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Donnerstag, 12. Mai 2022

Neues Bild eines schwarzen Lochs

 

Neues Bild eines schwarzen Lochs. Blick ins Herz der Milchstraße. Erstmals präsentieren Astronomen ein Bild des schwarzen Lochs in unserer Heimatgalaxie. Es ist erst die zweite Aufnahme dieser Art – und das Ergebnis eines wissenschaftlichen Megaprojekts. Von Johann Grolle und Jörg Römer. 12.05.2022 (spiegel.de)

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Warum wird ein solcher Kommentar beim SPIEGEL nicht direkt gebracht?

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Nein, ich habe nichts gegen diese und andere Forschungen der Astrophysiker. Im Gegenteil, ich finde sie hochspannend.

Zwei Bemerkungen aber: 

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a) Inhaltlich: "Schwarze Löcher gehören zu den ungewöhnlichsten Objekten im Universum. Sie entstehen, wenn große Sterne am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind und die Kernfusion ausgesetzt hat, die ihr inneres Gleichgewicht sicherstellte. Dann fällt ihre Masse zusammen zu einem winzigen Punkt, ihre mächtige Gravitationskraft aber bleibt erhalten."

Warum sind dann im Zentrum vieler Galaxien Schwarze Löcher? Mir fehlt da ein Erklärungsschritt.

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b) "Fiskalisch": Wir sind uns wohl einig, dass die Forschungen der Astrophysiker heute absolut ohne jede wirtschaftliche Anwendung sind. Heißt: Wir geben riesige Summen aus für unscharfe Bilder von Schwarzen Löchern und verrückte Geschichten wie die vom Urknall. Es ist ein wenig so, wie es beim Bau mittelalterlicher Dome und Kathedralen war: Zur höheren Ehre Gottes. Jetzt: zur höheren Ehre der Wissenschaft. In beiden Fällen wurde / wird nicht weiter nachgefragt. Ich finde, so alle 10 Jahre sollte das mal laut gesagt werden. Auf dass diese Wissenschaft nicht Religion werde!

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Mittwoch, 19. Januar 2022

Oliver Schröm

Dammbruch bei Cum-Ex-Ermittlungen. „Wir haben einen Kanzler, der ein Lügner ist“. Überraschung im Cum-Ex-Prozess: Ein Ex-Banker der Hamburger Warburg-Bank hat ein Geständnis abgelegt. Der Investigativ-Journalist Oliver Schröm spricht von einem Dammbruch. Im Interview erklärt er, wie es nun für Ex-Warburg-Chef Christian Olearius, Bundeskanzler Olaf Scholz und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher weitergeht – und wie ein bis in die Justiz reichender SPD-Filz in Hamburg die verwickelten Politiker schützt. Interview mit Oliver Schröm. 15. Januar 2022 (cicero.de)

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Der SPIEGEL schweigt sich im Moment da aus.

Montag, 17. Januar 2022

Rundfunkgebühren (wieder mal)

SPIEGEL-Meldung:

Großbritannien. Kulturministerin will BBC-Beitragsgebühren abschaffen. Die britische Regierung von Boris Johnson hat sich schon mehrfach kritisch zur BBC geäußert. Nun kündigt Kulturministerin Nadine Dorries einen radikalen Umbau des Finanzierungssystems der Anstalt an. 17.01.2022

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Mein SPIEGEL-Kommentar (mit Antworten), tatsächlich gebracht.

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BDLB

vor 29 Minuten

Lassen wir die Briten das Ihre in Sachen Rundfunk und Gebühren machen. Sehen wir bei der Gelegenheit auf Deutschland. Da bin ich auf mittlere Frist für eine Abschaffung der Gebühren und für eine Steuerfinanzierung des ÖRR. Müsste mit 0,1% Anhebung der Mehrwertsteuer zu schaffen sein.

Damit verbunden die Erkenntnis, ...

... dass das Internet (Nachrichten wie Unterhaltungsangebot) ein neuer großer Mitspieler ist und in Sachen Aktualität nicht zu toppen ist

... dass Institutionen, nicht nur, aber auch: der ÖRR, die Neigung haben, sich auf Teufel komm raus zu vergrößern, auch wenn die Marktlage das schon lange nicht mehr hergibt.

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LauretiavonderWolle

vor 23 Minuten

Das Problem ist, dass die bei einer reinen Steuerfinanzierung erst recht am Tropf der Regierung hängen würden. Was würde das wohl für die Unabhängigkeit bedeuten? Eben.

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BDLB

vor 16 Minuten

Wieso muss denn eine Steuerfinanzierung mit einem Durchgriffsrecht der Regierung verbunden sein?! Das ist schlicht nicht zwingend.

Außerdem besteht bei mir der Verdacht, dass die Regierungsnähe des heutigen ÖRR schon kaum noch zu toppen ist. Was nicht mit Reinregieren der Regierungen zu tun hat, sondern mit der zwingenden Tatsache, dass der ÖRR seine Mitarbeiter nach seinen gewachsenen Maßstäben rekrutiert. Wie sollte es auch anders sein. Aber auf diese Weise entsteht natürlich nach 50 Jahren eine unschöne Gleichförmigkeit in den Sendeanstalten.

Vorschlag: mal

rundfunk steuerfinanziert

in eine Suchmaschine eingeben und ein wenig nachlesen.

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BDLB

vor 10 Minuten

Mein Korrektur-Zeitfenster ist abgelaufen. Hinzufügen will ich aber noch:

... dass ein steuerfinanziertes Modell sozial viel gerechter ist als heute, wo der mit Netto-Einkommen 10.000 Euro / Monat die gleiche Gebühr bezahlt wie der mit 1.500 Euro / Monat.

Montag, 16. Dezember 2019

Patrick Bernau: Cum - Ex - Prost!

Ausgerechnet in der FAZ! Ausgerechnet Patrick Bernau!

"Cum-Ex-Banker gehören nicht in Haft"

Oder ist das doch IRONIE?

