereinbar ist!

Hier ein erstes Beispiel:


Die Strumpfklammer, mit der man die bekannten "Witwen" (vereinzelte Strümpfe nach dem Waschen) vermeidet. 20 Stück in 4x5 Farben. Preis: ca. 10 Euro. Herstellungspreis geschätzt:
37 Cent. Pro Packung!

Angestrebter Verkaufspreis: 2,30 Euro pro Packung.

Ordnung machen ...


... Ordnung halten, ein Ordnungssystem haben. Dinge Dinge des Lebens.

Am Morgen auf dem Eßtisch zwei Stecknadeln. Meine Frau hat am Vortag die Nähmaschine dahingestellt und Vorhänge genähnt. Alles wieder wegsgestellt. Nur diese beiden Nadeln hat sie übersehen.

Der Gedanke an Wolfgang Hildesheimer, der in einer seiner sehr speziellen Humorgeschichten den Satz hat: "Meine Frau war gerade dabei mit dem Tauchsieder in der Blumenvase Eier zu kochen." Ungefähr so. Seit ich diesen Satz gelesen habe, fühle ich mich endgültig mit Hildesheimer verwandt.

Die Stecknadeln also. Was tun? Sie einfach in den Abfalleimer für Allgemeinmüll in der Küche werfen? Oder in den kleinen Metallbehält, der, arg gefüllt, danebensteht. In dem alles das drin ist, was bei jedem Weg- und Aufräumen im Moment nicht eingeordnet werden kann. Oder in den Keller gehen und die Nadel fein säuberlich in den Nähkasten zu den anderen Stecknadeln legen?

Ich weiß, es gibt viele Leute, für die das keine Alternativen sind. Die selbstverständlich nur die letztgenannte Möglichkeit sehen. Für andere ist instinktiv nur die erste Alternative denkbar. Instinktiv und selbstverständlich, das heißt: Diese Menschen denken über die Alternativen -- natürlich gibt es noch viel mehr -- nicht eine Sekunde nach.

Wir hatten vor Jahren in Frankreich eine geniale, sehr französisch-bürgerliche Frau, die morgens auf die Kinder aufgepaßt hat und dabei die Küche machte und noch vieles mehr. Sie hat. Sie war eine -- die Ordnung-Macherin. Es ging ihr das Ordnen und Haushalt-Besorgen wie selbstverständlich von der Hand. Sie hat mich auf den Gedanken gebracht, daß es ein Experiment geben müsse. Am besten im Rahmen einer entsprechenden Fernsehserie. Hier also: Eine Küche wir in ein Normchaos verwandelt. Ungefähr so, wie die Spülmaschinenhersteller zum Testen der Spülleistung ein Normgeschirr mit streng bestimmten Normverschmutzungen versehen. Dann haben fünf Menschen eine Stunde Zeit, um aufzuräumen. Sie werden mit fünf Kameras dabei gefilmt, und dann werden fünf Zeitraffer-Filmchen daraus gemacht und gezeigt. Wie gehen die fünf jeweils vor? Welchen Stand der Dinge können wir nach 5, 10, 15 Minuten ... sehen. Was sagt das über die Menschen, was sagt es über den Menschen aus?

Wie viele Menschen interessiert so was? Mich. Und wen noch?

Gut gemacht, könnte es viele interessieren. Es gibt ja immerhin auch viele Zuschauer, wenn bei RTL eineinhalb Stunden nur Dominosteine vor sich hin fallen. Na, RTL, wäre das nichts? Jeweils eine Alltagssituation und die Frage: Wie lösen Menschen solche einfach-komplexen Probleme?

Freitag, 8. September 2006

Al-Dschasira

Schwierigkeiten bei der Einschätzung von Al-Dschasira, dem Islam-Sender. Wenn AD jetzt Rückschau auf die 11.-September-Vorbereitungen von Osama bin Laden zeigt, wie ist das dann? In Analogie: Wenn ein Sender 1980 im Rückblick Baader und Meinhof gezeigt hätten? Chronisten-Pflicht sowas? Oder doch Versuch der Meinungsmache im Sinne der taumelnden "Armee-Fraktion".

