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Samstag, 17. Dezember 2011

Die arabische Revolution ...

... zerstört sich selbst. Im Radio ein Bericht über die Situation in Tunesien nach Ben Ali.

"Er werde die Islamisten nicht mehr wiederwählen. Er werde überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen."

Das Land kann schlicht keine Demokratie. Nennen wir doch einmal die politisch doof, die solches nicht anerkennen können. Demokratie setzt so einiges voraus. Was denn eigentlich?

Niemand sagt schlicht: Ohne die erweiterten Sekundärtugenden geht in keinem Gemeinwesen irgendwas. Das hatte ich hier doch schon mal!

"Wir wollen, dass das kapitalistische System im Kern getroffen wird."

Und woher beziehen die, die so etwas in den Saal rufen, Ihre Autos und ihre Fernseher? Wollen die Bürger des Landes, will die Schreier selbst auf solcherlei Technik verzichten? Ein Lehrstück wäre es, wenn sie lernen würden, solche Dinge selbst zu bauen. 

Dienstag, 15. März 2011

Naheliegende Fragen: die Festung Europa

Einer der möglichen Reflexe in Sachen Immigrationsversuche von Afrikanern geht so: Da seien die alten europäischen Fehler aus Kolonialzeiten dran Schuld, usw. 

Die Frage ist erst einmal: Was hilft uns dieser Befund, selbst wenn er richtig ist? Zusätzliche Entwicklungshilfe zahlen? Heißt: Geld in ein Fass ohne Boden werfen. Die korrupten Mächtigen werden reicher, der Rest der Bevölkerung bleibt arm. 

Mehr Leute aufnehmen? Wie viele? Ganz Schwarzafrika? Ernsthaft? Und wenn nicht alle, wie viele dann? Und was ist mit denen, die es nicht schaffen, weil sie zu schwach sind? Und können wir, mit den beruflichen Fähigkeiten und kulturellen Voraussetzungen, die die Einwanderer mitbringen, die Eingewanderten wirklich integrieren. In welchem Sinn?

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Ich habe sogar einen Lösungsvorschlag, der mir seit längerem im Kopf herumgeht: Geografische Teile in den afrikanischen Ländern durch die UNO ausgrenzen lassen, diese Teile unterstützen, dort eine einfache, durch funktionierende Infrastruktur aufbauen. Aus diesen Gebieten heraus Neugründungen möglich machen durch, die gelernt haben, wie es geht. Die Idee der altgriechischen Apoikien, Pflanzstädte, als Vorbild. Die wichtigen Sekundärtugenden ausbilden.

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Ach ja, wie steht es denn miit den berüchtigten "Sekundärtugenden"?

Berühmt ist eine Äußerung Oskar Lafontaines, der auf eine Sekundärtugenden lobende Äußerung Helmut Schmidts in einem Interview mit dem Stern vom 15. Juli 1982 sagte: „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. [...] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“

Ja, da hat der Oskar natürlich wieder mal recht. Nur, es gilt eben auch: Ohne diese Sekundärtugenden kann man keine Molkerei oder sonstwas Komplizierteres betreiben. Vom Aufbau halbwegs demokratischer Strukturen mal ganz abgesehen.

Samstag, 16. Januar 2010

Politik 1: Hilfen für ...

Die Luft an diesem Winterwochenende ist voller Politik. Nehmen wir die Erdbeben-Katastrophe in Haiti. Die Verzweiflung der Menschen, in vielen Berichten beschworen. Darf ich angesichts dieser Meldungen die folgenden Überlegungen überhaupt im eigenen Hirn zulassen? Ich und man muss!

Erste Assoziation: Vor Jahren ein Polit-Sketch im Fernsehen. Ein Mann vor seiner darniederliegenden Hütte in Afrika. Fruchtbares Land ringsumher. Die Sonne scheint. Da sei ein Sturm vor vier Wochen gewesen, sagt der Mann mit trauerndem Blick auf seine Hütte. Und die UNO sei immer noch nicht dagewesen, um seine Hütte wieder aufzubauen.

Zweite Assoziation: Die Palästinenser. Bei einer Krise vor Jahren erfährt man, dass die palästinensische Verwaltung von Europa bezahlt wird und dass die Funktionäre kein Geld bekommen, wenn die EU die Hilfezahlungen einstellt.

Drittens, dieser Fall jetzt: Ein politisches Chaos in einem klimatisch gesehen paradiesischem Land. Das Land ist -- natürlich -- nicht in der Lage, sich auch nur annähender selbst zu helfen. Der schwarze Mann vor seiner Hütte...

Vierte Assoziation. Lafontaine, der Helmut Schmidt 1982 kritisiert: "Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben." Ganz selten wird darauf hingewiesen, dass man ohne diese Tugenden gar nicht "betreiben" kann, vor allem keine funktionierende Gesellschaft. So bleibt das Problem, die Frage: Wie kann man den an den internationalen Hilfe-Tropf gewöhnten, diese Hilfe inzwischen einklagenden Gemeinschaften dazu bringen, auf eigenen Füßen zu stehen und Selbstverantwortung zu entwickeln?

Zu den Tabus der Berichterstattung gehört -- sowas sagt man einfach nicht --, dass die Palästinenser, die Haitianer, fast alle Afrikaner wegen ihrer fehlenden Sekundärtugenden als Kindernationen gesehen werden. Da hat sich seit jenem Denker, der diese Formulierung in die Rede eingebracht hat, wohl nichts geändert. Nur eben -- dass dieses Gefühl wegen der politischen Korrektheit nicht mehr ausgesprochen wird.

Ach ja -- wer war jener Denker? Richtig! Georg Wilhelm Friedrich Hegel.