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Wer schon ein paar Mal mit dem Finanzamt zu tun hatte, der weiß: In Sachen Steuern muss man den gesunden Menschenverstand oft ausschalten. Warum ist die Pendlerpauschale für alle auf 4500 Euro im Jahr gedeckelt, aber nicht für Autofahrer? Warum erkennen die Gerichte keine haushaltsnahe Dienstleistung an, wenn die Großmutter Essen auf Rädern bestellt – wohl aber, wenn sie einen Hundesitter zum Gassigehen schickt? Irgendeine Begründung gibt es immer, zwingend nachzuvollziehen ist sie selten. Man muss sich halt an die Gesetze und an die Gerichtsurteile halten – egal, ob es dem Steuerzahler jetzt einleuchtet oder nicht. Niemand möchte dafür hinterher wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

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Kann es sein, dass der gesunde Menschenverstand soweit ausgeschaltet ist, dass man es für möglich hält, dass man sich Steuern mehrfach zurückerstatten lassen kann?! Dass das rechtens ist?!

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Rund um diesen Stichtag, wird die Aktie schnell zwischen Banken, Investoren und Fonds hin und her geschoben. Das Ziel: Verwirrung schaffen. Durch den schnellen Handel mit den Aktien kann das Finanzamt nur schwer verfolgen, wer sie eigentlich wirklich besaß. Das Ergebnis: Das Finanzamt stellt gleich mehrere Steuerbescheide aus und die Investoren lassen sich die Steuern gleich mehrfach zurück erstatten, obwohl sie teils kein einziges Mal ein Anrecht darauf hatten. (ad-hoc-news.de)

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Wenn man allerdings soweit ist, dass man annimmt, der Staat könnte, zum Nutzen von Superreichen und deren Verwaltungsadlaten, verrückt geworden sein? Ja dann...!

BB (Bäcker-Bon)

Geniale Zeilen!



Manchmal übertreffen die SPIEGEL-Formulierer sogar die von BILD!

Schwarzbrot. Finanzen. Die Bäcker machen Stimmung gegen die Bonpflicht. Wegen der Papierverschwendung. Und weil sie weiter Steuern hinterziehen wollen.



Sonntag, 14. Juli 2019

Finanzstransaktionssteuer

deutsch.rt.com: Steuergerechtigkeit / Tagesschau

Ich lese so gut wie nie RT = RUSSIA TODAY. Heute schnappe ich im Vorbeigehen das auf:

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Schon ein Mini-Steuersatz von 0,1 (!) Prozent auf die Umsätze an den deutschen Börsen brächte 40 Milliarden Euro in die Staatskasse, aber im Unterschied zu Frankreich und anderen europäischen Staaten kann sich die Regierung in Berlin nicht dazu durchringen. Das Thema "Finanztransaktionssteuer" beackern deren Vertreter seit Jahr und Tag nur, soweit publikumswirksam erforderlich. Die Aufzählung ist unvollständig, in vielen weiteren Steuergesetzen sind Regelungen versteckt, die den hiesigen Geldadel noch weiter privilegieren.

Mehr zum Thema - Ausgerechnet SPD-Finanzminister Scholz begräbt lang verhandelte Finanztransaktionssteuer

Der Staat verfügt mit dem Steuerrecht über ein umfassendes Instrumentarium zur Umverteilung. Er nutzt es seit Jahrzehnten nicht mehr für sozialen Ausgleich. (deutsch.rt.com)

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Einleitend wird da noch eine Kritik an der Berichterstattung von "Tagesschau & Co." geübt:

Statt brauchbarer Information über den Staatshaushalt und das unsoziale Steuersystem serviert ARD-aktuell dem Publikum Placebos. Aktuell zeigt sich dies an der Berichterstattung zur Grundsteuer-Reform, bei der wesentliche Hintergründe ausgespart werden. | von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam | Wer verantwortlich für sich und die Seinen entscheiden will, braucht exakte Informationen über sein Soll und Haben sowie über seine Handlungsoptionen. Wer als Staatsbürger verantwortlich über die Geschicke der Nation mitreden und -befinden will, muss wissen, wie es um Staatsvermögen, Staatseinnahmen und -ausgaben steht. Offiziell wird das Hochglanzbild vom "mündigen" Bürger gepflegt, für den sich Michel Piefke und Lieschen Kraushaar halten sollen. Tagesschau & Co. sorgen allerdings mit ihren regierungsfrommen und systemkonformen Nachrichten dafür, dass zwischen Behauptung und Wirklichkeit Welten liegen.

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Der Gedanke der Besteuerung von Börsenumsätzen ist meiner Lektüreerfahrung nach nicht nicht neu, auch um windige Leerverkäufe und das wilde Herumschieben von unvorstellbar großen Beträgen im Online-Aktienhandel einzudämmen. Warum er, dieser Gedanke, sich nicht durchsetzen lässt? Eine Frage, die meinen Wissenshorizont übersteigt ...

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Grundlegende Informationen unter Wikipedia / Finanztransaktionssteuer

Befürworter einer Finanztransaktionssteuer versprechen sich erhebliche Steuereinnahmen ohne größere Verzerrungen in der realen Wirtschaft auszulösen.[4] Nach Schätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) z. B. lägen die Einnahmen, bei einem Steuersatz von 0,05 Prozent auf alle Finanztransaktionen, in Deutschland zwischen 0,7 und 1,5 Prozent des BIPs, in der EU zwischen 0,9 und 2,1 Prozent des BIPs.[42] In Deutschland wären dies rund 17 bis 36 Milliarden Euro, für die gesamte EU etwa 110 bis 250 Milliarden Euro.

Skeptiker der Steuer nehmen höhere Verhinderungseffekte der Finanztransaktionssteuer auf den Derivatehandel an. Bei entsprechend nicht stattfindendem hochvolumigem Kurzfristhandel werden auch keine Steuern daraus generiert. Sie prognostizieren des Weiteren eine Umgehung der Steuer durch Geschäftsverlagerungen an Handelsplätze ohne Steuer. Als historisches Beispiel für eine derartige Entwicklung wird in der politischen Debatte die Einführung der 1992 wieder abgeschafften Börsenumsatzsteuer in Schweden 1985 herangezogen, bei der die Steuerpflicht nur vom Ort der Transaktionsdurchführung abhing und anstelle der von der Regierung geschätzten Einnahmen von umgerechnet jährlich 165 Mio. Euro nicht mehr als 9 Mio. Euro erlöst wurden.