Aber es gibt natürlich auch die Macht des Marktes, und manchmal muß man sich fragen, ob nicht die einzig funktionierende Vernunft die Vernunft des Marktes ist. Regelt der Markt -- hier der der Zuschauer -- viel zuverlässiger als alle Ideologen und Geheimdienstler das Leben? Bewegen wir uns auf die Vernunft zu, weil die Leute, auch die in den arabischen Staaten, irgendwann Höflichkeit und Freundlichkeit doch für angenehmer halten als das blutrünstige Gebrülle, das immerzu das Führen arg blöder Heiliger Kriege fordert?

"Al-Dschasira sank auch in der Zuschauergunst: Vielen wurde der Ton zu hetzerisch. Meinungsumfragen zeigen, dass Selbstmordattentäter nicht mehr unbedingt als Helden gesehen werden. Mit ihren brutalen Methoden haben sich besonders die Terroristen im Irak aus der Zuschauergunst gemordet.

Al-Dschasira, feinfühlig für die Stimmung der Straße, hat reagiert: rein äußerlich mit einem neuen Design. Statt der nüchtern abstrakten Formen, die 2003 von einer Münchner Firma entwickelt wurden, plätschert und glitzert es wieder auf dem Bildschirm."

Ach ja, und da war doch auch, von vielen unbemerkt, noch das da:

"Die NPD und viele Neonazis fanden Ahmadinedschads antisemitische, antiisraelische Hetzreden sehr gelungen."

Donnerstag, 7. September 2006

Hofmanns Elixier oder ...

"Der Zufall ist perfekt", sagte er. "Jeder sollte das erfahren. Indem er das Radio einschaltet, den Kopfhörer aufsetzt, einen Topf säubert, sich später, nachdem die Küche aufgeräumt ist, hinsetzt und nur noch zuhört. Denkt. Fühlt. Je suis sur la bonne piste."

... Die Welt ist perfekt. Autor(en): Regine Ahrem (BRD 1958), Michael Rodach (BRD 1957). Produktion: RBB 2005 stereo. Regie: Regine Ahrem. Sendetermin: SWR 2 - Donnerstag, 7. September 2006, 21:03 Uhr

Data Miner

Heute, nachdem ad-aware gelaufen ist und 39 data miner gefunden hat, die Überlegung, ob ich meine persönlichen Computerfragen liste. Und auch die Antworten, die ich finde und interessant und wichtig finde. In der Regel sind diese Fragen sehr einfach und neben der Linie der Newsgroups-Diskussionen. Ein Die-einfache-PC-Frage-Blog wäre vielleicht das Richtige.

Zu diesem Thema data miner eine Diskussion bei wer-weiss-was.de.

Mittwoch, 6. September 2006

Ein gut es Buch


Ein gutes Buch soll gelobt werden. Doch gutes kennt OpenOffice in seiner Rechtschreibkorrektur nicht. War beim Zusammentragen des umfänglichen Materials, wie es für die Erstellung von solchen Korrekturprogrammen verwendet wird, kein einziges Mal ein gutes Buch dabei?! Oder hat man in der OpenOffice-Sprachabteilung in einer Art der Hyperkorrektheit versucht, die Extrem-Worttrennungen der Rechtschreibreform zu implementieren? Sollten wir jetzt schreiben ein gut es Buch ...?

Die Behörde für Bürokratieabbau

[ Greser & Lenz ]

Wie das so ist: Es bleibt, aus der großen Zeitungslektüre, eine Sache hängen. Über Wochen, dann über Monate. Ich beginne im Internet zu suchen, ob ich diese Karikatur irgendwo finde. Fehlanzeige. Dann auf einmal taucht beim Aufräumen eine Zeitung auf. Eine Nummer des STERN, die längst in der Papiertonne sein müßte. Und siehe da: da ist die Zeichnung drin. Sie ist von Greser & Lenz.*


STERN Nr. 21 / 18.05.2006, S. 29


Zur leichteren Lesbarkeit sei die Unterschrift und der Text auf dem Schild noch einmal wiedergegeben:

Endlich eine Initiative der Großen Koalition
Hier baut die
Bundesrepublik
Deutschland
ein Amtsgebäude

der Behörde zum
Bürokratieabbau

Weil man als spiritueller Mensch Zufälle -- in diesem Fall den der doch nicht weggeworfenen Zeitung -- nicht ignorieren darf, werde ich diesen STERN mal eine Zeitlang aufbewahren und immer mal wieder etwas zu einem der Artikel und Überhaupt zum Großen und Ganzen sagen.