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Die Programme der Parteien im Bundestag zu diesem Thema:

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Die Grünen, 2018: Finanztransaktionssteuer einführen: Jetzt!


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AfD: "Eine Finanztransaktionssteuer unterstützen wir, wenn sie an allen Handelsplätzen, auch außerhalb der EU, eingeführt und nationalstaatlich vereinnahmt wird. Andernfalls käme es nur zu einer Verlagerung der Handelsaktivitäten."

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(Wird fortgesetzt!)

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Berichte:

Zehn EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, Slowenien und die Slowakei) entwickeln derzeit im Rahmen einer sog. Verstärkten Zusammenarbeit ein gemeinsames System zur Besteuerung von Finanztransaktionen. Ziel der Finanztransaktionssteuer ist es, dass der Finanzsektor einen angemessenen und substanziellen Beitrag zu den öffentlichen Finanzen leistet. Hintergrund sind die erheblichen Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Daneben soll als generelles Ziel die Harmonisierung der Gesetzgebung auf dem Gebiet der indirekten Steuern in der EU weiter vorangetrieben werden. (cmshs-bloggt.de)

Montag, 8. Juli 2019

Berlin: "Qualitätskontrolle von Drogen"

Notizbuch

Wie sich doch Traditionen erhalten: "Du bist verrückt mein Kind! / Du musst nach Berlin!"

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Gratistickets, Mietendeckel, Grundeinkommen. Berlin sagt "Danke, Deutschland". Exklusiv für Abonnenten. Wer zahlt eigentlich für das süße Leben der Hauptstadtbewohner? Ich fürchte: Sie! Eine Kolumne. Von Alexander Neubacher 05. Juli 2019. Alle sparen. Nur wir hier in Berlin lassen es uns gut gehen. Unsere rot-rot-grüne Landesregierung hat eine ganze Reihe neuer Leistungen beschlossen, von denen die Münchner Notnickel, Stuttgarter Furzklemmer, Frankfurter Sparbrötchen und Hamburger Pennschieter nicht zu träumen wagen. ... Die Berliner Gesundheitsbehörde richtet Stellen zur Qualitätskontrolle von Drogen ein. Hier kann man, kostenlos und anonym, Ecstasypillen auf ihren Bums testen lassen, bevor man sie auf der Party einwirft. (spiegel.de)

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Freitag, 1. März 2019

"Ein qualitätsvoller öffentlich-rechtlicher Rundfunk ..."

Notizbuch

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Ich lese die Beiträge von Norbert Frei in der SZ ausgesprochen gerne. Heute also zur Framing-Expertise, die der WDR hat anfertigen lassen und die er, der WDR, aus Rundfunkgebühren fürstlich (!) honoriert hat. Heute auf Seite 5 der SZ.

"Rahmungen. Ein qualitätsvoller öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist heute wichtiger denn je. Er sollte es seinen Gegnern nicht so ungeheuer leicht machen. Von Norbert Frei. || Für ihren kürzlich bekannt gewordenen „Framing“-Unfug ist die ARD völlig zu Recht, inzwischen aber auch zur Genüge, durch den Kakao (und Schlimmeres) gezogen worden. Wer immer das Gutachten vor zwei Jahren bestellt und abgenommen hat: Er oder sie sollte die sowohl demokratiepolitisch als auch ethisch mehr als zweifelhafte Banalitätenparade nachträglich aus eigener Tasche bezahlen müssen. Es kann übrigens nur jemand gewesen sein, dem die deutsche Sprache und Syntax so wenig bedeuten wie Interpunktion und Grammatik, denn auch diesbezüglich ist das mittlerweile im Netz nachzulesende „Manual“ aus dem ominösen „Berkeley International Framing Institute“ eine hanebüchene Veranstaltung."

Manchmal ist es dann aber auch wichtig, die Feinheiten zu betrachten. Dass ein "öffentlich-rechtlicher Rundfunk ... heute wichtiger denn je" sei, das mag so sein. Die Frage ist nur: in welcher Größenordnung? Müssen so viele einzelne Sendeanstalten sein, oder würde Nord - Süd - Ost - West nicht doch genügen? Muss die Spreizung der Gehälter vom Intendanten zum 'festen freien Mitarbeiter' wirklich so groß sein? Wir haben ja die Debatte um die Gehälter, die den Chefs der großen Unternehmen im Verhältnis zum Facharbeiter gezahlt werden. Ließe sich da nicht auch ein Rahmen (!) für die Rundfunkanstalten ableiten? Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Institutionen, Körperschaften, eben auch Sender wie Individuen reagieren: Sie wollen bleiben und wachsen. Komme was da wolle. Aber kann man diese Dinge auf Dauer finanzieren? Mit einem Einheitshonorar, das die Gutverdienener kaum, die Wenigverdiener aber immens belastet?

Vor allem aber -- ACHTUNG! -- müssten die neuen Freizeit- und TV-Sehgewohnheiten erforscht und berücksichtigt werden. Meine Kleine Umfrage im Bekanntenkreis letztens ergab: Kaum jemand schaut noch so richtig fern. Filme kommen von Netflix, Maxdome oder sonstwo aus dem Internet. Ohne Werbeunterbrechung. Nachrichten jederzeit und eben bei Bedarf über das Internet. Daraus folgt: Öffentlich-rechtliche werden sehr selten "besucht", weil abgedroschen-langweilig oder hochgestochen-belehrend. Höchstens mal eine politische Talkrunde, wenn das Thema interessiert. Die Privaten schon gar nicht, wegen der übermäßigen Werbung und der Dschungelcampisierung.

In einer solchen Situation müssen sich die ÖRR dran machen, deutlich und bald: extrem kleiner zu werden. So grundsätzlich aber mag Norbert Frei die Sache denn doch nicht anpacken.

Donnerstag, 30. August 2018

Rechtsradikale, die Oberwasser erhalten


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Aliaxe #4
Ja, es ist eine Schande, dass Rechtsradikale die Oberwasser erhalten und nun offen ihre Aggressivität zeigen. Es ist aber auch eine Schande, dass Medien unreflektiert aufgrund von twittermeldungen zweifelhafter Herkunft, news raushauen müssen.
Die organisieren Rechtsradikalen dringen dort in die Stuben der ‚Normalbürger‘ vor, wo diese sich von der etablierten Politik vernachlässigt fühlen. Es schleicht sich für viele der Eindruck ein, dass der Staat gegen insbesondere kriminelle Flüchtlinge keine Chance hat, während man die hiesige Bevölkerung mit scheinbaren Reformen hinhält. Da kommt ein solcher Anlass wie in Chemnitz nur recht. Wenn dann viele der demonstrierenden in die gewaltsame rechte Ecke gestellt werden fühlen diese sich bestätigt. Der beste Ausweg gegen Rechts ist, diesen Gruppen keine Gründe zu geben so stark zu werden.

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BDLB #4.1

"Der beste Ausweg gegen Rechts ist, diesen Gruppen keine Gründe zu geben, so stark zu werden."

Gut! Jetzt müssen Sie nur noch drei Stufen konkreter werden.

1. Wer sind die Bürger, die da gefährdet sind und welche Bürger sind eh schon nach Rechts hin verloren (Parteienspektrum und Ansichten)?

2. Was sind die "Gründe", und wie sollen diese Gründe abgeschafft oder beiseite geschafft werden?

3. Ist die Gesellschaft, wenn die Gründe abgeschafft sind, nicht die Gesellschaft, die die Rechten eh wollten?

Antwort auf #4 von Aliaxe

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Wendekind1989 #4.9
1.1 Gefährdete Bürger = Von extremen Gedankengut sind stets jene gefährdet, die sich bedroht fühlen oder das Gefühl haben nicht mitzukommen, ausgestochen zu werden oder vernachlässigt zu sein. Spaßfakt: Da es auf einer Gefühlsebene stattfindet ist das Ganze nur äußerst schwer mess- und greifbar.

1.2 Verloren sind wohl auch hier (wie bei jedem Extrem) all jene, die Gewalt gut heißen, diese provozieren oder selbst ausführen. Gewalt-"Tolerante" sollte noch rettbar sein.

2. Gründe für die Probleme:

2.1 Die fragwürdige Sicherheit der Rente
2.2 Die erlebte Vernachlässigung von Infrastruktur
2.3 Die Schwierigkeiten prekärer Arbeitsverhältnisse (Zeitarbeit, Minijobs, Arbeitslosigkeit im Alter)
2.4 Verfallene Schulen/Mangelnde Investitionen in Bildung
2.5 Rettung von "systemrelevanten" Kapitalhochburgen zur Finanzkrise - Das Ding scheint gradezu Katalysator zu sein
2.6 Leere Wohnungsmärkte / Steigende Wohnkosten / Mieten
2.7 Zinslosigkeit (der Kleinsparer liebt Zinsen, ob inflationsbereinigt noch etwas stehen bleibt spielt dabei einfach keine Rolle, so weit zu denken ist nicht jedem zumutbar)
2.8 Die dem gegenüberstehende Steuerbelastung

Wichtig: Auch hier sind gefühlte Gründe wichtiger als tatsächliche. Der Tunnelblick der Wut ist für Rationalität vieler Orts schon zu eng.

3. Nein. Es wäre ein starker Sozialstaat in dem ein "Wir schaffen das!" So gut wie niemanden gestört hätte - eher sogar einer in dem ein vertrauensvolles "Wir schaffen es alle gemeinsam, wie immer"1/2

Antwort auf #4.1 von BDLB

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Dank für die ausführliche Antwort!

Vieles kommt mir richtig vor; bei 3. habe ich aber noch so meine Zweifel. Es sind die bekannten Kosten, die Menschen mit niedrigem Einkommen das "Wir schafffen das!" in ein "Mit wieviel Steuermitteln schaffen wir das?" umformen lassen.  Und dann sind da, wie ich sie  nenne: "Leuchtturmvorkommnisse". Bestimmte Verbrechen wie die Ermordung von Maria L. in Freiburg stechen so aus den kriminellen Taten heraus, dass sie die Stimmung massiv belasten.

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Fortzsetzung (eingefügt am 31.08.2018, 09:30)

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Lorenz_01 #4.20


Hier meine Sichtweise:

"1. Wer sind die Bürger, die da gefährdet sind ..."

Alle, die sich weder zu den politischen Rändern hingezogen fühlen (NPD, freie Kameradschaften, Antifa) noch zu den wohlhabenden 10-15% gehören, die in den "besseren Vierteln" wohnen, kaum ÖPNV nutzen bzw. sich Sicherheit kaufen können.

2. Was sind die "Gründe", und wie sollen diese Gründe abgeschafft oder beiseite geschafft werden?

Fehlende Differenzierung zwischen Asylberechtigten und Migranten, Nichtabschiebung abgelehnter Asylbewerber, vor allem von Straftätern, zu wenig Polizei und zu geringe Kompetenzen, Recht und Sicherheit durchzusetzen (anlasslose Kontrollen, Videoüberwachung, Platzverweise und Aufenthaltsverbote)

3. Ist die Gesellschaft, wenn die Gründe abgeschafft sind, nicht die Gesellschaft, die die Rechten eh wollten?

Die Gesellschaft, die die extremen Rechten will, wollen die wenigsten. Allerdings durchaus eine Gesellschaft mit einem "starken Staat", der im Zweifelsfall die Interessen der Mehrheit der Bürger denen der Minderheit überordnet. Wenn man das als "rechts" sehen wil,, meinentwegen. Ich halte es für demokratisch geboten und notwendig, um der Radikalisierung auch "ganz normaler Bürger" entgegen zu wirken.