Zu der Karikatur hier: Da ist eine tiefe Wahrheit drin. Was steckt dahinter? Die Regierung darf sich in hohem Maß die Dinge selbst genehmigen. (Ja, ja, das Parlament kontrolliert. Aber die Parlamentarier glauben ja auch, daß nur Bürokratie etwas bewegen kann. Also, warum sollten sie Einspruch erheben?) Wenn etwas getan werden muß, dann muß eine Behörde her. Eine neue am besten. So also entstehen die Paradoxien des Bürokratischen.

--

* Mit einem Dank an Greser & Lenz für die Erlaubnis zur Wiedergabe hier.

Dienstag, 5. September 2006

Anabolisches


Wollen Sie einen solchen Körper? Der Versand anabol.de machts möglich! (Ohne Gewähr und ohne jede moralische Wertung oder Befürwortung.)


Pronociation

Geben wir mal unseren Vorurteilen Auslauf! Die Franzosen, selbst im großen und ganzen, keine Fremdsprachen-Kenner und -Könner, achten streng auf die Reinheit ihrer Sprache. Was sie manchmal, auch die ungelehrten Menschen, dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie sich weigern, kleine Abweichungen in der Aussprache zu akzeptieren. Beispiel: Vor ein paar Jahren frage ich in einem Supermarkt nach Kerzen. "Où je peut trouver des bougies?" Das bougie kann man nun mit einem stimmhaften oder einem stimmlosen sch aussprechen. Ich mache es mit der Aussprache mal wieder falsch. Eine Verkäuferin, die ich frage, versteht bei mehreren Versuchen rien -- zéro! Wahrscheinlich hat ihr reines Sprachbewußtsein gedacht: "Was will der denn? Nach der Metzgerei fragt der garantiert nicht. Das geht noch ein bißchen anders. Bouche -- Mund, Maul. Boucherie -- Mäuligkeit? Komisches Wort. Nie gehört. Was sucht der denn bloß?! "Toujours des étrangers!"

Eine ähnliche Haltung nehmen die deutschen Sprachlehrer ein. Wollen wir das bei ihnen, die durchaus in der Regel nicht akzentfrei sprechen, Dünkel nennen?

Gott versus Ideal

Die Franzosen sind, wie wir wissen, seit der Revolution von 1789, offiziell strenge Laizisten. Das schlägt durch bis hin zum Liedgut. Das Lied, das im Deutschen so schön heißt: "Nehmt Abschied, Brüder, ungewiß / ist alle Wiederkehr..." hat alternativ zwei vierte Strophen zur Auswahl. Eine für die Gottgläubigen, die andere für Atheisten, Agnostiker und Laizisten (die dann durchaus an Gott glauben dürfen, aber dennoch dafür sind, das als Privatmenschen zu tun).

4. Car Dieu qui nous voit tous ensemble
Et qui va nous bénir,
Car Dieu qui nous voit tous ensemble
Saura nous réunir.
--
4. Car l'idéal qui nous rassemble
Vivra dans l'avenir
Car l'idéal qui nous rassemble
Saura nous réunir.

Von dieser Stelle aus schweifen dann die Gedanken: Der Zusammenbruch der UdSSR, der Fall der Mauer, das Abdanken, ja der Crash einer konkreten Utopie "Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus" hat die Ideologien kurz und heftig durchgemischt und schnell hat sich eine neue Gemengelage herausgebildet. Und ausgerechnet der Islam, diese urtümliche nicht-aufgeklärte Religion, stellt sich als neue Alternative auf. Alternative zu der bei näherem Hinsehen ja doch auch eigenartigen Verbindung von Kapitalismus und aufgeklärtem Fühlen und Denken. Da fehlt also eine weitere vierte Strophe, eine islamische. Wie könnte die denn wohl lauten? Oder müßten gar alle Strophen umgeschrieben werden?