Antwort auf #4.1 von BDLB



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chri.s #4.24

1. Alle, die nicht radikal Links sind

2. Zu hören, Lebenswirklichkeit verstehen, diese in progressive Politik münzen, nicht bevormunden. Keine als falsch Emotionalisierung deren Anhänger. Fakten, ansonsten braucht man sich nicht wundern, wenn diese nicht mehr Wahrgenommen werden, auch wenn es Tatsachen sind.

3. Nein, denn wenn nur radikale Methoden Wirkung zeigen, werden nur radikale Methoden Wirkung zeigend angewandt. War denn FJS ein Nazi? Aber er hat die Rechten gut aufgefangen (klar, die Linken hassen Ihn trotzdem, aber besser ein Stramm Konservativer CSUler, als die NSDAP, oder?)

Antwort auf #4.1 von BDLB


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MoliSame2 #4.46

Intelligente Politik, das Interesse an den Menschen, die hier seit Generationen leben und die ehrliche öffentliche Auseinandersetzung mit den Themen, die seit 2015 hochintensiv in diese deutsche Gesellschaft eindringen (ja!) und die Bereitschaft mit den Betroffenen zu reden, kann die Mitte wieder stärker machen. Zur Erinnerung die Wanderungsbewegung der Wähler bei der vergangenen BW zur AfD: 400.000 Wähler der Linken, 500.000 der SPD und 1 Mio. der CDU/CSU!
Wenn es nicht gelingt, diese Wähler zurückzuholen, dürften sich die Sorgen des Autor verfestigen. Ich bezweifele aber, dass seine Apelle in die richtige Richtung gehen und in einer angemessenen Sprache verfasst sind. Und dann brauchen wir für die Überzeugungsarbeit bei den weniger Privilegierten nicht Leute, die in die eigenen Projekte verstrickt sind, sondern seriöse Analysten und Beobachter der Gesellschaft, die in der Lage sind nach beiden Seiten überzeugend zu wirken. So zum Beispiel
Heinz Buschkowski, Constantin Schreiber, Rüdiger Safranski, Julian Nida-Rümelin, in Teilen Peter Scholl-Latour oder Paul Collier. Solange diese Journalisten, Philosophen, Lokalpolitiker oder Ökonomen nicht einen vergleichbaren Stellenwert auch in diesem Medium eingeräumt bekommen wie "die üblichen Verdächtigen" aus der linksliberalen Ecke, die in schönem sozialpsychologischen Jargon ganze Bevölkerungsteile pathologisieren, wird die Gesellschaft weiter gespalten und den rechten "Ratten"fängern in die Hände gespielt.

Antwort auf #4.1 von BDLB

Preise: Springer Wissenschaft u. a.

Reden wir mal wieder von wissenschaftlichen Büchern und Ihren Preisen, heute.

Ich war soeben auf der Suche nach einem Buch von Carl Gustav Hempel, das ich im Gedächtnis als "Erklären und Verstehen" hatte. Ich besitzte das Buch, aber ich will nicht zum Regal laufen, das sich ein paar Zimmer weiter befindet. Ich habe das Buch im Internet auf Anhieb nicht gefunden und bin zu Amazon gegangen, einfach um zu schauen, ob es denn da nicht angeboten wird. Suchergebnis: Ganz oben habe ich das Folgende gefunden. (Ich gebe die Fundstelle im Volltext wieder.)


Historical Perspectives on 'Erklären and Verstehen'. (Archimedes, Band 21) 14. März 2012. Von Uljana Feest. Taschenbuch EUR 129,52. Prime Lieferung morgen, 31. August. Andere Angebote EUR 123,20. (8 gebrauchte und neue Artikel) Kindle Edition EUR 137,57

Ein Taschenbuch für 130 Euro! Das in der Kindle-Version nicht etwa 10 bis 20 Prozent billiger ist, sondern -- nun ja: teurer!

Ist es denn wenigstens ein 1000-Seiten-Wälzer? Auf der eigentlichen Angebotsseite findet sich:

Produktinformation Taschenbuch: 328 Seiten Verlag: Springer; Auflage: 2010 (14. März 2012) Sprache: Englisch ISBN-10: 9400731345 ISBN-13: 978-9400731349 Größe und/oder Gewicht: 15,5 x 1,9 x 23,5 cm.

Da sind wir wieder! Gut 300 Seiten, 130 Euro. Die großen internationalen Wissenschaftsverlage machen Reibach auf eine -- wie soll man das anders nennen als: auf unverschämte Weise.

Der Kreislauf ist, beginnend in den 1980er Jahren, wohlbekannt: Die Bibliotheken haben bei 'spezialisierten Büchern' weniger Exemplare angeschafft. Mit Beginn der EVD und des Online-Büchersuchens wurden die Universitätsbibliotheken und die Institutsbibliotheken an den Universitäten zu einer Großbibliothek verbunden. Voraussichtlich wenig ausgeliehene Bücher waren dann nur noch in ein oder zwei Exemplaren vorhanden. Kurz: der Absatz der großen wissenschaftlichen Verlage ging zurück.

Und wie hat man das seitens der großen Verlage aufgefangen? Durch wahnsinnige Preise!

Das hat eine Spiralentwicklung in Gang gesetzt: höhere Preise > weniger Exemplare > höhere Preise ...

Bleibt wieder die Frage: Warum haben die deutschen Universitäten nicht schon längst eigene Universitätsverlage gegründet? In Eigenregie, mit den üblichen Vorgehensweisen. Wo peer review vorgesehen ist -- auch bei den heutigen Verlagen  ja eine Leistung, die von Universitäts- und Forschungseinrichtungsleuten geleistet wird --, da eben PR. Sonst: Dissertationen, Habilitationen, die Bücher der Wissenschaftler, die sonst so geschrieben werden.

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Nennen wir mal Ross und Reiter. Die großen privatwirtschaftlichen Ausbeuter der Steuerzahler via Universität-Bücheretat:
  • Elsevier
  • Springer Wissenschaft
  • de Gruyter (nach dem Aufkauf-Zug, der alte geisteswissenschaftliche Verlage in eine Hand brachte; ein eigenes Kapitel)
  • Olms (mit der Tradition des Verkaufs von gebundenen Fotokopien copyrightfreier alter Bücher. Vgl. hier.)
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Für den Einstieg: 

LESART / ARCHIV | Beitrag vom 24.01.2018. Debatte um Wissenschaftsverlage. Deutschland vs. Elsevier. Leonhard Dobusch im Gespräch mit Frank Meyer.

Und dann -- die Suche bringt eine reiche Auswahl!


Mittwoch, 14. März 2018

Was ist soziale Gerechtigkeit?

Drei Meldungen kommen zusammen: 

  1. Jens Spahn meinte, dass man mit dem geltenden Hartz IV / Sozialhilfe durchaus leben könne.*
  2. Der WDR-Intendant verteidigt sein Angestellten-Jahresgehalt von 399 000 Euro gegen Neid-Debatten.**
  3. Der VW-Chef Müller hat seine Deckelung auf 10 Mio. Euro / Jahr nicht ganz halten können; es wurden am Ende doch 10,2 Mio.**

* "Hartz IV heißt eigentlich Arbeitslosengeld II und ist Teil der staatlichen Grundsicherung. Dieses Geld ist für Menschen ohne Job gedacht, die aber eigentlich arbeiten könnten. Rentner, deren Einkommen nicht zum Leben reicht, können Grundsicherung beantragen. Das Ziel ist jeweils ein "menschenwürdiges Existenzminimum". Die Grundsicherung ist das unterste Netz des deutschen Sozialstaats. Finanziert werden die Leistungen aus Steuergeld. Wie hoch ist die Grundsicherung? Vereinfacht gesagt zahlt der Staat die lebensnotwendigen Ausgaben und die Wohnung. Im Amtsdeutsch heißt das "Regelbedarf" und "Kosten der Unterkunft". Der Regelbedarf soll Ausgaben für Ernährung, Kleidung, Körperpflege und Hausrat decken. Die Summe bemisst sich danach, ob jemand allein lebt oder mit Partner und Kindern. Ein Kriterium ist auch eigenes Einkommen, das angerechnet wird. Das Geld soll reichen, um "am sozialen und kulturellen Leben" teilzunehmen. Grundsätzlich steht es jedem Empfänger frei, wie er das Geld ausgibt." (morgenpost.de)

** Bericht: Hier in diesem Blog.

*** "Was ist das erbärmlichste Argument, das einem Spitzenmanager einfallen kann, wenn ihm sein völlig überzogenes Gehalt vorgeworfen wird? "Dafür ist der Aufsichtsrat zuständig." | VW-Chef Matthias Müller, der für 2017 insgesamt 10,2 Millionen Euro Einnahmen erhält, war sich tatsächlich nicht zu schade, genau so zu argumentieren. Formal richtig, moralisch eine Katastrophe. Während VW weiter gebeutelt ist von früherem Missmanagement und Betrug, stopft sich der Vorstand die Taschen voll, als sei nichts geschehen - darauf muss man erst einmal kommen." (Kommentar von Marc Beise: Die Gier hat einen Namen, sueddeutsche.de)

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Jetzt ist es also so: Wir streiten nicht nur um die Sozialhilfe, sondern auch um die moralische Obergrenze des Gehalts. (Das mit dem Unternehmergewinn und -risiko ist noch mal eine andere Sache. Hierzu habe ich heute so schön gelesen: Sean Quinn: Vom Milliardär zum Tellerwäscher. Von Melanie Amann. (faz.net)) 

Einige Gedanken, die meist nicht neu sind:
  1. Was man "wirklich zum Leben" braucht -- schwierig, schwierig. Alles läuft auf die alte Frage hinaus: Wie verifiziert man Behauptungen? Gibt es in solchen Fragen ein Verfahren, um einen Konsens zu justieren? 
  2. Entsprechendes gilt für " moralische Obergrenzen".
  3. Mit Neid haben Kritik an extremen Gehältern in der Regel nichts zu tun; eher schon mit der Frage nach Gerechtigkeit und Verteilung. (Besonders schön am Tom-Buhrow-Gehalt zu sehen: Da zahlen ja alle, auch die Leute mit wenig Geld, ihre Rundfunkbeiträge zwangsweise.)
  4. Für bestimmte Menschengruppen bemisst sich der Sinn ihres Daseins am Erfolg und der Erfolg am Geld, das sie bekommen. Schwer zu ändern. Man kann diese Menschen als arme Hascherl oder als Normalos sehen, je nach eigenen Voraussetzungen.
  5. Die grundlegendste aller existentiellen Tröstung hat das Leben immerhin: "Da ist der allerärmste Mann / dem Andern viel zu reich, / das Schicksal setzt den Hobel an / und hobelt alle gleich."
Meine Überlegung: Es sollte ein Steuersystem geben, das asymptotisch oben wie unten ist. Über den oberen und unteren Grenzwert wird gestritten, und der Bruttgehalt-Betrag wird am Ende per Abstimmung festgelegt. Die untere Grenze, ab der man überhaupt Steuern zahlt, wird so bestimmt: Die Steuersumme muss 30% ... 50% über dem bürokratischen Aufwand für das Eintreiben dieser Steuer liegen.

Dienstag, 16. Januar 2018

Kosten Migration (Beispiel)

"*** Damit reden wir immer noch über von Kosten von bis zu 75 Milliarden € pro Jahr, für die der Staat Vorsorge treffen oder die als versteckte Schulden anfallen. ***

Ich halte Sie nicht für besonders intelligent, wenn Sie auf solche Falschinformationen hereinfallen - 75 Milliarden jährlich für 1 Mio. Einwanderer wären € 75.000 jährlich je Einwanderer."