Montag, 4. September 2006

Break-up

Übersetzen Sie mal das Folgende! Nicht zu schwierig im Sinn. Aber wie in deutsche Worte packen?

"It’s really mystifying about why Miramax let this film gather dust, but one has to suspect that it had something to do with J-Lo being in the cast; they were probably still annoyed with her that, as a result of the backlash from her break-up with Ben Affleck, “Jersey Girl” proved to be a commercial disappointment."

Für break-up gibt LEO übrigens die Möglichkeiten der Aufbruch; der Ruin; der Untergang; der Verfall an. Was wäre wohl im vorliegenden Fall passend? Nichts davon natürlich. Also, ihr Hobbyübersetzer und Professionals, wer mag, versuche sich still und heimlich an diesem Satz.

Freitag, 1. September 2006

Übersetzungen

Zu beachten: Der aus dem Lateinunterricht den Absolventen des Humanistischen Gymnasiums altbekannte "Nulla dies sine linea" wird sehr, sehr unterschiedlich nicht nur übersetzt, sondern auch via Übersetzung interpretiert.

  • In der Tat wird dieses Sprichwort gewöhnlich mit den Worten »nulla dies sine linea« (kein Tag. sei ohne Linie) zitiert.[1]
  • Nulla dies sine linea. Bedeutung: Kein Tag ohne klare Linie. Nur mit Übung kommt man zum Erfolg.[2]
  • Nulla dies sine linea! Kein Tag sei ohne Fortschritt![3]
Ich habe das immer so verstanden (und dachte das sei so schlicht wie korrekt): "Laß keinen Tag vorbeigehn, ohne wenigstens ein paar Zeilen zu schreiben." Im Sinne von "...und deinem Werk hinzuzufügen" natürlich. Es geht nicht darum, Einkaufszettel zu schreiben. Ungefähr so, wie diese englischsprachige Seite das auch sieht:
  • We take the Latin phrase Nulla dies sine linea to mean "No day [should go by] without [reading / writing at least] a line".[4]
Wobei ich eben das Lesen nicht miteinbezogen habe. Nur um das Schreiben geht es. Dachte ich. Aber wenn man das unter [4] anschaut, sieht man, daß es doch noch einmal komplizierter ist.

Missbrauch deutscher Sprache

Mißbraucht einer die deutsche Sprache, wenn er einen anderen -- nun ja, irgendwie was ganz schrecklich Unnettes schimpft? Ist die Sprache sowas wie eine Flasche Rotwein, die man mit dem anderen auch genußvoll austrinken könnt, statt sie ihm über den Schädel zu hauen?

Wie auch immer. Immer, immer wieder ist es erstaunlich, worauf man beim FREIEN LESEN* so alles stößt. Es muß nicht im Internet sein. Aber Netzlektüre ist auch nicht per se dem Buch unterlegen. Nun denn, es geht um Funde wie beispielsweise den:

Seit 06.04.2000, jeden Freitag ist Andreas Buske Vorsitzender Richter am Landgericht Hamburg -- ab 9:30 im Landgericht Hamburg, Sievekingplatz 1, Raum B335, Anbau (früher 833) im Robe mit weißer Krawatte als Richter zu bewundern. // Mit oft gut einem Dutzend Verhandlungen bezüglich des Missbrauchs deutscher Sprache, welche er freitags bis in den späten Nachmittag durchzieht, beweist dieser distinguierte Vorsitzende erstaunliches Durchhaltevermögen. // Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, fiktive Lizenzgebühren, Entschädigung, Ordnungsstrafe sind Gegenstand seiner Verhandlungen, sogar bis zum Eingriff ins Persönlichkeitsrecht der Selbstdarstellung. // Seine Urteile scheinen im Wesentlichen festzustehen schon vor der Verhandlung.

Ist das nicht so knapp wie schön formuliert? Macht es nicht Lust auf mehr, auf Weiterlesen? Gibt es nicht auch Hemingways der normal Netzveröffentlichung? Dreimal ja.