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Zwischen "Intelligenz" und "eine Information für korrekt halten" würde ich keine Verbindung herstellen, von "offensichtliche Ungereimtheiten akzeptieren" mal abgesehen. Jeder sucht sich das, was seine Meinung stützt. Wenn er nicht wirklich selbstkritisch zu Werke geht.

Nur mal so als Beispiel: "Für die Unterbringung in einer Erstaufnahme-Einrichtung zahlt Hamburg beispielsweise 1951,11 Euro pro Flüchtling und Monat. 856 Euro davon sind Miete und Personalkosten, 434 Euro für Essen und Trinken – 1100 Euro für Kinderbetreuung, Fahrkosten oder Hygieneartikel." Grob gerundet: 24.000 Euro pro Jahr. Jetzt fehlen aber alle Nebendinge: Verwaltung BAMF usw. Rechtsanwälte / Gerichtsverfahren. Ggf. Abschiebungskosten. Sollen die Kosten für zusätzliche Lehrer / Schulgebäude mit dazugerechnet werden? Usw. (morgenpost.de)

Vernünftig wäre es, wenn alle Parteien mal ihre Modellrechnungen einzeln veröffentlichen würden. Das würde mich interessieren.

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Auf die Idee, mal selbst zu addieren, bin ich zunächst nicht gekommen: 856+434+1100 = 2390

(zeit.de)

Mittwoch, 27. Dezember 2017

"Die Reichsten der Reichen sind ..."

Wenn ich zum Beginn des neuen Jahres über die Ungleichheit unter den Menschen nachdenke, werde ich von dieser Meldung ausgehen:

BEZOS, BUFFETT & CO. Die Reichsten der Reichen sind 1.000.000.000.000 Dollar reicher. 27.12.2017 || Weil die Aktienkurse steigen, sind die wohlhabendsten Milliardäre des Planeten noch vermögender. An der Spitze der Rangliste hat es einen Wechsel gegeben. || Die robuste Wirtschaftsentwicklung und die gestiegenen Aktienkurse haben den wohlhabendsten Menschen der Welt in diesem Jahr einen kräftigen Vermögenszuwachs erbracht. Sie sind im in wenigen Tagen zu Ende gehenden Jahr 2017 um beinahe 1 Billion Dollar reicher geworden -- in Zahlen 1.000.000.000.000 Dollar. Das ergibt sich aus der Milliardärs-Rangliste, die der Finanzdienst Bloomberg täglich erstellt und veröffentlicht. Darin enthalten sind die 500 reichsten Personen der Welt. Insgesamt kommen die Milliardäre darin auf ein Vermögen von 5,3 Billion Dollar (Stand zweiter Weihnachtsfeiertag), was sich mit 4,4 Billion Dollar vor einem Jahr vergleicht. Der Anstieg um 23 Prozent übertrifft dabei sogar den Zuwachs etwa des breiten amerikanischen Aktienleitindexes S&P 500. (faz.net)

Leitfragen: 

  • Wie hängen Reichtum und Macht zusammen, und was unterscheidet Macht und Reichtum?
  • Würden die Superreichen aufhören zu wirken -- von "arbeiten" kann man wohl kaum sprechen --, wenn in einem neuen, anderen Wirtschaftssystem ihr Vermögen asymptotisch gedeckelt würde und das so entnommene Geld zu einer, wiederum asymptotischen, Angleichung der weltweit Armen an eine allgemeine Untergrenze verwendet würde?
  • Wenn wir vom Gini-Index und einem Glücklich-Index ausgehen, wie hängen Ungleichheit und Glücksgefühl in den verschiedenen Nationalstaaten zusammen? Oder korrelieren beide Größen nicht?

Dienstag, 3. März 2015

In Sachen Griechenland-Schulden

Wenn man die Argumentation in Sachen Griechenland-Schulden versachlichen will, muss man zuerst drei Fragen stellen:
  • Was könnten die Griechen tun, um mittelfristig aus diesem Haushaltsschlamassel rauszukommen? (Vorschläge möglichst konkret, bitte!)
  • Wie könnte Rest-Europa dabei helfen?
  • Welche Spannweite der Interpretation gibt es zwischen Griechen bzw. Griechenverstehern und Griechenland-Abschreibern und Grexit-Befürwortern?
In Sachen Konkretheit, dieser Bericht aus FOCUS MONEY


Frage: Ist es wirklich ein griechischer 'Volkssport', den Staat in Sachen Steuern und Abgaben zu hintergehen? Wenn nein, wie verhält es sich dann wirklich? Wenn ja, was könnte man tun, um das zu ändern? Oder eben: Man sollte das als einen Teil der griechischen Folklore hinnehmen.

Die Griechenland-Abschreiber sagen natürlich: "Ganz einfach: Raus dem Euro, und zwar schnell! Die sollen gefälligst wieder für sich rumwurschteln und dann die Zeche auch selbst zahlen!" Ich aber, der ich, nicht nur wegen des Zurücliegenden Altgriechisch-Lernens kein Griechenland-Abschreiber bin, ich frage natürlich doch: Was könnten die Griechen mittelfristig tun? Denn die Antwort: "Na ja, sie sollten sich, so lange Griechenland existiert, von den anderen Staaten kräftig alimentieren lassen!", diese Antwort gibt ja wohl keiner.

Donnerstag, 12. September 2013

Keine Polizei auf Schalke -- nirgends!

Tja, jetzt haben wir den Salat! Wobei dieser Salat vorauszusehen war.

14:48 Uhr | Die Polizei will sich bis auf weiteres aus der Schalke-Arena zurückziehen. || Der umstrittene Polizeieinsatz in der Schalke-Arena beim Spiel gegen Saloniki mit 80 Verletzten hat ein Nachspiel: Die Polizei will künftig im Stadion keine Präsenz zeigen. Das Vertrauensverhältnis zum Verein sei nachhaltig gestört - ein Präzedenzfall. (TAGESSPIEGEL Online)

Verwunderlich ist doch nur, dass in einer Demokratie, in der jede Interessengruppe in Sachen Geld sofort auf die Barrikaden geht, die Nicht-Fußball-Anhänger nicht längst schon dafür gesorgt haben, dass Steuergelder nicht mehr für Fußballstadien und sonstige Spezialereignisse ausgegeben werden. Lässt sich doch alles über Veranstalter-Einsatz plus verpflichtenden Versicherungsschutz und Ordnungsamt-Kontrolle der vorgeschriebenen Maßnahmen regeln.

Donnerstag, 8. August 2013

Rettungsfonds EFSF

Um das mal in Relation zu setzen: "Rettungsfonds EFSF. Deutschland haftet bislang mit 95,3 Milliarden Euro." (FAZ)

95.300.000.000 Euro. Steuereinnahmen D 2012: 613.530.000.000. Der Anteil, wenn ich mich beim Kopfrechnen nicht vertan habe: gut 1/6 = gut 15% der deutschen "Jahreseinnahmen". Ist das mit der Haftung jetzt viel oder wenig?

Dienstag, 23. April 2013

Stichworte: Uli Hoeneß und die Steuer


Ein extrem komplexes Thema. Sport, ehemalige Sportlichkeit, Geschäfte, Raffgier* eines scheinbar unüberwindlich Starken und dabei Sympathischen. Das Aussehen auch: der dickliche Wurstfabrikant. Und vor allem: U. H. in der Defensive. Die er nicht kennt. Aus der heraus er gleich wieder angreifen und drohen will. Gegen die Berichterstattung. Das Bild des Adligen, der das Grollen der Revolution als das unsachgemäße Tun der Dienstboten in der Küche deutet. Die Frage ist, ob die Spieler, heute oder in einer Woche, schon die ganze Angelegenheiten ins Hirn lassen und entsprechend schlechter spielen. Man wird es sehen.

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| * Das Wort hört sich allgemein an. Aber mal ein reines Gedankenspiel: Wenn UH, sagen wir: Privatbesitz von 80 Mio Euro hat. Teilweise an der Steuer vorbei also pro Jahr 1 Mio Steuern zahlt auf die schöne Kapitalvermehrung. Und bei vollkommener Ehrlichkeit 3 Mio gezahlt hätte. Da bleibt, hin oder her, auch bei der Ehrlichkeit genug für ein luxuriöses Leben. Warum also den Ruf und das Leben aufs Spiel setzen?! Weil einer ein Spieler ist, der den Nervenkitzel braucht, das Leben auf des Messers Schneide? Wenn er dann abrutscht und sich rittlings auf die Schneide setzt ...?

Donnerstag, 18. April 2013

Einkommen: Freiheit vs. Voyeurismus?

Ich weiß einfach nicht, wie ich zur Öffentlichungmachung der französischen MinisterInnen-Vermögen stehen soll.

"Deklarieren, Kontrollieren, Sanktionieren steht für die Transparenz", sagt Parlamentspräsident Claude Bartolone, selbst Mitglied der Sozialisten, aber "Veröffentlichen steht für den Voyeurismus". (STERN Online)

Wie sollte das aussehen, wenn deklariert und kontrolliert wird, aber keiner erfährt das Ergebnis?

Da steht die "Affäre Cahuzac" noch im Raum.

Und wenn ich richtig informiert bin: In Schweden steht die Steuererklärung jedes Bürgers im Internet. Oder kann einfach beim Finanzamt erfragt werden. Ist so, oder? Ja, ist so. Wäre doch mal eine Idee für ganz Europa ...


Samstag, 16. März 2013

Milliardenschaden für deutschen Fiskus

Auch das noch! Jaja, nur die Blöden arbeiten und zahlen Steuern. Die Experten lassen arbeiten und zahlen keine Steuern. Gell, Herr Brüderle!

SZ 16. März 2013 Milliardenschaden für deutschen Fiskus
Schwerer Betrugsverdacht gegen Banken

Die HypoVereinsbank soll den Fiskus um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Geldinstitute und Händler sollen den deutschen Fiskus durch kriminelle Aktiengeschäfte um viele Milliarden Euro geprellt haben. Jetzt ermitteln Staatsanwälte in Hessen und Bayern unter anderem gegen Beschäftigte der HypoVereinsbank. Bei den betreffenden Geschäften sollen die mutmaßlichen Betrüger äußerst trickreich vorgegangen sein.

Freitag, 11. Mai 2012

Romney: nur 15 Prozent Steuern

Kurz notiert:

"US-Wahlkampf || Warum Romney nur 15 Prozent Steuern bezahlt Mittwoch, 18.01.2012 || In der Defensive: der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney Multimillionär und US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gab bekannt, dass er nur 15 Prozent Einkommenssteuer bezahlt. Damit entfacht er erneut die Debatte um die soziale Ungerechtigkeit in den USA. || In einer TV-Debatte am Montagabend war US-Republikaner, Mitt Romney, einer Antwort auf die Frage ausgewichen, ob er seine Steuerunterlagen öffentlich machen werde. Unter wachsendem gesellschaftlichem Druck hat der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur die Offenlegung seiner Steuererklärung angekündigt. Der Multimillionär räumte am Dienstag vor Journalisten in South Carolina ein, dass er nur rund 15 Prozent Einkommenssteuer zahle. || Romney erklärte seine geringe Steuerlast damit, dass sein Einkommen überwiegend „aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen“ stamme. Der Politiker erwarb sein Vermögen in den 1980er und 1990er Jahren als Chef der Investmentfirma Bain Capital. Während Kapitaleinkünfte in den USA nur mit 15 Prozent besteuert werden, liegt die Steuer auf Lohneinkommen bei bis zu 35 Prozent. Romneys Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Dollar geschätzt. Wie viele andere wohlhabende US-Bürger profitiert der Ex-Gouverneur von Massachusetts von den unter Ex-Präsident George W. Bush eingeführten Steuervergünstigungen."

(Quelle: Focus Online)

Was sagen wir nun dazu?

Ich sage dazu, dass die USA und, ausgerechnet, die VR China in der sozialen Ungleichverteilung echte Verbündete sind.