--

* Das 'freie Lesen' (FL) soll als Terminus eingeführt werden. Darum die schreienden Majuskeln. Das FL ist das Gegenteil des 'zielorientierten Lesens'. (Selbstverständlich gibt es Mischformen.) Das FL streift in Bibliotheken und im Internet herum. Es ist das Flanieren auf der Meile des Geistigen. Und diese Meile kann unversehens auch mal ins Rotlichtviertel oder ins Fußballstadion führen. Oder eben zum Gericht bzw. zu den Kommentatoren eines Gerichts.

Donnerstag, 31. August 2006

Der Nicht-Schriftsteller

Theodor, 28, an einen Freund:

Wie du weißt, habe ich während des Studiums immer einmal davon gesprochen, daß ich Schriftsteller werden wollte. Nun erkenne ich, daß ich für diese Profession nicht die mindeste Eignung mitbringe. Wie ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin? Nun, indem ich einen anderen Menschen aus relativer Nähe dabei beobachtet habe, der Schriftsteller geworden ist. Jemanden, den wir einmal James nennen wollen. James, nur wenig älter als ich, hat mir, seinerzeit, als wir ncoh gemeinsam in T. lebten, seinen ersten Roman gegeben, den er zu veröffentlichen gedachte. Zur Kritik und zum gemeinsamen Abstimmen wohl. Von zukünftigem Schriftsteller zu zukünftigem Schriftsteller.

Ich habe den Roman ernst genommen und kritisch gelesen. Neben so manchem handwerklich-sprachlichen Fehler habe ich in unserer Besprechung kritisiert: Daß er, James, sich über seine Gestalten stelle wie ein überheblicher Gott. Ironisch, besserwisserisch, von oben herab eben. (Selbstverständlich habe ich das weniger aggressiv formuliert.) Ich hingegen war der Meinung, man müsse sich solidarisch machen mit den Gestalten des eigenen Erzählens. Natürlich bliebe einem gar nichts anderes übrig als zu beobachten und zu beschreiben. Aus dieser Lage könne man nie heraus. Aber dann doch -- wie Döblin mit seinem Franz Biberkopf. So müsse es sein. Natürlich werde im 'Alexanderplatz' gezeigt, was für ein beschränkter Mensch das sei, dieser Biberkopf. Aber es werde immer solidarisch mitgelitten. In seinem, James' Roman aber stünde der Erzähler immer hochmütig über den Gestalten.

James hat mir diese Kritik und auch die handwerklichen Vorhaltungen, soweit er beide überhaupt irgendwie ernst genommen hat, wahrscheinlich nie verziehen. Wenig später ist James' Roman unverändert, so, wie ich ihn gelesen hatte, erschienen. Wie hatte es James angestellt, einen Verlag zu finden? Nun, er hat einen kleinen, sehr lobenden Artikel über einen etablierten Schriftsteller geschrieben, hat diesen Artikel an den Schrifsteller geschickt, der sich artig bedankte. Worauf James zurückschrieb, er, James, sei ja auch ein Schreibender, und ob er, der Schriftsteller, nicht vielleicht zufällig einen Verleger kenne, der ... So wurde von dem etablierten Schriftsteller der Kontakt zum Verleger XY hergestellt. Und seitdem erscheinen die Romane des damaligen zukünftigen Schriftstellers beim Verlag XY. Oft ausgezeichnet und mit allerlei Preisen versehen. An der hochmütigen Erhebung hat sich entweder niemand gestört oder sie wurde sogar als zeitgemäß und korrekt empfunden. Wer weiß.

Ich habe jedenfalls erkannt, daß ich für die Gebräuche der Schriftstellerzunft kein Talent habe. Wahrscheinlich verachte ich, auch wenn ich gerne und wie gezwungen schreibe und Geschichten ersinne, die ganze Veröffentlichungsbewegung und ihre kulissenhaft-allzumenschlichen Rituale doch sehr. Vielleicht ist es auch nur der Neid, daß ich nicht dazugehöre, der mich die Rituale verachten läßt. Wer weiß. Wie auch immer -- meine Haltung enthält natürlich keine Voraussetzungen, um Schriftsteller zu werden und in der Bewegung der Schriftsteller und Verlage anerkannt zu werden. Um mitzuschwimmen in der Kultur der eigenen Zeit. Ich gehöre einfach nicht dazu. Auch wenn es schmerzlich war, ich habe es rechtzeitig erkannt.

Überschätzte Sexualität

Es ist eigenartig, manchmal wirken tagesjournalistische Sätze wie ein Fanal. Das 20. Jahrhundert habe, schreibt Matthias Heine in der WELT,

"die Sexualität überschätzt. Deshalb wirkt auch [der Film] 'Wie sehr liebst du mich?' ein bisschen altmodisch: Die Macht des Eros, die hier von den Männern beim Anblick von Belluccis Luxuskörper ständig beschworen wird, hat doch durch die geschäftsmäßige Banalisierung ihr Geheimnis verloren. Aber auch das Kino (noch so eine etwas antiquierte Erfindung des 20. Jahrhunderts) war ja immer ein großer Überschätzer des Sex, und es macht Spaß hier noch einmal mit dem alten Blier alte Träume zu träumen."

Wieder ist man bei der Frage, wann der Mensch in seiner historischen Entwicklung dahin gekommen ist, sich zum Geschlechtsakt aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Und sich damit von den Tieren zu unterscheiden. Die biblische Formulierung 'sie erkannten sich' für 'sie hatten Geschlechtsverkehr', hat wahrscheinlich mehr mit tatsächlicher Erkenntnis zu tun, als wir denken. Das Paradigma der Vertreibung aus dem Paradies -- wahrscheinlich doch eine Metapher für eine Erkenntnisstufe: 'Ich und alle anderen -- wir sind alle sterblich. Unser Leben wird eines Tages enden.' Das Ende des schönen tierischen Ewigkeitsgefühls. Warum gepaart mit dem Ende des Geschlechtsakts in der Öffentlichkeit?

Allerdings ist das Tierische noch in reichem Maße da. In den Swingerclubs. Beim 'Jedermann' in Salzburg, den die Schickeria besucht, um sich selbst einmal im Jahr zu bestätigen, daß sie die Erkenntnis ihrer Endlichkeit so wenig im Hirn hat, daß sie locker ein solches Stück übersteht. Ja, mehr noch: daß sie es eben zum Event machen kann, ohne im mindesten zu leiden. Und natürlich und eben auch: im westlichen Kino, wo der inszenierte öffentliche Sex das Paradies durch einen Nebel sichtbar werden läßt.

Mittwoch, 30. August 2006

Luftschiffe

Jetzt kommen wir der Sache schon näher! Leider sieht sie, die Sache, nicht sehr erfolgversprechend aus. auf meine kurze Anfrage hin teilt Herr Dipl.-Ing. Wolfgang Hassa von der Gefa Flug GmbH in Aachen freundlich und schnell mit:

"Unsere Luftschiff haben keine Chance LKWs zu heben, da sie mit einem MTO von 900 kg und einem Eigengewichtsanteil von ca. 500 kg nur 400 kg Nutzlast haben. "

Da läßt sich schon mal hochrechnen, welche Ausmaße ein Luftschiff haben müßte, wenn es eine Lastwagenladung transportieren wollte.

Noch deutlicher wird dann bei Wikipedia in der Diskussionsabteilung der Benutzer Hadhuey. Er schreibt:

Mal zum Vergleich: Cargolifter: 160 t (geplant). Zeppelin NT: 1900 kg (derzeit größtes aktives Luftschiff). Luftschiffe sind zu teuer und wetterabhängig um als LKW-Ersatz zu dienen. Außerdem bräuchte eine entsprechende Infrastruktur sehr viel Platz. Derzeit existieren keine Luftschiffe, die es nutzlastmäßig mit einem LKW aufnehmen könnten.

Ich nehme an, ich erspare mir die Hochrechnung. In der der Seitenwind eh nicht berücksichtigt wäre. Ich antworte: "Danke, Hadhuey, das ist schon mal was! Das führt den phantasievollen Techniker natürlich zu der Frage: Lässt sich was 'Luftschiffartiges' denken, das es mit dem Lkw aufnehmen kann? Und was die Infrastruktur angeht: Autobahnen brauchen auch nicht wenig Platz und Wartung, und Lkw brauchen viel Infrastruktur." Aber das ist, zugegeben, schon sehr defensiv formuliert. Wahrscheinlich wird es also nichts mit dem neuen, stilleren Transportmittel.